Sonntags dann fand ich zu meinem Erstaunen in meiner Bibel, als ich dieselbe bei Beginn der Ver⸗ sammlung öffnete, einen Zettel, auf welchem die Worte geschrieben standen:„Wir wollen Jesum gern sehen.“ Verwirrt und verletzt sann ich darüber nach, was dies bedeuten könne, bis ich bei genauerer Prüfung meiner Manuskripte herausfand, daß, wenn meine Predigten auch reich an Gedanken waren, Christus selbst und Sein vollbrachtes Werk darin in den Hintergrund getreten war. Da fiel ich ge⸗ demütigt auf meine Knie und beschloß, hinfort nichts mehr zu wissen als Christum, den Gekreuzigten. Und die Veränderung teilte sich auch der Gemeinde mit. Man hörte von erneutem geistlichen Leben, von größerem Genuß und Trost im Worte Gottes, und ehe drei Monate vorüber waren, hatte sich meine Gemeinde verdoppelt. Ungefähr um diese Zeit fand ich einen zweiten Zettel in meiner Bibel und darauf in derselben Handschrift die erfreuliche Botschaft:„Da wurden die Jünger froh, daß sie den HErrn sahen!“ Von dem Tage an und seit⸗ dem ich Christum, den Gekreuzigten und Auf⸗ erstandenen, predige, sind beständig Seelen zu Ihm gezogen und gläubige Herzen froh gemacht worden „Jesum sehen“, das ist es, wonach aller Herzen sich sehnen. Einige wissen das und bedürfen Seiner, aber alle müssen Ihn haben, ob sie es wissen oder nicht. Möchten daher doch alle, welche das Evan⸗ gelium verkündigen, die Botschaft so klar und einfach geben, daß die Seelen den HErrn sehen müssen!
„Wenn eine Tür zugeht, geht eine
andere auf.“
Der bekannte große Evangelist Georg Whitefield predigte eines Tages unter freiem Himmel vor einer großen Zuhörermenge das Wort Gottes. Er hatte seiner Ansprache das ernste Wort des
HErrn:„Und die Tür ward verschlossen!“ (Matth. 25, 10) zugrunde gelegt.
Unter den Zuhörern standen auch zwei sorglose junge Männer. Bei dem oft wiederholten Worte: „Und die Tür ward verschlossen“ stieß der eine junge Mann den anderen an und sagte:„Du, das ist nicht so schlimm; wenn eine Tür zugeht, geht eine andere auf.“
Kaum hatte der Spötter diese Worte, die nur halblaut gesprochen worden waren, gesagt, als der Prediger, der weitab von den jungen Männern stand, rief:„Allerdings mag mancher an das Sprich⸗ wort denken:»Wenn eine Tür zugeht, so geht eine andere auf.« Und es ist wirklich so. Sobald die Tür des Himmels für dich zugetan ist, tut sich die Tür der Hölle vor dir auf. Wenn du von dem Himmel ausgesperrt bist, trittst du in die Hölle ein.“
Der eine der beiden jungen Männer wurde von diesen Worten wie von einem Hammer getroffen und folgte den weiteren Ausführungen des Dieners Gottes in großer Seelenangst. Beide blieben nach der Predigt zurück und sprachen mit Whitefield, und beide wurden durch Gottes Gnade dadurch zur Erkenntnis des Heils geführt und durch den Glau— ben an den HErrn Jesum vom zeitlichen und ewigen Verderben errettet.
Und wie es für diese beiden jungen Männer
wichtig und nötig war, Stellung zu nehmen zu
diesem ernsten Gotteswort, so ist es auch für dich, teurer Leser! Bedenke:„Es ist dem Menschen ge— setzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.“ Gott ist heilig, und die Sünde ist das Trennende zwischen Gott und den Menschen. Aber es ist ein Bindeglied, ein großer Mittler da, Jesus, der ewige Gottessohn, der Sich selbst für uns, auch für dich gegeben hat, auf daß Er dich erlöste vor aller Un⸗ gerechtigkeit. Alle, die an Ihn glauben, sollen Ver; gebung der Sünden empfangen. Er selbst sagt: „Ich bin die Tür, so jemand durch Mich eingeht, der wird selig werden...“(Joh. 10, 9.)
Versammlungs-Anzeigen.
Bezirk Gießen. Stadtmission Gießen, Löberstraße 14 Jeden Sonntag 1½ Uhr Sonntagsschule; 4 Uhr Jungfrauenverein; 8% Uhr Versammlung; 4½ Uhr Christlicher Verein junger Männer; jeden Mittwoch 8/ Uhr Bibelstunde; jeden Freitag 3½ Ahr Gebets funde. N
Bezirk Bellnhausen. Jeden Sonntag 2 Uhr Bersammlung im Vereinshaus Bellnhausen.
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Bezirk Friedberg. Stadtmission Friedberg, Ludwigstr. 24.
Jeden Sonntag vorm. 11 Uhr Sonntagsschule; nachm. 4 Uhr Unter ⸗ haltungsstunde für die Jugend; abends 8¼ Uhr Predigtgottesdienst; Dienstag abends 8½ Uhr Blaukreuz⸗ oder Frauenstunde; Mittwoch abends 8½ Uhr Jugendbund; Donnerstag abends 8½ Uhr Bibel⸗ und Gebetsstunde.
Bad Nauheim; Erholungsheim Bethesda, Frankfurter Str. 87½, Jeden Dienstag und Donnerstag abends 8½ Uhr Bibelstunde. Stammheim und Schwalheim. Jeden Sonntag Versammlung
Bezirk Nidda⸗ Schotten.
Nibde(in Burghof). Jeden Sountag abend 9 Uhr Berfsammlung jeden Montag abends 9 Uhr Gebetsstunde; seden Dienstag abends d Nor Bibelstunde.
Schotten, Hauptstr. 99. Jeden Sonntag mittags 12½ Ar Senn ⸗ tagzschule; jeden Sonntag abends 9 Uhr Versammlung, jeden Mittm ock abends 9 Uhr Bibel ⸗ und Gebetsstunde.
Anderungen siehe Tageszeitung der Orte. S
Bezirk Sellnrod. Jeden Sonntag abends 8½ Uhr Versammlung und jeden Mitrwock und Freitag Gebetsstunde mit Bibelbetrachtung.
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