Ausgabe 
10.10.1920
 
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unseren Willen unterwerfen. Warum das, und wie ist es möglich?

Matth. 25 vergleicht Jesus das Verhältnis zwischen Ihm und Seinen Gtäubigen wie das einer Braut zum Bräutigam. Das innigste Liebesband soll uns mit dem Heiland verknüpfen, und warum? Weil Er uns zuerst so sehr liebte, daß Er aus der himmlischen Herrlichkeit herabstieg, um unsere Schuld und Strafe auf Sich zu nehmen und dafür am Kreuze zu büßen. Die ganze Tiefe dieser göttlichen Liebe können wir ja mit unserem Menschenverstand nicht ermessen, aber etwas begreifen wir doch davon und müssen Ihn wieder lieben von ganzem Herzen. Aus dieser gegenseitigen Liebe entsteht eine Lebens⸗ gemeinschaft, man hat die gleichen Interessen, die gleichen Ziele.

Wird es einer Braut schwer fallen, dem Bräu⸗ tigam alles zuliebe zu tun, diesem und jenem zu entsagen, was er nicht gern hat? Gewiß nicht! So wird es einem Christen, der in Liebe für seinen Erlöser entbrannt ist, nur tägliche Speise sein, wie Jesus sagt, Seinen Willen zu tun. Er wird in der Heiligen Schrift, im täglichen Umgang mit Ihm danach forschen, denselben völlig zu erkennen; denn er möchte seinen lieben Heiland nie betrüben durch Ungehorsam und Untreue.

An wen glaubst und wem zu Ehren lebst du, liebe Seele? Wem suchst du zu gefallen? Kennst du Gott nur so wie irgendeinen deiner Nachbarn? Oder pflegst du steten Umgang mit Ihm, bist immer in Seiner Nähe, läßt dich von Seinem Geiste leiten? Ist dein Glaube dir ein Stück Himmelreich, ein Verfügen über die Kräfte der zukünftigen Welt, oder empfindest du ihn als eine Last, ein Hindernis? Liebes Menschenkind, der du dich Christ nennst, prüfe dich ernstlich, ob dieser dein Glaube echt ist, damit das Wort Jesu nicht an dir wahr wird:Es werden nicht alle, die zu Mir sagen: HErr, HErr! in das Himmelreich kommen. L. R

Jetzt oder nie!

Am Schlusse einer Versammlung, die vor einiger Zeit in einem Kohlendistrikt gehalten wurde, näherte sich ein robuster Bergmann in großer innerer Angst dem leitenden Prediger und fragte ihn, was er tun müsse, um selig zu werden. Durch das Wort Gottes hatte der Heilige Geist sein Herz erleuchtet, und mit Entsetzen sah er, daß er ein verlorner Sünder sei und nichts als die ewige Verdammnis zu erwarten habe.

Der Knecht Gottes zeigte dem geängsteten Berg⸗ mann aus der Heiligen Schrift, daß der HErr Jesus, der Sohn Gottes, in die Welt gekommen sei, um zu suchen und seligzumachen, das verloren ist; wie Er freiwillig Sein Leben als Sühnopfer für uns alle dahingegeben hat; wie Er als unser Bürge

hat, das wir Sünder als Lohn für unsere Sünden verdient haben, und wie diese Todesstrafe an Ihm vollzogen wurde am Kreuz auf Golgatha.

Von nun an, fuhr der Prediger fort,werden alle, die einfach an Ihn glauben und an Sein voll brachtes Werk, nicht verloren werden, sondern ge⸗ rettet und das ewige Leben haben.

Trotz dieser klaren Worte erschien dem armen Bergmann alles dunkel, und die Last seiner Sünden drohte ihn zu erdrücken. Der Prediger bat ihn, er möchte doch nicht auf sich selbst und nicht auf seine Sünden schauen, sondern nur auf das Lamm Gottes, welches die Sünden der Welt getragen aber aller Zuspruch schien vergeblich. Es war bereits nachts 11 Uhr geworden, und der Prediger meinte, er solle lieber heimgehen und den folgenden Abend wieder kommen. Der arme Bergmann aber weigerte sich, und mit einem Blick voll Angst rief er aus:Nein, ich kann, ich will nicht fortgehen, ich muß diese Sache heute in Ordnung bringen, oder es geschieht nie!

Beide Männer blieben nun zusammen. Stunden vergingen, aber der arme Bergmann konnte das Heil in Jesu immer noch nicht erfassen.

Es war 3 Uhr morgens, als ihm endlich das herrliche Licht von der Gnade in Christo Jesu auf⸗ ging. Jetzt sah er es und konnte die köstliche Wahr⸗ heit glauben, daß der HErr Jesus alles für ihn voll⸗ bracht hat, und daß Gott in Seiner großen Gnade keine andere Sühne mehr für unsere Sünden verlangt.

Großer Friede erfüllte sein Herz. Er stand auf, klatschte vor Freuden in die Hände und rief:Nun

Sich dem gerechten Todesurteil Gottes unterworfen

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ist alles in Ordnung, Jesus ist mein!

Er dankte dem treuen Prediger, der ihn zu Jesu geführt, und bald darauf begab er sich zur Arbeit ins Bergwerk voll Freude und Dank darüber, daß er gerettet war.

Im Laufe des darauffolgenden Tages hörte man in der Nähe des Bergwerks ein donnerartiges, un⸗ heimliches Getöse, und bald verbreitete sich die Nach⸗ richt, daß eine unterirdische Explosion stattgefunden und einen Teil des Bergwerks zerstört habe, und daß eine Anzahl Bergleute unter den Trümmern begraben liege

Sofort machte sich die Rettungsmannschaft an die Arbeit, die Trümmer wegzuschaffen, um, wenn möglich, den überlebenden Bergleuten zu helfen. Nach kurzer Zeit hörte man dumpfe Töne von unten Mit neuer Energie arbeiteten die Männer, um, wenn möglich, die Stelle zu erreichen, woher die Töne ge⸗ kommen waren. Es gelang, und man fand auch unter den Trümmern den am Abend zuvor bekehrten Bergmann. Er lebte noch und versuchte zu sprechen. Alle hielten inne, um zu lauschen, was er zu sagen habe; sie hörten nur die Worte:Gott sei gelobt, alles ist seit gestern abend in Ordnung. Das waren seine letzten Worte. Seine erlöste Seele war heimgegangen, um bei dem HErrn zu sein allezeit

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