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Gemeinlchaftsblatt für Bellen
Erschernr alte vierzehn Tage. Verlag der a Buchhandlung der Pilgermission Gießen.
Redakteur: Stadtmisstonar F. Herrmann, Tießen. Verschiedene Mitarbeiter. Druck von J. G. Oncken Nachfolger, G. m. b. H., Cassel
Nr. 41/42.
Sonntag, den 10. und 17. Oktober 1920.
13. Jahrg.
„Er wird Seine Berde weiden wie ein Hirt; Er wird die Lämmer in Seine Arme sammeln und in seinem Busen tragen und die Schaf- mütter führen. Jes. 40, 11.
Der Hirt und die Schafe.
Einst wurden in einem westfälischen Dors einem Schäfer auf dem Felde in seiner Abwesenheit zwei seiner besten Schafe entführt. Nicht lange nach der Ankunft bei seiner Herde bemerkte er den Diebstahl. Blitzschnell fuhr ihm der Gedanke ins Herz: Das hat niemand anderes getan als der Schäfer N. an der anderen Seite des Dorfes. Er ging gleich zum Ortsvorsteher und teilte dem die ganze Angelegenheit
mit und bemerkte dabei ganz scharf, daß es niemand anderes als jener getan hätte.„Jakob,“ meinte der
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Beamte,„das behaupte nur nimmer, das könnte dir schwierige Folgen geben; du hast es eben doch nicht gesehen.“„Das ist mir ganz eins,“ meinte der Schäfer;„ich laß es darauf ankommen. Gehen Sie nur einmal mit mir, dann wollen wir ein Stück weit dahin gehen, wo mein Kollege hütet, und dann will ich pfeifen, und dann passen Sie auf, ob mich meine Schafe nicht verstehen.“ Nach einigem Zögern ging der Ortsvorsteher mit, und als sie nicht so weit mehr von der Herde des Kollegen entfernt waren, pfiff der Schäfer aus voller Leibeskraft. Und siehe da, auf einmal streckten zwei Schafe von der ganzen


