Ausgabe 
17.8.1919
 
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sie fiel, verheerte und versengte sie alles. Zugleich brachen brennende Gase mit Gewalt hervor und schleuderten kleine und große glühende Steine hoch in die Luft hinaus. Ein 200 Meter breiter, glühender Strom floß ins Tal hinab, und wohin er kam, war alles vernichtet.

Doch wie schrecklich die durch den Vesuv an⸗ gerichteten Verheerungen auch sein mochten, sie waren doch örtlich begrenzt und dehnten sich nicht wie der hinter uns liegende Krieg über die ganze Welt aus. 8

Bezüglich des Krieges hat man längere Zeit an dem Urheber und Schuldigen gesucht, und tat⸗ sächlich sind große Verfehlungen vorgekommen und kommen heute noch vor im Leben der Großen und der Kleinen; aber Gott ist es, der den Krieg wie die Ausbrüche des Vesuvs herbeigeführt hat. In diese Welt voller Sünden redet Gott zuweilen ein ernstes Wort, um die Menschen von dem Wege des ewigen Verderbens herumzuholen.

Ja, wir leben, durch die Sünde verursacht, in einer Welt voll Kummer und Herzeleid; aber in⸗ mitten all dieser Trauer gibt es einen

Weg des Friedens.

Gott hat in Seiner großen Gnade Jesum Christum, Seinen geliebten Sohn, für uns arme, sündige Menschen am Kreuze sterben lassen. Dort hat der Gerechte für die Ungerechten die Strafe getragen, und damit ist für dich, teurer Leser, der Weg des Friedens hergestellt. Ohne Ver- gebung der Sünden zu besitzen, gibt es keine Gemeinschaft mit Gott und ohne Gemeinschaft mit Gott keinen Frieden. Am Kreuze aber siehst du, wie Gott dich liebt, der du doch von Natur, wie alle Menschen, nichts als ein Sünder bist und in Sünden so lange dahin gelebt hast. Und zugleich erkennst du dort am Kreuze, wie Gott dir alle deine Sünden vergeben und damit Frieden schenken kann. Gnade und Ge⸗ rechtigkeit begegnen sich dort im Kreuze des HErrn Jesu. Auf dem Boden des Kreuzes Christi kann der gerechte Gott den Sünder an⸗ nehmen und ihm Frieden schenken.

Nichts kann das Herz des Sünders so beugen, wie die alle Erkenntnis übersteigende Liebe Gottes, der Seinen Sohn am Kreuze für unsere Sünden sterben ließ. Wenn ein Sünder schuld⸗ bewußt seine Missetaten vor dem HErrn bekennt und um Gnade und Erbarmen fleht, so darf er auch hinblicken nach Golgatha, wo Jesus, der Sohn Gottes, den Tod erlitten hat und damit Frieden mit Gott machte.

f Gott hat Jesum, Seinen eingebornen Sohn, in diese Welt gesandt, und Ihn hat Er dahin⸗ gegeben und leiden lassen am Kreuze, damit wir, du und ich, errettet werden sollten. Abrahams

Hand wurde im letzten Augenblick zurückgehalten von

der Opferung seines Sohnes, und ein Widder wurde an Isaaks Statt zum Brandopfer dargebracht. Als aber Christus am Kreuze hing, da war keine Hand, die Gott zurückhielt, Ihn zu strafen für unsere Sünden; da war keine Stimme, die Einhalt gebot, als alle Wogen des Gerichts über dem un schuldigen Haupte unseres Stellvertreters zusammen⸗ schlugen. Er mußte den Kelch des Zornes Gottes über unsere Missetaten bis auf den Grund leeren. Ihm konnte nichts erspart werden. Und Gott ist durch das Kreuz von Golgatha, durch den Tod Seines Sohnes verherrlicht worden. Seine Liebe kann nun ausströmen zu dem Sünder. Der Weg zu Gott steht jetzt allen Menschenkindern offen. Christus selbst ist dieser Weg; einen anderen gibt es nicht. Er sagt:Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater als nur durch Mich. (Joh. 14, 6.) O. D.

2

Irret euch nicht, Gott läßt Sich nicht spotten.

Karl Fr., ein junger Techniker, hatte im Hause seiner Eltern genug gehört von der Gnade, die in Christo ist, aber er kam in leichtfertige Gesellschaft. Da wurde er von der Lust der Sünde dahingerissen. Er warf alles über Bord und rühmte sich seines Unglaubens. Die Triebfeder seiner Wege war nicht schwer zu erkennen er war gefangen in der Leidenschaft böser, unreiner Dinge! Ob⸗ wohl er dadurch seine Gesundheit verdarb, suchte er doch nicht Befreiung und Vergebung. In seinem Elternhause betrug er sich wie ein Wüterich, so daß er da nicht bleiben durfte. In den verschiedenen Stellen, in welchen er als Techniker Beschäftigung fand, war auch seines Bleibens nicht lange. So verdiente er trotz seiner guten Begabung kaum das Notwendigste. Nachdem er im Januar 1905 sein Elternhaus verlassen, starb im Februar seine Mutter. Der jahrelange Kummer um den Sohn hatte ihrer schwachen Gesundheit den letzten Stoß gegeben. Jedoch dies machte wenig Eindruck auf den jungen Mann. Er fand eine Stellung in B., Gott führte ihn dort mehrfach unter das Wort der Gnade. Aber der Erfolg war nur, daß er spottete. Endlich, am 1. April 1905, kam er in eine große Ver⸗ sammlung, in welcher die suchende Liebe des Hei landes und das ewige Leben bezeugt wurde. Er verstand: Der HErr redet mit mir! Beim Hinaus⸗ gehen aus dem Saal bat ihn ein Gläubiger, der ihn und seinen bösen Weg kannte und der seine tiefe Herzensbewegung wahrgenommen hatte, er möchte sein Herz der Gnade öffnen. Jedoch die Antwort lautete:Nein! Niemals! Dies war am Sonnabendabend.

Hände Willen gewiest