Die beiden Ehegatten knieten nieder. Die Fran setete so herzlich und inbrünstig für die Bekehrung tres Gatten, daß bald heiße Bußtränen ihres Mannes Augen entströmten und er selbst um Gnade zu flehen begann. Als der Schuster sich von seinen Knien erhob, da wußte er, daß er ein neuer Mensch ge⸗ worden war.
Nach etlichen Wochen ging Frau L. zum Wirte B. und sagte:„Schönen Gruß von meinem Manne, und hier ist der Betrag Ihrer Rumforderung an ihn. Haben Sie die Güte, die Kreidestriche in Ihrem Wandschrank auszulöschen. Er hat gelobt, niemals mehr eine solche Schande auf sich zu laden.“
Wirt B. schaute ein wenig verdutzt drein. Dann nahm er einen feuchten Schwamm und fuhr über die Kreidestriche im Wandschrank.
Wirt B. starb später am Schlagfluß. Schuh Machermeister L. ist jetzt Glied einer christlichen Ge⸗ 1175 und ein energischer Befürworter der Mäßig ⸗ Leitssache.
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Der hat müssen dürsten.
Da saß an einem Karfreitagnachmittag in einem Wirtshaus eine Gesellschaft um einen Spieltisch beisammen, auf dem die gefüllten Branntweingläser standen Die Leute spielten und tranken, waren lustig und guter Dinge, redeten manches unnütze Wort in faulem Geschwätze, ergötzten sich an aller⸗ lei mutwilligen Scherzreden und dachten nicht daran, daß es Karfreitag sei. Während nun einer von ihnen das Glas an den Mund setzt, fällt sein Blick auf die ihm gegenüber an der Wand hängende Uhr. Sie zeigt eben auf die dritte Stunde. Da hebt er pottend an:„Wie gut haben wir's doch! Wir können so schön sitzen und trinken, und der am Kreuz hat müssen dürsten.“ Darauf leert er mit behaglichem Zuge sein Glas.„Der am Kreuz hat ürsten müssen!“ wiederholten einige der Genossen lautem Lachen. Aber einem von ihnen macht Wort wie Donnerstimme das Herz beben. Es ihm durch Mark und Bein. Es überfällt ihn schreckliche Angst. Vergebens bemüht er sich, sie zu unterdrücken—„der am Kreuz hat müssen zürsten!“ das klingt ihm fort und fort vor den Ohren, er kann es nicht mehr länger aushalten, es keibt ihn hinaus. Er kommt nach Hause, da geht zr in sein Kämmerlein. Er sinkt auf seine Knie and fleht:„HErr Jesu, Du hast am Kreuz ge⸗ gangen und gedürstet! Du hast für Deine Mörder etet: Vater, vergib ihnen! Du hast auch den ächer zu Gnaden angenommen, ach, erbarme Dich 0 meiner! Sei auch mir gnädig und vergib Air alle meine Sünden!“ Und siehe, das Wort: der am Kreuz hat müssen dürsten!“ bleibt in sei⸗
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Herzen haften. Er wird von dem Tage an
mderer Mensch, und man sah ihn forthin nicht
mehr, weder am Karfreitag noch zu anderer en am Spiel- und Trinktisch. So wurde der Spott aus dem Munde eis Satansknechtes ihm ein Anlaß zur Seligkeit. Wie stark der Branntwein macht. Eine Geschichte aus dem Trinkerasyl zu Leipe, Kreis Jaus Als ich noch ein Knabe war und in die Schul meines Vaters ging, gab mir dieser einen Auftrag zu dem Stellenbesitzer R., der in unserer Gemeind wohnte, zu gehen. Wie in allen Orten, so spielt auch in meinem Heimatsdorf der Schnaps ein große Rolle und hatte das Ansehen eines stärkender und darum hoch zu achtenden Getränks. Das be wog meinen Vater, immer und immer wieder un Schulkindern mit größtem Ernste den Genuß de Branntweins als schädlich und verwerflich darzustellen Der erwachsene Sohn des obigen Stellenbesitzerz der von Jugend auf eine große Liebe zum Schnapß gefaßt hatte, mochte wohl doch zuweilen an di Warnungen seines Lehrers denken, da er aber un gewöhnlich stark und kräftig war, so erachtete e diese Warnungen für ganz hinfällig. Als ich iht an jenem Tage beim Holzhacken vor dem Hauf traf, faßte er mich mit beiden Armen an den Schul tern, hob mich lachend wie einen Federball in dil Luft empor und rief mit stolzer Stimme:„Siehf du's, wie stark mich der Branntwein gemacht hat! Ich batte diesen kleinen Vorfall längst vergessen war unterdessen in nahe Beziehung zu unserez schlesischen Trinkerasyl in Leipe getreten. Eine Tages stand der, der sich damals des Trinkens ge rühmt hatte, in Begleitung seines Onkels wiede vor mir, zwar noch immer ein Riese, aber jetzt mi sichtlich gebrochener Kraft, und— begehrte Auf nahme in das Trinkerasyl. Er war, wie ich um erfuhr, ein arger Trunkenbold geworden und dure den Branntwein so gesunken, daß seine Familie mn noch im Asyl eine Rettung für ihn erhoffte. D. fiel mir unwillkürlich obige Szene wieder ein. Wi schrecklich belügt der Branntwein diejenigen, welche bei ihm Stärke suchen! Leider war R. schon der maßen an das Teufelswasser gekettet, daß er ih Asyl nicht lange blieb. Wohl wurde er durch di heilsame Pflege noch einmal äußerlich gesund, abe als er wieder, auf seinem unabänderlichen Entschluf bestehend, heim entlassen wurde, zeigte es sich, daß der Branntwein noch stärker war als er. Nachdem er sich eine Zeitlang gut gehalt wurde er rückfällig, fing wieder an zu trinken, u eines Tages fand man ihn im Walde tot an einen Baume— er hatte sich aus Verzweiflung ethäntt Tief erschütternd ruft uns solches Ende sein einn Wort zu:„Siehst du's, wie stark mich der Br wein gemacht hat!“
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