Ausgabe 
6.5.1913
 
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Sonstiges

dagegen 16,3 Prozent. zent, in Memmingen 18,5 Prozent, in Strausberg wieder nur

Alkohol stärkt, ebenso Bildung, ein gut Peilich ist dabei auch noch zu berücksichtigen, daß die Alkohol

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Er besucht ohne Scheu alle schlechten Häuser, oft mit seinen eb

in trunkenem

25 insgesamt Zustande prozent.

Widerstand gegen Staatsgewalt

3551 626 40, Causfriedensbruch 5

3 873 581 15,7

Sittlichkeitsvergehen F 5

Beleidigung 12923 106 9,3 Vorsätzliche Körperverleh nn 21995 5 439 24,7 Diebstahl 17 047 265 1,6

3100 717 21

14447 1082 11,0

insgesamt: 76757 10 042 13,6 Zwei Fünftel aller Verurteilungen wegen Wider stands gegen die Staatsgewalt kommen also auf des Konto des Alkohols, was wieder darin eine naheliegende Erklärung findet, daß eben der Betrunkene leicht in Konflikt mit dem Vertreter der Staatsgewalt auf der Straße gerät. Auch ein Viertel aller vorsätzlichen Körperverletzun⸗ gen und fast ein Viertel aller Sachbeschädigungen werden im Rausche begangen, dagegen nur 1,6 Prozent aller Diebstähle. In den einzelnen Landesteilen ist übrigens die Straffälligkeit infolge Alkoholgenusses ziemlich verschieden. So entfallen in München J(Stadt) nur 6,9 Prozent der Verurteilungen auf Alkoholdelikte, in München II(Land) In Nürnberg gleichfalls 14,5 Pro⸗

Sachbeschädigung

10,5 Prozent. Auch beziiglich der Art der Delikte zeigen sich

aguffallende Unterschiede für die einzelnen Landesteile. In

den städtischen Zentren überwiegen die Verurteilungen wegen

Körperverletzung.

Bezüglich des Berufes zeigt es sich, daß eine selbständige, verantwortliche Tätigkeit die Widerstandskraft gegen den Einkommen usw.

erzesse der sogenannten guten Gesellschaft sich hinter ver schlossenen Türen abspielen und daß ihre Folgen im Auto mobil nach Hause gefahren werden, während die ärmere Be völkerung sich im Wirtshaus betrinkt und nachher die Stra zum Schauplatz ihrer Heldentaten macht.

Erwähnt sei noch. daß im Jahre 1911 38 der wegen Alkoholdelikten Verurteilten weiblichen Geschlechts waren und 178 im jugendlichen Alter von 1218 Jahren standen. Dem Familienstand nach waren 5332(69,7 Prozent) ledig, 2333 (80,3 Prozent) verheiratet oder verwitwet. Als Strafen wur den ausgesprochen: 19 Verwarnungen, 3038 Geldstrafen, 121 Haftstrafen, 4632(60,3 Prozent) Gefängnis- und 32 Zucht⸗

hausstrafen. In einem Falle wurde auf Todesstrafe erkannt.

.* 83 5 Ji* Der Völkerkrieg der Fürsteu. 1813/15. Von Kurt Eisner. Zweites Kapitel: Napoleons deutsche Politik. (Fortsetzung.)

Im Herbst 1813 erschien ohne Namen eine Schmähschrift 9 ie bayerische Regierung:Bayern unter der Regierung 5 Ministers Montgelas. Der Druckvermerk lautete pathetisch: Deutschland, im Verlag der Kämpfer für deutsche Frei⸗ Beit. Diese Schrift ist von einem im Solde des Freiherrn vom Stein stehenden Menschen verfaßt und auf dessen Kosten verbreitet. 8 Verfasser der Vorrede gilt Stein selbst. Eine Galerie deutscher Verräter soll nach dieser Vorrede eröffnet werden, damit man in allen Ländern die verächtlichen Knechte eines unmensch Tyrannen erkenne:Wer könnte aber wohl in dieser Galerie n größerem Recht den ersten Platz einnehmen, als der Minister von gelas, der Mann, welchem Deutschland ganz vorzüglich seinen Untergang zu danken hat. Sein Bild soll ganz nach der Natur dar

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kopieren.

Die darauf folgende Schrift trieft von schmutzigen schimpfungen des leitenden Staatsmanns Bayerns, dem zum Ipiel nachgesagt wird:Sich täglich mehr zu bereichern, a essen und trinken, spielen, und den Wollüsten auf eine mehr

niedrige Art fröhnen, diese edle Unterhaltungen rauben die meist unden, und dem Staatsgeschäfte bleiben nur wenige gewid

schlechten als vertrauten Tischgesellen, und je schlechter

mutziger er es dort findet, je mehr scheint er in seinem Elem zu sein.

Wichtiger aber als diese Niederträchtigkeiten all dienati

gestellt werden, wenn es je möglich ist, die Schwärze seiner Seele zu

nalen Skandalschreiber der Zeit berauschten sich an geschlechtlichem Unflat, man denke an die Jerome-Literatur! deren Druck und Verbreitung von Männern bezahlt wurden, deren Haupt ein Hardenberg war, dessen Liederlichkeit noch berühmter war als seine staatsmännische Kunst, ist die feudal⸗reaktionäre Tendenz der Schrift, die in einer Verherrlichung des Kurfürsten Karl Theodor gipfelt, jenes bayerischen Fürsten, dessen Verworfenheit in der Ver brecher⸗ und Narrensammlung der deutschen absolutistischen Herrscher des 18. Jahrhunderts kaum übertroffen wird; sein Regi⸗ ment ähnelt in seiner Häufung von Ausschweifungen, Verprassung der nationalen Mittel, Aberglauben und Pfäfferei dem Friedrich Wilhelms II. von Preußen.

Gunst der Maitressen und Beichtväter buhlte... Das Land, für das er(Karl Theodor) nie ein Herz gehabt hatte, war ihm ein Mittel zur Versorgung seiner unehelichen Kinder. Sämtlichen Schulen entzog er ihr Einkommen, um aus denselben eine bayerische Zunge des Malteserordens zu gründen, lediglich damit das reich ausgestattete Großpriorat dem Fürsten von Bretzenheim eine glänzende Stellung gewähren könne. Im berüchtigsten wurde die Herrschaft Karl Theodors durch den schamlosen Aemterschacher. Die Aemterwaren im ganzen Lande mit Begünstigten und Unter⸗ begünstigten des Hofes besetzt. Die meisten kurfürstlichen Diener hatten, wie der Adreßkalender von 1790 nachweist, schon bei ihren Lebzeiten einen Nachfolger erhalten; im Oberamte Neustadt z. B. fand sich nicht ein einziger Beamter, dem nicht der Amtserbe beige schrieben war; das Amt einer Leibnöherin, einer Küchenjungen⸗ wäscherin, aber auch das des Oberamtsschultheißen ward zum Gogenstand des Handels mit Anwartschaften gemacht... Tief waren die Beamten gesunken und bei einiger Verbindung am Hofe entgingen sie selbst bei Verbrechen der Strafe... Allen galt das Amt als ein nutzbares Recht, welches durch jedes Mittel möglichst einträglich gemacht wurde.

Das ö der Günst⸗ ling des Freil 1 in an Gleich in den ft Verordnungen des Ministe Moi 8 seien alle jene

und n d Es sei dem zu verleihen der Auwartschaften vorigen Regenten

der das Ansehen und den Augen des lohnungen der immt, wie kann ein seinen Untertanen er⸗

und die von d des Verdienste

ähnliche Handlungen von

rrschaft des Adels und des Klerus, scheint

sten als die ärgste Ruchlosigkeit. Man habeso recht

iel dee Jakobiner in Frankreich alle e

em Be 5 in Bewegung gesetzt, um die Landesständische Verfassung

rn in schwärzeste Licht zu stellen. Ganz Bayern sei umt worden,die voll von den humanen

ften

nnungen der neun Regierung für Beförderung des Volksglücks ür Hinwegräumung der alten Formen und Gebräuche, für Gleich⸗ tellung aller Stände waren, und die in so ferne ihre Wirkung nicht verfehlten, a die Aufmerksamkeit des Volkes, was sich so leicht der alten Verfassung heftete, ohne des 6 is da ieser Verfassung zu

danken war

vom Stein trümmert werden. Das züchtige es bürgerlichen Lebeus bekleidete, Alles was die V K der ganze Schmuck de faßt, und selbst der

die Mängel unserer nackten ge⸗ den Menschen in seiner eigenen ltete, wider ge, lächer⸗ werden. enn der alte rtugenden und des Lehens⸗ der Furcht entband, Völker icht der Tyran

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