Ausgabe 
17.9.1912
 
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gewaltigsten Heeres, das die Welt bis dahin gesehen hatte. Ihr

Untergang enksesselte dieBefreiungskriege, deren furchtbares Er⸗ ebnis der ausgezeichnete französische Historiker Sorel, der die nzösische Revolution in allen europäischen Wirkungen dargestellt den harten und wahren Sätzen zeichnet: der festländischen Völker war für Eng⸗ land eine politische Spekulation mit sicherem Gewinn. Und für die Engländer eine ergiebige Kapitalsanlage. Als man von Eng⸗ land aus den europäischen Festlandsvölkern die Mittel zu ihrer Verteidigung beschaffte, stellte man sie in den Dienst englischer

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Interessen und verwertete die große Stärkung der Vorherrschaft Englands auf politischem und wirt⸗

schaftlichem Gebiet. England heimste die Ehren ein und den Ge⸗ winn. Welche große und zugleich praktische Politik, die Geld⸗ zuschüsse in eine große Menschenanleihe umzuwandeln und Befreite zu Söldnern zu machen!

Schont unsere heimatliche Käferwelt! (Aus der Dürer-Bundes-K orrespondenz.)

Vogelschutz oder Insektenschutz? Ein begeisterter Ento molog war es, der vor einigen Jahren diese Frage aufwarf und damit die allgemein verbreitete Ansicht, jeder insekten⸗ fressende Vogel sei schon wegen dieser seiner Kerbtierkost ohne Ausnahme überaus nützlich, heftig bekämpfte. Es gibt ja neben sehr vielen schädlichen Insekten auch eine große Menge nützlicher Arten: Totengräber, Laufkäfer, Puppenräuber, Ameisen, Schlupfwespen, Schwebefliegen und viele andere; zwischen diesen und den schädlichen Kerbtieren, namentlich aber zwischen ihren Eiern und Puppen, pflegt gewiß kein

Vogel einen Unterschied zu machen. Wenn der Kuckuck eine Raupe verzehrt, so fragt er ncht danach, ob vielleicht eine Schlupfwespe oder eine Raupenfliege ihre Eier in deren

fetten Körper abgelegt hat. Ists der Fall, nun so verschluckt er mit dem einen schädlichen Kerbtier, das auch ohne ihn bereits dem Tode verfallen ist, ein ganzes Dutzend oder noch mehr der allernützlichsten Lebenskeime; ein Gewissen macht er sich nicht daraus. Und wenn die Vögel beim Auftreten von Erkrankungen unter schädlichen Forstinsekten durch Weg⸗ fressen der Kranken(Wipfelkrankheit der Nonnenraupe) die übrigen vor Ansteckung bewahren, so verzögern sie doch nur das Ende der Plage. Solcher Beispiele könnten wir gar manche anführen; wie am Narrenseil lassen sie uns im Kreise herumtreiben, wenn wir nur Nutzen und Schaden im Auge haben er liebt mich, er liebt mich nicht! Die Fragestellung ist eben falsch. Vogelschutz un d Insektenschutz! so muß es heißen. Natürlich hier wie dort cum grano salis! Den Spatz wird niemand besonders schützen wollen und den Mai⸗ käfer auch nicht, im Gegenteil, ihrer Vermehrung werden wir zu steuern suchen; aber den letzten Spatz möchte ich doch nicht aus meinem Hof oder Garten vertreiben, und wenn der Maimond mir und meinen Kindern nicht wenigstens ein paar der nach ihm genannten Braunröcke brächte, wärs mit viel Freude vorbei. Nun, Gott sei dank, so schlimm stehts noch nicht!

Aber bei anderen Arten ist die Gefahr ihrer Ausrottung zu befürchten. Namentlich die großen und auffälligen Er⸗

scheinungen, sowohl der gefiederten Welt wie der Sechs⸗ füßler, werden hart bedrängt. Hier soll nur von dem Insektengesindel, demUngeziefer die Rede sein, be⸗

sonders von der Käfergesellschaft.

Vielleicht hast du mal in freier Natur einen Hirsch⸗ käfer gesehen, wie er am Abend um die Wipfel alter Eich⸗ bäume summt, oder du bist Zeuge eines jener Turniere ge⸗ worden, welche die tapfern Männchen dieser ritterlichen Sippe im Frühjahr um den Besitz der Weibchen auskämpfen wirst du's jemals vergessen? Oder hast du schon Gelegen- heit gehabt, die sechsfüßige Bestattungsgesellschaft in der schwarz und orangerot gestreiften Livree bei ihrer Tätigkeit zu beobachten, wenn die Totengräber hurtig heran⸗ kommen, den toten Maulwurf oder Vogel unter die Erde zu bringen, der eine per pedes, der andre durch die Luft? Sie schieben sich unter den Leichnam, kratzen und scharren, daß sich dieser senkt und hebt und sich dreht, als sei noch Leben in ihm nach 24 Stunden ist das Werk der Pietät glücklich vollbracht. Oder der Rosenkäfer? Goldgrün glänzend sein Harnisch; eine Pracht, wie er so dasitzt im taufeuchten

Nörden gesandt bringst du's über dich, den schönen Käfer zu töten, auch wenn du fürchtest, daß er dir ein paar Blüten⸗ knospen am Rosenstock ausfrißt? Sippe der Laufkäfer, groß und klein, einfach schwa gekleidet, aber auch kupferbraun, metallisch grün, blau oder

körnigen Kies klettert, bergauf und bergab, nationale Erhebung zurf wegung ein andres funkelndes Farbenbild! dich an den wenn aus den tiefen Schatten aus dunklem Gehölz Punkte auftauchen, in kurzen flimmernden Bahnen lautlos

Und dann die artenreiche a

golden, alle hurtig und flink freut's dich nicht, wenn dir nal einer schnell über den Weg rennt oder über den grob⸗ bei jeder Be⸗

Oder soll ich

Feuerzauber der schwülen Juninächte erinnern, des buschreichen Waldes oder des leuchtende

am Rande Wassers i

und geisterhaft durch den Raum schweben, plötzlich verlöschen und dann von neuem erscheinen hier und da auch ruhende Lichtpunkte verstreut im Gebüsch und im Grase! Möchtest du's missen, dies reizvolle Gaukelspiel der Leuchtkäfser in der dämmernden Nacht zur Zeit der Sonnenwende Freudenfeuer im kleinen!

Man hat es schon oft schmerzlich empfunden, daß die schönsten Falter in unsrer Heimat heute zu den größten Seltenheiten gehören wann sieht man noch Segelfalter und Schwalbenschwanz oder Liguster- und Wolfsmilch⸗ schwärmer, das schöne blaue Ordensband u. a., selbst Admiral und Schillerfalter sind selten geworden aber daß auch viele schöne Käfer, ich denke zum Beispiel an manchen prächtigen Bock⸗ und Laufkäfer, immer mehr verschwinden, das haben bis jetzt eigentlich nur die Sammler beklagt, be⸗ sonders auch unsre Jungen, die der Käferjagd leider mit Passion huldigen.Leider, so sage ich heute, obgleich ch und vierzehnjähriger Bengel auch nicht anders gemacht habe. Aber damals kam mir der Gedanke, daß ich dadurch die Natur beraubte, nicht in den Sinn; er konnte mir nicht kommen, sah ich mich doch in jedem Früh⸗ jahr, in jedem Sommer von tatsächlich unerschöpflichem Reich⸗ tum umgeben. Heute ist's anders geworden, namentlich in der Nähe der Großstädte, aber auch schon auf dem flachen Lande, wo sehr vielen Insekten die zur Entwicklung nötigen Nahrungspflanzen fehlen. Deshalb kann ich mich heute für

Käfer⸗ und Schmetterlingssammlungen in der Hand der Knaben nicht mehr begeistern, obgleich ich selbst manche

Kenntnis meinem kindlichen Sammeleifer verdanke. Es sind nicht pädagogische Gründe, wenn ich die Eltern aufmerksam mache, den Jungen kein Schmetterlingsnetz z kaufen und nur im Ausnahmefalle mal einem kleinen zu⸗ künftigen Naturforscher es zu gestatten, sich eine Insekten⸗ sammlung anzulegen, wenn ich die Lehrer bitte, mit den natürlichen Anschauungsobjekten dieser Art Maß zu halten und sich guter Bilder zu bedienen; nicht Unkenntnis oder Unverständnis für ihre Liebhaberei ist's, wenn ich die sammelnden Käfer⸗- und Schmetterlingsfreunde ermahne, ihr eignes Feld nicht durch rücksichtslosen Raubbau zu veröden, und Sentimentalität ist's auch nicht, wenn ich allen, groß und klein zurufe: Schont unsre Käferwelt! sondern der Schutz unsrer heimatlichen Natur, nichts andres liegt mir am Herzen. Durch unsre Forst⸗ und Boden⸗ kultur, durch das unglaublich schnelle Wachstum der Städte und hundert andre Dinge der Neuzeit sind so viele Lebe wesen, Pflanzen wie Tiere, ernstlich bedroht, daß sie nicht noch mehr von der Menge, namentlich der jugendlichen Sammler, ausgerottet werden sollten, die nur ausnahms⸗ weise einen wirklichen Nutzen von ihrem Sport haben. Man lerne doch endlich, sich zu freuen an dem bunten Farbenspiel der lebenden Falters draußen in freier Natur, an dem seines Glanzkäfer, an demFrühlings⸗ as grünlichgolden neben mir spielt(Klopstock), namentlich lasse man, wo es sich seltene Arten engherzige Unterscheidung nütz ch und schädlich Willst du den Hirschkäfer, den Gelb- Moschusbock, den Gerber, den

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Wegs dahinziehenden würmchen, und handelt, die ganz außer Betracht! che Fliege,

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dre nur deshalb Larven für schädliches ich um wirkliche Epidemien, da du wirst wenig erreichen,

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Laub, als hätten die Tropen einen köstlichen Juwel nach dem

solcher Plage wirksam zu