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genug Wege einschlagen, die mit der Politik der respektiven Regie⸗
Dazu die äußeren Einflüsse. Die Diplomatie der Großmächte mit Ihrer Rivalität der Interessen; die Hofintriguen von Peters⸗ burg, Berlin, Wien und Rom, die in der Orientpolitik häufig
rungen nicht übereinstimmen; die europäische Bankokratie, die bald Konsortien bildet, die ein gemeinsames Interesse vertreten, dann wieder sich gegenseitig den Boden abzugraben sucht, die Regie⸗ rungen gegeneinander aufhetzt, auf einen europäischen Krieg hin- arbeitet, die aber auch gelegentlich sich von den Regierungen trennt, um auf eigenen Wegen ihre Welteroberungspläne durchzuführen; das Industrierittertum der einzelnen kapitalistischen Länder mit der es zerfressenden Konkurrenz, das in Europa die von den Völ⸗ kern verfluchten Schutzzölle geschaffen hat und jetzt im Orient ein System der Monopole und Konzessionen aufzubauen sucht.
Dlese Einwirkungen von außen mischen sich in die inneren Zer⸗ wlülrfnisse ein, stützen die einen, bekämpfen die anderen, spielen das eine Sonderinteresse gegen das andere aus, wechseln die Partei je nach der Gelegenheit, treten bald revolutionär bald reaktionär auf, konspirieren mit der Regierung und konspirieren gegen die Regie— rung, sind mit der Türkei und auch gegen die Türkei, schaffen Bündnisse und schaffen Feindschaften, schüren den Fanatismus, hetzen die Nationen auf, dringen überall ein, lassen kein Mittel der Intrigue unbenutzt, streuen Geld nach allen Richtungen, kaufen Minister und kaufen Meuchelmörder, verwenden Lockspitzel, Emissäre, Bomben.
Nun denke man sich noch um dieses Chaos herum das ver— worrene Netz der politischen Beziehungen Europas, den Wust ge— schichtlicher Traditionen, die überlieferten Gefühle des nationalen und religiösen Haders, die wie Rost in dieses furchtbare Gemenge von Völkern sich eingefressen hat, die ungezählte Jahrhunderte nebeneinander wachsen und ebenso lange miteinander hadern, und gebe dem Ganzen eine große Dosis wesentlicher Dummheit hinzu, — dann wird man begreisen, warum diese Entwicklung durch Eruptionen sich äußert, über Revolutionen und Kriege ihren Weg geht.
Gewiß gibt es hemmende Kräfte des Fortschritts im Orient. Doch ist es falsch und ungerecht, ausschließlich die Türkei dafür verantwortlich zu machen. Die Türken selbst sind überdies lange nicht mehr, was sie einst waren. Sie haben sich geändert, ihre Staatsform hat sich wiederholt geändert, und geändert haben sich vor allem die sozialen Bedingungen ihrer Existenz. Daß sie sich unfähig gezeigt haben, die Revolution von 1908, die so vielver— sprechend begonnen hatte, mit Energie durchzuführen, ist gewiß eine große Schuld; aber auch diese Unfähigkeit und der Verrat der Revolutionäre sind das Ergebnis der sozialen Zersetzung, die der Revolution voranging. Besonders aber war die Stagnation im Orient bedingt durch jenen Widerstreit der Kräfte und jene fressende Einmischung von außen, die ich oben skizziert habe.
Will man einen Ausweg aus diesem blutigen Chaos finden, so muß man deshalb die Orientfrage vor allem als europäisches und als kapitalistisches Problem auffassen. Man muß sie vom roman⸗ üschen Schleier der religiösen, nationalen und politischen Ueber- lieferungen befreien und im nüchternen Lichte des kapitalistischen Geschäftsinteresses und der sozialen Zersetzung, die der Kapitalis— mus schafft, betrachten.
und Großkaufleuten vorbereitet und geleitet, die zum Teil im Auslande, namentlich in Odessa am Schwarzen Meere ihren Sitz hatten und ihre Geschäfte betrieben. Geistig war diese Bewegung von den Ideen der großen französischen Revolution getragen. Man berauschte sich an den Freiheitsgedanken, ohne dessen Inhalt zu
zergliedern, und sprach im Namen der Nation, unter der man doch nur die Bourgeoisie und ihre Wortführerin, die Intelligenz ver⸗ stand. Materiell wurde die Bewegung dadurch gefördert, daß man glaubte, durch die Bildung eines selbständigen griechischen Staates eine größere kommerzielle Kraft entwickeln zu können. Es bildete sich das Fata morgana einer neuen griechischen Handelsherrschaft. Unter dem Schutze der griechischen Flagge sollte der griechische Handel das Schwarze Meer und das Mittelländische Meer erobern; der Handel sollte Reichtum in das Land bringen; der Reichtum würde die Kultur fördern, und so sollte die Antike in neuer Ge⸗ stalt wieder aufleben. Man gab sich über das Wie und Was aller- dings nur sehr unklar Rechenschaft,— aber je weniger klar die Ideen waren, desto größer waren die Hoffnungen.
Griechenland wurde selbständig, aber die antike Kultur ist nicht wieder erstanden. Griechenland blieb bis auf den heutigen Tag ein armes verwahrlostes Land.
Das ist doch gewiß kennzeichnend.
Denn, wenn der Grund der Stagnation im Türtentum oder im Islam läge, warum ist denn Griechenland, das schon fast seit einem Jahrhundert frei und selbständig ist und an dessen Christentum nicht gezweifelt werden kann, nicht reich und stark geworden? Warum ist es kulturell ebenso rückständig geblieben wie die Türkei?
Nun kommen andere und sagen, die Griechen wären degeneriert und seien nicht mehr zivilisationsfähig. Das ist erst recht falsch. Der Grund der Erscheinung ist wirtschaftlicher und politischer Natur.
Die Bildung eines selbständigen Griechenlands bedeutete dessen Loslösung vom Osmanischen Reich, d. h. sowohl von den Balkan⸗ ländern wie von Kleinasien. Das stand aber im Widerspruch zu der gesamten Geschichte der griechischen Nation.
(Fortsetzung folgt.)
Statistik für Jedermann.
Im allgemeinen ist die Statistik nicht jedermanns Sache. Die meisten Menschen haben sogar vor statistischen Zahlen- kolonnen und Rubriken eine gewisse heilige Scheu und über- schlagen solche gern, wo sie sie in Büchern oder Zeitungs- artikeln finden. Es gehört auch tatsächlich eine gewisse Uebung, ja eine spezielle Begabung dazu, Zahlen zu lesen, daß sie zu„leben“ anfangen. Der geistige Prozeß, um den es sich dabei handelt, ist der einer Umwandlung der Ziffern aus abstrakten in räumlich vorgestellte Gebilde von verschie⸗ dener Größe, Höhe, auf- oder absteigender Bewegung usw.
Man hat nun versucht, dem Leser diesen Umwandlungs- prozeß abzunehmen, indem man die statistischen Ziffern zu Diagrammen oder Karten verarbeitete, deren bildhafte, weit größere Anschaulichkeit, zugleich ein leichteres Behalten der mitgeteilten Daten in der Vorstellung ermöglichte. Einen
Dies ist der Gesichtspunkt, von dem aus ich meine Untersuchung] Nachteil jener in geographischen, nationalökonomischen, lech
führen will.
Da der Zusammenstoß zwischen den Balkanstaaten und der] bunten Farben hergestellten Karten beste
Türkel im Vordergrund des Interesses steht, will ich zunächst zeigen, wie die Balkanvölker von ihren Befreiungskämpfen zu den jetzigen Eroberungsplänen ihrer Regierungen gekommen sind. Ich will dann die Triebkräfte der inneren Entwicklung des Osmanischen Reichs klarlegen, die Einflüsse, die die Hochfinanz und das euro⸗ päische Industriekapital in ihm gewonnen, die soziale Zersetzung, die sie geschaffen haben. Wir werden dann die weiteren Pläne der
nischen und ähnlichen Werken vielfach zu findenden, meist in ht aber darin, daß eben diese Herstellung ziemlich kostspielig ist und die betreffen den Werke dadurch ungebührlich verteuert und daß sie vor allen Dingen für die Zeitung, das Bildungsmittel der großen Masse, überhaupt nicht in Betracht kommen kann. Auch pflegen solche Karten ganz willkürlich gezeichnet zu werden, sodaß man gezwungen ist, vor ihrer Betrachtung sich mit der dazu gehörigen Farbenskala und ihren Werten bekannt zu
Bankokratie und der Diplomatie der Großmächte kennen und nach] machen. Die letztgenannten Fehler haften auch den manchmal
ihrem Werte einschätzen lernen. Darauf wollen wir uns darüber verständigen, wie man den Völkern des Orients den Weg zum Fortschritt und zur Eintracht freilegen könnte.
2. Das neue Griechenland.
Die Befrekungskämpfe der Balkanländer im weiteren Sinne, arb
also die Griechen mitinbegriffen, sind zum Teil bürgerlichen, zum Teil bäuerlichen Ursprungs. Die großen Freiheitskämpfe der Griechen
für Zeitungen in schwarz-weiß hergestellten Karten an.
Diese Mängel der graphischen Statistik haben den Diplom-Ingenieur A. Ko wa tsch veranlaßt, eine neue Idee von weittragender Bedeutung für die Statistik auszu- irbeiten: die Einheitsskala in Verbindung mit dem Einfarbendruck. Die erste Anwendung hat die Id efunden in einem bei Puttkamer& Mühl⸗
Idee ge
standen im brecht in Berlin erschienenen Werk„Il lustrierte
Zeichen der Bourgeoistie. Sie wurden von griechischen Notabeln! Deut sche Statistik“
des Erfinders, das in 248 Stufen⸗
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