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viel 6 Kreuzerstücke zu zählen, als Gagern Schollen geklopft hat, so würde ich ein wohlhabender Mann fein.“ Merkt euch das ihr Bürger und Bauern! Gagern that etwas Aehn— liches, als Kaiser Joseph II., von Oesterreich, der ein wahrer Vater seines Volkes war und von seinem Volke fast angebetet wurde. Dieser Joseph traf eines Tages, von seinem Hofstaat begleitet, einen Bauer auf dem Felde, welcher pflügte. Joseph, um den vornehmen Herren begreiflich zu machen, wie sehr er den Bauerstand, diesen achtbaren nützlichen Stand achte und hochschätze, nahm dem Bauer den Pflug ab und pflügte ein Stücl. Der Pflug, den der Kai⸗ ser damals geführt hat, wird in dankbarer Erinne⸗ rung an diesen trefflichen Fürsten im landwirthschaft⸗ lichen Haute zu Brünn bis auf diesen Tag aufbe⸗ wahrt. Dieselbe ächt volksthümliche Gesinnung hat Gagern gezeigt. Er ist der uneigennützigste Vertre⸗ ter deutscher Freiheit, er hat sich als Held erwiesen in dem Kampfe des Volks gegen die drückende Herr⸗ schaft der Metternichschen Fürstenpolitik und gegen seine eigenen Standesgenossen d. h. den Adel.
Gagerns politischer Glaube ist wie das im Feuer geläuterte Gold, er ist geläutert durch rühmliche Handlungen und Thaten, die kein Leumund tilgen kann, und sein Leben bewährt den Satz: daß nicht irdisches Gut, nicht Glück und Glanz des Lebens höchste Güter sind; daß nur dem Adel der Seele, nur der Festigkeit im Guten wahres und dauerndes Glück ent⸗
keimt. Dr. H. Köhler.
Achtung! Rechts richt Euch! Auf der Stelle ruht!!
Das Commando mußten wir Gardisten oft hören und durften es wohl auch nachsprechen. Also Achtung! Richt Euch!— nach einem Artikel im Frankfurter Journal Nr. 104 von d. J., 2. Beilage.! Darin wird geschrieben: von der Schweizergrenze 4. April.„Wun⸗ derbarlich fängt man jetzt an zu munkeln: ein Theil der franz. Legionen deutscher Arbeiter und die See⸗ ger'sche in der Schweiz dürften am Ende nicht nach Deutschland gehen, sondern zu einem radicalen Hand⸗ streich in der Schweiz bestimmt seyn. Wir glauben das nicht, weil ganz anders wohin laufende Bezie⸗ hungen und Verbindungen immer offener werden. An Geld fehlt es der Kriegskasse in Biel sehr und sie soll namentlich durch die Verlegenheit gekommen seyn, daß, weil früher der 1. d. M. zum Aufbruch bestimmt war, eine Anzahl von Arbeitern bis dahin ihre Stelle gekündigt hatte und nun erschien, um in Sold zu treten. Es ist übrigens ein arger
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Unfug, den der Vorort, wenn er es ehr⸗ lich meint, am wenigsten ignoriren sollte, noch weniger dürfte er gestatten, daß ehemalige Deutsche, jetzt Schweizer bür— ger, unter den Augen der Schweizerre— gierungen durch ihre Theilnahme, oder vielmehr Leitung dieser Wühlerei eine Doppelrolle spielen. Die Baseler Natio— nalzeitung nennt lobpreisend ihre Na⸗ men, vor allen Vogt, Schüler, Becker. Diese und die übrigen Führer, Seeger, Pohl und der„Mannheimer Abgeord— nete“ Lommel mißbrauchen auf's Frechste den Namen des badischen Deputirten Hecker und führen die betrogenen Hand werker in den Irrthum, als ob dieser Mann ihre Pläne unterstütze.“
Also jene Männer als Consorten eines Heckers genannt? Nun: Merkt's Auf der Stelle ruht!!!
Eine Erinnerung an die erste französische Re- publik und Rottecks Stimme darüber.
Man deklamirt so viel über Republik und con— stitutionelle Monarchie und begeht dabei den größ⸗ ten Fehler, welchen der Politiker begehen kann— man vergißt in der Regel die großen Lehren der Weltgeschichte. Mit staatsrechtlichen Theorien läßt sich die Mehrzahl des Volkes durch einen ge— wandten Rednyer leicht verwirren, sie setzt, uneinge— denk dessen, was uns jetzt gewährt und in der Ausbildung begriffen ist, das Heil der Nation auf den Wurf in einer Staatslotterie, hoffend, daß noch Besseres zu erlangen sei und nicht ah⸗ nend, welche Gefahren dem Vaterlande, der ganzen Cultur und Civilisation drohen.
In einem Zeitpunkte, in welchem sich Deutsch⸗ land neu gestaltet, wird der ruhig und sorgsam Prüfende sich vor Allem derjenigen Erfahrungen erinnern, welche die Geschichte des letzten Theils des vorigen Jahrhunderts in großartigen Zuͤgen uns vorhält, es wird namentlich das deutsche Volk auf die Stimme derjenigen Historiker achten, welche unbezweifelt als die freisinnigsten sich bewährt haben.
Nehmen wir die„allgemeine Weltgeschichte für alle Stände“ von Rotteck zur Hand, um uns Rath zu holen, so ist nicht zu besorgen, daß irgend ein Bedenken gegen diesen von Deutschland gefeier⸗ ten Mann erhoben werde, lebte er noch, er würde jedenfalls unter den Ersten sein, welche in die bevorstehende Nationalversammlung gewählt wurden.
Rottecks Ansicht muß daher für uns eine sehr gewichtige und bedeutungsvolle sein, vernehmen wir


