92.
Ein Bauer tritt nicht mehr auf, sondern er trat früher auf, ebenso wie ein bekannter Schuster aus Gießen— den Unsinn, den diese beiden Indi— viduen zu Tage förderten— wiederzugeben, dazu reicht der Verstand eines verständigen Menschen nicht hin, deshalb schweigt die Geschichte.
Herr Major Peppler tritt auf und verliest eine Adresse an unsern herrlichen Fürsten an unsern Großherzog Ludwig III. Dieselbe Adresse war schon mit mehr als 600 Unterschriften bedeckt, als sie Einsender selbst unterschrieb— was Wunder also, wenn nach Beendigung des Verlesens Herr Major Peppler ein Hoch demjenigen ausbrachte, für den die Adresse bestimmt war. Freudig und fröhlich ertönte aus Hunderte von Kehlen ein drei— faches Hoch! und wer dabei gewesen, der konnte sehen, daß es den Inhabern solcher kräftigen Lungen, ernst war.
Herr Bürgermeister Schwarz schließt die Ver— sammlung, und Dank sey es ihm, daß er es that, denn mit solchen Gegnern zu streiten, dazu gehört mehr als gewöhnliche Ruhe.
Jetzt Herr Verfasser treten Sie vor Gericht ge— gen unterzeichneten Buchstaben, der volle Name wird der betreffenden Behörde alsbald von der verehrlichen Redaction genannt werden und dann soll es die Sache eines Bürger; von Gießen seyn, Ihnen ins Gesicht zu sagen und zu beweisen daß der ganze von Ihnen herrührende Artikel ein Schand- und Lügenartikel ist, der nur darauf be— rechnet war, einem auswärtigen Publikum Sand in die Augen zu streuen.
Wird der Name von dem Lügenpraktikant ver⸗ langt werden? Man hofft es und für diesen Fall soll derselbe dem hiesigen und aus wärtigen Publi⸗ kum bekannt werden.
Gießen den 23. Juli 1848. Y.
Zwei Stunden Plünderung! (Schluß.)
Durch ganz Europa wälzte sich seit Jahren eine zweite Cholera, furchtbarer als jene erste, die uns der Osten gebracht. An dieser zweiten ist Asien unschuldig; sie ist das Europäische Uebel; es hilft keine Absperrung dagegen! Der Kraulkheitsstoff schwebt in der Luft, die das Proletariat einathmet, und kein zur Moderedensart zusammengeformter Schall vermag ihn auszutilgen. Er war vorhan— den, bevor die Weterwolken der letzten Revolution sich über Frankreich entluden. Die Menschen ahn— ten ihn wohl, sie wollten ihn verscheuchen, wie man einst den Blitz scheuchen zu können gehofft, wenn man die Glocken zog. Aber sie hatten vergessen, daß meistens eben der Glöckner zuerst vom Blitz getroffen ward. Ein seltsames System war das, nach welchem man die Cholera des Proletariats abdämmen, den Keim des Uebels entfernen wollte! Man wollte die Arbeiter befreien; dazu fesselte man die Arbeitgeber. Der Staat wurde zum ersten, zum
ausschließlichen Arbeitgeber ernanut; man errichtete Nationalwerkstätten, um dem Nationalfleiß Raum zu geben, und man machte dad arch den Staat zum Schutzherrn des Muͤssiggangs; denn er konnte wohl Werkstätten errichten, er konnte aber nicht fur die Dauer Arbeit schaffen. Der Staat ward zum Spender von Almosen, und verschleuderte diesen in Billionen, und verlor nochmals Millionen in jenen Bürgern, denen er die Hände der Arbeiter entzogen hatte. Das ist der Fluch eines phantastischen Sy— stems, welches bei oberflächlichem Blick so leicht aus— führbar scheint und welches in der Wirklichkeit nur tausend Hoffnungen und Ansprüche erregte, die es nicht verwirklichen, nicht rechtfertigen konnte! Betro— gene sind beide Theile, jene vermeintlichen Weisen, welche voreilig über das gelöste Räthsel jubelten, und die Armen, welche die ganze Zuversicht ihres Daseins auf Versprechungen setzten, die in Luft ge⸗ schrieben waren. Sieh: mau muß es Endlich ein— gestehen; das Vorhandensein der Täuschung ist die einzige furchtbare Wahrheit, welche übrig bleibt. Der große alleinige Arbeitgeber spricht: ich habe mich geirrt, und will seine Werkstätten schließen. Diese können jetzt die Arbeiter, welche der Staat ihnen abgelockt, nicht mehr beschäftigen. Da ergreift die Verzweiflung das Handwerszeug und braucht es als Waffen und hält es dem System, das sie geopfert hat, unter die Stirne; was ist noch zu verlieren als das nackte Leben, um wenigstens Rache zu üben? Rache nicht bloß an einem Sy⸗ stem, das durch den Wahnsinn, der es erzeugt, durch den Fluch, den es herauf beschworen, gerich— tet ist; nein, Rache auch an der ganzen bürger⸗ lichen Gesellschaft, außerhalb deren sich der ver— rathene A lbeiter plötzlich versetzt glaubt. Verwischt ist die heilige Linie, welche das Mein und Dein scheidet, und es ertönt der wilde Schrei:„Zwei Stunden Plünderung?!“
Werden wir Deutsche, die wir so viel von den Franzosen gelernt und schon so manches schwere Lehrgeld gegeben, in dieser Schule der Verzweiflung nichts lernen?„Werden wir, die wir uns so lang als vorzugsweise Tiefdenker gern gerühmt hören mochten, den Traum, aus welchem unsere Nachbarn so fürchterlich erweckt wurden, uns geduldig als die Wissenschaft der Zukunft und als die Religion des Welttheils vorpredigen lassen? Werden wir der treulosen Buhlerei Einzelner um die Gunst der Massen nachgebend, die Vorschläge ihrer Weisheit verwirklichen, damit die Verarmung sich noch mehr ausbreiten, damit Müßiggang und Almosenempfang die Entsittlichung noch mehr fördern, damit die Massenwirkung der Gewalt den Bestand der bürger— lichen Gesellschaft und die Herrschaft des Gesetzes immer mehr in Frage stellen, damit der Krieg Aller gegen Alle die„permanente Revolution“ vollenden kann? Werden wir das thun, und dürsen wir uns dann wundern, wenn auch uns über Nacht aus Barrikaden die Bedingung entgegenschallt: „Zwei Stunden Plünderung?“ f
Hierzu eine Beilage.
1
1—
14⁴² gusprüch u Bober Provinz sind in b
anberaun und zu a zu erlas geschlosse
Ulichf
1463) fahrt an anschlagt
auf dem steigert! Gieße
1470) T
pollen g
Maulbor bietend Steigere
Große
1455
Am 9 Jagd al
Kͤrofdorf von Hör bach an
ebendahi min beke werden. steht Te
Gashofe
Krosd
1467 fer und laufen.
1446 gefahr: wächs,
1430 Kleider Nachste
1451 sakesört


