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bewegung innerhalb der Chara und den feineren Bau der gelben Rube.— Weiß hatte mehrere interessante Pflanzen des Botanischen Gartens auf— gestellt, Thee, Pfeffer, Kaffee, Zuckerrohr, Baum— wolle, Scilla u. s. w.— Phöbus hatte eine Sucte seltner Mineralien der hiesigen Gegend vor— gelegt.— Pfeiffer brachte eine Auswahl der seltensten Pflanzen, von ihm selbst innerhalb des Großherzogthums gesammelt. Auch eine Sammlung der wichtigsten Sorten von Getraidearten war auf— gestellt. Wegen vorgeschrittener Zeit konnten meh— rere angekündigte Vorträge nicht gehalten werden, so daß sich für die Folge das Bedürfniß heraus— stellt, fur die Hauptfächer besondere Sectionen zu bilden. Ein Vortrag von v. Ritgen J. über das Verhältniß der Blutbeschaffenheit zur Ernährung des Kindes machte den Beschluß.
Mitbürger! Als am verwichenen Sonntag die Großenlinder in festlichem Zug von der Volks— versammlung zu Garbenteich nach Hause zurüͤckkehrten, wurden sie in Leihgestern plötzlich von allen Seiten mit Schießwaffen, einem Steinhagel, und mit Prü— geln und Stangen, sogar mit Aexten und Misthaken angefallen. Sie hatten zu ihrer Vertheidigung nichts, als was sie vom Boden aufrafften, nachdem sie davon getroffen worden waren. Fast alle sind ver— wundet oder zerschlagen, einige sogar schwer ver— wundet; sieben sind bettlägerig, was bei diesen kräftigen Naturen viel sagt, denn ein Mann, der in Leihgestern eine Stunde lang für todt am Boden
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liegen blieb, war am Montag Nachmittag schon wieder mit leichter Arbeit beschäftigt. Unter den Arbeitsunfähigen sind arme Familienväter, denen Unterstützung noth thut. Dazu, Mitbürger! fordern wir Euch auf; wir werden für sie sammeln lassen.— Wir bitten zugleich auch um eine beson— dere kleine Gabe für den vermögenslosen Greis, der die Pirmasenzer Ehrenfahne der Stadt Großen— linden trug(er war in seinen jungen Tagen ein tapferer Soldat), und welchem seine schwarze Fest— tagskleidung in kleine Fetzen vom Leibe gerissen wurde. Gießen den 18. Juli 4848. Rosenberg. Dr. Kraft.
Anfrage.
Wo war in der Nacht des 8. auf den 9. Juli die Bürgerwehr oder die Polizei, als um 2 Uhr mehrere Tumultuanten durch ein mehr als eine halbe Stunde dauerndes Schreien, Klopfen ꝛc. den ganzen neuen Weg in seiner Nachtruhe störten!—
Den Tumultuanten sey gesagt, daß einige von ihnen erkannt wurden und im wiederkehrenden Fall ihre Namen in diesem Blatt veröffentlicht werden.
Wie verhält es sich mit der Attaque am Sonntag gegen die Fenster und Pferde des Postwagens? Sind dergleichen Demonstrationen volksthumlich?
Gießen. Wäre es nicht Zeit, das immer noch vorkommende Schießen ganz in der Nähe der Woh— nungen nicht länger mehr zu dulden? Kranke und nervenschwache Personen leiden unendlich darunter. Warum schweigen unsere Aerzte dazu?
Intelligenzblatt.
Bürgergarde.
Der Wachdienst ist in folgender Weise geregelt: Juli 22. Comp. Thor wart 2. Rotte.
28, Roloff 0 1 77 24. 1 G eisel 0 17 % 23 Ferber 10 7 1 0%„ Bardeleben„„ „ 27 Fuhr 1 0 „ 28. 17 Zi mmer 17 17 1 29. 1 Ricker 17 10 „ 30.„ Thorwart 3. Rotte „ Roloff 17 10 August 5 1 Geisel 17 1 1 2. 7 Ferber 17 7 „ Bardeleben„„ „ 4. Reiterei, Lieut. Rauch.„ „ 5. Comp. Fuhr„ 0 1. 775 Zimmer 17 0 15 75 17 Ricker 17 17 8. 10 Thorwart 4. 17
„ 9. 7 Roloff 7 7 „ 10. 1 Geisel 17 17 111 7 Ferber 17 7 1 Bardeleben,„ 7% 13.„ F uhr 1 1 „ 14.„ Zimmer 1 0
7 Ricker 1 17 Die Wache wird um 9 Uhr Abends bezogen, und ohne Urlaub seines Hauptmanns darf kein Bür⸗ gergardist von der Wache bleiben. L. Großmann, Oberstlieutenant.
1388) Gießen. Holzversteigerung zu Gießen. Samstag den 22. Juli l. J., Vormittags 11 Uhr, soll auf dem hiesigen Rathhause das im Fernewald, Distrikt Bruderwinter und Strangswiese aufgear⸗
beitete Windfallholz, und zwar 17¼ Stecken Eichen⸗Stockholz, 50 Wellen„ Reisholz, 14¼ Stecken Fichten⸗Stockholz,
375 Wellen„ Reisholz, 2/ Stecken Kiefern-Scheidholz, 874 5 17 Prügelholz, 4 1„ Stockholz, 275 Wellen„ N Reisholz,
2/ Stecken Aspen-Prügelholz, 4 3„ Stockholz,
150 Wellen„ Reisholz,
24 Fichtenstämme von 276 Cbkß.,
72„ Stangen„ 409„
50 Dorn⸗-Wellen öffentlich versteigert werden, und ist Forstschütz Dern zu Annerod angewiesen, das Holz den Steigliebhabern auf Verlangen vorher an Ort und Stelle zu zeigen.
Gegen vorschriftsmäßige Buͤrgschaft wird Zah— lungsfrist bis 1. October d. J. gestattet.
Die Herren Büuͤrgermeister der gelegenen Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeind en bekann machen zu lassen.
Gießen am 10. Juli 1848.
Der Bürgermeister Gg. Reiber.


