Ausgabe 
13.9.1848
 
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erwünscht seyn, wenn seine Rarität in dem Folgenden eine Berichtigung erfährt.

Die vor das Forum der Oeffentlichkeit gezogene Instruction ist im Jahre 1843 verfaßt, aber nicht willkührlich von dem Pfarrer, sondern von dem Kir chenvorstande. Sie ist gegründet theils auf bestehende Gesetze und Verordnungen, theils und namentlich was den Kirchendienst anbelangt, auf die von Gr. Ober consistorium sowie der höchsten Staatsbehörde genehmig⸗ ten Anträge der niederen Kirchenbehörden. Es haben sich deßhalb diese Behörden, nicht Pf. K. allein, für die erhaltenen Fußtritte zu bedanken. Es war näm⸗ lich in der Gemeinde H. die Kirchenrechnerstelle vacant geworden, mit welcher mehrfache Functionen des nie deren Kirchendienstes verbunden waren. Der neue Rechner, welcher auswärts wohnte, konnte dieselben nicht selbst besorgen und der Kirchenvorstand lies deß halb öffentlich durch die Schelle bekannt machen, es möchten sich Diejenigen melden, welche geneigt seyen, den niederen Kirchendienst, der bisher dem Rechner ob gelegen, zu übernehmen. Es meldete sich nur der da malige Schullehrer R, welchem mit Rücksicht auf seine gering dotirte Stelle, die als Gehalt für die neuen Functionen von ihm angesprochenen 15 fl. zugebilligt wurden, und die Behörde bestätigte diese Uebereinkunft, die der Lehrer als Lehrer schloß, weil er selbst sie wünschte. Man hat ihn also zur Uebernahme dieser Funktionen eben so wenig gezwungen, als den jetzigen Lehrer H. zur Unterschrift der Instruktion; er hat es vielmehr freiwillig und ohne Vorbehalt gethan und muß deßhalb dieselbe doch nichts enthalten, was gegen die Menschenwürde verstößt. Es will mich darum dünken dem Hrn. Verf. der Rarität habe die fragliche Kir chendienerinstruction zu H. in einer etwas geänderten Redaktion vorgelegen, sonst würde er nicht nöthig gehabt haben an einem Bleistifte und an einem Haarbesen seinen Witz zu versuchen. Er würde einfach in§. 15 gelesen haben:Nach Beendigung des Gottesdienstes hat der Lehrer das gesammelte Opfer nebst Opferbuch und Bleistift an den Altar zu bringen und, nachdem in dem Opferbuche die eingegangene Summe von dem Geistlichen aufgezeichnet worden; das Opfer und Opfer⸗ buch aufzubewahren und§. 35:Zum Reinigen der Kirchenwände hat sich der Lehrer oder dessen Gehülfen eines sogenannten Spinnenkopfs und einer Stangen⸗ bürste zu bedienen, welche aus der Kirchenkasse ange⸗ schafft werden und es hat derselbe so oft diese un brauchbar geworden sind, sowie auch, wenn Reparatu ren in der Kirche nöthig erscheinen, die Anzeige zu machen. Der Herr Verfasser würde weiter gesehen haben, daß das Erscheinen des Lehrers an bestimmten Tagen im Pfarrhause nicht die Verpflichtung in sich schließe Functionen im Interesse des Pfarrers zu ver richten, wie sie demschwarzen Lumpen obgele⸗ gen, sondern Geschäftsaufträge zu besorgen oder entge gen zu nehmen, welche die Kirche und Pfarrei und somit dienstliche Verhandlungen mit Behörden und Parochianen betreffen. Auch würde ihm bei näherer Erkundigung nicht entgangen seyn, daß für den Kir- chendienst zu Sch., welcher in der Regel nur einmal jährlich zu besorgen ist und wozu der Transport von Chorvolk, Kirchenbücher ꝛc. gehört 26 fl. aus der Staatskasse bezahlt werden und§. 4 der Instruetion ausdrücklich sagt, daß diejenigen Kirchendienergeschäfte, welche der Lehrer nicht selbst besorgen könne, durch einen oder mehrere von dem Kirchenvorstande geneh migte Gehülfen besorgt werden könnten. Endlich be

zieht sich§. 44 der letzte der Instruction, welcher zu

dem Witze mit dem Handochsen hat herhalten müssen, nur auf die Mitaufsicht über die dem Kirchenfonds gehörigen Güter, nicht die Pfarräcker, und sagt ein⸗ fach, der Kirchendiener solle, was früher der Kirchen⸗ rechner zu besorgen hatte, darauf sehen, daß die Gren⸗ zen derselben gesichert bleiben und, daß die Pachter der Güter dieselben dem Pachtvertrage gemäß bewirth⸗ schafteten. Wenn nun der Herr Autor weiter nach der Sorte von Schullehrern fragt, welche dem Pf. K. bei Abfassung der Instruction vorgeschwebt, so kann ihm zum Troste gesagt werden, daß sich unter den Lehrern hiesiger Gegend keine Gesinnungs- und That⸗ genossen des schwarzen Lumpen, sondern sehr achtbare Leute befunden haben und befinden. Pf. K., welcher nicht allein von den Vorgängern des jetzigen Lehrers H. zu H., U. und R., sondern auch von vielen andern Leh⸗ rern als Freund, Rather und Helfer betrachtet und geachtet worden ist und wird, sieht in den Lehrern, welche ihre Stellung und deren Grenzen begreifen, nicht allein Mitarbeiter am Reiche Gottes, sondern Pfleger der heiligsten Interessen der Menschheit und es wäre dem Lehrerstande Glück zu wünschen, hätte er allenthalben so warme Freunde, wie er einen solchen an Pf. K. hat. Freilich wird dieses der Herr Ver- fasser nicht glauben, denn er scheint in Bezug auf die Wirksamkeit der jetzigen Geistlichkeit entweder sehr un⸗ genaue oder gar keine Erfahrungen gemacht zu haben, da er es für nöthig hält ihr die Schmitihenner'sche Beschreibung der alten rheinischen Geistlichkeit als Spiegel vorzuhalten. Paßte seine Beschreibung, die unzweifel⸗ haft deßhalb abgedruckt ist, um der Geistlichkeit einen Hieb zu versetzen, auf sie, dann träfe die höheren kirchlichen Behoͤrden eine mehr als große Verantwor⸗ tung, daß sie das Volk in solchen Händen lassen. Seyen sie darum Richter zwischen uns und dem Herrn Verfasser, welcher nur noch erlauben möge, daß ich ihm bemerke, wie Pf. K., die Zielscheibe seiner Witze, sich mit Oeconomie weder befasset, noch deren kundig ist. Die Obliegenheiten seines Berufs, literärische Arbeiten und der Unterricht seiner Kinder beschäftigen ihn hinlänglich und, wenn darüber Zweifel seyn sollte, ob er theoretisch und practisch die pädagogischen Wis⸗ senschaften inne habe, so wird eine einfache Anfrage bei dem früheren Lehrer R. zu H. dermalen zu K. hinreichen zu erfahren, daß für ihn, den Kranken, Pf. K. längere Zeit selbst die Schule gehalten habe, damit dem Lehrer keine Ausgabe für einen Assistenten er⸗ wachse und werden bereits im Staatsdienst befindliche Beamten bezeugen, daß Pf. K. sie, die kein Gymna⸗ sium zu besuchen brauchten, unmittelbar aus seinem Unterrichte der Universität übergeben. Uebrigens ist er durchaus frei von der Eitelkeit, welche gar vielen Menschen und theilweise selbst aus dem Lehrstande an klebet, zu meinen, er habe im Leben nichts mehr zu lernen.

(Fortsetzung folgt.)

Am gestrigen Abend fand im Prinz Karl eine Versamm⸗ lung der hiesigen vier politischen Vereine Statt, eine Addresse an die Nationalversammlung zu berathen, in der die gerechte Entrüstung über den schmachvollen und entehrenden Waffen⸗ stillstand, den das preußische Cabinet Namens der deutschen Nation mit Dänemark geschlossen, ausgesprochen und die Nationalversammlung aufgefordert würde, die Ehre der Na⸗ tion zu wahren und diesen Waffenstillstand für null und nich⸗ tig zu erklären.

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