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Gießen, Samabend, den 31. Juli
1897.
Poflztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Ausgabe
Gießen.
ssche Landeszeitung,
T Posigtg. Nr. 3819. Telephon⸗Nr. 112.
Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.
kokales und Provinzielles.
Gießen, 30. Juli. Der Forstassessor tarl Weber von der Neumühle bei Hungen st zum Oberförster mit Wirkung vom 1. August . 8. an ernannt.
Gießen, 30. Juli. Eßt kein unge⸗ baschenes Obst! Wie oft kann man beo⸗ achten, daß Obst ungewaschen, unabgewischt ind unabgeschält gegessen wird. Hierin liegt ine nicht zu unterschätzende Gefahr der Ueber⸗ khagung ansteckender Krankheiten. Beim Ab— flüccen des Obstes wird in der Regel wenig uuf reine Hände gesehen, ebensowenig beim Ver⸗ gacken. Es kann deshalb vor dem Genuß un⸗ ewaschenen Obstes, das übrigens auch weniger chmackhaft und appetitlich ist als gereinigtes, licht eindringlich genug gewarnt werden.
* Gießen, 30. Juli. Postanweisungen ür Soldaten. Zu den Postanweisungen für lie in Reih und Glied stehenden Soldaten bis um Feldwebel oder Wachtmeister einschließlich ufwärts über Beträge bis zu 15, welche, ezeichnet mit dem Vermerk„Soldatenbrief, gene Angelegenheit des Empfängers“ um die mäßigte Gebühr von 10 befördert werden, ind von jetzt an die Postanweisungs⸗Formulare ihne Wertzeichenstempel zu benutzen, die zum Meise von 10„ für je 20 Stück bei den Post⸗ stalten bezogen werden können.
Gießen, 30. Juli.„Die Waren müssen u den im Schaufenster verzeichneten reisen und e auf Verlangen der Kunden jeder nachweislich vorhandenen Menge ver- * werden“ entschied dieser Tage das berliner Schöffengericht in einer gegen einen 1. Kaufmann gerichteten Klagesache. Dies Icteil zeigt deutlich die nachdrückliche Einwirkung ges Gesetzes wider den unlauteren Wettbewerb uf unser Erwerbsleben. Während früher fast lle in solchen und ähnlichen Fällen von ent⸗ auschten Käufern angestrengten Klagen zugunsten es Verkäufers ausfielen, haben diese jetzt einen el schwereren Stand, da die Gerichte Ausreden, die z. B. die Sachen könnten nicht aus dem Schaufenster entfernt werden, sie seien nur in
relsen nur an die Stammkundschaft abgegeben verden, be⸗ andeln.
m. Gießen, 30. Juli.(Kranken⸗Kon⸗ krolleur.) In der gestrigen Vorstandssitzung ur hiesigen Ortskrankenkasse wurde als ranken⸗Kontrolleur für den gesamten sassenbezirk Herr Georg Beckmann mit An⸗ kellung vom 1. September ab einstimmig ge⸗ vählt. Jedenfalls dürfte sich diese neue Ge⸗ seltsforderung an den Kassenetat doppelt bezahlt gachen, weil durch Anstellung eines Kontrolleurs er großen Zahl von Gewohnheitskranken das „Handwerk“ gelegt wird.
* Gießen, 30. Juli. Das Ende der rei⸗Angelfischerei in der Lahn. Man shreibt uns: Die letzten Angelzuckungen stehen Ar Frei⸗Angelfischerei in der schiffbaren Lahn bor. Seither hatte Jedermann Gelegenheit in (nen freien Stunden sich das Vergnügen der Angelfischerei auf dem hessischen Gebiete(von der
als„beweislose Einwendungen“
Grenze unterhalb Dutenhofen) unentgeltlich leisten zu können. Nur die Pächter dieses Ge⸗ bietes hatten das Recht, die Fischerei auch mittelst Netzen und sonstigen Fischerei⸗Utenstlien auszuüben.— Die neuen Pächter beabsich⸗ tigen nun die Alleinherrschaft über die Fischereigerechtsame auf der genannten Strecke zu erlangen. Wie man hört, soll eine Eingabe an die maßgebende Behörde um Aufhebung resp. Verbot der Frei⸗Angelfischerei von Er⸗ folg gewesen sein. Nur fuͤr bezahlte Angelscheine soll es demnächst den übrigen Freunden der Fischerei ermöglicht werden, angeln zu dürfen. Wer Gelegenheit hatte, allabendlich die zahlreichen Angler unterhalb der Wieseck-Einmündung zu beobachten, den wird es nicht wundern, daß ein großer Teil unseres Publikums mit dem In⸗ krafttreten des Angelverbots ein altes Recht höchst ungern schwinden sieht.
* Gießen, 30. Juli. Vor dem Schöffen⸗ gericht stand heute der bereits vorbestrafte 222 jährige Friedrich Rosenbaum, den man der Unterschlagung angeklagt hatte. Es wurde ihm zur Last gelegt, dem Hofbäcker Noll, bei dem er in Arbeit stand, Kundengelder unterschlagen zu haben. Bis auf zwei Fälle gesteht der Angeklagte sein Unrecht zu. Der Gerichtshof erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 5 Monaten unter Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft.
* Gießen, 30. Juli.(Diebstahl.) Einem Hausburschen wurde vor einigen Tagen aus einem Portemonnaie ein Zwanzigmarkstück gestohlen. Der Thäter wurde ermittelt und zur Haft gebracht; es war der Kollege des Bestohlenen. Das gestohlene Zwanzigmarkstück hatte er im Keller versteckt.
W. Alten⸗Buseck, 30. Juli. Die Arbeiten zur Anlage einer neuen Wasserleitung sind im vollen Gange. Das Wasser an der Haupt⸗ quelle ist vorzüglich, was hauptsächlich den Be⸗ wohnern des Unterdorfes zugute kommt.
h. Großen ⸗Buseck, 30. Juli. Der Gie⸗ ßener Beamten⸗Verein hält nächsten Sonn⸗ tag in dem nahegelegenen Wald sein Sommer⸗ fest ab, bei welchem der Gastwirt Gengnagel für das leibliche Wohl der Festbesucher zu sorgen hat. a i
K. Kirchberg(bei Lollar), 29. Juli.(Un⸗ fall.) Am Montag Abend stürzte ein bei dem Gastwirt Fisch bach auf Miete wohnender junger Mann aus Odenhausen die Kellertreppe hinunter und erlitt einen komplizierten Beinbruch. Der Verunglückte mußte in die chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. b f
B. Wieseck, 30. Juli. Eine Mähmaschine neuester Konstruktion in Thätigkeit zu sehen, hatten gestern Nachmittag die Passanten des Wieseckerwegs Gelegenheit. Die Maschine, dem Oekonomen Kitz gehörig, wurde nur von einem Mann bedient und lieferte fertig ge⸗ bundene Garben. Früher waren Dutzende von Feldarbeitern einen ganzen Tag mit derselben Arbeit beschäftigt, die man jetzt mittelst einer Maschine in wenigen Stun⸗ den auszuführen vermag. f f
* Bad Nauheim, 29. Juli. Hier bestehen folgende Anstalten zum Besten unbemit⸗ telter Kurfremden: das städtische Kurhospi⸗
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.
tal für unbemittelte Erwachsene ohne Unterschied der Konfession; die Kinderheilanstalt Elisabeth⸗ haus, ebenfalls für Kurbedürftige jeglichen Glaubens; die israelitische Kinderheilstätte und der Unterstützungsverein für arme erwachsene jüdische Kurbedürftige. Das Hospital erhält 1200, das Elisabethhaus 800 1 Subvention aus der Badekasse, die Heilstätte„Emmaheim“ für Kinder gebildeter Stände verzichtet auf Unter— stützung.
* Ober⸗Roßbach(Oberhessen), 29. Juli. Als heute Nacht eine Abteilung des hier einquar⸗ tierten 25. Artillerieregiments ausrücken wollte, ging ein Pferd durch. Ein Artillerist, der es einfing, erhielt einen Hufschlag auf die Brust, der ihn augenblicklich tötete.
* Nidda, 29. Juli. Dieser Tage wurden auf unserem Felde mehrere ebenso raffinierte wie eigenartige Diebstähle ausgeführt. In der nach Geiß⸗Nidda ziehenden Gewann„Her— mes“ machten verschiedene hiesige Grundbesitzer, als sie ihre auf Haufen gesetzte Fruchtgarben heimfahren wollten, die verblüffende Wahrneh⸗ mung, daß die Körner bereits ausge— droschen waren und ihnen nur das leere Stroh blieb, wodurch den Bestohlenen ein erheblicher Schaden zugefügt worden ist. Den Umständen nach muß ein Konsortium unter dem Schutz der Nacht die Frucht an Ort und Stelle ausgeklopft und fortgeschafft haben. Von den Thätern fehlt noch jede Spur.
* Aus Oberhessen, 28. Juli, wird der „Kl. Pr.“ geschrieben: In unserer Provinz macht sich, besonders in den höher gelegenen Teilen, ein Mangel an Schlacht vieh bemerkbar. Händler und Metzger suchen oft vergeblich die Ortschaften ab. Die fetten Schweine sind bereits im Preise bis 58 und 60 das Pfund Schlachtgewicht gestiegen.
Vom mittleren Odenwald, 29. Juli. Noch in keinem Jahre herrschte so große Nach— frage nach Heidelbeeren wie dieses Jahr. Noch duc gehen aus den einzelnen Orten Wagenladungen der nun sehr reifen Beeren ab. Wenn jetzt auch die Beeren in den Wäldern mit großer Mühe zusammengesucht werden müssen, so machen die Leute doch ganz gute Verdienste, denn die Preise steigen täglich. estern wurden von den Händlern verschiedenen Orts per Schoppen 7 Pfg. bezahlt, was noch nie der Fall war. Es giebt viele Familien, die bereits durch das Heidelbeerpflücken 150 bis 200 Mark verdient haben.
* Aus dem Odenwald, 28. Juli. Zahl⸗ reiche fremde Händler kaufen gegenwärtig in unserer Gegend die fetten Schweine auf, um sie nach den großen Schlachthöfen Norddeutsch— lands zu exportieren. Die starke Nachfrage hatte eine bedeutende Steigerung der Preise zur Folge. Während z. B. zu Anfang des Monats
Juni für Schweine pro Zentner lebend Gewicht];
noch 30 bis 34/ bezahlt wurden, sind die Preise jetzt auf 40 bis 45*.. gestiegen. Auch im Verkauf von fetten Rindern herrscht reges Leben.
* Mainz, 29. Juli. Nach Italien! Vor zwei Jahren war die Frau eines Italieners, eine geborene Mainzerin, eine gewisse Frau R., die nebst ihrer Tochter, da beide im höchsten
knmündung der Wieseck bis an die preußische —....— Versöhnt!
von Albert Roß. (Fortsetzung.)
Die Tafelfreuden näherten sich ihrem Ende und um Weine war tüchtig zugesprochen, das bewiesen de Flaschenbatterien, mit deren Abräumen die elner soeben beginnen wollten. Christel hatte sich con mehrere Male von ihrem Platz erhoben, war shlich mit ihrem gefüllten Glase von Gast zu gast gewandert und hatte dabei, wenn auch nur sächtig, neben ihrem Herzensschatz verweilen dürfen. echarzfeld hatte die Gelegenheit benutzt, ihr kurz un der Rettung der Juno, aber auch gleichzeitig in seiner Strafpersetzung Mitteilung zu machen ud war nicht wenig erstaunt, daß Christel alles d ohne jede Erregung aufnahm, ja daß sie sich Zar in ihrer Heiterkeit durchaus nicht stören ließ.
Thorheit, mein lieber Schatz“, hatte sie gesagt, Du gehst nicht in die Halde, sondern Du bleibst ler bei mir, verstehst Du, und damit Punktum! Der Vater winkt dadrüben, ich muß Dich leider deder verlassen. Aber was Du auch in der nchsten Viertelstunde mich thun siehst, ich bitte lech, werde nicht eifersüchtig, bleibe ruhig! Diese
zuhl und Wehe! Hab' keine Sorge, Deine Christel
zertelstunde, Schatz, entscheidet über unser künftiges Z
gewappnet, sie laßt nimmer von Dir!“
Dem Geliebten war es doch bang' ums Herr geworden. Was plante die Christel und was be deuteten ihre geheimnisvollen Andeutungen? Seine Verwunderung erreichte den höchsten Grad, als er jetzt sein Liebchen auf den allein sitzenden und den Inbalt seines Glases schaukelnden Abteilungs⸗Bau— meister zuschreiten und gleich darauf ihre Hand auf seiner Schulter ruhen sah.—
„Herr Boumeister!“ Christels Stimme klingt so einschmeichelnd und bittend.
Karnbach hat sich sofort erhoben und verbeugt sich wortlos.
„Bitte, Herr Baumeister, bleiben Sie sitzen! Wenn Sie gestatten, nehme ich auf diesem leeren Stuhle einen Augenblick Platz!“
„Sehr gütig, mein Fräulein!“ Ironie liegt in der Handbewegung, mit der er nach dem Sitze an seiner Seite deutet.
„Sie zürnen mir, Herr Baumeister, und das thut mir weh! Können Sie denn nicht vergessen, was mir in letzter Nacht Ehre und Pflicht zu thun geboten? Und wenn ich dabei den rechten Weg ver⸗ fehlt, wenn ich Sie gekränkt, dann verzeihen Sie großmütig! Bedenken Sie Ihr ungestümes Liebes⸗ werben, das mir zu ruhriger Ueberlegung gar leine eit ließ. Und, du lieber Gott, so schlimm ists doch schließlich auch nicht! Was habe ich überhaupt so Grundschlechtes gethan? Ein kleiner Scherz—
„Was Sie gethan? Das fragen Sie noch Fräulein Christel?— Sie willigten in letzter Nacht beim Nachhausegehen von Amtmanns Polterabend ein, mir unter vier Augen noch ein Plauder⸗ stündchen zu gewähren und bestimmen dazu Ihr eigenes Zimmer. Sie beschreiben mir genau die Lage desselben— o, drei Treppen bis zum Boden haben sich meine müden Beine schleppen müssen! und ich konnte kaum die Zeit erwarten, bis es still im Hause geworden, bis alles zur Ruhe gegangen war. Auf Strümpfen, denken Sie, auf
Strümpfen——“ „O Sie Aermster!“
„Ja wohl, auf Strümpfen, damit keine Seele mich hört, schleiche ich mit dem Licht in der Hand die Treppen hinauf nach dem Korridor. Ich leuchte überall umher, alles ruhig! Links von der Treppe die zweite Thür rechts, so sagten Sie mir, da sollte es sein. Gut! Ich vertraute Ihnen! Behutsam öffnete ich die Thüre, alles dunkel! Beim flackernden Lichtschein gewahre ich unweit der Thüre ein Lager, allein in demselben Augenblick erhebt sich auch schon aus den rotkarrierten Kissen laut aufkreischend das entsetzlich häßliche Medusenhaupt Ihrer alten Wirt⸗ schafterin! Das Entsetzen packte mich, und wie ich wieder die Treppen heruntergekommen bin, weiß ich nicht, aber das weiß ich, mein Fräulein, daß ich diese Stunde zu den qualvollsten meines Lebens
Expedition:
2 80 Kreuzplatz Nr. 4.
Grade unterstützungsbedürftig waren und in dem hiesigen Invalidenhause verpflegt wurden, und der Mann der Frau sich in der Welt umhertrieb und um seine Familie nicht kümmerte, zwangs- weise nach Italien verbracht worden. Sie blieb dorten bei der Familie ihres Mannes ein halbes Jahr und dann kehrte sie wieder nach Mainz zurück. Eine durch Erbschaft mittlerweile er⸗ haltene Geldsumme war bald verausgabt. Durch die Heirat mit einem Italiener hatte Frau R. ihr Heimatsrecht als Deutsche vollständig auf⸗ gegeben und war daher in der Heimat ihres Mannes, in Italien, heimatsberechtigt. Die bezüglichen Verhandlungen zwischen der Mainzer und italienischen Behörde führten schließlich zum Nachgeben der letzteren. In der Begleitung des Herrn Hospitalsekretärs Keil und eines Kriminal⸗ schutzmannes wurde heute Frau R. nebst ihrer Tochter wieder zwangsweise nach Italien verbracht.
Bingen, 28. Juli. Bei schlechtestem Wetter erfolgte heute die Ankunft der Inde⸗ pendent New-Nork⸗Schützen. Eine statt⸗ liche Anzahl der Schützenbrüder und Andere hatten sich zum Empfang der Amerikaner ein⸗ gefunden. Nachdem der 1. Schützenmeister der Binger Schützengesellschaft, Herr Gräff, die Gäste begrüßt hatte, ging es im Zuge durch die Stadt nach dem Hotel Viktoria, wo offizielle Begrüßung seitens der Behörde stattfand. Namens der Amerikaner dankte Herr William V. Weber. Heute Abend eröffnet ein Militärkonzert die Reihe der Festlichkeiten.— Die Persönlichkeit jenes Mädchens, das vor einiger Zeit Selbst⸗ mord mittels Vergiftens in der Nähe von Trechtingshausen ausführte, ist nunmehr fest⸗ gestellt. Die Selbstmörderin war Kranken- pflegerin eines Hospitals in Frankfurt a. M. Letzter Umstand erklärt auch die Thatsache, daß das Mädchen im Besitz von Seziermesser, Opium u. s. w. gewesen ist. In den zu erwartenden Folgen eines Fehltrittes ist die Ursache zu der Verzweiflungsthat zu suchen.
Humoristisches. Neues vom Serenissimus.
Serenissimus besucht die Universität seines Landes. Er findet Alles„charmant“. Vor Allem freut er sich darüber, daß sämtliche Professoren schmucke Villen gebaut haben, und da er großen Wert auf Produkte legte, die im eigenen Lande erzeugt sind, fragt er:
„Mm. sehr schön.. sehr schöne Villen das, sehr schön. Aber.. ä.. sagen Sie mir, mein lieber Professor, sind sie auch alle hier gebaut?“
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Eines Tages hört Serenissimus den Vortrag eines berühmten Gelehrten über Dialekte an. Nachher ruft er den Vortragenden zu sich und würdigt ihn einer huld⸗ reichen Ansprache:„Hat mich lebhaft interessiert, sehr schön, sehr schön, wirklich höchst belehrend. Gewiß, Sie haben ganz recht, mein Lieber, ganz recht mh... m Jaber sagen Sie mir das Eine, wenn ich bitten darf: ich, wenn ich auf das Land fahre. m.. mit meinen Unterthanen rede— meine Unterthanen verstehen mich nicht, und ich.. m.. verstehe meine Unterthanen nicht. Ich meine doch: man sollte die Dialekte abschaffen.. d. abschaffen.“
*
An einem schönen Sommernachmittag sich Serenissimus einmal ganz besonders leutselig. Und als er aus seinem Wagen blickend einen fremden Touristen zähle und daß sie uns für immer von einander scheidet!“
Christel hat ihr Köpfchen zur Seite gewendet, der Grimmige soll nicht merken, welche Mühe es ihr macht, das laute Auflachen bei der drastischen Schilderung seiner Nachtfahrt zu unterdrücken. Nun aber faßt sie sich, voll und ernst blickt sie in sein erregtes Antlitz.(Schluß folgt.)
Humoristisches.
Wer andern eine Grube gräbt... In einem Dorfe bei Liebenwalde befanden sich jüngst eines abends spät noch verschiedene Gäste in einem Wirtshause. Um Mitternacht gebot der Polizei⸗ diener Feierabend, und als die Gäste seiner Auf⸗ forderung, das Lokal zu verlassen, nicht Folge leisteten, erklärte er sie allesamt, zwölf an der Zahl, für seine Arrestanten. Sie folgten ihm nach dem Orts⸗ gefängnis, wo er sie einsperren wollte. Der Sicher⸗ heitsmann öffnete die Zellenthür und trat zuerst ein; da schlug die Thür plötzlich hinter ihm zu, und alle Arrestanten blieben draußen, während er der alleinige Gefangene war. Die Arrestanten ver⸗ suchten, den Hüter des Gesetzes aus seiner Falle, in die er selbst gegangen, zu befreien. Es ging nicht. Da kehrten sie nach dem, vom Feierabend⸗ gebot betroffenen Gasthause zurück und unterhielten sich noch einige Stunden über das Mißgeschick des Polizeidieners.—
fühlte


