Ausgabe 
31.1.1897
 
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an die bereits für das Reich, Preußen und Sachsen bestehenden Gesetze an. Hiernach sollen auch die Schuldverschreibungen der aus Anlaß der Verstaatlichung der Hessichen Ludwigsbahn aufzunehmenden neuen Zprozentigen Hessischen Staatsanleihe zur Eiunschreibung in das Staats- schuldbuch zugelassen werden. Nach den Er⸗ fahrungen in Preußen und Sachsen ist zu er⸗ warten, daß auch die Besitzer der neuen Hessi⸗ schen Anleihe demnächst von der gegen Verluste aller Art absolut sicher stellenden Umwandlung ihrer Staatsschuldverschreibungen z schulden vielfach Gebrauch machen- werden. Gießen, 30. Januar.(Stadttheatexr.) Die- Theater⸗Direktion Kruse⸗ Helm wird Mitte Februar hierselbst ihre Vorstellungen wieder beginnen. Wie uns mitgeteilt wird, hat die Direktion einige interessante Gastspiele abge- schlossen und mehrere der hervorragendsten Novitäten für hier erworben. Die Abonne⸗ men sliste wird bereits in den nächsten Tagen zirkulieren.

Gießen, 30. Jan. Mit einer un beab⸗ sichtigten Oktroihinterziehung hatte sich gestern das Schöffengericht zu beschäftigen. Dem Bauaufseher Johann Otto Schneider von hier machten am 23. November v. J. aus⸗ warts wohnende Verwandte eine Quantität Fleisch und Wurst zum Präsent. Da niemand daran dachte, daß sich auch der Oktr oi erheber für dieses Geschenk interessieren würde, unterließ man es, die Sachen zur Besteuerung anzumelden. Jetzt kommt das Präsent nun sehr teuer, denn außer 3 Mark Geldstrafe muß der Beklagte auch noch die Prozeßkosten bezahlen. Ver⸗ säume also niemand, von auswärts eingeführtes Fleisch anzumelden, auch wenn man es von Ver⸗ wandten als Geschenk erhält..

Gießen, 29. Jan.(Schöffengericht.) Der schon mehrmals vorbestrafte Metzger Albert Rennerie aus Barmen entwendete vor kurzem dem Metzger Keßler, bei welchem er beschäftigt war, eine Messerscheide. Der Angeklagte, welcher früher die That leugnete, ist heute geständig und wird zu vier Wochen Gefängnis verurteilt. Wegen Sachbeschädigung erhält der Tag⸗ löhner Wilhelm Horn von hier drei Tage Gefängnis. H. hatte am 30. September v. J. dem Wirt Gerhardt eine Scheibe zertrümmert und die Thür beschädigt, weil ihm dieser keine Getränke verabreichen wollte. Die Ehefrau Jakob Dingel von hier hatte sich am 11. De⸗ zember v. J. bei einer hiesigen Firma Stoff im Wert von 25& verabreichen lassen unter der Vorspiegelung, derselbe ssei für die Frau Poli⸗ zeirat Fresensus. Die Angeklagte, welche in sehr bedrängten Verhältnissen lebt, erhält eine Geld⸗ strafe von 3.

* Gießen, 30. Jan. Gestern feierte Herr Lokomotivführer Reinschmitt und Gemahlin das Fest der silbernen Hochzeit. Möge das Jubelpaar noch viele Jahre glücklich sein.

* Gießen, 30. Januar. Die Gründung eines allgemeinen Kohlensäure-Ver⸗ kaufs⸗Vereins ist gegenwärtig das neueste aufwirtschaftlichem Gebiete. Den hiesigen Gastwirten wurde dieser Tage von den Kohlen- äure⸗Händlern die Mitteilung gemacht, daß sich ämtliche Besitzer von Kohlensäure⸗-Werken zu einem Verkaufs⸗Verein(G. m. b. H.) zu⸗ sammengeschlossen hätten, der eine Erhöhung der Kohlensäure⸗Preise bezwecke, wodurch sie(die Kleinhändler) nicht mehr in der Lage seten, die Kohlensäure zu dem seither billigen Preise abzugeben. Vom 1. Februar tritt daher ein Aufschlag ein. Viele Wirte dürften sich infolge⸗ dessen wieder veranlaßt fühlen, zur Luftpumpe zu greifen, und mancher Wirt hätte insofern Ursache dazu, als er infolge schlechten Geschäfts⸗

anges genügend Zeit findet, seinem Bier

en nötigen Nachdruck durch Luft einzuflößen.

als er Onkel Rechow und mehrere andere Mit- glieder der Gesellschaft bei Seite zog und die übrig Bleibenden auf ein paar Stuhlreihen vor den geschlossenen Flügeltbüren des Gartenzimmers gruppierte. Man wollte der jungen Frau einige Szenen klassischer Dichter vorführen und ihr be⸗ weisen, daß man auch außerhalb der Metropole nicht auf derartige Genüsse zu verzichten brauche. Onkel Rechow, der sich groß fühlt als Mime, trat als erster auf. Er hatte ein weißes Laken um sich drapiert als Mantel und sprach Leicesters letzten Monolog während der Enthauptung Maria Stuarts mit rollendem, überschwänglichem Pathos, die schlechten Schauspieler an den Bühnen kleiner Städte mit Geschick karikierend.

Horch! Der Schemel wird gerückt

Sie kniet auf's Kissen legt das Haupt preßte er jetzt noch dumpf zwischen den Zähnen hervor und warf sich dann voller Gewandtheit platt auf den Boden. Alles klatschte und jubelte. Regine aber dachte an jenen Abend, da sie als zwölf

jähriges Kind bebend vor Aufregung diesen Worten zuerst gelauscht und vollig vergessen hatte, daß das, was sie vor sich sah, nicht Wahrheit, sondern nur

Spiel sei.

Erhitzt Rechow sich unter die Zuschauer. führung begann.

Auf einem steifbeinigen Sopha lag der dicke Rechow in eine rote Bettdecke gewickelt mit einem alten Kürassierhelme auf dem Kopfe, der noch aus

seiner Dienstzeit stammte, und bedeuteteEgmont.

lleber ihn gebeugt stand Lottchen, mit dem runden Kindergesichte und der etwas niedrigen Stirne unter

den glatten, braunen Scheiteln ein unendlich pro

saisches Clärchen und hielt in Ermangelung der

uns: Ueber die mangelhafte Abhilfe bei den

Verkehrsstörungen wird hierorts sehr viel ge⸗ klagt. beiter, Hause kehrten, Gießen oder in Wieseck zu übernachten, da die Kreisstraße zwischen letzterem Ort und hier durch Schneewehen nahezu unpassierbar geworden ist. ist seither leider wenig gethan worden und wenn auch die bereit ist, fugnis, der Kreisverwaltung übernommen worden ist. In der Umgegend im Schnee stecken geblieben. 5 wurde gestern Vormittag eine Frau auf dem Wege Trohe Aehnlich erging es einem Mädchen aus Wismar, das vor einigen Tagen auf dem Feldwege in der Nähe des Eisenbahndammes durch Arbeiter aus dem Schnee gerettet wurde.

16., 20., 23. und 27. Februar l. J. werden die Maße und Gewichte der hiesigen Gewerbe treibenden in dem Großh. Aichamt(Neuweg⸗ 5 zu Gießen einer Revision unterworfen.

ie weiterer Nachteile, ihre Maße, Gewichte und Wagen an das Großh. Aichamt Gießen an einem der benannten Tage zur Revision zu bringen.

Versteigerung der und des Turnplatzes wurden 11000 Mark geboten. vereins erteilte dem Letztbietenden, schind, Gleigel Ludwig Kreh hier, den Zu⸗ schlag. sammlung den Kauf großen Geländes für soll neuen Turnplatzes angekauft werden. Januar wurden die betreffenden Verträge end⸗ gültig abgeschlossen. Das der Adam Melchior Witwe gehörige HausGasthaus zum Stern wurde an den seitherigen Metzger Wilhelm Schneider, zum Preise von 50000. verkauft.

Gaunerstückchen wurde in dem Dorfe Unnau vor einigen Tagen vollführt. jähriger, flotter, schwarz gekleideter Herr kam nämlich zu einem Wirt und stellte sich ihm als

von der Anstrengung mischte Onkel Eine neue Auf

Alten⸗Buseck, 30. Januar. Man schreibt

durch Schneeverwehungen entstandenen Eine Anzahl in Gießen beschäftigter Ar⸗ die sonst regelmäßig abends nach zieht es jetzt vor, entweder in

Zur Aufräumung des Schnees hiesige Gemeinde Abhilfe zu schaffen so fehlt es ihr an der nötigen Be⸗ da die Instandhaltung der Straße von

sind bereits einige Personen Mit vieler Mühe

und dem benachbarten

zwischen hier hervorgezogen.

aus einer Schneewehe

Hause und hatte gerade die Hausthüre aufge⸗ schlossen.

Grünberg, 30. Jan. Am 6., 9., 13.,

Gewerbetreibenden haben bei Meidung

* Butzbach, 29. Januar. Bei der letzten seitherigen Turnhalle

Die Generalversammlung des Turn⸗ Maurer- und

Gleichzeitig genehmigte die Generalver⸗ des 2612 Quadratmeter eine neue Turnhalle; es

Gelände zur Anlage des

noch weiteres Am 23.

Mieter der Hofraithe,

* Vom Westerwald, 28. Januar. Ein Ein etwa 40jäh⸗

ein Verwandter aus Amerika vor. Er wußte, weil gut unterrichtet, sich das Vertrauen des Mannes zu gewinnen und erzählte viel von einem vor 40 Jahren nach Amerika ausgewan⸗ derten Verwandten des Wirtes, dessen Sohn er sei. Nach einigen Tagen will der Vetter aus Amerika nach Frankfurt, um eine Dollarsnote in deutsche Münze umzuwechseln, versäumte jedoch vorher nicht, da ihm das Kleingeld aus⸗ gehenden seine Verwandten um Vorschuß anzu⸗ gehen und dampfte dann mit der Versicherung, am nächsten Tage wieder zu kommen und reiche Geschenke mitzubringen, mit etwa 55 K. wohl⸗ gemut ab. Wie sich später herausstellte, hatte sich der Schwindler in dem benachbarten Korb die Familienkenntnisse zusammengefragt. Auch in einem Dorfe bei Siegen soll eine ähnliche Schwindelei verübt worden sein.

Mainz, 28. Januar. Der Küchenchef einer Restauration geriet gestern Abend mit der Köchin in Streit, wobei er ein Beil ergriff und der Köchin, die ein loses Mundwerk hatte, zwei gefährliche Hiebe über den Kopf versetzte. Der ungalante Küchenchef wurde sofort verhaftet.

Lorbeeren einen großen, alten Erntekranz über den Schlummernden.

Man fand den Witz vortrefflich. Regine aber war empört. Voll scheuer Ehrfurcht hatte sie sich so oft Egmonts letzte, herrliche Worte wiederholt; kaum das größte Genie unter den Schauspielern durfte sich nach ihrer Meinung daran wagen, sie im Geiste des Dichters wiederzugeben und nun dies sie wandte sich ab. Was uns im tiefsten Innern bewegt und ergriffen hat, das können wir nicht ohne Schmerz zum Zerrbilde hinabreißen sehen. Empfand denn keiner mit ihr?

Aber auch Felix lachte mit dem anderen.Sieht er nicht köstlich aus, der dicke Richard? Verstehen sie hier nicht prächtig zu schauspielern, was meinst Du, Reginchen?

Lottchen Rechow hatte ihren Posten verlassen und trat heran.Nun, Regine, ist es an Dir, etwas für die Unterhaltung zu thun, laß uns ein bischen Musik hören!

Die Umstehenden baten mit, und Regine mußte sich fügen. Was aber sollte sie geben, das dem Geschmack der Gesellschaft eutsprach? Den neuesten Operettenwalzer vielleicht, der hätte in die Stim mung gepaßt, aber das vermochte sie nicht.

Kaum hatte sie die ersten Töne angeschlagen, als sie ihre ganze Umgebung vergaß. Sie spielte nur noch für sich selbst, das eigene, gestörte Gleich gewicht der Seele wieder zu erlangen, und immer schöner, edler perlten die Töne, bis sie endlich aus klangen in einer göttlichen Harmonie.

Man lauschte erstaunt, wagte kaum noch zu flüssern; man fühlte, daß man etwas Bedeutendes zu hören bekam, doch klang es fremd hinein in den fröhlichen Zuhöreckreis.

* Mainz, 28. Januar. Der hiesige Kon⸗ sul der Vereinigten Staaten Nordamerikas, Hr. Perry Bartholow, ging in der Nacht vom 24. zum 25. Oktober mit einem Freunde nach Hause und traf vor seiner in der Schott⸗ straße gelegenen Wohnung die Bahnbeamten Quant und Stengel. Ersterer wohnt in dem

Als Bartholow mit eintreten wollte, verweigerte Quant den Eintritt und verlangte von dem Konsul, er möge sich lemitigieren, daß er auch wirklich in dem Hanse wohne. Bartho⸗ low lehnte dies ab, worauf Quant versuchte die Thüre zuzudrücken. Es entstand eine Rauferei, bei der Bartholow den Quant mit einem Revolver derart auf den Kopf schlug, daß Quant blutüberströmt und besinnungslos zu⸗ sammenbrach. Während Stengel zur Polizei⸗ wache eilte, legte der Konsul und sein Freund den Verwundeten auf die Straße, ohne sich weiter um ihn zu bekümmern. In einer Blut⸗ lache liegend fanden ihn die Schutzleute. Der schweren Körperverletzung angeklagt, stand heute der Konsul Perry Bartholow vor dem Schöffengericht. Der Amtsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von drei Wochen, die Ver⸗ teidigung plädierte auf Unzuständigkeit des Ge⸗ richts und auf eine milde Bestrafung, da der Konsul sich im Zustande der Notwehr befunden habe. Das Gericht erklärte sich für zuständig, verneinte den Zustand der Notwehr und verur⸗ teilte den Angeklagten zu 200 Geldbuße oder sechs Wochen Gefängnis.

Auszug aus den Kirchenbüchern der evangelischen Gemeinde.

Matthäusgemeinde. Taufen. Am 23. Januar. Dem Schuhmacher Karl Friedrich Stumpf eine Tochter, Katharine, geb. den 15. Dezember. Am 24. Januar. Dem Oekonom Christian Nebe eine Tochter, Paula Lina Minna Kätha, geb den 1. Januar.

Beerdigte. Am 23. Januar. Georg Zeiß, Tagelöhner, ver⸗ heiratet, 48 Jahre alt, starb den 21. Januar. Am 24. Oktober. Robert Sparr, Dienstmann, verheiratet, 39 Jahre alt, starb den 22. Januar.

Markusgemeinde.

Taufen. Am 24. Januar. Dem Gerichtsvollzieher Emil Geißler ein Sohn, Friedrich Emil, geb. den 9. Dez. 24. Dem Tagelöhner Wilhelm Schnabel eine Tochter, Anna Luise, geb. den 3. November. 24. Dem Weiß⸗ binder Friedrich Schupp ein Sohn, Wilhelm, geb. den 14. Dezember. 24. Dem Tagelöhner Johannes Föl⸗ sing eine Tochter, Elise Katharine Sophie, geb. den 10. November. Trauungen.

Am 24. Januar. Karl Albert, ein Witwer, Tage⸗ löhner zu Gießen und Elisabeth Hermann zu Gießen. Beerdigte. Am 29. Januar. Georg Gelzenleuchter, Hilfspedell, verheiratet, 55 Jahre alt, starb den 26. Januar. Lukasgemeinde. Tausen. Am 24. Januar. Dem Landbrtefträger Heinrich Listmann ein Sohn, Willy Johannes Hermann, geb. den 20. Dezember.

Neuefte Telearamme.

Hd. Berlin, 30. Januar. An der internationalen Sanitätskon⸗ ferenz am 10. Februar zu Ven ed 1g wird wahrscheinlich der Direktor im Reichsgesundheitsamt, Dr. Köhler, sowie ein Medizinalsachverständiger teil⸗ nehmen.

Hd. Berlin, 30. Januar. DerLokalan⸗ zeiger meldet: Der neue Gouverneur von Ostafrika, Oberst Lie bert, traf am 19.

Mir etwas zu klassisch, hörte Regine ihren Mann entgegnen,was ist's denn eigentlich?

Das erste Präludium von Bach, meinte der Landrat, der sich auf sein Musikverständnis etwas zu gute that.

Woher wissen Sie denn das? fragte Felix ganz betroffen; er harte wirklich keine Ahnung, ob er schon jemals etwas von Bachs Musik gehört hatte, oder nicht.

Die gemütliche gute Laune blühte doch erst wieder auf, als Regine ihr Spiel beendet hatte; man sagte ihr manches Artige darüber, aber keinem kam es so recht von Herzen.

Ein kräftiger Punkt regte die Lebensgeister von neuem an. Der dicke Richard lachte immer dröhnender, Onkel Rechows Scherze klangen immer gewagter. Erst um ein Uhr trennte man sich; die Fahrt durch die kühle Nachtluft that Regine wohl.

Nun, Frauchen, hast Du Dich gut amüsiert? fragte Felix, sich behaglich streckend.War's nicht lustig, was sie uns alles vorführten? Der Assessor ist doch ein Schwerenöter!

Findest Du es sehr geschmackvoll, wenn man unsere größten Dichter in's Lächerliche zieht? fragte sie gedehnt.

Wie Du auch alles immer so tragisch nimmst, Reginchen, laß doch den Leuten ihr harmloses Ver gnügen, meinte Felix begütigend, machte es sich in den Kissen bequem und schlief befriedigt hin.

Regine hatte noch viel zu sinnen. Also das würde ihr künftiger Verkehr sein! Diese Art der Geselligkeit entsprach ihrem Ideal vom fördernden, anregenden Gedankenaustausche, der den Gesichts⸗ kreis weitete, noch viel weniger als diejenige, die sie daheim verlassen. Ein bischen Politik, die Ge

Januar in Tango ein. Am 20. fand groß⸗ artiger Empfang statt, woran auch die vor⸗ nehmen Inder und Araber teilnahmen. Am 21. übernahm der Gouverneur die Gesch äfte.

Hd. Berlin, 30. Januar. Wie der Börsen⸗Kurrier vernimmt, ist das Unter⸗ suchungs⸗Verfahren wegen Ma jestäts⸗ Beleidigung gegen Normann⸗Schumann bereits im Gange. Gestern haben zahl⸗ reiche Vernehmungen in dieser Sache statt⸗ gefunden. 5

Hd. Berlin, 30. Januar. Der in dem Prozeß Leckert-Lützow verurteilte L kert wird demLokalanz. zufolge mit der Ein⸗ reichung eines Gnadengesuches bis nach Ausgang des Prozesses von Tausch warten, und zwar deshalb, weil man anläßlich der Zer enar⸗ feier am 22. März eine Amnestie erwarlet. Hd. Berlin, 30. Jan. Auf Ver⸗ anlassung der deutschen Reichsregierung wird, wie verlautet, eine Sachver⸗ st än digen Kommission nach Bombay behnfs Studiums der Beulenpest entsandt werden. Maß⸗ gebenden Orts sei auch erörtert worden, ob nicht Professor Koch aus Süd⸗ Afrika zur Leitung der Expedition zu⸗ rückzuberufen sei.

Hd. Hamburg, 30. Januar. Gegen den Redakteur Stengel vomHamb. Echo ist durch die Vermittelung des Reichskanzleramts wegen Beleidigung des Königs von Belgien ein Strafverfahren eingeleitet. Das genannte Blatt will den Wahrheits- beweis seiner Behauptung antreten.

Hd. Dresden, 30. Januar. Auf sieben sächsischen Nebenbahnen ist infolge von Schnee-Verwehungen der Verkehr unter⸗ brochen. Auf den Hauptbahnen erleiden die Züge bedeutende Verspätungen.

Hd. Budapest, 30. Jan. In Maramaros Sziget geriet eine mit Stroh bedeckte Baracke des dort auf Uebung weilenden 35. Infauterie⸗ Negiments in Braand. Elf Mann wurden durch die einstürzende Baracke lebensgefähr⸗ lich verletzt; sieben andere erlitten leichte Ver⸗ letzungen.

Hd. Paris, 30. Januar. Seitdem die Kammer das Gesetz, betreffend die Zuckerprämien erörtert, sind die Wandelgänge von den inter essierten Zucker⸗Fabrikanteu und Spekulanten überfüllt, da dieselben einen Druck auf die Presse auszuüben suchen. Ein Mitglied des Kammer⸗Bureaus forderte gestern den Präsidenten auf, diesem Uebelstande zu steuern, worauf der Letztere die Wandelgänge sofort rãumen ließ.

Marktpreise.

Gießen, den 30. Januar. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 1,05 1,10 Hühner⸗ eler 1 Stück 78, Enteneier, Gänseeier, Käse 58, Käsematte 3, Erbsen per Liter 18, Linsen 28 Pfg., Tauben per Paar 7090 Pfg., Hühner p. St. 1,00 1, 20, Hahnen 1,20 1,50, Enten 1,50 1,70, Gänse per Pfund 48 54, Ochsenfleisch 66 74, Kuh- und Rindsleisch 60 bis 66, Schweinefl. 56 66, Schweinefl., gesalz. 70 72, Kalbfleisch 50 54, Hammelfleisch 5065, Kartoffeln pro 100 Kilo 5,50 6,00, Zwiebeln per Zentner 4,00 Mark, Milch per Liter 16 Pfg.

Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen.

2 ganze, gemeinsame Gesprächsstoff. Man erlebte eben nicht viel, nahm sich nicht die Zeit zur Lektüre was sollte man sich also immer erzählen? Da amüsierte man sich eben auf solche Weise.

Regine sah auf ihren Gatten. Ach, fast be⸗ neidete sie ihn um sein anspruchsloses Gemüt! Sie hatte es nun einmal nicht gelernt, harmlos fröhlich zu sein mit den Fröhlichen, zu lachen um des Lachens willen, ohne recht zu wissen warum.

Am nächsten Morgen hatte Regine Kopfweh und fühlte sich verstimmt. Felix war schon längst wieder bei der Arbeit, als sie am Frühstücke tische erschien. Lässig trat sie ihre allmorgentliche Haus- wanderung an und kam auch mit Mamsell Christinchen in deren Zimmer, in welchem diese ihr ein Rezept zum Apfelgelse heraussuchen wollte. Sie kramte dabei ein Buch auf den Tisch, in dem Regine zu ihrem Staunen Gedichte erblickte.

Sieh da Christinchen, Sie lesen Gedichte?

Ja, denken denn gnä' Frau, daß ich mir nur

auf's Kochen versteh? Unsereins will doch auch seine Plaisier haben. An mein Gedichtbuch erdau mir oft, besonders wenn ich mir mit die Leut' hab rum ärgern müssen. Und wenn ich zum Weihnacht

ins Theater. Ins Theater, Christinchen? Was werden Sie sich denn da ansehen?

aus.

Ehristincheu ließ den Dänenprinzen entschieden von

Noahs zweitem Sohne und dem Gatten des zu ab⸗

Sodom in stammen.

Salzstein verwandelten Weibes

Klassische Musik, sagte Onkel Rechow respektvoll.

treidepreise, die Wirtschaft das war fast der

(Fortsetzung folgt.)

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besorgen fahr' in die Stadt, geh' ich auch wieder

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O, ich suche mich allemal was extra Schönes Das letzte Mal war's Hamlot. Hamlot? Regine rang ein Läppeln nieder

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