Ausgabe 
30.7.1897
 
Einzelbild herunterladen

0 9.

2 Jhte all, Sg ahler, große 5

S Anpenhen aschmieren der

chen

Son Mannz 000

l

1

6

00

7

alle Pläte Heß heiten, welche gag, Proviston den 9

icherungs

0

rechen den eis b sorsliged entur der Thutinge dettinastraß Nr jung zu vern chillerstraße 20. ges Mad den; er Familie, wel . Familienansch 9

unt. W. M.

mehrfach prämie

inen

honig

d für 1 Mk. Bauer II 0

nensücller,

so,slrusse 57. ner kübler Laden,

Berl. auch Lagerrur

empfiehlt fich im

ause

enstrasse 11

T käftige

chen

erden zur reit ersolbes,

il 17

sel sche

terresinm, en Mann zu aße 44 ba

J

An

Sch ett l

10

hirme tigster

Hall,

A Bf

spre!

Ha 1 61 Ae

0

1

fel

iner u

U

bel

U rt. fil

bah

9

bal

fal 0

1 10

Gießen, Freitag, den 30. Juli

1897.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Ausgabe

Gießen.

ssische Landeszeitung.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Medaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

4 7* 0 a 7 79 7 Lokales und Provinzielles. Gießen, 29. Juli. DerFrkf. Ztg. jeht aus Mainz folgender Bericht zu, der auch ür hier von Interesse sein dürfte. Während in Preußen alle Einkommen bis zu 900 1 von ser staatlichen Besteuerung befreit sind, ist im Großherzogtum Fillen die Steuerfreiheitsgrenze schon bei einem Einkommen von 500 KA gesteckt. baut Reichsgesetz darf der Arbeitslohn be⸗ lanntlich nicht beschlagnahmt bezw. ge⸗ fändet werden, außer bei Alimentationsansprüchen. lußerdem haben nur der Staat und die Ge⸗

einde das Recht, bei Steuerrückständen eine

1 ö

9

Jügeln* J

geschlagnahme des Arbeitslohnes bei dem Arbeit⸗ eber zu erwirken, aber nur dann, wenn der kücstand nicht länger als drei Monate fällig sewesen ist. Ist diese Frist verstrichen, dann sarf der Arbeitslohn bei dem Arbeitgeber nicht nehr beschlagnahmt werden. Trotz dieser klaren hestimmung des Gesetzes werden in unserer Sladt die Arbeitslöhne seit Jahren ruhig von sen Pfandmeistern beschlagnahmt und von den Uibeitgebern eingehalten zur Deckung der Steuer⸗ lückstände, ohne Rücksicht darauf, wie lange der Fälligkeitstermin verstrichen ist. Beschwerden bei sen Steuerbureaus hatten keinen Erfolg. Nun sat sich aber in jüngster Zeit ein Arbeiter in nem solchen Fall beschwerdeführend an das Finanzministerium in Darmstadt gewandt. Dort burde das Gesetzwidrige einer derartigen Sleuereintreibung anerkannt und die Beschwerde ging zur Remedur an das hiesige Kreisamt nnd jon dort zur Bürgermeisterei und zum Steuer⸗ sommissariat. Dem Arbeiter wird nunmehr sein echt, er erhält das rechtswidrig eingehaltene Held zurück und die Vollzugsbeamten erhalten lie Weisung, in Zukunft sich genau an die gesetz⸗ chen Vorschriften zu halten. Welch finanzieller Schaden aber der Stadt Mainz hieraus erwachsen nrd, ist noch gar nicht zu berechnen. Die Staatssteuerzettel sind nämlich, statt vor dem April, erst in der zweiten Maiwoche zur Ver⸗ kilung gelangt. Durch diese verspätete Ausgabe st auch die Ausgabe der Kommunalsteuerzettel, die sich nach dem Steuerkapital der ersteren be⸗ sechnen, verzögert und zwar derart, daß jetzt, ende Juli, dieselben noch nicht zur Verteilung langt find. Da nun das erste Ziel der Kom⸗ nunalsteuer bereits am 25. April fällig gewesen, ist demnach jetzt schon ein großer Teil der Lohnarbeiter von der Zahlung entbunden, denn b find drei Monate seit dem Fälligkeitstermin herstrichen und bei dem Arbeitgeber kann eine beschlagnahme nicht mehr erfolgen. Außerdem kommt noch der Zinsenverlust in Betracht, den die Stadt durch den verspäteten Eingang der Helder erleidet, und der direkte Verlust, welcher ber Stadt durch Wegziehen von Steuerpflichtigen uwächst, denen der Kommunalsteuerzettel nicht nugestellt worden ist. Die Angelegenheit wird der zweiten hessischen Kammer zur Sprache sebracht werden. Es wird eine Reorganisation des Steuerkommissariats Mainz und Lostrennung bes Landbezirks gefordert werden, denn der jetzige Zustand ist haltlos.

Preis der Anzeigen

Gießen, 29. Juli. Nach der amtlichen Statistik giebt es im Großherzogtum Hessen z. Zt. 561 Aerzte, darunter 372 in Hessen geboren; 129 Aerzte sind aus Preußen, darunter die meisten aus der Provinz Hessen-Nassau, 15 sind aus Bayern, 12 aus Baden, je 6 aus dem Königreich Sachsen und den thüringischen Staaten, 5 aus Württemberg, 4 aus den Hansestädten, 3 aus Oldenburg, 2 aus Mecklenburg und 1 aus Braunschweig. Acht Aerzte sind aus sonstigen europäischen Ländern und 2 stammen aus Amerika(Texas).

Gießen, 29. Juli. Am nächsten Sams⸗ tag findet im Café Leib ein Festkommers zu Ehren derjenigen Feuerwehrleute statt, welche auf eine 15jährige Dienstzeit zurückblicken. Seitens der Stadt werden die Jubilare durch entsprechende Diplome besonders geehrt.

* Gießen, 29. Juli. Mit einer Eingabe wandten sich vor einiger Zeit die in Gießen be⸗ schäftigten Arbeiter aus Lollar und Umgegend an die hiesige Eisenbahn Betriebs-Inspektion um Einrichtung eines regelmäßig verkehrenden Ar beiter⸗Sonderzugs. Die Eingabe hat wenn auch nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Anstatt täglich, verkehrt aber nur ein Sonderzug am Montag Morgen und Samstag Abend zwischen Marburg und Gießen, ferner vor und nach gesetzlichen Feiertagen. Die An⸗ kunft erfolgt Montags früh in Gießen um 5 Uhr 42 Min., die Abfahrt Sonnabends um 6 Uhr 38 Min. abends. Am vergangenen Montag ist der Verkehr in Kraft getreten. Viel ist den Arbeitern damit nicht genützt. Zweckmäßig kann nur ein täglich verkehrender Sonderzug sein, wie ein solcher auf der jetzt in preußische Ver⸗ waltung übergegangenen Oberhessischen Bahn verkehrt. Außer Sonnabend bleibt also den Arbeitern nichts übrig, als den 5 8 ent⸗ weder zu Fuß zurückzulegen oder bis 8 Uhr zu warten, um dann in die vierte Wagenklasse des Personenzugseingepfercht zu werden. Vielleicht hat eine weitere Eingabe mehr Exfolg.

* Gießen, 29. Juli. Der Prozeß gegen den Grafen Leinigen zu Ilbenstadt kann anscheinend nicht zur Erledigung kommen, weil sich kein Gericht für zuständig hält. Dem Tägl. Anz. wird von juristischer Seite in Sachen Leiningen geschrieben:Nach Art. 12 des hessischen Gesetzes vom 18. Juli 1858 war den Standesherren in sogen. peinlichen Fällen ein Gericht von Ebenbürgern garantiert. In § 7 des Einführungsgesetzes zum Gerichtsver⸗ fassungsgesetz war diese Sonderstellung den Standesherren vorbehalten und zugesichert wor⸗ den, jedoch mit der Beschränkung auf das Fa⸗ milienhaupt und unter Veseitigung dieser privi⸗ legierten Stellung bezüglich der übrigen Mitglieder der standesherrlichen Familie. Nun hat in der Strafsache gegen den Grafen Leiningen das privilegierte Gericht seine Unzuständigkeit aus⸗ gesprochen, davon ausgehend, daß der Betreffende, obgleich das Haupt der standesherrlichen Familie, nicht ebenbürtig sei wegen der Heirat eines seiner Vorfahren mit einer nicht zum Adel zählenden

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. 10 Pfg.

ffir die

Sspaltige Petitzeile.

edition:

. 81 Kreuzplatz Nr. 4.

Sache den ordentlichen Strafgerichten zur Er⸗ ledigung zu überlassen. Gegen den Antrag der Staatsanwaltschaft in Gießen hat die dortige Beschlußkammer des Landgerichts, die an obiges Urteil des Austrägalgerichts nicht gebunden ist, gleichfalls seine Unzuständigkeit ausgesprochen, indem es davon ausging, daß trotz der sogen. Mißheirat der Angeschuldigte durch jene reichs gesetzliche Bestimmung dem ordentlichen Gericht unterzogen sei, da er als Haupt einer standes⸗ herrlichen Familie und im Besitz der Standes⸗ herrschaft nach dem Gesetz von 1858 zu behandeln sei und§ 7 des Reichsgesetzes auf ihn Anwen⸗ dung leide. Bei Einführung der Gesetzgebung von 1879 war übersehen worden, für den Fall eines negativen Kompetenzkonflikts eine Gerichts⸗ instanz zu bestimmen, und so kommt es, daß sich beide Urteile unvermittelt gegenüberstehen. Nun wird der Staatsanwalt die Entscheidung der Beschlußkammer in Gießen mit Beschwerde bei dem Oberlandesgericht anfechten. Ist dieses Gericht der nämlichen Auffassung wie das Ge⸗ richt in Gießen, so ist die Sache erledigt und kein Gericht vorhanden, das in der Angelegenheit Urteil geben könnte, denn das Urteil der Ebenbürtigen ist an sich rechtskräftig und unanfechtbar. Wäre, wie unseres Ermessens nicht zu erwarten ist, das Oberlandesgericht anderer Auffassung, so würde seine Entscheidung die Strafkammer in Gießen nicht binden, sie wäre trotzdem in der Lage, dann(durch Urteil) nach geführter Verhandlung die Unzuständigkeit des ordentlichen Gerichts wiederholt auszu⸗ sprechen. Mag nun aber dieses Urteil ausfallen, wie es will, jeder Teil kann es dann mit der Revision bei dem Reichsgericht anfechten, und so wird denn voraussichtlich auf jeden Fall das Reichsgericht in die Lage kommen, in der Sache das letzte Wort zu sprechen. Immerhin ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen und nach Lage der Sache diese Möglichkeit sehr wahr⸗ scheinlich, daß der Angeschuldigte keinen Richter findet, der sich mit seiner Sache materiell beschäftigen könnte. Da ist der Herr Graf ja fein raus. Bei gewöhnlichen Sterblichen wird bekanntlich kurzer Prozeß gemacht.

* Grünberg, 28. Juli. Der heutige Jakobimarkt war verhältnismäßig gut be⸗ sucht. Der Handel ging flott. Aufgefahren waren 72 Stück Rindvieh und 645 Schweine. Die Preise standen im Allgemeinen für den Ver⸗ käufer sehr günstig. Gute Milchkühe galten 250 bis 300 1; Ferkel, je nach Qualität, 4262 K Läufer 80120, Der Handel auf dem Krämermarkt und Schuhmarkt zeigte einen merklichen Rückgang gegen frühere Jahre.

* Schotten, 28. Juli. Nachdem die für unsere städtische Wasserleitung erforderliche Quellenzusammenlegung fertig gestellt ist, sind die Arbeiten für die Zuleitung und die Hoch behälter soeben von der Bürgermeisterei aus⸗ geschrieben worden. Als große Naturseltenheit zur Jetztzeit ist das Vorhandeusein reifer blauer Trauben an einem Weinrebenstock des Herrn Fritz Hau dahier zu verzeichnen.

Versöhnt! Line Erinnerung aus dem Eisenbahn⸗Betriebsdienst von Albert Roß. Fortsetzung.) Zu den geladenen Gästen gehört auch der Ab⸗

. lilungs⸗Baumeister Karnbach, des Amtmanns Partner

in gemütlichen Skatspiel. Schon gestern Abend lat er sich seinem Freunde zuliebe zum Polterabend eingefunden, natürlich mit seiner geliebten Juno, de sich heute, während ihr Gebieter den Tafel⸗ seuden huldigen soll, herabläßt, mit den kleinen serbeinigen Dorfkötern Allotria zu treiben. Der sestern so ausgelassen lustige Herr Baumeister ist ganz miserabeler Stimmung. Ein aufmerksamer deobachter würde berausgefunden haben, daß er m liebenEristelchen noch nicht einen einzigen feundlichen Blick gegönnt hat, ja daß er ein Zu ammensein oder eine Unterhaltung mit ihr ge⸗ ssentlich zu vermeiden sucht. Herr Karnbach Follte und dazu hatte er auch alle Ursache. Ge⸗ zunütigt fühlte er sich, nein, im höchsten Grade Jar verletzt und die, die ihn in der gestrigen Nacht marrt und ihm die Schmach angethan, war eben 1s liebe Christelchen gewesen. Diese Schlange! Und dann ärgerte es ihn doch gewaltig, daß

0 1 kluge verständige Rechenmeister, sich von

nem so jungen, unerfahrenen Ding, wie die keristel, hatte dupieren lassen. Ja, ja, die dumme uͤdenschaft und vielleicht auch der zu reichlich ge⸗ ene Rebensaft hatten ihn am Schluß des rigen Polterabends vollständig blind und un irsichtig gemacht.

Frau. Hiermit war Veranlassung gegeben, die

Trompetensignale, von dem kleinen an der Saal⸗ decke hängenden Orchester her, verkünden den in den Nebenzimmern scherzenden Gästen den Beginn des Hochzeitsschmauses. Auch Karnbach erhebt sich aus feiner Schmollecke, in die ihn die Verbissenheit getrieben, er rückt Frack und weiße Weste in die gehörige Form und schreitet dann wieder, einiger⸗ maßen selbstbewußt geworden, der Saalthüre zu. Allein wo steckt der Hund, seine Juno, die er schon seit etwa einer Stunde nicht gesehen? Für das arme Tier muß doch auch in der Küche gesorgt werden! Unruhig kehrt er um, ruft und pfeift in dem Vorflur und auf der Gasse nach seinem Lieb ling, allein umsonst! Die treulos Verschwundene läßt sich nirgends blicken. Was beginnen? Im Saale ist des Herrn Baumeisters Ehrenplatz an der Seite des Amtmanns noch leer, um des Hundes willen darf Karnbach die Gesellschaft doch nicht auf sich warten lassen und trotzdem zögert er, mehr als alle Rücksichten quält ihn die lebhafteste Sorge um die sonst so Getreue, die ihn zum ersten Male meuchlings verlassen. Im ganzen Hause ist der Suchende bereits mit seinen dürren Hagestolzbeinen treppauf, treppab herumgestiegen, nur die Küche, in der die alte grundhäßliche Wirtschafterin das Kommando über die auftragende Bedienung führt, hat er noch nicht betreten. Er hütet seinen Fuß und hat auch alle Ursach, der Alten aus dem Wege zu gehen, die gestrige einfach abscheuliche Nacht mit ihren Schrecken steht noch zu lebhaft in ihrer und seiner Erinnerung. Schon will Karnbach das weitere Suchen als nutzlos aufgeben, um endlich als der letzte im Saale zu erscheinen, als Bahnmeister

Scharzfeld, die Juno an einer Leine führend, über die Schwelle der Bauernschänke tritt.

Juno, mein Junochen! Mit einem gewaltigen Sprunge ist das mächtige Tier bei seinem Herrn, der es wie ein Kind liebkost und streichelt.Wo hast Du denn gesteckt, mein Kleiner? Und wie ab gehetzt sieht er aus!

Ja, Herr Baumeister, den hätten Sie leicht für immer loswerden können, wenn ich nicht zufällig dazwischen gekommen wäre! Nun, beruhigen Sie sich, er ist wenigstens noch heil und gesund davon gekommen!

Was wars mit dem Tier Herr Bahnmeister? Sprechen Sie!

Hatte mich endlich vom Dienst frei gemacht, um ebenfalls der Einladung des Herrn Amtmanns nachzukommen. Wähle da den kürzeren Richteweg von der Station zum Dorfe und komme gerade hinzu, wie die drei infolge Ihres gestrigen Befehls heute abgelohnten Streckenarbeiter Ihren mit diesem Strick schon halberwürgten Hund in das Kornfeld zerren wollen. Das arme Vieh wehrte sich zwar mit aller Kraft, aber die um seinen Hals geworfene Schlinge drohte ihm den Garaus zu machen. So⸗ wie die Kerle meine Uniform sahen, heidi, rissen sie quer durch das Getreide aus, aber der Hund war wenigstens ihrer Rache entzogen, die Juno ge rettet!

Du armes Tier! Dem Baumeister standen die Thränen in den Augen, herzlos gegen alles war er also durchaus nicht.Und Ihnen, Herr Bahnmeister, habe ich für den meiner Juno ge leisteten Dienst zu danken! Ich wünschte wohl, ich

Das hiesige Kreisamt veröffentlicht soeben neue Erlasse des Ministeriums, betr. den Ausbruch von Viehseuchen, mit der Maßgabe, daß die Kontrolle der zu den Märkten kommenden Tiere jetzt nur an den Zugängen zum Viehmarkt ohne Erfordernis der Ursprungszeugnisse stattfindet, sowie daß nur die Ausfuhr von Vieh aus gesperrten Orten einer polizeilichen Erlaubnis unterliegt.

* Mainz, 28. Juli. Gestern Abend wurde ein Franzose verhaftet, dem es durch sein elegantes Auftreten und durch seine Liebens⸗ würdigkeit gelungen war, eine Anzahl von hie⸗ sigen Bewohnern um ihr Geld zu bringen.

Ehringshausen, 28. Juli. Ein schmerz⸗ licher Unglücksfall hat sich gestern Morgen gegen 10 Uhr hierselbst zugetragen. Aus irgend einer Ursache wurden die beiden Kühe eines mit einem Jauchefaß beladenen land wirtschaftlichen Fuhrwerks wild und gingen durch. Unglück⸗ licherweise spielte gerade das jährige Mädchen des Bergmanns Wilhelm Rumpf auf der Straße. Das arme Kind wurde von dem Fuhrwerk um⸗ gerannt und überfahren. Die Räder gingen ihm über die Brust und verletzten es derart, daß es binnen einer halben Stunde verstarb. Das schwere Unglück begegnet hier allgemeinem Mit⸗ gefühl. W. A.

Vermischtes.

Röntgen und die Nahrungsmittel. In ganz ungeahntem Maße erweitert sich die praktische Verwendung der Entdeckung des Würzburger Professors Dr. v. Röntgen. Nun hat nach derK. V. der Chemiker Dr. W. Thörner vom städtischen Untersuchungsamt in Osnabrück die Röntgenstrahlen gar in den Dienst der Nahrungsmitteluntersuchung gestellt und nachgewiesen, daß mit ihrer Hilfe Fälschungen oft mit erstaunlicher Sicher⸗ heit sich nachweisen lassen. Während z. B. eine wenig oder gar nicht gesalzene Butter einen gleichmäßigen Schatten aufweist, zeigt salzhaltige Butter mehr oder weniger dunkle Flecken. Natürliche Kaffeebohnen zeichen ein Schattenbild, bei dem die Struktur, insbesondere der an der unteren Seite befindliche Schlitz, deutlich sich erkennen läßt, wo⸗ gegen künstlich hergestellte Kaffeebohnen als dunkle, schwarze Flecken sich abheben und keine Struktur erkennen lassen. Ebenso liefert grüner und schwarzer Thee, der bereits aus⸗ gekocht und behufs Fälschung wieder gefärbt oder beschwert worden ist, schwarze Schatten, desgleichen künstlich be⸗ schwerte Seide, wogegen echte Seide die Röntgen⸗Strahlen durchläßt. Sie lassen sofort erkennen, ob Haselnüsse, Wall⸗ nüsse, Mandeln ꝛc. taub oder wurmstichig find. Dr. Thörners Versuche erstrecken sich ferner noch auf Pfeffer, Zimmet, Nelken und andere Gewürze; bei allen lassen die Röntgen⸗Strahlen einen Schluß auf ihre Naturreinheit zu. Dies Alles hier klarzulegen, würde zu weit führen; wer dafür besonders sich interessiert, möge Nr. 43 derChe⸗ mikerzeitung nachlesen, die nicht nur die ausführliche Arbeit des genannten Chemikers, sondern auch erläuternde Abdrücke von Photogrammen enthält.

Die Fleischvergiftungen in Kalk. An⸗ läßlich der am 26. Juli erfolgten Beerdigung eines Opfers der Kalker Fleischvergiftung kam es zu Ausschreltungen der erregten Menge gegen die Familie des Metzgers, sodaß ein Polizeiaufgebot das Haus umstellen und die Menge zurückdrängen mußte. Mehrere Fensterscheiben des Metz⸗ gerhauses wurden eingeworfen. Auf Anordnung des

könnte diesen Dank noch anderweit allein, Sie wissen ja

Ist schon gut, Herr Baumeister! An meiner Strafversetzungs-Verfügung, die ich vor zwei Stunden von der Direktion empfing und die mich in die Wüstenei schickt, läßt sich doch nichts mehr ändern, und ebensowenig etwas an Guntermanns Geldstrafe. Die Sache ist also damit abgethan! Na, in meinem Privatleben werden sich hoffentlich unsere Wege nicht kreuzen!

bethätigen,

Wer weiß! Der alte feindselige Blick streift wieder den Retter seines Hundes, dann macht Kornbach schroff Kehrt.Komm Juno,

marsch auf mein Zimmer!

In dem Saale war man bereits ungeduldig ge⸗ worden, länger durfte auf die beiden Ausbleiber nicht gewartet werden. Der dampfenden Kraft⸗ brühe war schon der erste Toast auf das junge Paar gefolgt, als Baumeister und Bahnmeister unter dem soeben ausklingenden jubelnden Hoch der Gäste auf der Bildfläche erschienen. Christels Schelmenauge hatte aufgeleuchtet, als sie endlich den Geliebten in der Nähe des Stationsvorstehers Platz nehmen sah. O wie gern hätte sie ihn an ihrer Seite gehabt, allein Karnbach, dessen Rat der Amtmann am Vormittage bei Bestimmung der Tafelordnung eingeholt, hatte in seinem Groll die ihm als Tischdame angebotene Christel abgelehnt und auch dafür gesorgt, daß sie nicht ihren Plat in der Nähe des verhaßten Bahnmeisters erhielt. Ohne Gruß war der Zürnende nach seinem Ein⸗ tritt an ihr vorübergegangen, sie schien wirklich heute für ihn Luft zu sein. Fortsetzung folgt.)