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Gießen, Somabend, den 27. November
1897.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
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Gießen.
cceilung.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Das Abonnement beträgt durch die Post bezogen zz für die Ausgabe Gießen 1,90 resp. 2.30 Mk. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die 5spaltige Petitzeile.
—. K
Lokales und Provinzielles.
Gießen, 26. Nov. In's Knopfloch! Anläßlich des großherzoglichen Geburstags sind große Ordensauszeichnugen erster bis vierter Klasse erfolgt. Von dem Ordens⸗ segen haben u. a. folgende Personen etwas ab⸗ bekommen: Das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: Der Oberpfarrer Friedrich Kullmann zu Lauterbach; der Pfarrer und Dekan Karl Wahl zu Hausen.— Das Ritterkreuz 2. Klasse dieses Ordens: Der Zahnarzt Georg Wilhelm Koch zu Gießen; der Kreisveterinärzt Professor Dr. Winkler zu Gießen.— Das Silberne Kreuz dieses Ordens mit der Krone: Der Oberlehrer Konrad Fuhr zu Gießen; der Oberlehrer Konrad Hahn zu Gießen.— Das Silberne Kreuz dieses Ordens: Der Rechner Christian Schäfer II zu Grün⸗ berg; der Bürgermeister Eduard Blum zu Eschelsdorf; der Schullehrer Nikolaus Kredel zu Peterweil.— Das Allgemeine Ehren⸗ eichen mit der Inschrift„Für lang⸗ ährige treue Dienste“: Der Gemeinde⸗ Elnnehmer Dern zu Lang⸗Göns.— Das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienst⸗ ordens Philipps des Großmütigen: Der Landgerichtsrat Dr. Friedrich Wilhelm Möbius zu Gießen; der Amtsgerichtsrat Heinrich Gebhardt zu Gießen.— Das l Ehrenzeichen mit der In⸗ schrifft„Für langjähr. treue Dienste“: Der Kanzleidiener Friedr. Korell zu Gießen. — Das Silberne Kreuz zum Verdienst⸗ orden Philipps des Großmütigen: Der Hochbauaufseher bei dem Hochbauamt Gießen Peter Sahl.— Das Allgemeine Ehren⸗ re für treue Dienste: Der Lokomo⸗ pführer in der hessisch⸗preußischen Eisenbahn⸗
einschaft Heinrich Kolb zu Gießen; der eichensteller in der hessisch⸗preußischen Eisen⸗ hahngemeinschaft Kaspar Hönig zu Mücke; der Weichensteller in der hessisch⸗preußischen Eisen⸗ bahngemeinschaft Heinrich Simon III zu Als⸗
ö Bun der Weichensteller in 5 hessisch⸗preußi⸗
chen Eisenbahngemeinschaft Georg Kraemer zu Nidda; der Bahnwärter in der hessisch⸗ preußischen auf Posten 15 der Strecke Gießen⸗Gelnhausen; der Bahnwärter in der hessisch⸗preußischen Eisen⸗ bahngesellschaft Anton Wilhelm Jäger auf Posten 22 der Strecke Gießen⸗Gelnhausen; der Bahnwärter in der hessisch⸗preußischen Eisenbahn⸗ gemeinschaft Heinrich Frühling auf Posten 46 der Strecke Gießen⸗Gelnhausen; dem Steuer⸗ kommissariatsgehilfen bei denn Steuerkommissariat Nidda Louis Schüler; per Hilfsdammwärter Jakob Kreiling zu Gießen.— Das All⸗ i Ehrenzeichen für treue Arbeit:
er Hilfsbahnwärter in der hessisch⸗preußischen agemenschast Ph. Müller zu Nau⸗
eim. A Gietzen, 26. Nov.“ Das Regierungsblatt Athält u. u. folgende Bestauntmachungen: Dienst⸗ —. P P—— p ß—————
Eisenbahngemeinschaft Hrch. Schmidt H
——
nachrichten. Am 27. Oktober wurde dem Schul⸗ amtsaspiranten Heinrich Weisel aus Muschen⸗ heim, Kreis Gießen, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Garbenteich, Kreis Gießen, übertragen; an demselben Tage wurde dem Geometergehilfen Julius Ritter aus Grünberg das Patent als Geometer 2. Klasse für den Kreis Gießen erteilt; an demselben Tage wurde dem Schullehrer Heinrich Schildwächter zu Bernsfeld, Kr. Alsfeld, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hopfgarten, Kr. Alsfeld, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Heinrich Gompf zu Hopfgarten, Kr. Alsfeld, die Ge⸗ meindeschule zu Bernsfeld, Kr. Alsfeld, über⸗ tragen. Ruhestandsversetzungen. Am 29. September wurde der Schullehrer an der Ge⸗ meindeschule zu Hitzkirchen, Kr. Büdingen, Wilh. Lott auf sein Nachsuchen bis zur Wiederher⸗ stellung seiner Gesundheit, mit Wirkung vom 1. Oktober an, am 13. Oktober wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Wieseck, Kr. Gießen, Heinrich Katzenbach, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als 50 jährigen Dienste, mit Wirkung vom 1. No⸗ vember an, am 23. Oktober wurde der Schul⸗ lehrer an der Gemeindeschule zu Dannenrod, Kreis Alsfeld, Hermann Brusius, auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. November an, am 30. Oktober wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Saasen, Kr. Gießen, Ludwig Gompf, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner treuen Dienste, mit Wirkung vom 16. November an, bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit, in den Ruhestand versetzt.— Er⸗ ledigt sind: eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Eckartsborn, Kreis Büdingen, mit einem jährl. Gehalt von 900. Mit der Stelle ist Lek⸗ torendienst verbunden; die Lehrerstelle an der kath. Schule zu Engelthal, Kr. Büdingen, mit einem jährl. Gehalt von 900. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden; eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Mörlen, Kr. Fried⸗ berg, mit einem nach dem Dienstalter sich be⸗ messenden jährl. Gehalt von 1000 1500 KA. Mit dieser Stelle kann Organistendienst ver⸗ bunden werden.
* Gießen, 26. Nov.(Billard⸗Match ugo Kerkau.) Wie wir unsern Lesern schon mitgeteilt, ist es gelungen, den Großmeister des freien Carambolagespiels zu veranlassen, in Gießen seine Kunst öffentlich zu zeigen. Wie nunmehr festgesetzt ist, wird sich der berühmte Weltmeister auf dem Billard, Hugo Kerkau, Inhaber der internationalen Billard⸗Akademie zu Berlin, am Freitag, den 3. Dezember im Theatersaale des Cafe Leib produzieren. Das Billard wird zu diesem Zwecke in der Mitte des Saales aufgestellt, während die Zuschauer um dasselbe herum bequem den Meister beobachten können.
* Gießen, 26. Nov. Aus der Sitzung des Bezirks⸗Eisenbahnrats Frankfurt
am Main ist Nachstehendes— als für diesseitige Verkehrsverhältnisse von Interesse— hervorzu⸗
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Die Mausefalle.
Novelle von Frida Storck. (Nachdruck verboten).
(Fortsetzung.)
1 ost das schön!“ Diese drei Worte, inhalt⸗ wer, ertönen bei jeder Wegebiegung, bei jeder, Statue. Theo
aus dunklem Laub aufleuchtenden St muß sich wundern, ob der unermüdlichen Genuß⸗ fähigkeit der filberhaarigen Dame. Sie weiß, die⸗ selbe fuhr die ganze Nacht hindurch und unternahm frühmorgens eine mehrstündige Wanderung durch das alte Frankfurt Und immer noch frisch!
„Wolins auch d' türkisch Moschee ohnsehe? fragt der fortgesetzt in seinem schwäbischen Dialekt unterwelsende Buße. 1
„Was, Ihr habt hier auch eine Moschee??
„Desch will i meine! Grad wie d' Moschee in Medina gewesche isch, so hatsch fälle Baumeischter herschtelle g'müscht.“
Natürlich wollte man das orientallsche Wunder⸗ werk sehen, trotz zunehmender Mittagsschwüle.
Ein hohes Thor erschließt den weiten Vorhof, den kings langgestreckte Säulengänge an den Ecken von kleinen Tempeln unterbrochen, umgeben. Ge⸗ kadeaus erhebt sich die eigentliche Moschte in ihrer sremdländischen Eigenart. Neben dem mächtigen Kuppeldach streben schlante Minarets hoch in den
ktflimmernden Aether.
Ach, ist das schön!“ Diesmal lächelt Theo 7 der Begleiterin.
die Be⸗
icht über 0 als sei
Ihr selbst ist,
sie urplötzlich mit Aladins Wunderlampe unter orientalischen Himmel versetzt. Leise rauschen die Parkbäume hinter den Säulengängen und sengend brütet die Sonne auf dem Sand des Vorhofes. Indeß der Bube enteilt, die Hüterin des Aller⸗ heiligsten zur Stelle zu schaffen, sitzen die Reisenden auf einer Steindank und studieren Koransprüche. Dann fällt es Theo ein, diese Szonerie erinnere sie an das große Künstlermaskenfest des letzten Winters. Dort war die ganze Dekoration orientalisch und auch die meisten Masken.„Es war märchenhaft, und wunderschön!“
„Und Sie, waren Sie als Sultanin, Sheherezade dort?“
„Nein, als Rumänin! Wir haben Freunde am Hofe der Königin von Rumänien, die schenkten mir den Anzug, er ist ganz getreu.“
„Wie interessant! In der Sylvas zu leben.“
„Die Königin i tracht. Zuweilen auch in alten Fürstin weilt.“
„Beschreiben Sie mir Kind.“ b. 5 Und sie beschreibt mit der Begeisterung erster Balltriumphe ihre eigene, fremdartig⸗reizvolle Er⸗ scheinung an jenem Festabend..
„Da gab es natürlich der geheimnisvo en Maskenscherze viel“, forscht die wißbegierige, alte Dame.„Wieviel Herzen haben Sie gebrochen?
„Oh,, macht Theo.„Vielleicht verstehe ich
oder
Umgebung Carmen
trägt in Sinaya meist National⸗ Wied, wenn sie bei der
doch das Kostüm, liebes
mich darauf noch nicht. Da muß man sein wie
Medaktion und Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.
r.-Linden, Grünberg, Hausen,
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heben: 1. Antrag Macco-Siegen befürwortet die Einführung eines Schnellzug ver⸗ kehrs in Richtung Frankfurt- Gießen— Betzdorf— Hagen, zugleich vermehrte Aus bildung dieser, uns auf kürzester Linie mit dem Norden verbindenden Strecke. In eingehender Ausführung wies Antragsteller darauf hin, wie eine derartige Teilung des Verkehrs die Haupt⸗ strecken zu entlasten und die Gefahren für Ge⸗ sundheit und Leben der Passagiere, welche die derzeitige Ueberlastung der Hauptstrecken mit sich bringe, zu vermindern geeignet sei. Koch⸗ Gießen trat für Neueinlegung von Schnell⸗ zügen auf der Main⸗Weser⸗Bahn mit Wirkung vom Sommerfahrplan 1898 ein, indem er dem Bedauern Ausdruck gab, daß der vor Jahresfrist der Versammlung vorgelegte, von den vereinten Direktionen mit so großer Umsicht ausgearbeitete Sommerfahrplan-Entwurf pro 1897, insoweit er von der Direktion Frankfurt a. M. in wohlwollendster Weise mit der längst als Bedürfnis anerkannten Neueinlegung von Schnellzügen auf jener Strecke, sowie in Relation Gießen— Hagen, bedacht worden, der höchsten Genehmigung entbehrt habe. Wäre jener Ent⸗ wurf auch vorbehaltlich dieser Zustimmung vor⸗ gelegt worden, so sei damals doch jede Be⸗ fürchtung ausgeschlossen gewesen, daß sie versagt bleiben könne in anbetracht des Umstandes, daß die Bedürfnisfrage in früheren Sitzungen regierungsseitlich längst zugestanden war und die Ausführung beim Eintritt in eine befrie⸗ digendere finanzielle Lage der Staatsbahnver⸗ waltung in sichere Aussicht genommen werden solle. Trotz der stetig sich mehrenden Betriebs⸗ ergebnisse, zumal im Verlauf der gegenwärtigen Periode, scheine man aus dem Beharrungs⸗ zustand nicht heraus kommen zu können, um endlich dem Verkehr die berechtigtsten Ansprüche zu bewilligen. Der Antrag war in erster Fassung mit Anschluß an die Gotthard⸗ züge(wie in jenem Entwurf enthalten) gestellt, doch erfuhr er seitens der Direktion Cassel, welche den Abgang ab dort auf 6 Uhr vor⸗ mittags befürwortete, Widerspruch, und wurde derselbe darum vom Antragsteller in dieser allgemeinen Fassung modifiziert. Die für beide vorstehenden Anträge von den Antragstellern begründete Dringlichkeit wurde mit großer Majorität ausgesprochen und die Anträge selbst fast einstimmig von der Versammlung an⸗ genommen. Die vereinigten Direktionen gaben durch ihren Referenten die Versicherung ab, daß nach wie vor man die durch die Anträge behan⸗ delte Zugvermehrung in wohlwollendster Weise
erstrebe.
* Grünberg, 22. Nov. Nächste Woche beginnt hierorts der von der Gießener Gabels⸗ berger Stenographen-Gesellschaft veranstaltete stenographische Unterrichtskursus.
* Grünberg, 25. Nov. Nach der letzten
für die Provinz Oberhessen zu Gießen ist be⸗
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Gunsten der Städte Fulda und
ilialen: Alten⸗Buseck, Daubringen, Fellingshausen, Flensungen,
Ausschußsitzung des landwirtschaftlichen Vereins
kanntlich der Antrag bezüglich der Einrichtung einer Molkereischule in Oberhessen zu Lauterbach
Garbenteich, Gr. Buseck, Heuchelheim, Hochelheim, Kinzenbach, Kl. Linden, Krofdorf, Lang⸗
Göns, Launsbach, Lauter, Leihgestern, Lollar, Mainzlar, Queckborn, Rödgen, Rodheim, Stangen⸗ rod, Staufenberg, Steinbach, Steinberg, Ulrichstein, Watzenborn, Wetzlar, Wieseck, Wißmar.
entschieden worden. Aus Oberhessen hatten sich dieserhalb verschiedene Orte, so z. B. Alsfeld, Nidda, Büdingen und Grünberg um den Besitz einer derartigen Schule beworben und auch von seiten des Landtagsabgeordneten Geh. Reg. Schönfeld wurde speziell unsere Stadt zur Berücksichtigung empfohlen, und zwar aus Gründen, die die wirtschaftlichen Interessen be⸗ dingten. Da nun aber die genannten Städte — namentlich Fulda— mit außerordentlich günstigen Konzesstonen ihre Gesuche unterbreiten konnten, die kleinen Orte ohne ganz erheb- liche Mehrbelastung der Kommunal⸗ abgaben aber nicht imstande sind, dasselbe zu leisten, so sah sich der Ausschuß genötigt, dem Antrage des Kreisrates Dr. Fischer zuzu⸗ stimmen. Diese kurze Mitteilung dürfte wohl genügen, um die hierorts verbreitete Auffassung, der Stadtvorstand hätte in dieser Angelegenheit nicht die nötigen Schritie gethan, zu dementieren. i. Laubach, 24. Nov. Der„Laub. Anz.“ liefert zu dem Kapitel„unfreiwilliger Humor“ folgenden ergötzlichen Beitrag:„Im Laden des hiesigen Kaufmanns H. zeigte ein Käufer zwei Jungen einen Revolver. Derselbe entlud sich plötzlich und die Kugel flog zwischen den beiden Käufern hindurch, sodaß dieselbe glücklicher⸗ weise mit dem Schrecken davon kamen.(Muß die aber bleich ausgesehen haben.)
n. Wettsaasen, 23. Nov. Das 8. Bundes⸗ sängerfest des Ohm-Lumdathal⸗Sänger⸗ bundes findet im nächsten Jahre hierorts fiat. Mit demselben ist Fahnenweihe verbunden.
Vermischtes.
— Das merkwürdigste Weib der Erde. Ein menschliches Wunder im wahrsten Sinne des Wortes ist die Tochter eines Mestizenpaares auf der Insel Trinidad in Westindien. Die jetzt 26jährige Evatima Tarso hat sich zwar nie in der Oeffentlichkeit gezeigt, doch ist sie sehr vielen Aerzten in Indien, Australien und Amerika bekannt. Bis jetzt ist dieses wunderbare Wesen all den studierten Männern, die unzählige Experimente mit dem Mädchen angestellt haben, ein geheimnisvolles Rätsel geblieben, dessen Lösung voraussichtlich keinem Menschen gelingen dürfte. Ein englischer Arzt, der die Relse nach dem fernen Indien nicht scheute, um sich von der Wahrheit der wunderbaren Berichte, die ihm über die Tarso zu Ohren kamen, zu überzeugen, erzählt nun fol⸗ gende Thatsachen: Das merkwürdige Mädchen hat nie in ihrem Leben das Gefühl des Schmerzes kennen gelernt; Miß Harso ist vollkommen gefeit gegen Krankheit, selbst das stärkste Gift kann ihr nichts anhaben. Tiefe Nadel⸗ stiche in das weiche Fleisch ihres Körpers und unter die Nägel ihrer Finger, die Berührung eines rotglühenden Elsens oder ein derber Messerschnitt bedeuten diesem Weibe gar nichts. Sie empfindet nicht das geringste Unbehagen und nach einigen Stunden ist jede Wunde geheilt. Noch seltsamer erscheint jeden Arzt die sonderbare Fähigkeit, die Zirkulation ihres Blutes völlig in der Gewalt zu haben. Ein Durchschneiden der Pulsader hat bei diesem Phänomen durchaus nichts auf sich. Miß Tarso läßt spaßeshalber den roten Strahl hoch aufspritzen und wischt im nächsten Moment die Blutspuren von der Wunde, aus welcher ohne ihren Willen kein Tropfen weiter entweichen kann. Lächelnd hielt das Mädchen mit den giftigsten Schlangen, die sie oft erst durch Kneisen zum Biß reizen muß. Der Biß einer Kobra hat auf sie kaum die Wirkung, die der
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Ellis Brown, sie ist eine Amerikanerin und sehr schön und anziehend. Sie hat schwarze Augen und rötliches, furchtbar langes Haar. Sie sah ganz seltsam aus in ihrem schwarzsammtenen Slowaken⸗ kostüm, mit dem riesigen, schwarzen Sch lapphut. Die Herren haben sich um ihre Mausefallen, die sie zum Besten des Kinderhortes verkaufte, gerissen.
Sie hat einen Haufen Geld abgeliefert.“
„Freiwillige Spenden?“
„J wo! Die gezahlt, aber sie forderte eben unverschämt. ihrer fauatischsten eine winzige Mausefalle abgepreßt. fie fich ausschütten vor Lachen. Sie hat die Schulter ins grad noch das einzige
hätte er nicht anders gekonnt.“
kanerin schlecht, liebes Kind.
Pression gelten.“
„Reich war er nicht.“ „arm Schulmeisterlein.“ kenne ihn gar nicht, sah ihn nur in der
stockt plötzlich. a „Nun Kindchen, gestehen Sie, nahmen Sie zu seinen Gunsten?“
was
da sich Ellis weigerte ihm das
——
Her ren hätten schon lieber weniger Einem Verehrer hat sie zehn Mark für Nachher wollte ihm über Portemonnaie neingelugt, er hätte Zehnmarkstück gehabt. Es wäre zum Schießen gewesen wie er gezaudert und gezuckt hätte, aber unter ihrem bittenden Blick, da
„Das gefällt mir von dieser schönen Ameri⸗ Wenn es ein reicher
Lebemann gewesen wäre, ließe ich allenfalls solche
Ellis sag te, er sei ein Mir that das so leid. Maske.“
„Aber eben weil er mich nicht kannte—“, Sie
unter⸗
„Ich hatte zufällig ein Zehnmarkstück mit, und seine zurückzugeben,
so hob ich die Drahtfalle auf, die er mit grim⸗ migem Lachen in die Saalecke schleuderte. Das Goldstück wickelte ich in eine Knallbonbonhülse und
steckte sie hinein. Dann schlich ich ihm nach, klopfte ihn auf die Schulter und sagte: „Du bist leichtsinnig, Fremdling,— er war
Armenier— ich bringe Dir das goldne Mäuslein zurück. Lasse es nicht wieder entschlüpfen.
Mit Fallen fängt man Mäuse, und mit schönen Augen Männerherzen und Goldstücke, sei auf der Hut.„Dann floh ich in das Maskengewühl.“
„Aber, liebes Fräulein, das ist ja ein aller- liebster, kleiner Roman!“
Theo streicht das Haar aus dem glühenden Gesichtchen, ein Spottlächeln huscht um die frischen Lippen:„Allerdings ein Roman, aber mit sehr prosaischem, unbefriedigendem Schluß. Mama fühlte sich plötzlich nicht wohl, wir fuhren vor der Demaskierung heim. Den Armenier habe ich nicht wieder gesehen, hätte ihn auch schwerlich erkannt.“—
Klingt es da nicht wie ein verwehter Seufzer? Theo spät in den Säulengang, er ist leer.—
Nach zehn Minuten kebrte man, wirklich ent⸗ täuscht, aus dem Allerheiligsten zurück. Es gab da nichts als nackte Marmorwände mit tiefbedeut⸗ samen Koransprüchen. Im Vorhof steht ein hoch⸗ gewachsener Mann im grauen Jackettanzug. Seine dunklen Augen bohren sich förmlich fest an der hellen Mädchengestalt. Theo setzt ihre hochfahrendste Miene auf und beschleunigt ihren Schritt.
(Fortsetzung folat.)


