Ausgabe 
26.5.1897
 
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Nr. 122

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bm se Gieen, Mittwoch, den 26. Mai

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1 sst fünn l Redaktion: 5 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.* Expedition: i dürften 1 6 Preis der Anzeigen i 10 Pfg. für die Aspaltige Petitzeile. E Kreuzplatz Nr. 4. 10 schon 0 R.. keichische; hn; 5 5 5 1 1 i ainz, Are 1 9 eine Generalversammlung statt, worauf notwendig wird. In Ortenberg ging am Der 17. hessische Feuerwehrtag, der Sonntag

, reh Lokales und 6 drovinzielles. wir Interessentenkreise hierdurch aufmerksam Mittwoch ein schweres Wetter mit wolken-⸗T und Montag in den Mauern unserer Stadt A. N Gießen, 25. Mai. Uebertragen wurde machen. Das Ergebnis des verflossenen Geschäfts⸗bruchartigem Regen nieder, der die unteren Stadt- tagte, verlief unter der denkbar günstigsten Witte⸗ in de al.% am 19. Mai dem Lehrer an der Gemeindeschule jahres zeigt, daß genanntes Institut in fort⸗ teile unter Wasser setzte und fußhohen Schlamm rung programmgemäß und in schönster Weise. ehre ju Rockenberg Friedrich Josef Grobe die schreitender Entwickelung begriffen ist. zurückließ. Bei der am Sonntag Vormittag stattgehabten ö tun, Stelle eines Lehrers an der Zellenstrafaustalt Bad Nauheim, 24. Mai. Vom 13. bis]* Aus dem Vogelsberg, 23. Mai. Unter] Delegierten-Versammlung waren 82 freiwillige treit u Butzbach, unter Belassung in seiner Eigenschaft 20. Mai sind 780 Kurfremde hier angemeldet den Leuten grassiert in diesem Monat die In- Feuerwehren(Starkenburg 48, Rheinhessen 21 5 k nun als Volksschullehrer. Ernannt wurde am worden. Die gesamte Personenfrequenz beträgt[fluenza in ziemlicher Ausdehnung. Dabei ist und Oberhessen 13) rund 150 Delegierte ver⸗ pel 19. Mai der Fußgendarm Johann Georg Baum 3010, die Bäderfrequenz 15239 bis 20. Mai. der Charakter der Krankheit entschieden bösartiger treten. Aus dem Bericht über den Stand des un A. N in Nidda zum Amtsgerichtsdiener am Amts⸗ Der Vorsprung an Personen gegen das Vorjahr als in den vorausgegangenen Jahren mit Aus-] Feuerlöschwesens im Großherzogtum entnehmen unmehr h gericht Gernsheim, mit Wirkung vom Tage berechnet sich auf 915, der Vorsprung an Bädern nahme des Jahrgangs, in dem sie zum erstenmal] wir, daß in Hessen 937 Gemeinden bestehen, die He 91 eines Dienstantritts an. Die Ernennung des auf 2860. Täglich werden im Durchschnitt der auftrat. Der Seuche sind schon Personen zum sämtlich organisierte Feuerwehren haben. ensverhay Polizeisergeanten Maurer in Harburg zum letzten Woche 968 Bäder bereitet. Opfer gefallen. Unter den Kindern tritt die] gesamt bestehen 952 Feuerwehren, wovon 257

Kmtsgerichtsdiener ist widerrufen worden. nrg Dani. Gießen, 25. Mai. Die Unterofftziere mud der G. Ot Mattel und Firmenich vom Infant.⸗Regt. 13. staiser Wilhelm(2. großh. hess.) Nr. 116 wurden zu Portepeefähnrichen befördert.

Gießen, 25. Mai. Eine interessante Ar 990 beit ist die dem Bauunternehmer Winn 900 1. Unterführung des Bahndammes an

. ber Geilfußschen Villa. Die Züge werden in uma 1 0 auf den provisorisch errichteten neuen 14 amm übergeführt, dem man durch mittels Eisen

N wein, serbundenen eingerammten Pfählen die nötige ßestigkeit gegeben hat. Trotzdem müssen die

A lüge vor dem Passteren dieser Stelle halten und Arnold ürfen die Fahrt über dieselbe nur ganz langsam ipkapaß). Rachen. In dieser Woche ist, nachdem der alte

damm durchstochen, mit den Maurerarbeiten be jonnen worden.

Gießen, 24. Mai. Für Donnerstag Nach⸗ nittag 4 Uhr ist auf Textors Terrasse ein lroßes Konzert in Aussicht genommen. eichzeitig wird der Juxplatz eröffnet. Eir weisen bei dieser Gelegenheit auf die neu ingelegten Spielplätze hin, welche ebenfalls an sem Tage der Benutzung übergeben werden. lbends wird das ganze Etablissement, Juxplatz und Spielplätze elektrisch be seuchtet sein.

* Gießen, 25. Mai. Unsere gestrige Notiz tr. die Verhaftung des Kommis Otto Schneider dahin zu berichtigen, daß letzterer bei der irma L. Reiß(nicht N. Reiß) angestellt war.

* Grünberg, 24. Mai. Nach dem soeben kröffentlichten Geschäftsbericht des Vorschuß dereins Grünberg betrug der Gesamtumsatz mn Jahre 1896 3 269 845 4. Der Reingewinn läuft sich auf rund 8877 1, wovon 5 Prozent Abidende auf 133 601& Stammqguthaben ver⸗

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gangbare Meßgerel ber, Kirchenplatz!

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1 nüt werden sollen. Der Ueberschuß hiervon ist 40 ir Abschreibungen und Ueberweisung an die zelnen Reservefonds bestimmt. Die Mitglieder⸗

50 102 betrug am Ende des Rechnungsjahres 1140 ersonen. Um dem volkswirtschaftlichen Zweck

nannten Vereins und seinen idealen Zielen

% 0 lächnung zu tragen, hat der Vorstand und Auf⸗

Fabriken bete(atsrat beschlossen, vom 1. Januar 1897 für von Lokalil borschüsse und Darlehen eine prozentige Ver⸗

i n hun bil das Bie e ier Mitglieder dur illigen Zinsfuß zu er⸗

r Mia achtern. Am nächsten Sonnabend, abends 8/ Ar, findet im GasthauseZur Pinn dieserhalb

0 Kk. Westanlage.

* Bad Nauheim, 23. Mai.

Die freie Vereinigung der Krankenkassen im Großherzogtum Hessen hält am nächsten Sonntag dahier ihre fünfte Generalversammlung ab. Außer der Berichterstattung des geschäfts führenden Ausschusses steht auf der Tagesord nung die Uebernahme des Heilverfahrens seitens der Invaliditäts⸗ und Altersversicherungsanstalt (Referent Herr Regierungsrat Dietz⸗Darmstadt), ein Entwurf zu einer Arzneitaxe nach aufgestellten Normen(Ref. Herr Münch-Worms), die Novelle zum Unfallversicherungsgesetz und Uebernahme der Verunglückten schon nach fünf Wochen auf die Unfallverstcherung(Referent Herr Ostermeyer Worms). Entwurf eines Gesetzes zur Invaliden versicherung(Referent Herr Regierungsrat Dietz von Darmstadt) und eine Statistik über Rech⸗ nungsführung der Krankenkassen.

* Friedberg, 24. Mai. Mehrere Fuhrleute von Berstadt brachten allerlei Ladung nach Friedberg. Der Eine stürzte von seinem Wagen und das Rad ging über beide Ober⸗ schenkel. Entsetzt schrieen die anderen Fuhr leute den Pferden des GestürztenOha! Oha! zu und augenblicklich standen die Tiere still. Aber das Rad blieb gerade auf dem Bein des Gestürzten stehen. Ein Arzt untersuchte den Gestürzten und erklärte schließlich:Es ist nichts kaput! Nur eine Quetschung und Schürfung hat stattgefunden, das wird aber bald wieder heilen. Der Verletzte und die Begleiter waren hoch erfreut und außerordentlich erstaunt und glaubten kaum, daß es so gut abgegangen sein könnte.Oh! sprach der erfahrene Arzt,das daut all naut! Es geht nix über gesunde Wetterauer Knochen.

* Nidda, 24. Mai. Die vergangene Woche war in verschiedener Weise für unsere Gegend eine verhängnisvolle. Der hiesige Landwirt Bueck verunglückte dadurch, daß durch ein heran⸗ ziehendes Gewitter erschreckt, sein Pferd mit dem Wagen, auf dem er und seine Mutter saßen, durchging und so durch die Stadt raste, daß beide Insassen auf die Straße geschleudert wurden. Der Wagen ging Bueck über den Unterleib; die Mutter kam, ohne erheblichen Schaden genommen zu haben, davon. In Ober⸗Widdersheim stürzte der hiesige Schiefer⸗ decker Eckhardt so unglücklich von einem Dache ab, daß er hierher gefahren werden mußte und seine Verbringung nach der Klinik in Gießen

Krankheit gleichfalls auf.

* Darmstadt, 23. Mai. Die Ergänzungs- wahlen zum Landtag im vorigen Herbst haben eine zuverlässige nationalliberale Mehrheit, in der das nationalliberale Ministerium Finger seit Jahren seinen festen Rückhalt gefunden hatte, nicht wieder zu Tage gefördert. Der schon über 70 Jahre alte Ministerpräsident Finger trug sich deshalb gleich nach der Wahl mit Rücktritts⸗ gedanken, die zwar in die Oeffentlichkeit, aber nicht zur Verwirklichung gelangten. Nach Lage der Dinge scheint es aber nicht ausgeschlossen, daß Finger nach Vorlage des Etats im Laufe des Jahres den Rücktrittsgedanken verwirklichen wird. Ob der jetzige Finanzminister Weber die Erbschaft antreten wird, erscheint, von anderen Gründen abgesehen, auch deshalb nicht wahr scheinlich, weil er ebenfalls nahe vor dem 70. Lebensjahr steht. In eingeweihten Kreisen will man wissen, daß der derzeitige Leiter der Justiz abteilung, Ministerialdirektor Dittmar, Chancen für das Präsidium des Ministeriums hat.

* Seligenstadt, 24. Mai. In einer hie sigen Holzschneiderei ereigneten sich gestern zwei Unfälle. Ein verheirateter Arbeiter von hier erlitt infolge unvorsichtiger Hantierung am Treib riemen eine schwere Kehlkopfverletzung und ein verheirateter Schreiner aus Klein-Auheim durch ungeschickte Führung eines Stemmeisens eine be⸗ trächtliche Handwunde. Unter der hiesigen Kinderwelt herrscht seit 14 Tagen eine Masern⸗ epidemie. Dieselbe forderte bereits mehrere Opfer. Zwei Familien verloren dieser Tage fast gleichzeitig je 2 Kinder.

* Nieder ⸗Olm, 24. Mai. In unserer Gegend treibt sich gegenwärtig ein Schwindler herum, der bei den Landwirten vorspricht und Mietverträge als Knecht abschließt. Nach Empfang⸗ nahme des Mietgeldes von 5 X. verschwindet der Bursche dann, ohne den Dienst anzutreten. Derartige Betrugsfälle gelangten in letzter Woche aus Elsheim, Essenheim, Ober-Olm, Zornheim und Selzen zur polizeilichen Anzeige. Der Gauner zeigt eine Invaliditäts- und Altersver⸗ sicherungskarte auf den Namen Karl Metz aus Moorsheim vor. Trotz den eifrigsten Nach forschungen ist es der Polizei noch nicht ge⸗ lungen, des Schwindlers, gegen den ein Steck brief erlassen ist, habhaft zu werden.

* Heppenheim, 24. Mai.(17. hessischer Feuer wehrtag zu Heppenheim a. d. B.)

e prüfung der

Poussette. Von Ouida.

.(Fortsetzung.)

ö Unglücklich machte das sie nicht. Denn sie war u geduldiges, kleines Wesen von heiterer, genüg⸗ mer Sinnesart. Doch wenn sie die Züge dessen,

an dem ihr Herz hing, von tiefstem Unmut durch ucht und verdüstert sah, so ward ihr Herz traurig eshimmt. Denn ob sie auch nicht sagen konnte, zes ihrem Herrn fehlte, so wußte sie doch, daß er b. Zu Zeiten, in denen das Glück des Hazard dieles ihm hold war, was freilich selten vorkam, ate er Trost in Vergnügungen, die ihn weder richten noch erheitern konnten. Und wieder

on Aykte Poussette, daß etwas nicht in Ordnung war,

Fele In was es nur sein mochte, begriff sie nun erst recht

1 et. Immer jedoch und ob auch die helle Mittags

eme ihn noch auf seinem Lager in fieberhaftem swlafe fand, traf ihr Strahl auf die kleine Ge jet der aufrecht sitzenden Poussette, die stumm, sop mit gespanntem Blick auf des Schläfers Er

Neha e nahen wartete. 5allaug cgAch, Poussette, wenn es doch eine Frau gäbe, ift nose ü so wie Du, immer Geduld mit einem hätte a spröc e m niemals lästige Fragen stellte! pflegte Vallarec e, Nel ic nürr als einmal zu sagen. Dod indem er so len en: ki, buch, schlug ihm das Gewissen, denn er hatte von b.

Cie, die so war, gekannt und schlecht an ihr ge lawelt. Verstand Poussette auch nicht, was er puch, so wußte sie doch, daß es etwas zu ihrem Loe war. Und sie spraug ihm aufs Knie, um ihr Kiffchen anzulehnen und sich die hübschen Ohren swecheln zu lassen.

Eines Tages wurde er in einen Ehrenhandel verwickelt. Wegen einer Lappalie kam es zu einem Wortwechsel und dann zu ernstem Streit, der damit endete, daß Vallarec seinen Widersacher zum Duell fordern ließ. Derselbe war einer der berühmtesten Fechter in Europa. Zum Rendezvous wurde ein Platz an der belgischen Grenze gewählt.

Das kam à propos, dachte Vallarec, mit dem es soweit gekommen war, daß er nur noch ein paar hundert Franks besaß, gerade genug für seine Reise und die Kosten seiner Beerdigung. Denn es stand bei ihm fest, daß er fallen werde. Er war abergläubisch, wie alle Spieler, und dieser Anlaß, sich mit einem Gegner zu schlagen, der ihm in der Fechtkunst mindestens nichts nachgab, fiel in eine Zeit, wo er sich den Tod wünschte. Ihm war das Leben welches er führte, mehr denn je zuwider; das Spiel widerte ihn an, und die fruchtlosen An wandlungen von Reue, die zuweilen über ihn kamen, waren ihm erst recht unerträglich. Zur Umkehr war es ja doch für ihn zu spät. Das Gold seiner Jugend lag hinter ihm, in den Sand seines Lebens weges gestreut. Es aufzulesen und in Münze zu prägen, stand weder in seiner noch eines anderen Menschen Macht. Und wenn er jetzt starb, so gab es nur ein Wesen, das um ihn trauern würde Poussette.

Ihr künftiges Schicksal machte ihm Sorge; sie war so klein und hilflos und sollte nun ganz allein auf der Welt zurückblei zen! Er sah sie im Geiste schon auf dem Karren des Hundefängers oder auf der Folter der Vivisektion. Zwar besaß er einen Diener, der, obwohl ein durchtriebener Spitzbube,

sich bisher als treu bewährt hatte, weil Vellaree stets ein nachsichtiger und, wenn nicht gerade in Geldnot, auch ein freigebiger Herr war. Doch kannte dieser seinen Leporello ganz genau und wußte, daß derselbe keinen Augenblick zögern würde, das Hündchen seines toten Herrn für eine halbe Flasche Kognac und eine Kiste Zigarren zu verkaufen.

Was sollte aus Poussette werden? Wer würde für sie sorgen, ihr die Sahne vom Kaffeetisch, die Trüffeln von den Kotelettes, das feine Weißbrötchen aus der Serviette geben? Wer überhaupt darnach fragen, ob sie am Leben oder tot sei?

Er dachte an seine sämtlichen Freunde und Be kannten, es war aber kein Einziger darunter, an den er auch nur die Bitte hätte stellen können, ein verwöhntes Hündchen ohne Rasse aufzunehmen. Die Männer würden die Sache unbequem finden, und die Frauen sie würden es ihm versprechen, jawohl. Das wäre aber auch alles. Er gab sich keinen Täuschungen bin. Er wußte, daß ein armer Mann keine Freunde hat und ein Toter keine Geliebten.

Da plötzlich tauchte das Bild derjenigen in seiner Erinnerung auf, gegen die er am schwersten gesündigt hatte.

Marie Desjardins war eine der begabtesten Schülerinnen am Pariser Konservatorium gewesen und hatte schon mit Erfolg ihre Laufbahn als Sängerin betreten. Da wurde sie zu ihrem Unglück mit Vallarec bekannt. Aus Liebe zu ihm entsagte sie der Kunst und brachte ihm das Opfer einer hoffnungsreichen Zukunft. Er lohnte es ihr schlecht.

695 Pflichtfeuerwehren sind. Starkenburg zählt 106 freiwillige und 237 Pflichtfeuerwehren; Oberhessen zählt 48 frei⸗ willige Wehren und 364 Pflichtwehren; Rhein⸗ hessen zählt 103 freiwillige und 90 Pflichtfeuer⸗ wehren. Die Zahl der vorhandenen Spritzen beträgt 480 mit Saugwerk und 1155 ohne Saugwerk, drei Wehren besitzen noch keine Spritzen. Neugegründet wurde in letzter Zeit eine frei willige Feuerwehr zu Obertshausen und Nieder- Bessingen, während sich die zu Nack aufgelöst hat. Im weiteren wurde mitgeteilt, daß der nächste deutsche Feuerwehrtag in Char lottenburg stattfindet. Dem Antrag der frei willigen Feuerwehr Michelstadt:Es möge der Landesverband bei großherzoglicher Regierung dahin wirken, daß vom Dienst bei einer Pflicht feuerwehr nur solche Persouen entbunden werden, die mit Sicherheit als durch Berufspflichten ver hindert anzusehen sind; als nicht durch Berufs pflichten verhindert, sind die Lehrer anzusehen wurde insofern stattgegeben, als gerade in kleineren Orten die Lehrer sich als Kommandeure, Ordner und dergl. gut qualifizierten. Als Ort für Abhaltung des 18. hessischen Feuerwehrtags 1899 wurde die Stadt Mainz bestimmt; damit ver bindet die Mainzer Feuerwehr ihre 50 jährige Jubelfeier.

* Alzey, im Mai. Kürzlich wurden an der Kasse der hiesigen Güterabfertigungsstelle ein Zweimarkstück mit dem Bildnis des Kaisers Wilhelm I., der Jahreszahl 1876 und dem MünzzeichenA, sowie ein Thalerstück mit dem Bildnis des Königs Wilhelm von Preußen, der Jahreszahl 1866 und dem MünzzeichenA als falsch angehalten. Den Ausgebern konnte die Kenntnis der Unechtheit der Münzen nicht nachgewiesen werden. Die Falsifikate sind aus Blei gefertigt und sehr gut ausgeführt. Die hiesige Polizeiverwaltung bittet um Anstellung von Nachforschungen.

* Worms, 23. Mai. Ein äußerst be⸗ dauerlicher Unglücksfall ereignete sich vorgestern Abend in der hiesigen neuen Kaserne. Ein Soldat kehrte in etwas angeheitertem Zu stande in die Kaserne zurück, legte sich zu Bette, verließ dasselbe gegen 11 Uhr und öffnete das Fenster, aus welchem er vom vierten Stockwerk herunter auf das Pflaster stürzte. Er erlitt dabei einen Schädelbruch, außerdem sind beide Arme, der eine sogar an zwei Stellen gebrochen.

freiwillige und

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Sie war die Eine, die ihn wahrhaft geliebt hatte so still und ergeben wie Poussette. Es ist dies die ideale Liebe, doch nicht die, welche vielen Dank von den Männern erntet. Selbstlose Hingebung erweckt zu große Sicherheit, und vollkommene Sicherheit erzeugt bald Ueberdruß. Zehn Jahre waren jetzt vergangen, seit er Marie mit schroffer Grausamkeit verlassen hatte, um eines Weibes willen, das nicht so viel wert war, wie der Staub unter den Füßen derjenigen, die er in herzloser Gleichgültigkeit ihrem Schicksal überließ. Er wußte, was aus ihr ge worden war. Sie bewohnte in der kleinen Stadt

Bourg en Bresse ein Häuschen, das sie geerbt hatte,

und gab Gesangs- und Deklamationsunterricht sie, die eine von der ganzen Welt vergötterte Künst lerin sein konnte, wenn er nicht ihren Pfad gekreuzt hätte. Er suchte sein Gewissen zu beschwichtigen; was konnte er dafür, daß sie den erwählten Beruf nicht wieder aufgenommen sie zählte damals ja erst 20 Jahre. Aber er wußte, daß er sich selbst belog, wenn er so zu sich sprach. Als er sie verließ, hatte er die Künstlerin in ihr getötet. Verstummt doch auch der Gesang eines Vogels, dem Flügel ge brochen find.

Ihr Talent wird wahrscheinlich nur schwach gewesen sein, folgerte er weiter in seinem Bemühen, die Schuld von sich abzuwälzen. Auch dies war ebenso ungerecht wie unwahr. Ihr Talent war ein so bedeutendes gewesen, daß sie in ihrer einen kurzen Saison an der Grand Opera die strengsten 3 und das anspruchsvollste Publikum entzückt atte.

(Fortsetzung folgt.)