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Nr. 172
Gießen, Somtag, den 25. Juli
1897.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Ausgabe
Gießen.
hessische Landeszeitung.
T Vosigtg. Nr. 3315. Telephon⸗Nr. 112.
Redaktion:
* Kreuzplatz Nr. 4. 2
Abg. Köhler als Bürgermeisterei⸗Kandidat.
Ein ländliches Wahl⸗Idyll. 1
Mit einem merkwürdigen Satze fährt Herr Philipp Köhler VI. in seinem Flugblatt fort: „Fast ein Jahrhundert lang ist das Bürgermeister⸗ amt zu Langsdorf(mit einigen Unterbrechungen) in den Händen der Familie Köhler gewesen. Wähler! darf das so fortgehen? Soll denn ein neues Lehnschafts verhältnis, eine neue Erbleihe, ein Dorf⸗Adel in Langsdorf aufgerichtet werden? Und ist die Wahl von Schiel nicht gleich⸗ zeitig die Bürgschaft für die Fortdauer der Vor⸗ herrschaft dieses Hauses?“
Wenn einmal die Person nichts und das Verwandtschaftsverhältnis Alles gelten soll, dürfte Köhler hiernach der ungeeignetste Kandidat sein. Die nach dem Dorf⸗Adel strebende Familie Köhler wird durch ihn nicht gestürzt, sondern dem Namen nach aufs Frische in den Bürger⸗ meister⸗Sessel heel; thut's nicht, Namensvetterschaft re cht oftmals chenso weit.
Doch unser Flugblattfabrikant ist gar nicht
so oberflächlich wie er thut. Einige Sätze weiter ühlt er die Eigenschaften auf, die ein Hürgermeister besitzen muß, und da ist von dem leeren Namen oder der bloßen Verwandtschaft nicht mehr die Rede. Hier gefällt uns Herr köhler schon besser. Es sind goldene Lebens⸗ regeln, die er verzeichnet. Neu sind sie nicht; im allgemeinen sind sie in den Abc⸗Büchern ent⸗ — oder werden doch spätestens in der Kon⸗ rmationsstunde eingeprägt. Aber das thut der Wahrheit und dem sanften Fluß der Worte keinen Eintrag. In den Knabenfrieden wird man zurückversetzt, wenn man hört, daß der Bürgermeister⸗Kandidat„vor allen Dingen ein Freund und Förderer der Armen und Geringen“, daß er ferner„ein Freund Gottes und der Menschen sein und zuvor an das Wohl seiner 1 und zuletzt erst an sich selber denken soll.“ Wir fürchten nur, daß sich das Eine oder das Andere recht schwer feststellen lassen wird.
Wie dem auch sein mag, die linden Worte spiegeln einen lauteren reinen Charakter wieder, der fich die Herzenseinfalt des Kindes bewahrt und den das Leben noch nicht eckig und kantig d hat wie andere Menschen. Oder doch?
st das noch derselbe Köhler, der unmittelbar danach das Folgende schreibt:
„Aber an alle diese Anforderungen denkt in unseren, leider noch wahlunmündigen Dörfern nur die kleine Minderheit. Da wird gewählt
Y) weil der Eine mehr zum Besten giebt als der Andere.
2) weil der Eine mehr verwandt mit dem dem Wähler ist als der Andere.
3) weil der Eine des Wählers Gläu⸗ biger ist.
4) weil der Wähler vor dem Einen mehr Furcht hat als vor dem Anderen.
5) weil ihm der Eine mehr schöne Sachen vorzulügen und unwahre Versprech⸗ ungen zu geben versteht als der Andere, der ehrlich bleiben will.
6) weil der Eine mehr verleumdet wurde als der Andere und so fort.
Brr! Es rieselt uns kalt den Rücken her⸗ unter. So soll's nach Köhler in Langsdorf und anderen hessischen Dörfern hergehen? Wie sst uns denn? Der deutsche und in Sonderheit der hessische Bauer ist— das hat uns Köhler in seinen Wahlversammlungen wer weiß wie oft gesagt— der uneigennützigste Mensch, bei dem allein noch Ideale zu finden sind. Und der follte für ein paar Glas Bier oder von der Verwandtschaft sich seine Stimme abkaufen lassen, das Höchste, was der echte Deutsche kennt? Die Furcht, das blasse welsche Gespenst, soll ihn auch noch befallen? Wie ist uns denn?„Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts in der Welt.“ Wie oft hat Köhler dies ausgerufen und nun—— Liegt Langsdorf für ihn plötzlich jenseits der Vogesen? Nicht genug damit soll der deutsche Bauer sogar lügen und verleumden? Wo ist denn die Stätte der Wahrheit und der Sittlich⸗ keit geblieben, die Köhler so oft im Gegensatz * den verlodderten Städten gepriesen hat? Und
er deutsche Gläubiger soll gegen einen deut, schen Schuldner seine Kapitalsmacht ausspielen? Wie ist uns denn? Das ist eine jüdische
Spezialität und kommt bei einem echten Ger⸗ manen nicht vor, hat Köhler uns seit Jahren
Die ait wien allein
Erscheint täglich mit Ausnahme der
Es muß so sein, denn Köhler fährt im vollsten Ernst wörtlich fort:
„Was folgt hieraus?
Es werden gewählt:
1) Leute, die zu Allem„Ja“ sagen, die ganz
gute Privatleute, ja äußerst ehrenhafte Männer sein mögen, aber wenn's heißt die Gemeinde zu vertreten, zu repräsentieren, ihr Ansehen zu verschaffen, die laufenden Arbeiten zu erledigen, dann steckt der Karren im Graben! oder Leute, deren oberste Götter ihr Geldbeutel und das eigene„Ich“ siud. Das sind meist raffinierte Brüder und verstehen die Leute hinter's Licht zu führen. Dazu be⸗ sitzen ste infolge ihres aufgehäuften Reichtums eine bedeutende Gewalt über Viele in der Gemeinde. Sie streben nur nach Geld, Gut, Herrschaft und An⸗ sehen. Freilich Geld und Gut stehen ihnen zu oberst, aber diese bringen ihnen, was sie sich sonst wünschen: Herrschaft und Ansehen. Und wenn sie es mit Geld und Gut nicht erzwingen, so helfen sie mit Heuchelei, Lug und Betrug nach. Sie sind ein Krebsschaden in jeder Gemeinde, Blutegel, die des Volkes Lebenskraft an sich ziehen.“ „Deutsche Bauern raffinierte Brüder, Heuchler, Lügner und Betrüger— deutsche Bauern Blut⸗ egel—— fürwahr, uns stockt der Atem. Seit wann wendet Herr Köhler denn die Titulaturen, die er sonst nur den Juden an den Kopf wirft, auf seine Stammesgenossen an? Ist er denn völlig aus seiner Rolle gefallen? Er hatte doch bisher so hübsch Licht und Schatten, Sonne und Wind verteilt, hier die Gerechten und dort die Ungerechten plaziert, hier die Makellosen und dort die Sünder gruppiert, sodaß auch der Blödeste sich zurechtfinden konnte, und plötzlich gerät aus Anlaß einer bedeutungslosen Bürger⸗ meisterwahl Alles ins Wanken und Schwanken! Die Grenzlinien werden verwischt und die Grund⸗ sätze zum Teufel gejagt. So weit das Auge sieht, ein Herüber und Hinüber in den sonst festgeschlossenen Scharen. Denn nicht um Einzel⸗ fälle handelt es sich. Köhler vergißt nicht hinzu⸗ zufügen„Wähler! So findet Ihr Viele!“ Viele der raffinierten Brüder, der Heuchler, der Lügner, Betrüger und der Blutegeln, wohl⸗ verstanden unter den— deutschen Bauern, nicht unter den Juden. Oder hat Köhler etwa nur die bäuerlichen Freisinnsmannen oder die„Sozzen“, wie er geschmackvoll zu sagen pflegt, im Auge, die bekanntlich beide von A bis 3 verjudet sind? Und will er mit seinen schmeichelhaften Titula⸗ turen seine engeren Gesinnungsgenossen ver⸗ schonen? Wohl kaum. Denn Schiel ist sein Parteifreund oder war es wenigstens. Und doch zielt manche der Liebenswürdigkeiten, die das Flugblatt so verschwenderisch ausstreut, auf ihn und nicht auf den„sozialdemokratisch-freisinnigen“ Kneipp. e
Also was will der Abg. Köhler?
Ganz einfach: er will halt Bürger meister werden!
Wenn er wieder Reichstags- oder Landtags⸗ abgeordneter werden will, wird das Blatt sich schon wenden und die alte Sprache und die alte Gruppierung wiederkehren. 5 s
Bald so, bald so! Wie's trefft! sagt mit dem berühmten polnischen Abe-Schützen auch Philipp Köhler VI.. s 5
Als„freier Franke“ nennt er das Gesinnungs⸗
treue und Charakterfestigkeit! 25 Ist jemand da, der ihm das abstreiten will? (Ein Schlußartikel folgt.)
i 5 5 Lokales und Provinzielles.
„ Gießen, 24. Juli.(Ordnung des Omnibusverkehrs.) Während der Sper- rung der Mäusburg für den Fahrverkehr, vom 26. Juli an, wird die Omnibus⸗Gesellschaft die Wagen der Linie A ab Marktplatz, durch Marktstraße, Bahnhofstraße; diejenigen, die Linie B ab Haltestelle: Kaiserhof, durch Sonnen-
2)
straß e, Kreuzplatz, Seltersweg verkehren lassen. Umsteigefahrscheine können während dieser
Zeit nicht benutzt werden. 5
„ Gießen, 24. Juli. Die großh. hessische Zentralbehörde des Vereins zur Unter⸗ stützung und Besserung der aus den Straf⸗ anstalten Entlassenen hat den 27. sowie 28. Hauptrechenschaftsbericht(für 1890 bis 93,
gelehrt. Ist das plötzlich nicht wahr? Hält auch das nicht mehr Stich? Wanken die letzten Säulen in Germanias Heldendom?
bezw. für 1894 und 95) erstattet. In 1894 be⸗
Preis der Anzeigen: 10 Pfg.
Tage nach Sonn- und Feiertagen. für die spaltige Petitzeile.
samt 455 Pfleglinge, davon 391 männliche. Die Verhältniszahl der jugendlichen Verbrecher zu derjenigen der übrigen, der Vereinspflege ent⸗ stehenden ist ungefähr /, wie vordem. Bei den strafbaren Handlungen, deren sich die Pfleg⸗ linge schuldig gemacht, tritt auch diesmal wieder das verhältnismäßige Vorherrschen der Ver⸗ fehlungen wieder die Sittlichkeit unerfreulich in die Erscheinung. In 1894 wurden 2817 4, in 1895 3796,30. Unterstützungen verausgabt. Das Gesamtvermögen des Vereins beträgt 52,289,60 1. Die Rechnungen für 1894 und 1895 ergeben an Einnahme zusammen 30,091,134 an Ausgabe 26,335,824. Die Mitgliederzahl des Vereins ist von 1669 im Jahre 1893 auf 1562 im Jahre 1894 und 1506 im Jahre 1895 heruntergegangen.
* Gießen, 24. Juli. Sämtliche in Hessen bestehende Lehrervereine haben beschlossen, eine Eingabe an die Regierung zu richten, in welcher die zeitgemäße Erhöhung der Volksschul⸗ lehrerwitwen und Waisenpensionen gefordert wird. Die gegenwärtige Pension einer Lehrer⸗ witwe beträgt 450., eine Summe, die noch nicht zur Bestreitung der notwendigsten Lebens⸗ bedürfnisse ausreicht.
* Gießen, 24. Juli. Der hess. Fecht⸗ verein„Waisenschutz“(Verband Gießen), hat heute Abend auf Lonhs Bierkeller(bei Kruse) eine außerordentliche General ver⸗ sammlung einberufen. Es handelt sich um die Berichterstattung über die Landesversammlung in Mainz und um die Wahl eines Mitgliedes der Oberfechterei.
* Gießen, 24. Juli. Das Kuratorium der Rennbahn Gießen 1897 hat beschlossen, zu den am 15. August stattfindenden Rennen, bei welchen die Meisterschaft für Hessen(50 Kilo⸗ meter) ausgefahren wird, einen Wanderpreis im Werte von 250 l, für Herrenfahrer zu stiften. Für Berufsfahrer beträgt der 1. Geldpreis 200 4, der 2. und 3. Preis 120 und 70. Als Meisterschaftspreis werden 150 4 in Bar, eine Medaille event. eine Urkunde gegeben. Der Re⸗ gimentskommandeur Oberst von Madai hat die Genehmigung erteilt, daß am 15. August auf unserer Rennbahn ein Militärfahren statt⸗ finden darf, zu welchem Meldungen bereits vor⸗ liegen.
* Gießen, 24. Juli. Von Montag ab wird mit dem Umbau der Bürgersteige auf der Mäusburg und dem Marktplatz be⸗ gonnen und damit einen langen gefühlten Be⸗ dürfnis abgeholfen. Während der Zeit des Um⸗ baues wird die erstere Straße für die ganze Strecke vom Kreuz bis zum Marktplatz bis auf Weiteres für den Verkehr mit Fuhrwerken und Reitern gesperrt.
* Darmstadt, 24. Juli. Wie verlautet, wird das neue Beamtengesetz in aller Kürze dem Laudtage zugehen.
* Wetzlar, 23. Juli. Der Lokomotivführer Schmidt von hier ist gestern Abend von der fahrenden Lokomotive des Zuges 814, der um 8 Uhr 10 von Lollar hierselbst eintrifft, abge⸗ stürzt. Glücklicherweise sollen die Verletzungen des tüchtigen Beamten, der hierbei eine Be⸗ schädigung am Kopfe und am Rücken erlitt, nicht so erheblich sein, wie man in den ersten Augenblicken befürchtete.(W. A.)
Standesamtliche Nachrichten. Geburten.
Am 13. Juli. Dem Gärtner Johannes Kuba eine Tochter, Christine.— Am 16. Juli. Dem Lehrer an der höheren Töchterschule Karl Wilhelm Mulch eine Tochter. Dem Kutscher Heinrich Völzel eine Tochter.— Am 17. Juli. Dem Metalldreher Ehristian Hautkorn ein Sohn, Otto Eberhard. Dem Bergmann Martin Heinrich Müller eine Tochter, Marie.— Dem Bäckermeister Johann Peter Pfeiffer ein Sohn, Friedrich. Dem Vieh⸗ händler Heinrich Klein ein Sohn.— Am 18. Juli. Dem Schlosser Theodor Tschan ein Sohn.— Am 19. Juli. Dem Lokomotivpheizer Theodor Hebstreit eine Tochter, Käthchen Sophie Karoline. Am 22. Juli. Dem Tagelöhner Heinrich Hartmann eine Tochter, Emma Katharina.
Aufgebote.
Am 17. Juli. Konrad Hübner, Monteur zu Gießen, mit Margarethe Karoline Roos zu Grünberg.— Georg Ludwig Schneider, Schuhmacher zu Garbenteich, mit Luise Scheld zu Gladenbach. Friedrich Görtel, Schneider zu Wetzlar, mit Wilhelmine Karoline Katharine Wenz dahier. — Am 22. Juli. Heinrich Großhaus, Bahnarbeiter da⸗ hier, mit Elisabethe Leinweber hierselbst. Dr. Gustav Emil Karl Schäffer, prakt. Arzt zu Freiensteinau, mit Marie Anna Elisabeth Stuhl zu Wetzlar. Friedrich Heinrich Nassauer, Kaufmann dahier, mit Dorothea Marie Kurz hierselbst.
Eheschließungen. Am 17. Juli. Johannes Ludwig Mankel, Schneider
trug die Zahl der Pfleglinge 64, 1895: 133 E die Geschätsperiobe 1891-95 fielen insge⸗
dahier, mit Karoline Elise Helene Roth hierselbst.— Am
* Expedition: 1 Kreuzplatz Nr. 4.
20. Juli. Johann Rühl Bambey, Vizefeldwebel dahler⸗ mit Helene Elisabeth Jakobine Noll hierselbst.— Am 28. Juli. Johann Georg Waldschmidt, Arbeiter dahier, mit Katharine Birk hierselbst.
Sterbefälle. Am 16. Juli. Marie Mohr, 23 Jahre alt, Dienst⸗
magd von Offenbach a. M. Philipp Kling, 22 Jahre alt, Schlosser von Wleseck.— Am 17. Juli. Friedrich Heinrich Ludwig Schuchhardt, 4 Monate alt, Sohn vom Photograph Daniel Schuchhardt dahier.— Am 18. Juli. Heinrich Waldschmidt, 16 Tage alt, Sohn vom Schmied Jakob Waldschmidt dahier.— Am 19. Juli. Friedrich Kuhne, 52 Jahre alt, Sattlermeister dahier. Theodore Flick, geb. Gravellus, 59 Jahre alt, Ehefrau vom Heil⸗ gehilfen Karl Flick dahier.— Am 21. Juli. Ludwig Hosch, 83 Jahre alt, Decateur dahier.— Am 22. Juli. Katharine Röhrig, geb. Jossoy, 50 Jahre alt, Witwe des Dr. Theobald Röhrig zu Ehringshausen, Kreis Wetz lar.
Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 25. Juli, 6. nach Trinitatis. Gottesdienst.
In der Johanneskirche.
Vormittags 75/ Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Gottes⸗ dienst mit Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesge neinde.
Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Dingeldey.
In der Friedhofskapelle.
Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Schlosser.
Im Konfirmandensaal, Neustadt 61:
Nachmittags 2/ Uhr: Versammlung der Kinderkirche der Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. Nächst⸗ künftigen Sonntag, den 1. August wird die alljähr⸗ liche Kollekte für die innere Mission er⸗ hoben werden.
Eingesandt. Gießen, 24. Juli.
Vor mehreren Tagen wurde mit der Reinigung des Stadtgrabens begonnen. Es ist dies umsomehr mit Freuden zu begrüßen, als sich in demselben ein Morast angesammelt hatte, der nicht allein an den Straßenübergängen einen geradezu ekelerregenden Anblick erregte, sondern auch an heißen Tagen einen pestilen⸗ ztalischen Geruch verbreitet. Jetzt, wo während der Reinigung das Wasser abgestellt wird, sodaß die in dem Graben frei liegenden Fäkalien direkt der Sonnenhlitze aus⸗ gesetzt sind, ist der Geruch ein geradezu unerträglicher ge⸗ worden. Am meisten haben natürlich die Anlieger darunter zu leiden, deren Häuser sich mit den dem Morast entsteigenden Miasmen füllen, sobald sie nicht die nach den Graben zu gelegenen Fenster sorgfältig verschlossen halten.
Es würde sich empfehlen, an denjenigen Stellen des Grabens zuerst mit der Reinigung zu be⸗ ginnen(z. B. an der Bahnhofstraße, Schulstraße), wo sowohl Straßenpassanten als auch die Anlieger unter den bezeichneten Mißständen zu leiden haben. Auch wäre es zweckmäßig, während der Nachtzeit den Graben unter Wasser zu setzen. Im Uebrigen sollte eine ausreichende Zahl von Arbeitern an der Grabenreinigung beschäf⸗ tigt werden, damit dieser sanitäre Mißstand so schnell als möglich beseitigt wird.
Wir glauben annehmen zu dürfen, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um die Behörde zu Abhilfe zu ver⸗ anlassen.
Mehrere Anwohner.
Neueste Telegramme.
Hd. Mous, 24. Juli. Gestern streikten nur noch 9500 Berg⸗ leute. Man glaubt, daß der Aus⸗ —— in einigen Tagen beigelegt sein wird.
Hd. Berlin, 24. Juli. In einem Hotel erschoß sich gestern Abend ein Fremder, der wegen Zahl⸗ ungs unfähigkeit verhaftet werden sollte. Der elegant gekleidete Zechpreller hat sich für einen Studenten Namens Borstel aus Braunschweig ausgegeben.
He. Posen, 24. Juli. Nach bis jetzt eingelaufenen Meldungen wurdeu bei dem letzten Unwetter in der Provinz Posen 11 Menschen vom Blitz er⸗ schlagen, darunter eine Ehefrau, welche sich unter einen Baum gestellt hatte. Auf dem Feld wurden 7 Ernte⸗ arbeiter vom Blitz getroffen, einer war sofort tot, die übrigen schwer verletzt.
In Japan herrscht die Sitte, zur Löschung des Durstes heißes Wasser zu servieren, während bei uns vielfach das durch die Hitze hervorgerufene Gefühl der Unbehaglichkeit durch möglichst kühle Getränke bekämpft wird. Dies ist ein Irrtum: Thatsächlich wird durch kaltes Getränke nur die Schweißabsonderung befördert und dadurch das Durstgefühl aufs neue hervorgerufen. An⸗ statt den Magen mit allen möglichen kalten Flüssigkeiten zu überschwemmen, nehme man bei großem Durst eine Tasse warmen Kaffee oder Thee, besser noch ist eine Tasse Bouillon, welche die Nerven anregt, ohne eine Erschlaffung im Gefolge zu haben. Verbessert man die Bouillon noch mit einigen Tropfen Maggi, so erhält man ein ebenso schmackhaftes als stärkendes Getränk. Hauptsächlich aber versäume man nie, dem Magen jeweils feste Nahrung zuzuführen, bevor man kalte Flüssigkeiten zu sich nimmt.
Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmanypschen Buchdruckerei, Gießen, Schloßgasse 18.


