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22.10.1897
 
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Gießen, Freitag, den 22. Oktober

1897.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

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Gießen.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Medaktion:

Kreuzplatz Nr. 4..

2 1 1 8 7 7 2 Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 21. Okt. Am 16. Oktober ist der außerordentliche Professor bei der philo sophischen Fakultät der Landes⸗Universität Dr. Lothar Heffter in Gießen auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienste entlassen worden.

a. Gießen, 21. Oktober.(Theater.) Zum ersten Male arbeiteten gestern Abend der hiesige Theater⸗Verein und die Direktion Kruse⸗ Helm Hand in Hand. Der Versuch ist vor⸗ züglich gelungen. Unter Hinzuziehung eines Gastes, des Herrn Hermann vom Frankfurter Stadttheater, wurde MolieresDer einge⸗ bildete Kranke gespielt. Der Klägersche EinakterDer Präsident wurde nur von Angehörigen der hiesigen Bühne zur Darstellung gebracht. ImPräsident spielte Herr Helm die Rolle des sächsischen Theaterdirektors Walter. Er war gut disponiert und spielte ausgezeichnet. Dasselbe können wir von Frl. Marloff sagen, die eine prächtige Landratsgattin war. Herr Janson als Landrat v. Elmhorn hatte eine etwas zu jugendliche Maske gewählt. Solch junge Landräte dürfte es kaum geben. Im übrigen war er aber bestens am Platze und ent⸗ ledigte sich seiner Aufgabe gut. Herr Forsch war als landrätlicher Sekretär gleichfalls zu⸗ friedenstellend. Besonders zu loben war das horzügliche Zusammenspiel. Es klappte alles wie am Schnürchen. Das Publikum belohnte das gute Spiel durch reichliche Beifallsspenden. Bei dem LustspielDer eingebildete Kranke von Molieère kam wohl jedem Theater⸗ besucher so recht der Unterschied zum Bewußtsein zwischen dem französischen Lustspiel dichter aus dem 17. Jahrhundert und unseren deutschen Lustspielfabrikanten am Ende des 19. Jahr⸗ hunderts. Wie trefflich schildert Moliere den ein⸗ gebildeten Kranken, diesen sich selbst und sein ganzes Haus tyrannisterenden Mixturenverschlinger. Und mit welch beißendem Hohn werden die gelehrten Rezeptverschreiber und Klystierverordner über⸗ schüttet! O könnte man alle die Tausende ein⸗ gebildeter Kranke doch ins Theater schicken, um sie dort sehen zu lassen, wie naturgetreu Moliére das Geschlechtderer von der Einbildung ge⸗ kennzeichnet hat. Allerdings wünschten wir dann, daß sie auch alle den Argan von Herrn Her⸗ mann dargestellt sehen können. Das war wirk⸗ lich ein Kunstbeitrag ersten Ranges, die der geschätzte Frankfurter Gast bot. Bis ins kleinste Detail wußte er alle die hundert Schwächen des Einbildungskranken nachzuahmen. Der lebhafteste Beifall wurde Herrn Hermann zuteil. Aber auch unsere heimischen Kräfte sind ob ihren Leistungen imEingebildeten Kranken nur zu loben. In erster Linie ist Frl. Natusius zu nennen. Meisterhaft wußte sie sich mit ihrer keineswegs leichten, jedoch sehr dankbaren Rolle abzufinden. Die Damen Würdig und Viotti waren gleichfalls gut. Dasselbe gilt von den

erren Boehm und Fritzschler. Die Herren Liebscher, Albrecht, Forsch und Doser mußten sich mit kleinen Rollen zufrieden geben, die sie aber recht wirksam zu gestalten wußten. Herr Fellner, der gestern Abend als Apotheker Fleurant mit der schon geladenen Klystierspritze wieder abziehen mußte, machte sich auch nicht .TVXÜĩ...

übel. Wir haben selten so befriedigt das Gießener Theater verlassen, wie gestern Abend. Wir be⸗ glückwünschen die rührigen Herren Kruse und

Helm wie auch den Theaterverein zu dem gestrigen gelungenen Abend aufrichtig.

Gießen, 21. Okt. Kranken versiche⸗ rung im Großherzogtum. Nach den neuesten statistischen Zusammenstellungen der großh. Zentralstelle bestehen im Großherzogtum 988 Krankenkassen, von denen 699 auf die Ge⸗ meinde⸗Krankenversicherung entfallen. Sämtliche Kassen zählen durchschnittlich 185 182 Mitglieder (135 350 männliche und 49 832 weibliche), von denen im Berichtsjahre 58 933 Erkrankungsfälle mit 1 054 559 Krankheitstagen zu verzeichnen sind. Die Aktiva sämtlicher Kassen betrugen am Schluß des Jahres 2 026 072., denen die Passiva mit 189 735 4 gegenüberstehen. Von den 988 Kassen haben 598 mit einem Einnahme⸗ Ueberschuß abgeschlossen. Sämtliche Kassen im Deutschen Reich zählen über 7 200 000 versicherte Mitglieder, also etwa 14 Prozent der Gesamt⸗ bevölkerung.

* Gießen, 21. Okt. Laut Verfügung der Eisenbahnbehörde werden nunmehr die Ab⸗ steckungen bezüglich Anlegung eines Doppel⸗ geleises auf der Strecke Gießen⸗Fulda vorgenommen. Wenn man bedenkt, daß sich der Verkehr seit Uebergang in preußisch-hessische Ver⸗ waltung mehr als um das Doppelte vergrößert hat, so wird man das Bedürfnis für ein Doppel⸗ geleise leicht erklärlich finden. Angeführt als Beispiel sei hier nur die Station Grünberg, wo gegenwärtig an 28 Züge einlaufen. Es dürften infolgedessen wohl noch weitere Veränderungen bevorstehen, so z. B. dürfte auf der genannten Strecke eine Vermehrung des Bahnpersonals ein⸗ treten, da unter gegenwärtigen Verhältnissen der Bahndienst kaum zu bewältigen ist und in An⸗ betracht der langen Dauer, von morgens ½7 Uhr bis abends 10 Uhr, die vielen Instruktionen nicht vorschriftsmäßig ausgeführt werden können. Mit dem neuen Etatsjahr tritt auf genannter Strecke auch die Perronsperre in Kraft.

* Gießen, 21. Okt.(Zur Konkurrenz der Gefängnisarbeit.) DieDarmst. Ztg. schreibt offiziös:Unter der UeberschriftZur Hebung des Mittelstandes oderZur Konkur⸗ renz der Gefängnisarbeit und ähnlich haben vor einiger Zeit mehrere hessische Zeitungen Artikel gebracht, deren wesentliche Behauptung darin be⸗ stand, daß die Verwaltung des hiesigen Gefäng⸗ nisses die daselbst hergestellten Bürstenwaren zu Schleuderpreisen in Vertrieb bringe und durch diese Unterbietung der freien Arbeit den Mittel⸗ stand in empfindlichster Weise schädige. Die hierüber gepflogenen Ermittlungen haben ergeben, daß die für die Bürstenwaren des Gefängnisses angesetzten Engros⸗Preise zum Teil höher, jeden⸗ falls aber nicht niedriger sind, als die Engros⸗ Preise der einheimischen Bürstenfabrikanten, daß also von Schleuderpreisen nicht die Rede sein kann. Insbesondere ist es unrichtig, daß, wie dies in einem der Artikel angegeben war, die Gefängnisverwaltung Darmstadt fast bei allen Submissionen den Zuschlag erhalte. Insoweit in dem fraglichen Artikel besonders Lieferung von Bürstenwaren für die hiesige Garnisonver⸗ waltung und die

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.

Irrenanstalten in Heppenheim

Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.

und Hofheim angeführt waren, hat sich ergeben, daß für die Garnisonsverwaltung hier und die Irrenanstalt in Heppenheim die Gefängnisver⸗ waltung überhaupt noch keine Bürstenwaren ge liefert hat. Die Versendung von Preisverzeich nissen der Bürstenwaren an Privatpersonen, die keinen Bürstenhandel treiben, war ohne Kennt⸗ nis der Aufsichtsbehörde erfolgt und ist für die Zukunft untersagt worden.

X Lollar, 21. Okt. Vom Ertrinken gerettet hat am Dienstag Mittag der hiesige Sandformer H. Kaiser ein dreijähriges Kind, das in die Lum da gefallen war.

W. Steinbach, 21. Okt. Plötzlich vom Tode ereilt wurde gestern die Ehefrau des Landwirts Philipp Haas J von hier. Dieselbe klagte längere Zeit über innere Schmerzen und sollte gestern auf Anraten des Arztes per Wagen in die Klinik nach Gießen überführt werden. Die Stätte, in der die Frau Heilung suchte, sollte sie indessen nicht mehr erreichen, denn sie wurde bereits auf der Fahrt nach Gießen vom Tode ereilt, ohne daß sich vorher irgend welche Anzeichen des Todes eingestellt hatten. Man vermutet Schlaganfall.

* Aus dem Kreise Alsfeld, 20. Oktober. Einen losen Streich begingen einige Burschen aus Vadenrod in den Nächten am 1. und 2. September d. J. Sie zündeten auf dem ab⸗ geholzten Distrikte Hachberg sitzendes Los- und Steigholz, ungefähr 100 Raummeter Knüppel und Reisig an und wollten damit wohl ein Sedanfeuer abbrennen. Geschädigt sind meist arme Leute aus Storndorf und Meiches. Die Burschen haben ihre That nunmehr eingestanden und werden sich vor dem Strafrichter zu ver⸗ antworten haben.

* Friedberg, 20. Oktober. Es dürfte die Leser wohl interessieren etwas über den nun end⸗ lich genehmigten Verlosungspla n zu Gunsten unserer alten Stadtkirche zu hören. Nachdem seitens der preußischen Regierung die Ge⸗ nehmigung zum Vertrieb der Lose in den Pro⸗ vinzen Hessen⸗Nassau, Rheinprovinz und West⸗ falen erfolgt war, schritt man sofort zu Unterhandlungen mit verschiedenen Unternehmern und wird wohl in nächster Zeit der Vertrag mit einem derselben abgeschlossen werden. Ueber den Verlosungsplan sei folgendes gesagt: Es werden 300000 Lose à 2 A ausgegeben= 600 000 KA. Davon kommen auf den Zweck 18 Prozent = 110 000 A, ferner kommen anf Gewinne 412½ Prozent= 250 000, auf Spesen 30 Prozent= 180000 4, auf Stempelgebühren 10 Prozent= 60 000 4, zusammen 600 000 Mark. Die Gewinne zerfallen in 5 Haupt⸗ und 8135 andere Gewinne. Die Hauptgewinne be⸗ stehen aus: 1 Gewinn zu 50000 4, 1 Gewinn zu 40000 A4, 1 Gewinn zu 30000 4, 1 Ge⸗ winn zu 20 000, 1 Gewinn zu 10000 Kl. Der Ziehungstag ist noch nicht festgelegt; voraus⸗ sichtlich fällt er in die Monate Januar oder Februar 1898. Einer der Unternehmer, wohl der bedeutendste, hat sofort bei Beginn der Ver⸗ handlungen 10 000 ½ mehr für den Zweck ge⸗ boten, also daß der Reingewinn für die Stadt⸗ kirche 120 000 4 betragen würde.

* Büdingen, 20. Okt. Heute hat hier die feierliche Einweihung des neuerbauten Spar⸗

kassegebäudes stattgefunden, und 7 ge⸗ legentlich der Generalversammlung dieser Kasse.

* Reichelsheim i. d. W., 18. Okt. Am Freitag Nachmittag fiel zwischen Staden und Leidhecken ein zerplatzter Luftballon nieder. Im Felde beschäftigte Leute wurden durch ein eigentümliches Geräusch in der Luft aufmerksam und gewahrten einen großen zerfetzten Gegen⸗ stand, der in tollem Wirbel von Süden kommend durch die Luft trieb, und als er kaum die Nidda passiert hatte, mit rasender Schnelligkeit zur Erde stürzte. Landwirt König von Leidhecken, der zuerst zur Stelle war, hat die zerrissene Hülle mitgenommen. Eine Gondel war nicht mehr am Ballon.

* Darmstadt, 19. Okt. Das im gemeinen Recht überaus bestrittene Frage über den Umfang der Haftpflicht des Richters bei Ver⸗ letzung der Amtspflichten wird wohl demnächst zu höchstrichterlicher Entscheidung gelangen. In einem Preßbeleidigungsprozeß war der angeklagte Redakteur auf Privatklage vom Schöffengericht zu 50 Mark Geldstrafe und den Kosten des Ver⸗ fahrens verurteilt worden. Der vorsitzende Richter des Schöffengerichts übersah, dem Ange⸗ klagten das in seiner Abwesenheit verkündete Urteil zustellen zu lassen, wodurch erst die Be⸗ rufungsfrist in Lauf gesetzt wird. Nachdem die sechsmonatige Frist der Verjährung des Prozeß⸗ delikts verlaufen war, ließ der Angeklagte gegen das Urteil des Schöffengerichts Berufung ein⸗ legen, die denn auch den Erfolg hatte, daß das Privatklageverfahren wegen Verjährung eingestellt wurde. Auch die vom Beleidigten zum Ober⸗ landesgericht erhobene Reviston war ohne Erfolg. Die Privatklägerin erhielt nicht nur keine Sühne für die ihr angethane Ehrverletzung, sie mußte auch noch sämtliche Kosten zahlen. Nun hat sie die sogenannte Syndikatsklage wegen Ersatz der Kosten gegen den Vorsitzenden des Schöffen⸗ gerichts beim Landgericht angestrengt, das Justiz⸗ ministerium hat von Einholung einer Vorent⸗ scheidung des Verwaltungsgerichtshofs abgesehen, sodaß die Sache zur Verhandlung vor dem ordentlichen Gericht erwuchs. Das Landgericht hat die Klage abgewiesen, da es der Ansicht war, der Richter hafte nur für grobes Ver⸗ schulden(culpa lata), als welches es die Nicht⸗ befolgung des§ 355 Str.⸗P.⸗O. im Fragefalle nicht angesehen hat. Gegen dieses Urteil ist Be⸗ rufung an das Oberlandesgericht erfolgt, dessen Entscheidung noch aussteht.

* Mainz, 20. Okt. Der Lokomotivführer Jakob Marther aus Mainz und der Hilfs⸗ rangierer Valentin Schwarz aus Guntersblum standen heute vor der Strafkammer, angeklagt der Gefährdung eines Eisenbahntrans⸗ portes. Am 26. November abends kam Marther mit dem Zug 47 von Frankfurt auf dem hiesigen Zentralbahnhof an, mit 14 Min. Verspätung. Auf der Kreuzungsweiche 69 stieß er mit einm Rangierzug zusammen, wodurch zwei Wagen zertrümmert wurden. Schwarz war Rangierer des letzteren Zuges und soll an dem Zugzusammenstoß deshalb mitschuldig sein, weil er entgegen der Vorschrift des Reglements keine Laterne getragen hatte. In der Verhand⸗ lung wies aber die Verteidigung nach, daß die Bahn verwaltung aus Sparsamkeits⸗

In Seenot.

Skizze von Hermann Rückner. (Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung).

Ja, Edith, wir gehen hinauf. Aber sieh Dir das Schiff einmal ordentlich an! Nun?.

Du, lieber Onkel, mir scheint, daß auf diesem Lootsenschooner nicht alles so ordentlich aussieht wie auf anderen Schiffen... 3

Schroff klang die Antwort:Ich sagte Dir ja, daß er erst gestern von einer längeren Kreuztour bei Norderney zurück ist.

Die Taue und die Bläcke hängen so und die Segel sind auch nicht gerollt... und sieh nur da ist ja die ganze eine Seite des Schanzkleides zertrümmert und fortgeschlagen!

Ihr ängstlich fragender Blick fiel auf den Alten, der kalt und sie fest ansehend erwiderte: b

Ihm lief beim Halsen von Steuerbord eine See auf Deck und die nahm das Schanzkleid im Lee mit.

Wie wegwerfend und wie gräßlich! bel diesen Worten am Gangspill lehnte, mit starrem Griff und starrem Blick, den breiten kücken etwas nach vorn gekrümmt, als wolle er einer drohenden Gefahr gerüstet entgegen treten.

Komm an Bord, Edith!

Sie zauderte:Onkel ich

herum

Und wie er fest, massig,

Komm an Bord des Schooners! So, siehst Du hier den Fackmast? Er stehl so schräg zur Seite, nicht wahr? Ihm lief eine See halb von achtern ins Segel und brach ihm den Baum, die Gaffel, riß ihm luwarts die dicken Wants durch bis auf eine, die nur durch Notblöcke gehalten wird und knickte den starken Mast, den Du mit Deinen Armen nicht umspannen afk

War das ihr Oheim, der da sprach, nicht wie ein erzählender, schildernder Mensch, sondern wie ein drohendes, raunendes, schweres Verhängnis? Sie vermochte die gräßlichen Beweise der Sturmes⸗ wut nicht anzusehen, ihre Blicke wurden magisch wieder und immer wieder von dem grauköpfigen Manne an der zersplitterten Bordwand angezogen.

Eine See lief ihm ins Segel... ihre Phantasie arbeitete mächtig...eine See lief ihm von achtern ins Segel.... da, das waren die Wanten, hier, ja hier mußte das Wasser herüber⸗ gekommen sein wie gräßlich, wie furchtbar und da waren wieder die Bilder. Ihr Oheim, halb vornübergebeugt, statt des schwarzen Rockes mit glitzerndem Oelzeug bekleidet, von dem das salzige Wasser herabrinnt, mit schwerem Südwester statt des weichen Filzhutes und mit hohen See stiefeln lehnt sich fest anklammernd und scharf hinauslugend am Luvbord, und da und dort lehnen noch andere triefende Gestalten, scharf hinausspähend, mit leichter Besorgnis in den Mienen, denn dort

kommt es, ein wogendes Gebirge, schwärzlich mit hohlem peitschenden Tone, rollend und gurgelnd.. Vorsicht, schwerer Brecher kommt über wie sie es unter einem Bilde gelesen hatte, tönte es von irgend woher heiser warnend und da war es schon sich überkugelnd und brüllend bis zum halben Mast sich erhebend...schwerer Brecher kommt über... und dann mit wildem Gestöhn zu sammenbrechend, übertönt von dem Krachen des Holzes, von dem Bersten der schweren Segelbäume, dem Knirschen der Masten und der Decksbalken, dem Brechen der Stahltrossen, der Wanten, der eisernen Jungfern und der dicken Bootsringe und der Lootsenschooner senkt sich, neigt sich schwer, bis das Segel mit lautem Krach nachgiebt, platzt und aus den Licken fliegt.

Das einzige Boot ist über Bord, doch die schwarzen glitzernden Gestalten im Oelzeug haben kaum Zeit, befreit aufzuatmen, kaum Zeit mit

flüchtigem Blick zu sehen, ob etwa einer der Plätze,

an denen soeben noch eine starke Männergestalt dem Tode zu trotzen suchte, leer geworden sei.

Ihm lief eine See von hinten ins Segel. O wie dürftige, schlichte Worte und was besagten sie!

Sie fühlte einen Stich in der Herzgegend und preßte die Hand auf den Busen:Onkel, komm zurück an Land.

Nein, bleib noch. Siehst Du dort die Bretter? Das war das Skylight und der Nieder gang. Nun guck da hinunter. Dieser Trümmer⸗ haufen, dieses Gerümpel von Bohlen, Brettern, Geschirr und Bettzeug war die Lootsenmesse, dort in den Kojen liegen zentnerschwere Stücke, Ballast⸗ eisen und dort oben auf dem Spind liegt der eiserne Ofen.

Gerechter Gott..

Ihm lief eine schwere See auf Deck und der Schooner lag zum Kentern. Das Ballasteisen ist durch den Kajütenboden geschlagen.

Auf Editbs Wangen war jeder Blutstropfen gewichen, ihre Hand zitterte auf der Schulter des alten Mannes, der mit ruhiger kalter Stimme diese grausigen Bilder vor ihr entrollte.

Himmel wie zersplittert...

Da peitschte der gebrochene Großbaum und die gerissenen Taue mit ihren schweren Blöcken über Deck beim Ueberholen des Schiffes, und wehe, wen die Stöße krafen. Sieh hier die Notleinen, die neuen Reservetaue, die die Männer um die herumrasenden Trümmer geschlungen haben um die totbringenden Stöße zu verhindern und die von dem erbittertsten Kampfe ums Leben Zeugnis ab⸗ legen, und dies hier ist... 7

Blut! (Schluß folgt)