Ausgabe 
21.2.1897
 
Einzelbild herunterladen

schossen worden während damals die große Kuppel der Frauenkirche den fridericianischen Bomben widerstand. Von 1764 bis 1785 wurde die Kreuzkirche wieder auf⸗ gebaut. Bei der schon erwähnten Restaurirung im Jahre 1896 hatte die Kirche auch eine neue Orgel er⸗ halten.

Eine geheimnisvolle Majestätsbe⸗ leidigung. Gegen den christlich⸗sozialen Baumeister Foller in Baden bei Wien wurde, so berichtet dieN. Fr. Pr., die Anzeige erstattet, er habe sich zwei ehe⸗ maligen deutsch⸗nationalen Gesinnungsgenossen, dem Redak⸗ teur Herzog und dem Mechaniker Kraupa, gegenüber ge⸗ rühmt, daß er nach Vollendung des Danglschen Hauses in Baden in einer Kupferbüchse eine Urkunde mit einer Majestätsbeleidigung habe einmauern lassen. Die beiden Zeugen bestätigten den Inhalt der Aussage, und es wurde deshalb die gerichtliche Anzeige gegen Baumeister Foller erstattet, der aber seinerseits die Anzeige und die Aus⸗ sagen der beiden Zeugen für unwahr erklärte. Er gab ferner an, es sei lediglich eine ganze unverfängliche-Ban⸗ Urkunde in einer Kupferbüchse ei geptetrtert worden; dies sei aber durchdest Polier geschehen, der inzwischen ge⸗ stürhest ist, weshalb malt die Stelle in dem Gebäude nicht mehr kenne. Um die gerichtliche Untersuchung zum Abschlusse zu bringen, war es aber unbedingt nötig, die eingemauerte Kupferbüchse aufzufinden und nachzusehen, was sie enthalte. Sonnabend morgens ist nun in An⸗ wesenheit des Untersuchungsrichters und überwachender behördlicher Organe in dem Danglschen Hause mit dem Aufbrechen der Mauern begonnen worden. Vorher wurde noch Mechaniker Kraupa vernommen, um nach den ihm gemachten Mitteilungen Aufschlüsse über die Stelle zu geben, wo er die eingemauerte Urkunde vermute. Die Ausbrechungsarbeiten wurden bis Sonntag 11 Uhr vor⸗ mittags fortgesetzt. Es stellte sich dabei heraus, daß Kraupa den Ort nicht angeben könne, wo sich die Urkunde angeblich befinde. Es wurden auf Betreiben des Bau⸗ meisters Foller alle Pfeiler der von Kraupa angegebenen Seite des Hauses von der Decke des zweiten Stockwerkes bis zum Fußboden des ersten Stockwerkes erfolglos auf⸗ gebrochen. Kraupa erklärte schließlich, er glaube, das Dokument sei gleich nach der Einmauerung wegen des in der Kapsel mit enthaltenen Geldes von einem Arbeiter gestohlen worden. Jetzt hat die Gerichtsbehörde ange⸗ ordnet, daß das Haus niedergerissen werden soll. Die Bewohner des Hauses müssen sofort übersiedeln, und so⸗ bald dies geschehen, beginnt die Demolierung des Baues Foller kandidiert jetzt für den Reichsrat, Herold kandidierte bei den letzten Landtagswahlen, ist aber durchgefallen.

Von einem Haisisch verschlungen. Die Passagiere des LloyddampfersAmphitrite, der in der zweiten Hälfte des Januar die Tour Beirut⸗Konstanti⸗ nopel⸗Odessa machte, waren Zeugen einer entsetzlichen Szene, die sich kurz nach der Abfahrt von Beirut ereig⸗ nete. Der Bootsmann mit drei Matrosen war mit dem Befestigen von Booten an den Krahnen beschäftigt, als bei einem Boot das Seil des Aufzuges riß: das Boot kippte um und die vier in demselben stehenden Seeleute stürzten ins Meer. Der Dampfer wurde sofort zum Still⸗ stande gebracht, ein Rettungsboot herabgelassen und Ret⸗ tungsgürtel hinabgeworfen. Eine allgemeine Aufregung erfaßte die Reisenden, doch wurde man sofort beruhigt, als man die vier Verunglückten wacker dem Schiffe zu⸗ schwimmen und das Rettungsboot schon sehr nahe dem Schwimmern sah. Da that der Bootsmann einen mark⸗ durchdringenden Schrei:Ein Haifisch. Trotzdem die Rettungsmannschaft Alles aufbot, um den armen Boots⸗ mann zu retten und durch Ruderschläge und Geschrei den Hat zu verscheuchen suchte, wurde vor ihren Augen der unglückliche Mensch von dem Ungeheuer in die Tiefe ge⸗ zogen. Die andern drei Matrosen wurden mit Mühe in das Boot gehoben. Zwei der Geretteten fielen infolge der üͤberstandenen Angst bewußtlos nieder. Auf dem Verdecke des Schiffes, von wo fast sämtliche Reisende und die Schiffsmannschaft diesen Vorgängen zusahen, entstand eine furchtbare Aufregung. Von den Reisenden, unter welchen viele Pilger aus Jerusalem sich befanden, da dieAm⸗ phitrite vor Beirut Jaffa angelaufen hatte, wurde eine Kollekte für die Hinterbliebenen des verunglückten Boots⸗ mannes, der Vater von fünf unversorgten Kindern war und dessen Familie in Lussin grande wohnt, veranstaltet; dieselbe ergab einige hundert Gulden. Am folgenden Tage wurde im Salon des Dampfers ein Seelenamt für den Verunglückten abgehalten.

Die kürzeste Begrüßung Nansens. Dr. Fridtjof Nansen, der gegenwärtig mit seiner Familie in London weilt, ist dort der Held des Tages. Tausende drängen sich zu seinen Vorlesungen, ungemein feierlich gestalten sich die ihm zu Ehren von verschiedenen Gesell⸗ schaften und Klubs arrangierten Feste und Diners, und der norwegische Forscher muß eine Flut begeisterter Be⸗ grüßungsansprachen über sich ergehen lassen. Kürzlich war Nansen bei einem Manne zu Gaste, der gleich ihm einen gefeierten Namen trägt, bei Stanley. Der berühmte Afrika⸗Forscher hat einen kleinen Knaben adoptiert und ließ denselben nach dem Lunch ins Speisezimmer kommen, damit der dreijährige Knirps einst sagen könne, er habe Nansen kennen gelernt. Stanley hatte geplant, daß der Knabe an Nansen einige Begrüßungsworte richte, und gespannt horchte die Gesellschaft auf die rethorische

Ihre erste Liebe. 8

Novelle von E. von Bischdorf. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Als er sein Bemühen fruchtlos sah, verlor er rasch Geduld und Stimmung und erkor besonders seine Gattin, die unschuldige Ursache seines Miß⸗ erfolges, zum Opfer seiner Launen, und mit immer erstaunteren Augen betrachlete Regine ihr einstiges Ideal.

Es war später Nachmittag. Mit mächtigem Anprall überschlugen sich die Wogen. Der Wind trug den Badegäsßsen Frische und Stärkung zu und rüttelte sie ordentlich durch. Heute wehte er so stark, daß Regine sich eilig hinter eine der Strand hallen flüchtete, um nicht umgeblasen zu werden und in Ruhe ein bischen Atem zu schöpfen.

Die Kinder hatten mit Lottchen einen Spazier⸗ gang unternommen nach dem süblich gelegenen, im Flugsande halb begrabenen Dörfchen Rantum. Die meisten Gäste machten sich zu dieser Stunde etwas Bewegung. Nur vereinzelte Herren saßen noch bei ihrer Zigarre oder einer Skatpartie. Im Vorüber⸗ eilen hatte Regine Lossen an einem der nächsten Ecktische erkannt und neben ihm einen alten Be kannten, seinen einstigen Rittmeister aus Falkenberg, der seit kurzem in Westerland weilte. Die beiden waren aber so in ihr Gespräch versunken, daß sie

Leistung des festlich herausgeputzten Kleinen. Dieser blieb aber stumm, und erst nach wiederholtem Drängen ließ er sich herbei, die Lippen zu öffnen. Er sah dem norwegischen Forscher fest in die blauen Augen, hob ein Bein in die Höhe und sagte:Neue Schuhe!

Der Schleier der Damen. Damen, welche irgend einen Wintersport ausüben, mögen sich die nach⸗ stehenden Worte ad notam nehmen, die Dr. Seelmann in einem Aufsatze über die Hygiene des Eissports schreibt, in welchem er ausführt, daß die Gefahr, sich die Nasen⸗ spitze zu erfrieren und schreckliche Perspektive dauernd das Stumpfnäschen in die schamhafte Farbe ge⸗ kleidet zu sehen, durch den Schleier gesteigert wird.Da, wo auf Nase und Wangen die Maschen des Schleier⸗ gewebes aufliegen, wird eine ungleichmäßige Erwärmung der Haut herbeigeführt. Die feinen Fäden des Schleiers erwärmen die unter ihnen liegenden Hautteilchen, dagegen bleiben in den Lücken des Gewebes die Hautstellen un⸗ beschützt. Das Blut der Haut strömt nach den erwärmten Punkten hin, während es von den unbedeckten Stellen abfließt, die dadurch an Widerstandsfähigkeit gegen die Kälte Einbuße erleiden. Unter gewöhnlichen Verhältnissen, wie bei einem winterlichen Spaziergang und ruhigem Wetter wird die teilweise Abkühlung nicht stark genug sein, um eine Erfrierung hervorzurufen. Anders ist es beim Eissport. Durch die schnelle Bewegung prallt die Luft heftiger auf die Haut auf, der Schlittschuhläufer be⸗ findet sich in einem beständigen Luftzug und infolgedessen wird die Haut an den betreffenden Punkten ungewöhnlich stark abgekühlt und sie erfriert. Es ist daher für die schönen Schlittschuhläuferinnen viel zweckmäßiger, den Schleier während der Ausübung des Eissports hoch⸗ zuschlagen. Das Gesicht wird zwar dann gleichmäßig von der kalten Luft getroffen, es wird aber auch gleichmäßig von dem Blutstrom erwärmt und die häßlichen Erfrie⸗ rungen werden vermieden. Außerdem wird dadurch den Herren der Schöpfung noch ein besonderer Gefallen er⸗ wiesen, die ein anmutiges Gesicht ohne das seidene Gitterwerk des Schleiers viel aufmerksamer bewundern können.

Der Humor des Schauspielers. In einer Theaterplauderei erzählt das Wiener Fremdenblatt von einem Mitglied des Raimundtheaters, das seine Be⸗ schwerde über ungenügende Beschäftigung in witziger Weise zum Ausdruck brachte. Als Herr Balajthy, so heißt der Künstler, kürzlich zur ersten Probe des unga⸗ rischen VolksstückesDie rote Brieftasche wieder einmal einberufen wurde, blieb er gegenüber dem Theater in der Wallgasse stehen, betrachtete das Theatergebäude von unten bis oben und wartete, bis der Theatersekretär vorüber kam; höflich grüßend zog er dann den Hut und fragte den Sekretär, ob dieses Gebäude wohl das Rai⸗ mundtheater sei? Auf die bejahende Antwort ließ er sich dann zur Bühne geleiten, wo die Schauspieler bereits zur Probe versammelt waren. Nachdem er sich den einzelnen Mitgliedern in förmlicher Weise vorgestellt hatte, stellte er an Fräulein Niese die Frage, ob an diesem Theater nicht vor langer, langer Zeit ein munteres, fesches, mit reichem komischem Talent begabtes Mädchen, Namens Hansi Niese, engagiert gewesen sei, und wenn ja, ob sie jetzt als komische Alte Das leiste, was sie in ihrer Jugend versprochen habe. Dann endlich begann die Probe. Der Regisseur konnte sie jedoch nicht beginnen lassen, denn er bemerkte im Parterre einen Dienstmann und im Raimund⸗Theater darf nach der neuen Hausord⸗ nung außer den beschäftigten Schauspielern Niemand einer Probe beiwohnen.Mein lieber Mann, rief nun der Regisseur von der Bühne aus dem im Zuschauerraum sitzenden Fremden zu,entfernen Sie sich doch aus dem Hause, ich kann Sie hier nicht dulden!Bitte schön, Herr Regisseur, sagte nun Herr Balajthy in flehendem Ton,lassen Sie den Mann doch hier. Es ist mein Führer, ein Dienstmann, der mich nach Hause führen wird, denn sonst weiß ich nicht den Weg vom Theater zurück in meine Wohnung! Ich habe ihn vergessen!.. Von den Nachmittags⸗Vorstellungen in den Wiener Theatern plaudert das Fremdenblatt: Heutzutage sind diese Vorstellungen im Publikum außerordentlich beliebt und in allen Wiener Theatern schon eine Woche vorher ausverkauft. Früher allerdings war es, namentlich den Vorstadttheatern, schwer, eine Nachmittagsvorstellung zu füllen; besonders das Karl⸗Theater hatte wegen des nach⸗ barlichen Praters an schönen Sonntags-Nachmittagen einen schweren Stand. So geschah es, daß eines nach⸗ mittags die Billetkasse wieder einmal sehr wenig frequen⸗ tiert war. Der Komiker Wittels, der damals an der Leopoldstädter Bühne engagiert war, stand gerade im Foyer, als ein Mann in ländlicher Kleidung der Kasse nahte. Wenigstens einer mehr im Zuschauerraum dachte Herr Wittels. Doch kaum war der Mann zum Kassierer getreten, brach dieser in ein lautes Lachen aus. Der Fremde hatte an der Billetkasse eine Karte nach Floridsdorf verlangt, weil er das Karl⸗Theater für den Nordbahnhof hielt.

Barbarische Brutalität. In der Nähe von Tomsk im Dorfe Bolsche⸗Kossulsk, welches an der großen sibirischen Heerstraße liegt, lebt so wird von russischen Blättern gemeldet der Bauer Nikolai Temljakow, der sich mit dem Schmiedehandwerk beschäftigt. Derselbe wollte sein Weib für Untreue bestrafen, und zwar so, daß sie auch für die Zukunft kuriert sei. Er schleppte die

Frau, die bittere Thränen vergoß, zu dem Gestell, an welchem er Pferde zu beschlagen pflegt, band dasselbe, mit der Haarflechte an einen Balken des Gestells und begann die Füße seines unglücklichen Opfers mit Huf⸗ eisen zu beschlagen, die er eigens zu diesem Zwecke ver⸗ fertigt hatte. Infolge des entsetzlichen Schmerzes, den die Hammerschläge und die ins Fleisch getriebenen Nägel verursachten, verlor die Gemarterte die Besinnung. Als das Scheusal in Menschengestalt sich nach vollbrachter Arbeit durch einen Schluck Branntwein stärken wollte und zu dem Zwecke an einen Schrank trat, in welchem er seine Schnapsflasche aufbewahrte, entschlüpfte der 13jäh⸗ rige Sohn des Ehepaares aus der Schmiede, um die Bauern des Dorfes zu Hilfe zu rufen. Bevor jedoch die Nachbarn die Schmiede erreicht hatten, hatte der Unmensch dem bewußtlos daliegenden Weibe einige Wunden mit einem Federmesser am Halse und an den Schultern bei⸗ gebracht, damit dasselbe aus der Ohnmacht erwache. Für diese unmenschliche That wurde Temljakow zwar bei der Gemeindeverwaltung in Arrest gehalten, jedoch nach zwei Tagen wieder in Freiheit gesetzt, und damit scheint die bestialische Mißhandlung gesühnt zu sein, da von einer weiteren gerichtlichen Verfolgung des Schuldigen nichts verlautet.

Letzte Nachrichten.

* Treis a. d. Lda., 19. Febr. Ein hiesiger Einwohner, der sich seither mit Holzmachen be⸗ schäftigte, war dieser Tage der Gastgeber einer Spinnstuben⸗Gesellschaft. Eines Abends kehrte er, mit einigen Kollegen von der Arbeit kommend, in einem hiesigen Wirtshause ein, wo sie länger verweilten, als eigentlich beabsichtigt war. Da erschien seine Frau, um ihren Ehegatten nach⸗ hause zu holen. Letzterer, der sicher die Gewitter⸗ wolken auf der Stirne seiner besseren Ehehälfte wahrgenommen, nahm sich, nichts gutes ahnend, zwei seiner Kollegen alsBlitzableiter mit nach⸗ hause. Allein, die Spinnstuben⸗Atmosphäre war so gespannt, daß sie unbedingt zur Entladung kommen mußte, die durch den Dunst des reichlich ge⸗ nossenen Schnapses noch beschleunigt wurde. Als der Ehemann und seineBlitzableiter ruhig weiterschöpselten, riß die Frau dem ersteren die Flasche aus der Hand und hieb so derb auf diesen ein, daß der später notwendig herbei⸗ gerufene Arzt eine Knochenzersplitterun konstatierte. Der Mann wird wohl dndürg einige Zeit arbeitsunfähig bleiben.

Briefkasten.

Ch. W. in Fellingshausen. Unter Sterbe⸗ thaler versteht man solche, die das Bildnis Friedrich Wilhelms IV. tragen, der am 2. Januar 1861 gestorben ist. Nur die an diesem Tage geprägten Thaler, von denen nur eine geringe Anzahl vorhanden ist, werden als Seltenheit gesucht. Thaler von 1861 giebt es sonst eine Menge.

Standesamtliche Nachrichten. Geburten. Am 8. Februar. Dem Ofensetzer Ernst Bernhard Nonnewitz ein Sohn, Heinrich Adolf. Am 10. Febr. Dem Posthilfsboten Philipp Lemp eine Tochter, Johanne Katharine Karoline. Am 11. Febr. Dem Schneider Heinrich Ludwig Steinbrecher eine Tochter, Anna Johanne Katharine. Dem Schreiner Martin Wacker ein Sohn. Am 12. Febr. Dem Knecht Georg Reinhardt ein Sohn, Jakob. Am 13. Februar. Dem Schuhmacher Georg Böttner ein Sohn, Wilhelm. Am 16. Febr. Dem Schuhmacher Heinrich Krug ein totgeborenes Kind weibl. Geschlechts. Am 17. Febr. Dem Hilfs⸗Portier Adam Döring ein Sohn. Am 18. Februar. Dem Schreiner Heinrich Männche ein Sohn, Heinrich. Aufgebote.

Am 13. Febr. Dr. Friedrich Karl Ferdinand Hansen, Arzt dahier, mit Johanne Theodore Schulte von Kilburg. Heinrich Lang, Taglöhner zu Frankfurt a. M., mit Barbara Glaiter daselbst. Am 18. Februar. Gustav Rudolph Richter, Hutmacher dahier, mit Katharina Schmall hierselbst. Jakob Karl Philipp, Fabrikarbeiter dahier, mit Anna Katharine Naumann hierselbst.

Eheschließungen.

Am 13. Februar. Wilhelm Möser, Mühlenbesitzer

dahier, mit Marie Emilie Anna Löber hierselbst. Sterbefälle.

Am 13. Febr. Barbara Elisabeth Schäfer, 25 Jahre alt, Ehefrau von Kaufmann Gotthard Schäfer dahier. Am 14. Februar. Emma Emilie Auguste Jochim, sechs Monate alt, Tochter des Eisenbahnschaffners Johann Georg Jochim dahier. Marie Veith, 6 Monate alt, Tochter des Schreiners Georg Veith dahier. Am 15. Februar. Ludwig Waldschmidt, 21 Jahre alt, Invalide dahier. Am 16. Febr. Karl Wilhelm Simmer, ein Jahr alt, Sohn des Bureaugehilfen Franz Joseph Simmer dahier. Am 17. Febr. Gertrud von Kurnatowsky, geb. von Skopnik, 37 Jahre alt, Ehefrau des Majors Otto von Kurnatowski dahier. Am 19. Februar.

Marie Helene Seydel, ein Monat alt, Tochter des Gärtners Anton Seydel dahier. Margarethe Wallbott, geborene Möser, 47 Jahre alt, Ehefrau des Maurers Johannes Wallbott dahier.

Reueste Telegramme.

Hd. Berlin, 20. Febr. Prinz Heinrich von Preußen stattete gestern dem Kardinal Dr. Kopp in Breslau einen halbstündigen Besuch ab.

Hd. Berlin, 20. Februar.

reichen Abgeordneten des Reichs⸗ und Landtags besucht sein wird.

Hd. Paris, 20. Febr. Etwa 2000 Studenten beteiligten sich an der gestrigen Demonstration für Grie⸗ chenland. Die Polizei schritt nach dem ersten Ruf:Nieder mit der Türkei ein. 8 f

Hd. Kanea, 20. Februar. Die türkische Bevölkerung demonstrierte gegen eine Bon Annektion, fürchtet aber ein

ombardement. Die Christen aus den Hafen⸗ städten sind zumeist nach Griechenland ge⸗ flohen.

Hd. Athen, 20. Febr. Die griechischen Truppen haben auf Kreta den ersten Erfolg erzielt und das Fort Vukol is eingenommen. Dabei sind 250 Gefüngene gemacht worden. Auf griechischer Seite blieben elf Soldaten tot. Ein Offizier wurde schwer verwundet. Von den Türken fielen etwa hundert Mann.

Hd. Athen, 20. Februar. Ein englisches Kriegsschiff verhinderte den griechischen DampferThesfalia, welcher Munition und Vorräte für Kreta an Bord hatte, an der Landung. Prinz Nikolaus ist gestern mit 10 Geschützen an die Grenze gegangen. Das griechische Nationalkomitee hat dem König und der Regierung versprochen, sich jeder aufrühre⸗ rischer Bewegung in Macedonien zu enthalten.

Hd. Athen, 20. Febr. Der Minister des Auswärtigen hat die Aufhebung der griechischen Konsulate auf Kreta mit Rücksicht auf die erfolgte Proklamierung

der Einverleibung der Insel in Griechen⸗

land vorgeschlagen. Die opttmistischen schen Blätter glauben, daß Griechenland mit seinen Absichten durchdringen wird. Durch königliche Verordnung sind zwei weitere Klassen von Reservisten einberufen. Eine zweite Flottille von Torpedobooten ist nach einem unbekannten Bestimmungsort, indessen nicht nach Kreta, abge⸗ gangen.

Hd. London, 20. Febr. Hier fand eine zahlreich besuchte Versammlung statt, in der großer Enthusiasmus für Griechenland herrschte.

Marktpreise.

Gießen, den 20. Februar. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 0,90 1,00, Hühner⸗ eier 2 Stück 1315, Enteneier, Gänseeier., Käse 58, Käsematte 3, Erbsen per Liter 24, Linsen 28 Pfg., Tauben per Paar 0,80 1,00, Hühner p. St. 1,20 1,40, Hahnen 1,30 1,50, Enten 1,60- 1,80, Gänse per Pfund 48 54, Ochsenfleisch 66 74, Kuh⸗ und Rind leisch 60 bis 66, Schweinefl. 56 66, Schweinefl., gesalz. 70 72, Kalbfleisch 50 54, Hammelfleisch 50 65, Kartoffeln pro 100 Kilo 4,50, 5,50, Zwiebeln per Zentner 4,00 Mark, Milch per Liter 16 Pfg.

riecht⸗

Sterbefälle.

Am 19. Februar. Elisabethe Martern, geb. Walz, 85 Jahre alt, Witwe von Bankbeamten Johann Balthaser Martern dahier, Bahnhof⸗ straße 2. Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. d. Mts., nachmittags Uhr vom Sterbehause aus statt.

19. Februar. Margarethe Wallbott, geb. Möser, 47 Jahre alt, Ehefrau von Johannes Wallbott, Maurer dahier, Neustadt 17. Die Beerdigung findet Sonntag, den 21.

Am

d. Mts., nachmittags 2 Uhr vom Sterbehause aus statt.

i Am 7. März findet in Dresden eine konservative Volks. versammlung statt, welche auch von zahl⸗

l

Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ 1

teur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen.

niche bemerkt wurde. Wie sie nun erschöpft gegen die Rückwand der Halle lehnte, konnte sie deutlich die Stimmen der Herren unterscheiden. Sie dachte nicht daran, ihrer Unterhaltung Aufmerksamkeit zu schenken, als plötzlich ihr eigener Name an ihr Ohr schlug.

Sieht noch verteufelt hübsch aus, die Frau von Helling, sagte der dicke Rittmeister,die Jahre scheinen spurlos an ihr vorübergegangen zu sein.

Ja, sie war immer eine schöne Erscheinung, bestätigte Lossen gedehnt,biegsame Figur, könig liche Haltung, prachtvolle Augen!

Ich kann mich noch der Zeit entsinnen, als Sie ganz weg waren von der Kleinen, neckte der Dicke lachend.Aufrichtig gestanden erwartete ich damals immer Ihre Verlobungsanzeige, als Sie in Berlin auf Turnschule waren, Lossen.

Nun, für einen solch unpraktischen Schwärmer hätten Sie mich doch nicht halten sollen, lautete die Entgegnung,sie hatte ja kaum das Nötigste zu beißen und zu brechen. Was helfen mir die schönsten Braunaugen ohne anständige Zulage! Jetzt liege ich weicher gebettet, und sie ist ja auch schlau genug gewesen, eine reiche Partie zu machen.

Regine hatte genug gehört. Sie eilte geräusch los von dannen, immer weiter und weiter, so lange

ihr Fuß sie trug. Der Schlag war grausam. Für

spielt, war sie also nie mehr gewesen, als nur ein Spielzeug. Sie hatte ihm ihre reine, glühende Jugendliebe gebracht, er aber verachtete sie um ihres geringen Vermögens willen und setzte bei ihr ohne weiteres die eigene, berechnende Gesinnung voraus, er, von dem sie sich noch vor kurzem allein nach ihrem wahren Werte geschätzt glaubte! Nichts anderes wußte er an ihr zu rühmen, als ihren guten Wuchs!

Um dieses Wenschen willen hatte sie sich jenem Manne entfremdet, der nie etwas anderes begehrt als ihr eigenes Selbst, der mit seinem sauer er⸗ worbenen Vermögen auch für die Ihren eintrat als etwas ganz Natürliches, Felix, Felix! Warum hatte sie sich von ihm getrennt, warum war sie nicht daheim geblieben, wo sie hingebörte! O, daß er in ihrer Nähe wäre, daß sie in seine Arme flüchten könnte, ihr verwundetes Gemüt ausruhen an seinem reinen, edlen Herzen, o, daß sie ihn jetzt um Ver⸗ zeihung bitten könnte! Denn plötzlich wußte sie, welch großes Unrecht sie ihm gethan. In Gedanken hatte sie gesündigt gegen ihn durch Jahre und Jahre, bis dieselben eine unheilvolle Gewalt über sie bekamen und sie nicht mehr erkennen ließen, wie viel sie in ihrem Gatten besaß!

**

* Am liebsten wäre sie Lossen fortan ganz aus dem Wege gegangen. Aber das ließ sich leider in

unauffälliger Weise nicht arrangieren. Dazu hielt ihrerseits sich zu fest an die Standesgenossinnen, als Ersatz für die so sehr er⸗ sehnte Haute-volèe, welche ihr meist aus dem

Frau Constanze

Wege ging. Man war mit Lossens und Baron Barnim

nach Keitum gefahren, um sich an dem Schatten

stattlicher Bäume zu erfreuen, die man in Wester⸗ land vergebens suchte.

unvergleichlicher Weise bereitet. Da kam Lothars

jüngster, dreijähriger Sohn angelaufen, und schmiegte

sich an Regine.

Papa und Mama böse sein zusammen, ach, so bös! flüsterte der Kleine ganz ängstlich. Wirklich erschien nun das Ehepaar in höchster Erregung und setzte seinen Zwist auch vor den anderen ungeniert fort. Es handelte sich um eine Segelpartie.

vertragen kannst, es ist die reine Thorheit, wenn Du darauf bestehst, Du verdirbst uns durch Dein Mitkommen nur die ganze Freude, herrschte Lothar

seine Gattin an. 1

Bei dieser glatten See ist jede heftige Be⸗ wegung ausgeschlossen, erwiderte sie gereizt,in meinem Salon in Frankfurt kann ich nicht sicherer vor Seekrankheit sein, als bei diesem flauen Winde auf dem Wattenmeere.(Fortsetzung folgt.)

Regine und Lottchen er quickten sich im Garten an der köstlichen,roten Grütze, welche die Wirtin desFriesenhofes in

Du weißt doch, daß Du das Segeln nicht

angel, ea 0 Zee

fal. in Lee g f. aapdeen chnete unc, 1 903 Nad

1 auc. Hartan

115 246 1 fee 4 1 Nähe del 5

0 8d)

1 10. 0%

180 0 00 5 1 6 fd) 280 4 fp

1 62 fle)! 19. 50)

2 3.(4. Ul),

2 89.4 Ip.)

2 89.6 Fd.) 5

9 49.04 süd f

3 49(6 Pd.) 16(fp)! 28.(4 Fo) Sc

389.66 Psd.) Sc

Oießen, den 2

Slabl.

Angebot der 2 Ucer, Skeindrucler, bnbier, 1 baclierer, Mucdloseer,

Tugzepriste Heizer,

1 Pachinenschlosser, 1 fihtbursche, 9 Laglühner,

1 Sgoserlehrlüinge,

1 duusmüdchen.

Senerer Hei ILer folk: