Ausgabe 
21.1.1897
 
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Nr. 17

Gießen, Donnerstag, den 21. Januar

1897.

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Postztg. Nr. 3939 a. Telephou⸗Nr. 112.

Ausgabe

Gießen.

Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112.

Redaktion:* Kreuzplatz Nr. 4.

Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 20. Jan. Der Gerichtsaccessist Heinrich Gennes in Gießen, wurde zum Re⸗ gierungsassessor, der Gerichtsaccessist Georg Balzer von Gießen zum Gerichtsassessoren ernannt.

* Gießen, 20. Januar. Wie bestimmt ver⸗ lautet, wird der 30. hessische Landtag auf den 9. Februar einberufen.

* Gießen, 20. Jan. DieDarmst. Ztg. veröffentlicht folgende: Bekanntmachung, die Freiherrlich von Weyherische Eleonoren⸗ stiftung betreffend:

J Aus der Freiherrlich von Weyherischen Eleo⸗ norenstiftung sind demnächst zwei Pensionen zu vergeben. Es werden daher alle diejenigen, welche auf Grund der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Januar 1848(Regierungsblatt Nr. 3) um eine dieser Pensionen nachsuchen wollen und nicht bereits früher um eine solche eingekommen sind, hiermit aufgefordert, längstens bis zum 30. l. M. ihr Gesuch unter Anschluß des Ge⸗ burtsscheines bei dem unterzeichneten Ministerium einzureichen.

Großherzogl. Ministerium des Innern.

* Gießen, 19. Jan. Das Kreisamt macht bekannt, daß mit Rücksicht auf die große Ver⸗ breitung der Maul⸗ und Klauenseuche in den Viehbeständen des Kreises Gießen und der an⸗

renzenden Kreise die für den Monat Februar bieses Jahres vorgesehenen Märkte zu Gießen und Lollar verboten werden.

* Gießen, 19. Januar.(Strafkammer⸗ sitzung.) Der Landwirt ilhelm Haupt von Erbenhausen zahlte am 22. Januar v. J. an den Kaufman Dürbeck den Betrag von 100 Mark, welchen er diesem schuldete und worüber er Quittung erhielt. Diese Quittung fälschte Haupt dadurch, daß er aus der ersten 0 eine 5 anfertigte und sich darauf stützte, er habe den Betrag von 150 K im Januar 1895 bezahlt. Auch heute behauptet der Angeklagte dasselbe, jedoch wird ihm der Gegenbeweis geliefert. Der Staatsanwalt beantragte eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr und 3 Monaten, sowie Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre. Das Gericht erkannte auf 6 Monate Gefängnis. Wegen Betrugs im Rückfalle hatte sich der Maurer Heinrich Frei von Daubringen zu verantworten. Derselbe ging am 26. August v. J. in die Wohnung des Hüttenbesitzers Buderus, woselbst er sich von diesem 1,30 Mark unter der Vorspiegelung, er sei auf dessen Hütte beschäftigt und habe ein krankes Kind in der Klinik liegen, verabreichen ließ. Der Angeklagte will zur Zeit der That betrunken gewesen sein. Das Gericht erkannte mit Rücksicht auf die Vorstrafen des Angeklagten auf 9 Monate Gefängnis und 2 Jahre Ehrverlust.

* Gießen, 20. Januar.(Besitzwechsel.) Das Grundstück Bleichstraße 5(Gastwirtschaft), Herrn L. Kinkel gehörig, ging heute für den Preis von 38 000& an den Metzger Heinrich Nikolei über. Letzterer beabsichtigt daselbst vom 1. März an, neben der Gastwirtschaft noch Schweine⸗ und Ochsenmetzgerei zu betreiben.

Der Wichser. Eine Freiergeschichte von L., Bürkner. (Nachdruck verboten.) (Schluß.)

Aber der Toni geht Schritt für Schritt. Ja, die haben's gut, die da zusammen plauschen; haben sich lieb, sagen sich lauter Lieb's und Gut's und die Mädeln kichern all's fort. Man sieht's ordentlich, wie gern sie sich haben. Ob die Marei ihn auch mal gern haben wird, und er sie? Und beinahe wär der Toni umgekehrt. Aber der Vater, die Rosel und der schöne Hof fallen ihm ein, und so giebt er sich einen Ruck, und biegt um die Ecke und steht gerade vor des Schulzenbauern Bi Aber o Schrecken, die Treppe ist leer.

ie Marei wichst keine Schuhe heut' Abend, sie wartet sicherlich in der Stube feierlich auf seinen Besuch. Da verschwindet auch schon ein aus⸗ lugendes Gesicht vom Fenster, er ist gesehen worden, zurück kann er nit mehr, und während er spürt, wie es ihm im Halse würgt und wie ihm das Blut in den Kopf geht, poltert er die Haus⸗ thür hinein, stößt die Stubenthür auf, sieht undeut⸗ lich ein paar Menschen um den Tisch sitzen und stottert so ein halbersticktes:

Gu'n Abend.

Gu'n Abend auch.

Daun ists wieder ganz still.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.

Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile.

Gießen, 20. Jan. Wir erhalten folgende Zuschrift: Sehr geehrter Herr!

Aus Ihrer geschätzten Zeitung vom 16. Jauuar ent⸗ nehme ich, daß sich dieselbe in dem Artikel 8. Gießen, 15. Jan. mit meiner Person beschäftigt, leider muß ich den Eindruck, den derselbe auf Ihre Leser ausgeübt hat, etwas abschwächen, da Ihnen wohl von Ihrem Berlcht⸗ erstatter in der Hauptsache ein Bär aufgebunden wurde, und bitte ich auf Grund des Preßgesetzes um Berich⸗ tigung.

Richtig ist, daß in Eberstadt die Maul⸗ und Klauen⸗ seuche ausgebrochen war und mein Prinzipal die gebotenen Vorsichtsmaßregeln anwandte, um dieselbe von seinem Viehstande fern zu halten. Richtig ist ferner, daß ich, nachdem ich mehrere Tage zu Hause war, eine Desinfektion meiner Kleider und meiner Person vorgenommen habe. Dagegen ist es vollständig unwahr, daß mir hierbei ein Zwang auferlegt, und ich in ein Zimmer eingesperrt wurde, das ich erst nach 20 Minuten verlassen durfte. Wie bereits bemerkt, habe ich die Desinfektion allein vor⸗ genommen und das Zimmer bereits nach kaum 4 Minuten verlassen, da ich Hustenreiz verspürte. Hierauf habe ich während des ganzen Tages meine Beschäftigung wieder aufgenommen und erst abends das Bett aufgesucht, da ein Katarrh, den ich mir wahrscheinlich bel der Beerdigung meiner Schwester am 23. Dezember zugezogen hatte, es mir rätlich erscheinen ließ. Erst am anderen Nachmittag konsultierte ich den Arzt, da mein Katarrh sich ver⸗ schlimmerte.

Dies ist der wahre Sachverhalt. Sie ersehen also danach, daß der Schlußsatz Ihres Artikels zwecklos war, da ich gar keine Veranlassung hatte, meine Energie, die Sie zu unterschätzen scheinen, zu bethätigen.

Hochachtend zeichnet

Eberstadt, den 18. Januar 1897.

Adolph von Diemar. Hoffentlich ist der Katarrh des Herrn von Diemar, der in unserer Notiz übrigens gar nicht genannt war, inzwischen beseitigt.

* Lollar, 20. Januar. Am Sonntag hielt der hiesige Männergesangverein Lollar bei zahl⸗ reicher Beteiligung im Vereinslokale(Gastwirt Weinrich) sein lee Winterfest ab. Das Programm bot viele Abwechselungen. Musik, Gesang, ie Theaterstücke ernteten reichen Bei⸗ fall. Die Gesänge überzeugten uns, daß der Verein unter Leitung seines tüchtigen Dirigenten, Herrn Nennstiel aus Gießen, bemüht ist, den Gesang nach besten Kräften zu pflegen. Wir wünschen dem rührigen Berein ein ferneres Blühen und Gedeihen.

X. Ruttershausen, 20. Januar. Von einem Unfall wurde in vergangener Woche ein hiesiger Zimmermeister betroffen. Derselbe be fand sich auf dem Wege nach Allendorf, wo er eine Holzversteigerung zu besuchen gedachte. Auf einem Waldwege stürzte derselbe so unglück⸗ lich, daß er einen Armbruch erlitt.

* Bad Nauheim, 18. Januar. Unsere Stadt steht im Zeichen des Kirchenbaues oder richtiger der Sammlungen für Kirchen- bauten. Die Wilhelmskirche der evange⸗ lischen Gemeinde faßt zur Zeit der hohen Saison, zu welcher die Bevölkerung von 3500 auf 8000 Seelen anschwillt, die Zahl der An⸗ dächtigen schon lange nicht mehr, und man ist thatsächlich genötigt, die Kirche zur Zeit des Gottesdienstes zu schuießen, um einer förmlichen Ueberfüllung vorzubeugen. Man sammelt des⸗ halb schon seit einigen Jahren Gelder, um an Stelle des auch äußerlich unscheinbaren Gottes⸗

Und in heller Verzweiflung stößt der Toni heraus:

Seid Ihr am Schuh⸗Wichsen?

Ein paar Löffel, die gerade an den Mund ge führt werden sollen, klirren auf die Teller. Ein klein Bischen ist's noch still, aber dann brichts los:

Na, wir sind am Essen, ruft die Marei mit vor Lachen kreischender Stimme, und dann poltern sie Alle:Ha, ha, ha, ob m'r am Schuhwichsen sind? Na so was, na so was lebt nei mehr, hi, hi, hi!

Der Toni fühlt, wie ihm ganz schlecht wird. Das ist die Blamasch, von der sein Vater geredet hat.

Er weiß schon, was jetzt kommt. Sein gonzes Leben wird man's ihm nachsagen eine Dorf geschicht' wird's werden, wie der Rosentoni auf die Freierei gegangen ist, und in der Stub herausge⸗ platzt ist mit der Frag, ob sie am Wichsen sind. Und im Ohr klingt ihm das höhnische Gelächter von der Marei, und er weiß, daß er das Mädel, was ihn so auslachen und verspotten kann, net heiraten kann, nein, net für Alles, und jählings dreht er sich um und tappt nach der Thürklinke. Die Marei lacht noch immer. Der Freier ist ihr ja sicher genug, die beiden Väter haben la Alles mit einander ausgemacht, da kann sie den dummen Toni mal recht auslachen vorher.

Aber der Toni reißt die Stubenthür auf, und

hauses einen den Anforderungen eines Welt⸗ bades entsprechenden Neubau zu setzen, der den NamenEvangelische Dankeskirche erhalten soll. Mit den Sammlungen wͤrde im Jahre 1893 begonnen und weisen die Erträgnisse stets steigende Ziffern aus und zwar 1893: 100 Al, 1894: 537, 1895: 2587 Al, 1896: 7020&, so daß mit den Ziunsen bereits ein Baukapital von 11749 l beisammen ist. Der Kirchenbau⸗ verein besteht seit 1. Mai 1895; dieser Tage wählte eine einberufene Generalversammlung ein Komitee von 14 Personen, 8 Kirchengemeinde⸗ vertreter, 4 Stadträte und 2 Herren aus den weiteren Kreisen der evangelischen Gemeinde. An der Spitze des Sammelkomitees steht Pfarrer Wisstg. Um die Sache besser organisteren zu können, soll jetzt ein förmlicher Vorstand ge⸗ wählt und ein eigener Kirchenbauverein mit Statuten gebildet werden. Die im Winter wenig zahlreiche, im Sommee ebenfalls sehr an schwellende katholische Gemeinde hat die refor⸗ mierte Reinhardskirche zur Abhaltung eines zweimaligen wöchentlichen Gottesdienstes ge⸗ mietet. Auch die Katholiken denken an einen Neubau. Ein eigenes Komitee au dessen Spitze Pfarrer Thöbes von Friedberg sam melten schou seit Jahren; der Baufond ist jetzt auf 16 500&& angewachsen. Von beteiligter Seite wird auf das bestimmteste versichert, daß der Neubau eines würdigen Gotteshauses, die Anstellung eines eigenen Seelsorgers, die Ein⸗ richtung eines täglichen katholischen Gottes dienstes unumgängliche Voraussetzungen für einen demnächstigen noch stärkeren Zuzug des Bades aus der katholischen Welt seien. Auch die englische Kolonie, im Sommer 1896 900 Seelen stark, rüstet sich zum Bau eines eigenen Gotteshauses. An der Spitze des förmlich kon⸗ stituierten Sammelkomitees steht die Prinzessin Christian von Schleswig-Holstein, die in den letzten Jahren regelmäßig die hiesigen Thermen gebrauchte. Die Großh. Regierung hat in liberaler Weise sowohl der katholischen Gemeinde, als auch der englischen Kolonie, unter Vor- behalt ihres Eigentumsrechts an Grund und Boden eigene Kirchenbauplätze frei zur Ver⸗ fügung gestellt. Auch der Bau einer griechischen Kapelle ist in Ausstcht ge⸗ nommen, ist doch in der letzten Saison die Zahl der aus Rußland stammenden Ausländer auf nahezu anderthalb tausend angewachsen. Eine israelitische Synagoge ist schon vor Jahren er⸗ baut worden.(D. Ztg.)

* Büdingen, 19. Jan. Herr A. Bälst in Offenbach, ehemaliger Schüler des hiesigen Gymnasiums, möchte gar zu gern in diesem Jahre eine Gymnasialfeier hierselbst veran⸗ stalten, bei der sich die ehemaligen Schüler ein⸗ finden sollen. Auf die teils in Rundschreiben, teils in Zeitungen erfolgten Kundgebungen des Herrn Baist, in Sachen dieser Feier sieht sich nunmehr der Direktor und das Stadt⸗ kollegium des hiesigen Gymnasiums zu folgen⸗ der Erklärung veranlaßt:Wir haben die Ab⸗ sicht von der Herr Baist schon am 3. Nov. 1896 brieflich in Kenntnis, gesetzt wurde im Jahre 1901 zur Erinnerung an die vor 300 Jahren erfolgte Erweiterung und Ausgestaltung der alten Lateinschule zu einem Gymnasium eine

Expedition:

N Kreuzplatz Nr. 4.

größere Festlichkeit zu veranstalten und hoffen bei der Wahl dieses Zeitpunktes, der zugleich mit dem Antritt des zwanzigsten Jahrhunderts zusammenfällt, bei den früheren Lehrern und Schülern auf mehr Interesse und Beteiligung rechnen zu dürfen, als wenn wir jetzt, in einem nicht so bedeutsamen Jahre, eine Schulf eier ab⸗ halten würden. Ferner glauben wir, daß, wenn im laufenden Jahre irgend welches unsere Saule betreffende Fest stattfiudet, dann jeden⸗ falls die auf wenige Jahre später angesetzte Sakularfeier chinsichtlich der Zahl der Besucher, der Geldmittel ufo. beeinträchtigt wird. Diese Gründe bestimmen uns auf unserem Beschlusse zu beharren, und deshalb wird uunsere Schule etwaigen von anderer Seite getroffenen Veran⸗ staltungen fern bleiben.

Ober⸗Widdersheim, 18. Jau. Wegen der Fütterungskosten fur ein bverspätet ab⸗ geholtes pralb, das ein Viehhändler in Eghzell von einem Landwirt zu Weckesheim gekauft hat, führen Beide schon seit Sommer v. J. einen Prozeß. Schon jetzt übersteigen die Kosten den Streitgegenstaud um das Zehnfache.

Von der Nidda, 18. Jau. In einzelnen Orten ist der eben grassiereuden Maul- und Klaueuseuche viel mehr Vieh zum Opfer ge⸗ fallen, als vor 5 Jahren, wo sie unser Vieh auch hatte. Nicht bloß noch uicht abgewöhnte Kaͤlber, sondern auch Groß vieh siel.(D. Ztg.)

Mainz, 19. Jan. Als Ergänzung der Mitteilung uber die Ausgrabung der Ge⸗ beine der in den Jahren 1870/71 hier an ihren Wunden oder an Krankheiten verstorbenen Soldaten der französischen Armee sei hier noch erwähnt, daß nicht weniger als 982 französische Soldaten auf dem hiesigen Friedhof beerdigt liegen. Ju der ersten Zeit des Hier⸗ eins der gefangenen Franzoseu, die aus Metz hier etutrafen, waren dieselben durch die furcht⸗ baren Entbehrungen in dem belagerten Metz und die Strapazen derart heruntergekommen, daz die armen Teufel massenhaft an Krankheiten, besonders der Ruhr, dahinstarben, so daß nicht selten 20 bis 30, ja noch mehr Sterbefälle in einigen Tagen vorkamen; sie erhielten alsdann ein gemeinsames Grab. Die Beisetzung der Ge⸗ beine in zwei Massengräbern sod etwa derart erfolgen, daß etwa 600 Gebeine auf einem Platz an dem unteren Friedhof ueben dem Garnisons⸗ friedhof beerdigt werden, wahrend der Rest an der Stelle des mittleren Friedhofs beerdigt werden soll, auf welchem sich das franzosische Grabdeutmal besinder. Durch das Saumuteln der Gebeine der verstorbenen franzosischen Sol daten, werden auf uaserem Feieohof ungefahr 1500 Quadratmeter Flacheuraum frei, die nun⸗ mehr zur Beerdigung von Zioilpersonen ver wendet werden können.

* Wetzlar, 19. Januar. Den Herren C. Rating und H. Plies hierselbst ist das von ihnen nachgesuchte Patent für einen Tempo⸗ anugeber für Fahrrader erteilt worden.

(W. Anz.)

Vermischtes.

Der Roman eines Brautpaares. Im Frankfurter Gerichtssaal erfuhr man dieser Tage den

da hört die Marei auf zu lachen. Das wäre ein schlechter Spaß, wenn er kopfscheu würde. Und sie springt schon vor, den Tont zu begütigen.

Aber der Toni bleibt schon von selber stehen. Eine warme Hand hat seine heiße zitternde an gefaßt, zwei liebe blaue Augen schauen ihn an, und eine sanfte Stimme sagt:

Laß sie doch lachen, die Gäns', daraus muß sich doch so ein Bub wie Du nix machen.

Und die Hand dreht ihn herum, führt ihn zu einem Stuhl und drückt ihn nieder.

Der Toni hat nachher seiner Frau oft erzählt, wie sie ihn am selbigen Abend auf den Stuhl ge setzt habe, sei ihm ganz schwarz vor den Augen gewesen; aber wie er sie dann genau angesehen habe, und sie habe ihm gut zugeredet, da sei ihm gewesen, als sei inwendig um sein Herz ein Band gesprungen, was darum gelegen habe. All seine Angst und Verschüchteruheit sei fortgeblasen gewesen, und er habe sich nicht einmal vor den bösen Augen der Marei gefürchtet, die voller Zorn und Aerger gesehen habe, was sie sich da angerichtet. Das habe ihn alles kein Bischen scheniert, es sei ihm so wol gewesen wie nie in seinem veben.

Um elf Uhr des Abends ist der Toni den Berg hinan nach dem Rosenhof gestiegen. Er hat ge⸗ sungen und gepfiffen, und sich manchmal umgedreht und nach dem Dach des Schulzenhauses geschaut, das er im hellen Mondschein gesehen hat. Oben

hat sein Vater auf ihn gewartet, er hat ihn umge⸗ faßt und einen flotten Schottischen mit ihm getanzt, ohne daß der Alte sich hat wehren können.

Bub, hat er zuletzt außer Atem gerufen, bist närrisch geworden. Hast alles in Ordgung gebracht, he?

Ja, Vater, alles in Ordnung. Nur ne Kleinigkeit hab ich anders gemacht. Daß Du's nur weißt, ich heirat' net die Marei, soudern die Kleine, die Ev.

Toni, Du hast Einen über Durst getrunken.

Na, Vater, keinen Tropfen. Die Eo ist's und heut in sechs Wochen ist Hochzeit.

Na, mir kann's Recht sein. Aber, wie ist das denn zugegangen? Wie hast's denn au⸗ gefangen?

Angefangen? Der Toni lacht ausgelassen. Halt, wie Du mir gesagt hast. Ich hab g'fragt, ob sie am Wichsen sind! 4

* *

Auf dem Rosenhof gehts lustig zu. Der alte Roseuhofer kann sich net beklagen. Wenn der Nachbarstefau fünf Kinder hat, so find auf dem Rosenhof acht. Eins immer prächtiger als das Andere. Nur Eins verdrießt ihn manchmal! Daß sie den Toni net den Rosenhofer nennen, sondern denWichser. Aber der Toni lacht dazu und sagt;Vater, da seid Ihr ganz allein schuld. Und weil's so ist, muß der Alte schweigen.

1

*

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