lungen, eine neue Grußart zu erfinden, die sich auch bei der Verehrung, die jetzt in Modesachen allem Englischen zuteil wird, bald den Weg zu uns bahnen dürfte. Viel Erfindungsgabe ist den Entdeckern derselben aller⸗ dings nicht nachzurühmen. Sie haben die frühere nur einfach in das Gegenteil verwandelt. Statt von oben herab wird jetzt von unten hinauf shake hands(Hand⸗ schlag) gemacht. Die beiden Grüßenden fahren mit der Rechten empor und vereinigen dann ihre Hände. Also aufgepaßt, daß sich ja niemand bei einem veralteten Handschlag betreten läßt. Besonders die altdeutsche Art desselben, wobei sich zwei Leute die Hände wagerecht ent⸗ gegenstreckten, sie dann vereinigten und derart schüttelten, daß die Arme in den Achselgelenken knackten, ist durchaus shocking, d. h. anstößig.
— Eine Abenteuerin. Vor dem Pariser Schwurgericht fand in den letzten Tagen ein Prozeß gegen eine Abenteuerin statt, die sich fälschlich Gräfin Cha⸗ lèeon nennt, und gegen Michel Briand, den Sekretär und Vertrauensmann des Pariser Financiers Robert Oppen⸗ heim. Briand, der in die Schlingen der falschen Gräfin geraten war, hatte seinem Chef Oppenheim Beträge ver⸗ untreut, die sich auf weit über 100 000 Franks belaufen. Trotzdem Briand, der sich sonst stets pflichttreu gezeigt hatte, zweifellos das Opfer der Lügen der schlauen Aben⸗ teuerin geworden war, zeigte ihn Oppenheim beim Ge⸗ richte an. Nach zweitägiger Verhandlung sprach die Jury Briand und die sogenannte Gräfin Chaléon frei. Ent⸗ scheidend für die Geschworenen scheint gewesen zu sein, daß die Verteidiger Briefe vorbrachten, die Oppenheim selbst an die„Gräfin Chaléon“ gerichtet hatte. Aus diesen Briefen geht hervor, daß Oppenheim selbst den Lügen der Abenteuerin Glauben geschenkt hatte. Die Briefe sind im wärmsten Tone gehalten. Oppenheim empfiehlt die „Gräfin“ darin dem Schutze der heiligen Jungfrau.
— Eine Hundertjährige auf dem Rade. Mrs. Debora Doty zu Frewsburg im Staate Neywork hat es sich, obwohl sie bereits 101 Jahre zählt, nicht nehmen lassen, das Bichcelefahren zu erlernen, und es ist
der Greisin auch gelungen, das modernste Vihikel sich dienstbar zu machen. Die alte Dame motivierte diesen Entschluß damit, sie habe schon so viel vom Leben kennen gelernt, daß sie nicht sterben könne, ohne mit einer solchen Maschine gefahren zu sein. Sie meint übrigens, unter allen Beförderungsmitteln sei das Bicycle doch das unsicherste.
— Der Sultan Samory und sein Sohn. Aus London berichtet man: Die folgende Erzählung zeigt den Haß des mächtigen afrikanischen mohammeda⸗ nischen Häuptlings Samory gegen Frankreich: Vor einigen Jahren sandte er seinen Sohn Karamoko nach Paris. Als der junge Mann zurückkehrte, konnte er seinem Vater nicht genug den Reichtum und die Macht Frankreichs schildern. Samory hörte eine Zeit lang schweigend den Erzählungen seines Sohnes zu. Dann sagte er:„Du bist mein lieber Sohn. Ich rate Dir aber, Alles was Du mir erzählt hast, zu vergessen und Niemanden zu sagen, daß Du Frankreich so stark gefunden hast.“ Karamoko aber befolgte den Rat nicht. Als sein Vater einen neuen Streifzug in französisches Gebiet be⸗ ginnen wollte, warnte er ihn. Der König ließ darauf seinen Sohn in einer Hütte in der Erde eingraben. Eine Kanne wurde ihm vorgesetzt, um seine Leiden zu ver⸗ längern. Fünf Tage später ließ Samory das lebendige Grab öffnen. Als der junge Mann noch atmete, erwürgte er ihn mit eigener Hand.„So mögen alle sterben,“ rief der König aus,„die daran denken, Frieden mit dem fran⸗ zösischen Räuber zu schließen.“
Neueste Telegramme Hd. Wien, 19. Okt. Zwischen dem Eisen⸗ bahn⸗Ministerium und den österreichischen kar— tellierten Eisenwerken ist ein Lieferungsvertrag zustande gekommen, nach welchem die Staats— bahnen ihren ganzen Bedarf an Schienen auf 5 Jahre zu erhöhten Preisen festlegen. Der
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Hd. Budapest, 19. Okt. Im Hörsaale der hiesigen Universität fand gestern Nachmittag eine große Demonstration gegen den philo— sophischen Professor Bauer statt, weil derselbe den Studenten, welche bei ihm Vorlesungen nicht gehört hatten, seine Unterschrift verweigerte. Der Professor mußte seine Vorlesung unterbrechen und unter dem Schutz der Diener die Universität verlassen.
Hd. Paris, 19. Okt. Der Munizi⸗ palrat hat gestern in der Brotver⸗ teuerungsfrage den Wunsch ausge⸗ drückt, daß die Eingangszölle auf Getreide auf 4 Franks herabgesetzt werde und deren Ertrag dem Wohle der arbeitenden Klassen zugewendet werden sollen.
Hd. London, 19. Okt.„Daily Graphic“ bespricht die Lage auf Lagos und meint, daß die Franzosen keine schlechten Absichten hätten und daß Frankreich und England besser thäten, sich gegen den gemeinsamen Feind zu wenden. Die„Times“ sagen im Gegenteil, daß die Fran— zosen dem internationalen Rechte zuwider ge— handelt und daß ihre Handlungsweise den Frieden in Gefahr stellen konnte.
Hd. Konstantinopel, 19. Okt. In hiesigen diplomatischen Kreisen ist man über den Verlauf der türkisch-griechischen Friedensverhandlungen ziemlich skeptisch gestimmt. Wie verlautet, sollen die Verhandlungen nicht vor einem Monat zum Abschluß gelaugen.
Hd. Athen, 19. Okt. Der König unter⸗ zeichnete ein Dekret betreffend die Bildung einer
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Sterbefälle.
Am 16. Oktober. Heinrich Weil WIII, 55 Jahre alt, Landwirt von Oppershofen, Kreis Friedberg. Gestorben in der alten Klinik.
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