Ausgabe 
20.5.1897
 
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Nr. 117

Gießen, Donnerstag, den 20. Mai

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Ausgabe

ssche Landes

Gießen.

Postztg. Nr. 3319. Telephou⸗Nr. 112.

Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

* Gießen, 19. Mai. Erledigt sind: ile mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrer elle an der Gemeindeschule zu Dorheim, Kr. sriedberg, mit einem jährl. Gehalt von 900 A de mit einem kath. Lehrer zu besetzende zweite lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rocken⸗ erg, Kr. Friedberg, mit einem jährl. Gehalt on 900.; eine mit einem kath. Lehrer zu Ksetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu sengfeld, Kr. Dieburg, mit einem jährl. Gehalt on 900. Mit der Stelle ist Organistendienst Arbunden.

Gießen, 19. Mai.(Strafkam mer.) ine ganze Reihe Körperverletzungsfälle Eschäftigte gestern unsere Strafkammer. Heinrich stock von Alsfeld hatte Konrad Braun die sase abgebissen, nachdem ihm jener mit einer Ampe einen Hieb über den Kopf versetzte. Das Fchöffengericht hatte Braun zu 14 Tagen, den ock aber zu 3 Monat Gefängnis verurteilt. Jer härter Bestrafte verfolgte Berufung wegen herabsetzung des Strafmaßes, aber auch die Aaatsbehörde war mit dem Urteil nicht einver⸗ fanden. Die Strafkammer hob das schöffenge schtliche Urteil auf und erkannte statt auf 3 uf 6 Monate Gefängnis gegen Stock. Der 5 Jahre alte Gerbergeselle Franz Nowacki aon Bienief bei Ostrow, zuletzt in Alsfeld, war om Schöffengericht daselbst wegen eines im August 1895 begangenen Wirtshausskandals, er alte imDeutschen Kaiser gerauft, den Wirt sbrperlich mißhandelt, sich des Hausfriedensbruchs ind einer Sachbeschädigung schuldig gemacht, zu (Wochen Gefängnis verurteilt. Die hiergegen üngelegte Berufung wurde verworfen. Die saufleute Albert Scheel, Konrad Rübsamen nd Karl Köhler, sämtlich von Gießen, saßen uf der Anklagebank. Die beiden Ersteren ver⸗ gten Berufung gegen ein sie wegen Körper⸗ erletzung verurteilendes Erkenntnis des Schöffen⸗ gerichts Gießen; wir haben über den Fall s. Zt. gerichtet. Gegen Köhler verfolgte der Vertreter er Staatsbehörde Berufung, obgleich derselbe Zt. auf den Antrag des Amtsanwaltes von strafe und Kosten freigesprochen worden war. der Gerichtshof beließ es gegen Rübsamen bei er erkannten Strafe von sechs Wochen, be tätigte den Freispruch gegen Köhler, hob aber has auf 4 Wochen Gefängnis lautende Erkennt⸗ les gegen Scheel auf und erkannte gegen diesen inf eine Geldstrafe von 300 4 Es habe dieser Umgeklagte bei der Affäre den Gegner nur an me Stelle des Körpers geschlagen der minder enpfindlich sei und es sei dem Scheel auch zu glauben, daß er die Schläge ausgeteilt, um seinem henossen Rübsamen zu helfen, den er bedroht Maubte. Die Holzmacher Friedrich und Wil⸗ helm Hofmann von Steinheim haben ihren heuossen Konrad Repp von dort an einem Sonn⸗ ug in angetrunkenem Zustand ohne jeden Grund bestialisch mit Aexten bearbeitet, sodaß der Verletzte dauernd Schaden an seiner Ge sondheit haben wird. Die Verhandlung wurde ausgesetzt. Die Schneiderin Susanne Michel ton Steinfurth wurde wegen fahrlässiger Brand siftung zu einer Geldstrafe von 10. verur⸗ tilt. Sie hatte eine mit Petroleum gefüllte bren⸗ zende Tischlampe auf ihre Nähmaschine gestellt,

wählen mögen, war die

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen.

Preis der Auzeigen: 10 Pfg. für die zspaltige Petltzeile.

von wo diese beim Arbeiten auf die Erde fiel und einen Brandschaden von ca. 500 Mark ver⸗ ursachte.

Gießen, 19. Mai.(Ein teures Pferd.) Ein Schiersteiner Landwirt verkaufte vor zwei Jahren ein Pferd, einen sogenanntenSchmisser, der erst kurz vorher in Biebrich ein Kind durch einen Schlag tödlich verletzt hatte, an einen Mann aus Hochheim. Da es auch dieser bei seinen landwirtschaftlichen Arbeiten nicht ge brauchen konnte, wurde es an einen Pferdemetzger nach Mainz verkauft. Bei dem Transport zur Schlachtbank ereignete sich vor dem Bahnhofe in Kastel der Unfall, daß ein vorübergehender Sergeant durch einen Huftritt dieses Tieres sehr schwer verletzt wurde. Die ganze Kinnlade wurde dem Manne zerschmettert und derselbe schwebte im Lazarett längere Zeit in Lebens⸗ gefahr, bis es endlich der ärztlichen Kunst gelang, die Wunden wieder zu heilen, und zwar derart, daß der Sergeant heute wieder⸗Dienst thun kann. Nach seiner Genesung aber verlangte der Verletzte für seine ausgestandenen Schmerzen derselbe trägt heute ein künstliches Gebiß eine Ent⸗ schädigung, weshalb er sich dieserhalb an den Landwirt aus Hochheim und den Mainzer Pferde⸗ metzger wandte. Da er aber auf gütlichem Wege nichts erreichen konnte, suchte er eine richterliche Entscheidung herbeizuführen. Dieser Prozeß ist nun entschieden worden, und zwar zu gunsten des verletzten Sergeanten. Das Gericht sprach dem Kläger eine Entschädigungs-Abfindungs⸗ summe von 5000&. zu, welche die beiden Ver klagten gemeinschaftlich zu tragen haben. Die Kosten, welche dieselben ebenfalls zu bezahlen haben, sollen recht beträchtlich sein.

* Gießen, 19. Mai. Man schreibt uns aus Steinbach:In Nr. 115 veröffentlicht der Gießener Anzeiger unter der SpitzmarkeZur Warnung einen Artikel, dessen Inhalt geeignet ist, die Einwohner unseres Dorfes in üblen Ruf zu bringen. Mit einer Art von Entrüstung er⸗ zählt Einsender des fraglichen Artikels, wie am Sonntag Abend auf der Heimfahrt von Lich nach Gießen zwei Wagen, welche in derfried⸗ lichsten undruhigsten Weise den Ort Stein⸗ bach passierten, von Bewohnern des Ortes ohne irgend welche Veranlassung mit Steinen bom⸗ bardiert worden seien. Der Zusatz, daß der Polizei⸗ diener des Ortes dem Vorfall zugesehen, ohne dem Unfug zu steuern, ist wohl bezeichnend für die Wahr⸗ heitsliebe des Einsenders. Hier die Richtig⸗ stellung seiner Angaben: Gegen 11½ Uhr passierten die Dorfstraße zwei von Lich kommende Wagen, deren Insassen durch lautes, den Tönen der Menagerie nicht unähnlich klingenden Gebrülle einen solchen Lärm verursachten, daß die bereits zur Ruhe gegangenen Einwohner aus dem Schlafe geschreckt wurden. Viele hatten geglaubt, es sei Feuer ausgebrochen. Der Polizeidiener versuchte, dem Unfug zu steuern, indem er dieBrüller unter Hinweis auf die vor⸗ gerückte Nachtstunde zu ruhigem Durchfahren des Ortes ermahnte. Anstatt aber dieser gutgemeinten Aufforderung nachzukommen, wurde aus einem der Wagen gerufen:Das ist kein Polizeidiener, das ist einSaubauer! worauf man den Skandal fortsetzte. Dieses Betragen, wofür sich die betreffenden Herren den passenden Ausdruck selbst Veranlassung, daß

Expedition:

55 Kreuzplatz Nr. 4.

leider von einigen Burschen, welche sich über die dem Polizeidiener widerfahrene Unbill empörten, mit Steinen geworfen wurde. Daß letzteres ge schehen ist, hat die größte Mißbilligung sämtlicher Einwohner Steinbachs ge funden. Die Betrachtung aber, die der Ein⸗ sender in seinem Artikel an jenen Vorfall knüpft, nämlich, daß man meinen sollte, in unserem auf⸗ eklärten Zeitalter könnten sich derartige Vor⸗ fälle nicht mehr ereignen, mögen die betreffenden Herren, so viel an ihnen liegt, gefälligst auf sich selbst beziehen. Uebrigens hat unser Polizeidiener den Vorfall zur Anzeige gebracht, damit die ihm widerfahrene Beleidigung eine gebührende Sühne erfährt. Allerdings müssen auch die Steinwerfer, sofern deren Persönlichkeiten festzustellen sind, die Konsequenzen ihrer Handlungsweise tragen.

* Aus dem Vogelsberg, 18. Mai. Die verursachten Frostschäden sind glücklicherweise nicht so schlimm, als man befürchten zu müssen glaubte. Nur an besonders exponierten Stellen sind die zarten Fruchtknoten vom Froste gedrückt worden, im allgemeinen aber ist das Obst, vor⸗ weg Steinobst, erhalten geblieben. Die Apfel⸗ bäume beginnen hier erst jetzt ihre Blüten zu erschließen. Der Gras⸗ und Kleewuchs stand allerdings seither still, doch dürfte das wärmere Wetter im Verein mit der reichlich vorhandenen Feuchtigkeit das Verfäumte rasch wieder einholen. Mit der Grünfütterung hat man bereits be gonnen, da aber das Grünfutter noch sehr kurz ist, so wird es mit Stroh auf den Futterschneid⸗ maschinen verschnitten. Prachtvoll blüht der Wintersamen, Raps, den Bienen, die lange genug eingesessen, zuguterletzt immer noch reiche Tracht bietend.

* Nidda, 18. Mat. Die von verschiedenen Orten in diesem Jahre gemeldete Abnahme der Singvögel ist bezüglich der Schwalben auch bei uns bemerkbar. Während in anderen Jahren die Luft von dem fröhlichen Gezwitscher dieser allgemein beliebten und mit Vorzug ge⸗ schützten Vögel erfüllt war, hört man in diesem Jahre nur wenig davon. Dies betrifft alle Arten von Schwalben; besonders die grauen Mauerschwalben sind spärlich vertreten. Dagegen sind in dem benachbarten Soolbad Salz hausen, das eben in voller Frühlingspracht daliegt, seit vorigem Jahre und auch in diesem Frühjahre einige Paar Nachtigallen heimisch geworden, die man seit Jahren dort nicht mehr kannte. Dank dem dort von dem Badepersonal geübten Vogelschutz ist zu erwarten, daß diese lieblichen Frühlingssänger alljährlich in ver⸗ mehrter Zahl wiederkehren werden.

* Darmstadt, 18. Mai. Gestern Vormittag hat sich ein Handlungsgehilfe in der städti⸗ schen Tanne durch einen Revol verschuß in den Kopf entleibt.

* Wörrstadt, 18. Mai. Die wegen schwerer Körperverletzung an ihrem eigenen dreijährigen Kinde in Untersuchungshaft befindliche Ehefrau des Jakob Grosch bersuchte sich im Haftlokal an einem Rockschoß zu erhängen. Der Be⸗ schließer fand die Frau bereits bewußtlos vor; doch gelang es, sie alsbald wieder zum Leben zu rufen. Der Ehemann der Betreffenden hat sich wegen des Vorfalles vorige Woche erschossen.

* Mainz, 18. Mai. Die Schützengesell⸗ schaft beschloß in ihrer gestrigen außerordent⸗

Ein Vogelsberger Bürgermeister

aus der guten alten Zeit.

Von A. M. (Nachdruck verboten).

An der östlichen Seite des Vogelsberges unter lalb des Hohenrodskopfes und Taufsteins liegt das Dorf Ilbeshausen, umgeben von schönen Laubholz väldern und herrlichen Wiesengründen. Der Ort u schon sehr alt und verliert sich seine Gründung 1 das graue Altertum, denn um das Jabr 800, Us Bonifazius über den Rücken des Vogelsberges ach Fulda ging und das dortige Kloster gründete, ird dieser Ort schon erwähnt. Im Mittelalter hon hatte Ilbeshausen seine wohlregierende Bürger⸗ meister oder Scholtheß, wie dieselben zu damaliger zeit genannt wurden, unter deren ruhmreicher Re⸗ erung Handel und Wandel blühten und der Ver⸗ und von einheimischen Produkten nach der freien keichsstadt Frankfurt und den Rheinlanden ein be eutender, Ilbeshäuser Butter und Käse bekannte mt bis auf den heutigen Tag gern gekaufte Artikel zaren.

Der Name des Bürgermeisters, durch dessen ntelligenz Ilbeshausen in merkantiler Beziehung enen großen Aufschwung genommen, ist längst ver⸗ chollen, doch ist es keine gewagte Behauptung und

wird es auch allgemein angenommen, daß er Löffler und mit seinem Vornamen Heinrich geheißen, denn noch heute giebt es der Heinrich Löffler zweiund zwanzig, ohne die Löffler mit anderen Vornamen, und bei den wenigen Bewohnern, die andere Familien-Namen führen, kann man mit Sicherheit annehmen, daß sie mütterlicherseits auch wieder von Löfflern abstammen. Unser Heinrich Löffler (der wievielste, darüber sind die Altertumsforscker noch nicht einig) war einer der größten Industriellen des Ortes, der jede Woche mit eigenem Gefährte, auf einein Schiebkarren, seine Produkte in kara⸗ vanenähnlichem Zuge mit noch anderen industriellen Löfflern von Ilbeshausen nach Frankfurt führte.

Einst, als er seine Waren ungewöhnlich früh und zu guten Preisen abgesetzt hatte und ein wenig noch in Frankfurt herumging, kam ihm der Ge⸗ danke, daß es doch eigentlich schicklich wäresains Gleichen dem Herrn Bürgermeister von Frankfurt einen Besuch abzustatten. Es war ihm in den laugen Jahren, während er in Frankfurt Geschäfte machte, noch nicht möglich gewesen, dieser Pflicht der Höflichkeit zu genügen, auch war ihm, offen ge⸗ standen, der Gedanke dazu nicht gekommen. Nun war unser biederer Heinrich Löffler nicht der Mann, der einen guten Gedanken lange auf seine

Ausführung harren ließ. Gedanke und That war

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8 i lichen Generalversammlung, für das am 4. Jul⸗ in Nürnberg beginnende 12. deutsche Bundes schießen einen Ehrenpreis im Werte von 600 Mark auf FeldfestscheibeMainz und einen solchen im Werte von 150. auf Pistolenstand zu stiften. Außerdem giebt die Jagdgesellschaft einen Ehrenpreis im Werte von 250 ,. auf Jagdfestscheibe. Die Ueberführung der Bundes⸗ fahne erfolgt am 24. Juni abends 7 Uhr.

* Worms, 17. Mai. Mit dem Beginn des Baues der Straßenbrücke über den Rhein scheint es jetzt Ernst zu werden. Die Firma Grün und Bilfinger in Mannheim, die den Bau der Brücke übernommen hat, läßt gegenwärtig mittelst Dampfhammer Stämme in den Strom einrammen, um auf ihnen einen Steg zu er richten, damit die nötigen Baumaterialien für den Brückenpfeiler bequem herbeigeschafft werden können. In Rosengarten ist schon eine beträcht⸗ liche Menge Bauutenstlien aufgeschichtet.

Eingesandt. Grünberg, 18. Mai.

In denjenigen landwirtschaftlichen Kreisen, in welchen man der Rindviehzucht ein gesteigertes Interesse beimißt, ist auch die Frage der rationellen Fütterung der Zucht⸗ stiere immer wieder in den Vordergrund getreten und in vielen Orten hat man dieselbe zu gunsten der Gemeinde⸗ fütterung gelöst. Da nun hierorts in allernächster Zeit die Fütterung resp. Haltung von vier städtischen Zucht⸗ bullen neu vergeben werden soll, so wäre es sicherlich im Interesse vieler Landwirte gehandelt, wenn der Stadt⸗ vorstand gelegentlich die Frage der Gemeindefütte⸗ rung bezüglich der vier Zuchtstiere in Erwägung ziehen würde. Die Gründe, die dafür sprechen, sind wohl für jedermann leicht begreiflich, sodaß es nicht notwendig er⸗ scheint, dieselben hier näher zu präzisteren. Wenn wir recht unterrichtet sind, belaufen sich die Unterhaltungs⸗ kosten für die vier Faselochsen jährlich auf 1800 Mark, eine Summe, die unseren Wunsch um so berechtigter er⸗ scheinen läßt. Die in anderen Orten angestellten Versuche mit der Gemeindefütterung der Zuchtstiere haben sich fast durchweg in vorteilhaftester Weise bewährt und somit dürfte auch hierorts der Verwirklichung unseres Wunsches von seiten des Stadtvorstandes nichts im Wege stehen. Im entgegengesetzten Falle aber dürfte es sich empfehlen, die Unterhaltung der Zuchtstiere geteilt zu vergeben, und zwar aus Gründen, die für jeden Viehbesitzer einleuchtend sind. Mehrere Landwirte.

Neueste Telegramme.

Hd. Berlin, 19. Mai. Die So⸗ zialdemokraten in Berlin haben nunmehr für morgen Abend 14 öffent; liche Versammlungen einberufen mit der gleichlautenden Tagesordnung: Die letzten reaktionären An⸗ schläge durch das Vereinsgesetz. Hauptsächlich Reichstagsabgeordnete haben das Referat übernommen.

Hd. Berlin, 19. Mai. Nach den Verhandlungen im Abgeordneten⸗ hause über die Vereinsgesetz ⸗No⸗ velle schreibt dieNat.⸗Ztg., die drei⸗ stündige Debatte habe gezeigt, daß die ganze Linke und das Zentrum fest entschlossen seien, der unge⸗ heuerlichen Vorlage das verdiente Schicksal zu bereiten.

Hd. Berlin, 19. Mai. Nach einem

Telegramm desLokal⸗Anzeigers hat

bei ihm eins. So auch hier. Es genierte ihn deshalb auch gar nicht, daß gerade nicht die schick liche Stunde zu dergleichen Visiten war. Er dachte, was brauchts da Umstände, da kommt ja ein Kollege zum anderen. Er also in seiner Pelzkappe, Kamisol, ledernen Hosen, Vogelsberger Schuhen und Gamaschen in die Wohnung des regierenden Bürgermeisters von Frankfurt, wird auf erfolgte Anmeldung als Besuch sofort angenommen, grüßt seinen Amtsbruder vertraulich:Gun Dach mens Glaiches, wie hältes Leäwe) und teilte ihm mit, daß er dem Drange nicht länger mehr habe wider stehen können, auch einmal seinen Kollegen in Frankfurt zu besuchen; dieser ist natürlich über die Ehre sehr erfreut und läßts, wie zu erwarten war, an zuvorkommender Behandlung nicht fehlen. Es erfolgte eine Einladung zu einem Frühstück, welche auch sofort angenommen wurde. Während desselben unterhielten sich beide hohen Potentaten über den Bereich ihrer Amtsgeschäfte recht angenehm.

Nach eingenommenem Frühstück wurde der ge ehrte Kollege der Frau regierenden Bürgermeisterin vorgestellt und von dieser sehr huldvoll emo fangen, auch in sämtlichen Appartements herumgeführt, wobei namentlich ein Papagei, welcher seinen

) Guten Tag meines Gleichen, wie hält das Leben.

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Diskurs mit dem Herrn Kollegen(wie ihn die Frau Bürgermeisterin gleich ihrem Herrn Gemahl immer nannte) sogleich mit einigen Schimpfworten eröffnete, die Aufmerksamkeit des schlichten Vogels⸗ bergers auf sich zog. Nach näherem Betrachten sagte er: Frau Kollegen, su hu mer bei öns grod Büggel.«) Diese war ganz erstaunt, daß es im Vogelsberge auch Papageien gebe, da sie den ihrigen von einem geliebten Bruder, der in Holland ein großer Handelsherr war, aus dem damals noch sehr unbekannten und fernen Afrika mitgebracht, erhalten hatte, und dieser ob seiner Gelehrigleit und Sprachtalentes allgemein bewundert wurde. Sie bat den Herrn Kollegen, bei seiner nächsten Geschäftsreise nach Frankfurt sie wieder zu be⸗ suchen und einen Ilbeshäuser Papagei mitzubringen, damit ihr Liebling einen Gesellschafter bekäme. Beides versprach der biedere Mann, drückte jedoch noch den Wunsch aus, daß der Herr Kollege und seine Frau bald auch einmal nach Ilbeshausen möchten spille*) kommen, was auch von beiden zugesagt wurde. Hierauf entfernte er sich.

50 Frau Kollegin, so haben wir bei uns gerade Vögel. ) Spielend, oder zu Besuch kommen.

(Schluß folgt.)