Ausgabe 
19.9.1897
 
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Gießen, Sonntag, den 19. September

1897.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Ausgabe

Gießen.

ische Landeszeilung.

. Posiftg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Nedaktion:

* Kreuzplatz Nr. 4. 2

N N 1 7 7 e okales und Provinzielles. * Gießen, 18. September. Der Verein der rennereibesitzer Hessens beabsichtigt die kündung einer Spfritusgenossenschaft d haben bereits Besprechungen stattgefunden. ki denselben wurde geltend gemacht, daß ohne e Organisation des Verkaufs des Spiritus Großherzogtum es unmöglich sei, den Preis erzielen, der dem Fabrikanten gebühre.

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0. Gießen, 18. Sept. Ine Gastspiele auf das beste bekannte Schau⸗ eler Herr Strohecker in Frankrurt a. M. tt gestern sein 25jähriges Jubiläum In dortigen Stadttheater gefeiert. Es wurden in die großartigsten Ovationen bereitet. Der J Pr. entnehmen wir folgenden Bericht: Gestern Abend gabs im Schauspielhause wieder Arbeit unsere Theater⸗Stenographen. Denn wenn G. A. Arohecker das Jubelfest seiner 25jährigen Bühnen⸗ Hamkeit feiert und am Vormittag so viele Begrüßungs⸗ gen über sich ergehen lassen muß, dann fühlt am Abend eit Bohneberger Gtrohecker) aus(A. Stoltzes) An Frankfurt auch seinerseits das Bedürfnis,ebbes V tedde. Und er gab denn auch seinen Gefühlen tberholten Ausdruck. Als im fünften Bilde der Sekre⸗ 1 Jäger, Herr Stritt, ihm unter stürmischem Beifall ausverkauften Hauses mit den Worten zutrank:Noch Jahre so wie heut! nahm er ihm rasch das Glas der Hand und rief:Na da wolle mer amol sage: ganlfort hoch! Dann kaufte er sich eine Nummer der klelnen Presse und zeigte sie dem Andern mit den Urten:Gucke Se, do bin ich drin, weil ich in die ahn gefalle bin!(Der letztere Ausdruck kehrt in der Jylle des Bohneberger häufig wieder. Die Red.) Und er dann im Schlußbilde auf dem Hauptbahnhof von jungen Witwe Roland keinen Korb mehr bekam, unte er:In dem alte Frankfurt, da heißts immer, Leut wären glücklich gewesen. In Neu⸗Frankfurt zun mers auch; denn ich bin heut der Glücklichste von ie miteinanner. Und nun war das Stück zu Ende; Mts Vorhang hob sich wieder und in rascher Folge sausten 5 i Wagenräder von Lorbeerkränzen mit bunten Schleifen fel⸗ und Kelterols i die Bühne, nachdem schon nach den früheren Bildern Baume Nüst. e Stückes etwa ein Dutzend solcher Spenden geworfen eren. Herr Bohneberger aber, dem nach dem fünften chen. H. Erh,

de auch ein silberner Krug überreicht worden war, E Bibel

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für Vereine n m Verteung

re aus der Brauer Fer Glas 10 Pig ene Weine.

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Tageszelt. 63-83 Pfg.

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awandelte sich wieder in G. A. Strohecker, und dieser zuch mit einer Stimme, der man die tiefe Bewegung amerkte:

Gestatten Sie mir, Ihnen meinen herzlichsten und aufeichtigen Dank auszusprechen für die Nachsicht, die

burg 13. Sie seit 25 Jahren an mir geübt haben. Ich kann Asttalten 1 nur sagen, ich werde den heutigen Tag nie vergessen uind mich stets mit der innigsten Dankbarkeit an ihn von 5 Mark au, erinnern, an diesen Tag, der so reich an Ehren für jogen, Saiten 1. mich war, und der mir so viele Beweise des Wohl⸗ te und Preislage wollens und der Anerkennung gebracht hat. Der har monikas( deutsche Schauspieler erstrebt und erhofft in der Regel zahl ven 10 Pfl. 4, als Höchstes ein Engagement am Vurgtheater in mene aller All 9 Wien oder an einem anderen Hoftheater. Mein gde Beingsguelt 5 Ideal war immer das Frankfurter Theater gewesen; * Pianos denn welchem Frankfurter ging sei Frankfort net au. Baar mit hohem 9 iwer Alles?(Lebhafter Beifall.) Wie'n ich vor 25 beter Sendung e Johrn hie in die Bahn gefalle bin(stürmische 1 6h60 Nag 3 Heiterkeit) ich wollte sagen: Wie ich vor 25 . Harmon, 3 Jahren hier engagiert wurde, hatte ich nur einen derne ent 10 Wunsch, und der war, daß es mir vergönnt sein 1 Juin möge, an unserem Theater zu wirken, bis eben(tief e, bewegt) meine Kraft erlahmt und bis ich aufhören n grant un en, muß. Möge es mir vergönnt sein, mir Ihre Gunst

und Ihr Wohlwollen auch für die Zukunft zu er⸗ ringen. Ich danke Ihnen nochmals von ganzem

1, Klrntz 85 Unter lautem Beifall des Hauses ging der hang nieder, mußte sich dann aber noch

7907 chere Male heben, damit der Künstler durch e nme Verbeugungen für die Kundgebungen der

A 25 danken konnte. b Gießen, 18. September. 75

detect

(Stadtverdneten⸗

Irsammlung.) Oberbürgermeister Gnauth eröffnete

Zert. 12 bee ö en um Uhr die erste Sitzung nach den Ferien. Lale dn a Auslosung der zurückzuzahlenden Obligationen der aun eher Alt* 4% ichen Anleihen hatte folgendes Ergebnis: 18 93 er ann bee, de e leben: Lit. L 6 Stück à 2000 4: Nr. 12 502

ate, Free! e at 86 14. Lit. M 8 Stück 2 1000 4: Nr. 1 265 119 292 139 55 50 76. Lit. N 16 Stück 7 1 a 500 Nr. 658 597 738 384 698 30 420 521

N 71 789 439 669 424 120 468. Lit. O 6 St. 1200, Nr. 38 246 170 141 108 26. Lit. E 17205 à 100: Nr. 268 136 342 247 190 336 202. 189 4er Anlehen: Lit. L 2 Stück à 2000 ut. Nr. 329 364. Lit. M 2 Stück à 1000 .% 475. Lit. N 6 Stück à 500: Nr. 1038 84 1041 970 814. Lit. O 3 Stück à 200: 3.40 879 359. Lit. P 4 Stück à 100 4 Nr. 0 3 478 553. 1895er Anlehen: Lit. I. 6 tück à 2000: Nr. 407. Lit. M 1 Stück bee: Nr. 508. Lit. N 2 Stück à 500 4: 1127 1111. Es folgt darauf die Vorlegung der 7 mit spezlellem Voranschlag für den projektierten 1 au der Molttestraße, letzterer in Höhe des im laufen⸗

Budget eingestellten und bereits genehmigten Betrags

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen.

Preis der Auzeigen t 10 Pfg. für die Bspaltige Petltzelle.

dem nicht öffentlichen Teil der Sitzung verlegt. Es dreht sich dabei nach Auskunft des Oberbürgermeisters um Vergebung der Bordsteine, deren Lieferung ausge⸗ schrieben ist an den nicht Mindestfordernden. Ebenso wird ein Baugesuch von A. Abermann und G. Wagner III(es handelt sich dabei um Fristgewährung zum Bebauen von Plätzen) von der Tagesordnung ab⸗ gesetzt, weil die Baukommission sich wegen Zeitmangel damit noch nicht beschäftigen konnte. Das gleiche ge⸗ schieht auch wegen des Umbaues der Wieseckbrücke an der Bismarckstraße. Eine ausnahmsweise widerrufliche Genehmigung zur Erbauung eines Lagerhauses mit dar⸗ über befindlicher Wohnung für einen Gehilfen auf seinem Grundstück an der Frankfurterstraße erhält der Gärtner Bernhardt. Ebenso wird dem Bauunternehmer Winn, welcher ein Wohnhaus an der Frankfurterstraße, der schöneren Wirkung halber teilweise in Fachwerk errichten will, die hierzu nötige Dispens erteilt. Die Versamm⸗ lung genehmigt die Ueberlassung der Feldsteinpflasterung des alten Viehmarktplatzes, auf dem die Einrichtungen für den Betrieb der Bieberthalbahn errichtet werden sollen, diesem Unternehmen für den Preis von 10 pro Qua⸗ dratmeter, d. h. für den Gesamtbetrag von 231,90 l. Ferner werden die zu errichtenden Gebäulichkeiten, als ein Wagenschuppen, ein Lokomotioschuppen mit Reparatur⸗ werkstatt, sowie ein Güterschuppen für den Bahnhof Gießen(auf dem alten Viehmarktplatz zu errichten) unter der Bedingung genehmigt, daß den von der Straße aus sichtbaren Flächen dieser Gebäude, die einstöckig in Stein⸗ fachwerk errichtet werden, ein gefälliges und sauberes An⸗ sehen gegeben wird. Die Bauten für die Station Heuchel⸗ heim, welche teilweise ebenfalls auf die Gießener Gemar⸗ kung zu stehen kommen, finden ebenfalls keinen Aanstand. Die Verlegung der Verkaufshalle der Witwe Löwen⸗ stein vom alten Viehmarktplatz nach dem Platz rechts der Rodheimerstraße, welche bereits geschehen, wird nachträglich gutgeheißen. Es sind aus der Wilsonstiftung 4 pCt. Zinsen von 20 000& zu vergeben. Der Stlfter hat bestimmt, daß die pro Jahr 800& betragenden Zinsen an einzelne Bedürftige in der Stadt vergeben werden kann, daß aber mit dieser Summe in seinem Sinne wohlthätig auch anders verfahren werden kann, wenn der Kurator der Stiftung damit einverstanden ist. Es wird nun der Versammlung vorgeschlagen, je 250, dem Mädchen⸗ und dem Knabenhort zu überweisen. Je 150& sollen weiter der Stadtknaben⸗ und Mädchenschule überwiesen werden. Diesen Vorschlägen stimmt das Kollegium zu. Die Wirtschaftskommission schlägt vor, ein Gesuch des Joseph Kranawetter um Wirtschaftserlaubnis für denRussischen Hof, Frankfurterstraße, sowie ein ebensolches Gesuch des Max Jaskowsky für das Restaurant Busch, Seltersweg, zu genehmigen, dagegen ein Gesuch des Karl Orbig, Bahnhofstraße 30, wegen Ausschanks von Bier und Branntwein wegen Mangels eines Bedürfnisses zu ver⸗ sagen. Johann Thoma, Bahnhofstraße, der im Besitze der Wirtschaftserlaubnis sich befindet, hat sein Lokal um⸗ gebaut und dadurch Raum gewonnen, auf welchen die Kommission die Erlaubnis auszudehnen beantragt. Ferner soll dem Wilh. Busch für den Rlegelpfad 38 nach dem Antrag der Kommission die Wirtschaftserlaub nis ge⸗ währt werden. Desgleichen dem Georg Bichler für das Haus An den Bahnhöfen 40(Schlesingersches Haus). Ebenso dem Friedrich Felsing für Marktstraße 22(früher Heldmannsche, nachher Krailingsche Wirtschaft). Jean Brunner hat durch Neubau seine Klinikstraße 2 belegene Wirtschaft vergrößert, und wird beantragt, demselben für die vermehrten Räume die Wirtschaftskonzession zu ge⸗ währen. Die Versammlung stimmt in allen Punkten den Anträgen der Kommission zu, beschließt aber im Fall Orbig, Bahnhofstraße, diesem die nachgesuchte Erlaubnis ebenfalls zu bewilligen, und zwar, weil dessen Vorgänger im Geschäft, nämlich sein Vater, 20 Jahre lang im Be⸗ sitze der Konzession zum Ausschank von Branntwein ge⸗ wesen sei, wenn er die Schankgerechtigkeit auch faktisch nicht ausgeübt habe. Es folgt eine geheime Sitzung.

* Gießen, 18. Sept. Nach den statistischen Mitteilungen des Gr. Standesamts Gießen wurden im Jahre 1896(die in Klammern gesetzten Zahlen siud die das Jahr 1895 betreffenden) 182(172) Ehen geschlossen. In das Geburtsregister wurden eingetragen: 757(483) Knaben, 459(373) Mäpchen, Ju⸗ sammen 916(856). Davon waren ehelich 277 (298) Knaben, 279(251) Mädchen, zusammen 556(549); unehelich 180(185) Knaben, 180(12² Mädchen, zusammen 360(307). Totgeboren 22 (20) Knaben, 17(13) Mädchen, zusammen 39 (33). In das Sterbe regkster wurden ein⸗ getragen: 247(265) männliche, 229(178) weib⸗ liche, zusammen 476(443) Personen, unter denen Ortsfremde waren 89(104) männliche, 5(52) weibliche, zusammen 164(156). Von den im Jahre 1896 verzeichneten Gebupten entfallen auf in Gießen wohnhafte Eltern 268 männliche, 279 weibliche, zusammen 547; von den im gleichen Jahre gestorbenen. Personen waren in Gießen wohnhaft 158 männliche, 154 weibliche, zusammen 312, sodaß die Zahl der Todesfälle von derjenigen der Geburten um 235 überstiegen wird. Gießen, 18. September. Unser Stadtver⸗ ordneten Sitzungssaal ist während der Ferien neu hergerichtet worden und macht in seinem

1 7 500; die Versammlung findet dagegen nichts urs nern. Der nächste Punt der Tagesordnung stellung von Trottolrs in der Licherstraße wird in

ü Gewande einen vornehmen Eindruck. Vie Wandflächen sind mit Dunkelroter Tapete bekleidet, welche ein heraldisches Muster aufweist.

Expedition: 81 Kreuzplatz Nr. 4.

Die Decke ist in Malerei hergestellt. Auf den Feldern der Mitteldecke sind sehr wirkungsvoll Reichsadler, hessischer Löwe und Stadtwappen angebracht. Auch die Beleuchtungskörper sind erneuert worden und überall die Gasglüh⸗ lichtbeleuchtung durchgeführt.

* Gießen, 18. Sept. Auf der Südan⸗ anlage wird augenblicklich das erhöhte Trottoir, teilweise in gemustertem Mosaik, hergestellt. Diese Art der Befestigung des Fuß⸗ gängerweges nimmt sich sehr vornehm aus. Gießen, 18. Sept. Ein gefahrvolles Stückchen Arbeit wird gegenwärtig von den Herren Dachdeckermeister Ruckstuhl und Klempnermeister Heck an der katholischen Kirche ausgeführt. Beide sind damit beschäftigt, die Spitze des Turmes mit einem neuen Kreuze zu verzieren. Das Anbringen des Gerüstes um die Turmspitze dürfte nicht ohne Schwierigkeiten erfolgt sein.

* Gießen, 18. Sept. Seit gestern produ⸗ zierte sich auf Oswalds Garten eine soge nannte Seiltänzer-Truppe, welche bei ihrer gestrigen ersten Vorstellung eine große An⸗ zahl Zuschauer angelockt hatte. Die Leistungen der Mitwirkenden sind recht nette.(Siehe Inserat.)

* Gießen, 18. September. Von einem Un⸗ E wurde gestern der Fuhrmann

duard Battenberg von hier betroffen. Von Annerod aus auf dem Nachhausewege begriffen, fiel Battenberg unterwegs von seinem Wagen herunter und kam unter die Räder. Schwer ver⸗ letzt wurde der Verunglückte in seine Wohnung geschafft.

* Gießen, 18. Sept. Der Schneidermeister Carl Pfaff von hier und dessen Geselle Buschul de hatten sich gestern vor der Straf⸗ kammer wegen mehrfacher Einbruchs dieb⸗ stähle, die sie im Monat Juni nächtlicher Weile begangen, zu verantworten. Buschulde ist wegen Diebstahl mehrfach vorbestraft. Die An⸗ geklagten waren geständig, einem Eisenbahnbe⸗ amten Stallhasen aus dessen Stall entwendet zu haben und gaben ferner zu, die Selterwasser⸗ bude am Oswalds Garten erbrochen und deren Inhalt etwa im Werte von 70. geraubt zu haben. Sie leugneten ferner nicht, dem Bäcker⸗ meister Fritz Schreiner Kanarienvögel und Tauben aus dessen an der Ederstraße gelegenen Geflügel- hof gestohlen zu haben. Der Gerichtshof billigte beiden Angeklagten, die sich in Haft befanden, mildernde Umstände zu, indem er annahm, es habe sich bei den Diebereien der Angeklagten mehr um den Ausfluß von rohem Uebermut ge⸗ handelt. Das Urteil erging dahin, daß Pfaff mit 7 Monaten, Buschulde aber mit 9 Monaten Gefängnis zu bestrafen sei. Die Mutter des Pfaff, welche ebenfalls mit angeklagt war, wurde freigesprochen. Die beiden Verurteilten wurden wegen der gegen sie erkannten hohen Strafen in Haft behalten.

* Mainz, 17. September. Am Sonntag, 19. September findet hier imFrankfurter Hof die Generalversammlung des Verbandes hes⸗ sischer Innungen und Berufs vereine statt. Auf der Tagesordnung steht der Bericht über das neue Handwerkergesetz und Stellung⸗ nahme dazu, ferner die Gründung eines hessischen Handwerker⸗Verbandes.

* Nierstein, 16. Sept. Eine 32 jährige Ehefrau, die vor 15 Tagen Drillinge geboren hatte, schied heute aus dem Leben. Die drei Neugeborenen, Knaben, die sich seither lebensfähig zu entwickeln schienen, sind in einem Zeitraum von 10 Stunden fast gleichzeitig mit der Mutter gestorben, sodaß die Mutter und ihre drei Kinder an einem und demselben Tage zur Ruhe bestattet werden. Leider wird, so schreibt die D. Ztg., was Gott zusammengefügt, hier durch Menschenhand geschieden werden, denn ein gemeinsames Grab wird ihnen nicht beschieden sein. Da eine gemischte Ehe vor⸗ liegt(0, so wird die Mutter auf dem evan⸗ gelischen Friedhof, die katholisch getauften Drillinge dagegen auf dem der katholischen Gemeinde be stattet werden(111). Ein unbemittelter Gatte und 8 noch lebende Kinder im Alter von 122 Jahren haben in der Mutter die unermüdliche Versorgerin verloren.

Standesamtliche Nachrichten. Geburten.

Am 9. September. Dem Maurer Christoph Diehl 1 Sohn, Heinrich Albert. Dem Kaufmann Karl Eduard August Bommert 1 Tochter, Olga Ottilie Margarethe Gertrude. Am 11. September. Dem Geometer 1. Kl.

hier, mit Minna Katharine Julie Vogt hierselbst. Am 13. Sept. Hermann Kahn, Schneider dahier, mit Juliane Wolf zu Hochstätten. Am 14. Sept. Georg Hanstein, zu Gießen, mit Karoline Elisa Lina Zinser zu Schotten. August Kratz, Fuhrmann dahier, mit Anna Marie Balßer zu Rödgen. Ernst Emil Morgenstern, Schreiner zu Frank⸗ furt a. M., mit Elisabeth Veith daselbst. Am 15. Sept. Adolf Peter Stoffel, Obermaschinenmeister dahier, mit Bertha Elisabeth Sophie Seyb zu Neunkirchen. Am 16. Sept. Johann Georg Beck, Schreiner dahier, mit Katharine Elisabeth Baum hierselbst. Am 17. Sept. Karl Diehl, Schmied dahier, mit Jakobine Müller von Allerxts hausen. Eheschließungen.

Am 11. Sept. Konrad Weber, Bahnarbeiter dahler, mit Anna Elisabetha Maus zu Burg⸗Gemünden. August Mainzer, Telegraphist dahier, mit Barbara Krof hierselbst. Am 14. Sept. Gustav Anton Friedrich August Schneider jun., Fabrikbesitzer zu Hachenburg, mit Louise Henriette Elisabetha Franziska Kühl zu Schwerte. Am 15. Sept. Gustav Adolf Schwarz, Hoboist dahier, mit Elisabeth Albertine Hengst hierselbst. Am 16. Sept. Christian Heinrich Spieß, Wagner dahier, mit Elisabetha Euler hierselbst. Johann Heinrich Balthasar Karl Göbel, Pfarrverwalter zu Ober⸗Mockstadt, mit Louise Karoline Auguste Wallenfels hierselbst.

Sterbefälle.

Am 10. Sept. Karl Andreas Georg Ludwig Stroh, 34 Jahre alt, Goldarbeiter dahier. Karl Berthold Hand⸗ schuh, 21 Jahre alt, Landwirt zu Nordheim. Am 12. Sept. Heinrich Arnold, 1 Jahr alt, Sohn des Glaser⸗ meisters Heinrich Arnold III dahier. Anton Krämer, 36 Jahre alt, Landwirt zu Dornholzhausen. Am 13. September. Otto Emil Balzer, 42 Jahre alt, Kaufmann dahier. Am 16. Sept. Karl Hirz, 9 Jahre alt, Sohn des Müllers Johannes Hirz zu Steinberg(Neu⸗ mühle). Anton Zint, 45 Jahre alt, Knecht zu Dorheim, Kreis Friedberg. Am 17. Sept. Friedrich Wilhelm Jacobi, 23 Jahre alt, Gerichtsacessist dahier. Marga⸗ rethe Weigand, geb. Noll, 61 Jahre alt, Witwe des Schlossers Jost Weigand dahter.

Briefkasten.

H. M. hier. Sie haben recht. Nachdem sämt⸗ liche Mitspielenden gepaßt, ist der letzte Mann ver⸗ pflichtet, seine Karte zu spielen, sofern derBlinde schon weggenommen ist. Er darf vom Stock keine Karte nehmen; entweder muß er spielen, oder dem, der den Blinden hat, das Spiel schenken.

Neuefte Telegramme

Hd. Berlin, 13. September. Wie die Staatsb.⸗Ztg. mitteilt, hat gestern Abend in ihren Redaktionsräumen eine poli⸗ zeiliche Durchsuchung nach dem Manu⸗ fkript eines Artikels in ihrem Blatte unter der uUeberschriftOber⸗Postdirektion kontra Podbielski stattgefunden. Der Haussuchung, welche erfolglos verlief, lag ein Strafautrag der Ober⸗Postdirektion zu⸗ grunde, die sich durch die Besprechung eines Angriffs gegen den neuen Staatssekretär v. Podbielski wegen der von ihm angeblich geübtenHarun al Raschid⸗Methode beleidigt fühlte.

Hd. Karlsruhe, 18. September. In der vergangenen Nacht brannte in Freiburg das Gotthardhaus ab. Eine Frau welche sich durch einen Sprung aus dem Fenster zu retten suchte, verletzte sichtötlich, eine andere schwer. Eine Frau wird vermißt.

Hd. Thorn, 18. Sept. Die hiesige Strafkammer verhandelte gestern gegen den Reichstagsabgeordneten Karl Legien aus Hamburg wegen Be⸗ leidigung des Gendarmen Bartel. Demselben soll der Angeklagte in einer öffentlichen Versammlung, welcher der Gendarm als beaufsichtigender Beamter beiwohnte, Gesetzes Unkenntnis und wesentliche Gesetzes⸗-Uebertretungen vor⸗ geworfen haben. Die Strafkammer billigte dem Angeklagten den Schutz des § 193 des Strafgesetz⸗Buches zu und er⸗ kaunte auf Freisprechung.

Marktpreise.

Gießen, 18. Sept. Auf dem heutigen Wochen⸗ markt kostete: Butter p. Pfd. 1,00 1,15 Mk., Hühnereier, per St. 67 Pfg., Enteneier 7 Pfg., Gänseeier 12 Pfg. Käse 58, Käsematte 3, Erbsen per Liter 18, Linsen 27 Pfg., Tauben per Paar 0,55 0,70, Hühner p. St. 0,90 1,10, Hahnen 0,50 0,80, Enten 1,40 1,60, Gänse per Pfund 0000, Ochsenfleisch 66 74, Kuh⸗ und Rindfleisch 60 bis 66, Schweinefl. 64 72, Schweinefl., gesalzenes 76, Kalbfleisch 5660 Pfg., Hammelfleisch 5060, Kartoffeln pro 100 Kilo 6,50 7&, Zwiebeln per Zentner 7 Ml., Kirschen per Pfund 0000 Pfg., Milch per Liter 16 Pfg. Gurken 100 Stück 75- 2,00 Mk.

Die Marktstunden sind von heute ab von 8 Uhr vor⸗ mittags bis nachmittags 2 Uhr festgesetzt. Bemerkt sei noch, daß in den ersten drei Marktstunden nicht haustert werden darf.

Alexander Ludwig 1 Sohn, Heinrich. Dem Schneider Georg Strack 1 Sohn, Karl Wilhelm.

[Aufgebote.

Karl Jakob Küchel, Weinhändler 15

Am 11. Sept.

Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmanpschen Buchdruckerei, Gleßen, Schloßgasse 18.