Ausgabe 
19.2.1897
 
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Gießen, Freitag, den 19. Febrnar

1897.

Postztg. Nr. 3239 a. Telephon ⸗Nr. 112.

Ausgabe

Gießen.

Postztg. Nr. 32399. Telephou⸗Nr. 112.

Medaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

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8 Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 18. Febr. Für die am Montag, den 8. März, vormittags 9 Uhr, beginnende Schwurgerichtsperiode wurden folgende Herren Geschworenen ausgelost: 1. Bernbeck, Karl Wilhelm, Kaufmann in Friedberg; 2. Hahn, Karl, Pachter in Wenings; 3. Klingspor, Karl, Fabrikant in Gießen; 4. Roth, Otto, Buchhändler in Gießen; 5. Luh Y, Johann, Landwirt in Großen⸗Linden; 6. Bierau, Karl, Oberkammer⸗ rat i. P. in Friedberg; 7. Altmannsperger, Phil. Wilh., Rentner in Friedberg; 8. Schmal⸗ bach VI, Heinrich, Landwirt in Crainfeld; 9. Pflug, Georg, Professor in Gießen; 10. Christ, Louis, Müller in Griedel; 11. Vogt, Gustav, Kaufmann in Butzbach; 12. Riedesel, Friedrich,

reiherr zu Eisenbach, Major a. D. in Lauter⸗ ach; 13. Stephan VI, Heinrich, Landwirt in Gettenau; 14. Weiß II, Georg, Landwirt in Altenburg; 15. Berk, Karl Valentin, Fabrikant in Alsfeld; 16. Schneider J, Karl, Buchhändler in Büdingen; 17. Stein, Konrad, Landwirt in Windhausen; 18. Weidner, Sebastian, Bürger⸗ meister in Herchenhain; 19. Schmidt, Heinrich Konrad, Rechner in Londorf; 20. Heil J, Heinrich, Landwirt und Bürgermeister in Queck; 21. Görtz, Karl, Rentner in Friedberg; 22. Löberich II, Heinrich, Landwirt in Eberstadt; 23. Borne⸗ mann, Richard, Gutspächter in Obbornhofen; 24. Lung III, Konrad, Landwirt in Wohnbach; 25. Mäser, Wilhelm, Landwirt in Selters; 26. Seum, Hermann, Landwirt in Fauerbach bei Nidda; 27. Rupp, Konrad Jakob, Landwirt in Dortelweil; 28. Schneider, Otto, Beigeord⸗ neter in Inheiden; 29. Weil III, Konrad, Land⸗ wirt in Lang⸗Göns; 30. Helm, Friedrich, Wein⸗ händler in Gießen.

Gießen, 18. Februar. Das Ministerium, Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege, hat kürzlich an die Kreisgesundheitsämter ein Aus⸗ schreiben mit dem Ersuchen erlassen, über die in den letzten Jahren in den daselbst allenfalls vor⸗ gekommenen Erkrankungen an Lepra Bericht u erstatten. Nach dem Ausschreiben des Mini⸗

eriums sollen im ganzen deutschen Reichsgebiet zuverlässige Nachrichten über die dermalige Ver⸗ breitung der Lepra zusammengestellt werden.

* Gießen, 18. Februar. Nach amtlicher Rache ertrug im Oberpostdirektions⸗ bezirke Darmstadt im Januar 1897 die Wechselstempelsteuer 13423., einschl. der Vormonate des laufenden Berichtsjahres 118 769,40 4 oder 2994% mehr als im ent⸗ sprechenden Zeitraume von 1895-96.

Gietzen, 18. Februar. Dem Kaufmann Jakob Kölsch in Mainz ist das Exequatur als Konsuld der Republik Paraguay erteilt worden.

Gießen, 18. Febr. Wie aus dem Inse⸗ ratenteil unserer Zeitung ersichtlich, wird am Freitag Abend Herr Landtagsabgeordneter Dr. David aus Mainz im Lokale des Herrn Orbig dahier einen Vortrag halten überPatriotismus und Sozialismus. Da sich Herr Dr. David als früherer Gymnastallehrer in unserer Stadt eines großen Bekanntenkreises erfreut, ist anzu⸗ nehmen, daß der Vortragsabend gut besucht wird.

Gießen, 17. Februar. In der gestrigen Versammlung des Lokalvereins Gießen wurde die Schlachtviehversicherung im Schlacht⸗ haus in Gießen von den versammelten Land⸗ wirten einer scharfen Kritik unterzogen. Man klagt hauptsächlich wegen der überängstlichen Aufnahme der zu schlachtenden Tiere bei der Versicherung, über das Verlangen der Impfung bei Tieren, welche äußerlich kein Symptom einer Krankheit an sich haben und wegen ungerecht fertigter Abzüge am Gewicht bei auf die Frei⸗ bank verwiesenem Fleisch. Ferner wurde ge tadelt, daß es städtische Beamte sind, welche die Geschäfte dieser Privatgesellschaft besorgen, ebenso wurde diesen Mangel an Höflichkeit vor geworfen. Von mehreren Seiten wurde darauf hingewiesen, daß unter den heutigen Verhält⸗ nissen es die meisten Mitglieder des Landwirt⸗ schaftlichen Lokalvereins es prinzipiell ablehnen, ihr Vieh an Gießener Metzgern zu verkaufen und dasselbe nach Frankfurt, Köln, Worms ꝛc. abgeben, wo man die rigorose Fleischbeschau nicht kenne. Von verschiedenen Seiten wurde darauf hingewiesen, daß man bezüglich der strengen Anforderungen betreffs der Beschaffen⸗ heit des Fleisches in hygienischer Beziehung den Kontrollbeamten des Gießener Schlachthauses keinen Vorwurf machen könne, weil diese die Fleischbeschau streng nach dem Gesetz handhaben, wenn man an anderen hessischen Plätzen, wie be hauptet wurde, darin nachsichtiger verfahre, so treffe doch den Gießener Beamten kein Vorwurf, wenn sie gewissenhaft seien; nur durch Abände⸗ rung unserer strengen Bestimmungen könne nach dieser Richtung Wandel geschaffen werden und es sei Aussicht vorhanden, daß dies bald ge schehen würde. Aus der Mitte der Versamm⸗ lung wurde der Autrag gestellt, der Lokalverein wolle beim Stadtvorstand beantragen, daß die Stadt eine Schlachtviehversicherung einrichten möge, weil die bestehende Privatgesellschaft nicht das Vertrauen der Landwirte besitze und fand dieser Antrag auch die Annahme der Versamm⸗ lung. Obermeister Pirr teilte mit, daß die Fleischerinnung einen gleichen Antrag an den Stadtvorstand richten werde. Vor Beginn der Verhandlung wurde der Versammlung noch mit⸗ geteilt, daß der Schlachthofstierarzt Liebe und der Verwalter Möhl zu dieser Versammlung eingeladen, aber nicht erschienen seien.

* Gießen, 18. Februar. Der Werkmeister Daniel Wehrum auf dem Gießener Braun⸗ stein⸗Bergwerk feiert heute sein 40 jähriges Arbeitsjubiläum. Wir erfahren, daß die Werkleitung dem Jubilar am Vormittag ihre Glückwünsche ausgesprochen, unter der ausdrück⸗ lichen Anerkennung der ausgezeichneten Leistungen während seiner 40jährigen Thätigkeit. Wehrum ist nicht nur bei seinen Vorgesetzten beliebt und geachtet, sondern die unter ihm stehenden Ar⸗ beiter sind es besonders, welche in demselben den allezeit freundlichen und wohlwollenden Menschen verehren. Möge es dem Jubilar vergönnt sein, das goldene Jubiläum in Rüstigkeit zu erleben. Glück auf!!

Gießen, 18. Februar. Gestern Abend hielt der GießenerZitherklub in der Wirt⸗

schaft des Gastwirts Drescher, Brandgasse,

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen 10 Pfg. für die Fspaltige Petitzeile.

seine Monatsversammlung ab, in welcher das Finanzresultat des letzten Maskenballs be⸗ kannt gegeben wurde. Die Einnahmen betrugen 633. 02, während die Ausgaben sich auf 207 q 30& beliefen. Mithin bleibt ein Ueberschuß von 425 1 72 H. U. a. wurde beschlossen, daß nächsten Sonntag ein Familienabend verbunden mit humoristischen Gesangsvorträgen auf dem Lenzschen Felsenkeller stattfinden soll.

* Gießen, 18. Februar. Der Vorstand des Detaillistenvereins beschloß, sogenannte Diskussionsabende zu veranstalten, wobei die Mitglieder des Vereins ihre geschäftlich en Erfahrungen und gegenseitig ihre Meinungen austauschen können.

* Gießen, 18. Febr. Den horrendesten Wahnsinn, den wir jemals gelesen, veröffent⸗ licht in ihrer gestrigen Nummer die hiesige Gießener Zeitung. selbst urteilen. Hier die Original⸗D.⸗Korrespon⸗ denz des genannten Blattes:

D. Grünberg, 16. Febr. Ein erdbeben⸗ artiges Phänomen hat heute in der Abendstunde die Bewohner hiesiger Stadt und Umgegend in einigen Schrecken versetzt. Ein intensiv leuchtender, feuriger Streifen am östlichen Abendhimmel lockte kurz nach Uhr viele unserer Bewohner an die Fenster; an freiliegenden Plätzen hatten sich zahlreiche Menschen angesammelt, um diese seltene Erscheinung zu beobachten. Viele glaubten, einen Meteor zu sehen, allein, da Meteore nur nach Augenblicken sichtbar sind, mußte man sich bald überzeugen, daß man es mit einer und zwar recht seltenen Naturerscheinung zu thun hatte. Plötzlich verschwand dieses Phänomen und man sah noch staunend nach der Gegend des Himmels, die bald wieder ihren früheren Wolkenschleier zur Schau trug. Da glaubte man mit einem Male den Erdboden unter den Füßen schwanken. Ein unterirdisches Rollen glaubte man zu hören. Nach einigen Augenblicken schien es, als erfolge ein leichter Stoß, kurz darauf ein zweiter, der offenbar ein wellenförmiges Schwanken verursachte. Daß es keine Täuschung sein konnte, ging deutlich aus dem Umstande hervor, daß von vielen Dächern Ziegelstücke und Schiefersteine zur Erde fielen. In den Häusern tanzten die Möbel, Wassergefäße ent⸗ leerten sich und vom sogen. Wasserturm, dem Wahr⸗ zeichen der Stadt Grünberg, lösten sich Mauersteine los, die mit lautem Getöse in den unter dem Turm befind⸗ lichen Wassertümpel stürzten. Einer Frau soll die gefüllte Waschbütte umgestürzt sein. Auch in der Um⸗ gebung unserer Stadt hatte man die Erscheinung beobachtet. In Queckborn wurden viele Personen durch herabstürzende Ziegel verletzt. In Saasen, Reiskirchen und Stangenrod hatte man die Stöße ebenfalls wahr⸗ genommen. Gleiches berichteten noch am Abend Leute aus Münster, Beltershain und Kesselbach. Allerdings hatten sich die meisten Leute das Phänomen nicht zu erklären vermocht. Man wollte an dem rktlichen Streifen so sagten die Landleute einewässerige Lufterscheinung bemerkt haben. Nach den auswärtigen Beobachtungen zu urteilen, war die Richtung der Er⸗ schütterung von Südost nach Nordwest. Das Zentrum war offenbar die Stadt Grünberg, da hier die Er⸗ scheinung am heftigsten auftrat. Die Erscheinung ver⸗ lief demnach in konträr laufenden Winkeln. In den 50 er Jahren ist dieses Phänomen bereits schon einmal beobachtet worden, allerdings nicht mit der Inten sivität wie das heutige. Daß der Bergkegel, auf dem sich Grünberg erhebt, vulkanischen Ursprungs ist, weist ja diegeologische Chronik der Umgegend nach. J Sei es,

daß die Konstellationen der Gestirne; die Erscheinung

Ihre erste Liebe. Novelle von E. von Bischdorf. (Nachdruck verboten.)

WWW Gortsetzung.) Der Westwind blies, und hoch auf bäumten

sich die dunkelgrünen Wellen, gewaltig drohend, um ssich dann mit lautem Tosen zu überschlagen und scheinbar harmlos über den weißen Sand zu lecken. Hier und da, wo man sich am sichersten vor ihnen glaubte, schlichen sie sich heimtüclisch heran an ein zierliches Damenkleid und bedeckten es mit ihrem klebrigen Schaum, und die also Ueber⸗ fallene diente dann noch zum Gegenstande allge⸗ meiner Heiterkeit.

(Eben hefteten sich aller Blicke schadenfroh auf eine weiße Wollentoilette mit überreichem Spitzen⸗ besatz, deren Trägerin bestürzt die gelbliche Kante musterte, mit der die salzige Feuchtigkeit sie soeben bedacht hatte. Es war eine jugendliche Erscheinung, aber ohne Frische, mit übermäßig fein geschnürter Taille und großem, hochmodernem Hute, auf dem die, von der nassen Luft erschlafften, grellgrünen Federbüschel traurig nach allen Seiten nickten. Man befürchtete beinahe, daß der schlanke Hals einmal abbrechen möchte unter der Wucht dieses Monstrums, das immer die Neigung zeigte, mit dem Winde auf und davon zu gehen.

Welch eine unglaubliche Idee, sich hier am Strande mit einem derartigen Federhute auszu⸗

rüsten, sagte Regine, die neben Lottchen im Strand⸗

zelte saß, während ihre Kinder mit den Rechowschen Buben eine großartige Sandburg schaufelten,wer die geschmacklose Person nur sein mag?

Das kann ich Dir ganz genau sagen, er widerte Lottchen in dem angenehmen Bewußtsein, eine unerwartete Neuigkeit zu verkünden.Sie heißt Constanze von Lossen, geborene Pottmüller.

Ein Blitzstrahl aus heiterem Himmel hätte auf Regine nicht verblüffender wirken können, als diese Kunde. Constanze Pottmüller, die ein Lothar von Lossen für würdig erachtet, seine Frau zu werden! Wie so eine ganz andere Erscheinung hatte sie sich zu diesem Namen gedacht; einfach vornehm, auch äußerlich ihm angemessen konnte es wirklich kein Irrtum sein?

Doch nein, jetzt kam er ja auf die besprochene Dame zu, und Regine konnte sogar aus der ge ringen Entfernung seine Stimme hören, die nicht eben freundlich klang. Einzelne Worte, wiealbernes Gehabe,auffällige Plundern, schlugen an ihr Ohr. Dann wandte er sich um und erkannte Regine. Der ärgerliche Ausdruck in seinen Zügen machte sosort einem verbindlichen Lächeln platz, als er nun auf sie zu schritt.

Aber Frau von Lossen war ihrem Manne ge folgt, und dieser mußte sie vorstellen, obgleich er es sichtlich ohne Freudigkeit that. Lottchen Rechow in ihrer Gutmütigkeit erleichterte die Situation.

Meine Cousine und ich sind alte Bekannte

Ihres Herrn Gemahls, sagte sie und bot der sie

neugierig Musternden die Hand,das Gut meines Vaters liegt in der Nähe von Falkenberg, und Herr von Lossen brachte dort zuweilen etwas Leben in unsere ländliche Einsamkeit.

Wie interessant! rief Constanze lebhaft,nun nimm Dich nur in acht, Lothar, ich werde mir alle Deine Junggesellenstreiche von den Damen hinter⸗ bringen lassen! Ein sehr liebenswürdiger Gesell⸗ schafter kann er damals eigentlich nicht gewesen sein, fuhr sie mit einem Versuch zur Schelmerei fort, der doch eine gewisse Gereiztheit nicht verbergen konnte.Ich habe ihn noch als recht ungeleckten, kleinstädtischen Brummbären übernommen und erst etwas aufmöbeln müssen. Und Sie, meine Damen, fühlen Sie sich wohl hier? Sie vermissen Ihren Herr Gemahl, Frau von Rechow? O, eigentlich sind Sie doch beneidenswert in ihrer Strohwitwen⸗ schaft! Wir arten Frauen leben im Grunde erst so recht auf, wenn wir den Haustyrannen ein Weilchen los sind. Dann steckt man den Trauring in das Portemannaie, damit er einen nicht beständig an seine Sklaverei erinnert, und freut sich seiner goldenen Freiheit. Für mich hat diese schöne Zeit nun aufgehört! Dabei schielte sie herausfordernd nach Lossen hinüber. Sie wußte, daß sie ihn ärgerte mit ihrem freien Wesen; aber gerade das war ihr Zweck, sie wollte sich rächen für die eben erhaltene Zurechtweisung.

Auch Regine blickte ihn an, und zwar war es

das erste Mal, daß sie ihn kritischer betrachtete.

Unsere Leser mögen

nach ihrer

8 edition: 21 Kreuzplatz Nr. 4. verursachten, sei es eine andere Veranlassung, zur

Beruhigung der Einwohner Grünbergs und Umgegend sei bemerkt, daß an eine nochmalige Thätigkeit des schon seit Jahrtausenden ruhenden Vulkans aus geo⸗ logischen Gründen nicht zu denken ist. Immerhin hat das heutige Phänomen ein wissenschaftliches Interesse.

In Grünberg hat man natürlich weder einenfeurigen Streifen am Abendhimmel, noch einMeteor gesehen. Auch hat man weder den Erdboden unter den Füßen schwanken, noch einunterirdisches Rollen 1Tanzunter⸗ richt haben bis jetzt die Möbel in Grünberg auch noch nicht genommen. Nachlosgelösten Mauersteinen wird wohl immer vergeblich ge: sucht werden. Diewässerige Lufterscheinung ist wohl das tiefste Geheimnis des Original⸗ korrespondenten derGießener Zeitung. Daß die ganze Erscheinungin konträr laufen⸗ den Winkeln verlief, glauben wir der Gießener Zeitung, daß die ganze Geschichte aber in der Sonnenstraße zu Gießen zur Explo⸗ sion kam, thut uns von Herzen leid. Hoffentlich vergißt dieGießener Zeitung nicht, die. schreck⸗ liche Begebenheit dergeologischen Chronik der Umgegend einzuverleiben. Daß dieKonstella⸗ tionen der Gestirne dieErscheinungen ver⸗ ursachten, scheint uns wenig glaubwürdig, wahr⸗ scheinlich liegt ein Druckfehler vor, und sollte es wohl heißendie Konstellationen der Gehirne usw. Für den glänzenden Reinfall derGießener Zeitung unser herzliches Beileid.

* Gießen, 18. Februar.(Besitzwechsel.) Das dem Herrn Spediteur Lynker gehörige Geschäftshaus, Neuenweg Nr. 17, ging durch 111 in den Besitz des Herrn Kaufmann Kuder über.

* Nieder Florstadt, 18. Febr. Bei der Verpachtung der hiesigen Gemeindejagd hatte eine Gesellschaft Frankfurter Herren mit 2550 KA. das letzte Gebot und erhielt den Zuschlag. Seither war Baron v. Löw hier Pächter; der jährliche Pachtpreis war 1505. Die Ge⸗ meindejagd vom benachbarten Ober⸗Florstadt wurde von derselben Gesell schaft bei der kürzlich stattgehabten Verpachtung für 920 über⸗ nommen, während sie früher 230&& galt.

Vermischtes.

Ein Dorf, das zusammengeschossen wird. Aus Berlin wird berichtet: Im Mittelpunkt des Uebungsplatzes für das Gardekorps zwischen Spandau und Potsdam ist das alte Dorf Döberitz gelegen, dessen Kirche auf ein Alter von 500 bis 600 Jahren geschätzt wird. Durch die Anlage des Uebungsplatzes, dessen ganzes eine Quadratmeile großes Gelände die Militär⸗ verwaltung im Wege der Enteignung erworben hat, ist das Dorf von seinen sämtlichen Bewohnern geräumt worden. Darauf hat das ständige, 150 Mann starke Wach⸗ und Arbeitskommando in den Gebäuden des Dorfes Quartier genommen und sich darin ganz heimisch eingerichtet. Es wird Ackerbau und Viehzucht getrieben, und das Ganze gleicht einer militärischen Ackerbaukolonie. Dieser landwirtschaftlichen Idylle mitten in dem Kanonen⸗ und Gewehrfeuer der Garde soll nun auch bald ein Ende gemacht werden. Das Kommando des Uebungsplatzes hat beschlossen, daß für jene Truppenabteilung an dem Haupteingang des Platzes eine eigene Kaserne erbaut und Ingebrauchnahme die sämtlichen Gebäude des . Er war äußerlich doch verändert. Das Wohlleben hatte die frühere, vornehme Schlankheit der Figur in ein gewisses Enbonpoint verwandelt; seine Züge erschienen ihr schlaff, gealtert, oder war es nur der Mißmut über seine Frau, der ihn entstellte?

Constanze merkte, daß er sie über alle Berge wünschte, und gerade darum blieb sie. ö

Gestatten Sie, meine Damen, daß ich mich ein wenig zu Ihnen setze? Es ist ein solcher Ge⸗ nuß, einmal wieder mit seinesgleichen reden zu können. Bisher war noch wenig Adel hier ver⸗ treten, die Haute-volèe kommt immer erst im August. Mit den Professoren⸗ und Doktorfrauen in meinem Hotel mochte ich mich natürlich nicht einlassen; man ist doch aus zu verschiedenen Gesell⸗ schaftsphären. Ich bin überhaupt sehr vorsichtig mit Badebekanntschaften, man kann damit schrecklich hereinfallen, so habe ich mich nur wenigen an⸗ geschlossen. 5 1 5

Nun plauderte sie so unaufhaltsam weiter, als habe sich der Strom ihrer Rede lange angestaut und lasse sich nun nicht mehr zurückhalten. nachdem sie endlich ein Publikum gefunden hatte mit dem sie sich sorgloseinlassen konnte. Sie schien troßz der angeblichen Zurückgezogenheit jeden Menschen und alle Klatschgeschichten von Westerland zu kennen und setzte bei ihren Zuhörerinnen ein lebhaftes Interesse daran voraus.

(Fortsetzung folgt).

ssche Landeszeitung,