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ua Tulmbache eine Forstlehranstalt zu errichten.
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Gießen, Mittwoch, den 18. Angust
1897.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Ausgabe
Gießen.
ische Landeszeitung,
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Redaktion:
* Kreuzplatz Nr. 4. 2
Lokales und Provinzielles. „Gießen, 17. Aug. Auf sein Nachsuchen st der Pfarrer Georg Schönewolf zu Geins⸗ eim von der ihm übertragenen Pfarrstelle zu Feuern, Dekanat Gießen, enthoben worden. „Gießen, 17. Aug. Der neue Tunnel,
ugelcher zur Herstellung einer Verbindung der Westanlage mit der zum neuen Güterbahnhof
henden Straße in den Eisenbahndamm der Dlain⸗Weser⸗Bahn gelegt wurde, ist fertig⸗ gestellt. Die Geleise sind bereits über den keubau gelegt worden, sodaß seit gestern die Eisenbahnzüge in voller Fahrgeschwindigkeit die Strecke passieren können. Mit der Entfernung der Erdmassen, welche noch im Innern des Tunnels lagern und auch diejenigen, über welche either die Notgeleise gelegt waren, ist begonnen orden. Dieselben werden zur Ausschüttung bes alten Viehmarktplatzes benutzt.
„Gießen, 17. August. Welche Bedeutung bas forstliche Lehr⸗Institut unserer Hochschule im Auslande genießt, geht wohl Im besten daraus hervor, daß im verflossenen ionat der Sektionsrat der Landesregierung Dr. bon Mallin sowie der Chef des Kultur⸗ und nterrichtswesens von Krajesovics, beide aus Kroatien, hier weilten, um unsere forstwissen⸗ Ischaftlichen Einrichtungen zu studieren, da man bbabsichtigt, in Kroatien nach hessischem Muster Ferner besich⸗ kürzlich die forstwissenschaftlichen Einrich- tungen der Landesforstreferent Sektionsrat Zicker⸗ mwundowsky und der Prof. Partas aus Agram. In der vergangenen Woche war im Auftrage feiner Regierung der kaiserl. russische Oberförster Horosoff hier anwesend, um das forstliche Ver⸗ . die forstwissenschaftlichen Sammlungen und die Versuchswälder in der Nähe Gießens Der Herr beabsichtigt, sämt⸗ liche Versuchswälder des Großherzogtums zu
Nach dem in der veröffentlichten
tigten
öbesichtigen.
m. Laubach, 15. Aug. Generalversammlung Geschäftsbericht f bach betrugen die Einnahmen 32 073,32 4, die Ausgaben 26 956,16, sodaß im Rechnungs⸗ Jahr 1896 ein Reingewinn von rund 5117 4 7 wurde. Die Dividende ist auf 10 Proz. sestgesetzt; der Rest des Reingewinns ist zumteil 9 dem Reserve⸗ und Betriebsfonds überwiesen worden. Die Mitgliederzahl betrug Ende 1896: 514 Personen. Die weiteren Punkte der Tages⸗ udnung betrafen die Wahl des Direktors und der Einschätzungskommission, sowie zweier Aus⸗ schußmitglieder.
5 K. Grünberg, 14. Aug. Mit dem 1. Sep⸗ ember geht die Restauration„Zum wilden Nann“ in die Hände des neuen Besitzers, Herrn Imhäuser⸗Frankfurt a. M., über. Der
4 kerzeitige Besitzer, Herr Oeste, geht als Restau⸗
J rateur nach Aschaffenburg. 5
W. Grünberg, 15. Aug. Heute Nachmittag machte der Gesangverein Cäcilia und der MNufitverein von Lich einen Ausflu nach
hier und veranstaltete im Verein mit dem hesigen
des Vorschußvereins Lau⸗ F
Erscheint täglich mit Ausnahme der
Männergesangverein Gartenhaus“, welches sich eines überaus zahl⸗
ein Konzert in„Hamels
reichen Besuchs zu erfreuen hatte. Das Pro⸗ haltige des Musikvereins war ein sehr reich⸗ altiges. Die Leistungen des noch jungen Vereins waren in anbetracht dessen recht gute zu nennen und ernteten allseitigen Beifall. Auch die Ge⸗ sangsvorträge unter der Leitung des Dirigenten Zimmer kamen in wirkungsvoller Weise zur Geltung. Den Schluß des Konzertes bildete ein Ball, der die Anwesenden noch recht lange zusammenhielt. Hoffentlich hat dieses Fest seine Wirkung auf unseren nunmehr im Ruhestand befindlichen Musikverein nicht verfehlt, um nach Regelung der Personenfragen wieder lebensfähig zu werden.
„ Bad Nauheim, 17. Aug. Am Sonntag war in dem benachbarten Rödgen Kirchweihe. Gegen Mitternacht gab es in einer Wirtschaft Streit. Ein Arbeiter Namens Philipp Säckinger aus Rödgen erhielt von einem Dreschmaschinen⸗ arbeiter Georg Ebers aus Schwetzingen einen Messerstich in den Unterleib. Als der in der Wirtschaft anwesende Bürgermeister Hartmann von Rödgen den Ebers für verhaftet erklärte, gab ihm dieser mit aller Wucht einen Messerstich in den Unterleib, daß die Därme hervortraten. Die Verletzung wird mit der größten Wahr⸗ scheinlichkeit tödlich verlaufen. Der Mordbube, der auch noch einen Dienstknecht in den Hals stach, flüchtete, wurde aber in Friedberg verhaftet. Das Gericht schritt noch in der Nacht ein. Auch die Verletzung des Säckinger ist bedenklich.
* Bad Nauheim, 15. August. Eine vom Gemeinderat bestellte Kommission hat die Schlachthäuser in Gelnhausen, Kreuznach und Darmstadt besichtigt und die Einrichtung des Darmstädter Schlachthauses für die hiesigen Verhältnisse am geeignetsten befunden. Von zwei Architekten sollen bezügliche Projekte einge⸗ zogen werden. Der Kostenaufwand wird nicht weit von einer Viertel Million Mark bleiben.— Die Ausführung des Elektrizitätswerkes für die Stadt steht noch in weitem Felde. Eine irma will eine Anlage ausführen und die Stadt mit einem Drittel des Gewinnes be⸗ teiligen, wenn ihr die Gasanstalt verpachtet und auf die Ausführung der elektrischen Bahn nach Ziegenberg verzichtet wird. Diesem Projekt soll näher getreten werden.— Ein Kunst werk, einzig in seiner Art, ist dermalen hier ausgestellt, die Sixtinische Madonna, von Frl. Clara Ripberger in Dresden mit einem Zeitaufwand von fünf Jahren in Originalgröße(2,65 Meter hoch und 1,96 Meter breit) auf Seite gestickt. Das Kunstwerk, das 95 5. kosten soll, zieht ahlreiche Zuschauer herbei. ö f.. 15. Aug. Auf Initiative von Mrs. E. M. Storm aus Newyhork wurde gestern im Hotel Viktoria Augusta ein großes Wohl⸗ thätigkeits⸗Konzert zum Besten der hier zu erbauenden englisch⸗amerikantschen Kirche ab⸗ gehalten, das einen erklecklichen Ertrag zum Bau⸗ fonds lieferte. Am 21. ds. Mts. findet unter dem Protektorate Ihrer königl. Hoheit der Prin⸗ zessin Christian von Schleswig⸗Holstein ein
Eine reiche Partie.
Erzählung von Felix von Stenglin. (Nachdruck verboten) (Fortsetzung.)
Als Hellmuth ein paar Mal herüber geblickt hatte auf die gegenüberliegende Villa, meinte der Wirt:
„Is in reicher Kerl, da drüben, der Herr Rentier Karl Puhlmann, ich kenn'n noch, wie er mit seiner Frau auf en Acker gegangen is und Kartoffeln ge⸗ buddelt hat,'n Jahrer zehn mögens her sein, und die Tochter, das Röschen, spielte damals auch noch auf der Dorfstraße mit den Nachbarskindern'rum. Später hat sie sich denn verfeinert, und nu heißt ie allgemein die Rose von Friedrichsthal. Aber alles was Recht is,'in hübsches Mädchen is sie und doch in liebes natürliches Ding. Sie haben sie dawoll rauskommen seh'n aus'm Kirchhof worhin 5 3
Na, allerdings* 0 „Mit den andern Mädchens vom Dorf hält sie
nich sehr zusammen, da is höchstens noch die Auguste vom Bäcker, mit der sie Freundschaft hält, Sbzwar sie zu keinem Menschen hochnäsig ist wie der Alte, nee, das kennt sie nich, aber sie hält sich
apart, und ich verdenks ihr nich, denn so'n Mädchen
wird gleich ganz anders beurteilt, und hier würde sich keiner ranwagen, um n'e Liebschaft anzubändeln, wenn das würd' ihm wohl übel bekommen, wenns Auch nur'ne Bauerntochter is
Der alte Preuße trank sein Glas aus und stand auf. f
„Sie entschuldigen mich woll, Herr Lieutenant, ich muß Licht anmachen in der Gaststube.“
„Bitte, bitte, Herr Wirt.“ Grünebohm hielt dem jungen Manne die Hand
„Es war mir eine Ehre, Herr Lieutenant.“ „Mir auch, Herr Wirt.“———
Am nächsten Tage machte Hellmuth einen Be— such in Frauensee.
Als er mit dem Vater allein war, sagte er: „Ich habe mirs überlegt, Papa, ich möchte doch die Bekanntschaft des jungen Mädchens machen.“
Herr von Jürgen lächelte.„Ich dachte mirs, daß es so kommen würde. Die Vernunft hat bei Dir gesiegt, mein Sohn.“
Ob es nun gerade bei ihm gesiegt hatte? zweifeln zu können.—
Und so brachte denn Herr von Jürgen, dem die Vermögensumstände Puhlmanns auch von anderer Seite bestätigt waren, seinen Sohn wenige Tage später zu vorher verabredeter Stunde in das Bureau Warnshagens, damit dieser mit Hellmuth nach Friedrichsthal hinausfahre. a 0
Etwas kühl begrüßte der junge Offtzier den früheren Kameraden seines Vaters. Die ganze Atmosphäre, in der er hier hineingeriet, befremdete ihn, ein ihm unerklärliches Etwas stieß ihn zurück. Doch sein Vater führte ihn hierher, er durfte also
hin.
Vernunft gewesen war, die Hellmuth glaubte es be—
Hellmuth aß mit Appetit.„Na, das ist ja ssehr schön“, sagte er zwischendurch.
getrost alle Bedenken zerstreuen.
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Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen.
Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile.
weiteres Konzert zu gleichem Zwecke und zwar im Kurhause statt.
* Nidda, 17. Aug. Der Verein Kranken⸗ pflege ist mit der Pflegerin Fräulein Ufer von Gießen in Verbindung getreten, die mehrere Jahre an der Klinik pflegte. Sie wird für unsere Stadt vom Verein gegen festes Gehalt ein⸗ gestellt. Für die Verpflegung der Kranken wird zunächst keine Tape festgesetzt, sondern die Ver⸗ gütung bleibt dem freien Ermessen der be⸗ treffenden Familien überlassen; Unbemittelte werden ganz frei verpflegt. Der Verein, der erst 1¼ Jahre besteht, hat damit das erste pe einer lebenskräftigen Entwickelung ge⸗ geben.
* Darmstadt, 15. August. Das hessische Ministerium hat der Süddeutschen Eisenbahn⸗ gesellschaft zu Darmstadt die Konzession zur Er⸗ bauung und zum Betrieb einer Nebenbahn von Wöllstein nach Fürfeld(Rheinhessen) erteilt. Die Konzession erstreckt sich bis 31. März 1819, von welchem Tage ab es der Regierung freisteht, den Betrieb der Bahn auf Staatsrechnung zu übernehmen.
* Mainz, 15. Aug. Der auf den 12. Sep⸗ tember hier in Mainz anberaumte südwestdeutsche Handwerkertag wird vertagt, da an diesem Tag eine hiesige Handwerkerkorporation eine Festlichkeit geplant hat, welcher die übrigen Vereinigungen beiwohnen.
* Mainz, 16. August. Die Einführung der Jugendspiele in den hiesigen Volks⸗ schulen wird im nächsten Frühjahr stattfinden. Eine Anzahl hiesiger Lehrkräfte haben in Frank⸗ furt a. M. einen Kursus in den Jugendspielen absolviert und werden nach Ablauf der dies⸗ maligen Herbstferien ihre Kenntnisse den übrigen Lehrern und Lehrerinnen zugänglich machen, um sie zu Spielleitern zu befähigen. Für die Jugend⸗ spiele sind in unserer Stadk zwei größere Plätze in Aussicht genommen.— Der Stadtverordneten⸗ versammlung wird von der Bürgermeisterei eine Vorlage über die Einstellung einer Summe in das städtische Budget zur Unterstützung einer demnächst dahier zu gründenden Haushal⸗ tungsschule unterbreitet werden.
* Mainz, 16. Aug. Der seit einiger Zeit hier wohnende Naturheilarzt Oderson wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft zu Baden verhaftet und nach dorten verbracht. Er soll sich eine Menge von Betrügereien haben zuschulden kommen lassen.
Vermischtes.
— Nervosität der Uhren. Es ist schon oft darüber Klage geführt worden, daß die Uhren der neuen, modernen Staatsbauten in den Großstädten nicht immer richtig gehen. Verschiedene Uhrmacher behaupteten nun, daß früher die Turmuhren und die Uhrwerke an ganz alten, öffentlichen Gebäuden jahrelang in der besten Ord⸗ nung geblieben seien und stets die richtige Zeit angegeben hätten, während es heutzutage schwer fällt, eine solche Uhr in den richtigen Gang zu bringen und die immer wieder vorkommenden Störungen zu verhindern. Dies klingt seltsam, ist aber Thatsache. Ein bedeutender Lon⸗ doner Uhrmacher ist der Meinung, daß die häufigsten
edition: Kreuzplatz Nr. 4.
. 8
Störungen bei jenen Uhren vorkommen, die an sehr hohen Bauten im Mittelpunkt der City angebracht sind, und zwar infolge der Erschütterung, denen die Gebäude bei dem fortwährenden Verkehr auf den Straßen ausgesetzt sind. Dasselbe ist auch bei einfachen Pendeluhren der Fall. In den Zimmern des dritten und vierten Stockes moderner Gebäude in der Nähe des Oberhauses in London kann man überhaupt keine Uhr so weit bringen, daß sie ganz korrekt geht.
— Auch eine Vorsichtsmaßregel. Wie man schon vielfach gehört und gelesen hat, sind in den Hotels von Südamerika fast gar keine weiblichen Dienstboten angestellt. Selbst das Bettenmachen und das Aufräumen der Fremdenzimmer wird von Männern besorgt, die außerdem noch die Angewohnheit haben, zu jeder Zeit, so oft es die Gelegenheit erfordert, in die Zimmer ein⸗ zutreten, ohne ihre Absicht dem anwesenden Gast durch Anklopfen anzumelden. Als nun kürzlich eine etwas prüde New⸗Yorkerin in einem der ersten Hotels in Rlo de Janeiro abstieg, fühlte sie sich von der Wahrnehmung unangenehm berührt, daß ein hübscher, junger Mann mit flottem Schnurrbart die Stelle des bisher gewohnten Zimmermädchens vertrat. Noch größer aber war ihr Er⸗ staunen und Entsetzen, als der bärtige junge Mann ganz unzeremoniell am nächsten Morgen kam, um ihr das ge⸗ wünschte warme Wasser zu bringen. Zuerst machte sie ihm gelinde Vorwürfe; als das nichts half, ersuchte sie in strengem, befehlendem Tone, in Zukunft nicht eher die Thür ihres Zimmers zu öffnen, als bis sie ihm durch ihr„Herein“ auf sein Klopfen dazu die Erlaubnis gebe. „Ich könnte ja gerade dabei sein, mich zu waschen, wenn Sie so urplötzlich hereinstürzen“, setzte sie empört hinzu. „Das haben Sie nicht zu befürchten, Sennora“, ent⸗ gegnete Juan mit strahlendem Lächeln;„ich gebrauche stets die Vorsicht, erst durch das Schlüsselloch zu sehen, ehe ich hereinkomme...“
Auszug aus den Kirchenbüchern der evangelisehen Gemeinde.
Matthäusgemeinde. Taufen. Am 8. August. Dem Kaufmann Wilhelm Ockel ein
Sohn, Karl Michael Christian Wilhelm, geboren am 11. Juli. Dem Buchhalter Ernst Richard Wiegelmann ein Sohn, Karl, geb. am 16. Mai.
Beerdigte.
Am 7. August. Margarethe Ottmann, geb. Grieb, Witwe des verstorbenen Buchdruckereibesitzers Eduard Ott⸗ mann, 67 Jahre alt, starb am 6. August.— Am 11. Juli. Emilie Bindewald, geb. Windecker, Ehefrau des Professors und Realgymnasiallehrers i. P. Dr. Otto Bindewald, 59 Jahre alt, starb am 9. August.
Markusgemeinde. Taufen.
Am 8. Aug. Dem Buchbindermeister Adolf Bourgeois eine Tochter, Johanna Josephine, geboren am 28. Juli. Dem Dachdeckermeister Johannes Prang ein Sohn, Ludwig Heinrich, geb. am 19. Juli Dem Bahnarbeiter August Fourier ein Sohn, Wilhelm Ludwig, geb. am 7. Juni. Dem Bäcker Johann Peter Pfeiffer ein Sohn, Friedrich Wilhelm, geb. am 17. Juli. Dem Heizer Heinrich Kraft eine Tochter, Emma, geb. am 10. Juni. Dem Kutscher Heinrich Völpel eine Tochter, Katharine Elisabeth, geb. am 15. Juli. Dem Kutscher Johannes Erb eine Tochter, Marie Luise, geb. am 21. Juni. Ein unehelicher Sohn, Gottlieb Hermann, geb. am 24. Juni. Dem Kaufmann Hans Otto Hochstätter ein Sohn, Hans Otto Karl, geb. am 13. Juli.
Beerdigte.
Am 8. August. Karl Fuhr, Buchhalter, verheiratet,
57 Jahre alt, starb am 7. August.
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Warnshagen begrüßte ihn mit väterlichem Wohl⸗ wollen.„Freut mich, daß Sie gekommen sind. Versuchen Sies. Behagt Ihnen die Sache nicht, nun, dann lassen Sies. Lernen ein patentes kleines Mädchen kennen, ist immerhin stets ne angenehme Erinnerung.... Zigarre gefällig, meine Herren? Versuchen Sie bitte einmal das Kraut. Stammt aus unserer afrikanischen Kolonie, ich werbe soeben Aktionäre für eine faffee-Plantagengesellschaft, da wäre mir Ihr Urteil von Wert—“
„Was er alles macht, der Warnshagen— meinte Herr von Jürgen lächelnd und griff in die Zigarrenkiste.
Auch Hellmuth steckte sich eine Zigarre an.
„Nicht übel“, sagte Jürgen Vater nach einigen Zügen. Er wollte Warnshagen bei guter Laune erhalten und hoffte, er werde dann den gewissen abscheulichen Schein beiseite lassen...
„Nun und was sagen Sie?“ meinte Warns⸗ hagen zu Hellmuth.
„Na“, erwiderte dieser lächelnd,„die Aktionäre brauchen Sie doch nicht selber zu rauchen?“
Warnshagen lachte und klopfte Hellmuth auf die Schulter, und auch des letzteren Vater stimmte in das Lachen ein, so wenig behaglich ihm zu Mute war.
Ihn dünkte es am besten, wenn man Warns⸗ hagen überrumpelte und fortging, ehe er an den Schein dachte
„Na, daun komm', Hellmut kommen Sie,
Warnshagen“, sagte er und wandte sich zur Thür.
Doch letzterer blieb am Schreibtisch stehen. „Ach bitte, einen Augenblick noch!“ rief er in freundlichstem Ton.
„Die Unterschrift Ihres Herrn Sohnes, nicht wahr?“
Befremdet sah Hellmuth dann auf seinen Vater.
Einen Augenblick schlug dieser die Augen nieder, doch dann sah er seinen Sohn scharf an.
„Ich habe“, sagte er,„Herrn von Warnshagen eine Entschädigung für seine Bemühungen ver⸗ sprochen. Er wünscht, daß Du Dich mit ver⸗ pflichtest.“
Warnshagen reichte geschäftsmäßig den Zettel hinüber. Hellmuth ergriff ihn und las. Danach verpflichteten Jürgen und Sohn sich zur Zahlung von hunderttausend Mark für die Vermittelung dieser Bekanntschaft, falls sie zur Hochzeit führte.
Hellmuth warf den Zettel hastig auf den Tisch.
„Also richtig verschachert! rief er aus und trat an das Fenster, aus dem er, den Kopf an die Scheiben lehnend, hinausblickte.
Warnshagen sah auf Herrn von Jürgen, zuckte die Achseln und ergriff den Zettel.
Zudem aber wandte Hellmuth sich schon um. „Geben Sie her“, sagte er kurz und mit finsterem Ausdruck.„Es ist ja doch alles einerlei.“ Und damit trat er an den Schreibtisch und unterschrieb.
(Fortsetzung folgt.)
auf Warnshagen,


