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17.3.1897
 
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Nr. 64

Gießen, Mittwoch, den 17. Mürz

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

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Gießen.

Postztg. Nr. 3319. Telephou⸗Nr. 112.

Medaktion:

Kreuzplatz Nr. 4. 2

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.

Lokales und Provinzielles.

Gießen, 16. März. Der Philologe Pro⸗ sessor R. Hirzel in Jena hat einen Ruf an die hiesige Universität erhalten. Er ist wohl als Nachfolger für Professor Schwarz bestimmt, der bekanntlich einen Ruf nach Straßburg ange⸗ gommen hat.

* Gießen, 16. März. Herr Rechtsanwalt Grünewald wird am Mittwoch im Verein der Fortschrittspartei zu Frankfurt einen Vortrag halten überDas Ansehen der heutschen Justiz. Ein solcher Vortrag lönnte auch hier nichts schaden.

* Gießen, 16. März. Dem Vernehmen gach hat sich die Viehmarkts⸗Kommission schlüssig gemacht, den vielumstrittenen Vieh⸗ marktplatz jenseits der Lahn, auf das Gelände hinter dem Schlachthaus zu verlegen. Das Stadtbauamt ist mit der Anfertigung eines hahingehenden Projekts beschäftigt.

* Gießen, 16. März. Gegen das Schnarchen der Kinder empfiehlt die Wiener ElternzeitungSchule und Haus ein sehr einfaches Mittel. Man spanne eine jener jünnen Gummischnürchen, wie sie in Papier⸗ e gen vielfach zum Einpacken kleiner Gegen aͤnde gebraucht werden, über den Kopf und

unter das Kinn, um dadurch die Kinnlade vor dem

erabsinken zu schützen. Dann wird auch der Mund nicht geöffnet, wodurch die erste Be⸗ liugung für das Schnarchen hinweggeschafft ist. die Bändchen sind so dünn, daß sie am ruhigen Schlafen nicht hindern. Es kann den Eltern überhaupt nicht dringend genug anempfohlen perden, stets darauf zu achten, daß die Kinder heim Atmen und beim Schlafen den Mund schließen, da das Schlafen mit offenem Munde leicht zu Erkrankungen der Atmungsorgane führt. der Staub des Zimmers setzt sich, wenn durch hie Nase geatmet wird, in den vielfach gewun⸗ enen und schleimigen Nasenkanälen ab, um später wieder abgestoßen zu werden. Das ist seim Atmen durch den Mund nicht der Fall, ndern die Unreinigkeiten der Luft werden sirekt in die Atmungsorgane geführt. Außerdem bird beim Einatmen durch die Nase die Luft Bunt und dringt nicht eiskalt in die unge.

A. Aus Oberhessen, 15. März. Das sweifelhafte Erziehungsmittel der sogenannten jebildeten Stände, die Kinder möglichst sasch zu jungen Damen und Herren zu twickeln, hat in der Gestalt von Kin dertanz⸗ funden nunmehr auch auf dem Lande Eingang gefunden. Obwohl unser Einfluß kaum hin⸗ teichen wird, die betreffenden Kreise von der Un⸗ zweckmäßigkeit dieses Erziehungsmittels zu über⸗ seugen, so soll uns dies nicht abhalten, hierüber nige Betrachtungen anzustellen. Vom päda⸗ zogischen Standpunkte aus betrachtet, ist es übsolut nicht zu verstehen, wie die Tanzstunde mstande sein soll, auf die Kinder erzieherisch inzuwirken und mit dem besten Willen und der größten e e kann man nicht ein einziges Moment erblicken, welches sittlich fördernd

näre. Aber es muß doch getanzt werden, und enn die Kinder aus der Schule sind, sollen sie de Kunst des Tanzens verstehen, um nicht in der Bildung zurückzubleiben. Und was ist es nußerdem doch für ein herrliches Vergnügen für

de Kinder, in die Tanzstunde gehen zu können.

Ferner wird ihnen dort der nötige Anstand und Außere Manieren beigebracht, die sich anzueignen

de Tanzstunde die geeignetste Gelegeuheit ist.

Auch die Alten freuen sich darauf, zuzusehen, hie die Paare sich reizend drehen in munterem shreise. Dies mag ja wohl richtig sein, aber es gebt eine große Anzahl Punkte, die nach der gertgegengesetzten Richtung hinzielen, und dann I man notwendiger Weise gezwungen, sich mit alen Mitteln gegen eine Einrichtung zu erklären, de gefährlicher und verderbenbringender ist, als de sonst so besorgten, in sittlicher Beziehung ihre kinder aber sehr oft vernachlässigenden Eltern sch denken können. Ganz ohne Bedenken geben de Eltern ihre Kinder in die Hände eines viel⸗ licht unbekannten Mannes, und überlegen nicht, zelch fittliches Risiko sie damit übernehmen. zn den Städten treten gewöhnlich Ortsangesessene s Tanzlehrer auf und mag darum auch hier uus Risiko nicht in dem Maße vorhanden sein, lie auf den Dörfern. Von Seiten der Geist⸗ I[chteit sowohl wie auch von einzelnen Lehrern lird bereits schon der anerkennenswerte Versuch E den Besuch der Tanzstunde von Seiten r Schulkinder zu wehren. Auch plant der be Pfarrverein gegen den Kindertanzunter⸗ icht besondere Stellung zu nehmen.

sie aber klassenbewußten

Grünberg, 15. März. Die gestern Abend unter gefälliger Mitwirkung der Kasinogesellschaft, des Musikvereins, sowie mehrerer Herren und Damen im Gasthaus zum Hirsch zum Besten des Verkehrsvereins veranstaltete Abend unterhaltung ist von den besten Erfolgen begleitet gewesen, wie dies ja auch der rege Besuch und die einmütigen Beifallskundgebungen bezeugen. Das reichhaltige Programm wies recht dankbare Nummern auf, von denen wir nur die Solovorträge von Frl. Tröller und Frl. v. Bergoffski hervorheben wollen. Auch das einaktige LustspielDie Radikalkur von Eugen Düringer-Grünberg wurde recht gut gespielt. Die übrigen Mitwirkenden trugen zum Erfolg des Abends ihr redlich Teil bei, sodaß 1 summarisch Allen die gebührende Anerkennung zollen.

* Friedberg, 15. März. In der Brauerei Windecker hat es derKl. Pr. zufolge in den letzten Monaten dreimal gebrannt. Das letzte Mal wurde der Brand, ehe er besonders um sich gegriffen hatte, rasch gedämpft. Offenbar liegt Brandstiftung vor; der Fußboden war mit Petroleum getränkt.

* Büdingen, 15. März. Der hiesige Vor⸗ schuß- und Kreditverein hatte im vorigen Geschäftsjahr einen Reingewinn von 11073 KA. Ein ganz annehmbares Resultat.

* Offenbach, 15. März. Die ausständigen Schuhmachergehilfen haben auf das Ulti matum der Fabrikanten keine Antwort gegeben, dagegen das hiesige Gewerbegericht als Einigungsamt angerufen. Das Gewerbe gericht und die Fabrikanten haben der Forderung zugestimmt. Montag Nachmittag fand die erste Sitzung der Vertreter beider Teile mit dem Vorsitzenden des Gewerbegerichts statt.

E. Wetzlar, 15. März. Gestern Nachmittag fand im großen Saale des Schützengartens dahier eine von dem Hirsch-Dunker schen Gewerk-Verein einberufene öffentliche Versammlung statt, in der ein Herr Buch aus Siegen überReformbestrebungen jener Vereine referierte. Herr Buch sprach annähernd / Stunden, hielt sich jedoch u. E. recht wenig an sein eigentliches Thema. Er zog vielmehr kräftig vom Leder gegen die Sozialdemokratie und deren Bestrebungen. Während diese Partei ihr Ideal in Wolkenkukuksheim suche, arbeiten die Hirsch⸗Dunckerianer daran, auf dem Boden der jetzigen Verhältnisse für die Arbeiter bessere Bedingungen zu erringen. Er forderte zum Schlusse auf, dem Hirsch-Dunckerschen Gewerk⸗ verein beizutreten. Der wöchentliche Beitrag belaufe sich nur auf 10. In der Diskussion nahm Herr Scheidemann aus Gießen das Wort. Er gab seiner Freude Ausdruck, daß der Referent das politische Gebiet betreten habe. Dadurch sei ihm das Recht geworden, mit gleichem zu dienen. Unter häufigem Beifall der Versammlung, die Herrn Buch mit eisiger Ruhe angehört hatte, ging nun der Diskussionsredner 5 alle Punkte ein, die der Referent berührt hatte. Wir gewannen die Ueberzeugung, daß Herr Buch eine ganze Masse Dinge nicht gesagt hätte, wenn er eine Ahnung gehabt hätte, daß er später so kräftige Antworten erhielte. Nach 20 Minuten langer Redezeit 15 Minuten waren nur verwilligt wurde dem Diskussions⸗ redner das Wort entzogen. Herr Buch war in seiner nun folgenden Erwiderung wieder nicht besonders glücklich. Er verwahrte die Hirsch Dunckerschen Gewerkvereine ganz energisch vor dem Vorwurf, im Fahrwasser der Freisinnigen zu schwimmen. Die Leistungen seines Gewerk vereins, der seit 1869 18 500 000. für Rechts⸗ schutz, Krankengeld und Invalidenunterstützung gezahlt habe, bewiesen, daß er die Interessen der Arbeiter wahruehme. Abermals nahm Herr Scheidemann das Wort. Gerade jene Ziffern bewiesen, welche Harmonieapostel die Hirschianer wären. Derganze Groschen pro Woche werde aufgezehrt für Unterstützungs⸗ zwecke. Die Hauptaufgabe jenes Gewerkvereins bestehe darin, die Wunden fortwährend zu verbinden, die das Unternehmertum den Arbeitern schlage. Dabei reiche derGroschen pro Woche kaum für das nötige Verbandzeug. Mit 10 Wochenbeitrag könne eine Arbeiter⸗ Organisation keine derartigen Unterstützungen zahlen, wenn sie auch für Verbesserung der Lohnverhältnisse und Verkürzung der Arbeitszeit eintrete, wie dies ja bei den Hirsch⸗Dunckerschen auch auf dem Papier stände. Auf diesem Ge⸗ biete hätten jene Gewerkvereine allerdings auch noch keine Schlachten geliefert. Häufig wären Arbeitern, die im Lohn⸗

Preis der Auzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.

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Exy Kreuzplatz Nr. 4.

kampfe gestanden hätten, in den Rücken gefallen. Es sprach hierauf noch ein Herr aus Gießen, der dem Referenten ebenfalls entgegentrat. Er machte die Versammlung mit den Zielen des deutschen Metallarbeiter-Verbandes vertraut und forderte auf, sich diesem, nicht aber den Hirsch Dunckerschen Gewerkvereinen anzuschließen. Herr Buch trat den Ausführungen der beiden Diskussionsredner in seinem Schlußworte ent gegen. Auf Wunsch des Vorsitzenden faßte er sich aber ganz kurz. Nach etwa zweistündiger Dauer nahm die recht anregend verlaufene Ver sammlung ein Ende. Der Vorsitzende schloß die Versammlung, indem er dem Referenten dankte, daß er der Einladung zur heutigen Versammlung Folge geleistet habe.

Vermischtes.

Botokudengräuel in Südbrasilien. Ein furchtbares Blutbad haben, wie man derKöln. V.⸗Z. aus Süd⸗Brasilien im Januar d. J. schreibt, am 6. Dezember v. J. die Botokuden, hier Bugres genannt, in der neuen Kolonie Lucena, die an der Grenze der Staaten Parana und Santa Katharina liegt, angerichtet. Eine Horde von etwa 200 Leuten überfiel acht von Polen be⸗ wohnten Kolonistenhäuser und ermordete die Einwohner auf schauderhafte Weise. Bis jetzt hat man 26 Leichen aufgefunden, außerdem werden noch 8 Kinder vermißt, die jedenfalls in den Wald mitgeschleppt worden sind. Zu gleicher Zeit töteten sie 4 Brasilier, die damit be⸗ schäftigt waren, einen Waldweg(Pikade) aufzuhauen. Die Leichen waren sämtlich aufs Gräßlichste verstümmelt. Die Häuser waren geplündert worden. Ein deutscher Kolonist konnte sich retten. Als er vom Felde heimkehrte und sein Vieh wild durcheinander laufen sah, ahnte er, was im Werke war, sprang ins Haus, ergriff seine Schuß⸗ waffen, schwang sich auf sein am Hause angebundenes Pferd und entkam, obwohl von Pfeilen umschwirrt, un⸗ versehrt. Als er mit bewaffneter Hilfe zurückkehrte, waren seine Frau und Kinder bereits tot. Die Kolonisten waren vorher durch einige ältere Ansiedler, Deutsche und Polen vom 20 Kilometer entfernten Stadtplatze, die auf der Jagd sich befanden und Spuren der Bugres getroffen hatten, gewarnt worden, schenkten aber der Warnung kein Gehör. Am zweiten Tage nach Bekanntwerden dieser Greuelthat begab sich eine Anzahl waldkundiger und gut bewaffneter Bewohner von Lucena und Rio Negro auf die Verfolgung der Indianer, deren Lager sie in der Nacht überfielen. Nachdem sie den Wachtposten durch Schüsse getötet, wurden einige vierzig Botokuden beiderlei Geschlechts nebst einigen Kindern mit dem Waldmesser (facao) niedergemacht. Es ist dies die größte Metzelei durch Botokuden, von der man seit Beginn der Kolont⸗ sierung in den beiden genannten Staaten gehört hat. Bittere Not, Haß gegen die weißen Eindringlinge und Raublust sind die Beweggründe bei solchen Vorkommnissen. Immer weiter dringt die Axt in die ungeheuern Pinien⸗ Waldungen der Serra de Mar ein und drängt die Ur⸗ Einwohner immer weiter von der Küste ab nach dem offenen Hochlande, dem Campo hin, wo sie sich aus Mangel an Wild und Waldfrüchten nicht halten können. Während die Corovden, ihre Stammesgenossen und Tod feinde, einige Kultur annehmen und sich den Weißen nicht unbedingt feindlich zeigen wie sie z. B. vor einiger Zeit in der Wildnis von Parana eine Expedition des deutschen Ingenieurs Odebrecht durch Lieferung von Lebensmitteln vor dem Hungertote bewahrten haben sich die Botokuden, trotzdem sie infolge von Hunger, Kälte und Mangel an eisernen Werkzeugen ein bedauernswertes Dasein fristen, allen Annäherungen gegenüber bisher als unzugänglich erwiesen. Oefters ist versucht worden, durch jung eingefangene Kinder, die man gut behandelt, und aufgezogen hatte, mit ihnen in Verbindung zu treten, in⸗ dem man sie zu ihnen in den Wald schickte und sie ver⸗ sprechen ließ, ihre Stammesangehörigen freundlich aufzu⸗ nehmen und ihnen jegliche Hilfe angedeihen zu lassen, aber vergebens nie ist eines dieser Kinder wieder zum Vor⸗ schein gekommen. Auch die deutschen Franziskaner⸗Patres von Blumenau und Theresopolis haben wiederholt Ver⸗ suche in dieser Hinsicht unternommen, indem sie an Stellen, wo sich die Bugres zeigten, Geschenke für sie an Decken, Lebensmittelu usw. niederlegten. Diese nahmen dann wohl die Geschenke weg, wenn die Weißen fort waren, aber die gewünschte freundschaftliche Begegnung von Mann zu Mann ist bisher nicht gelungen. Somit wird der Botokude wohl seinen alten Ruf, der unbezähmbarste Wilde zu sein, den es auf der Erde giebt, bewahren bis zu seinem nahen Untergange, der spätestens in einem weiteren Menschenalter zu erwarten steht.

Standesamtliche Nachrichten. Geburten.

Am 1. März. Dem Schneider Johannes Welter ein Sohn, Georg. Am 3. März. Dem Kaufmann Hein⸗ rich Philipp Selbst eine Tochter, Bertha Franziska Josephine. Am 4. März. Dem Tagelöhner Heinrich Oswald eine Tochter. Dem Sergeant Wilhelm Kais ein Sohn, Wilhelm Christian Daniel. Dem Postassistent Wilhelm Joseph eine Tochter, Marie Bertha. Am 5. März. Dem Omnibusschaffner Christian Werner eine Tochter, Katharine. Am 6. März. Dem Photograph Daniel Schuchhardt ein Sohn, Friedrich Heinrich Ludwig. Dem Straßenwart Wilhelm Kipper ein Sohn, Heinrich Karl. Am 7. März. Dem Schuhmacher Valentin Röhrig eine Tochter, Wilhelmine Luise. Dem Hauswart Friedrich Försterling ein Sohn, Friedrich Johann.

Dem Fabrikarbeiter Heinrich Nachtigall ein Sohn. Am 9. März. Dem Assistenzarzt Dr. Adolf Karl Lud⸗ wig Heinrich Gustav Weber eine Tochter, Elisabeth Marie Luise Amalie Susanne. Dem Schlosser Wilhelm Grau

ein Sohn. Am 10. März. Dem Maurer Wilhelm Steinmüller ein Sohn, Heinrich. Aufgebote. Am 6. März. Friedrich Wilhelm Münzinger,

Gärtner dahier, mit Johanna Schmandt hierselbst. Am 8. März. Christian Emil Kreiling, Fabrikarbeiter dahier, mit Bertha Günther hierselbst. August Stock, Lackierer dahier, mit Marie Stengel hierselbst. Am 11. März. Dr. Oskar Karl Adolf Holtzmann, Professor dahier, mit Marie Elisabeth Stälni zu Calw.

Eheschließungen.

Am 10. März. Jakob Karl Philipp, Fabrikarbeiter dahter, mit Anna Katharina Naumann hierselbst. Am 11. März. August Felsing, Metzger dahier, mit Johanna Katharina Christiane Stoll hierselbst.

Sterbefälle.

Am 6. März. Karl Reiber, 48 Jahre alt, Möbel⸗ fabrikant dahtier. Magdalene Langenbach, 46 Jahre alt, Witwe von Johann Langenbach zu Katzwinkel. Am 7. März. Dr. Peter von Bradke, 431/ Jahre alt, Uni⸗ versitäts⸗Professor dahier. Margarethe Johanna Aßmann, 16 Tage alt, Tochter des Brauers Johann Jakob Aß⸗ mann dahier. Am 8. März. Mathilde Eicke, geb. Doecks, 69 Jahre alt, Witwe des Bergwerksdirektors Adolf Eicke dahier. Am 10. März. Karl Wirth, 75 Jahre alt, Schreiner dahier. Am 11. März. Maria Anna Müller, geb. Brück, 44 Jahre alt, Ehefrau des Kaufmanns Friedrich Müller dahier. Katharine Reiffen⸗ rath, geb. Panthöfer, 73 Jahre alt, Witwe des Bergmanns Wilhelm Reiffenrath zu Neunkirchen, Kreis Siegen. Ernst Stohr, 9 Monate alt, Sohn des Büreaugehilfen Karl Stohr IV dahier.

Neueste Telegramme.

Hd. Berlin, 16. März. Wie die Kreuzztg. aus parlamentarischen Kreisen erfährt, hat der Kaiser bereits gestern das Entlassungsgesuch⸗ des Staatssekretärs Hollmann ab lehnend beschieden.

Hd. Berlin, 16. März. Der Gesetzentwürf über Diäten und Reisevergütungen für Staatsbeamte wird in der nächsten Tagung dem Landtage zugehen. 5

Hd. Berlin, 16. März. Im Ver einsprozesse Auer u. Genossen hat der Staatsanwalt Revision an das Reichsgericht eingelegt.

Hd. Offenbach a. M., 16. März. um hiesigen Stadttheater wurde gestern das neue DramaLebenslüge von Ludwig Rohmann zum ersten Male gegeben. Die Darstellung war durchwegs flott und nach den Aktschlüssen wurde lebhafter Beifall geschenkt. Zum Schlusse wurde der Verfasser zweimal her⸗ vorgerufen.

Hd. Freiberg i. S., 16. März. In der Gilbesdorser Dynamitfabrik hat gestern eine Explosion eine große Vernichtung ange⸗ richtet. Fünf Arbeiter wurden völlig zer⸗ rissen, einer wurde schwer verletzt. Der Fabrik⸗ direktor wurde durch Glassplitter am Kopf verletzt.

Hd. Wien, 16. März. Der Direktor des Tabak-Hauptmagazins, kaiserlicher Rat Rudolph Foschum, hat sich bedeu- tender Unterschlagungen schuldig gemacht. Dieselben reichen 20 Jahre zurück und über⸗ schreiten den Betrag von 150 000 fl.

Hd. Gent, 16. März. So zialistische Abgeordnete hatten auf gestern eine Ver⸗ sammlung der belgischen Post- und Eisenbahn⸗ Beamten hier einberufen. Anseele forderte die⸗ selben auf, den Kampf um den Achtstunden⸗ tag und bessere Löhne aufzunehmen. Die Versammlung nahm schließlich eine dahin- gehende Resolution an.

Hd. Kane a, 16. März. Auf einem russischen Kriegsschiff fand bei Schießübungen eine schreckliche Erplosion statt. Die Granate eines Dres iche ee Geschützes krepierte vorzeitig hinter einem Panzerturm und zerstörte diesen vollständig. Es fanden hierbei 14 Mann und ein Offizier den Tod. Verwundet wurden 15 Personen.

Hd. Athen, 16. März. Die Griechen lehnen entschieden die For derung der Mächte ab und erwarten ruhig die Blokade. Abends gingen 500 Mann nach der Grenze ab. In der gestrigen Kammersitzung wurde gegen die Un⸗ duldsamkeit Europas protestiert.

Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen