Ausgabe 
17.1.1897
 
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Ausgabe

Gießen, Sonntag, den 17. Januar

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Gießen.

Postztg. Nr. 3239 a. Telephonu⸗Nr. 112.

Redaktion:

* Kreuzplatz Nr. 4. 8

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile.

Aus dem Verwaltungsbericht f der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1895/96. 55 Armenpflege.

Die Verwaltung des Armenwesens unserer Stadt er⸗ folgt seit 1891 nach dem sogen. Elberfelder System.

Die Stadt ist in 6 Armenpflegebezirke eingeteilt.

Beigeordneter Wolff hat den Vorsitz und die ge⸗ samten Geschäfte der Armendeputation übernommen. An Stelle des Beigeordneten Georgi wurde Stadtverordneter Emmelius als Deputationsmitglied gewählt und an Stelle des in den Ruhestand getretenen Großh. Polizeirats Fresenius trat Großh. Polizeiamtmann v. Bechtold.

Dem Armenbureau, welches die Bezeichnung Armenamt führt, steht Sekretär Möckel vor, welchem ein Schreibgehülfe und ein Diener beigegeben ist. Die Verabreichung von Brot, Kohlen, Milch und Essen erfolgt durch den Verwalter des städtischen Hospitals.

Durch Vertrag mit der Landes⸗Universttät ist ver⸗ einbart, daß die Kliniken allen von dem Armenamte als stadtarm bezeichneten Personen freie Aufnahme und Verpflegung in den Kliniken und, sofern Klinikspflege nicht erforderlich ist, ärztliche Behandlung in der Wohnung und freie Medikamente zu gewähren haben.

Für arme verheiratete Wöchnerinnen ist schon seit einer Reihe von Jahren in der Weise gesorgt, daß die hiesigen Hebammen denselben auf Ersuchen Geburtshilfe leisten müssen und daß die Hebammen auf Verlangen die in der Hebammentaxe vom 19. März 1889 vorgesehene niederste Vergütung aus der Armenkasse ausbezahlt er⸗ halten, wenn der Anspruch innerhalb drei Monaten, ge⸗ rechnet vom Tage der Entbindung an, auf dem Armenamt geltend gemacht wird.

Die Ueberwachung der Verpflegung der auf öffentliche Kosten in Pflege gegebenen Kinder erfolgte seither durch die Bezirks⸗Vorsteher, welche halbjährlich Bericht erstatteten. Außerdem hatten die Helferinnen des Allgemeinen Vereins für Armen⸗ und Krankenpflege die Pflegstellen beaufsichtigt.

Vom 1. April 1896 ab ist in der Ueberwachung der Pflegekinder eine Aenderung in der Weise eingetreten, daß dieselben durch eine im städtischen Hospital angestellte Schwester vorgennommen wird, welche sich noch der Hülfe der Schwestern des Allgemeinen Vereins für Armen⸗ und Krankenpflege bedienen kann und über jeden einzelnen Pflegfall alle Vierteljahr zu berichten, bei großen Miß⸗ ständen aber alsbald dem Armenamt bezw. Großh. Polizei⸗ amt Anzeige zu erstatten.

Die Armendeputation hält in der Regel alle 14 Tage ihre Sitzungen im Bürgermeisterei⸗Gebäude ab; es fanden 23 Sitzungen statt und wurden 1618 Gegen⸗ stände erledigt gegen 24 Sitzungen und 1590 Gegenstände im Vorjahre.

Die Bezirks⸗Versammlungen hatten ebenso viele Sitzungen abzuhalten und waren dieselben von den Armen⸗ pflegern im ganzen gut besucht.

Auf dem Armenamte verkehrten täglich im Durchschnitt 25 Personen.

Offene Armenpflege.

In der Armenliste standen behufs Erlangung freier ärzlicher Behandlung und Medikamente, sowie freier Aufnahme in die Kliniken:

336 Personen bezw. Familien gegen

.. in 1894/95, 5 1893/94, 7 5 18928, Davon waren in den Kliniken verpflegt worden: a. in den neuen Kliniken Personen: Tage: männliche 32 768 e 45 894 b. in der alten Klinik manzlichee 10 370 ante, 5 129 Zusammen 92 2161 in 1894/95 166 3799 1893/94 179 4161

1892/93 153 4104

Die in der Klinik behandelten 92 Personen wurden 2161 Tage verpflegt und ergeben sich darnach als Durch⸗ schnitt für eine Person 24 Verpflegungstage, für welche insgesamt bei dem Pflegkostensatze von 1 4 pro Tag 2161& aufzuwenden gewesen wären. Von der an die Kliniken gezahlt werdenden Aversiontal⸗Vergütung von 10 000 würden also noch für das Recht, die auf der Armenliste stehenden Personen und Familien freie ärzt⸗ liche Behandlung und Medikamente zu beanspruchen, 7839& entfallen.

Auf der Armenliste standen nun 155 einzelstehende Personen und 181 Familien mit durchschnittlich 4 Köpfen U

somit 879 Köpfe, wozu jedoch noch 21 bis 23 Hospitaliten und Sieche zu rechnen sind, sodaß die Gesamtzahl der Personen, welche im vergangenen Jahre auf freie ärztliche Behandlung und Medikamente Anspruch machen konnten, rund 900 beträgt. Die Aufwendungen pro Kopf würden danach 3 Mark 70 Pfg. betragen.

Ein Vergleich mit den Aufwendungen der Ortskranken⸗ kasse Gießen, welche bei einer durchschnittlichen Mitglieder⸗ zahl von 2940 für Arzt und Medikamente ꝛc. zusammen 14 765* 52 4, also auf den Kopf rund 5 Mk. aufgewendet hat, ergiebt, daß die Stadt Gießen in jener Averstonal⸗Vergütung den Universitäts⸗Kli⸗ niken thatsächlich immer noch einen jährlichen Zu⸗

schuß von ca. 3300 Mark gewährt. Allerdings ist bei dieser Berechnung zu berücksichtigen, daß das Jahr 1895/96 eine auffallend niedrige Zahl an Klinikspfleg⸗ tagen aufwies; ferner ist auch noch zu beachten, daß nach dem mit der Kliniksverwaltung abgeschlossenen Vertrage auch diejenigen Kranken, welche einen Unterstützungswohnsitz in Gießen nicht haben, denen aber nach§ 28 des Reichs gesetzes vom 6. Juni 1870, betr. den Unterstützungs⸗ wohnsitz, gegen den Ortsarmenverband Gießen ein An⸗ spruch auf vorläufige Unterstützung zusteht, in die Klinik gegen die üblichen Pfleggeldsätze aufgenommen und be⸗ handelt werden müssen.

Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 16. Jan. Das Kreisamt macht bekannt, daß die Verlosung zu Gunsten des Turnvereins zu Homberg a. d. Ohm mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern vom 28. v. M. auf den 22. April 1897 verlegt worden ist.

* Gießen, 16. Jan. Im Großherzogtum Hessen bestehen zur Zeit noch 101 konfessio nelle Schulen. Davon sind 50 katholisch, 49 evangelisch und 2 israelitisch. Alle übrigen Schulen(889) sind simultan. Die meisten Kon fessionsschulen befinden sich im Kreise Heppen heim, nämlich 20(10 katholisch und 10 evangelisch). Keine Konfessionsschulen sind in den Kreisen Darmstadt, Gießen und Schotten.

* Gießen, 15. Januar.(Strafkammer sitzung.) Der schon mehrmals vorbestrafte Taglöhner Christian Balser von Rödgen ent wendete im vorigen Jahre einen seinem Bruder gehörigen Geldbetrag von 73, nachdem er den Tischkasten erbrochen hatte. Trotzdem der Angeklagte die That entschieden in Abrede stellte, wird er durch die umfangreiche Beweisaufnahme überführt und zu Jahren Zuchthaus verurteilt.

* Gießen, 16. Januar. Vom Schöffen⸗ gericht wurde heute das Urteil gegen die Fabrik arbeiter Heinrich Müller und Nebeling von Beuern publiziert. Ersterer wurde zu zwei Monate Gefängnis verurteilt, Nebeling frei gesprochen.

* Gießen, 16. Januar.(Schöffengerichts⸗ sitzung.) Wegen Beamtenbeleidigung und Sachbeschä⸗ digung hatte sich heute der Student Bernhard Zank von Friedberg zu verantworten. Am 27. Zuli v. J. hielt die VerbindungHassia Rhenania einen Kommers ab, wozu dieselbe polizeiliche Verlängerung der Feierabend⸗ stunde hatte. Da die Studenten jedoch durch lautes Schreien ruhestörenden Lärm verübten, sahen sich die Schutzleute veranlaßt, schon vor Ablauf der Verlängerung Feierabend zu bieten. Hierbei erwiderte der Studiosus Zank dem einen der Schutzleute, er habe vor kurzem für 50 Mark Sekt mit den Studenten verzehren helfen. Jetzt, wo sie wieder einmal in fröhlicher Stimmung seien, belästigten die Schutzleute die Studenten. Ferner zog der Angeklagte nachts mit seinem Schläger durch die Straßen und zertrümmerte in der Marktstraße damit eine Laterne. Auf die erste Anklage hin erwidert Zank, er habe nicht den sich beleidigt fühlenden, sondern einen anderen Schutzmann, dessen Namen er verwechselt habe und dem er den Wahrheitsbeweis für seine Aussagen liefern könne, gemeint. Bei dem Zertrümmern der Laterne müsse er betrunken gewesen sein, im übrigen könne er sich auf diesen Vorfall nicht entsinnen. Das Urteil lautet wegen Beamtenbeleidigung auf 100% und wegen Sachbeschä⸗ digung auf 40, Geldstrafe, sowie auf Publikation. Vor der Verurteilung erklärte der Angeklagte, er bedauere, daß der Amtsanwalt von seiner sicheren Stellung aus sich in seinem Plaidoyer Angriffe gegen seine Korporation erlaubt habe, welche Aussage der Amtsanwalt mit der Bemerkung zurückweist, nicht die Absicht gehabt zu haben, die Korpo⸗ ration des Angeklagten anzugreifen. Der Friseur Philipp Lehrmund war mehrere Monate mit seiner Miete rückständig, weshalb ihm sein Hausherr per 1. No⸗ vember kündigte. Als Lehrmund am Kündigungstage keine Veranstaltungen zum Auszuge machte, holte sich am Morgen Pirr die Schlüssel und hinterließ dem Lehrmund, daß er am Nachmittag den Laden zuschließen werde. Am Nachmittag erschien auch Pirr im Laden, woselbst er mit Lehrmund in Wortwechsel geriet, der in Thätlichkeiten ausartete, wobei Pirr den Lehrmund vor die Thür stieß und ihm mit der Faust zwei Schläge auf den Kopf ver⸗ setzte. Pirr wird zu 40/ Geldstrafe verurteilt. Der Fabrikarbeiter Wilhelm Dörr von hier fertigte sich im Dezember in der Fabrik des Herrn Kauffmann, woselbst er beschäftigt war, von dessen Material zwei Lämpchen, weshalb er mit drei Tagen Gesängnis belegt wird. Wegen gegenseitiger Körperverletzung werden Fritz Teibel von Lollar zu sechs Wochen und Heinrich Frank von Lollar zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. 5 0

* Gießen, 16. Jau. Der Gesamtvorstand der evangelischen Kirchengemeinde hat den Umbau der Stadtkirche nach Pläuen der Architekten Stein und Meyer beschlossen und die dafür erforderlichen 60 000. bewilligt.

durch Erweiterung und Neuanlage der Fenster mehr Licht in das Innere des Gotteshauses geschafft. Die Treppe zur Empore wird eben falls aus der Kirche nach einem auf dem Platze des jetzigen alten Spritzenhauses zu erbauenden besonderen Treppenhaus verlegt. Ebenso wird die Heizanlage erneuert und an Stelle der in den Gängen liegenden defekten Fliesen Terrazzo⸗ boden gelegt. Auch eine neue Schieferdachung ist vorgesehen. Durch den Umbau im Innern wird auch die äußere Fassade umgestaltet.

Gießen, 16. Jan. Das gestrige Konzert unserer Militärkapelle war leider nicht so besucht, wie es in Rücksicht auf den sehr ab wechslungsvoll zusammengestellten Spielzettel wohl zu erwarten gewesen wäre. Reichen Beifall ern⸗ teten die ungarischen Tänze von Brahms und die Ouverture zu der OperFra Diavolo von Auber, die meisterlich gespielt wurden. Am Sonntag Abend ist wieder ein Konzert in Aus⸗ sicht genommen und verweisen wir wegen des Spielzettels auf das betreffende Inserat.

Gießen, 16. Jan. DerMitteldeutschen Sonntags⸗Zeitung zufolge halten die Sozial- demokraten des ersten hessischen Wahlkreises morgen eine Kreiskonferenz in Leihgestern ab. Dieselbe nimmt um 11 Uhr vormittags ihren Anfang.

Gießen, 16. Januar. Wie aus dem In⸗ seratenteil ersichtlich, hält am Montag Abend Herr Dr. Völkel aus Braunschweig einen Vortrag über Darwinismus und Sozialis⸗ mus. Herr Dr. Völkel wird uns als sehr ge schickter Redner bezeichnet. Der Vortragsabend wird vom hiesigen Arbeiter-Bildungs⸗Verein arrangiert, der Jedermann, auch Frauen, zum Besuch einladet.

K. Lollar, 16. Jan.(Verspätet.) Ein Akt brutaler Rohheit wurde am Sonntag Abend von einer Anzahl junger Burschen aus⸗ geführt. Als ein von Odenhausen kommendes Fuhrwerk die Dorfstraße passirte, wurden die Insassen desselben ohne jede Veranlassung mit Steinen und Knüppeln bombardiert. Ein Mann wurde nicht unerheblich im Gesicht verletzt. Wie wir hören, ist die Gendarmerie den Thätern be reits auf der Spur.

O Steinberg, 16. Januar. Am Samstag voriger Woche fand eine zweite Bürgerver⸗ sammlung statt, in der die Errichtung einer Schweine-Versicherungskasse be⸗ schlossen und das Versicherungsstatut beraten und angenommen wurde. Der Kasse traten so fort 50 Mitglieder bei. Der Vorstand be⸗ gann schon am Montag mit der Aufnahme der vorhandenen Tiere. Der Erfolg war ein guter, denn die Versicherungssumme erreichte die Höhe von bereits 3000%. Der gute Zweck des Unternehmens wird hoffentlich auch die noch nicht Versicherten zum Beitritt veranlassen.

M. Wismar, 16. Jan. Seit einiger Zeit treten in unserem Dorfe die Erkältungskrankheiten, wie Keuchhust en und Lungenentzündung in nahezu seuchenhafter Weise auf. Namentlich werden die Kinder von dieser Krankheit befallen und auch schon einige Todesfälle sind zu ver zeichnen. Den Eltern ist daher größte Vorsicht zu raten.

Bad Nauheim, 14. Januar. Gestern Abend wurde die 50jährige Jahresfeier des Durchbruchs des großen Sprudels durch die Arbeiter der Saline und der Badeanstalt speziell begangen. Die Regierung hatte zur Be wirtung der Arbeiter 150 bewilligt. Der Familie Weiß wurde bei dieser Gelegenheit von den Badefrauen ein silberner Tafelaufsatz ge widmet im Hinblick auf die Thatsache, daß in den 30er Jahren die Frau des damaligen Salinen⸗ inspektors Weiß zuerst die Benutzung der Salz quellen zum Baden anregte.

Standesamtliche Nachrichten. Geburten.

Am 8. Januar. Dem Fabrikarbeiter Ludwig Gräf eine Tochter, Frida Marie Lina. Am 9. Januar. Dem Schlosser Johannes Roth ein totgeborenes Kind, weiblichen Geschlechts. Am 11. Januar. Dem Eisen⸗ dreher Konrad Graulich eine Tochter, Anna Marie Veronika.

1 Aufgebote.

Januar. Johannes Friseur zu Gießen, mit Anna Marie Bohnacker dahier. Am 14. Januar. Johannes Thomas, Maurer dahier, mit Emma Erck hierselbst. 14. Wil⸗ helm Hofmann, Bäcker dahier, mit Karoline Weitzel hier⸗ selbst. 14. Franz Arthur Eyserbeck, Kaufmann dahier, mit Anna Marie Margaretha Beck von Pfungstadt. 14. Wilhelm Möser, Mühlenbesitzer dahier, mit Marie

Am 11. Otto Rottmann,

Durch das zur Ausführung gelangende Projekt wird die obere Empore, welche gar nicht in den

Charakter des Bauwerks paßt, entfernt und! hierselbst.

Emilie Anna Löber hierselbst. Am 15. Januar. Meier Wolf, Kaufmann dahier, mit Olga Grünewald

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Expedition: 2

Kreuzplatz Nr. 4.

Sterbefälle.

Am 10. Januar. Tochter von Arbeiter Wilhelm Balser dahier. Am 11. Januar. Emilie Luise Friederike Krämer, vier Monate alt, Tochter von Bäckermeister Heinrich Krämer dahier. Am 12. Januar. Heinrich Mattern, 35 Jahre alt, Bergmann von Fellingshausen, Kreis Biedenkopf. Am 15. Januar. Johannette Straub, geb. Gensheim,

dahier.

Wilhelmine Balser, ein Jahr alt, g

73 Jahre alt, Witwe von Bauaufseher Karl Straub

Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 16. Januar.

nehmung zahlreicher Zeugen Klagesache des Hofprediger a. D. Stöcker gegen den Redakteur derNeuen Saarbrücker Ztg., Schwuchow, statt, und zwar in Gegen⸗ wart des Vertreters des Letzteren und des Hofpredigers Stöcker, dem der Abgeordnete Rechtsanwalt Dr. Vielhaben-Hamburg zur Seite steht.

Hd. Berlin, 16. Jan. Wie derVolks⸗ zeitung zufolge

Reichs-Justizamts die Zeugnißzwangs⸗ sachen der letzten Zeit, insbesondere gegen die Frankf. Ztg. zur Sprache gebracht werden. Hd. Hamburg, 16. Jan. Am Mon⸗ tag finden vier große Arbeiter⸗Ver⸗ sammlungen statt, in denen die be⸗ deutendsten Arbeiterführer Deutsch⸗

Die Kalamität im Hafen ist schlim⸗ mer als je. Das Elbfahrwasser ist nur für flachgehende kleine Dampfer passierbar. Infolge des herrschenden Nebels kamen mehrere Zusammenstöße von Schiffen vor.

Hd. Breslau, 16. Januar. DemBresl. Gen. Anz. wird aus Oppeln gemeldet. Die beiden Mörder, die Arbeiter Jana und Sklazsch aus Albrechtsdorf bei Rosenberg in Oberschl., welche am 7. Dezember zwei Kutscher auf dem Wege von Rosenberg nach Albrechtsdorf ermordeten, wurden gestern vom Schwurgericht abgeurteilt. Sklazsch wurde zu 15 Jahren Zuchthaus, Jana zwei Mal zum Tode und außerdem zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.

Hd. Paris, 16. Jan. Ein kleiner Panama⸗ Skandal ist gestern im Pariser Gemeinderat enthüllt worden. Bei dem Vergeben von öffent⸗ lichen Bauten haben Municipal⸗ beamte nämlich seit Jahren einige Unternehmer gegen schweres Geld bevorzugt, indem sie den⸗ selben die Kostenanschläge ihrer Konkurrenz übermittelten. Außer⸗ dem ist die Stadt durch diese Beamten u m mehrere Millionen geschä⸗ digt worden. Es wurde sofort eine strenge Untersuchung angeordnet.

Hd. Bombay, 16. Jan. Die Pest ist noch immer in der Zunahme begriffen. Die Leichen werden jetzt ununterbrochen Tag und Nacht verbrannt. Seit dem Ausbruch der Pest sind in Bombay 63 650 Menschen gestorben.

Telephonnachricht

derHessischen Landesztg.

Berlin, 16. Jan. Die Reichstags⸗ kommission hat die erste Rate für ein Forstgebäude in Gießen bewilligt.

Marktpreise.

Gießen, den 16. Januar. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 7080, Hühner⸗ eier 1 St. 78, Enteneier, Gänseeier, Käse 58, Käsematte 3, Erbsen per Liter 17, Linsen 28 Pfg., Tauben per Paar 5060 Pfg., Hühner p. St. 90 1,00, Hahnen 60 100, Enten 1,50 1,70, Gänse per Pfund 50-60, Ochsenfleisch 66 74, Kuh⸗ und Rindfleisch 60 bis 66, Schweinefl. 5666, Schweinefl., gesalz. 70 72, Kalbfleisch 50 54, Hammelfleisch 50 65, Kartoffeln pro 100 Kilo 4,50 5,00, Zwiebeln per Zentner 4,00 Mark, Milch per Liter 16 Pfg.

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Sterbefälle.

Am 16. Januar. Johannette Luise Mar⸗

garethe Franz, geb. Herbert, 56 Jahre alt, Witwe von Reallehrer Karl Franz dahier, Seltersweg 32. Die Beerdigung findet Sonn⸗ tag den 17. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause aus statt. 1

Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmaun, beide in Gießen.

Seit drei Tagen findet in einem kleinen Hinterzimmer des Kriminal⸗Gerichtsgebäudes die Ver⸗ in der

5 mit Bestimmtheit verlautet, werden in der nächsten Woche beim Etat des

lands als Redner auftreten werden.

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