Ausgabe 
15.2.1897
 
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Nr. 39

Gießen, Dienstag, den 16. Februar

1897.

Postztg. Nr. 3239 a. Telephonu⸗Nr. 112.

Ausgabe

Gießen.

Postztg. Nr. 3239. Telephon⸗Nr. 112.

Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 15. Februar. Am Sonnabend empfing der Großherzog den Geheimen Medizinalrat Professor Dr. Gaffky und den Geheimen Medizinalrat Professor Dr. Bostroem.

* Gießen, 15. Februar. In der geheimen Sitzung der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde der Vertrag mit der Deutschen Klein⸗ bahnbau-Gesellschaft Berlin betreffs der Benutzung der städtischen Straßen usw. für Zwecke der Bieberthalbahn nach Vorschlägen der juristischen Kommission genehmigt.

Gießen, 15. Februar. Auf Donnerstag dieser Woche ist eine Stadtverordneten Sitzung anberaumt, in welcher vier Punkte zur Beratung stehen, u. a. die Bewilligung eines Kredites zur Beschaffung von städtischen Lagerplätzen.

* Gießen, 15. Febr. Ein gutes Geschäft hat einer unserer Bankboten vergangene Woche gemacht. Demselben fiel zufällig ein 1861 er preußischer Thaler(ein sogenannter Ster be thaler) in die Hände. Er verkaufte den Thaler an einen unserer Metzgermeister für 72 A. Diesem sind nun wieder für die allerdings seltene Münze von Frankfurt aus 150 l geboten, er hofft aber dafür noch mehr zu bekommen.

* Gießen, 15. Februar. Bei dem gestern stattgehabten Maskenball desKutscher Vereins war der Saal des Cafs Leib überfüllt. Jung und Alt amüsierte sich auf das köstlichste. Besonders hervorzuheben sind die von Herrn Tanzlehrer Möhl aufgeführte Jockey-Gruppe, sowie ein lebendes Bild.

* Gießen, 15. Februar. Die hohen Holzpreise bilden gegenwärtig das Gesprächs⸗ thema der Interessenten. Nicht allein aus unserer näheren Umgebung, auch von auswärts berichtet man von einer außergewöhnlichen Ver⸗ teuerung des Holzes. So wird aus dem Rhein⸗ gau berichtet, daß die letzten Holzversteigerungen im Gau ungewöhnlich hohe Holzpreise brachten. Besonders gut bezahlt wird eichenes

fählholz, das je nach Beschaffenheit 40, 50 bis

. per Klafter gleich 4 Raummeter kostet. Brennholz, und zwar buchenes Scheitholz, er zielt 24 bis 30. per Klafter und selbst Wellenholz wird mit 15 bis 25 1 per Hundert bezahlt. Bei der jetzt stattgehabten Stammholz⸗ versteigerung zu Lampertheim, wobei etwa 700 Kubikmeter zum Angebot kamen, wurden 1 00 Festmeter durchschnittlich 13 Mark gelöst.

K. Leihgestern, 15. Febr. Der Gesang⸗ VereinHeiterkeit brachte gestern Abend einem jungen Ehepaar das übliche Ständchen. Die schönen Gesangsvorträge hatten zahlreiche Zuhörer angelockt. Später versammelten sich die Mitglieder in der Gastwirtschaft des Herrn Faber bei einer gemütlichen Abendunterhaltung.

* Grünberg, 15. Februar. Der hiesige Kirchengesangverein veranstaltete gestern Abend im GasthauseZum Rappen eine Abendunterhaltung, zu der sich ein außer⸗ ordentlich zahlreiches Publikum eingefunden hatte. Das 16 Nummern enthaltende Programm be⸗ stand zum größten Teil aus Konzert⸗ und Ge⸗ sangsstücken, doch wurde auch durch lebende

Bilder Abwechslung geboten. Unter den Chor- liedern sei ein gemischter Chor von Silcher Stirb Lieb und Freud, sowie ein solcher von AbtSchifferabend erwähnt. Als Solisten traten Fräulein Schott(Sopran) und Fräulein Moser(Alt) in sehr vorteilhafter Weise auf, und zwar erstere in dem Schubertschen Lied Ungeduld, während letztere das Lied von Liebe Auf Wiedersehn gewählt hatte. Die lebenden BilderDer Hochzeitsmorgen und Glaube, Liebe, Hoffnung fanden wie alle Nummern den ungeteiltesten Beifall.

* Grünberg, 14. Febr. Eine gar sonder⸗ bare Wette, über deren Verlauf man sich in hiesigen Fleischer⸗ und Konsumentenkreisen sehr interessiert, wurde vor wenigen Tagen zwischen dem Kaufmann M. und den Metzgermeistern Z. und S. von hier abgeschlossen. Damit will benannter Kaufmann die Behauptungen hiesiger Schlächter, es wäre nicht möglich, das Fleisch von einem schweren Mastochsen unterzubringen, entkräften, und erklärte sich bereit, an dem Schaden des gemeinschaftlich zu erwerbenden, schwersten Ochsen insofern zu par⸗ tizipieren, als er für den Fall, daß das Fleisch nicht ausverkauft werden sollte, den Rest für eigene Rechnung zu übernehmen. Der Haupt⸗ zweck dieser Wette aber, auf die Dauer wirklich prima Ochsenfleisch auf den hiesigen Markt zu bringen, wird schwerlich zu erreichen sein, weil den Konsumentenkreis vornehmlich das Landwirtschaft treibende Publikum bildet, und wer die wirtschaftlichen Verhältnisse aus eigener Anschauung kennt, weiß, daß der Fleischverbrauch dort ein sehr minimaler ist. Obwohl man diesem Ansinnen allgemein sympathisch V nee so dürfte sich in der Praxis wohl kein günstiges Resultat für einen großen Teil der hiesigen Ein⸗ wohner herausstellen, weil mit demprima Ochsenfleisch jedenfalls auch eine Preissteigerung verbunden ist.

* Offenbach, 14. Februar. Die seit dem 1. Oktober errichtete städtische Arbeits ver⸗ mittelungsstelle ohne Ortsstatut scheint nicht in dem Maße benutzt zu werden, wie man zu Anfang erwartet hatte. So waren in ver⸗ gangener Woche nur 23 Stellen zu vergeben, während sich gleichzeitig 42 Stellensuchende ge meldet hatten. Die Hauptkategorien der Arbeiter, die gesucht werden, sind bisher Taglöhner und Hausburschen gewesen.

* Mainz, 12. Februar. Vor 3 Monaten begab sich ein hiesiger Geschäfts mann nach Algier um Geschäfte abzuwickeln und um Verwandte zu besuchen. Kürzlich kehrte er wieder hierher zurück, aber auf der Reise war sein vorher braunes Haar grau geworden. Bei der Rückfahrt auf dem Mittelländischen Meer wurde das Schiff von einem furchtbaren Sturme gewiegt, es erlitt Havarie und war dem Untergange nahe, doch gelang die Rettung noch. Durch den Schrecken, welchen der Mann aus⸗ gehalten hatte, ist sein Haar grau geworden.

* Mainz, 11. Februar. Aus einer in⸗ teressanten Mitteilung des Herrn Kreisarztes Dr. Groos in Worms über eine Reihe von Bleivergiftungen, die sich im letzten Jahre in der Ae Guntersblum ereignet haben, berichtet dieD. Ztg. folgendes:

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.

Sämtliche Patienten es waren 20 Fälle, die sich auf 9 Familien verteilten gehörten wenig bemittelten Familien an. Es handelt sich um Tagelöhner und deren Angehörige, die von verschiedenen Arbeitgebern meist in der Land⸗ wirtschaft beschäftigt wurden und in ganz Guntersblum verteilt wohnten, keinen gemein⸗ schaftlichen Brunnen benutzten und ihre Nah⸗ rungs⸗ und Genußmittel aus verschiedenen Quellen bezogen. Anfänglich war man der Meinung, daß die Erkrankungen durch bleihal⸗ tigen Tresterwein verursacht worden seien, bald konnte aber festgestellt werden, daß die von sämtlichen betroffenen Familien verbrauchte Zwetschenlat werge, soweit dieselbe in schlecht glasierten Thontöpfen aufbewahrt worden ist, größere Bleimengen enthielt. Die Töpfe waren von einem Händler gekauft, die derselbe aus einer Fabrik bei Frankenthal bezogen hatte. Eine Untersuchung des Materials der Töpfe durch das chemische Untersuchungsamt Mainz ergab, daß dasselbe jeweilig etwa 0,75 Gramm Blei enthielt. Als der Genuß der Latwerge unterblieb, hörten die Bleivergiftungen auf und alle Personen genaßen bis auf eine, die eine Lähmung behielt.

* Mainz, 14. Februar. Der Mittel⸗ rheinische Fabrikantenverein hat in seiner Februarsitzung, welche sehr zahlreich besucht war, die Novelle zum Unfall-Versicherungs⸗ gesetz einer Beratung unterzogen. Seitens des Referenten lagen ausführliche Resolutionen vor, die mehrere Abänderungen des Entwurfs bean⸗ tragen. Gleichwohl erklärt der Verein, daß der Entwurf des neuen gewerblichen Unfall⸗Ver⸗ sicherungsgesetzes in mehrfacher Beziehung als ein wesentlicher Fortschritt gegenüber dem in Geltung befindlichen Gesetz vom 6. Juli 1884 erscheint. Es wurde beschlossen, die zur Vorlage gebrachten Resolutionen der Reichstagskommission als Material zu überweisen und gleichzeitig dem Reichs⸗Versicherungsamt und dem Reichsamt des Innern davon Kenntnis zu geben. Hierauf er⸗ stattete Dr. R. Wirth-Frankfurt a. M. ein Referat über Deutschland und die Union zum Schutz des gewerblichen Eigentums. Ueber diesen Gegenstand wurde folgende Reso⸗ lution einstimmig angenommen:Der Mittel⸗ rheinische Fabrikantenverein hält den Anschluß Deutschlands an die internationale Union zum Schutze des gewerblichen Eigentums im Interesse der deutschen Industrie für dringend wünschenswert.

* Aus Rheinhessen, 14. Februar. Die gelinde Witterung der letzten Tage hat, besonders an warmen Stellen, die Bienen mobil gemacht. Vielerorts wurde bereits der Reinigungsausflu beobachtet. Die Völker haben bis jetzt fast durchweg vorzüglich überwintert, doch sind die natürlichen Futtervorräte infolge des verflossenen geringen Honigjahres aufgebraucht, und Fütte⸗ rung ist deshalb notwendig. Bei den heuer stattfindenden Jagdverpachtungen ergaben sich durchweg erhebliche Steigerungen der Pachtsummen, u. a. infolge davon, daß Ge⸗ meinden die Regulierung des Wildschadens über⸗ nehmen. In Einzelfällen konstatierten wir eine 120 und mehrprozentige Erhöhung der Jagd⸗ pachtsummen.

Ihre erste Liebe.

Novelle von E. von Bischdorf. (Fortsetzung.)

Das eigene Ich mit all seiuen kleinlichen Sorgen und Mühen sinkt in nichts zusammen, sagte sie langsam,man fühlt sich nur wie ein Tropfen im Meere der Unendlichkeit, und es ist, als spräche aus dem Rauschen eine vertraute Stimme, welche wir in einem früheren Leben wohl verstanden haben, die uns wieder eine Zukunft ver⸗ heißt, in der sich alle Rätsel der Natur für uns enthüllen werden.

Gegen Felix würde sie solche Gedanken nicht geäußert haben; bei Lossen kam es ganz natürlich.

Sie würden die rech'e Frau gewesen sein für Loti's Island⸗Fischer, meinte dieser mit leisem Lächeln,Sie würden Ihrem Gatten die Liebe zum Meere nachgefühlt haben und hätten es ihm viel leicht sogar verziehen, daß ihm diese Liebe selbst über die zu seinem Weibe ging.

Niemals! sagte sie hastig,ich wäre ebenso eifersüchtig gewesen als Gaud, hätte das Meer noch bitterer gehaßt, wenn es mir ein so heiß ersehntes, kaum erlangtes Glück zerstörte!

Sie vergaß ganz, wo sie eigentlich war, mit wem sie sprach. Nur das wonnige Gefühl beseelte sie, daß da jemand neben ihr stand, der auf ihre Ideen einging, neue in ihr anregte.

Eine kleine Hand schob sich plötzlich in die ihre, und ein verängstigtes Kindergesicht blickte zu ihr empor.

Mutterchen, komm schnell, flüsterte Karin, der arme Papa will sterben! 8

Felix! Wo war er geblieben, wie kam es, daß sie ihn garnicht vermißt hatte! Auf das äußerste erschrocken folgte sie der Kleinen in die Kajüte, un⸗ fähig, sich die natürliche Ursache dieser Erkrankung klar zu machen. Da lag ihr unglücklicher Gatte bleich, teilnahmlos, ein klägliches Opfer der See krankheit. An das Sterben ging es freilich noch nicht bei ihm; aber fast wäre ihm ein Sarg auf festem Boden willkommener erschienen, als dieses bequeme Ruhesopha auf der erbarmungslos schaukeln⸗ den See. Zu helfen gab es da freilich wenig. Regine saß schweigend neben ihm und marterte sich mit heimlichen Vorwürfen, daß sie nicht seineg Wunsche gefolgt war und den Landweg genommen hatte. Erst am Tage nach der glücklichen Ankunft auf Sylt fing Felix an, sich von den Folgen der stürmischen Ueberfahrt zu erholen. Auf Karin aber hatte der Anblick seines Zustandes einen tiefen Ein⸗ druck gemacht.Nicht wahr, Mutterchen, fragte sie ganz überwältigt von dem Erlebten, die See⸗ krankheit ift doch gewiß der schredlichste Tod?

4.

* Es war ein köstlicher Morgen, sonnig, frisch, lachend, als Lottchen Rechow erschien, um Regine

zu einem Spaziergange nach Wenningstedt abzu holen. Der Gedanke war verlockend, und bald wanderten sie mit noch einigen Damen dahin über die weite Heide.

Regine war ein wenig hinter den anderen zu rückgeblieben. Sie genoß den Zauber des Augen blicks. Wie stattliche, weiße Berge ragten die Dünen empor, auf denen sich das Strandgras im Winde wiegte, und verbargen das Meer vor den Blicken. Nur das leise Rauschen der Wogen ver kündete, daß hinter den Hügeln ein geheimnisvolles, großartiges Etwas sein Wesen treibe, dessen Dasein auch die feuchte, salzige Luft ahnen ließ. Ringsum war alles einsam kahl; kein Baum, kein Strauch, nur hier und da ein vereinzeltes, angepflöcktes Schaf, ein altes Friesenhaus mit strohgedecktem, weit überhangendem Dache. Dann und wann hörte man den krächzenden Schrei einer Möve. Der Duft des Thymian zog vom Boden empor, und die liebreizende, rosa Glöckchenheide malte rötliche Flecken auf die weiten Flächen, die ihre wohlbe kannte, lila Namensschwester bedeckte.

Wie reizend, daß ich Sie endlich treffe, meine gnädigste Frau, rief da plötzlich eine fröhliche Stimme neben ihr, und Lossen schwenkte grüßend seine Mütze.Drei Tage schon habe ich immer vergeblich nach Ihnen ausgeschaul! Aber wie geht es Ihrem Herrn Gemahl, hat er sich von den Un⸗ annehmlichkeiten der Seefahrt ganz erholt?

Expedition:

1 Kreuzplatz Nr. 4.

Vermischtes.

ueber die Zukunft des Weltverkehrs läßt sich das Organ des VereinsDeutscher Eisenbahn⸗ Verwaltungen wie folgt aus: Durch die stbirische Bahn werden Verschiebungen im Weltverkehr erwartet, wie sie früher nur die Fahrten großer Entdecker, die in der Weltgeschichte epochemachende Abschnitte einleiten, im Ge⸗

folge hatten. Wenn am 1. Juli 1901 das Dampfroß von Calais durch ganz Europa und Asien bis nach Wladiwostok dahinbrausen wird, rechnet man, daß dann im Anschluß an den von London kommenden Verkehr der Eilzug die Strecke von Ostende bis Warschau(1562 Kilometer) bei 80 Kilometer Fahrgeschwindigkeit in 19 Stunden zurücklegen wird; von Warschau bis Batraki (2219 Kilometer) gelange man bei 64 Kiliometer Ge⸗ schwindigkeit(die russischen Bahnzüge fahren bekanntlich langsamer) in 34½ Stunden, von da nach Tscheljabinsk (1127 Kilometer) bei 53,3 Kilometer Geschwindigkeit in wenig über 21 Stunden und schließlich brauche man von Tscheljabinsk bis Wladiwostok(9283 Kilometer) bei 42 Kllometer Fahrgeschwindigkeit in 221 Stunden. Die ganze Strecke von 14191 Kilometer nehme also 296,2 Stunden oder 12½ Tage in Anspruch. Man könne also in 14 Tagen in China oder Japan sein gegen 38 Tage auf dem Wege durch den Suezkanal und 28 Tage über die Kanadische Ueberlandbahn! Während auf dem Gebiete des Großverkehrs bis heute der Dampf Alleinherrscher geblieben sei, erobere auf dem Gebiete der Kleinbahnen die Elektrizität in immer siegreicherem Vor⸗ dringen das Feld. Wer heute eine Karte zur Hand nähme, in die alle die Kleinbahnen eingetragen sind, die im Laufe der letzten paar Jahre allein in Preußen ge⸗ plant, in Ausführung genommen oder ausgeführt find, muß sich kopfschüttelnd fragen, wie es denn möglich ist, daß in so wenig Jahren so viel gewollt wird. Daß dieser frische Zug in die Kleinbahn⸗Unternehmung fast aller Länder gekommen ist England, die Wiege der Eisenbahnen, hinkt am meisten nach muß der Elek⸗ trotechnik überaus zu statten kommen. Wenn es erst ge⸗ lungen wäre, die Uebertragung der elektrischen Energie völlig von der Dimension loszulösen, völlig mobil zu machen, so wäre das Zeitalter des Dampfes auch auf dem Verkehrsgebiete an seinem Ende angelangt. Jeden⸗ falls werde die neue Energieform, wenn sie auch in be⸗ scheidenen Verhältnissen heranreife, auch auf den Groß⸗ verkehrs⸗Linien Bahn brechen.

Auszug aus den Kirchenbüchern der evangelischen Gemeinde. Matthäusgemeinde.

Taufen.

Dem Kaufmann Adolf Welz eine geboren den 24.

Am 7. Februar. Tochter, Anna Dora Luise Jeannette, August.

Trauungen.

Am 6. Februar. Johannes Thomas, Maurer zu Gießen, und Emma Erck, Tochter von dem Ackermann Heinrich Erck 1 zu Ranstadt. Am 11. Februar. Wilhelm Hofmann, Bäcker zu Gießen, und Karoline Weitzel, Tochter von dem Maurer Heinrich Weitzel zu Elpenrod.

Beerdigte.

Am 8. Februar. Katharine Ohr, geb. Arnold, Witwe des verstorbenen Bahnarbeiters Ludwig Ohr, 66 Jahre alt, starb den 6. Februar.

Markusgemeinde. Trauungen. Am 8. Februar. Johannes Otto Rottmann, Friseur zu Gießen, und Anna Marie Bohnacker, Tochter von dem Stadtaufwärter Friedrich Bohnacker zu Stuttgart.

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Die Frage sollte verbindlich klingen, aber eine leise Ironie tönte doch durch.

Danke für Ihre gütige Teilnahme, erwiderte die junge Frau etwas gereizt,mein Mann war wieder völlig wohl, er mußte mich leider schon gestern verlassen.

Wird es Sie nicht interessieren in Wenning⸗ stedt das Hünengrab zu besuchen, gnädige Frau? fragte Lossen nach einer Pause.

Ich weiß nicht, meinte sie zögernd und strich die zerzausten Haare zurecht, mit denen der Wind sein Spiel getrieben,die Epoche der Hünengräber ist mir zu entlegen. Ich habe keine rechte Sym⸗ pathie für jene Urbewohner des Landes, sie sind mir zu roh in ihren Sitten und Gebräuchen. Ein Volk gewinnt erst dann Interesse für mich, fuhr sie langsam fort, als suche sie sich selbst über ihr Empfinden Rechenschaft zu geben,wenn einzelne Gestalten aus demselben hervortreten und durch ihr Handeln darthun, welcher Sinn ihre Zeit und Umgebung beseelt, wenn das geistige Leben erwacht, mich fesselt überhaupt nit Sage, sondern Ge⸗ schichte, durch die Wissenschaft festgestellte und be⸗ gründete Thatsachen.

Fortsetzung folgt).

e Landeszeitung.

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