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Gießen, Sonnabend, den 12. J
Poftztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
ische Land
Ausgabe
Juni
Gießen.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Redaktion:
* Gießen, 10. Juni.(Stadtverord⸗ neten⸗Sitzung.) Vor Eintritt in die Ver⸗ handlung teilt Oberbürgermeister Gnauth der Versammlung mit, daß der zum Branddirektor erwählte Großh. Hauptlehrer Traber für seine Wahl zu diesem Amt den Stadtverordneten in einem Schreiben den Dank ausgesprochen hat.— Für die Chaussierung des Wißmarer und des Mittelweges im Neustädterfeld sind auf Antrag der Versammlung in den Etat 9000, ausge— worfen. Der Spezial⸗Plan und Kostenvoran⸗ schlag in Höhe dieser Summe wird von der Versammlung genehmigt; Stadtv. Löber regt bel dieser Gelegenheit die Verbesserung ev. Chaussierung des sogenannten Mittelweges nach dem Philosophenwald an. Oberbürgermeister Gnauth weist darauf hin, welche Bedenken gegen eine Geldaufwendung für diesen Weg sprechen. Man solle doch erst abwarten bis dieser Weg definitiv durch den aufzustellenden Bebauungs- plan festgelegt sei, jedoch wolle er das Stadt- bauamt veranlassen, eine Kostenberechnung für eine Planierung ev. Chaussterung dieses Weges aufzustellen. Dem allgem. Verein für Armen⸗ und Krankenpflege wird, nachdem die Armen⸗Deputation hierzu ihre Genehmigun erteilt, ein Hypothekendarlehn in Höhe von 8000 , mit 3½ Prozent verzinslich aus der Plockischen Stiftung gewährt. Die Hypothek wird auf das vom Verein gekaufte Haus nase 11, welches mit 8000, für die Brandkasse taxiert, eingetragen.— Nach kurzer Debatte über einen Antrag der Stadt⸗ herordneten Haubach, Schmall und Wallenfels, die Nachkontrolle des von guswärts eingefüheten Fleisches durch den Fleischbeschauer solle nicht in das Ermessen des Schlachthausverwalters gestellt, sondern diesem zur Pflicht gemacht werden, wird folgen— des Lokal⸗Polizei⸗Reglement, die Unter⸗ suchung des von auswärts eingeführten Fleisches betreffend, angenommen:
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Frisches Fleisch darf von außerhalb in den Bezirk der Stadt Gießen, um hier frisch oder verarbeitet feil⸗ geboten oder in Gastwirtschaften und Speisehäusern ver⸗ wendet zu werden, nur unter folgenden Vorschriften ein⸗ geführt werden: i
1. Das betreffende Fleisch muß, und zwar bei Post⸗ und Bahnsendungen, von dem Adressaten, in sonstigen Fällen von demjenigen, welcher das Fleisch in die Stadt einbringt, sofort nach erfolgter Einführung dem Schlachthausverwalter in Gießen vorgelegt werden, welcher nach Ermessen eine nochmalige und zwar kostenfreie Besichtigung des Fleisches durch den Fleischbeschauer veranlassen kann.
2. Zugleich mit der Vorlage des Fleisches im Schlacht⸗ hause ist dem Schlachthausverwalter ein Gesund⸗ heitsschein, ausgestellt von dem Fleischbeschauer des Ortes, wo das Tier geschlachtet wurde, auszu⸗ händigen. Ein gewöhnlicher Besichtigungsschein genügt nicht.
3. Das eingeführte Fleisch, und zwar jedes einzelne Stück, muß mit dem Stempel des Fleischbeschauers versehen sein.
Die nach Vorstehendem vorzulegenden Papiere sind
von dem Schlachthausverwalter aufzubewahren. 82
Fleisch von auswärts notgeschlachteten Tieren darf nur dann nach Gießen eingeführt werden, wenn durch ein bei der Einführung des Fleisches, d. h. bei der Vor⸗ lage des Fleisches im Schlachthaus mitzuteilendes Zeugnis eines approbierten Tierarztes nicht nur der Grund der Notschlachtung bestimmt angegeben, sondern auch bezeugt wird, daß gegen den Genuß des Fleisches keinerlei ge⸗ sundheitspolizeiliche Bedenken bestehen.
3
Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der 58 1 und 2 unterliegen, insoweit nicht nach bestehenden gesetzlichen Bestimmungen eine höhere Strafe verwirkt ist, einer Strafe bts zu 30 Xl. 1
Wegen des Verkehrs der Radfahrer auf öffentlichen Wegen und Plätzen der Stadt Gießen hatte der Stadtverordnete Theodor Haubach s. Zt. eine Anregung gegeben, indem er die betreffenden Bestimmungen für den Ver⸗ kehr als nicht genügend erachtete. Der Ober⸗ bürgermeister hatte damals in Aussicht gestellt, der Versammlung eine Vorlage zu machen. Das Polizeiamt teilt mit, daß ca. 150 Radfahrer, welche das Rad in Ausübung ihres Berufes be⸗ nutzen, das weitgehendste Entgegenkommen be⸗ treffend die Benutzung der Straßen der Altstadt ingeräumt sei und daß bei Aerzten usw. das Entgegenkommen soweit gehe, daß diesen für das Radfahren alle Straßen ohne Ausnahme frei⸗ 85 seien. Das Polizeiamt sowohl wie die Baudeputation, welche sich mit dieser Frage be⸗ sschäftigten, sind der Ansicht, daß es vorerst bei der bisher geübten Praxis verbleiben solle, weil
Radfahrer und Publikum sich noch mehr bei den[schöne Tiere.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Fetertagen. Preis der Tuzelgen; 10 Pfg. für die spaltige Petitzeile
engen Straßen Gießens an diesen Verkehr ge⸗ wöhnen müssen. Der Oberbürgermeister ist der Ansicht, daß man die Straßen, in denen Rad— fahrer passieren dürfen, vielleicht noch vermehren könnte; er halte die Schanzen⸗, Goethe⸗, Senken⸗ berg⸗ und Schillerstraße, den Brandplatz, Kanzlei⸗ berg und Asterweg für geeignet zum Radfahren. Stadtv. Homberger fragt an, ob auch Militär⸗ personen den Beschränkungen unterliegen. Dies wird vom Oberbürgermeister bestätigt. Stadtv. Wallenfels hegt zwar große Sympathien für den Radfahrerverkehr, aber ihm will es doch bedenklich erscheinen, die ganze Stadt für den⸗ selben freizugeben. Man solle diese Sache so belassen, wie sie z. Zt. gehandhabt werde, und zwar solange, bis sich die Radfahrer befleißigen, in der Stadt langsam zu fahren. Er sei aber auch der Ansicht, daß einzelne Straßen, und zwar mehr wie bisher, für das Radfahrwesen freizu— geben seien, doch empfehle es sich, an den Thoren der Stadt Warnungstafeln anzubringen, durch welche die Radfahrer zum Langsamfahren er— mahnt würden. Stadtv. Haubach ist der An⸗ sicht, daß man den Radfahrern ohne jede Be— schränkung alle Straßen und Plätze der Stadt zum Passieren freigeben könne. Das wenigste aber, was zu gewähren, sei die Möglichkeit, daß jeder Fahrer die Altstadt queren könne, und nicht, wenn er z. B. vom Seltersthor komme, an der Blockstraße sein Rad verlassen und bis zur Wallthorstraße drücken müsse. Haubach weist in dieser Hinsicht auf andere verkehrreichere Städte hin. Stadtv. Wallenfels stellt den Autrag, die Erlaubnisscheine auf alle diejenigen Straßen und Plätze zu erweitern, wo der all— gemeine Verkehr nicht dadurch behindert wird. Stadtv. Homberger spricht gegen diesen An— trag; die Unglücksfälle würden sich damit nur häufen, es sei jetzt schon äußerst gefährlich für den Fußgänger, die Straßenübergänge zu passieren. Stadtv. Wallenfels rügt den Unfug einzelner Radfahrer, welche innerhalb der Stadt kleine Kinder, auf der Lenkstange sitzend, bei ihren Fahrten mitnehmen. Hiergegen müsse die Polizei energisch einschreiten. Stadtv. Hey⸗ ligenstädt teilt die Ansicht Haubachs. Bei der Bedeutung des Rades als öffentliches Ver⸗ kehrsmittel ließe sich die Sache nicht mehr auf— halten. Unglücksfälle kämen auch beim Fuhr⸗ werksverkehr vor und ließen sich nirgends ver— meiden. Der Radfahrer wird schon im eigenen Interesse die Straßen meiden, wo der Verkehr stark ist. Bei gegenseitiger Rücksichtnahme habe die Freigabe aller Straßen für den Radfahrver⸗ kehr keine Bedenken. Die Stadtverordneten Schmall, Heichelheim und Gutfleisch sprechen sich für den Antrag der Baudeputation, die Sache so zu handhaben wie bisher, aus. Stadtv. Haubach tritt noch einmal dafür ein, wenigstens Verbindungswege durch die Altstadt zuzulassen und wird dabei vom Stadtv. Juch⸗ hardt unterstützt. Nach Schluß der Debatte stimmte die Mehrheit für Belassung der jetzigen Handhabung der Sache, jedoch wurde beschlossen, eine Vermehrung der mit Rädern zu befahrenden Straßen zuzulassen. Es folgt eine geheime Sitzung. g
* Gießen, 11. Juni. Am Sonntag wird im Café Ebel der Hessische Papier-Ver⸗ ein seine diesjährige Seneralversammlung abhalten.. 2
* Gießen, 11. Juni. Die Gießener Ruder⸗Gesellschaft hat zur Frankfurter Regatta die am 27. und 28. ds. Mts. statt⸗ finden wird, Einser, Vierer und Achter gemeldet. Die Mannschaft wird das erste Mal, so lange die G. R.⸗G. besteht, in einem eigenen Achter starten. Derselbe ist erst kürzlich von Rettig⸗ Berlin bezogen und soll sich als ganz vorzuüg⸗ liches Boot während des Trainierens gezeigt haben. 2
* Gießen, 11. Juni. Zu der am Sonntag auf der„Schönen Aussicht“ stattfindenden großen Hundeausstellung sind die um⸗ fassenden Arbeiten nun bald vollendet. Eine große in Hufeisenform errichtete Ausstellungs⸗ halle ist zur Unterbringung der 175 gemeldeten Hunde errichtet. Die große Veranda des Etab⸗ lissements bleibt für die Besucher der Aus⸗ stellung reserviert. Unter den ausgestellten Hunden werden die Dachshunde der Zahl nach den ersten Platz einnehmen, denn es sind nicht weniger als 48 dieser Rasse gemeldet. Dann folgen die deutschen Vorstehhunde mit 40 und die Foxterriers mit 18 Exemplaren. Aber auch die anderen Rassen werden auf der Hundeschau in sehr schönen Exemplaren vertreten sein. Ebenso bietet die ausgestellte Kollektion der Luxushunde für den Hundefreund hervorragend Neun Hundefamilien mit ihren
N Expedition: 84 Kreuzplatz Nr. 4.
Würfen sind zur Ausstellung gemeldet. Die Zuchtklasse wird 15 Exemplare aufweisen. Zum Schliefen sind 13 Dachshunde und 4 Foxterriers gemeldet. Wir wollen noch bemerken, daß dieses Mal keine Hunde zur Ausstellung zuge— lassen werden, die nicht vorher dem Vorstand gemeldet und im Katalog Aufnahme gefunden haben.
* Gießen, 11. Juni.(Viehmarkt.) Die Abhaltung eines Viehmarktes zu Lang⸗ Göns am Dienstag, den 15. Juni d. J. ist unter den üblichen Bedingungen genehmigt worden.
* Gießen, 11. Juni. Für die mit der allgemeinen Rosen⸗, Blumen⸗ und
Pflanzenausstellung zu Frankfurt a. M. verbundene Lotterie(Ziehung am 10. Nov.) ist der Losevertrieb innerhalb des Großherzog— tums genehmigt worden. Nach dem Verlosungs⸗ plan gelangen 100 000 Lose à 14 zur Ausgabe.
* Gießen, 11. Juni. Vorsicht mit Nadeln. Daß Nähnadeln und Stecknadeln gelegentlich einmal in den Kleidern stecken bleiben und unter Umständen Unheil anrichten können, ist bekannt. Weniger bekannt dürfte sein, worauf Prof. Rose in Berlin jüngst aufmerksam gemacht hat, daß eine überaus gefährliche Unsitte immer mehr überhand zu nehmen droht. Diese besteht darin, daß die Lehrtöchter der Plätterinnen und Damenschneiderinnen, wenn sie zum Frühstück gehen, die Nähnadeln und feinen Stecknadeln in ihre Arbeit stecken, welch' letztere dann oft an den empfindlichsten Teilen vergessen werden. Prof. Rose nennt dies eine förmliche Art von passiver Berufskrankheit. Ihm ist ein Fall bekannt geworden, wo eine im Rückgrat abgebrochene Nadelspitze den Tod durch Ver⸗ eiterung des Rückenmarks herbeigeführt hatte. Also Vorsicht!.
* Bad Nauheim, 10. Juni. Das erfreu⸗ liche Aufblühen unseres Bades ist recht deutlich aus folgender Aufstellung zu ersehen:
Es betrug:
Die Zahl der Die Einnnahme Die Einnahme abgeg. Bäder: au Badegeld.: an Kurtaxe: in 1850 19 424 14 782— „ 1855 22 599 2021 5 „ 1860 19 850 17 306„—„ „ 1865 27 360 e e—„ „ 1870 26 611 23 108„ l „ 1875 53 188 62 365„ 17401„ „ 1880/81 53 355 61095„ 19 213„ „ 1885/86 71545 85 671„ 29 489„ „ 1886/87 85 632 110 663„ 32 316„ „ 1887/88 95 020 128 349„ 36 563„ „ 1888/89 104 355 143 990„ 41446„ „ 188990 110 019 148 590„ 45 641„ „ 1890/91 112 289 149 563„ 45 995„ „ 1891/92 120 261 160 842„ 19 000„ „ 1892/93 129 330 178 010„ 56 115„ „ 1893/94 138 250 194 322„ 62 260„ „ 1894/95 151 260 218 268„ 69 351„ „ 1895/96 186 884 279 601„ 88 335„ „ 1896/97 200 282 303 956„ 95 465„
Die Badegelder sind hiernach im Durchschnitt der letzten 10 Jahre um 19 393 1 und im Durchschnitt der letzten 5 Jahre um 26 000 jährlich gestiegen. Die Kurtaxe ist im Durch⸗ schnitt der letzten 10 Jahre um 5885 K und im Durchschnitt der letzten 5 Jahre um 8468 K jährlich gestiegen.
* Darmstadt, 10. Juni. Die National⸗ liberalen haben für den durch den Austritt Wolfskehls erledigten Landtagssitz den Bürger⸗ meister Köhler als Landtagskandidaten auf⸗ gestellt. Da alle Wahlmänner der Partei an⸗ gehören, ist an der Wahl dieses Kandidaten nicht zu zweifeln.
* Mainz, 10. Juni. Durch den Vorsitzenden Pfarrer Schneider⸗Mannheim wurde heute Vormittag die Bundesversammlung der freien religiösen Gemeinden eröffnet. Als erster Gegenstand der Tagesordnung wurde die Frage des Religions unterrichts der Dissidentenkinder in Preußen einer ein⸗ gehenden Diskussion unterzogen. Zu einem be⸗ friedigenden Abschlusse in dieser Frage konnte man noch nicht kommen, da sich die preußische Regierung im Einverständnis mit den beiden Kammern bis jetzt noch der Lösung der Frage widersetzt. Auch über die Propaganda wurde lebhaft debattiert. Man entschied sich dahin, daß die im vorigen Jahr durch Prediger Tschien aus Breslau in Mitteldeutschland und in Bayern abgehaltenen Wanderpredigten fortgesetzt werden sollen; ebenso sollen kleine Gemeinden zu ihrer Wiederbelebung durch Bundesmittel Unterstütz⸗ ungen erhalten. Ein Antrag aus Nürnberg auf Erlaß gemeinsamer Grundsätze und Schaffung eines Bundesorgans wurde abgelehnt, während die Ausgabe von Flugblättern mittelst Bundes⸗ unterstützung beschlossen wurde. Die weiteren
Beratungen wurden auf morgen vertagt. In der Nebenkonferenz unter dem Vorsitz des Herrn
Knellwolf-Mainz wurde in der Hauptsache über die Schaffung eines Organs für die freien religiösen Gemeinden durch Verschmelzung zweier bestehenden Wochenschriften verhandelt. Die Ver⸗ handlungen dauerten bis ½7 Uhr. Die Schluß⸗ verhandlungen über diesen Gegenstand wurden um 7 Uhr vertagt.
Neueste Telegramme.
Hd. Königsberg, 11. Juni. Bei der gestrigen Reichstags⸗Ersatzwahl entfielen auf den Rechts anwalt Haase (Soz.) 11817, Papendieck(frs. Volksp.) 5104, Dr. Krause(natl.) 4102 und Störmer(Reformp.) 2231 Stimmen. Dr. Haase ist somit gewählt.
Hd. Wiesbaden, I1. Juni. Der be⸗ kannte Chemiker, Geheime Hofrat Dr. Fresenius, Ehrenbürger der Stadt Wiesbaden ist in der vergangenen Nacht im Alter von 79 Jahren plötzlich an Herzlähmung gestorben.
Hd. Wörrishofen, 11. Juni. In dem Be⸗ finden des Prälaten Pfarrers Kneipp ist wieder eine wesentliche Verschlimmerung eingetreten. Der Patient befindet sich in einem andauernden Schwächezustand unter Delirium⸗Erscheinungen.
Hd. Eger, 11. Juni. Der von allen deutsch⸗ Parteien Böhmens zu nächsten Sonntag einberufene Volkstag, welcher gegen die Sprachen-Verordnung Be⸗ schluß fassen sollte, wurde von der Behörde verboten.
Hd. Schodnica, 11. Juni. Die Juden⸗ exzesse haben große Dimensionen angenommen. Bisher waren 200 Verhaftungen notwendig. Die Panik unter der jüdischen Bevölke⸗ rung ist eine sehr große. An den Exzessen sind die Juden vollkommen unschuldig.
Hd. Zürich, 11. Juni. Der Geologe Heim hatte in einem Gutachten einen neuen Bergsturz am Lammbach bei Lienz im Berner Ober— land prophezeit. Nach Meldungen von dort ist jetzt die ganze Schuttmasse in Bewegung. Die Katastrophe wird stündlich erwartet.
Hd. Mons, 11. Juni. Eine Exploslon schlagender Wetter hat gestern auf der Grube St. Henriette stattgefunden. Ein Arbeiter wurde getötet, einer schwer verletzt.
Hd. Fiume, II. Juni. Auf der Fahrt von Cardiff nach Rouen ging ein eng⸗ lischer Dampfer unter. Die Mann⸗ schaft konnte gerettet werden.
Hd. Brüffel, 11. Juni. Das große Glas- hütten werk Baudoux in Charleroi, welches 1300 Arbeiter beschäftigt, ist wegen Geldmangel geschlossen worden. Sämt— liche Arbeiter, denen der Lohn nicht be— zahlt worden ist, sind brotlos. Ein ähn⸗ liches Ereignis ist in Belgien noch niemals vorgekommen. Die Regierung verfügte die mili⸗ tärische Okkupation.
Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 13. Juni. Trinitatisfest. Gottesdienst. Im Konsirmandensaal, Neustadt 61: Vormittags 8 Uhr: Frühgottesdienst verbunden mit Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markus⸗ gemeinde. Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche der Markusgemeinde. Pfarrer Dr. Grein. In der Friedhofskapelle. Vormittags 9¼ Uhr: Pfarrer Dingeldey. In der Johanneskirche. Vormittags 7. Uhr: Pfarrer Dr. Gottesdienst mit Christenlehre für die mierten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukusgemeinde. Pfarrer Ding eld ey.
EEE K Sterbefälle. Am 7. Juni. Anna Luise Merz, 2 Monate alt, dahier, Große Mühlgasse Nr. 21. Am 8. Juni. Susanne Bornemann, geb.
Naumann. Neukonfir⸗
Berck, 75 Jahre alt, Witwe des Geh. Justizrats Oberamtsrichters i. P. Karl Bornemann dahier, Ludwigstraße Nr. 32. Alsfeld verbracht.
Die Leiche wird nach
Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ tcur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmaunschen Buchdruckerei, Gießen, Schloßgasse 13.


