anwalt Frenay von Mainz verbreitete sich in längerer Rede über die Aufgaben des Centrums in religiöser, politischer und wirtschaftlicher Be⸗ ziehung und ermahnte die Versammlung, treu zu ihrer Vertretung im Landtag und Reichstag zu stehen, wobei er wichtige Fragen, wie das allge⸗ meine Stimmrecht, die Wehrkraft des Volkes und die Bedeutung der Parteipresse berührte. Der Diöcesanpräses der katholischen Vereine, Herr Pfarrer Forschner von Mainz, sprach über die christliche Sozialpolitik.
* Wald ⸗Michelbach, 10. Mai. Ein Hoch⸗ stapler, der in den letzten Wochen, besonders die Pfarrhäuser an der Bergstraße, in Bingen, Dietersheim, in verschiedenen Orten bei Mainz und auch in der Gegend bei Offenbach heimsuchte, wurde gestern hier dingfest gemacht. In einem Mainzer Blatte las Herr Pfarrer Jäger hier eine bezügliche Warnung. Bald darauf erschien bei ihm ein etwa 28 jähriger junger Mann, auf den das in der Warnung enthaltene Signale⸗ ment stimmte. Er überbrachte Grüße von einem befreundeten Pfarrer und gab alsdann in be⸗ redter Weise seiner augenblicklichen Geldverlegen⸗ heit Ausdruck. Es wurde ihm sofort entgegnet: „Sie sind ein Schwindler!“, worauf er im Galopp reißaus nahm. Beherzte Leute, sowie die herbeigerufenen Gendarmen jagten dem Flüchtling nach und trieben ihn so in die Enge, daß er sich ergeben mußte. Er wurde sofort auf dem Amtsgerichte vorgeführt, wo es sich herausstellte, daß er die genannten und, wie es scheint, noch andere Schwindeleien verübt hat. Er giebt an, Rump zu heißen und aus Heides⸗ heim bei Mainz zu stammen. Schließlich wurde noch bekannt, daß der Bursche sich schon 2 Tage
hier bei Verwandten des vor einigen Jahren nach Finthen bei Mainz versetzten Lehrers Wahl bewirten und übernachten ließ, indem er angab, er sei ein Vetter des Herrn Wahl; natür⸗ lich kam man dem vermeintlichen Vetter sehr entgegen.
Neueste Telegramme
Hd. Berlin, 11. Mai. In den letzten Tagen hat, wie der„Vorwärts“ meldet, 6 der Regierung und den größeren Parteien ein Meinungs⸗ Austausch über den Schluß der Reichstagssession stattgefunden. Wie es heißt, soll die Session noch in der Woche vor dem Himmelfahrtsfeste ge⸗ schlossen werden. Eine endgültige Ver⸗ einbarung ist jedoch noch nicht getroffen, da die Besprechungen darüber, welche Vorlagen noch zur Verabschiedung ge⸗ bracht werden sollen, bisher ein Resultat nicht ergeben haben.
Hd. Hamburg, 11. Mai. Südwest⸗ lich von Helgoland hat eine Collision zwischen dem norwegischen Schiffe Budvar und dem holländischen Dampfer Virginia stattgefunden. Beide Fahrzeuge sind gesunken. Die Mann⸗ schaft des Budvar konnte sich retten, neun Mann von der Virginia sind ertrunken. Außerdem wird ein Boot mit acht Mann vermißt.
Hd. Paris, 11. Mai. Der Figaro meldete gestern, die Baronin Hirsch habe für die Wohlthätigkeits⸗Vereine einegroße Summe gespendet. Ein Schreiben des
Verdingung.
Die zur Herrichtung des rechtsseitigen Thor⸗ hauses am Neustädterthar für die Zwecke der Oktroierhebung erforderlichen Arbeiten und Lieferungen, wie:
Erd⸗ und Maurerarbeiten, Zimmerarbeiten, Dachdeckerarbeiten, Eisenlieferung, Schreinerarbeiten, Schlosserarbeiten, Glaserarbeiten und Weißbinderarbeiten
.
sollen Samstag, den 15. d. Mts., vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. Pläne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen Angebote auf vorgeschriebenem Formular sind bis zum genannten Termin bei uns ein⸗ zureichen— Zuschlagsfrist 143 Tage. Gießen, den 4. Mai 1897. Das Stadtbauamt. Schmandt.
Erzbischofs an die Presse erklärte jedoch, daß
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übernommen habe.— Für das mir seither geschenkte Vertrauen bestens dankend, bitte ich, dasselbe mir auch zu meinem neuen Unternehmen zu— kommen zu lassen. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Zum Ausschauk bringe ein vorzügliches Glas Exportbier aus der Brauerei G. Bichler.
Geneigtem Zuspruch entgegensehend, zeichne Gießen, Mai 1897.
77...
Wirtschafts⸗Uebernahme.
Meinen werten Freunden und Gönnern hiermit die ergebene Mit— teilung, daß ich unterm Heutigen die
Bestauration„Zum Biebertal“
Hochachtuugsvoll
Eduard Böhm. 7 ĩðV2u
8
diese Summe von katholischer Seite herrühre und daß der oder die Geber das abso⸗ lute Incognito bewahren wollten. Nur der Präsident und der Schatzmeister des Bazars kennen die Namen.
Hd. Athen, 11. Mai. Für heute wird eine Note erwartet, welche einen 14tägigen Waffenstillstand zwischen der Türkei und Griechenland fordern soll.
Hd. Athen, 11. Mai. Die Minister Ralli und Skuludis gaben gestern auf der deutschen Gesandtschaft die Erklärung ab, daß die griechische Regierung die Bedingungen, unter denen die Mächte die Friedensverhand⸗ lungen angeboten haben, annehme, daß sie also ihre Truppen aus Kreta zurückziehen und die Unabhängigkeit der Insel anerkennen werde.
Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten—
Versammlung, Freitag, den 14. Mai 1897, nachm. 3½ Uhr.
1. Gesuch des Jean Böck um Erlaubnis zur Auf⸗ führung einer Halle in seinem Garten an der Marburger⸗ straße.
2. Gesuch des Theodor Brück um Erlaubnis zur Aufstellung eines Häuschens in seinem Garten am Schiffenbergerweg.
3. Desgl. des Landgerichtsregistrators Jäger zur Auf⸗ stellung einer Gartenhütte.
4. Desgl. des Andreas Euler zum Bauen in der
Steinstraße.
ee—
5. Gasleitung in der Hofmannstraße.
6. Herstellung erhöhter Trottoirs; hier:
a) Asphaltierung am Markt und in der Mäus⸗ burg.
b) Pflasterung des Kiesstreifens auf dem nörd⸗ lichen Bürgersteig des Lindenplatzes mit ge⸗ mustertem Mosaik.
7. Wiederherstellung des alten Schlosses; hier: des Heidenturmes und Abbruch einzelner Gebäudeteile.
8. Errichtung eines Aussichtsturmes auf der Hohe⸗ warte.
9. Errichtung von Feuermeldestellen.
10. Das Betreten der Bahnstrecken innerhalb der Gemarkung Gießen seitens städtischer Baubeamten und Arbeiter.
11. Rechnung der Gemeindekrankenversicherung pro 1896; hier: Prüfung derselben.
12. Die Untersuchung des von auswärts eingeführten Fleisches.
13. Gesuch des L. Hellmold um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Steinstraße 23.
14. Desgl. des Hugo Fatum im Hause Frankfurter⸗ straße 82.
Marktpreise.
Gießen, 11. Mai. Auf dem heutigen Wochen⸗ markte kostete: Butter per Pfd. 1— 1,20, Hühnereier 2 St. 9— 11 Pfg., Enteneier 6 Pfg., Gänseeier 11 Pfg., Käse 5—8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 18, Linsen 27 Pfg., Tauben per Paar 0,70— 0,90, Hühner p. St. 1,20— 1,40, Hahnen 1,30— 1,50, Enten 1,70— 2,00, Gänse per Pfund 48— 54, Ochsenfleisch 66— 74, Kuh⸗ und Rindffeisch 60 bis 66, Schweinefl. 56— 66, Schweinefl., gesalz. 70— 72, Kalbfleisch 50— 54 Pfg., Hammelfleisch 50— 65, Kartoffeln pro 100 Kilo 4,50— 5,50, Zwiebeln per Zentner 8— 9 Mk., Milch per Liter 16 Pfg.
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Verdingung.
Die zur laufenden Unterhaltung der Gebäude des Großberzoglichen Polizeiamts erforderlichen Weißb in derarbeiten sollen
Samstag, den 15. d. Mts., vormittags 11% Uhr, öffentlich verdungen werden
Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf vor⸗ geschriebenem Formulor sind bis zum genannten
Termin bei uns einzureichen.— Zuschlags- 8 offen Reeg ben 4. Mai 1897. I Grö A hl in jeder Preislag 9 9 g Hextors I 3 . Das Stadtbauamt. e 8 5 rösste us Wa, In J%˙ 91 Tels A856. 5 170 225 2 8„ 8 AN IS Crraàsse 2 Schmandt. 0 NFA Vertreter 0 0 5 8 70 E täglich frische Waffeln. Ph. 2 Mittwoch, den 12. Mai l. J., S eee S Mittagstif nd aut nachmittags 2 Uhr, 2 Konrad Hamel, ist frisch eingetroffen bei: 1326 be. J. Arnold(im Schiplapaß).
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