Ausgabe 
9.2.1897
 
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den Kleinen zu forschen,

Nr. 33

Gießen, Dienstag, den 9. Februar

1897.

Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112.

Ausgabe

Gießen.

ssche Landeszeitung.

Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112.

Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

Lokales und Provinzielles.

Gietzen, 8. Februar. Die Gießener Floresei hielt gestern ihre dritte karneva⸗ lißische Kappensitzung auf dem Lenzschen Felsenkeller ab. Die humoristischen Vorträge, sowie das Lokalprotokoll ernteten reichen Beifall und boten für die Besucher einen genußreichen

Nachmittag. Abends folgte ein Tanzkränzchen.

7 Gießen, 8. Februar. Der Bauersche Gesangverein, durch seine Gesangsvorträge sowie durch seine seit Jahren gut arrangierten Maskenbälle rühmlichst bekannt, hält auch dieses Jahr, und zwar am 21. Febr., seinen Masken⸗ dall ab. Die Leitung der verschiedenen Gruppen ist, soweit uns bekannt, in guten Händen, und verspricht der diesjährige Maskenball großartig zu werden. Wir machen unsere Leser schon jetzt darauf gufmerksam. e

508. Februar. Das gestrige Konzert in Steins Saalbau war überaus zahlreich besucht. Der Spielzettel bot viel Ab⸗ ö ng, reicher Beifall wurde den Musikern nach jeder Nummer zuteil. Herr Querchfeld spielte die Troubadour⸗Fantasie von Ahlard auf der Violine mit bekannter Meisterschaft. Neu wur a e aus dem Odenwalde, Walzer von Neff, zu Gehör gebracht. Der Marsch von Jul. Dorfelder. Schüler des jur. Seminars, wurde da capo verlangt und als der Beifall nach dem zweiten Male noch nicht aufhörte, dankte der vor Freude strahlende junge Dor⸗ felder persönlich für die Anerkennung. Beim letzten Teil des Konzerts war das Publikum in die ächte Karnepalsstimmung geraten und sang die Weisen kräftig mit.

4 Aiden 8. Februar. Zum gestrigen Löwe⸗Abend war der große Saal des Ge⸗ sellschafts⸗ Vereins von Zuhörern gefüllt. Mit

roßer Erwartung sah man den Leistungen des Pr. Hans Hagen aus Elberfeld entgegen. Unsere Sänger verehrten in Hagen den tüchtigen Dirigenten, welcher als solcher im Sängerkranz und im Kirchengesangverein vor Jahren erfolgreich gewirkt. Die Angehörigen beider Verefnigungen, sowie das werkthätige Bürgertum bildete daher die Mehrheit der Konzertbesucher. Dr. Hans Hagens stimmliche Veranlagung ist zum Balladensänger geschaffen, er schien uns der richtige Interpret Löwes. Die Uhr, Heinrich der Vogler und sein Erlkönig wurden brillant u Gehör gebracht. Der rauschende Beifall, der sowohl dem Sänger als auch dem ehemaligen Dirigenten Haym dargebracht wurde, war wohl⸗ verdient. f

Gießen, 8. Februar. Vorsicht ist die Mutter der Weisheit. Die Gießener Aktienbrauerei macht, des Portoersparnisses wegen, von der Geflogenheit, größere Geld⸗ beträge als eingeschriebenen Brief zu versenden, wie fast die meisten großen Firmen, den um⸗ i Gebrauch. Selbstverständlich nimmt

te Brauerei wegen eventueller Verluste solcher Wertsendungen für welche die Post nur geringen Ersatz leistet, eine Assekuranz bei einer Trans⸗ portversicherung. Kürzlich ist nun ein solcher Einschreibebrief mit 4000 4. barem Inhalt, 2rt....

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Auzeigen t 10 Pfg. für bie Zspaltige Petitzeile.

nach Prag addresstert, bei der österreichischen Post abhanden gekommen und mußte die Frank⸗ furter Transport⸗, Unfall⸗ und Glasversiche⸗ rungsgesellschaft, bei welcher das Risiko ver⸗ sichert war, den abhanden gekommenen Betrag voll ersetzen.

Gießen, 8. Febr. Seid vorsichtig! Eine Frau in Zornheim hatte sich beim Füttern des Viehes eine kaum merkliche Verletzung des Zeigefingers der rechten Hand zugezogen. Die Wunde wurde anfangs ihrer scheinbaren Geringfügigkeit halber nicht beachtet, bis die Hand binnen einer Nacht zur unförmigen Masse angeschwollen war. Der Arzt stellte Blut ver⸗ Pag eine g fest, die schon soweit vorgeschritten war,

eine Amputation des Fingers vorgenommen werden mußte.

* Großen⸗Linden, 8. Februar.(Jag d⸗

verpachtung.) Bei der am Samatag statt⸗ gehabten Verpachtung der hiesigen Wald⸗ und Feldjagd blieb das C. W. B. Ferniesche Braun⸗ steinbergwerk, mit zusammen 1040 4, Höchst⸗ bietender für beide getrennt ausgebotenen Jagden. Die zweitbesten Gebote wurden von Professor Naumann und Bergbeamter Wilson abgegeben. Die seitherigen Jagdpächter(Offi⸗ ziere der Gießener Garnison) zahlten 735. pro Jahr für diese Jagden. Queckborn, 8. Febr. Die hiesige Fel d⸗ jagd ging an einige Frankfurter Herren, die seither schon in dem Besitze der Waldjagd waren, für den Preis von 450 A1. über. Von den seit⸗ herigen Pächtern wurden für die Feldjagd nur 300 A gezahlt.

* Grünberg, 8. Februar. Gelegentlich der letzten Generalversammlung der hiesigen Feuer⸗ wehr wurde der seitherige Vorstand, darunter die Herren Bock als 1., Ranft als 2. Präsi⸗ dent per Akklamation wiedergewählt.

* Grünberg, 8. Februar. Da bis jetzt die 105 Durchführung der Versicherung der og. unständigen Arbeiter, d. h. der Ar⸗ beiter, die nicht in einem regelmäßigen Arbeits⸗ verhältnis zu einem bestimmten Arbeitgeber stehen, ergriffenen Maßregeln nicht den ge⸗ wünschten Erfolg zeitigten, will man, um die rechtzeitige Marken verwendung herbei⸗ zuführen, von seiten der Alters⸗ und Juvalidi⸗ tätsversicherungsanstalt versuchsweise durch be⸗ sondere Beamte eine Kontrolle der unständigen Arbeiter vornehmen lassen. Für die östlich bezw. nördlich der Linie Münster, Ettingshausen,

attenrod, Burkhardsfelden, Oppenrod, Großen⸗

useck, Beuern, Climbach, Allendorf a. d. L. liegenden Ortschaften ist Herr Weber Schmidt aus Grünberg als Kontroll⸗ beamter vorgesehen. Für die übrigen Orte des Kreises sind die Herren Bürgermeistereigehülfe Diehlmann zu Lich und Wachtmeister i. P. Scherf zu Butzbach Kontrollbeamte.

* Grünberg, 8. Februar. Der hiesige Ge⸗ sang verein gab gestern Abend im Gasthofe Zum Hirsch ein Konzert, welches sich eines sehr zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte. Das aus zwölf Nummern bestehende Programm wurde in sehr anerkennenswerter Weise durch⸗

geführt; auch das einaktige Singspiel fand un⸗

geteilten Beifall. Der Verein, welcher gegen⸗ wärtig unter Leitung des Herrn Lehrer Roth steht, zeigte, daß er für die Pflege des Gesanges sehr großes Interesse an den Tag legt und damit ganz besonders bei der heutigen Veranstaltung hervortrat. Wir wünschen dem Verein ferneres Blühen und Gedeihen.

* Lichenroth(Oberhessen), 7. Febr. Unsere Gemeinde wurde dieser Tage von einer Ueber⸗ schwemmung heimgesucht, wie man eine solche im Vogelsberg nicht erwarten sollte. Infolge Thauwetters und Regens war dieSalz hoch angeschwollen. Sie führte große Schneeblöcke mit sich, welche die im Orte über dieSalz führende Brücke verstopften. Das Wasser drang sofort in die nächstgelegenen Häuser. An manchen Stellen der Straße stand das Wasser zwei Meter hoch, Wohnungen und Ställe mußten, soweit dies möglich war, geräumt werden. Der Schweinehirt Löffler fluͤchtete mit seinen Hunden auf einen Speicher. In einigen Ställen stand das Wasser dem Vieh bis an die Köpfe, ohne daß die Tiere herausgeschafft werden konnten. Die Katastrophe trat plötzlich ein und es wurde Sturm geläutet. Es mußte sehr anstrengend gearbeitet werden, ehe das Hindernis an der Brücke durchbrochen war. Es war noch ein Glück zu nennen, daß das Ereignis am Tage eintrat.

Aus der Wetterau, 6. Februar. Ein junges Ehepaar von Södel wollte jüngst in Nieder⸗ Mockstadt, dem Heimatsorte der Frau, einen Besuch abstatten. Per Halbverdeck wurde die Reise angetreten. Kaum jedoch hatte man den nur einige Minuten vom Ausgangspunkt ent⸗ fernten Nachbarort Wölfersheim im Rücken, als sich plötzlich die sog. Schere aushängte und das Pferd, welchem der herabgefallene Wagen⸗ teil lästig wurde, sofort ein rascheres Tempo einsetzte. Der Mann, der das mit dem Wagen nicht mehr in Verbindung stehende Pferd nicht loslassen wollte, sprang herunter und suchte dasselbe, indem er es noch fest in den Zügeln hielt, zum Stehen zu bringen, seine Frau auf der auf der abschüssigen Straße ruhig weiter⸗ rollenden Kutsche ihrem Schicksale überlassend. Letztere geriet bald von der Mitte des Weges ab und fuhr direkt auf den Graben los. Hier kippte sie um, wobei die Frau herausge⸗ schleudert wurde. Inzwischen war auch der Mann zu Fall gekommen und mußte, um nicht nachgeschleift zu werden, das Tier laufen lassen. Dasselbe jagte nun herrenlos noch eine Strecke dahin, bis es auf der Höhe zwischen Wölfers⸗ heim und Berstadt ebenfalls Halt machte und auf die Lockungen seines Führers wieder zurück⸗ kehrte. Die verloren gegangenen Stücke wurden zusammengesucht, die Schere von einem Wölfers⸗ heimer Schmied wieder ordentlich befestigt, und nun konnte die Fahrt nach nicht unbedeutender Verspätung fortgesetzt werden. Die Frau hatte infolge des Falles so gelitten, daß ste bald nach Ankunft in Nieder⸗Mockstadt das Bett 1 mußte.(D. 3.)

* Aus Rheinhesseu, 4. Febr. Ein tragi⸗ komisches Stückchen trug sich vor einigen Tagen in einem Dörfchen bei Alzey zu. Ein junges

Ihre erste Liebe.

Novelle von E. von Bischdorf. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Felix stieg auf eine kleine Höhe, von der aus man zdie Umgebung weithin übersehen konnte; aber nichts Menschliches war zu erspähen und der Fluß so nahe!

Dieser Gedanke kam jetzt mit derselben herz⸗ beklemmenden Angst über beide. Sie tauschten nur einen flüchtigen Blick aus, der jedem des anderen Vermutung beftätigte, und wurden dann schreckens⸗ bleich.

eie werden nachhause gelaufen sein, wir finden sie gewiß im Garten oder beim Abendbrot, sagte Felix, indem er sich mühsam zur Ruhe zwang.

Basti, legten sie die Strecke bis zum Parke zurück. Aber auch hier waren die Kinder nicht zu sehen, und im Hause wußte niemand von ihrem Verbleib. Was nun? Felix traf mit Umsicht und Ueberlegung seine Maßregeln. Nach den ver⸗ schiedensten Richtungen sandte er Leute aus, nach die sich an einem be⸗ stimmten Punkte mit ihm treffen sollten, um ihm Bescheid zu bringen

Regine sah die Hast und Verwirrung um sich her, und die Schreckensrufe, die jeder ausstieß, der von dem Unfalle erfuhr, vermehrten ihre Qual. Atemlos folgte sie ihrem Gatten durch die Felder, von heißer Augst getrieben, von Selbstvorwürfen

gefoltert. Wenn ihren Lieblingen etwas zugestoßen war, dann trug sie die Schuld daran, sie allein! O, wie sie sich schämte! Mit all ihrem Geiste, allen ihren Talenten war sie nicht imstande, ihre eigenen Kinder zu hüten, wie es die ärmste Tagelöhnerin in ihrer Einfalt vermag. Sie war es wirklich nicht wert, Mutter zu heißen, nicht würdig der Gnade, die ihr der Himmel angethan, indem er ihr die Sorge für die beiden süßen Geschöpfchen an⸗ vertraute!

Vergeblich hatten sie auf dem nördlich gelegenen Vorwerle nachgefragt, wo Mäxchen sonst so gerne der Arbeit in der Ziegelei zuschaute. Weiter eilten die Eltern, immer stürmischer von immer quälenderer Besorgnis gejagt. Waren sie wirklich in das Wasser gefallen, hatte der plötzliche Schrecken ihren Angst: schrei erstickt, oder war er ungehört verklungen? Regine wußte selbst nicht mehr, wie ihre Füße sie noch vorwärts trugen. Stunde auf Stunde ver⸗ rann; die ausgesandten Boten brachten keine Kunde. Erschöpft sank sie endlich auf einen Grabenrain und barg den Kopf in den Händen. Wie sollte sie weiter leben mit dieser Last auf dem Gewissen? Nein, wenn das Furchtbarste geschehen war, dann sie konnte es nicht ausdenken. Ihr Herz hämmerte zum Zerspringen ein pressender Schmerz im Kopfe schien ihr die Schläfen zusammen zu drücken da hörte sie ihren Namen rufen. Sie fuhr empor: das war die Stimme von Felix, und es klang etwas daraus hervor wie verhaltener

Jubel!

Mit raschen Schritten eilte sie an seine Seite; er stand unweit der Dampfdreschmaschine unter zu⸗ sammen geschichteten Garben. Behutsam drückte er den Finger an die Lippen, als sich Regine ihm näherte, und zog sie leise neben sich, auf ein Stroh⸗ bündel deutend. Auf demselben lagen sie, die Ge⸗ suchten, in friedlichem Schlummer! Die Bäckchen gerötet, die Mündchen leicht geöffnet atmeten sie tief und regelmäßig, ahnungslos über alle die Un⸗ ruhe, die sie verursacht. Karin hatte das runde Aermchen um den Hals des Bruders geschlungen, der noch einen Strauß Kornähren in der Hand hielt; nicht weit davon saß friedlich ein Hamster, der seine Backentaschen bereits reichlich mit Körnern gefüllt hatte, eifrig beschäftigt, noch mehr Aehren auszustreifen; aber bei Reginens nun nicht mehr zu dämpfendem Freudenschrei ergriff er schleunigst die Flucht. Sie weckte die Kleinen mit tausend Küssen und Zärtlichkeiten und brach dann in heiße Thränen aus. Die Spannung hatte sich gelöst, das ausgestandene Elend der letzten Stunden sprach sich nun in einem Schluchzen aus, dessen sie so bald nicht Herr wurde. Hans Max noch schlaf⸗ trunken kniete neben ihr nieder und umschlang sie, bestürzt, sie so fassungslos zu sehen.

Mutterchen, liebes Mutterchen, sei doch nur ruhig, ich will es ja gewiß nie, nie wieder thun, will nie mehr fortlaufen! Ich wollte so furchtbar gerne die Dampfmaschine brummen hören, nur ein ganz kleines Weilchen und dann gleich zurück⸗ kommen; aber von dem Laufen waren wir so müde

Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.

N E

verlobtes Paar hatte den Tag der Hochzeit festgesetzt und aus Sparsamkeit nur die nächsten Verwandten zur Feier geladen. Wie groß war ihr Erstaunen und Erschrecken, als am Hoch⸗ zeitstage nicht nur zahlreiche Ortseinwohner im hochzeitlichen Kleide erschienen, sondern auch aus näherer und weiterer Entfernung Freunde und Verwandte eintrafen, um den Ehrentag feiern zu helfen! Es fanden sich zum Schmause etwa 70 Personen ein, während man sich auf deren 20 gerichtet hatte. Die Einladungen waren von unbekannter Seite ohne Wissen und Willen der Veranstalter erfolgt.

Neuefte Telegramme.

Hd. Hamburg, 8. Febr. Am Samstag Abend und gestern Vormittag kam es zu ver⸗ schiedenen Reibereien zwischen hiesigen und fremden Arbeitern. In den gestrigen Streik⸗ versammlungen ermahnten die Führer zu ruhigem Verhalten.

Hd. Wilhelmshaven, 8. Febr. Der KreuzerKaiserin Augusta ist gestern Nachmittag 4 uhr zum Schutz der Deutschen nach dem Mittelmeer abgegangen.

Hd. Wien, 8. Febr. Gestern fanden in den fünf Wahlkreisen der allgemeinen Wähler⸗Kurie 30 Wähler Ver sammlungen zu Gunsten der sozia⸗ listischen Kandidatur statt. Die Versammlungen waren sehr stark besucht und verliefen ruhig.

Hd. Rom, 8. Febr. Gestern war es hier ziemlich ruhig. Der Präfekt erließ eine Proklamation, in der die Eltern von Schülern um Mit⸗ wirkung gebeten werden und worin künftig die größte Strenge an⸗ gedroht wird. Angeblich um die Be⸗ teiligung der Sozialdemokraten an der Studenten⸗Bewegung zu verhindern, wurde gestern eine große Polizei⸗ und Truppenmacht aufgeboten,

und eine Studenten ⸗Versammlung

verhindert. Eine Studenten Kommission begab sich zum Rektor, der vermittelnd zu ihr sprach. Beim Fortgehen wurde die Hälfte der Kommission verhaftet.

Hd. Brüssel, 8. Februar.Reform be⸗ hauptet, der Gemahl der Prinzessin Luise von Belgien, Philipp von Coburg, habe sich mit einem öͤsterreichischen General⸗Lieute⸗ nant duelliert.

Hd. Athen, 8. Februar. Alle vor Kreta liegenden Kriegsschiffe lan⸗ deten Mannschaften um das Feuer zu löschen und den Christen die Flucht auf die Kriegsschiffe zu ermöglichen. Die Zerstörung in der Stadt ist groß. 5 den übrigen Städten Kretas kam es

isher zu keinen Massakres.

Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen.

geworden, daß wir guns erst ein bischen aus ruhten, und dann

Seht Ihr wohl ein, Kinder, was für ein Herzeleid Ihr Eurer guten Mutter angethan habt durch Euren Ungehorsam? Schämt Ihr Euch nicht? fragte Felirk, indem er sich zur Strenge zwang. Er war so erleichtert, sie nur gesund wieder zu haben, daß er sie am liebsten auch geküßt und ge⸗ herzt hätte. Aber er hielt es für seine Pflicht sie ihr Unrecht fühlen zu lassen. Doch wie sie nun kläglich zu schluchzen begannen und reumütig Besse⸗ rung gelobten, fühlte er sich beruhigt. Er nahm die vor Müdigkeit taumelnde Karin auf den Arm und trat den Heimweg au.

(Fortsetzung folgt).

Der Brief in den Himmel. Das Wer⸗ nigeroderJut.⸗Bl. erhält Keuntnis von einem Briefe, der dieser Tage in einem der Briefkasten des dortigen Postamts gefunden wurde. Das mit einer Dreipfennig⸗ marke frankierte Schreiben trägt die ersichtlich von einer Kinderhand geschriebene Adresse:An den lieben Gott in den Himmel und an Tante Holle von Anni. Es lautet: Du lieber guter Gott im Himmel, nehme es mir bitte nicht übel das ich an Dich geschreibt haben. Ich hatte Dich gebetet ein bischen schnee zu schicken ich danke Dich davor ich kann sonst nicht in die Schule gehen. Sage doch Tante Holle das sie nicht mehr soviel schickt ich geh doch gern nach die schule. Sage aber meine Mama nicht das ich an Dich geschreibt habe sonst tuth sie schelten Grüße auch die Engelchen von mich es betet Dich hers⸗ lich Deine gute Anni.