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Gießen, Donnerstag,
den 7. Oktober
1897.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
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Ausgabe
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Gießen.
Poftztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
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Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.
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Lokales und Provinzielles.
* Gießen, 6. Oktober. Herbstlich färben ich Wälder und Felder, das falbe Laub lt von Bäumen und Sträuchern und wirbelt ch auf im Winde. Die Natur hat die Periode des Schaffens wieder einmal hinter sich und be⸗ eltet sich vor, in der Ruhe des Winterschlafes neue Kräfte zu frischem Blühen und erneutem Fruchttragen zu sammeln. Immer spärlicher sbendet die Sonne ihre wärmenden Strahlen in uns; sie hat der nördlichen Halbkugel den Rücken gekehrt und erweckt den Frühling auf der sUdlichen; täglich sinkt sie weiter hinab und am 3 erreicht ste nur eine Höhe von 23 Grad. Ihr Alures⸗ der am 1. Oktober kurz nach 6 Ihr erfolgte, verzögert sich immer mehr, sodaß die Tageskönigin am 31. Oktober erst nach 7 Uhr aufgeht. Dafür erfolgt ihr Untergang an Viesem Tage schon gegen 4½ Uhr, eine Stunde 1 als am 1. Oktober. Der Tag, die Zeit, Pährend der die Sonne über unserem Horizonte Airweilt, wird also im Laufe des Oktober um wei Stunden kürzer.
Gießen, 6. Okt. Für den Monat Oktober end als Beisitzer für das Gewerbegericht seltens der Arbeitgeber Spenglermeister Faber, seltens der Arbeitnehmer Bäckergeselle Strobel laslummt. Die Auslosung der Beisitzer, deren Mandat erst in zwei Jahren erlischt, hat nun⸗ 115 wieder aufs neue auf ein Jahr zu er⸗ folgen.
Gießen, 6. Oktober.(Besitz wechsel.) Fabrikant Busch verkaufte sein Westanlage 21, de Bahnhofstraße, belegenes Besitztum an den Restaurateur Koch im Postkeller für den Preis uon 85 000 4. Der Käufer beabsichtigt in dem Aworbenen Hause ein Hotel und feineres Restau⸗ nunt zu etablieren.
Aus Hessen, 5. Oktober. Die großh. Staatsregierung hat dem Präsidium der Kriegerkameradschaft Hassia für das hächste Jahr die Abhaltung einer weiten Gel d⸗ latter te gestattet, deren Reinertrag zu Gunsten UAlfsbedürftiger Veteranen zu verwenden ist. Eine in diesem Jahre stattgefundene Lotterie er⸗ gab einen Reingewinn von 14000 Mark, der 1 8 Weise Verwendung fand und noch det.
: Bad Nauheim, 5. Oktober. Unsere Sladt, welche die Meyersche Gasfabrik zu 2000 4 käuflich erstanden hat, steht vor der Frage, ob elektrische oder Gasbeleuch⸗ ung, ob auf städtische oder fremde Rechnung? Die Firma Brown, Boveri u. Cie. in Franuk⸗ surt d. M. hat sich erboten, eine elektrische An⸗
ige auf eigene Rechnung auszuführen, wenn ihr de Konzesston auf die Dauer von 20 resp. 40 Jahren verliehen und für 48 Bogenlampen eine Summe von 12000 l jährlich entrichtet würde; auch will sie das Gaswerk in Pacht nehmen, so⸗ duld es umgestaltet ist. Der Gemeinderat, der ch mit dieser Angelegenheit eingehend beschäf⸗ gte, hat Gegenvorschläge gemacht. Er will für die Umgestalkung des Gaswerks 50 000 4, für das Elektrizitätswerk 200 000%, also im Ganzen eine Viertel Million anlegen. Ueber die einzelnen Bestimmungen werden teilweise .—
modifizierte Vorschläge gemacht. Ob es bei dieser Gelegenheit zu einer elektrischen Bahn nach Ziegenberg oder Usingen kommt, bleibt da⸗ hingestellt.
* Friedberg, 5. Oktober. Den neu eröff⸗ neten Wetterauer Bahnlinien war schon lange ein reger Verkehr vorhergesagt worden. Bis heute hat sich diese Vorhersagung mehr als erfüllt. Der gestrige Tag brachte einen solchen Menschenstrom in unsere Stadt, daß man glauben mochte, es sei hier eine festliche Veranlassung. Zu den Abendzügen war das Gedränge auf den Bahnsteigen geradezu gefährlich. Dieser Verkehr ist auch ganz natürlich nach der Richtung der Bahnen, welche die reichsten Wetterauer Orte be⸗ rühren, sowie nach den Fahrpreisen. Von hier nach Nidda fährt man 4. Klasse für 50 Pfg., nach Schotten für 80 Pfg., von Nidda nach Frankfurt über hier, für 1,20.
* Darmstadt, 5. Oktober. Ein sehr tragischer Todesfall setzte am Sonntag zwei hiesiger Familien in tiefe Trauer. Ein junger Geschäftsmann ließ sich mit seiner Braut am Samstag auf dem Standesamt trauen. Beiderseitig herrschte große Freude. Am Sonn⸗ tag sollte die kirchliche Trauung stattfinden. Leider bekam die Braut in der Nacht vom Samstag auf Sonntag ein Herzschlag, der den sofortigen Tod zur Folge hatte. Zu der Stunde, wo die kirchliche Trauung stattfinden sollte, lag die junge Frau mit ihrem Brautkleid in dem Sarge. So hat der unerbittliche Tod unbarm⸗ herzig das Glück zweier hoffnungsvollen Menschen vernichtet.
* Darmstadt, 5. Oktober. Das Schwur⸗ gericht verhandelte gestern gegen den Wagner Georg Zinnel von Rüdingshain in Oberhessen wegen Mordversuchs. Der 1837 geborene Angeklagte hat ein sehr bewegtes Leben hinter sich und ist vielfach vorbestraft. So mußte er im Vorjahre zum zweiten Mal in das Arbeitshaus nach Dieburg verbracht werden. Er that dort nicht gut und erhielt mehrfach Disziplinarstrafen, was schließlich dazu führte, daß sein unfreiwilliger Aufenthalt um ein Jahr verlängert wurde. Es scheint, daß er den Auf⸗ seher Lehr als Urheber dieser behördlichen An⸗ ordnung ansah, und als ihn dieser am 12. Juli bei Feldarbeiten in ruhiger und sachlicher Weise
erügt hatte, ergriff Zinnel seine schwere Ar⸗ beitshace mit beiden Händen und schlug den Beamten von hinten derart auf den Kopf, daß er lebensgefährlich verletzt wurde und bewußtlos liegen blieb. Der rohe Zinnel hat nach der That einen Fluchtversuch gemacht, wurde aber durch das mutvolle Eingreifen eines Dieburger Ein⸗ wohners daran verhindert und alsbald wieder eingeliefert. Die Geschworenen sprachen nach kurzer Beratung das Schuldig aus, verneinten jedoch, daß der Angeklagte mit Ueberlegung ge⸗
handelt habe. Hiernach war derselbe nicht wegen uchten Tot⸗ Der Gerichtshof erkannte ͤ und zehnjährigen Verlust
Mordversuchs, sondern wegen vers schlags zu bestrafen. auf 10 Jahre Zuchthau der bürgerlichen Ehrenrechte.
* Offenbach, 4. Okt.
seine diesjährige Preis
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Nuzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.
Der Verein für Blumenpflege veranstaltete gestern Nachmittag verteilung unter starker
Expedition:
5 Kreuzplatz Nr.
4.
Beteiligung. Der im Vorjahre gegründete Verein bezweckt in erster Linie die Durchführung der Blumenpflege in den Volks- und Mittel⸗ schulen und 10 zu diesem Zweck die Einrich⸗ tung getroffen, daß im Frühjahr jeden Jahres an etwa 500 Schulkinder zum Teil unentgeltlich, zum Teil gegen mäßiges Entgelt Pflanzen ab⸗ gegeben werden, die der Obhut der Kinder wäh— rend des Sommerhalbjahres anvertraut sind. Im Herbst werden die am besten gepflegten Pflanzen prämiiert. Bei der gestrigen Festlich⸗ keit, wobei eine ansehnliche Zahl von Preisen, bestehend in zum Teil wertvollen Pflanzen, aus⸗ gegeben wurde, zeigte es sich wieder, auf welch guten Boden die Bestrebungen des Vereins bei den Kindern gefallen sind. Es leuchtet ein, daß hierdurch auch ein nicht unbeträchtlicher erzieh⸗ licher Einfluß auf das Gemüt des Kindes aus⸗ geübt wird.— Auch hat der Verein nunmehr die Einrichtung eines Schulgartens in die Wege geleitet, in welchem solche Pflanzen an⸗ gebaut werden sollen, die bei dem Schulunterricht gebraucht und die zu diesem Zweck an die Schulen abgegeben werden. Ferner wird eine Anzahl Beete zur Bewirtschaftung durch sich meldende Schulkinder angelegt. Die Stadtverordnetenver⸗ sammlung hat in richtiger Erkenntnis des Nutzens dieser Einrichtung nicht nur das Gelände zur Verfügung gestellt, sondern auch einen ansehn⸗ lichen Zuschuß zur erstmaligen Bearbeitung des Gartens bewilligt. Der Garten wird im nächsten Frühjahr eröffnet.
* Mainz, 5. Oktober.(Ein diebischer Schutzmann.) Am Montag verhandelte die hiesige Strafkammer gegen den ehemaligen Schutzmann Karl Heinrich Schmidt von hier wegen Diebstahl 8. Derselbe hatte am Abend des 24. Juli den Taschendieb Charles Lebaudy vom Schiff„Undine“ zur Haft auf den 1. Poli⸗ zeibezirk gebracht. Dort angekommen, unternahm er die Visatation des Diebes auf dem Tesephon⸗ zimmer; später stellte er in der Wachtstube über die vorgefundenen Gegenstände und dessen Geld ein Verzeichnis auf und frug dabei den Verhaf⸗ teten, ob das Geld stimme. Dieser erklärte je⸗ doch, es stimme nicht, es fehlten noch 5 Gold⸗ stücke. Der Angeklagte ging in das Telephon⸗ zimmer zurück und brachte 3 Goldstücke à 20 4 mit heraus, die er auf dem Bett„gefunden“ hatte. Aber der Taschendieb erklärte, auch jetzt stimme das Geld noch nicht, es fehlten immer noch 2 Goldstücke. Das war nun den übrigen Schutz⸗ leuten doch so bunt; sie meinten, sind denn Spitz⸗ buben unter uns? es muß jetzt Jeder seine Taschen umwenden, damit wir sehen, wo das Geld geblieben ist. Der Angeklagte soll, nach Angaben der Zeugen, jetzt alle Farben bekommen haben. Dem Schutzmann Reeg war dieses Be⸗ nehmen des Schmidt sehr aufgefallen, er trat auf ihn zu und frug ihn leise:„Hast Du das Geld? dann gebe es her!“ Schmidt erwiderte ebenso leise:„Ja, ich habe es! Da nehme es und verstecke es im Bett!“ Reeg nahm die 40 Mk. und teilte den Sachverhalt den übrigen Kollegen mit, worauf sofort zu den Vorgesetzten gesandt und diesen die Sache mitgeteilt wurde. Schmidt wurde in Haft genommen.
Er leugnet
dieselben hätten sich in seinen Handschuhen vor⸗ gefunden; es wäre immerhin möglich, daß sie ihm von dem Taschendieb hineinpraktiziert wor⸗ den seien. Der Zeuge Lebaudy, der anfänglich keinen Eid leisten wollte, bestreitet diese Angaben des Angeklagten ganz energisch; er habe doch hieran gar kein Interesse gehabt und dies auch nicht thun können, indem ja der Angeklagte sein ganzes Geld ihm abgenommen hätte. Der Schutzmann Reeg schilderte nun wahrheitsgetreu den ganzen Vorfall, wie er sich abgespielt hatte; das Benehmen des Angeklagten, wie es an das Umwenden der Taschen gegangen sei und den Augenblick, wo er von dem Angeklagten die 2 Goldstücke zum Verstecken überreicht bekommen habe. Alle übrigen Zeugenaussagen waren be— langlos. Seine Vorgesetzten stellten ihm gute Zeugnisse aus; er sei ein übereifriger Beamter gewesen, der jedoch mit starkem Servilismus ausgestattet war. Herr Staatsanwalt Stigell vertrat die Anklage und beantragte 6 Monate Gefängnis; die Verteidigung, Herr Cause, plai⸗ dierte in vorzüglichen Ausführungen auf Frei⸗ sprechung. Das Gericht sprach den Angeklagten bezüglich der 40* der Unterschlagung für
schuldig und verurteilte ihn zu 3 Monaten Gefäugnis, abzüglich eines Monats Unter⸗ suchungshaft.
Schwurgericht.
W. Gießen, 6. Oktober.
Heute wird in die am Montag voriger Woche vertagte Verhandlung gegen den Kesselschmted Georg Evers von Schwetzingen wegen Totschlags, Tofschlags⸗ versuchs und gefährlicher Körperverletzung ein⸗ getreten. Mit Rücksicht darauf, daß die Verhandlung voraussichtlich erst am Freitag beendet werden kann, wird ein Ersatzgeschworener ausgelost. Es sind 50 Zeugen zu hören. Die Anklage vertritt Erster Staatsanwalt Dr. Güngerich; als Verteidiger des Angeklagten ist Rechts⸗ anwalt Metz erschienen. Die drei medizinischen Sach⸗ verständigen Dr. Lorenz, Dr. Weckerling, beide von Friedberg, und Dr. Hirsch von Bad Nauheim sind wieder zur Stelle. Der Zuhörerraum ist heute schon bei Beginn der Verhandlung stark besetzt.
Der Angeklagte ist bisher in Ober-Wöllstadt gewesen, er ist 22 Jahre alt und wegen Körperverletzung und Land⸗ streicherei zweimal vorbestraft. Demselben wird zur Last gelegt, daß er in der Nacht vom 15. zum 16. August dieses Jahres zu Rödgen bei Bad Nauheim den Bürger⸗ meister Chr. Hartmann mittels eines Messers vorsätzlich getötet, daß er gegen den Ph. Säckinger einen Totschlags⸗ versuch unternommen und den Knecht Ph. Amthor mittels des Messers schwer körperlich verletzt habe. Der Ange⸗ klagte, ein kräftiger Mensch, hat als Kesselschmied, bei der Dreschmaschine und auf einem Seeschiff 7 Monate als Kohlenzieher immer schwer gearbeitet. Er kam zuletzt im Juli d. J. vor der in Rede stehenden That zum Dresch⸗ maschinenbesitzer Veith nach Nieder-Wöllstadt. Der An⸗ geklagte erzählt, daß er vor zwei Jahren eine gewisse Elise Oehm kennen gelernt und mit derselben verkehrt habe. Diese habe im häufig geklagt, der Ph. Säckinger verfolge sie und sage dann Schlechtes gegen ihn aus. Unter anderem habe dieser auch gesagt, er(Evers) treibe sich in Frankfurt mit anderen Mädchen herum. Darauf will der Angeklagte nur geäußert haben, wenn der das sage, schlage er ihn, wo er ihn treffe, aufs Maul. Die Oehm sei von ihm in anderen Umständen, er habe dieselbe auch heiraten wollen. Man habe ihm zwar gesagt, er sei nicht der Vater des zu erwartenden Kindes, worauf er erwidert habe, er heirate die Ohm doch. Am 8. August
entschieden, die 40 weggenommen zu haben,
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Wie Lieselchen die Frauenfrage löͤste. Novellette von Charlotte von Schöler. (Nachdruck verboten). Geliebte Beiden! f Der Würfel ist gefallen— ich heirate nie! Mlaubt nicht etwa, daß es ein Vergnügen sei, schon
mit siebzehn Jahren unter die„alten Jungfern“ a e geben, aber kann ich etwas dafür, daß mein
weil er ein so un⸗
Franz mich geradezu zwingt, ch geradezu zwing 21 Lachen
Raaublich„unmodernes“ Subjekt ist —, lachen kann er! ich glaube, der lacht sogar im Schlaf, wie die kleinen Kinder. Dennoch liebe ich ihn—— niemals werde ich einen anderen Bebel kann sich wahrlich bei mir bedanken. Na, dem ist man auch etwas schuldig!— wenn ich daran denke, mie wir, drei Gleichgesinnte, vor Jahr und Tag in der Pension sein Buch von der Frau in die Hände belamen, wie wir es verschlangen— Kinder, das war eine gewaltige Stunde! Da hat man zum Estenmal die ganze Infamie dieser Männer; be⸗ griffen, und da stifteten wir unseren herrlichen „Dreibund“, ihnen zum Trotz. Wir gelobten kEnander im Schein des Vollmonds— dort hinten iu alten Gewächshaus, während man uns in unseren Betten, im tiefsten Schlaf glaubte— nie uem Mann zu folgen, es sei denn, daß er zu Webel hält und uns Gleichberechtigung, absolute Hreiheit garantiert. Sie haben es verdient, diese
holsten, daß sie überhaupt nicht mehr geheiratet werden!
Was ist das zum Beispiel Hinterlistigkeit, die sie da gegen haben, mit dem ne
stecken?— Allerdings müßte ich lügen, wenn ich sagen wollte, der ganzen Sache verstände, ode n Auge ins„neue bürgerliche“ reingesehen hätte, aber man braucht nur zu hören, was patentiert gescheite Frauen darüber zu sagen fanden und man hat genug.
Doch jetzt laßt Euch erzählen, wie mir die
oder jemals mit einem
Augen über Franz aufgegangen find— Ihr werdet es in verschwiegenem Herzen bewahren. ndfreund, Franz Sommer—
1 mein Juge 9 5 böfter genannt— besuchte uns naten viel, und Vater, der mit gut Freund ist, schien es gern ch sah es ja un r 1 5 sitze i estern, so recht harmlos, hinten im 95 125 5 Kiefern und denke darüber nach, daß ich in zwei Wochen schon achtzehn Jahre alt werde und ob mir Vater auth das sehnlichst ge⸗ wünschte Zweirad nebst Kostüm bescheren wird? Väter sind, naturgemäß, immer von„vor diesem“; der meine zumal, der jedesmal von neuem los⸗ raisonniert, wenn er eine Radfahrerin am ein thor vorbeifliegen sieht. Franz— zum 1 0 ein Freund des Sport— hatte mir versprochen, atern
ich habe ihn Euch in den letzten Mo dem alten Sommer zu sehen, na und i
wieder für eine] rumzukriegen und wir hatten schon die herzlichsten uns angezettelt uen bürgerlichen Gesetzbuch? soll
an auch wieder, als sanfte Grieseldis, so ein— st 5 Ihr Guten,
daß ich das geringste, von
Ausflüge in die Umgegend geplant.
eingeträumt habe, so daß ich vor Ungeduld„Tret— versuche“ auf dem Kies unter meinen Füßen an⸗ stelle, wer kommt da quer über die Wiesen ge⸗
Wie ich mich nun in diese Zukunftsbilder hin⸗
laufen und steht— mit einem Hochsprung über das Rosenbeet— vor mir? mein Franz!
„Sausewind“— sage ich, denn ich suche ihm immer durch eine gewisse ruhige Ueberlegenheit zu imponieren, weil er sonst auf die zwölf Jahre, die er älter ist, als ich, zu eingebildet wird.
„Natürlich, Du Altverstand!“— ruft er und blitzt mich mit seinen Schelmenaugen an—„ich habe Ursache, ein Sausewind zu sein— hier, in meiner Tasche, steckt die Anstellung als— Regierungsbaumeister!“
„Das freut mich von Herzen, Franz!“— und
ich drücke ihm die Hand. Er hält mich fest, sieht mich plötzlich, so ernst und zärtlich an, wie noch nie und sagt, wie aus der Pistole geschossen:
„Willst Du meine Frau werden, Liesel?“
„Was fällt Dir ein, Franz?“— rufe ich er⸗ schrocken, da hält er mich aber schon im Arm und drückt mir einen Kuß auf den Mund.
„Das fällt mir ein, Du Hexchen!“—
Ich that als sträube ich mich gegen diese Ein⸗ fälle; zum Glück nahm er's nicht ernst, küßte mich geschwind nochmal, und dann tanzten wir vor Uebermut auf dem Kiesweg hin und her, bis Franz
Miene machte, mich aufzuheben und wie ein kleines Kind fortzutragen. Das kann ich nicht leiden:— „Laß das, oder ich kratze und beiße!“— schrie ich ärgerlich, indem ich alle Kraft aufbot, mich von ihm zu befreien. Er wollte sich totlachen, that mir aber den Willen und führte mich zu meiner Bank zurück, auf die wir uns friedlich niederließen.
„Eine Wildkatze warst Du doch immer“,— lacht er—„weißt Du noch, wie Du mir das Gesicht zerkratztest, weil ich Deine Fräulein Puppen „ausgestopfte Bälge ohne Witz“ genannt hatte?“
„Gott, Franz“— antworte ich etwas klein⸗ laut, denn ich gestehe, daß ich nicht allzugern an diese dumme Puppengeschichte erinnert werde— „laß doch diese Kindereien heute ruhen.“
„Warum? diese Kindereien machen mir den größten Spaß— Du warst ein drolliger, kleiner Berserker“— behauptet Franz.
In mir begann es zu kochen.— Hat die Aussicht, zeitlebens von seinem eigenen Mann ge⸗ neckt zu werden, etwa nichts empörendes?
„Nanu Liesel? Du machst ja ein Gesicht, als ob Du wieder Deine treuen Puppenbälger ver⸗ teidigen müßtest?“ neckte Franz weiter. Da ging mir die Geduld aus, aber ich blieb äußerlich noch gelassen und sagte nur etwas kühl:
„Franz, ich bin kein Kind mehr— ich bin eine reife Person mit Ueberzeugungen. Wegen meiner Ueberzeugungen muß ich jetzt mit Dir Rück⸗ sprache nehmen.“(Fortsetzung folgt.)


