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Gießen, Freitag, den 4. Juni
1897.
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Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Ausgabe
Gießen.
ssche Landeszeitung.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
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AMedaktion: Kreuzplatz Nr. 4.
srrichtung einer höheren Handels⸗ sehule in Mainz.
Seit längerer Zeit wird es von den Vertretern des Aüdelsstandes als ein dringendes Bedürfnis empfunden, h sich dem Kaufmannsstand widmenden Personen eine i gesteigerten Anforderungen der heutigen Zeit, ins⸗
Kndere dem stetig sich verschärfenden internationalen latbewerb entsprechendere Vorbildung zu geben, als sie senwärtig in den öffentlichen Lehranstalten erworben d. In diesen Anstalten werden jene Fächer, die speziell den Kaufmann von Wichtigkeit sind, teils über⸗ uüpt nicht, teils in einer Weise gepflegt, die den Bedürf⸗ gen des praktischen Kaufmannsberufes nicht hinreichend schnung trägt. Es soll hiermit in keiner Weise gegen Lehrpläne oder die Unterrichtsmethode in den öffent⸗ en Lehranstalten ein Vorwurf erhoben, sondern lediglich Thatsache ausgesprochen werden, daß es an einer Afessenden und gründlichen sachlichen Vorbildung der nicen Kaufleute seither vielfach gefehlt hat.
le Bestrebungen auf Schaffung besonderer Unterrichts— eilten zur Vorbereitung für die höhere kaufmännische urlere haben nun neuerdings in Mainz bestimmte Malt genommen. Die dortige Handelskammer hat mit der Errichtung einer derartigen Schule in Mainz häftigt und den Plan unter Zuziehung des Referenten das höhere Schulwesen in Hessen, Herrn Geh. Ober⸗ Alrat Soldan, festgestellt.
Del der Organisation der Schule, bei ihren Lehr⸗ men, sowle für die Aufbringung der Kosten wurde von Erwägung ausgegangen, daß die Handelsschule nicht dselbständige Anstalt gebildet, sondern an das Real⸗ ümnastum angegliedert werden soll. Die Schule soll e Jahreskurse umfassen, wovon der untere mit der Lersekunda, der obere mit der Unterprima der genannten stalt parallel läuft. Hieraus würde zweifellos eine ai erheblich geringere finanzielle Belastung resultieren, bereits vorhandene Unterrichtslokale und Lehrmittel Aantuell mitbenutzt und ein Teil der Unterrichtsstunden Futsch, Geschichte, Geographie und Chemie) gemeinsam den Schülern der Obersekunda oder Unterprima ab⸗ halten, ein anderer Teil(Englisch, Schreiben und Steno⸗ hie) wenigstens von bereits vorhandenen Lehrkräften I Anstalt übernommen werden könnte, sodaß für die intlichen Handelsfächer nur noch zwei besondere Lehr⸗ Alte anzustellen wären.
Der Unterrichtsplan wird wie folgt gedacht:
a) für die Unterklasse: Deutsch 3 Stunden, Französisch 5 Stunden, Englisch 5 Stunden, Geschichte 2 Stunden, Geographie 1 Stunde, Buchhaltung 3 Stunden, Kaufmänn. Rechnen 2 Stunden, Handelslehre 3 Stunden, Chemie 2 Stunden, Schreiben 2 Stunden, Stenographie 2 Stunden, zusammen 30 Stunden.
b) für die Oberklasse: Deutsch 3 Stunden, Französisch 5 Stunden, Englisch 5 Stunden, Italienisch 4 Stunden, Geschichte 2 Stunden, Geographie 1 Stunde, Buchführung 3 Stunden, Kaufmänn. Rechnen 2 Stunden, Handelslehre 3 Stunden, Warenkunde 3 Stunden, zusammen 31 Stunden in jeder Woche.
Alle genannten Fächer mit Ausnahme des Italienischen Nen obligatorisch sein. Was die Lehrkräfte anbetrifft, unn auch noch Englisch, Schreiben und Stenographie ber Unterklasse von geeigneten Lehrern des Realgym⸗ Asums übernommen werden, sodaß in der Unterklasse für 17 Sunden, in der Oberklasse für 6 Stunden Lehrkräfte schon erbanden wären. Für die übrigen Stunden— nämlich 13 Eber Unterklasse und 25 in der Oberklasse— dürften zwei hrer erforderlich sein, von denen dem einen vorzugsweise Sprachen, dem anderen die eigenklichen kaufmännischen Ro ser zufielen. Die Direktion der Anstalt wäre in die dude des Direktors des Realgymnasiums und der Real⸗ ue zu legen, eventuell unter Mitwirkung von Vertretern Handelsstandes oder der Handelskammer Mainz.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.
Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die spaltige Petitzeile.
Die Kosten der Handelsschule werden auf rund 9100 Mark veranschlagt, nämlich:
1. Gehalt für zwei Lehrer à 4000 4 gleich 8000.
2. Lehrmittel(Warenproben, Chemikal. ec.) 400„ 3. Bibliothek. e 200„ 4. Unvorhergesehene Ausgaben 500„
Zusammen 9100 4 Das Schulgeld soll wie in den übrigen höheren Lehr⸗ anstalten des Großherzogtums 104, jährlich betragen, und es würden sonach bei einer Schülerzahl von je 15 durch Schulgeld 3120, aufgebracht werden. Der ver⸗ bleibende Rest von 5980/ soll durch Zuschüsse des hessischen Staates und der Stadt Mainz und zwar so ge— deckt werden, daß die persönlichen Ausgaben von dem Schulgeld bestritten, der verbleibende Rest je zur Hälfte von dem hessischen Staate und der Stadt Mainz, die sachlichen Ausgaben jedoch nur von der Stadt Mainz ge⸗ tragen werden. Die Handelskammer Mainz hofft, daß diese Zuschüsse gewährt werden, da einmal das Bedürfnis vorhanden ist, Leuten, die sich dem Kaufmannsstande widmen wollen, eine gründliche Vorbildung zu geben, andererseits aber der Stadt Mainz wesentliche Vorteile aus dem Bestehen einer solchen Anstalt erwachsen dürften. Die Schule soll möglichst am 1. April 1898 eröffnet werden.
Aus dem Jahresbericht der hessisehen Fabrikinspektoren. II.
Gießen, 3. Juni 1897.
Wir entnehmen dem Bericht des Herrn Fabrik⸗ inspektors Baentsch:
Stellung zu den Arbeitgebern. Das Entgegenkommen der Arbeitgeber hat auch in dem abgelaufenen Jahre zu keinerlei Klage Anlaß gegeben. Auch diesmal sind die erforderlichen Abstellungen fast durchgängig ohne Zwangsmaß⸗ regeln erreicht worden, wenn auch im allgemeinen daran festgehalten worden ist, wichtigere und durchgreifende Maßregeln durch Vermittlung der zuständigen Behörden zur Durchführung zu bringen, da andernfalls die Gefahr besteht, daß den münd— lichen Anordnungen nicht immer Folge geleistet wird. Durch die seit vorigem Jahre mittelst Verordnung eingeführte Vorprüfung der Bau⸗ gesuche durch die Gewerbeaufsichtsbeamten hat der Verkehr mit den Gewerbetreibenden zuge— nommen. Bei eventuellen Anständen oder zweifel⸗ haften Fällen bei Projektierung gewerblicher An⸗ lagen oder Aufstellung diesbezüglicher Gesuche traten die Betreffenden persönlich mit dem Unter⸗ zeichneten ins Benehmen, wodurch die Prüfung in vielen Fällen erleichtert wurde.
Verkehr mit den Arbeitern. Die an bestimmten Zeitpunkten festgesetzten Sprechstunden sind von den Arbeitern nur wenig benutzt worden. Es scheint, als ob die Beschränkung auf bestimmte Zeitpunkte bei der Inanspruchnahme der Arbeiter⸗ schaft nicht zweckmäßig sei, und hat es deshalb der Unterzeichnete für gut befunden, zu jeder passenden Gelegenheit Anfragen oder Beschwerden entgegenzunehmen. Auch die Sprechstunden zan Sonntagen sind wenig benutzt worden. Die meisten Arbeiter finden sich gegen Abend nach Schluß der Arbeit ein. Der lebhafteste Verkehr hat mit den Arbeitern der Stadt Mainz(Dienstsitz des Unterzeichneten) stattgefunden. In den übrigen Städten hat naturgemäß eine engere Fühlung mit der Arbeiterschaft größere Schwierigkeiten, doch ist eine allgemeine Zunahme des Vertrauens seitens der Arbeiter zu der Gewerbeaufsicht und
ihren Beamten zu konstatieren. Es geht dies unter anderem auch daraus hervor, daß sich Arbeiter und Angehörige minderjähriger Arbeiter aus Betrieben, welche der Gewerbeaufsicht noch nicht unterstehen, einfinden und um Revision und Abstellung von Mißständen bitten.
Außer den mit persönlichen Anliegen er— schienenen Arbeitern haben sich Vertreter der organisierten Arbeiter behufs Anbringung von Beschwerden und zwecks Befragen über zweifel⸗ hafte Punkte der Gewerbegesetzgebung usw. im Auftrag der Genossen eingefunden.
Hierbei muß die erfreuliche Thatsache kon⸗ statiert werden, daß die objektive Beurteilung Fortschritte gemacht, und der weitverbreitete Hang zum Uebertreiben von Mißständen durch eine alsbaldige Untersuchung und Klarstellung eine wesentliche Abschwächung erfahren hat. Daß übrigens seitens der Gewerbeunternehmer die Thätigkeit des Fabrikinspektors nicht immer eine unbefangene Beurteilung erfährt, möge daraus entnommen werden, daß ein Gehilfe, welcher den Unterzeichneten wiederholt besuchte, von seinem Meister aus diesem Grunde entlassen worden ist.
Die Verlegung der Sprechstunden an einen dritten Ort muß deshalb, wie im Vorjahre be⸗ reits erwähnt, als im Interesse der Arbeiter gelegen erscheinen.
Lokales und Provinzielles.
* Gießen, 3. Juni. Zur Bewältigung des Verkehrs zu den Pfingstfeiertagen werden außer den sonst an Sonntagen mehr ge⸗— fahrenen Zügen die nachfolgend bezeichneten für die Strecken Köln-Gießen und Frankfurt a. M.⸗Gießen⸗Lollar in Betracht kommenden Personen-Sonderzüge befördert:
1. Strecke Köln— Gießen. Sonnabend den 5. Juni:
Köln⸗Hptbhf. ab 121 Nm. Gießen an 4% Nm. . 1 252 1 1„ 725 abds.
0 0 11 75 abds. 1. 70 115 1
Gießen„ b's Nm. Köln⸗Hptbhf.„ 10“˙²„ „ 830 abds. 2„ 117 nachts
Sonntag den 6. und Montag den 7. Juni: Gießen ab 5˙ Nm. Köln⸗Hptbhf. an 10“ abends. Dienstag den 8. Juni:
Köln⸗Hptbhf. ab 55“ Nm. Gießen an 71s abds. Gießen 12 Köln⸗Hptbhf.„ 51 Nm. 7„ 657 Vm. 5„ 11 Um. 880 abds. 5„ 117 nachts
2. Strecke Frankfurt a M.⸗Gießen⸗Lollar. Sonnabend den 5. und Dienstag den 8. Juni: Frankfurt a. M.⸗Hptbhf. ab 2” Nm. Lollar an 508 Nm. Sonnabend den 5. Juni: Frankfurt a. M.⸗Hptbhf. ab 552 Nm. Lollar an 81s abends. Freitag den 4., Sonnabend den 5. und Dienstag den 8. Junt: Frankfurt a. M.⸗Hptbhf. ab 11“ abends Gießen an 1222 nachts. Sonnabend den 5. Juni: Gießen ab 9% abends Frankfurt a. M.⸗Hptbhf. an 115 abends. Sonnabend den 5. und Dienstag den 8. Juni: Gießen ab 452 Nm. Frankfurt a. M.⸗Hptbhf. an 651 abends. Dienstag den 8. Juni:
Butzbach ab 4 Vm. Friedberg an 4. Vm.
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Der Vogelsberg ·
Eine Skizze von Aug ust Muhl. (Nachdruck verboten). (Schluß.)
Ulrichstein erreicht man von der 3 Stunden Sisernten Bahnstation Mücke in kaum 1½ Funden, und findet auch hier die beste und, im Aältnis zu anderen besuchten Gebirgsorten, die Aülzste Aufnahme, ebenso billige Fübrer und billiges dcwerk. Von Ulrichstein aus lassen sich die aten Punkte des Vogelsbergs am schnellsten er⸗ tieen. Will man aber von Osten her, von der giosten Bahnstation Lauterbach aus, den Vogels⸗ bl erreichen, so kann man auf dieser Tour eine blinders interessante Stelle passieren, nämlich Eisenbach, Stammschloß der Freiherren v. Niedesel, in eine Stunde dem Vogelsberge näher das alte Eeunstädtchen Herbstein mit seinen an manchen Stilen noch gut erhaltenen Umfassungsmauern. De. über die gastliche Aufnahme der früher ge⸗ m ten Orte gesagt, findet auch hier seine Anendung.
Was die Chausseen des Vogelsbergs betrifft, so an dieselben in keinem Teile der Erde besser ut-halten, zumal das Material, wie schon ange⸗ seunt, der Basaltstein, hierzu am vorzüglichsten ge⸗ int sein dürfte. Gleich dicken flachblauen Linien den sich dieselben an den Bergabhängen hin
und sind nur zu oft im wahren Sinne des Wortes „Kunststraßen“, da dieselben des oft sehr hohen Schnees wegen, hier und da besser in gerader Rich— tung über die Abhänge führen sollten.
Auch für den Archäologen bietet der Vogelsberg in seinen teilweisen Ausläufern nicht uninteressante Fundstellen. So z. B. auf dem Höhenzug zwischen Ortenberg, Selters, Rahnstadt und Nidda, im Osten bei Stockhausen und im NO. im Engelröder Kirchenwalde: zahlreiche Hünengräber, von denen schon einige geöffnet wurden und deren schon eines, im Engelröder Kirchenwalde, ein ca. 70 Centimeter langes, ganz mit Grünspan wie lackiert überzogenes Schwert sich vorfand, das einem besondern Helden nachgeworfen zu sein schien, da dasselbe schon, zur Hälfte gegraben, sich vorfand und durch weiter auf⸗ geworfene Steine an der Spitze abgebrochen war, die sich aber glücklicherweise an derselben Stelle dabei vorfand. In diesem Walde, wie an dem obersten Laufe der Altfell haben jedenfalls eine Menge kleinerer Hammerwerke gestanden, deren Stelle durch ganze Hügel von Schlacken und Kohlen bezeichnet sind. Bei der Masse von Eisensteinen im ganzen Vogelsberg, so wie dem großen Holzreich⸗ tum ist diese letztere Thatsache leicht erklärlich.
Wer die Felder des Vogelsbergs, selbst der höher gelegenen Orte vor etwa 40 Jahren gesehen, der muß sich wundern, wie jetzt, freilich nach nicht sehr schnee⸗ und frostreichen Märztagen, der herr⸗
lichste Roggen und Weizen hier prangt, während in früherer Zeit der Anbau dieser Früchte noch fast gar nicht stattfand, sondern nur vorzugsweise Gerste, Hafer, Buchweizen und Kartoffeln gepflanzt wurden.
Jetzt sind viele Flächen, welche früher öde und unbenutzt lagen, in blühende Fruchtfelder umge— wandelt, aus ausgetrockneten Sümpfen und ent— wässerten Morästen, namentlich im Oberwalde, die prächtigsten Wiesenflächen entstanden, was zugleich auch auf die klimatischen Verhältnisse des oberen Vogelsbergs wohlthuend eingewirkt.
Wenn auch noch bei einigen der höchstgelegenen Orte, wie: Herchenhain, Hartmannshain, Rebges⸗ hain und Ulrichstein, eher eine Zu- als Abnahme des Wohlstandes in Folge dessen zu konstatieren ist, so würde derselbe noch mehr gehoben, wenn für bessere Benutzung der noch immer zahlreichen Oedungen und Triften durch Urbarmachung Sorge getragen würde, was namentlich dadurch zu erreichen wäre, wenn auf dem Verwaltungswege die betreffenden Kommunen hierzu angehalten würden. Durch das zum fiskalischen Selgenhof bei Ulrich⸗ stein gehörige, schon früher bewirtschaftete Gebäude ist vieles Bessere in der angedeuteten Beziehung geschehen, was in den letzten Jahren eifrig und mit überraschendem Erfolg durch das Königl. Preußische Remonte⸗Depot, welches nunmehr leider wiedet auf⸗ gehoben wird, fortgesetzt wurde. Nicht minder große Verdienste um die Urbarmachung von Oedungen
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Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.
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* Gießen, 3. Juni.(Geländeerwerb.) Der Weinhändler Schott erwarb vom Photo- graphen Becker dessen an der Ecke der Wolken⸗ gasse und Bahnhofstraße gelegene Bauparzelle für den Preis von 15 700. Der Quadrat⸗ meter soll sich auf ungefähr 45 K belaufen.
* Gießen, 3. Juni. Wieder bietet sich in der Altstadt Gelegenheit, in einem Winkel Luft und Licht zu schaffen. Der Spenglermeister Appel hat das Rothsche Haus, Löwengasse 24, käuflich erworben, um dasselbe zum Zwecke der gemeinsamen Bebauung mit der nebenan liegen⸗ den früheren Huhnschen Hofraithe niederzulegen. Es braucht nur das frühere Andernach'sche Häuschen, Löwengasse 26, und das daranliegende Gebäude, das zur Katharinengasse zählt, entfernt zu werden, um den städtischerseits beabsichtigten Durchbruch der Katharinengasse bis zur Löwen⸗ gasse zur Wahrheit werden zu lassen. Geschehe dieses, so könnte der Neubau Appel direkt an die neue Baufluchtlinie der Katharinengasse ge⸗ stellt werden.
* Grünberg, 2. Juni. Vergangene Nacht wurden in einem an der Neuen Chaussee belegenen Garten durch ruchlose Hände 17 Stachelbeer⸗ sträucher mit einem scharfen Instrument durch⸗ hauen. Hoffentlich gelingt es der hiestgen Polizei, die Thäter zu ermitteln, und zwar mit besserem Erfolg, als s. Zt. bei der Demolierung des Marktbrunnens. Traurig aber ist es, daß es so rohe Menschen giebt, die ihren Mutwillen an derartigen Dingen auslassen.
* Ulrichstein, 2. Juni. Am 9. d. M. wird zu Nidda die Hauptversammlung des Vogelsberger Höhenklubs stattfinden, bei welcher u. a. ein Antrag der Sektion Ulrichstein betreffend Errichtung eines Nationaldenkmals auf dem Schloßberge auf der Tagesordnung steht.
* Mainz, 2. Juni. Vor dem Schöffen⸗ gericht ertönten heute nochmals Nachklänge der letzten Reichstagsersatzstichwahl in unserem Wahlkreise, in der bekanntlich der klerikale Kandidat Dr. Schmitt gegen den sozial⸗ demokratischen Kandidaten Dr. David mit ge⸗ ringer Mehrheit siegte. Die„M. Volksztg.“ hatte damals u. a. anch eine Notiz gebracht über Wahlbeeinflussung einiger Arbeiter in Niederolm durch Parteigänger des Zentrums, die ihnen ihre Stimmen durch Geldgaben und das Versprechen der Lieferung von Kohlen und Kartoffeln abgekauft hätten. Es erfolgte hierauf Klage des Wirtes Mertens und des Kohlen⸗ händlers Stauder zu Niederolm gegen zwei dortige Arbeiter und den verantwortlichen Redakteur der„M. Vztg.“ Dr. David wegen Beleidigung. Durch die Beweisaufnahme ergab sich, daß der Kohlenhändler Stauder in der That dem einen der beklagten Arbeiter zwei Centner Kohlen versprochen hatte, wenn er bei der Stichwahl für Schmitt stimme und dem andern gedroht worden war, er werde das von der Gemeinde gelieferte Armenbrod verlieren, falls er sozialdemokratisch wähle. Gegen den Wirt Mertens konnte der Beweis der Bestechung nicht geführt werden. Das Gericht führte in seinem Urteil aus, der angeklagte Redakteur set freizusprechen, weil er in Wahrung berechtigter Interessen und als Kandidat und als Parteimann es als Pflicht betrachten konnte,
und Triften hat sich Seine Erlaucht der Gra von Solms-Laubach durch Anlegung des „Wiesenhofes“ erworben.
Da im Vogelsberg, seines Grasreichtums wegen, der Haupterwerbszweig die Viehzucht ist und bleibt, so müßte hier gerade der eigentliche Hebel zur weiteren Hebung des Wohlstandes weiter an⸗ gesetzt werden und der Anbau von geeigneten Futter⸗ kräutern größere Ausdehnung erhalten.„Viel Futter, wenig Ackerland“ war und bleibt für den oberen Vogelsberg die Parole zur Hebung seiner ganzen Landwirtschaft, so daß das so leidige Einzel⸗ hüten mehr schwindet und die Stallfütterung Platz greift. Eine Menge Schätze, wie Eingangs be⸗ merkt, bietet der Vogelsberg, viele aber müssen noch immer für die Landwirtschaft aus seinem Schoße gefördert werden; keine Art von Industrie wird, zumal bei der jetzigen Ueberproduktion, im Vogels, berg je einen eigentümlichen Aufschwung nehmen. Die Weberei, welche ja von jeher hier fast der aus⸗ schließliche Industriezweig war, wird, des wenigen Absatzes der Produkte und des deßfallfigen geringen Verdienstes halber, nie ein nährender Faktor werden, sondern einzig und allein eine ausgedehntere Vieh⸗ zucht, verbunden mit zugehörigem, hier aber nicht über ein gewisses Maß hinaus auszudehnendem Ackerbau.


