Ausgabe 
4.4.1897
 
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Teilhaber derFirma Lewin und Mann⸗

Weil ein Verlust von ungefähr 90. erwuchs.

Nr. 50

Gietzen, Sonntag, den 4. April

1897.

Poflztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Hessische

Ausgabe

Gießen.

undeszeitung.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

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Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 2. März. Gestern beging Herr Fabrikant Heyligenstädt das Fest seiner silbernen Hochzeit. Herr Heyligenstädt hat mit seiner Gattin schon einige Tage vorher Gießen verlassen, um alle Ovationen von vornherein un möglich zu machen.

* Gießen, 3. März. Der Windhof, ein beliebter Ausflugsort des Gießener Publikums, ist vom Erdboden verschwunden. Der Besitzer, Chr. Dill, hat denselben niederlegen lassen, um an der Stelle einen zeitgemäßen neuen Bau auf führen zu lassen.

* Gießen, 3. April. Am Montag wird die Ausräumung unserer Stadtkirche vorgenommen, um dann sofort mit dem geplanten Umbau derselben zu beginnen.

* Gießen, 2. April.(Schöffengericht.) Wegen Betrugs hatte sich heute der frühere

heim, Leo Lewin, zu verantworten. Anfangs borigen Jahres gründeten der Angeklagte, sowie der Kaufmann Adolf Mannheim in Hanau ein Detailgeschäft. Da das Geschäft jedoch schlecht ging und die beiden Inhaber über keine Mittel zu verfügen hatten, mußten sie schon nach einem lertel ahr die Zahlungen teilweise ein⸗ stellen. Um jedoch das Warenlager schnell zu räumen, errichteten beide in Gießen eine Filiale, die aber auch bald in die Brüche ging. Ungefähr bier Tage vor Ausbruch des Konkurses bestellten Mannheim und Lewin bei der Firma Bernhard Weil in M.⸗Gladbach Ware im Wert von 110 4 zur schnellsten Lieferung, trotzdem sie wußten, wie es mit dem Geschäft stand. Durch den Vergleich, welcher zwischen der in Konkurs ge⸗ ratenen Firma zustande kam, erhielten letztere 10 Prozent ihrer Forderungen, sodaß der Firma

Aus diesem Grunde wurden Lewin und Mann⸗ heim wegen Betrugs unter Anklage gestellt. Mannheim ist 5 1 heutigen Termin nicht er⸗ schienen, weshalb die Verhandlung gegen ihn ausgesetzt wird. Lewin giebt zu seiner Ver⸗ teidigung an, Mannheim sei kurz vor Bestellung der Ware zu seinem Bruder gefahren, um Geld zu holen, weil sie beabstchtigten, das Geschäft noch ze halten. Sein Associe habe jedoch nichts von dem Geld hören lassen. Der Amtsanwalt beantragt gegen Lewin einen Monat Gefängnis. Die Verhandlung wird wegen Erhebung weiterer Beweismittel vertagt.

* Offenbach, 2. April. Unsere seitherige Garnifon verließ gestern früh 7 Uhr die Stadt, um zu Fuß nach Arheilgen zu marschieren, wo⸗ selbst Rast gemacht wird. Am 3. April erfolgt der Einmarsch in die neue Garnison Worms. Gestern Mittag 4 Uhr traf das neue Bataillon Nr. 168 mit dem ee en mittels Extra⸗ zug von Kastel hier ein und wurde am Bahnhof vom Stadtvorstand begrüßt.

Mainz, 2. April. Der Unterschlagung im Amt und der Urkundenfälschung angeklagt, stand heute der Posthilfsbote Seb. Schättler in Mombach vor der Strafkammer. Er hat in 17 Fällen eine Reihe Mombacher Geschäftsleute um den Betrag von 886 A. betrogen, indem er Posteinzahlungen, die ihm übergeben waren, unterschlug. Das monatliche Gehalt des Sch. betrug 62 4. Das Urteil lautete auf zwei Jahre Gefängnis.

* Mainz, 2. April. zur Feier des Uebergangs der hessischen Ludwigs⸗ bahn in preußisch-hessische Verwaltung brachte Herr Geh. Kommerzienrat C. St. Michal an⸗ läßlich des b ne des Fürsten Bismarck

Bei dem Festessen

auch ein Hoch auf den Altreichskanzler aus, in das die Anwesenden sich von ihren Sitzen erhebend einstimmten. Unter den An⸗ wesenden befanden sich der preußische Minister von Thielen, die hessischen Minister Finger und zeber usw. Einer jedoch blieb sitzen Herr Dr. Paul Haffner, der Bischof 5 Mainz! 1

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* Mainz, 2. April. Der Zentralvorstand des Rhein⸗Main⸗Gastwirtsverbandes erstrebt eine Regelung des Konzessionswesens für den Wirtsb etrieb im Großherzogtum Hessen und läßt gegenwärtig eine Statistik aufstellen, um die Zahl der Gastwirte in den einzelnen Städten des Großherzogtums zu ermitteln. Es soll, wenn sämtliches Material gesammelt ist, eine Eingabe an die Regierung gemacht werden, um eine Beschrän kung der Konzessionserteilung herbeizuführen. Der Verband will u. a. ermittelt haben, daß in Mainz die Zahl der Wirtschaften eine so große im Verhältnis zur Bevölkerungs⸗ zahl sei, wie in keiner Stadt Deutschlands.

* Mainz, 1. April. In der jfüngsten Stadtverordnetenversammlung wurde bekanntlich eine Interpellation des Herrn Stadt⸗ verordneten Tiefel über die Einführung einer fünften Religionsstunde in den hiesigen Volksschulen eingebracht. Diese Interpellation wurde an die Schulkommission verwiesen und diese hat in ihrer gestrigen Sitzung den Nachweis erhalten, daß diese Religioͤnsstunde nicht ein⸗ geführt werden sollte, sondern daß sie bereits eingeführt sei. In den protestantischen Schulen wurde ste zuerst eingeführt, und dann auch in den katholischen; diese Religionsstunde dient noch besonders dazu, die Kinder zu kon⸗ trollieren, ob sie dem Kirchenbesuch obgelegen haben usw. Das Interessanteste aber in dieser ganzen Frage ist der Umstand, daß die Ein⸗ führung dieser fünften Religionsstunde erfolgte, ohne daß Schulvorstand und Bürgermeisterei davon Kenntnis hatten. Die Schulkommisston hat nun dieserhalb eine ziemlich stürmische Sitzung abgehalten. Herr Stadtverordneter Tiefel erklärte, daß die ganze Angelegenheit demnächst in der Kammer zur Sprache 1 werden würde; es wurde nämlich mitgetellt, daß die Einführung im Einverständnis mit der oberen Schulbehörde in Darmstadt und dem Kreisschul⸗ inspektor Brilmayer in Mainz erfolgt sei. Der Schulvorstand wird nun in seiner nächsten Sitzung über diese Angelegenheit gehört werden.

* Wetzlar, 2. März. Ein schwerer Unglücks⸗ fall ereignete sich gestern Nachmittag auf der Sophienhütte hierselbst. Auf der Hütte sind zur Zeit mehrere Kesselschmiede einer Dortmunder Firma beim Bau eines Hochofens beschäftigt. Als die Leute zwischen 3 und 4 Uhr an der Arbeit waren, blies ein so heftiger Sturmwind daher, daß es ihnen gerathen schien, ihre Beschäftigung u unterbrechen. Mehrere von ihnen waren auch schoh abgestiegen; nur der 18jährige Kesselschmied⸗ lehrling Wilhelm Pack aus Dortmund befand sich noch oben. Dieser wurde von einem starken Windstoße gepackt und von 22 Meter Höhe auf

die Erde geschleudert. Hierbei erlitt der junge

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen t 10 Pfg. für die zspaltige Petitzeile.

Mann derartige Verletzungen, namentlich am Hinterkopf, daß er, obgleich ihm sofort alle mögliche Hilfe zu Teil wurd, kurze Zeit nach seiner Ver⸗ bringung in das hiesige Krankenhaus verstarb. W. Anz.

Standesamtliche Nachrichten. Geburten.

Am 22. März. Dem Feldwebel Johannes Ritz ein Sohn, Wilhelm Valentin Heinrich. 23. Dem Uhr⸗ macher Georg August Koch ein Sohn, Georg Wilhelm. 25. Dem Hoboist Werner Sinning eine Tochter. 26. Dem Metalldreher Johann Adam, eine Tochter, Marie. Dem Dienstmann Kaspar Eisenbach eine Tochter. 29. Dem Locomotivheizer Karl Weidig eine Tochter.

Aufgebote.

Am 27. März. Emil Josef Knoll, Schriftseßer zu Frankfurt a. M. mit Elise Stöcker hierselbst. 27. Friedrich Bonarius, Schreiner dahier mit Auguste Luise Henriette Pauline Schmidt geb. Wisker hierselbst. 30. Heinrich Karl Müller, Schuhmacher dahier mit Amalie Elise Lanz hierselbst. 1. April. Georg Maximilian Bartsch, Premier⸗Lieutenant dahier mit Agnes Emilie Mende zu Loschwitz. Joseph Michael Westermeyer, Brau⸗ meister dahier mit Anna Katharina Vesper hlerselbst. Friedrich Bender, Schlosser dahier mit Emma Jäger zu

Steinheim. Sterbefälle.

Am 26. März. Sophie Rühl, geb. Koft, 39 Jahre alt, Ehefrau von Buchbinder Karl Rühl zu Alsfeld. 26. Heinrich Veit, 27 Jahre alt, Bergmann zu Schwalbach. 28. Johann Mettler, 26 Jahre alt, Dienstknecht von Büdesheim. 29. Konrad Kohlhauer, 64 Jahre alt, Bauer von Bissenberg. 31. Christian Weidig, 76 Jahre alt, Grotzh. Hauptsteueramtsdiener i. P. dahier. Inhannes Volk, 62 Jahre alt, Hilfswagenmeister i. P. dahier. 1. April. Anton Becher, 47 Jahre alt, Maurer von Salchendorf, Kreis Siegen. Johann Rehorn, 30 Jahre alt, Bergmann von Münchholzhausen. 2. Katharina Roth geb. Geitzler, 75 Jahre alt, Wittwe von Lehrer Heinrich Roth dahier. Anna Koch, 27 Jahre alt, Dienstmagd von Dernbach. Johann Daniel Löber, 73 Jahre alt. Maschinenputzer dahier.

Auszug aus den Kirchenbüch ern der evangelischen Gemeinde.

Matthäusgemeinde. Beerdigte. Am 1. April. Christian Weidig, Hauptsteueramts⸗

diener i. P., verheiratet, 77 Jahre alt, starb am 31.

März. Markusgemeinde. Taufen.

Am 28. März. Dem Lokomotivheizer an den Oberh. Eisenbahnen Ludwig Aff ein Sohn, Robert Ludwig Ferdinand, geb. am 6. Februar.

Lukasgemeinde. Trauungen.

Am 27. März. Friedrich Wilhelm Münzinger, Gärtner, mit Johannette Schmandt, Tochter des ver⸗ storbenen Gastwirts Karl Schmandt.

Beer digte.

Am 27. März. Philipp Marx, Oekonom, 64 Jahre alt, starb am 25. März. Am 2. April. Johannes Volk, Hilfswagenmeister, 62 Jahre alt, starb am 2015 März.

Johannesgemeinde. Taufen.

Am 28. März. Dem Prosektor an dem anatomischen Institut Dr. Bruno Henneberg eine Tochter, Charlotte Marie Helene, geb. am 14. Dezember.

Trauungen.

Am 27. März. Heinrich Wallbott,

Gießen, mit Chatharine, geb. Hartmann. Militärgemeinde. Taufen.

Am 28. März. Dem Sergeant Wilhelm Joseph Kais

ein Sohn, Wilhelm, geb. am 4. März.

Bergmaun zu

Ein Original.

Erzählung von Helene Pesschkau. (Nachdruck verboten.) (Schluß. 201

Am andern Morgen, schon in der Frühe, ging ich in unseren Zimmern auf Fliegenjagd, um meinen Besuch durch die versprochene Gabe einigermaßen schicklich einleiten zu können. Ich bedauerte es, was bisher noch nie geschehen war, so wenig dieser scheinbar nicht unnützen Insekten zu finden, und vermochte trotz aller Anstrengung nur vier davon in sesten Gewahrsam zu bringen. Abhaltungen ver⸗ schiedener Art nötigten mich, den geplanten Gang auf den Nachmittag zu verschieben. Es war bereits 5 Uhr, als ich in der Dachetage bei Fräulein Hoff⸗ mann klingelte. Sie ergriff mit Freuden meine Fliegenflasche. Bald aber wich der frohe Ausdruck aus ihren Zügen und mit den Worten:

Aber die sind ja schon ganz matt, die taugen nichts mehr, schüttelte sie die mühsam gesammelten Tierchen, die freilich kaum noch kriechen konnten, zum Fenster hinaus.

Medergeschlagen durch die Erfolglosigkeit meiner gutgemeinten Bemühungen, sah ich mich im Zimmer um: Schrank, Kommode, Tisch und Bettgestell aus

nutzt, eine große Nähmaschine, das war die ein⸗ fache Einrichtung. Aber alles sauber und ordentlich gehalten, reine Decken, frische Gardinen, Blumen auf dem Fensterbrett trotz aller Armut ein freundlicher Anblick.

Sehen Sie hier, gnäd'ge Frau, hier sind sie mit Stolz wies die Schneiderin auf ein riesen⸗ großes Einmacheglas, das auf einem kleinen Tisch⸗ chen am Fenster stand. Hier war das Heiligtum. Hier war der Palast ihrer zwei Laubhopfer, die zu ihrer besseren Bewegung und zum Prophezeien des Wetters eine schräg gestellte Sprossenleiter erhalten hatten und täglich mit frischem Laubwerk und Gras versehen wurden, um auch in der Gefangenschaft

ach bewunderte pflichtschuldigst die Schützlinge meiner Froschkönigin, setzte mich und erforschte nun durch Hin⸗ und Herfragen die Lebensschicksale der Karoline Hoffmann.

Es war die schon oft erzählte Liebes- und Leidensgeschichte eines armen Schneidermädchens, dessen Herz nur einmal geliebt hatte, nur einmal glücklich gewesen war. Ihr Herzallerliebster, ein junger Gärtnerbursche, war in frühen Jahren der Schwindsucht erlegen. Seitdem hatte sie keinem Mann mehr ihre Liebe geschenkt. Von dem schweren

gestrichenem Tannenholz, schon zum Teil recht abge

Schlage, der ihr empfindsames Gemüt getroffen

die gewohnte Naturumgebung nicht zu vermissen.

hatte, konnte sie sich nie mehr arfrichten. Die alsgelassene Lust und Fröhlichkeit der andern war ihr seitdem zuwider. Zurückgezogen lebte sie von da ab ihrer Arbeit und der Erinnerung an den so früh Dahingerafften.

Was mich in ihrer weitschweifigen Darstellung am meisten interessierte, war der Umstand, daß ihre Liebhaberei für Frösche gewissermaßen ein Ableger von der Liebe zu ihrem Heinrich war. Es war noch zu der Zeit gewesen, da sie beide die Schule ihres gemeinschaftlichen Heimatsdorfes besuchten, als der gutmütige Heinrich ein paar junge Laub- fröschlein von den Quälereien und Verfolgungen einiger weniger zart besaiteter Mitschüler errettete. Diese Tierchen wurden von ihrem Lebensretter in einem großen Glase aufgezogen und erfreuten sich bald auch der gleichen Zuneigung und Pflege von seiten der kleinen Karoline. Als Heinrich nach B. in die Lehre zog, wurden die Grünröcke, die ihm immer lieber geworden waren, von ihm mitge⸗ nommen. Nach einem Jahr ging auch Karoline in die Stadt, und während nun allmählich zwischen den beiden jungen Leuten, die langjährige Kinder⸗ freundschaft in eine tiefe, reine Liebe sich umwan⸗ delte, war das jetzt völlig ausgewachsene Froschpaar der dritte im Bunde, der Gegenstand gemeinsamen Interesses und gemeinsamer Freude.

ebition:

D 2 Kreuzplatz Nr. 4. Trauungen.

Am 27. März. Heinrich Bernstein, Sergeant, mit Elisabethe Stumpf, Tochter des verstorbenen Ackermanns Friedrich Stumpf zu Burkhardsfelden.

Kontroll⸗Versammlungen

im Kreise Gießen finden statt: a. Zu Gießen in Oswalds⸗Garten für die Bewohner von Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, Heuchelheim, Klein⸗ Linden, Oppenrod und zwar: am 12. April 1897. 1. Appell eee 8 Uhr: Offiziere, Sanitätsofftztere und eamten der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots. Sämtliche Reservisten der Infanterie, der Jahrgänge 1889, 1890 und 1891. 2. Appell vormittags 11 Uhr: Sämtliche Reservisten der Jahrgänge 1892, 1893, 1894, 1895 und 1896, sowie zur Disposttion der Truppenteile und Ersatz⸗Be⸗ hörden entlassenen Mannschaften der Infanterie. 3. Appell nachmittags 2 Uhr: Wehrleute 1. Aufgebots der Infanterie. Am 13. A pril 1897. 1. Appell vormittags 8 Uhr: Reservisten sowie zur Disposition der Truppen⸗ teile und der Ersatz⸗Behörden entlassenen Mann⸗ schaften und die Wehrleute 1. Aufgebots aller übrigen Waffen und zwar: der Garde, Jaber, Kavallerie⸗, Feld⸗ und Fußartillerie, Pioniere Eisenbahn⸗ und Luftschiffertruppen, des Trains leinschließlich Krankenträger), Sanitäts⸗ und Veterinärpersonal, Büchsenmacher, Oeconomie⸗ Handwerker, und Marine ⸗Mannschaften. 2. Appell vormittags 11 Uhr. Sämtliche Ersatzreservisten. 3. Appell nachmittags 2 Uhr: für die Bewohner von Allendorf a. d. L., Großen⸗Linden, Lang⸗Göns, Leihgestern, Watzen⸗ born und Steinberg, Hausen. Reservisten und Wehrleute 1. Aufgebots sowie zur Dispositton der Truppenteile und der Ersatzbehörden ent⸗ lassenen Mannschaften aller Waffen und Ersatz⸗ Reservisten. d. Zu Lollar am 14. Appril 1897, neben dem neuen Bahnhofsgebäude, für die Bewohner von Allendorf a. d. Lda., Alten⸗ Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen mit Heibertshausen, Großen⸗Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Trohe, Wieseck. 1. Appell vormittags 8 Uhr 45 Minuten: Offtziere, Sanitätsofftziere und Beamten der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots. eie ud sowie zur Disposition der Truppenteile und der Ersatzbehörden ent⸗ lassene Mannschaften aller Waffen. 2. JApell vormittags 10 Uhr 30 Minuten. Wehr⸗ leute 1. Aufgebots aller Waffen. 3. Appell nachmittags 1 Uhr. Sämtliche Ersatz⸗Reser⸗ visten. o. Zu Grünberg am 20. April 1897, am Bahnhof für die Bewohner von: Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbeln⸗ rod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Kesselbach mit der Rabenauschen Papiermühle, Lauter mit der Arztmühle, Bingmühle, Georgenhammer, Strellesmühle und Walkmühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmidtmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda(Groß⸗ und Klein-), Odenhausen mit Appenbörnerhof, Oueckborn, Reinhardshain, Reis⸗ kirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirrberg, Stangenrod und Stock-

Die Katastrophe war hereingebrochen. Karoline hatte sich als sichtbares Angedenken aus der ge ringen Hinterlassenschaft das ausgebeten, was für sie am wertvollsten, für die andern aber ohne Be⸗ deutung war, das Glas mit den zwei Fröschen. Jetzt nach zwanzig Jahren waren auch diese letzten lebendigen Erinnerungszeichen nicht mehr. Aber sie hatte sich immer wieder neue Exemplare derselben Species verschafft und sich so ein äußeres Gedenkzeichen erhalten, das ihr fort und fort jene schönste Zeit ihres Lebens ins Gedächtnis zurückrief, die Zeit ihrer ersten und einzigen Liebe.

Die Augen waren der Erzählerin feucht ge⸗ worden, als sie mir die trüben Schiasale ihres Lebens offenbarte. Ich drückte ihr die Hand und forderte sie auf, wenn sie irgend in Not käme, sich an mich zu wenden.

Sie hat nie meine Hülfe in Anspruch ge⸗ nommen. Ich habe ihr aber mancherlei Arbeit zuge⸗ wiesen, und sie fertigt mir die Kleider für meine beiden Kleinen zu voller Zufriedenheit. Mizi und Kathi haben sie sehr in ihr Herz geschlossen. Ich lasse die Kinder aber nie zu ihr hingehen. Die wollen sich sonst womöglich auch Frösche halten, und dafür danle ich.