Ausgabe 
2.9.1897
 
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Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

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5 Posiztg. Nr. 3319.

Redaktion:* Kreuzplatz Nr. 4. 2 u T ä

Erscheint täglich mit Ausnahme der

Preis der Auzeigen: 10 fg.

Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen. tir die Fspaltige Hetitzeti⸗

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Exweditlon! Kreuzplatz Nr. 4.

Lokales und Provinzielles. Gießen, 1. September.(Für Rad⸗ fahrer.) Eine Laterne, die mit Acetylengas gespeist wird, dürfte bei den Radfahrern berech tigtes Aufsehen erregen. Die Bereitung des Gases findet in einem am Rade anzubringenden, weder durch Gewicht noch durch Aussehen auf⸗ fallenden Behälter statt und wird von dort in die Laterne geleitet. Hier verbrennt es und schafft vermittelst eines wirksamen Reflektors ein Beleuchtungsfeld von erstaunlicher Weite und Helle. Für die Sicherheit im Radverkehr ist der neue Apparat von unschätzbarem Wert.Meteor so heißt die neue Laterne ist die Erfindung eines Pariser Ingenieurs; den Vertrieb für Deutschland, Oesterreich und die Schweiz hat die Kölner Firma H. John, Nölker u. Comp., Ges. m. beschr. Haftpfl., übernommen.

* Gießen, 1. September.(Strafkam⸗ merverhandlung.) Der in Mehlbach ge⸗

borene, zuletzt in Geilshausen wohnhaft gewesene 15 Jahre alte Hrch. Oberthür ist vom Schöffen⸗ 1 Grünberg wegen Diebstahls zu 3 Wochen efängnis verurteilt. Der Bursche scheint nach dem heute in der Berufsinstanz abgelegten Ge⸗ ständnis gestohlen zu haben wie eine Elster. Vier verschiedenen Personen hat er nämlich nach⸗ einander einen Gummistempel, ein Taschenmesser, n Mark in bar, eine Uhr im Werte von 30 ark entwendet. Ein weiterer Fall bildet nur einen Versuchsdiebstahl. In Abwesenheit des Ladenbesitzers machte Oberthür einen kühnen Griff in die Ladenkasse, mußte aber, weil der Kaufmann im kritischen Moment dazukam, seine Beute fahren lassen. Das Gericht ließ es bei der erkannten Strafe. Ein Schubkarren im Werte von 6 Mark sollte nach dem Urteil des Schöffengerichts Alsfeld von den schon wegen Jagdvergehens und Pfandveräußerung vorbe⸗ straften Joh. Schmidt II von Storndorf dem andelsmann Strauß daselbst entwendet sein. as Schöffengericht hatte deshalb auf fünf Wochen Gefängnis erkannt. Schmidt bestreitet auch heute vor der Strafkammer seine Schuld. Er habe den bei seiner Tochter beschlagnahmten Schubkarren von einem ihm fremden Händler gekauft. Wenn er denselben mit Oelfarbe an⸗ gestrichen, so könne man nichts Verfängliches darin erblicken, denn er habe damit den Karxen Age Witterungseinflüsse schützen wollen. Die ufertiger des Karrens, der Schmied Wagner, beschworen heute, bestimmt, daß der beschlagnahmte Karren dem bei Strauß gestohleuen identisch sei.

vertauscht sein.

daß er's gemerkt habe, Die Richter

glaubte natürlich niemand. warfen die Berufung.

geduldet, daß vier seiner Arbeiterinnen in Speicher gearbeitet hatten.

weil

Arbeitsverdienst nötig hatten, umsomehr,

und der sie glaubten ganz mit Da behauptete nun plötzlich der Angeklagte, dann muͤsse der von ihm gekaufte Karren von dem

Dieb des Straußschen Karren mit diesem, 355 as

ver⸗ Der Kaufmann Ed. Krödel von Friedberg hatte am Himmelfahrtstag

in seinem Die Arbeiterinnen selbst hatten in ihn gedrungen, dies zuzulassen,

ste angeblich in der Woche vor Ostern 115 a

gekommen seien. Das Schöffengericht hatte auf eine Geldstrafe von 100, erkannt und die Höhe der Strafe damit motiviert, daß der An⸗ geklagte durch das Geschehenlassen der Arbeit si h habe bereichern wollen. Die Mißachtung, die darin liege, daß er nicht einmal am Himmel⸗ 1 seine Leute habe feiern lassen, sei be⸗ onders erschwerend und verrate eine niedrige Gesinnung. Die Strafkammer ermäßigte die Strafe auf 50 und sprach es ausdrücklich durch Urteil aus, daß sie durch die im Urteil des Schöffengerichts getroffene Feststellung zu der Ansicht gekommen sei, daß der Angeklagte nur durch seine Gutmütigkeit dazu gekommen sei, gegen das Gesetz der Sonntagsheiligung zu vor⸗ stoßen und daß die Duldung der Sonntagsarbeit keinesfalls geschehen sei, um sich zu bereichern. * Gießen, 1. September. Montag, den 55 September, nachmittags 4 Uhr, wird Frau A. Edinger, Vorsteherin des Kaufmännischen Vereins weiblicher Angestellten zu Frankfurt a. M. im hiesigen Kaufmännischen Vereinshause einen Vortrag halten überFrauenarbeit im Handelsgewerbe.

* Gießen, 1. September. Der Auftrieb auf dem gestrigen Kuhmarkt belief sich auf 1000 Stück, darunter etwa 250 Kälber und 180 Rinder. Es waren viele fremde Käufer vom Main und Rhein hier, welche hauptsächlich schweres Zuchtvieh suchten und dafür auch sehr hohe Preise anlegen mußten, weil die Ware, die sie brauchten, knapp war. Der Auftrieb in Fett⸗ vieh war dieses Mal besonders stark, sodaß die Nachfrage danach nicht ausreichte, um auch hierin einen guten Markt zu erzielen, sodaß die Preise hierfür ein wenig gedrückt wurden. Kühe frisch⸗ melkend und tragend wurden schwerster Gattung bis 575& bezahlt, 1. Sorte kostete durchgängig 475500 1, 2. Sorte 375430., ältere Tiere zum abmelken wurden mit 270-300. gehandelt. Fette Rinder erzielten; 1. Sorte 56 bis 58, 2. Sorte 5052 4 Kälber: 15 Sorte 5860 Al, 2. Sorte 5254. pro 100 Pfund Schlachtgewicht. Der Markt ging ver⸗ hältnismäßig spät zu Ende, woran wohl der starke Regen die Schuld trug.

* Grünberg, 31. August. Zu der 3 Wander-Versammlung des ober⸗ hessischen Bienenzüchter vereins, welche in Hamels Gartenhaus dahier stattfindet, ist nunmehr das Programm festgestellt. Nach dem⸗ selben findet am Sonntag, den 12. September die Eröffnungsfeier statt. Am Montag, den 13. September beginnt die Ausstellung vor⸗ mittags 10 Uhr. In der Generalversammlung werden folgende Vorträge gehalten:Nützliche Verwendung der Kunstwaben, Referent: Pfarrer Deichert-Großen-Buseck; Be⸗ handlung des Honigraumes, Referent: Lehrer Roth-Lich. Um 11 Uhr, also während der Versammlung, findet die Verlosung statt. Nach dem Mittagessen, bei welcher die Kapelle Meier Heß aus Grüningen konzertiert, wird eine Freiverlosung und Honigmarkt abgehalten. Man sieht aus dem umfangreichen Programm, daß von seiten des Komitees alle Vorbereitungen zu einem schönen Verlauf des Festes getroffen

gesprochenen Befürchtungen, verursacht durch den schwachen

Besuch der letzten Imkerversammlung, 0 hinfällig erscheinen.

* Ortenberg, 31. August. Gestern früh gegen 4 Uhr geriet die bei Selters gelegene, Herrn Bassing gehörige Mühle in Brand. Trotz Eingreifens der Feuerwehr brannten Mühle und ein Teil des Wohnhauses nieder. Die Mühle ist noch nicht lange erbaut. Die Ent⸗ stehungsursache ist dem Vernehmen nach auf das Heißlaufen der inneren Räder zurückzuführen.

* Darmstadt, 31. August. Der Radfahrer Donges, welcher mit seinem Compagnon Wiest nach Schluß des Radwettfahrens am 22. d. M. auf einem Tandem die Eberstädter Chaussee ent⸗ lang fuhr und von einem auswärtigen Radfahrer angerannt, zu Fall kam, ist im städtischen Krankenhaus gestorben. Donges war vom Moment des Unfalls an bis zu seinem Tode

* Darmstadt, 31. August. Vorzeitig, in dem kräftigen Mannesalter von noch nicht 55 Jahren, ist Herr Oberrechnungsrat Dr. Wilhelm Zeller nach kurzem Leiden zur ewigen Ruhe eingegangen. Noch vor wenigen Tagen ging er aus, und auf ein so schnelles Ende war wohl keiner seiner Freunde und Bekannten gefaßt. Ein Leben von reichem Inhalt liegt hier abgeschlossen vor uns. Geboren am 1. Dezember 1842 zu Darmstadt, studierte Zeller Jura, wandte sich nach Absolvierung der Studien der Verwaltung zu und war Kreisamtmann, bezw. Assessor an verschiedenen Kreisämtern, dann Rat bei Großh. Pro⸗ vinzialdirektion und zuletzt solcher bei Großh. Oberrech⸗ nungskammer. Neben gewissenhafter Erfüllung seiner Dienstpflichten entwickelte Zeller eine rege litterarische Thätigkeit auf dem Gebiete der Gesetzgebung, Verwaltung usw., die mit einem 1878 erschienenenKatechismus des Deutschen Reichs begann; auch verfaßte er ein Handbuch

der Verfassung und Verwaltung im Großherzogtum Hessen

und hessischen Landesgesetzen heraus. Regsamkeit und großen Be⸗ ihm zu verkehren das Glück Dabei konnte es nicht

deutschen Reichs⸗ Von seiner großen geistigen lesenheit wissen alle, die mit hatten, rühmend zu erzählen. Wunder nehmen, daß Zeller sich für die Litteratur und das Schrifttum überhaupt besonders interessierte, und so beklagt der Darmstädter Journalisten⸗ und Schriftsteller⸗ verein eines seiner regsten und geschätztesten Mitalieder 15 den nunmehr Dahingeschiedenen, dessen erfahrenen Rat der Vereinsvorstand schmerzlich vermissen wird. Im per⸗ sönlichen Verkehr bewährte sich Zeller als vornehme Natur, als liebenswürdiger, falschem Stolze ebenso wie servilem Wesen durchaus abgeneigter Charakter; er war alles in allem ein Mann, der höchsten Wertschätzung und Hochach⸗ tung würdig, der nur wenig Feinde hatte. Möge er in Frieden ruhen!

* Mainz, 30. August. Auf Antrag des Mainzer Altertumsvereins hat der städtische Finanzausschuß vorerst eine Summe von 1500 A bewilligt, um auf einem Gebiete unmittelbar vor dem sogenannten Gauthore Ausgrabungen vornehmen lassen zu können. Es handelt sich hier nämlich um die für die Geschichte der; Stadt Mainz sehr wichtige Auffindung des 15 mischen Lagers, welches bis auf den heutigen Tag mit Sicherheit nicht nachgewiesen werden konnte. Bei der Anlegung einesSportplatzes vor dem Gau⸗ thore sind nämlich ganz gewaltige Mauer werke aufgedeckt worden, aus den Inschriften, die auf

sind und daß die seinerzeit an dieser Stelle aus⸗

.:

einige von ihnen durch Krankheit in Notlage

Eine reiche Partie.

Erzählung von Felir von Stenglin. e f 5(Nachdruck verboten).

(Fortsetzung) Nein, nein! Er verscheuchte wieder. Sie hatte nichts vorher gewußt.

als Heiratsvermittler

seiner Eigenschaft und leugnete abermals. Liebes Röschen, wie 1 0 Laß doch den Warns hagen aus dem Spiele! Hab' ich Dich verletzt? O

trübe Sekunde bereiten, niemals, niemals!

Hingebend lehnte sie sich an ihn, und kosten sich von neuem.

Als sie weiter gingen, willst nicht weiter nachforschen. nicht davon sprechen, also dringe nicht Darum ist er doch ebenso lieb. Aber es doch, daß er so klare

Und Hellmuth dachte: Gewiß, aufrichtig sein zu ihr und ihr alles ist nun ein Teil von Dir für immer.

in

erfahren! Das wäre das Ende unserer Liebe! Wie gräßlich es doch ist, Gespenst vor sich zu sehen!

den Gedanken gleich Aber

von anderen Fällen her mochte sie Marns hagen in ennen.

Darum durfte er nichts sagen! Er schämte sich Du darauf nur kommst!

lieber Hellmuth, dann vergieb mir! Sieh ich möchte Dir ja keine

sie lieb⸗

dachte Röschen: Du Du siehst, er will ihn. seltsam ist Thatsachen leugnet Du willst immer sagen, denn sie Aber die

Abmachungen mit Warnshagen darf sie niemals

immerfort dies Immer fürchten zu

hältst sie in den Armen, Du willst an nichts

anderes denken! Mag später kommen, was da will!

Es ist so füß, zu lieben! VIII

Das Hochzeitsmahl im Preußischen Hof war vorüber. Was Speisen und Getränke, den Schmuck der Tafel, die Dekorierung des Saales betrifft, war alles glänzend gewesen

Nun hatte sich die Gesellschaft in zwei kleinere Nebenräume verteilt, wo der Kaffee eingenommen wurde. Später sollte dann im Saal noch getanzt werden. N

An einem Fenster stand Hellmuth mit seiner jungen Frau. Man störte sie nicht. Aus dem Antlitz Beider strahlte das Glück. Röschen. sah schön aus ihrem weißen Atlaskleid, mit dem Kranz im Haar, umhüllt von dem langen weißen Schleier. Dennoch dünkte es Hellmuth, als wenn sie in ihrer einfachen Haustracht liebreizender wäre. Freilich war sie auch wohl nicht so ungezwungen, so heiter, so schelmisch wie an gewöhnlichen Tagen. Der Ernst der Trauung, die Wichtigkeit des Tages, das Ungewisse der Zukunft, ja ein wenig Furcht vor all' dem Neuen, schließlich auch diese große, lärmende Gesellschaft, ihre eigene, feierliche Tracht, das alles machte sie stiller, mehr in sich ge kehrt als sonst.

Er faßte ihre Hand, und so standen sie da. den Ring auf der rechten

geht hervor,

Prätorius, des Gebäudes, liche Statthalter von Ober⸗Germanien residierte, gestanden haben. steine lagen ganz in Mauerüberreste, es muß daher das Gebäude, auf welches sich diese Inschriften auf den Altarsteinen beziehen, ganz in der Nähe desselben haben. 50 Meter weit verfolgt werden konnten, wahrscheinlich eine gewaltige Ausdehnung gehabt, und diese soll statiert werden. wurde auch eine römische Heerst Meter Breite, welche nach der Stadt zuführt, bloßgelegt.

an der Ecke der Zeughausgasse und

Die amtlichen Erhebungen ergaben,

daß alle diese Altäre in dem Fahnen⸗ eiligtum, d. h. in dem heiligsten Raume des in welchem der kaiser⸗ Alle diese aufgefundenen Altar⸗ der Nähe dieser aufgedeckten

estanden Das Gebäude, dessen Mauerwerke 1 at durch weitere Ausgrabungen kon⸗

Ganz dicht bei dem Gebäude raße von acht

Gestern Abend scheute

* Mainz, 31. Aug. Rheinstraße

bewußtlos. Die Persönlichkeit des fremden das Pferd des Flaschenbierhändlers Hein. Das Radfahrers konnte bislang noch nicht festgestellt auf dem Bock sitzende vierjährige Kind des werden. Fuhrwerksbesitzers stürzte auf das Pflaster,

wurde überfahren und war sofort tot. In Essenheim wurde dem Arbeiter K. Janzer von einer Dreschmaschine zermalmt.

der Arm vollständig

* Mainz, 31. August. In unserer Stadt

hat sich eine neue religiöse Sekte, die sich agostolische Gemeinde nennt, gebildet. von ihr erst sich die Staatsanwaltschaft mit ihr zu beschäftigen begann. Frau, deren Sohn ein fanatischer Anhänger der Sekte ist; Medizin entzogen worden, weil die Sekte glaubte, mit religiösen

Es drang Einiges an die Oeffentlichkeit, als

Es starb nämlich vor Kurzem eine alte

die Frau war dem Arzte und jeder

Ceremonien die Todkranke heilen

zu können. Hiervon ist Anzeige emacht worden

und die Untersuchung eingeleitet. Die sogenannten

a f a Apostel und (1884/85) und gab recht wertvolle Kommentare zu vielen theler aus einem Nachbarorte,

Prediger der Sekte sind ein Apo⸗ ein Metzgermeister, und ein Bäckergeselle.

daß die apostolische Gemeinde hier 5060 Mitglieder zählt, Katholiken und Protestanten. Mit dem 1. September wird in Hessen die allgemeine Jagd in Wald und Feld wieder eröffnet. Der Bestand an Hasen ist zufriedenstellend; Rebhühner sind sehr zahlreich.

Vermischtes.

Doppelselbstmord auf dem Friedhof. Vor drei Jahren wurde der S84jährige Setzer Hofmann aus Ebersbach in Sachsen nahe bei der Kirche in Ober⸗ Friedersdorf ermordet aufgefunden. Als der That ver⸗ dächtig wurde der Sohn Hofmanns bezichtigt, da sich am Abend der Blutthat der alte Vater bei ihm aufgehalten. Der junge Hofmann, der seiner Zeit in Untersuchungshaft genommen wurde, mangels Beweise aber wieder entlassen werden mußte, hat sich am letzten Sonntag genau am Jahrestag der Mordthat, mit seiner Ehefrau am Grabe seines Vaters vergiftet. Leute, die den Friedhof zu passieren pflegten, sahen Hofmann öfter vor dem Grab des Ermordeten knieen und die Hände ringen. Ein Milchmädchen fand das Ehepaar. Hofmann lebte noch, starb aber bald; die Frau war tot.

Die reformierte Lehrer⸗Prüfung. Kultus minister: Näher treten! Sie wünschen? Bittsteller: Ich bin Schullehrer mit 670 Mark

und ¼ Klafter Holz Firum. Ich möchte Exzellenz unter⸗

ein Schuhmachermeister

den Steinen von Altären vorgefunden wurden,

9

Sie nickte.Auf der linken haben wir ihn nicht lange getragen.

Thut Dir das leid?

Nein, Hellmuth, gewiß nicht.

Und er schwieg einen Augenblick. Er dachte daran, welche Gründe zur Beschleunigung der Hoch zeit geführt hatten. Das schwarz umrahmte Gesicht Conitzers tauchte vor ihm auf und Warushagens lächelnd höfliche Miene.

Seine junge Frau da vor ihm ahnte von diesen häßlichen Dingen nichts. Die Erinnerung daran aber tauchte immer wieder vor Hellmuth auf. Wenn er nur erst aus dieser ganzen Atmosphäre heraus und mit seiner Frau allein auf der Hech zeitsreise wäre!

Und Röschen dachte: Wie nachdenklich er auf einmal geworden ist!

Inzwischen hatte Warnshagen so manöveriert, daß er mit Herrn von Jürgen einige Worte unge stört sprechen konnte.

Der alte Puhlmann ist ja famoser Laune, sagte Warnshagen.Da scheint er Ihre Mit teilung gut überstanden zu haben. Sie haben ihm doch, wie ich Ihnen riet, wegen der Mitgift die Daumenschrauben angelegt?

Verlegen erwiderte Jürgen:Nein, lieber Warnshagen das hab' ich nicht gethan. Lassen Sie den Mann doch erst zur Ruhe kommen. Daß

Nun tragen wir

müssen.... Weg mit den

Gedanken jetzt! Du

Hand, sagte er.

genügend verschnupft. Da mußte erst wieder gut Wetter werden.

Warnshagen war ärgerlich.Hab's mir ge⸗ dacht! Die besten Karten geben Sie aus der Hand. Der Mann ist nicht so zartfühlend, wie Sie viel⸗ leicht denken, und selbst wenn Sie ihn noch mehr verschnupft hätten, er hätte Ihnen nachgeben müssen. Kurz vor der Hochzeit, wo alles vor⸗ bereitet war, und er nicht zurück konnte, hätten Sie die Auszahlung der Mitgift verlangen müssen. Er hätte sie Ihnen vor Zeugen zu einem bestimmten Termin zusichern müssen. Jetzt sind Sie gebritscht. Benutzen Sie wenigstens seine heutige gute Laune. Kommen Sie, wir wollen ihn bei Seite nehmen und ihn das Versprechen abgeben lassen

Nein, erwiderte Jürgen ernst,auf keinen Fall. Jetzt eine Szene, das wäre was wir ge⸗ brauchen könnten! Wir werden später darauf zu⸗ rückkommen.

Nun wurde auch Warnshagen sehr ernst:Und wann, sprach er förmlich,werden Sie mir die ausbedung ne Provision zahlen?

Sobald die Mitgift gezahlt ist.

Das ist kein Termin. Der späteste Termin ist der schriftlich fixierte: vier Wochen nach der Hochzeit.

TFortsetzung folgt.)

wir die Hochzeit so betrieben, hat ihn schon