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Gießen, Sonntag, den 1. August
1897.
Poftztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Ausgabe
Gießen.
ssche Landeszeitung.
Poftztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
i Redaktion: N Kreuzplatz Nr. 4. 2
9 F 0* 2*. 5 1 5 75 Lokales und Provinzielles.
„Gießen, 31. Juli. Eine Verbindung ser bestehenden deutschen Arbeits⸗Nach⸗ veisstellen wird seit längerer Zeit geplant. Den Bemühungen des Herausgebers der„So— talen Praxis“, Privatdozent Dr. Jastrow in Berlin, ist es gelungen, daß noch in diesem Herbst ein Kongreß der deutschen Arbeits⸗Nach⸗ beisstellen stattfindet. Die Stadt Gießen wird gutem Vernehmen nach durch Herrn Beigeord— neten Wolff, Mainz durch Oberbürgermeister Gaßner vertreten sein.
Gießen, 31. Juli. Das Universal⸗Reise⸗ Bureau J. Schottenfels u. Co. schreibt uns: Die Vorbereitungen für die am 4. September stattfin dende große Kaiserparade bei Homburg v. d. Höhe weden mit aller Energie gefördert. Auf die Bahnhöfe wörden Stabsoffizier, als militärische Stations⸗Komman⸗ bauten, zur Unterstützung der Bahnhofsvorstände komman⸗ hiert, so in Frankfurt, Mainz, Hanau, Aschaffenburg ꝛc. Es werden mehr als 50 000 Mann in Parade stehen, da aus anderen Korpsverbänden noch Kavallerieregimenter zu⸗ gegogen werden, sowie eine Radfahrerabteilung ge⸗ bildet ist, welche zum ersten Male bei einer Parade mili⸗ törssch in Erscheinung tritt. Es wird ein höchst uteressantes Bild werden, Radfahrer in Parade⸗ marsch vorbel kommen zu sehen. Der Parade wohnen viele Fürstlichkeiten bei. Außer dem Kaiser, der Kaiserin und der Kalserin Friedrich werden u. a. anwesend sein: Der König und die Königin von Italien, die Könige von Sachsen und Württemberg, der Prinzregent von Baiern, die Großher⸗ züge von Hessen, Baden und Sachsen, Fürst von Hohen⸗ zullern, Prinz von Wales, ein russischer Großfürst, eine gtoße Anzahl fremdländische Offiziere, ferner befinden sich im Gefolge des Kaisers der Kriegsminister, Generaloberst Graf Waldersee und der große Generalstab der Armee. Das Hauptquartier wird sich während 6 Tagen in Hom⸗ burg befinden. Die Festhalle des Mittelrheinischen Kreis⸗ kurnfestes wird für 150 Pferde des kaiserlichen Hofmar⸗ schalls eingerichtet. Mit Herrichtung des Paradefeldes it bereits der Anfang gemacht. Die Pioniere machen bereits die Ueberbrückungen der Gräben und verlegen die zu sperrenden Fahrstraßen. Mit dem Bau der großen Zuschauertribüne ist gleichfalls schon begonnen. Der Frem⸗ denzuzug wird ein enormer werden. Die Sonderzüge zum Poradeseld werden in Kürze durch die königliche Eisen⸗ bahndirektion bekannt gemacht. Die königl. Eisenbahn⸗ direktion Frankfurt a. M. wird am Paradetage Extra⸗ züge mit 50 Prozent Preisermäßigung ab⸗ sassen, worüber nähere Mitteilungen noch folgen werden. Außerdem ist für Fahrgelegenheit von Frankfurt nach der Paradetrübine und wieder zurück, gesorgt, worüber Näheres beim Reisebureau Schottenfels u. Co.
Gießen, 31. Juli. In der gestrigen Stadt⸗ verordneten⸗Versammlung wurde als erster Punkt der Tagesordnung über die Herstellung erhöhter Trottoirs in der Licherstraße verhandelt. In Betracht kommt die Strecke bis zur Landmannstraße. Der im Etat vorgesehene Kostenaufwand in Höhe von 9200„ wurde von der Baudeputation genehmigt und fand auch die Zustimmung der Versammlung.— Ab⸗ weichend von der Reihenfolge der Tagesordnung sei nach⸗ stehend zunächst die Erledigung einer Anzahl von Ge⸗ suchen aufgeführt: L. Seuling erhält die Erlaubnis, in der Wallthorstraße ein Doppelwohnhaus bauen zu dürfen.— Genehmigt wurde ein Gesuch des Josef Rüsing um Erteilung der Erlaubnis zum Wirtschafts⸗ betrleb im Hause an den Bahnhöfen 47, sowie ein gleiches Gesuch der Firma Birkenstock und Schneider für das Haus Nordanlage 1(Lahnstein); abgelehnt wurde dagegen dasjenige des Karl Retter, im Hause Wallthorstraße Nr. 2 Wein und Branntwein ausschenken zu dürfen, da die Bedürfnisfrage als nicht vorliegend kachtet wurde.— Die Allgemeine deutsche Klein⸗ bahngesellschaft, die den Bau der Bahnstrecke Gießen⸗Bieber übernommen hat, wandte sich in einer Eingabe an die Stadtverordneten um Ueberlassung des jetzigen Viehmarktplatzes. Nach dem vor⸗ liegenden Bauplan ist das Gelände des letzteren zur Ausschüttung des Bahnkörpers in Aussicht ge⸗ nommen und man beabsichtigt, recht bald mit dem Bau der Bahn zu beginnen, um den Vorurteilen, die haupt⸗ sächlich die Einwohner Heuchelheims dem Bahnbau ent⸗ gegenbringen, zu begegnen. Die Baudeputation und Marktkommission stimmten dem Vorschlag zu, den Vieh⸗ markt auf die gegenüberliegende(nördliche) Seite der Rodheimerstraße zu verlegen, bei starkem Auftrieb event. noch einen Teil von Oswalds Garten zu benutzen, ferner Bäume und Pflaster auf dem alten Vieh⸗ markt zu gunsten der Stadt zu verwenden. Stadtv. Löber hält den in Aussicht genommenen Platz für zu lein und knüpft daran das Bedenken, daß man, dadurch den Markt verderben könne. Beigeordneter Wolff tritt diesen Ausführungen mit der Bemerkung entgegen, daß der alte Viehmarktplatz einen Flächenraum von 4700 Qm. enthält, der in Aussicht genommene Platz aber nur um 700 Qm. kleiner sei; auch Stadtv. Brück hält den neuen Platz für genügend. Die Mehrheit der Bersammelten ist mit den letzteren Ausführungen einverstanden, womit die provisorische Verlegung des Viehmarktes beschlossen ist.— Bemerkt sei noch, daß mit der Auf⸗ schüttung des alten Platzes(wozu die Erdmassen dienen ollen, die bei den gegenwärtigen Bauarbeiten an der
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Fetertagen. Preis der Auzelgen t 10 Pfg. für die Bspaltige Wetitzeile,
Verwendung schulpflichtiger Kinder zum Kegel⸗ schubdienst Klage geführt und die Stadtverordneten gebeten, den Inhabern von Kegelschubanlagen die Ver⸗ wendung der Kinder zu fraglichem Zweck gänzlich zu untersagen. Die körperliche Anstrengung beeinflusse nicht allein den Unterricht, viel schlimmer seien noch die sittlichen Gefahren, die der Kegelschubdienst mitz sich bringe. Da sich auch der Schulvorstand in gleichem Sinne ge⸗ äußert, wurde nach Anhörung der Polizeiverwaltung elne Verordnung in Vorschlag gebracht, welche den Inhabern von Kegelbahnen unter Androhung von Strafe untersagt, Kinder zum Kegelschub— dienst zu verwenden. Die Versammlung stimmt dieser Polizei⸗Verordnung zu.— Es folgt eine geheime Sitzung. * Gießen, 31. Juli. Anscheinend von Er⸗ folg gekrönt sind unsere beiden Eingesandts, die sich gegen den allzu frühen Beginn des Schul- unterrichts, namentlich der kleineren Kinder, richteten. Wie uns mitgeteilt wird, beginnt von Montag, den 2. August ab in der städtischen Mädchenschule der Unterricht eine halbe, resp. eine Stunde später, als seither. Wir gönnen den Kleinen die Verlängerung des Schlafes von Herzen. * Gießen, 31. Juli. Stramme Sol⸗ daten scheint unsere Garnison zu haben! In „freudestrahlenden Briefen“ teilen nämlich„unsere“ Marsjünger den hier wohnenden Eltern, Bräuten ꝛc. mit, daß sich das Regiment bei dem gestrigen Brigade⸗Exerzieren im Griesheimer Lager so tapfer benommen hat, daß die 1.(Leib)⸗ Kompagnie als Ehrenwache des Kaisers während dessen Anwesenheit in Homburg bestellt worden ist. * Gießen, 31. Juli.(Einbruchs dieb⸗ stahl.) In vergangener Nacht wurde auf der Liebigshöhe dahier eingebrochen und dort⸗ selbst verschiedene Eßwaren und mehrere Flaschen Champagner entwendet. Der bisher unbekannte Dieb hat seinen Weg durch das offenstehende Abortfenster genommen und sich mit seiner Beute durch die Hausthüre, in welchem der Schlüssel steckte, entfernt. * Gießen, 31. Juli. Ein seltsamer Prozeß. In einem Gasthof in Mainz stieg etwa vor einem Jahre der Reisende einer Fabrik bei Kassel ab, verweilte mehrere Tage und er— klärte bei seiner Abreise, seine Rechnung nicht begleichen zu können. Seinen Musterkoffer ließ er freiwillig als Pfand zurück mit dem Be⸗ merken, er wolle ihn in einigen Tagen wieder abholen. Nach einigen Tagen erhielt der Gast⸗ wirt von der Firma, der der Reisende angehört hatte, die Aufforderung, den als Pfand zurück⸗ gelassenen Musterkoffer unmittelbar an die Firma zu senden. Darauf erwiderte der Wirt, er gebe den Musterkoffer nur gegen Bezahlung der Schuld des Reisenden heraus. Die Firma verklagte nun den Gastwirt auf Schadenersatz. In der ersten Instanz wurde die Klage abgewiesen und die Klägerin in die Kosten verurteilt. Gegen dieses Erkenntnis legte die Firma Berufung ein. Das Oberlandesgericht in Darmstadt fällte nun sein Urteil dahin, daß die klagende Firma, die durch den Nichtbesitz ihrer neuesten Muster, die sich in dem Koffer befänden, in ihrem Geschäfts⸗ betriebe geschädigt sei, berechtigt ist, von dem be⸗ klagten Gastwirt eine Entschädigungssumme von 5000 4 nebst den entstandenen Kosten zu for⸗ dern. Nun nahm der internationale Verband der Gasthofbesitzer und der Verband deutscher Gastwirte die Angelegenheit in die Hand und ließ Revision an das Reichsgericht einlegen, um einen Berufungsfall zu schaffen. i
h. Großen ⸗Buseck, 31. Juli.(Berich⸗ tigung.) Herr Gastwirt Heinrich Größer schreibt uns, daß wir in der gestrigen Nummer gelogen und den Gastwirt Gengnagel als Fest⸗ wirt bei dem Sommerfest des Gießener Beamten⸗ Vereins„hingestellt“ hätten. Nicht Gengnagel, sondern er(Größer) sei als Festwirt von dem genannten 1 95 vorgesehen und bestimmt.—
8 solls recht sein. W e 30. Juli. In der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch wurde in die Hoh⸗ mannsche Wirtschaft„Zum Taunus“ in Fried⸗ berg, in der darauf folgenden in zwei Wirt⸗ schaften und drei Bauhütten in Bad Nauheim eingebrochen und Viktualien, Getränke, Garde⸗ robestücke von Arbeitern usw. entwendet. Die Art der Ausführung läßt darauf schließen, daß man es mit denselben Dieben zu thun hat, welche vielleicht einen Streifzug in die Gegend unternehmen. Die sehr rührige hiesige Gen⸗ darmerie ist mit eifrigen Nachforschungen nach den bis jetzt noch unermittelten Einbrechern be⸗ faßt. Auch falsche Markstücke gelangten hier zur Ausgabe, ohne daß man die Personen
dia melleser⸗Vahn verwandt werden) erst nach Einrichtung 55 neuen VBiehmarktplatzes begonnen werden soll.— Oberlehrer Hahn hatte in einer Eingabe über die
[Friedberg wurde
d b issentlich die hätte feststellen können, welche wissen
i i irkulation gesetzt hatten.— In Folfdperg 11 die Engel⸗Apotheke
des Herrn Fr. Müller für 200 000. an den Apotheker Felix Bachstüber in Heidelberg verkauft.
* Ruppertenrod, 29. Juli. Eine 70 jäh⸗ jährige Frau, die im Januar d. J. plötzlich in unserem Orte auftauchte, ist gestern beerdigt worden. Sie wußte weder woher sie kam, noch wohin sie wollte und man konnte damals nur aus ihr herausbringen, daß sie aus Bernshausen bei Suhl in Sachsen-Meiningen stamme. Auf die dort angestellten Nachforschungen erfuhr man, daß die Person schon seit 20 Jahren abwesend sei und niemand zu Verwandten habe. Da das Mütterlein, das geistig nicht normal erschien, der Pflege bedürftig war und weder weiter wollte, noch konnte, so mußte die hiesige Ge⸗ meinde für seine Unterbringung Sorge tragen; die Kosten der Verpflegung fielen dem Kreis⸗ und Provinzialverband zur Last.
* Darmstadt, 30. Juli. Die Steuer- aufseher des Großherzogtums haben eine Petition an die zweite Kammer gerichtet, in der sie ein pensionsfähiges Gehalt von 1200, steigend bis zu 2000, und Taggelder für auswärtige Dienstgeschäfte in Höhe der Hälfte der Diätensätze der Steuerkontrolleure oder ein jährliches Diätenversum von 300 500 A an⸗ streben.
* Mainz, 30. Juli. Der seit Jahren be⸗ stehende und immer wieder von der Bildfläche zurückgetretene Plan einer direkten Bahnver⸗ bindung Mainz⸗Wiesbaden mit Ueber⸗ brückung des Rheins über die Petersane oberhalb Amöneburg tritt neuerdings in Verbindung mit dem projektierten Bahnhofumbau in Wiesbaden wieder in den Vordergrund. Die von dem Oberbaurat Kramer von der Hessischen Ludwigs⸗ bahn vor Jahren entworfenen Pläne werden gegenwärtig mit Rücksicht auf die durch den Bahnhofsumbau in Wiesbaden bevorstehenden Veränderungen einer Umarbeitung unterzogen.
Vermischtes.
— Ein gefürchteter Restaurator. Aus Wien berichtet das„Neue Wiener Tageblatt“: Außer einem engeren Kreise von Künstlern, dem Anton Batsche, der vor Kurzem in Hütteldorf dahingeschiedene Restau⸗ rator antiker Kunstgegenstände, durch seinen Beruf nahe⸗ stand, haben diesen Mann gewiß nur die Allerwenigsten gekannt. Es ist nun einmal Sitte, daß restaurierte an⸗ tike Kunstgegenstände— es handelt sich nicht um Ge⸗ mälde, sondern um Zierat und Liebhabersachen jeder Art aus früheren Jahrhunderten— bei Kunst⸗ und Antiqui⸗ tätenhändlern erworben werden, diese aber die Namen der modernen Künstler, durch deren Hände jene Werke oft erst verkaufsfähig gemacht werden, absolut nicht nennen. Ein solcher Künstler ist noch mehr als die meisten anderen auf den Händler angewiesen, er kann aus finanziellen Grün⸗ den nicht warten, bis ein Amateur kommt, und er kann auch diesem nicht nachlaufen. Für den Händler dagegen ist es vitales Geschäftsinteresse, daß der Name des Restau⸗ rators verborgen bleibe, da er ja das restaurierte antike Werk zumeist als etwas Originales, durch keinen modernen Meister Ergänztes gelten lassen und bezahlt haben will. Anton Batsche war nun in seiner Kunst so vollendet, daß, wenn er beispielsweise einen alten Meister imitierte, nicht nur Laien, sondern oft sogar Fachleute die Imitation vom Originale nicht zu unterscheiden in Stande waren. Ur⸗ sprünglich Graveur, wandte er sich bald der Restaurierung antiker tauschierter Kunstsachen, insbesonderer aller Gattungen von Rüstzeug, Stahltauschierungen, goldein⸗ gelegten Arbeiten ꝛc. zu, die er wie kein zweiter mit Meisterschaft durchführte. Die mannigfachen Schäden, durch welche derartige Objekte oft geradezu wertlos werden, verstand nun Batsche in tadelloser Weise wettzumachen; er restaurierte ein auf welche Art immer verunstaltetes an⸗ tikes Kunst⸗ oder Liebhaberobjekt so vollkommen harmo⸗ nierend mit allen übrigen noch vorhandenen Teilen, daß es oft einfach unmöglich war, die von ihm hinzugefügten Ergänzungen zu erkennen. Man— fürchtete schließlich seine Kunst so sehr, daß manche Museen ihm den Zu⸗ tritt in ihre Räume nicht gestatteten aus Sorge, daß er einen der ausgelegten antiken Gegenstände imi⸗ tieren und in Verkehr bringen könnte. Freilich, wer den lauteren Charakter Batsches kannte, wußte, daß er einer solchen That fähig war. Gelegentlich zeigte ein Amateur einem gewiegten Kenner ein phantastisch ausgeführtes Kunstobjekt mit sehr antikem Gepräge, dessen Wert der Fachmann nach längerer eingehender Betrachtung auf viele tausend Gulden tapierte, weil es nach dem Geiste der Ausführung von einem alten Meister herrühren mußte. Da drückte der Amateur lächelnd an eine Ecke jenes Gegenstandes und— es kam an einer durch eine Metall⸗ platte verdeckten Stelle der Name Batsches und nicht der des vermeintlichen alten Meisters zum Vorschein. Trotz seiner Kunstfertigkeit war das Leben Batsches durchaus kein rosiges. Für seine Arbeiten erhielt er im Allgemeinen verhältnismäßig bescheidene Preise, wie viele andere Künstler seiner Art, die aus den erwähnten Rücksichten nicht in die Oeffentlichkeit treten dürfen. Jetzt, nach seinem Tode, hat man außer einer Anzahl kleinerer Kunst⸗ sachen in seinem Nachlaß einen Tisch gefunden, der wohl das Originellste ist, was in neuester Zeit in dieser Art
geschaffen wurde. Batsche arbeitete aber auch an diesem
2 Expedition: 84 Kreuzplatz Nr. 4.
Tische volle 25 Jahre! Der Tisch selbst besteht aus einer auf einem Holzgestell ruhenden Kehlheimer Platte, die je nach Wunsch bald rund, bald viereckig verstellt werden kann. Die Platte zeigt im Basrelief geätzt eine Fülle von all⸗ gegorischen Figuren und Ornamenten, von welchen, so zahlreich sie auch sind, sich kein einziges auf dem weiten Felde wiederholt. Anton Batsche, der ein Alter von 70 Jahren erreichte, hinterläßt nicht nur als Künstler, sondern auch als Mensch ein gutes Andenken.
tande samtliche Nachrichten. Geburten.
Am 20. Juli. Dem Landwirt Hermann Haubach 1 Sohn. 22. Dem Georg Hauptmann von Stössel 1 Sohn, Heinz Siegmund Georg. 22. Dem Schneider Karl Schnell 1 Tochter. 22. Dem Schriftsetzer Jean Feußner 1 Tochter, Elisabethe Käthchen Lina Johanna.— 24. Dem Heizer Johann Peier Barthen 1 Tochter, Anna Sophie. 24. Dem Schmied Friedrich Kaleski 1 Sohn, Max Franz Emil. 26. Dem Schlosser Wilhelm Bayer 1 Tochter, Magdalene Anna Elisabethe.— 27. Dem Steinhauermeister Jacob Atzbach 1 Sohn.— 28. Dem Kaufmann Karl Wenzel 1 Sohn.— 29. Dem Posthilfs⸗ boten Georg Lenz 1 totgeborenes Kind weibl. Geschlechts.
Aufgebote.
Am 23. Juli. Nicolaus Ißley, Fabrikarbeiter dahler, mit Margarethe Schomber hierselbst.— 24. Konrad Boß, Schneider dahier, mit Susanne Henriette Koob hlerselbst. — 26. Dr. Ludwig Dalquen, prakt. Arzt zu Heldenbergen, mit Pauline Justine Katharine Arnold hierselbst.— 28. Karl August Krugmann, Kaufmann zu Heidelberg, mit Anna Elisabethe Lina Wißner hierselbst. 28. Karl Beppler Zimmermann zu Traishorloff, mit Marie Göbel daselbst. 28. Ernst Gotthold Hemvel, Mechaniker dahier, mit Anna Elise Ida Georgi zu Dambach.— 29. Adolf Karl Ludwig Noll, Fabrikant dahier, mit Emmy Sophie Karoline Cappenberg von Steele.
Sterbefälle.
Am 16. Juli. Karl Wilhelm Brühl, 23 Jahre alt, Kaufmann dahier. 16. Philipp Hohmeier, 41 Jahre alt, Weißbindermeister dahier.— 24. Charlotte Margarethe Elisabethe Ostermann, 9 Tage alt, Tochter von Schreiner Karl Ostermann dahier. 24. Margarethe Conrad, 16 Jahre alt, Dienstmagd zu Wieseck. 24. Benjamin Klin, 40 Jahre alt, Kaufmann von Charkow in Rußland. — 286. Louise Georgine Auguste Henriette Kinkel, geb. Schmidt, 43 Jahre alt, Ehefrau von Kaufmann Georg Kinkel dahier.— 27. Karl Peter, 2 Jahre alt, Sohn von Schreiner Karl Peter dahier. 27. Heinrich August Röhrig, 1 Monat alt, Sohn von Taglöhner Konrad Röhrig dahier.— 28. Konrad Eisinger, 75 Jahre alt, Förster von Hasselborn, Kreis Usingen. 28. Luise Auguste Kanold, 1 Jahr alt, Tochter von Schutzmann Oskar Kanold zu Darmstadt. 28. Luise Zörb, geb. Bepler, 53 Jahre alt, Ehefrau von Landwirt Johannes Zörb II zu Hörnsheim.— 29. Karl Hochstein, 25 Jahre alt, Kaufmann von Grünberg. 29. Wilhelm Christian Heinrich Groß, 6 Monate alt, Sohn von Sattlermeister Friedrich Groß, dahier.— 30. Karl Zinßer, 30 Ja hre alt, Scribent, dahier.
Neueste Telegramme.
Hd. Berlin, 31. Juli. Da das Konsistorium zum zweiten Male die Wahl des Pastors Iskraut zum Pfarrer der Sophienkirche nicht bestätigt hat, ist aus der Gemeinde eine Eingabe an den König zu gunsten Iskrauts emacht worden.(Warum wird eigentlich diese Staats⸗ stütze nicht bestätigt?)
Hd. Krackau, 31. Juli. Hier haben 1200 Zigarren ⸗Arbeiterinnen die Arbeit eingestellt. Sie verlangen Abschaf fung einer Maschine englischer Er⸗ findung, welche täglich 130,0 00 Stück Cigaretten herstellt. Polizei⸗Soldaten beruhigten die Arbeiterinnen, welche die Fenster einschlugen und die Tische zer⸗ trümmerten. Militär erhielt Befehl, sich bereit zu halten.
Hd. London, 31. Juli. Der„Standard“ meldet aus Moskau, Präsident Faure werde dem Stapellauf eines russischen Kreuzerpanzers beiwohnen, welcher auf den Namen Paris ge⸗ tauft werden soll.(Schrecklich! Schrecklich!)
Marktpreise.
Gießen, 31. Juli. Auf dem heutigen Wochen⸗ markt kostete: Butter p. Pfd. 0,85 1,10 Mk., Hühnereier per St. 6, 2 Sck. 11 Pfg., Enteneier 7 Pfg., Gänseeier 12 Pfg., Käse 5— 8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 18, Linsen 27 Pfg., Tauben per Paar 0,70— 0,90, Hühner p. St. 1,20— 1,40, Hahnen 0,90— 1,30, Enten 1,50— 1,70, Gänse per Pfund 48— 54, Ochsenfleisch 66-74, Kuh⸗ und Rindfleisch 60 bis 66, Schweinefl. 64— 72, Schweinefl., gesalzenes 76, Kalbfleisch 56— 60 Pfg., Hammelfleisch 50—60, Kartoffeln pro 100 Kilo 5—9, Zwiebeln per Zentner 8—9 Mk., Kirschen per Pfund 15— 23 Pfg., Milch per Liter 16 Pfg. Gurken 100 Stück 75- 2,00 Mk.
Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmawuschen Buchdruckerei, Gießen, Schloßgasse 13.


