Gießen, Mittwoch, den 1. Jannar
1896.
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ein Hiesiger Arzt, Herr Br. Eichhorn fr., welcher als Zeuge vernommen wurde, die Aus— sage machte, daß Bugner an den Tagen, wo er unentschuldigt dem Dienste fern blieb, thatsächlich krank gewesen sei! Man erwartet hier allgemein, daß die Bürgermeisterei alle Instanzen erschöpfen wird, um womöglich diesen Beschluß wieder zu Falle zu bringen.
* Darmstadt, 30. Dez. Der Hauptstaats⸗ kassedirektor Ludolf Kramer in Darmstadt wurde zum Mitgliede der Verwaltungskommission der Landeskreditkasse im Nebenamte ernannt.
h. Darmstadt, 31. Dez. Das Großherzogliche Ministeri um des Innern und der Justiz, Ab⸗
15. A xrite
daß
Hefchelheii Kommerzienrat Hehligen⸗ staedt, Postsekretär a. D. Mayer, Louis Petri III., Direktor Dr. Rausch, Landgerichts— Präsident Freiherr v. Ricou, Postdirektor Ritzert, Oberst v. Rosenberg, Landgerichts— rat Dr. Schäfer, Stadtv. Scheel und Rechts⸗ anwalt Wagner. Ferner wurde ein geschäfts⸗ ö führender Ausschuß, dessen Vorsitzender Ober⸗ bhürgermeister Gnauth ist, aus folgenden Herren gebildet: Beigeordneter Wolff, Stadtv. Kirch, Stadtv. Haubach, Landtagsabg. Rechtsanwalt Metz, der Vorsitzende des Turnvereins, Her— bert, der Vorsitzende des Gesangvereins„Sänger⸗ krauz“, Berg. Es wurde beschlossen, die eigent⸗
8 5 5 2 8 teilung für Schulangelegenheiten, hat an die liche Feier auf den Sonntag, den 19. Januar, Direktionen der Gymnasien, Realgymna⸗ zu verlegen, der geschäftsführende Ausschuß beauf⸗ sten, Realschulen, höheren Mädchenschulen, tragt, die nötigen Arrangements zu treffen. i
Schullehrerseminarien, Taubstummenanstalten
„Gießen, 30. Dez: und der Blindenanstalt, sowie die Großherzog⸗
Heute Abend tagte im
„Einhorn Hotel das Comitee zur Errichtung lichen Kreisschulkommissionen folgendes Aus— eines Kriegerdenkmals. Das Ergebnis der schreiben 1 5 1 solg 8 Sammlungen für diesen Zweck soll bis jetzt Am 18. Januar 1896 werden fünfund—
Mk. 17000 betragen. 1* Gießen, 31. Dez. Wie der sogen. Volks- 0 wohlstand aussieht, geht recht klar aus fol⸗ gender Aufstellung der„Centralstelle für die hessische Landesstatistik“ hervor. Darnach sollten im Großherzogtum im Jahre 1893/94 in 2588 001 verschiedenen Posten in Summa Mark 3989 717 an direkten Steuern erhoben werden und zwar einschließlich der Rückstände aus frühe— ren Jahren. Von dieser Summe blieben jedoch 278 126 Posten im Betrag von Mk. 1355 453 vückständig. Wie sich die bezügl. Verhältnisse
zwanzig Jahre seit der Kaiserprokla— mation in Versailles verflossen sein. Wir halten es für angemessen, daß die gesammte Schuljugend des Landes diesen vaterländischen Gedenktag mit ihren Lehrern festlich begeht und dabei in geeigneter Weise über die Segnungen belehrt wird, die dem deutschen Volke aus der Begründung seiner Einheit und der Aufrichtung des Reiches erwachsen sind.
Sie wollen deshalb in den Ihnen unterstellten Schulen für den 18. Januar eine der Bedeutung
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C 0 8 f und Würde des Tages entsprechende Schulfeier
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gemeinen Feier des 18. Januar 1896 und zu dessen Vorsitzenden Herr Oberbürgermeister Morneweg gewählt. Die Feier soll am Abend
Summen sind es nur, die die Leute aus großer Not schuldig bleiben und dafür die häufigen Be⸗ suche der Gerichtsvollzieher empfangen müssen. Hewiß würden sie sich gern den Pfändungen utziehen, wenn sie könnten. Wenn aber Tausende nicht einmal im Stande sind, die nur derhältnißmäßig niedrigen directen Steuern i zahlen, so u ist es um so ungerechter, Kaffee derart verbrüht, daß man das demselben Armen an indirecten Steuern Schlimmste befürchtet.— Einem in der Offen⸗ boch viel mehr abz unehmen.(Vergl. unsere bacher Gasanstalt beschäftigten Arbeiter platzte dotiz„H. Aus Hessen.“) eine Ader des einen Beines. Der Blutverlust Gießen. Die auf Montag Abend in den war alsbald ein so starker, daß der Mann mittels Postkeller“ vom Kaufmännischen Verein einbe- einer Droschke in seine Wohnung verbracht werden zufene öffentliche Versammlung war nicht so
stattfinden.
R. Aus Hessen, 31. Dez. Am zweiter
sieben Monate altes Kind durch kochenden
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mußte.— Der Maurergeselle Wörtche aus Groß⸗
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Hämmer, zusammen?— Beklagter: Aus die Frage sehe ick schon, daß ick hier erscht een öffentlichet Jeheimnis aufdecken muß. Sehen Se, Herr Jerichtsrat, der Kläjer is nämlich jrade so'n Komponiste, wie Sie eener sind, viel⸗ leicht noch wen'jer. Koofmich is er, Jeschäftsfritze, Stadt⸗ reisender für Band, Kuöppe, Litzen und Borten bei brieder Löwe. Nebenbei klimpert er auf det Pimpanino, wat ihn so jrade von andere Melodien infällt un det hält er dann for'ne janz alleene ansjedachte Komposition.— Richter: Dann wundert es mich, daß Sie ihm die musi⸗ kalische Illustration eines von Ihnen verfaßten Stückes an⸗ vertraut hatten. Beklagter: Allmächtiger Jott; Irade det is ja det Jute. Wenn die Leute wat bekanntes hören, dann freuen Se sich desto forscher. Aber drann een Millionär werden wollte, det fand ick zu quatfch. — Richter: Er muß doch für Mühe und Arbeit ein Aequivalent erhalten;— Beklagter: Mühe und Arbeit? Allmächt'jer! hatten janz andere. Er mutzte sich Note für Note von' Kapellmeester uffetzen lassen. Nu sah det zu ulkig aus, wenn er uf'n Klafünf rumsuchte und der Kapellmeester mit'n Notenblatt in de Hand schrieb un lachte. Un ick lachte ooch, un der Direktor lachte ooch un wat sonst noch bei war un Fips ooch. Jebrijens hat er sein Jeld je— kriegt, wenn boch teilweise in kleenere Abzahlungen wie't heutzu⸗ tage bei den sojenannten wohlhabenden Bürjerstand alljemeenig⸗ lich Sitte is.— Richter: Wodurch eutstand der Streit?— Bekl.: Sehn' Se, nu kommen wir druf. Er schumpfte nämlich uff mir wie'n Rohrspatz, daß ick boch so'ne jewehnigliche Schmiersorte sein dhäte, und det ick'n Bedrieger bin un det det Stück, was meine Dichtung is, erscht durch seine scheene Musieke for't Publikum jenießbar is un mehr so'ne Jemeinheiten.— Richter: Daranfhin schlägt man doch nicht gleich?— Bekl.: J Jott bewahre, nich in de Hand. Dadrieber det die Musieke jut is, jebt es blos eene Stimme, und det is seine eine. Aber det Stücke, jroßartig Herr Jerichtsrat. Ick sage Ihn', kommen Se blos mal hin, ick wer Ihn' nachher een Freibuljet verehren, ick sage Ihn',
Die
des 18. oder 19. Januar im städtischen Saalbau nachten wat for de Ar
Ne Fa;; f in ick mit'n jrößten Fracht vagen. M Weihnachtsfeiertag wurde in Offenbach ein ick mib irößten Fracht vagen.
zu Neujahr rauskommt, bringt mir det lan ge 1 b Uebrijens lade ick det janze hochwohljeborne J„ fahren zu de Primjäre in.— Mit komischer za
verläßt Was
Berlin
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n Gerichtssaal.
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det er
ition: chloßgasse 13.
us Mädchen unter⸗ in Liebes verhältnis in Otto Finger, aus der Elisabeth⸗ Verbindung der tern Fingers ihre sem Grunde wäre beinahe zu einem nen. Finger kaufte und brachte sie in nit. Diese redete elbstmord aus und in Heiligabend er— ur Bescheerung in en blieb bis 12 Uhr 5 seine Eltern im ing des Fräulein abzuholen, fanden u Feiertage nach— lte die Friseurin ze 23 ihre jüngere erhielt aber auf Sie ließ daher, rch einen Schlosser er als Leiche im der sie das Cyan⸗ if dem Tische vor ei Briefe, einer an dessen Eltern und Ihren Bräutigam n zu bleiben. Da en, so sei ihr das Eltern des Bräu— hon vor vierzehn terben können; sie res Geliebten nicht b nunmehr allein te Schwester bittet und den Schmerz Leiche wurde nicht Nied bis zur Beerdigung
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in
rel U 7 UAA der Wohnung.
Kindermund. Die kleine ersten Male mit der Mutter das Theater besuchen. Als sie dort allerlei Fragen stellt, sagt die Mutter zu ihr:„Kind, man darf während der Vorstellung nicht sprechen.“„Aber Mama“, wirft die Kleine ein und zeigt auf die Bühne.„Die Leute da droben sprechen ja in Einem fork.“ Geretteter Knalleffekt. Regisseur(zum Direktor einer Schmiere):„Wir können den Helden in dem Stück doch nicht schießen lassen! Damals gab's ja noch gar kein Pulver!“ Direktor: „Das macht nichts! Wir lassen's ihn in einer Scene erfinden!“
Elise darf zum
Letzte Telegramme.
Hd. Wien, Reichskanzler Fürst Hohenlohe, welcher gestern Abend das Diner beim deutschen Botschafter, Grafen Eulenburg einnahm, verließ heute Morgen 3 Uhr Wien und fuhr mit dem Courierzug der Nordwestbahn nach Berlin zurück.
31. Dez.
steins ist
Hd. Paris, 31. Dez. Die Libre Parole behauptet, daß der Marine-Minister Lockroh mit⸗ schuldig an der Veröffentlichung der falschen Panamaliste in der France sei. Derselbe habe
bezweckt, die Affaire Norton wieder auf das Tapet zu bringen. Hd. Triest, 31. Dez. Die Ankunft Hammer⸗
für heute früh signalisirt. Derselbe wird auf einem Lloyd⸗Dampfer hier eintreffen.
Sie Iachen nich ichief un nucklia. Wiskeus- aum Sthrcin Hd Madrid, 31. Dez. Einem offiziellen
m aus Kuba zufolge, haben die spani⸗
. ippen die Banden der Insurgenten unter
16 1 8 9 20 2 22 2 24 s jomez und Rodriguez verfolgt, das Lager
rgenten eingenommen und diesen große
7 10 beigebracht. Das klingt sehr spanisch.
öudon., 31. Dez. Nach Nachrichten aus Ve⸗
rscht unter der dortigen B völkerung andauernd
2 a 2 8——— I- eische Stimmung. Der Peäsident erklärte offi⸗
bin keen Freund von't Unjesetzliche, dadrum laugte ich ihm ziell, das Land sei völlig kriegsbereit und der Krieg könne e Nu denken Se mal an, fordert mir nu der uf zu'n schon morgen beginnen. a
S richter, ick wer' mir doch mit so'n Musikkomm is Hd. Ro m, 31. Dez. Die Nachricht, daß König Me⸗
nich hinstelleu.— Richter: Das hätten Sie schon thun nelik zu sehr günstigen Bedingungen mit den Italienern
sollen, es wäre besser gewes Bekl.: Na, hätten Sie einen Frieden ertrag schließen will, wird bestätigt. Me⸗
es verleicht andersch je Ick will ja jerue zu Weih⸗ nelik will jedo durchans seine Unabhängigkeit bewahren.
Armen jeben, schon vor Freude, det Welchen Entschluß die italienische Regierung diesem An⸗
die Knallschote gesessen hat. Der Beklagt wird zu trage gegenüber fassen wird, ist noch unbestimmt. Jeden—
1 fünf Mark Geldstrafe verurteilt. Bei 1 85 Zahle falls werden die Truppensendungen fortgesetzt und sollen
u nächstet Stücke, wat
5 1 noch weitere 10 000 Mann abgehen.
—
ges Neujahrs wegen erscheint
e 875 25
5 e nächste Aummer erst am Donnerstag. . 52 ö——
Vermischtes. 8 i Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗
Aus unglücklicher Liebe hat sich in dakteur: i. V. A. Kleinschmit, Druck von E. Ottmann,
die 25 jährige Stickerin Emma Eckart
beide in Gießen.


