. 5 8 4 0 Gießen, Mittwoch, den 30. September 1890. ö dd* 4 14 . n 4 8* Zahl 2 14 00 0 „ elche l 93 Nevol e in J ehe 4 „ Seht. ö fn 1 0 10 dich, get U 1 lde 1 such ba ache 7 den Ane 5. 4 8. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen. N Expedition: 1 15 bi 8 b Preis der Auzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. 2⁴ Kreuzplatz Nr. 4. 5 elle g hh 5 2 507 be..** 0 2 5 2 5 der 55 Lokales und Pr ovinzielles. fehlen, 1 755 wird es auch hoffentlich nicht ver⸗J Berliner Handwerkerkommisston vorgenommenen] aber doch nicht für Ernst gehalten und zu der Aeußerung We 0. J„Gießen, 29. September. Der evangelis. rößeren Kreis von Interessenten Aenderungen an dem Entwurf billige und die gelacht. Das Gericht beschlißt. Magnus Merle, die In angie Dekan und erste Pfarrer zu Alsfe 15 fi die bee och erwähnt werden muß, daß Vorschläge der verbündeten Regierungen zur] Georg Heinrich Merle Eheleute und den Heinrich Ochs Seta ee er ber, Biol 5 genannte Schau außer den in Annahme empfehle. Die hessische Regie- nicht zu vereldlgen. Der erste Zeuge sei an der Straf⸗ 0 berstelung seiner Gesundheit, mit Wir„Diplomen bestehenden Preisen, schon 6 Ehren- rung wird gebeten, im Bundesrat ihr Votum zu! that beteiligt und gegen die anderen Zeugen liegt der 08 her 5 ber e eit, mit Wirkung vom preise gestiftet sind— ohne zwei vom Vorstande Gunsten der Gesetzesvorlage abzugehen. Die Verdacht der Begünstigung vor. Der Pächter Oehlsen f 10 Streil 1. Oktober I. J. an, in den Ruhestand versetzt in Vorschlag gebrachte Vereinspreise; 6 weitere Reichstagsabgeordneten für alen eden lei h- ben Hef Boeken de den ien ee ee en. Abbelen worden. 2 5 stehen in sicherer Aussicht. Die auf der letzten] zeitig ersucht, im Reichstage für die an d 5 den Finden gere dan mein ein rat unterbrahh 5 Gießen, 29. September.(Bieberthal— Monatsversammlung verloste hochedle Foxterrier⸗ Entwurfs eintret 15 me des] vor dem Schwurgericht gezeugt habe, das Gewissen drücke, bahn.) Im Anschluß an unsere jüngste Notiz hündin gewann Herr Hans Karl Fießer. An Mai r ser war scheu, nicht mehr so froh wie vordem und wich Bel der Ero, betreffend das Vorankommen der Bieberthal⸗ meldescheine für die Schau sind v 0 25* 5 u der und in Fasel mirder beischeehene zes age de dee e, ne 5 ind wir heute in der Lage, mitteilen zu sihenden, Herrn Ferb. Wintec om J. Vor⸗ wurden hier und in Kastel wieder verschiedene von Alsfeld, der denselben festnahm, schildert den Wider⸗ ir f ñFbanen, daß bereits Räume. Eulierung des Jr 2 10 55 ieh Windecker, Seltersweg interessante Funde aus römischer und keltischer]fstand, den Merle hierbei geleistet, er habe gedroht, das ast zu 5 ür di 5 N„ ein beziehen. Zeit gemacht. So fand man nächst dem Dom Messer ziehen zu wollen. Der Lehrer Hans Bamberg von n waren. e 8 1 8 e Gießen, 29. Sept. Den der Fabrik- auf der Marktseite ein Stück eines römischen] Althattendorf hat ebenfalls den Widerstand, den der An⸗ agcgen um 9 aß bereits seit Mitte Inspektion unterstehenden Gewerbeunter⸗J Altars aus Marmor, das aus dem 3. Jahr- geklagte seiner Verhaftung entgegengesetzt, mit angesehen.
15 Woche im Auftrage der„Allgemeinen deutschen Kleinbahn⸗Baugesellschaft Berlin“ die
genieure von Mulert und Kegel hier thätig sind, um die Vorarbeiten zu dieser Bahn zu beenden und auch teilweise schon die Ab— eckung der Bahn oder die Festlegung der Linie zwang derselben in Angriff genommen haben. Die 15 ug Arbeiten sollen, wie wir erfahren, so gefördert h werden, daß der Bahnbau Mitte kommenden E vollendet und dann sofort der Betrieb net werden kann.
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grüßte, währen
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Gießen, 29. Sept. Sein 19. Stif⸗ ndesztg!( tungsfest feierte am Samstag der Verein r. 3 Uhr An Einigkeit“ bei voll besetztem Hause im Fest⸗ 9 unbestäligte aal des Cafe Leib. Das Programm wurde
mit einem sehr gut gespielten Theaterstück er⸗ 1 8 woran sich das Tanzvergnügen auschloß. Am Sonntag fand ein Frühschoppen im Schipka⸗ 0 und nachmittags ein Ausflug auf die Jiebigshöhe statt. Wie wir hören, soll das 1 mit Fahnenweihe verbunden rden. Gießen, 29. Sept.(Uuliebsam verspätet.) Der Verein zur Züchtung reiner Hun de⸗ krassen in Gießen wird am Freitag, den 2. Oktober, abends um ½9 Uhr im Hotel Kaiserhof seine nächste Monatsversammlung ab⸗ halten. Der Verein kann sehr erfreuliche Fort⸗ L 0 itte verzeichnen, die Mitgliederzahl hat näm⸗ meine Wohnun lich 120 schon überstiegen, was in der kurzen Zelt des Bestehens gewiß viel heißen will. Der „
estens danke, dit
ken hätten die istantinopel ig
tember. 3 Uh arbeiter legten nieder wegen Intwort auf die ind Wilsonz,
cburg, Verantw. J 5. Ottmann, balde h
Schliefplatz auf der„Schönen Aussicht“ ist nahezu fertig. Der Schulbau daselbst ist bereits voll⸗ 6 75 sodaß den Jägern unter den Mitgliedern die beste Gelegenheit gegeben ist, ihre Teckel und
Jox-⸗Terriers gründlich einzuarbeiten. Der erste Vorsitzende, Herr F. Windecker, hat dem Verein zur Gratisverlosung unter den Mitgliedern einen braunen Teckelrüden und eine Teckelhündin,
huhmacher, ——
E. braun, edelsten Blutes, zur Verfügung gestellt. . g
ich un— 12 Verlosung unter den allgemeinen Ver⸗
meinem Tr.
e bande des Vereins wird am Ver⸗ einsa
4 Hundeschau für Hunde aller Rassen zur Sprache kommen, was weitere Kreise interessteren bürfte. Herr Vet.-⸗Arzt Seiderer wird einen be angekündigten Vortrag über Hundeauf⸗
u Atelier end stattfinden. Ferner wird die projek⸗
wollt Pholoerapl. —
ihrer-
wege auf den Kreisstraßen. Gießener Radfahrergesellschaft, haben an Großh. Kreisamt die Bitte gerichtet, besondere Rad⸗ fahrerwege auf allen Kreisstraßen im Kreise Gießen zu errichten, und zwar derart, daß die eine Seite der Straße statt eines Fußgänger⸗ weges ein Bankett für Radfahrer erhält, event. durch Umwandlung der wenig benutzten Reitwege einem Bedürfnis abzuhelfen, bedingt sei, daß das Rad immer mehr eine Be⸗ deutung als wichtiges Verkehrsmittel erhält. Diese Wegeeiurichtung für Radfahrer befindet sich schon vielfach in der Nähe anderer deutscher 0 z. B. bei Lübeck und im Kreise Worms e na Mitte der Chausseen inne zu halten. wird durch Schaffung besonderer Radfahrerwege die Kollisionsgefahr, in welcher die Radfahrer jetzt schweben, fast ganz verschwinden. im allseitigen Interesse sehr zu wünschen, daß die Anregung der„Wanderer“ bei der zuständigen Behörde ein williges Gehör fände.
nehmern wird demnächst ein Fragebogen zu⸗ gehen. werden.
Derselbe muß gewissenhaft ausgefüllt
Radfahrer⸗ „Die Wanderer“,
Gießen, 29. September.
welches dadurch
4— Es ist besonders bei schlechtem, ssem Wetter den Fahrern nicht möglich, die Außerdem
Es wäre
* Bad Nauheim, 28. Sept. Für die dies⸗
jährige Saison ist die letzte Kurliste ausge— geben worden. 29. September, die Badesaison Ende Oktober. In der Woche vom 17. bis 24. September sind 3803 Bäder abgegeben und 123 Fremde ange⸗ meldet worden, so daß 1896 mit Schluß der Kurliste ein Fremdenstand von 15230 Per⸗ sonen, gegen 14136 Personen in 1895, also
Die Konzertsaison schließt am
ein Plus von 1094 trotz dem so vielfach un⸗ günstigen Wetter zu verzeichnen ist. Seit 1883 ist eine ständige Steigerung der Fremdenfrequenz
unsres Bades zu verzeichnen.
* Darmstadt, 27. Sept. Heute tagte hier
der Zentralverband hessischer Innungen in An⸗ wesenheit von Vertretern staatlicher Behörden, der Oberbürgermeister von Darmstadt, Offenbach und Worms und des Freiherrn von Heyl, um Stellung gegenüber der geplanten Organisation des Handwerks zu nehmen. Nach einem Referat des Buchdruckereibesitzers Fischer⸗-Worms über die Resultate der Berliner Handwerkereonferenz nahm
man eine Resolution an, daß man die von der
hundert stammt. Nächst dem früher schon er— wähnten römischen Meilenstein, der die Entfer⸗ nung von Kastel nach Wiesbaden angab, wurde ein zweiter Meilenstein ausgegraben, der aber in keltischen Meilen die Distanz angiebt und hundert Jahre jünger ist. An derselben Stelle wurden die Mauerreste des rö nischen Castrum nachge⸗ wiesen, von dem Kastel seinen Namen ableitet. Auch fand sich an derselben Stelle ein mächtiger würfelförmiger Steinsockel, jedenfalls der Unter⸗ satz eines römischen Standbildes, das aller Wahrscheinlichkeit nach 99 u. Chr. von der 22. Legion dem Kaiser Trajan gewidmet war. Schließlich wurde noch das Oberstück eines römischen Alters gefunden, der der bis jetzt nicht bekannten Göttin Ollogabige geweiht war.
Sehwurgericht. W. Gießen, 29. September. (Schluß der gestrigen Sitzung.)
Georg Heinrich Merle, Bruder des Magnus Merle, hat betreffs der That vom 23. März keine Wahrneh⸗ mungen gemacht. Der Angeklagte sowohl wie sein Bruder haben davon gesprochen, daß Schaumburg dem Bruder noch Geld schulde. Er, der Zeuge, hat aber beiden erklärt, er wolle von Schaumburg der sein Konkurrent ist, nichts hören. Zwei Tage nach dem Brande hat der heutige Angeklagte erklärt, er habe die Hütte angesteckt, er habe aber diese Rede nur für einen du nmen Scherz gehalten. Später hat Andreas dem Zeugen gegenüber öfter wieder⸗ holt, er sei der Thäter, Magnus sei unschuldig. Der Zeuge ist im Vorverfahren gegen seinen Bruder vernom⸗ men und später auch gegen den Angeklagten Andreas Merle und hat zugestanden, daß er früher gelogen, um seinem Bruder herauszuhelfen. Der Verteidiger lehnt es ab, den Zeugen, der so gewandt die Unwahrheit sagen kann, zu befragen.— Die Ehefrau des Georg Hein rich Merle deponiert, daß ihr Schwager Magnus nach dem Brande ihr gesagt hat, daß Andreas den Brand angelegt. Als Magnus im Arrest saß, habe An⸗ dreas gesagt, Magnus sei unschuldig. Später hat An⸗ dreas gesagt, als er in der Sache vernommen war, sie, die Merleschen Eheleute, könnten ihm heraus helfen, wenn sie sagen würden, er wäre am Abend der That in ihrer Wohnung gewesen. Die Zeugin will aber diese Hilfe ab⸗ gelehnt haben. Heinrich Ochs, Schwager des Magnus Merle, bezeugt, daß sein Schwager vor dem Brande gedroht habe, dem Schaumburg einen Schaden zuzufügen. Der Zeuge hat auch zwei Tage nach dem Brande die Aeußerung des Angeklagten gehört, daß nicht sein Schwager Magnus, sondern er, der Andreas Merle, den Brand angesteckt habe. Der Zeuge hat die Sache
Auch die Ehefrau Schlitt von Althattendorf hat den Widerstand gegen die Staatsgewalt, die der Angeklagte ge⸗ leistet, beobachtet.
Nach Beendigung der Mittagspause wird auf Veran⸗ lassung des Verteidigers, Rechtsanwalt Weidig, dem Au⸗ geklagten Merle die Frage noch einmal vorgelegt, ob er am Tage des Brandes als er seinen Namensvetter be⸗ gleitete, gewußt hat, daß jener die Hütte anstecken will und daß er seinem Genossen das Streichholz gereicht habe. Der Angeklagte bejaht die Frage, behauptet jedoch, das Streichholz nur zum Leuchten gegeben zu haben.
Die den Geschworenen vorzulegenden Fragen lauten dahin: 1. Ob der Augeklagte gemeinschaftlich mit einem Andern eine Hütte, die nicht sein Eigentum war, vorsetz⸗ lich in Brand gesetzt hat. 2. Ob der Angeklagte gemeinschaftlich mit einem Andern vorsätzlich und rechts⸗ widrig fremde Sachen, nämlich dem Heinrich Schaumburg gehörige behauene Sandsteine vorsätzlich beschädigt hat. ( 303. 47 d. R.⸗Str.⸗G.) 3. Ob der Angeklagte am 26. Juni dem Gendarmen Heun aus Alsfeld anläßlich seiner Verhaftung thätlich und durch Bedrohung Wider⸗ stand entgegen gesetzt hat. Auf Antrag des Verteidigers Rechtsanwalt Weidig wird bei den Fragen 1 und 3 die Frage nach mildernden Umständen gestellt.
Staatsanwalt Zimmermann begründet ausführlich die Anklage und kommt zu dem Schluß, daß die Geschwo renen sämtlich an sie gerichteten Schuldfragen zu bejahen haben. Die an sie gerichteten Fragen wegen mildernder Umstände seien aber entschieden zu verneinen.— Der Verteidiger Rechtsanwalt Weidig stimmt darin mit dem Staatsanwalt überein, daß sein Klient schuldig der Brandstiftung, der Sachbeschädigung und der Widerstand gegen die Staats⸗ gewalt. Aber so viel habe doch die Beweisaufnahme er⸗ geben, daß Andreas Merle der Verführte bei der ganzen Sache sei. Der Beschädigte selber habe bekundigt, daß der Schaden an den Werksteinen von geübter Hand aus⸗ geführt sei. Diesen Frevel könne daher nicht der Ange⸗ klagte, sondern nur dessen Genosse Magnus Merle, der ein tüchtiger Steinhauer sel, ausgeführt haben, trotzdem er dieses sowohl wie die Brandstiftuug ableugnet. Einen Manu wie den Angeklagte, der ein gewohnheitsmäßiger Trinker sei und von dem nachgewiesen sei, daß er kurz vor der That 3 Kännchen Schnaps getrunken, der also angetrunken gewesen, könne man nicht mit demselben Maß messen wie seinen Genossen, der durch Eingabe des Brannt⸗ weins jenen zu seinem gefügigen Werkzeuge machte. Er bittet um Zubilligung mildernder Umstände. Die Strafe, die den Angeklagten dann noch treffen würde, sei wohl⸗ verdient und entspreche voll und ganz seiner That.
Staatsanwalt Zimmermann betont, daß die vom Verteidiger angeführten Gründe höchstens in Betracht ge⸗ zogen werden könnten bei Zumessung der Strafe.
Rechtsanwalt Weidig bittet zu bedenken, daß sein Klient doch reuig und geständig gewesen sei. Schon des⸗
95 und ⸗Pflege, sowie über Hunderassen halten. ist demnach das Programm für die demnächst stattfindende Monatsversammlung gewiß reich⸗ Marja, das Helden mädchen
1 von Transvaal.
ZBeeitroman von Pieter Vryburg (Nachdrud verboten., 75(FJortsetzung.)
„Schweig!“ donnerte der Mann.
Er war aufgesprungen und durchmaß mit hblastigen Schritten das Zimmer.
Bianca bewahrte ihre Ruhe. 5 Wenn Du schreist“, sagte sie höhuisch,„ver⸗ scheuchst Du selbst den Vogel, der Dir ins Garn gehen soll. Ich habe Dich zum Kerkermeister
*
4.) Marjas bestimmt, um Dir zu dienen. Wenn nter a h Mhodes ahnte, welche Absichten Du mit dem auf 1. Nädchen hast, so würde er seine Gefangene besseren
Händen anvertrauen.“ „und seine Gefangenen“, spottete der Mann. „Allerdings; wir wollen ein und dasselbe, die
N 10
lun b 5 100, 1 uns anvertrauten Gefangenen entführen. Wozu 1h* denn diese Erregung? Ich begreife Dich nicht.“ oe„Da hast Du klug reden, weil Du Deinen Ha 1% Gefangenen sicher hast und morgen um diese Zeit 5 100 I 0 1 100 n über alle Berge sein wirst. Ich kann für h 10 10 mich dann allein weiter suchen, und wer weiß, ob vol abe ich jemals zum Ziel komme.“ 8 —„Kann ich dafür? Lange genug hast Du Dich jeh 2 in Trauswaal der goldenen Freiheit erfreut. 1 ö I. 0 Du hast sogar in ihrer Nähe gelebt und niemals aße% die Gelegenheit benutzt, sie mit Gewalt zu ent⸗ U 1 0% führen.“ 115 0, g„Gewalt— und Marja!“ höhnte der Mann. 0 a 11. lenust sie nicht, wie sie ist. Sie würde, wenn 0 greifer nicht töten kann, die Waffe gegen
sich selber richten. Sie hat es einmal gethan und
Nur List kann mich und Dich zum Ziele führen. Hier nun bot sich eine gute Gelegenbeit dazu. Und nun kommt sie nicht. Es ist, um toll zu werden.“
Marja hatte sich inzwischen auf den Fußspitzen durch das Vorzimmer geschlichen, bis zur inneren Thür, hinter der sie jetzt bleich und schwer atmend tand.
5 Von hier aus konnte sie das erleuchtete Neben— zimmer zum Teil überschauen.
Sie war es— Bianca, und der Andere war der bleiche Tom.
Blitzartig kam ihr da die Erinnerung an frühere Begegnungen mit demselben daheim auf den Ländereien der Witborg-Farm, und besonders an eine, die letzte, wo jener sie überfallen hatte, um sie fortzuschleppen. Noch einmal mit einer letzten Kraftanstrengung hatte sie sich losgerissen. Den Revolver hatte er ihr entwunden, und mit, dem Dolch würde er ein noch leichteres Spiel ge— habt haben. Sie hatte in ihrer Verzweiflung die Waffe gegen sich selber gekehrt und ihn damit ge⸗ zwungen, von ihr abzulassen. Er wollte keinen Leichnam, er wollte das blühende Leben, denn bei aller eigenen Verworfenheit liebte er dieses herrliche Mädchen bis zur Raserei, und er wollte sie zu seinem Weibe machen. 85 f
Das erklärte die Bemerkungen Williams in jener Nacht auf der stillen Farm, wo beide Männer handgemein wurden..
Der bleiche Tom war nachdem nicht wieder vor Marja erschienen und nun sah sie ihn hier, fand ihn als Bruder dieser blendend schönen, vornehmen
würde es wieder thun.
aber gleich verworfenen Abenteuerin, und beide hatten sich zusammengethan, um sie in seine Ge⸗ walt zu bringen. Wie das geschehen sollte, hatte er angedeutet— mit List, in welcher jenes Weib, dem Anscheine nach, eine Meisterin war.
Ein inniges Dankgebet gegen Gott, der sie so sichtbarlich beschützt hatte, entstieg ihrer reinen Seele.
Sie zog sich leise zurück und verließ das öde Haus auf demselben Wege, auf dem sie hereinge— kommen war.
Auf Umwegen gelangte sie aus dem Garten und eilte dann mit schnellen Schritten den Heckenweg entlang, nicht eher ruhend, als bis sie das öde Haus aus den Augen verloren hatte.
20. Kapitel. Wird es gelingen?
Da stand nun Marja wieder auf dem Wege, welcher links nach ihrem Gasthause und rechts hinauf zum Hause Jamesons führte!
Welche Richtung sollte sie einschlagen?
Wäre sie nur auf sich selbst bedacht gewesen, so würde sie ohne Zweifel nach Hause geeilt sein, ihr Pferd bestiegen haben und fortgeritten sein, um unter dem Schutze der Nacht so schnell und so weit als möglich fortzukommen.
Vielleicht hätte sie das auch gethan, wenn sie sich hätte sagen können, daß Kurt auch ohne ihre Beihilfe, wie er es so zuversichtlich gehofft hatte, entkommen wäre.
Darau war nach diesem Auftritt in diesem öden Hause nicht mehr zu denken.
Die Uneinigkeit zwischen dem unwürdigen Ge— schwisterpaar bedeutete für Kurt, der alles von
Bianca erhoffte, eine neue, drohende Gefahr. Marja erkannte, welche List jene angewandt hatten, um Sir Rhodes und Jameson zu täuschen. Höchst— wahrscheinlich war der bleiche Tom von Trans vaal herübergekommen. um sich gleich hier einreihen zu lassen, und da Niemand von seinen verwandtschaft⸗ lichen Beziehungen zu Bianca etwas wußte, war es dieser leicht geworden, ihrem Beschützer den bleichen Tom als den zuverlässigsten Kerkermeister für Marja zu empfehlen.
Das Unglück, das sie damit über das schöne Boerenmädchen hatte bringen wollen, war dieser zum Glück ausgeschlagen, denn ohne die geübte List wäre Marja wirklich in Gefangenschaft geraten.
Nun war sie frei— noch war sie es nicht länger als bis zum Morgen. 5
So lange würden Tom und Bianca wohl noch beratend zusammenbleiben, wenn jener nicht gar noch füher die Villa verließ und sich vor dem Gast⸗ hof„Zur Sonne“ auf die Lauer legte.
Dies erwägend, lenkte nun doch Marja ihre Schritte zuerst dorthin, um ihr Pferd herauszu⸗ ziehen und sich so für Ueberfall und Verfolgung bereit zu halten.
Es ging schon auf Mitternacht, in dem Gasthof war es aber jetzt noch rege genug. Und während sie so ihres Weges dahin schritt, sann Marja auf einen Plan, wie sie sig unauffällig in den Besitz eines zweiten Pferdes bringen könne.
Sie war entschlossen, Kurt, der sich jetzt durch sein Ehrenwert nicht mehr gebunden hielt, mit fort
zu bringen, koste es, was es wolle. (Fortsetzung folgt.)


