Ausgabe 
28.7.1896
 
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1896.

Gießen, Dienstag, den 28. Juli

Ausgabe

des

Gießen.

10 0 Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

8

Erscheint täglich mit Ausnahme der Preis der Anzeigen: 10 Peg

Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen.

für die Fsvaltige Petitzeile.

S 85

Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.

Hessischer Landtag. verdienstlic beteiligt sei. Der Verstaatlichung widerspreche] Arrangement ꝛc. klappte so vorzüglich und war Gießener Damen) Frankfurter R.⸗Kl. 7,22 gegen chwetzerzDarmstadt, 25. Juli eco 7 dennen pu hessischer Juteressen sei aus⸗ so praktisch, daß sich daraus schließen läßt, daß Mainzer R.⸗V. 7,22 ½8. 5. Zweiter Einser. bzial e ee ene Vormittag eine 5 Saad Main bei de. 1 110 5 1 d 8 schon seit Wochen mit Fleiß und Umsicht daran(Ehreupreis gestiftet von den aktiven Mitgliedern Aalisten. bei der Organisation der leitenden Be- gearbeitet sein mußte. Pünktlich um 8 Uhr der Gießener R.⸗G.) Gießener R.⸗G.(Conrad

Seng ab, in welcher zunächst der Antrag Müller wo Errichtung eines Gewerbegerichts in Darm en zur Verhandlung kam. Man beschloß Beitritt zu den Ersuchen der zweiten, auf Beschleunigung einer noch⸗ unzen Beschlußfassung hinzuwirken. Der Antrag Köhler uin benossen auf Ersuchen an die Regierung wegen Er⸗ ug einer staatlichen. Ersatzkasse für Hagel⸗ aten wurde ebenso durch Beitritt zum Beschlusse der ein Kammer erledigt, welche ersucht, eingehende statistische Uuntelungen über Hagelschäden fortzusetzen und eine an⸗ glasene Summe für die Förderung der Hagelversicherung nchsten Budget vorzusehen.

hberichterstatter über die Verträge wegen gemein⸗

Einberuf fir Arber.

englis. 90 ie 00

me sesztg.

2.20 Uhr, nftlicher Verwaltung des hessischen und den Staalz⸗ schen Eisenbahubesitzes und der Verträge zugehörige. sie Verstoatlichung der hessäschen Ludwigsbahn agen, sowit raf zu Solms-Laubach. Wohl noch nie sei über die Neben. n so wichtigen Gegeustand mündlicher Bericht erstattet cen. Dringende Verhältuisse möchten dies entschuldigen.

leschränke sich auf allgemeine Schilderung der Sachlage

Verantw. J i formuliere lediglich die Stellung des Finanzausschusses, nau, behr b i beantrage, beide Verträge pure anzunehmen.

agen werden zu dem Anleihegesetz verschiedene Amen⸗ alis vorgeschlagen, denen die Regierung nicht entgegen e Nedner ging sodann auf die geschichtliche Entwicklung e budwigsbahn und der Idee des Staatseisenbahnwesens eit ein und spendete der Ludwigsbahngesellschaft für il Stärkung des Verkehrs im Lande hohes Lob. Eine Sfändigung mit Preußen war zu suchen. Dieser natür⸗ Weg wurde eingeschlagen und führte zu dem vor⸗ nden Staats⸗Vertrag, der auf ewige Zeiten abge⸗ Assen, eine weitere organische Ausbildung unseres saschen Einigkeitsgedankens, ein weiteres Band, das

i deutsche Staaten noch näher aneinanderschließt, als dies

Ser schon geschehen. Schließen sich weitere Staaten an,

zn werden auch die Klagen verstummen, daß das kleine

Jen von Preußen majorisiert werde. Aehnlich, wie Zollverein, der zum Ruhme Hessens hier seinen Aus⸗ Azspunkt hatte, möge man sich zu einem deutschen Sabahnverein zum Heile des Ganzen zusammenschließen. uunfruchtbare Spezialauseinandersetzungen gehe er nicht Nachdem ein Vertagungsantrag in der zweiten imer abgelehnt wurde, könne nur Annahme der Ver⸗ e en bloc empfohlen werden und zwar aus finan⸗ en und wirtschaftspolitischen Gründen. Chaxakteristisch für die Sozialdemokraten, daß sie in der zweiten Furner angeblich aus arbeiterfreundlichen Gründen gegen Vertrag stimmten. Das Ersuchen auf Unterhand⸗ gen mit Preußen wegen Fallenlassens der Beschränkung eas der hessischerseits in die Betriebsgemeinschaft ein⸗ fenden Nebenbahnen wurde gleichfalls zur Annahme hfohlen. Zum Gesetzentwurf wegen Aufbringung der tel, und zwar zu Art. 5, wird beantragt, daß im le eines Ueberschusses über 1 Million Mark jährlich aus bis zu 600000 4 zur Schuldentilgung zu ver⸗ den seien. Ferner wird noch ein Ersuchen beantragt, seither geübte Praxis der Nachbewilligungen aus Er⸗

1 bumissen früherer Finanzperioden zu bestreiten, zu ver⸗ en und der Bildung eines Reservefonds näher zu treten.

Tes

hörden. Freiherr v. Heyl geht auf die Schwierigkeiten der Gründung des Zollvereins näher ein, der das wirt⸗ schaftliche Leben unserer Nation in hervorragender Weise gefördert habe. Ebenso wird der gemeinschaftliche Betrieb des preußisch⸗hessischen Eisenbahnbesitzes eine ähnliche Wirkung haben und den Auschluß anderer Staaten nach sich ziehen. Die spätere Geschichtsschreibung unseres Landes wird es dankbar anerkennen, daß das Ministerium Finger in die Fußtapfen seines großen Vorgängers getreten ist. Schließlich gab Redner eine Begründung zu dem Antrag auf Bildung eines Reservefonds. Nachdem Staatsminister

Finger für die Anerkennung, die der Regierung ge⸗ worden, gedankt hatte, lobte auch er die Leistungen der

Ludwigsbahn um die Entwickelung des Verkehrs. An der Debatte nahmen ferner Teil Geh. Rat Görz, Finanz⸗ minister Weber, Michel-Mainz und Graf Erbach-Schön⸗ berg. Finanzminister Weber widersprach dem Ersuchen wegen Gründung eines Reservefonds als zwecklos. Die Verträge wurden danach einstimmig genehmigt und die Anträge zum Anleihegesetz mit großer Majorität an⸗ genommen.

Die zweite Kammer entschied am selben Tage über die Beschlüsse der ersten Kammer zu dem Anleihegesetz in⸗ folge Erwerbung der Hessischen Ludwigsbahn. Sie trat, mit Ausnahme des Ersuchens auf Bildung eines Reserve⸗ fonds, dem anderen Hause bei.

144 1 7 N 9 4 2 517662 Lofales und Provinzielles.

Z. Gießen, 27. Juli. Wir erhalten aus Gastwirtskreisen folgende Mitteilung: In der Sountagsnummer desGießener Auzeigers be⸗ findet sich unter der SpitzmarkeRegatta die Mitteilung, daß die meisten unserer Hotels bis auf das letzte Zimmer besetzt gewesen seien und die am Samstag eingetroffenen Ruderer sowie militärische Gäste Mühe gehabt hätten, ein Unter⸗ kommen zu finden. Diese Nachricht beruht denn doch auf Uebertreibung. Es wäre auch eine Blamage für unser Gastwirtsgewerbe, wenn das Eintreffen von 60 oder 70 Ruderern und ebenso vieler Militärs genügen sollte, um sämtliche vorhandene Logiergelegenheiten unserer Stadt zu belegen. Am Samstag Abend trafen noch viele Reisende hier ein, die sämtlich Unterkunft fauden. Man sollte doch mit dem Verbreiten solcher Nach⸗ richten vorsichtig sein. Wir haben am Samstag gegen Abend in den Hotels der Innenstadt Um⸗ frage halten lassen und können konstatieren, daß imRappen sowohl wie imPrinzen Karl, in derStadt Mainz und imDeutschen Hauss noch Zimmer frei waren. Ebenso hätte der Kaiserhof, weun es hätte sein müssen, noch Gäste beherbergen können. Nur das Einhorn⸗ Hotel, das allerdings die militärischen Gäste stark belegt hatten, war überfüllt.

Morgens begannen die Vorrennen, deren Resul⸗ tat das folgende war: 1. Zu Rennen Nr. 2 8 weiter Vierer) Vorrennen A. Gießen R.⸗G. 17¼ gegen Oberrader R.-G. 7,05 Vorreunen B. Offenbacher R.⸗V. 7,06 ¼ gegen Offenbacher R.⸗G.Undine 6,52. Vorrennen C. Frankfurter R.⸗G. 7,10 gegen Würzburger R.-V. 7,25 ¼, Vorrennen l). Frankfurter R.⸗G.Sachsenhausen g. a. ü. d. B. 7,27. Entscheidungsrennen Ober⸗ rader R.⸗G. 7,35/ gegen Offenbacher R.⸗G. Undine 7,24%. Frankfurter R.⸗Cl. g. a. ü. d. B., weil Frankfurter R.⸗G.Sachsenhausen vom Rennen zurücktrat. Zu Rennen Nr. 4. (Junior Vierer) Vor ennen A. Frankfurter R.⸗Cl. 7,05 gegen Frankfurter R.-G.Sachsen⸗ hausen 7,19. Vorreunen B. Oberrader R.⸗G. 7,22 gegen Mainzer.-V. 7,07. 3. Zu Rennen Nr. 7(Dritter Vierer). Vorrennen X. Frankfurter R.⸗G. 19 gegen Frankfurter R.⸗G.Sachsen⸗ hausen. Vorrennen B. Offenbacher R.⸗G.Un⸗ dine 7,28 gegen Kreuznacher R.⸗V. gab nach Beginn des Rennens dasselbe auf, weil Havarie gelitten. Vorrennen C. Der Wetzlaer R.⸗Cl. g. a. u. d. B. 1,40, nachdem die Frankfurter R.⸗G. Sachsenhausen erklärte nicht starten zu wollen. Entscheidungsrennen Offenbacher R.⸗G.Undine 7,58 gegen Wetzlarer R.⸗Cl. 7,40. 4. Zu Rennen Nr. 9(Achter). Vorrennen A. Frankfurter R.⸗Cl. 6,37¾æ gegen Wetzlarer R.⸗Cl. 6,45 ½, Oberrader R.⸗G. g. a. ü. d. B. 7,36. Das intexessanteste Rennen des Vormittags war das des Frankfurter R.⸗Cl. gegen Frankfurter R.⸗G. Sachsenhäusen. Dritter Vierer. Beide Boote la en auf der ganzen Strecke fast auf gleicher Höhe. Beide Gegner wußten gegen einander jeden Vorteil geschickt zu benutzen, aber mit schönem kräftigen Eudsport gingSachsen⸗ hausen mit/ Bootslänge zuerst durchs Ziel. Die Vorrennen waren um ½12 Uhr zu Ende. War schon am Vormittag der Bootsplatz gut be sucht, so war zu den Hauptrennen, welche um 4 Uhr Nachmittags begannen kein Platz frei, wo⸗ zu auch wohl das Konzert der Kapelle des 27. Artillerie-Reg. von Mainz beigetragen hat. Be⸗ sonders die Damen velt war sehr zahlreich er⸗ schienen. Das Resultat derselben stellte sich wie folgt: 1.(Erster Vierer) Wanderpreis der Stadt Gießen) Mainzer R.⸗V. 7,16¾ gegen Frankfurter N.⸗Cl. 7,18. 2. Zweiter Vierer.(Ehrenpreis d. passiv. Mitglieder der Gießener R.⸗G.) Offenbacher R.⸗G.Undine 7,28 gegen Fraukfurter R.⸗Cl. 7,42. 8. Einser.(Lahn Pokal), gestiftet vom deutschen Ruder⸗Verband. Gießener R.⸗G.(Aug. Oß⸗

Rübsamen 8,49 ¾ gegen Würzburger R.⸗V. Georg Schwarz) 9,25/ 6. Dollenzweier. (Ehrenpreis gestiftet von Gießener Damen) Kreuz⸗ nacher R.⸗V. 8,50 gegen Oberrader R.⸗G. 9,16. 7. Dritter Vierer(Ehrenpreis 185 vom Regatta⸗Komitee), Wetzlarer R.⸗Cl. 7,27 gegen Offenbacher R.⸗G.Undine, 7,41¾ 8. Dollen⸗ vierer(Ehreupreis gestiftet von einem Freunde des Rudersports), Gießener R.⸗G. 7,46 gegen, Offeubacher R.⸗V. 7,46 ½., 9. Achter(Groß⸗ herzogspreis) Oberrader R.⸗G. 6,38 ¾ gegen Frankfurter R.⸗Cl. 6,39 ¾5. Die beiden letzten Reuuen waren unstreitig die schärfsten des Tages. Am meisten konzentrierte sich das Interesse für Rennen 8.(Dollen-Vierer), wo die Gießener Maunschaft, die Herren Aug. Wittich, E. Döm⸗ ling, Georg Schminke, A. Oßmann und als Stelsermaun C. Steinberger im Boote saßen. Dieser Dollen-Vierer mit der Gießener Mann⸗ schaft ist ein sieggewohnter Kämpe; daxan zweifelte man nicht, daß er den Sieg ebenso sicher er⸗ ringen würde, wie der Einser(Conrad Rübsamen) Recne. Würzburg(Schwarz) glänzend gesiegt hatte. Aengstlich blickte man zum Start, aller Augen nach dort gerichtet. Da kamen die Böte in Stcht. Gießen hatte die Führung mit etwa ½ Länge, aber wacker hielt sich der Gegner, Offenbacher R.⸗V. Es war ein energisches Ringen, Zoll um Zoll mußte Offenbach, wenn es überhaupt zum Siege gelangen wollte, den Gießenern das Wasser streitig machen. Etwa 800 Meter vor dem Ziel drängte der Gegner Gießen etwas aus seinem Fahrwasser, aber elegant, um nicht zu kollidieren, wich Gießen nach rechts aus, dadurch waren die Offenbacher vorgekommen und liefen etwa 500 Meter vor dem Ziel auf gleicher Höhe mit Gießen. Beide Parteien suchten durch kräftigen Endsport Wusser zwischen sich und dem Gegner zu gewinnen, so schwankte die Waage noch kurz vor dem Ziel, aber die Gießeller igt hielt aus und mit gewaltigem Endsport f Hitt sie mit etwa /, Meter Vorsprung das Ziel. Brausend war der Jubel unter den Zuschauern nicht nur für die Sieger, sondern auch für die Bestegten, die mit Ehren un terlagen, Mit ebenso großer Spannung wurde das Achterrennen beobachtet. Nach dem Rennen fand die

sich dann der Bootsplatz auf kurze Zeit von Menschen, um sich nach 8 Uhr mit Eintritt der Dunkelheit bis auf den letzten Platz wieder zu füllen. Die Illumination war blendend, wozu noch der schöne Ahelld und der angenehme Aufenthalt am Wasser kam, dazu das Konzert

fat Michel⸗Mainz, lobt die durch die Konkurrenz Gießen, 20. Juli. Vom herrlichstenf mann) durchfuhr die Strecke in 9,54%. Es der Mainzer Artillerie⸗ Kapelle welche es ich % Privatbahnen entstandene Förderung des Verkehrs, Welter begünstigt bot unsere heutige Ruder-Re⸗ hatte sich keine Konkurrenz gefunden. 4. fleißig angelegen seln ließ, die Festtheilnehmer zu run die hessische Ludwigsbahn in hervorragender Weise] gatta der iuteressanten Momente sehr viele. Das] Vierer für Juniors.(Ehrenpreis der unterhalten. Mit Lampions erleuchtete Böte UU t« ͤ 222 Das blaue Herz.Die Erinnerung an die Verstorbene, die uns Gattin auch die Anwartschaft auf einen Leibes⸗ Degenstein suchte seiner Bewegung 1858 zu Roman von Karl. Ex. Klopfer. Beiden so teuer war, ist heute wieder besonders erben. f 25 5 werden und F dem dane. Aber als (Jortsetzung.) lebbaft an. mich herangetreten, beantwortete sie Adele, die eben im Begriff gewesen war, dem ser das erste Wort. am oberen Rande des Zettels In diesem Winter, vox wenigen Monaten erst? seine rücksichtsvolle Frage.Es war ein merk- Bräutigam aus dem Impulse innigen Mitleids die las, ging wieder ein! Beben ban Gesicht. dale überkam, jetzt ein beinahe unheimliches würdiger Zufall dabei im Spiele. 5 5 Hand zu. hielt, e en vor 115 2 22(ertsetzuna felat. 0 2 17 10 1 0 arm⸗ 15 550 5 0 9 8 9 g war 1 eee 3 r e e übe 155 Hades E Wige l rab 19 is fig Bid dyrä eg beige,. e Die Erfinder des Fahrrades. Aus Nürn⸗ Amutrerhältnis schon Johre lang freilich, es eie. ih 1 Baronesse gerichtele 97 90 ff der 1 beiten sich au den berg wird derFrankfurter Zeitung berichtet: Die ane, a bite ja nichts in dem Verkehr geändert, in dem erkennen, daß uhn die 35 e ee Gast offenes kn N französische ZeitschriftScience Frafsanise hatte vor eln, 4 seit seiner Wüwerschaft mit ihm gestanden war, Frage reute und er deshalb keine weitere stellen] Gast au wenden, Kurzem eine Notiz über die Erfindung des 0 18se Sal n in so hätte sie glauben können, würde es auch wollte... 05Ist das wahr? 8 5 gebracht. Es wurde in jenem Journal bön eilten Pariser Zur Jerk ge fex neren Jahre zwischen ihnen bleiben: höfliche Auch der Freiherr Nikolaus v. Effenberg Degeustein legte die Hände auf die Lehpe, des] Arzt erzählt, welcher anno 1690 eine Karosse erdacht 0 g g 1 schüttelte stirnrunzelnd den Kopf. Nach seiner Stuhles, hinter dem er stand und streifte die dreh und erbaut hat, mit welcher man ohne Vorspann von

gen in wal rundschaft von beiden Seiten, gegenseitige Garantie glistimöglicher Freiheit, ein ruhiges Nebeneinander hen unter der Form: eines Bündnisses, das Vielen mel. gelleicht nur deshalb unheilvoll geworden ist, weil e zu große Glücksansprüche daran knüpften. Die arme Thekla! Sie hatte ihren Brautstand

9 Märchenträumen verlebt und daun war ihr in * Ehe nur schmerzliche Enttäuschung zuteil ge⸗ erden. Iq, erst, seit heute, seitdem, Adele jenes sepierblättchen aus der herzförmigen Kapsel vor

5 0 ligen gekommen, war, begriff sie die ganze Tragit idem Geschicke der Jugendfreundin; zuerst ent⸗

i äscht und ernüchtert, bis zur Verzweiflung am

n 110 deen darniedergedrückt, dann in einem neuen Funde den, Hoffnungsgnker werfend, ein neues, tiejel Iffflackern von Glücksgefühl in sich spürend, um ga säließlich, ehe die Wintersaat genügsam gewordener

Jäusche nech. Halme getrieben, plötzlich sierben 1 Groh 1 ite deb Wer eines tügischen Schicksals tit, das der armen. Frau auch die Befriedigung U bescheidenerer Sphäre nicht gönnen wollte!... Noch am selben Abend kamen die Dinge vor Lyn v. Degenstein zur Sprache.. Der Graf fand sich heute, wie fast alltäglich iin der stillen Verlobung am Femilientische ein. Vieles gedaukenschwere Miene fiel ihm alsbald auf.

Meinung hätte man die Verstorbene doch eudgiltig ruhen lassen sollen; derlei Erörterungen zwischen dem nunmehrigen Brautpaare konnten doch nur peinlich berühren. Noch mebr mußte er sich aber dann verwundern, als seine Gemahlin dieses Thewa, statt es zu vertuschen, mit einem Eifer aufgriff, der genugsam verriet, daß die Tochter sie diesmal zur Vertrauten gemacht hatte.

Adele will sagen, daß sie jetzt erst den ganzen Schmerz ermessen könne, den Sie über den frühen Hingang Theklas empfinden mußten. Sie haben uns, verschwiegen, lieber Norbert, daß es ein doppelter Verlust war, der Sie damals traf.

Wieso? fragte der alte Baron verdutzt.

Degenstein sah die Schwiegermama nur mit großen Augen an.

Diese drückte dem Grafen die Hand.

Es lag Herossmus in Ihrem Schweigen, wir begreifen es.

Aber ich, warf der Freiherr dazwischen,ich begreife nicht das mindeste. Was meirt ihr deuu, und warum bringt ihr das Alles jetzt so un passend als möglich zur Sprache?

Ja, freilich, Du weißt noch nicht, Nikolaus. Nun so höre: der Graf begrub mit seiner jungen

Personen mit einem uustäten Blick.

Sie sehen mich vergeben Sie mix! auf das Aeußerste betroffen.... Ich könnte ich... Exlauben Sie mir die Frage, meine Damen, auf welche Weise Sie zur Kenntnis eines Umstandes gekommen sind.

Der, wie Sie meinen, nur Ihnen und der Verstorbenen bekannt war? fiel die Baronin ein.Jg, das mig Ihnen Adele erklären. Aber ich sehe, daß wir besser daran s gethan hätten, die geheimste Tiefe ihrer Wunde nicht aufzudecken. Armer, armer Mann! Wenn ich geahnt hätte, daß es Ihnen heute noch so nahe geht....

Degeustein winkte ihr mit einer Hand, abzu

brechen, und fuhr sich mit dex anderen über die Stirn, schwer aufseufzend. Dann kehrte er sich gegen Adele, mit einer schmerzlichen Frage im Blick.

Die Barouesse zog ein Ledertäschchen hervor, aus welchem sie vorerst jenen kleinen Zettel nahm, der ihr heute in die Hände gefallen war.

Beurteilen Sie, selbst, Norbert, sagte sie leise,wie es mich berühren mußte, als mir diese Zellen vor Augen kamen! Sie sind von Theklas Hand ich exkannte die Schrift sofort. a

Pferden fahren konnte. Um dieselbe Zeit scheint man sich aber auch in Nürnberg mit der Lösung des gleichen Problems beschäftigt und es auch gelöst zu haben. Eine alte Nürnberger Chronik berichtet, daß dort im Jahre 1349 ein von einem gewissen Hans Hautsch. hergsestelker Kunstwagen aufgetaucht ist,welcher in einer Skun 2000 Schritte geht, man kan still halten, wenn man wil,

von uhrwerk gemacht, Kurze Zeit danach fertigte glelch⸗ falls ein Nürnberger Uhrmächer St fan Farfler, nachdem er zuerst einen solchen vierräderigen Kunstwagen gebaut, einen mit dreß Rädern. Das dürfte das älteste Dreirad sein. Nürnberg kann also in der Erfindung von Fahr⸗ werkzeugen, dse man ohne Zuhülfenahme irgendwelcher tierischer oder sonstiger Nakurkrgft, fortbewegen kaun, die Priorität in Anspruch nehfffeft. Di au bi erste Zweirad in Baiern gemacht und prqlttssch benutzt wurde, ist nachweisbare Thatsache. Ju Schweinfurt verferkigte sich der 1812 geborene Instrumentenmacher Philipp Moriz Fischer zu Anfang der fünfziger Jahre ein Zweirad mit Tretkurbeln, 0 er zu seinen Geschäftsthuxen 59 5 Es sind uns Schibeinfurter bekaflut, die al den Fisch

Rade Fahrpersuche machten, Fischer, der schon vor vielen Jahren gestorben ist, teilte das Los aller Erfinder. Nur ein kleiner Kreis zeigte Juteresse für seln Zweirad; von

der Mehrheit seiner Landsleute wurde er verspoktet u ausgelacht. 1 K

Verteilung der wertvollen Preise statt und leerte

man kan fortfahren, wenn man wil, und ist doch alles

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