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— 1 ges Blatt bietet eile der„Hessischen Landeszeitung“, die der Einwohnerschaft von Nachbarorten in
9 zwei Ausgaben
Gießen, 27. Febr.
einem jährl. Gebalt von 900 Mk. Stelle ist Organistendienst verbunden.
Gießen, Freitag,
den 28. Februar
1896.
Ausgabe
Gießen.
che Landeszeitung,
Redaktion: 8 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. 1 Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. 2 Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die spaltige Petitzeile. 24 Kreuzplatz Nr. 4. 2 23—— 2 zentigen Wertpapiere immer noch nicht endgiltig[ der Oehlerschen AnilinfarbeufabriklVolksversa mmlung gegen das geplante Ianements Polk I bl geregelt, ist. Auch heuer wurde wie regelmäßig durch eine Kesselexplosion in größte Auf⸗ Margarinegesetz. Das Referat hatte Herr 1 seit 1886 eine Dividende von 6 Prozent verteilt. regung versetzt. Ein furchtbarer Krach, der weit-] Handelskammerassistent Mußmann; an der leb⸗
auf die
„Hessische Landeszeitung“
nehmen unsere sämmtlichen Träger sewie die Expedition Kreuzplatz 4 iu jeder Zeit entgegen.
Kein anderes hiesiges oder auswäͤrti— annähernd die Vor—
Gießen und
an jedem Werktag ausgehändigt wird.
Preis nur 60 Pfg. monatlich
inschließlich Tragerlohn.
Lokales und Provinzielles. Gießen, 27. Februar. Das Resultat der lheute durch das mündliche Examen, das unter
dem Vorsitz des Herrn Geh. Oberschulrat Soldan
10.
aus Darmstadt stattfand, abgeschlossenen Maturi— bätsprüfung am hiesigen Realgymnasium war überaus günstig. Sämtlichen Abiturienten, 16 ain der Zahl, konnte das Reifezeugnis gegeben wvoerden, von diesen waren 14 von der mündlichen Prüfung überhaupt dispensiert.
Erledigt sind:
uskunfts⸗ eine mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrer⸗
telle au der Gemeindeschule zu Messel, Kreis
Darmstadt, mit einem jährl. Gehalt von 900 Mark. Mit der Stelle ist die Hälfte des Orga⸗ sistendienstes verbunden; eine mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde⸗ schule zu Bechtolsheim, Kr. 2 mit Mit der
D. Z. Stangenrod, 25. Februar. Schon
lange ist es der Wunsch der Bewohner unseres
Dorfes, daß unser Ort durch eine Kreisstraße mit dem kaum eine halbe Stunde entfernten Grünberg verbunden werde. Wie wir hören, ist nunmehr der Bau einer solchen beschlossen; sie soll nicht, wie anfänglich geplant, auf die Wondorfer Straße einmünden, sondern der alte sog. Stangenröder Weg soll zur Kreisstraße um— gebaut werden. Bad⸗Nauheim, 25. Febr. Die hiesige Genossenschaft, Spar- und Vorschuß verein Bad⸗Nauheim hatte im letzten Geschäftsjahr einen Gesamtgeschäftsumsatz von 5397000 Mk., gegen das Vorjahr ein Plus von 1309000 Mk. erzielt. In Folge des sehr regen Immobilien—⸗ twechsels und der enormen Bauthätigkeit ist im Sommer ein starker Zufluß an Geld. Störend auf den Geschäftsverkehr wirkte der Umstand, daß die Konvertierung der deutschen vierpro—
Eine Grabschrift. Plauderei von V. Buchwald. (Nachdruck verboten.)
„Wer so aussieht wie Sie, Fräulein Ilse, braucht die Jahre noch nicht so zu betonen.“
Als er's gesagt, kam ihm das Banale seiner Rede zum Bewußtsein. Es paßte schlecht zu ihrer ffrischen, aber vom Herkömmlichen so abweichenden Natur.
Sie lachte ihn auch weidlich aus.
„Wohl gar die Jahre noch verbergen, wie? Auf 25 mit eiserner Konsequenz stehen bleiben? Aber wozu die Lüge? Schändet denn das Alter?“ „Davon können Sie noch nicht reden“, sagte er trotzig.
Wieder hatte er das Gefühl, etwas Banales zu Gunsten der Wahrheit gesagt zu haben.
Er meinte es ehrlich.
Sie lächelte ein wenig befangen— ein wenig überlegen— ein wenig traurig.
„Sie könnten Recht haben“, sagte sie,„wenn wir nicht so verworrene Begriffe hätten. Ich hatte ie selbst früher und staune jetzt, wie jung ein 30 jähriges Frauenherz im Grunde noch ist.“ Sie vielt plötzlich inne und atmete tief— ihr kluges Antlitz war mit Blut übergossen.
Dann fuhr sie rasch fort:„Aber das Herz ist in Nebensache, das Aeußere ist alles, zudem die (roße Rechnung, wie„lange“ man schon tanzt.
Seltsam aber und ungerecht bleibt es, daß die
—
Der Zinsfuß bei Kaufschillingen und Hypotheken ist um ½ bis 1 Prozent gefallen. *Seligenstadt, 26. Febr. Auf das unbe⸗ gründete Gerücht, einer der Kirchenräuber sei bei Frankfurt festgenommen und werde mit jedem Bahnzuge erwartet, strömt die halbe Be— völkerung bei jedem von Hanau fälligen Zuge nach dem Bahnhofe. Zufällig begleiteten nun gestern Nachmittag um 3 Uhr zwei Gendarmen einen ihnen bekannten fremden Herrn vom Bahn— hofe nach der Stadt. Die erbitterte Menge hielt den Fremden für den verhafteten Einbrecher und machte Miene, Lynch justiz zu üben. Als sich aber bald darauf die Polizisten von ihrem Ge— sellschafter verabschiedeten, löste sich der Ernst der Situation in allgemeine Heiterkeit auf. Aus Oberhessen, 26. Februar. Daß der Glaube an Hexen trotz aller Aufklärung immer noch seine Blüten treibt, meldet die„Darmstädter Zeitung“, beweist folgender dieser Tage in einer Gemeinde Oberhessens vorgekommene Fall. Ein in ganz guten Verhältnissen lebendes Ehepaar besitzt ein etwa 5jähriges Knäblein, das etwas schwächlich gebaut, von jeher ein richtiges Sorgen— kind war und trotz bester Pflege nicht recht ge⸗ deihen will. Nachdem auch ärztliche Bemüh— ungen scheinbar ohne Erfolg blieben, giebt eine kluge Frau vom Lande, welcher die Eltern den Zustand ihres Kindes geklagt, als Ursache der Krankheit an, das Kind sei behext. Zugleich verrät sie ihnen ein Mann, der die Hexen bannen und das Kind aus der Gewalt derselben be— freien könne. Der Vater begiebt sich schleunigst nach dem mehrere Stunden entfernten Wohn⸗ orte des Betreffenden. Dieser bestätigt dann die Angabe jener Frau und giebt dem Manne drei Pulver mit der Weisung, dieselben zu bestimmter Stunde unter strenger Beobachtung verschiedener Verhaltungsmaßregeln zu verbrennen. Diejenige Person, welche beim Verbrennen des letzten Pul⸗ vers in das Zimmer trete, sei die Hexe. Zu Hause wied alles pünktlich befolgt und der Zu⸗ fall will es, daß gerade, als das letzte Pulver verbrannt wurde, eine im Hause auf Miete woh— nende bejahrte Wittwe das Zimmer betritt, um, wie dies öfter geschah, ein Plauderstündchen zu halten. Nun herrschte kein Zweifel mehr über die Person der bösen Hexe und man kann sich den Empfang denken, welchen man der ahnungs— losen Frau bereitete, der auch sofort die Woh— nung gekündigt wurde! 5 »Darmstadt, 25. Febr. Gestern starb hochbetagt Geh. Rat Dr. Josef Röder, Ober— appellations- und Kassationsgerichtsrat i. P. Er war als tüchtiger Jurist in weitern Kreisen, namentlich in Rheinhessen bekannt. *Darmstadt, 26. Februar. Die erste Kammer der Stände tritt am 24. März zu⸗ sammen. Etwa zu Anfang April wird auch die Zweite Kammer noch zu einer kurzen Tagung berufen, wonach der Schluß des 29. Landtags eintreten wird. Offenbach, 25. Febr. Gestern Mittag gegen 4 Uhr wurden die Arbeiter und Anwohner
hin hörbar war, zeigte das Unglück au. Zwei Arbeiter, welche in der Nähe des Kessels be⸗ schäftigt waren, erlitten die gräßlichsten Brand— verletzungen. Der Vorarbeiter Conrad Seitz von Niederroden stand alsbald in hellen Flammen, während sein Kollege Andreas Grimm leichter davon kam. Seitz wurde alsbald in das Kranken— haus gefahren, wonach er nach schrecklichen Schmerzen heute Morgen verstarb. Grimm, welcher nicht so schrecklich verwundet ist, kam ebenfalls in das Krankenhaus; sein Aufkommen ist leider auch fraglich. Beide Verunglückte sind verheiratet und als brave Arbeiter bekaunt. Wie das Unglück herbeigeführt wurde, ist noch nicht festgestellt.— Heute Morgen trug ein Soldat des hiesigen Bataillons während einer Felddienst— übung in Bieberer Gemarkung einen Beinbruch davon. Derselbe wurde auf einer Tragbahre in die Kaserne verbracht.
Mainz, 24. Februar. Eine öffentliche Schneiderversammlung beschloß nach er— regter Debatte, an der fich auch die Vertreter der Konfektionsfirmen Brettheimer und Dreyfuß u. Cie. beteiligten, die Forderungen der Berliner Fünfer— kommission zu den ihrigen zu machen. Ferner wurde beschlossen, eine Versammlung einzube— rufen, die mit einer fest formulirten Lohner⸗ höhungsforderung, vornehmlich aber mit der For— derung nach Errichtung von Betriebswerk— stätten an die hiesigen maßgebenden Firmen herantreten soll. Die Zwischenzeit soll benutzt werden, die Konfektionsschneider in Stadt und Land mobil zu machen.
Mainz, 26. Februar. Die Stadt hat ihre gesamten Kunstschätze, Maschinen, Geräte, Mobilien ꝛc. bei einer Anzahl Feuerversicherungs— gesellschaften neu versichert. Die Versiche— rungssumme beträgt im Ganzen 3,612,400 Mk. Davon entfallen auf die Kunstschätze der Gemälde— gallerie, des Altertumsvereins, die Stadtbibliothek U. s. w. allein 2,030,000 Mk.
Mainz, 26. Februar. In der heutigen Stadtverordneten-Versammlung kam die Neuordnung des städtischen Armen wesens nach langer Beratung zum Abschlusse. Schon seit Jahren hatte sich das Bedürfnis herausge— stellt, hier Wandel zu schaffen. In der heutigen Sitzung wurde nun der aufgestellte Entwurf mit großer Majorität angenommen, trotzdem die sozialdemokratische Fraktion höhere Unterstützungs— sätze als der Entwurf beantragte. Es wurde demgemäß beschlossen, die Unterstützungssumme für eine alleinstehende Person oder ein Familien—
haupt, wenn männlich auf 4 Mk. 50 Pfg., wenn weiblich auf 3 Mk. 50 Pfg. festzusetzen; außer⸗ dem wurde der Armendeputation eine Summe von 15,000 Mk. jährlich zur Verfügung gestellt, um in Fällen, woselbst die festen Unterstützungs⸗ sätze nicht ausreichen, weitere Summen bewilligen zu köunen. Die Zahl der Armenpfleger wird infolge der Neuorganisation auf 198 festgesetzt und die Stadt in 15 Armenbezirke eingeteilt.
i. Mainz, 25. Februar. Auf Veranlassung des Vereins Mainzer Kaufleute war heute eine
haften Debatte beteiligten sich die Stadtverord— neten Meyer, Falk, Haffner und Reis, sowie Landtagsabgeordneter Jöst. Eine Resolution, welche die Beschlüsse der Reichstagskommission als absolut unannehmbar bezeichnet, wurde an⸗ genommen.— Nachdem der Rhein schon gestern schwaches Treibeis vorüberbrachte, geht er heute stark mit Eis; bei Andauer der Kälte wird die Schiffahrt eingestellt werden müssen.— Bei einem Feste des Philharmonischen Vereins im Liedertafelsaal, der mit Zuschauern dicht besetzt war, entstand gestern Abend eine kleine Panik. Die„lebenden Bilder“, bei denen zahlreiche Damen und Kinder mitwirkten, sollten gerade beginnen, als man im Zuschauerraum eine Un⸗ ruhe auf der Bühne bemerkte, insbesondere ein wiederholtes Schlagen nach dem Bühnenvorhang. Plötzlich guoll unter demselben eine Flamme hervor. Es war brennender Spiritus, der sich offenbar in den Soffiten aus einer Lampe über den Vorhang und auf die Bühne ergossen hatte. Gefahr bestand kaum, zumal da der Borhang, dessen Stoff jedenfalls imprägniert war, kein Teuer fing. Es dauerte aber fast eine halbe Stunde, bis sich das Publikum, das zum Teil die Plätze verlassen hatte, und die Mitwirkenden vollständig beruhigt hatten.— Der Provinzial⸗ ausschuß verhandelte heute den Rekurs der Stadt Mainz gegen das Urteil des Kreisausschusses, das anerkannt hatte, daß der frühere Polizei⸗ kommissar Bugner, der jetzt in Frankfurt a. M. eine Wirtschaft betreibt, zu Unrecht entlassen worden sei. Die Stadt war durch den Rechtsanwalt und den Stadtverordneten Herrn Dr. Hoch vertreten, der die Zuständigkeit des Kreisausschusses bestritt und die Ansicht verfocht, daß bei Ausmessung der Strafe auch die früheren Verfehlungen des Bugner hätten in Betracht gezogen werden müssen. Das Urteil wurde auf Spruch gelegt.
Vermischtes.
— Neues von der Glasindustrie. Die Her⸗ stellung von plastischen biegsamen Glasplatten ist einem großem Glaswerk bei Pittsburg gelungen. Das Her⸗ stellungsverfahren ist Geheimniß, die neuen Glasplatten sollen sich fast wie Blechplatten bearbeiten lassen; sie springen weder durch Schlag, noch durch Temperaturein⸗ flüsse, lassen sich biegen und hämmern, bohren und mit Scheere und Meißel zerschneiden. Auch in anderer Hin⸗ sicht häufen sich die Erfindungen in der amerikanischen Glasindustrie. So ist das Neueste ein Sarg ganz aus Glas, der einen absoluten Schutz gegen Verwesung und Würmer bietet; so lange kein Versuch zur gewaltsamen Zertrümmerung dieses Sarges gemacht wird, bewahrt er die sterbliche Hülle„für alle Ewigkeit“. Derselbe Erfinder baut auch Treppen von Glas mit gläsernen Posten und Geländern, weiter und schließlich gar Billards aus Glas. Ein anderer Erfinder hat sich ein Patent auf gläserne Ziegel gesichert. Die Befürchtung, daß die Bewohner eines solchen Hauses jedem neugierigen Blicke ausgesetzt sind, ist unnütz; diese Glasziegel werden aus undurch⸗ sichtigem Grundglas in irgend einer dekorativ wirkungs⸗ vollen Farbe hergestellt. Und damit die Glashausmen⸗ schen sich auch in Glas kleiden können, sind wunderschöne und außerst zarte Manufakturwaaren unter den neuesten
—
Frau von dreißig zur Jugend, das Mädchen gleicher Jahre zum— Alter gerechnet wird.“
Er fand die Antwort nicht sogleich.
Sein Blick streifte die jungen Mädchen, die eben vorüberhuschten, irgend ein nichtiges Geheimnis auf den kichernden Lippen, die Mädchen mit dem Pfirsichflaum auf den Wangsn und dem Uebermut in den Augen. Uad sein Blick wanderte weiter zu Ilse, deren Wangen den Schmelz erster Jugend verloren hatten, deren Gestalt aber Grazie und Gesundheit verhieß, um deren Schläfen leichte, nur scharfem Blick kenntliche Fältchen lagen, in deren Augen aber eine Welt voll Empfinden, Glut, un— geweckter Leidenschaft ruhte. Wer sie wachrufen durfte! Ihn, der schon so manchen Frauenreiz auf sich hatte wirken lassen, beschlich ein Gefühl heißen Verlangens, das seine Sehnen spannte. Und neben— bei ihr Geist— wie klar und vernünftig er dachte! Wie recht sie hatte! Frauen, die älter waren als sie, galten für jung, ließen sich von den jüngsten Männern den Hof machen, traten in die heiße Arena des Ballsaals mit der vollen Berechtigung sechszehnjähriger, unvermählter Schwestern. Und das Mädchen von dreißig wird in derselben Gesell schaft eben nur geduldet, ihre Anwefenheit von den meisten— von ihm selbst noch gestern, vor Stunden — als„verspätete Bestrebung“ verspottet! Nicht zum mindesten deshalb das Hasten nach der Ehe, welche das Privilegium länger währender Jugend verleiht.
Ob sie verschmäht hatte, es zu ergreifen?
Ob sie nie begehrt worden?
„Weshalb heirateten sie nicht?“ fiel es ihm unwillkürlich von den Lippen.
„Wenige sind berufen,“ gab sie lächend zurück.
Er betrachtete sie mit wachsender Bewunderung. Ihre schöne, keusche Gestalt entzückte ihn, ihre wahre, sich selbst ironisirende Art riß ihn fort.
„Wie soll ich das verstehen?“ fragte er.
„Der Rechte erschien nicht,“ lachte sie.
„Und Sie verschmähten es deu ersten Besten zu nehmen,“ wollte er ergänzen, aber er verschluckte es und sagte:„Er kommt wohl noch.“
Sie schüttelte nur den feinen Kopf.
„Weshalb nicht?“ fuhr er fast heftig auf.
„Ich habe mich mit den Ansichten über Ver— nunftehen nie auf guten Fuß setzen können und
„Nun.. und Fräulein Ilse?“
„Kann es auch heut nicht!“
Er hatte einen andern Schluß erwartet, aber dieser beglückte ihn.
„Das ist ja auch gar nicht nötig,“ entgegnete er heiter.„Aber es ist doch nicht ausgeschlossen, daß der Rechte heute noch erschiene.“
„Wieder spielte jenes halb traurige, halb über— legene Lächeln um ihren Mund, aber anstatt zu antworten, schüttelte sie nur den Kopf.
Er fuhr fast heftig auf.
„Verzeihung, aber Ihr Unglauben ist Eigensinn. Es geschehen wunderbarere Dinge zwischen Himmel
und Erde, als es das Ereignis wäre, wenn ein
—— 2 armer Sterblicher Ihr Herz zu erweichen ver möchte.“
„Ganz der alte heftige Eigensinn von früher da Sie schon als Student den Dingen immer auf den Grund gehen wollten,“ entgegnete sie be— lustigt.„Nun, so will ich ein Uebriges thun und Ihnen erklären, weshalb— der Rechte heute und nie mehr erscheinen kann.“
Sie nestelte an ihrem Armband, sein Blick aber hing mit einer Spaunung, die er sich selbst nicht erklären konnte, an ihren Lippen und als sie schwieg versuchte er sie mit einem„Nun, Fräulein Ilse,“ zum sprechen zu bewegen.
„Ich gehöre nicht zu jenen Mäunerfeindinnen, wie es die Ueberlieferung von einem 30 jährigen Mädchen verlangt“ begann sie—„ich denke es mir im Gegenteil ganz angenehm, um nicht zu sagen beglückend, von einem dieser spezies homo ange- betet werden. Aber, Sie hören es— Anbetung muß es schon sein—“ Sie neigte mit einem Ge⸗ misch von Schelmerei und Schwermut, das ihr entzückend stand, den Kopf zur Seite— Geheiratet will ich sein aus— Liebe und zu diesem Glück bin ich— zu alt.“
„Eine Marotte, Fräulein Ilse, nichts weiter,“ rief er und vergaß, daß er der von ihr behaupteten Tendenz zugestimmt haben würde, wenn eine andere sie erörtert hätte.
(Fortsetzung folgt.)


