Ausgabe 
27.9.1896
 
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Gießen, Sonntag, den 27. September

Ausgabe

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Gießen.

epi 4 5 8 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen. 3 D Expedition S Preis der Auzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. 24 Kreuzplatz Nr. 4. Eine Erinnerung. Sen abends eine Reunion mit Musik die] sinnigen Partei, Herr Professor Stengel, inf saal eingefunden, sollte doch eine seit Wochen Jud 1 5 mit ihren Gästen vereinigte. Am Steins Saalbau in öffentlicher Versammlung lebhaft in allen Wirtsstuben besprochene Auge⸗ Siehe Nr. 226 derHess. Landesztg.) nächsten Tage, einem Sonntag, fand die Fest- sein Programm entwickeln. legeuheit zur Aburteilung kommen. Angeklagt

So kam der erste Tag der 39. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte mit dem 17. September 1864 für unsere alte Musenstadt Gießen heran. Die Zahl der Teilnehmer an dieser Versammlung war keine kleine. Das da⸗ mals geführte Tageblatt bezeichnet die Zahl derselben mit 1083, darunter 424 ordentliche Mitglieder. Aus aller Herren Länder waren die Gelehrten zu uns gekommen, um an dem Feste und dessen Wcrten dun Ausbeute teil⸗ sunehmen. Die Gelehrten waren aus allen

eilen Deutschlands, aus Oesterreich, Holland, Belgien, Schweiz, Frankreich, England, Schweden, Rußland, Italien, Vereinigte Staaten von Nord Amerika, Westindien und ostindischen Juseln. Ganz Gießen befand sich damals in festlicher Erregung. Die Turner hatten sich bereitwilligst in den Dienst der Sache gestellt und fungierten als Fremdenführer und leisteten dabei sehr wert⸗ volle Dienste. Am 17. September morgens wurde die Versammlung im prächtig geschmückten Saale des Vereinshauses mit einer festlichen

Ansprache vom Professor Leuckart eröffnet. Er begrüßte die Gäste, ganz besonders herzlich aber die Männer aus dem damals erst wieder ge⸗ wonnenen Schleswig⸗Holstein, welche Ehrung mit lautem Bravo von der Versammlung begrüßt wurde. Seitens der Staatsregierung begrüßte 0 der Geh. Regierungsrat Küchler die Ver⸗ ammlung. Bürgermeister Vogt hieß die Ver⸗ sammlung namens der Stadt und deren Bewohner willkommen und erklärte, daß die Stadt und

deren Einwohner die Ehre wohl zu würdigen

wissen, die darin liegt, eine Versammlung solcher

Männer in ihren Mauern tagen zu sehen. Deu Schluß bildete bei diesem Rede-Aktus eine An⸗

sprache des damaligen Rektors der Universität

Professor Dr. Schäfer. In der Mitte der Fest⸗ versammlung weilte Erzherzog Stephan von

Oesterreich, der von Schloß Schaumburg herüber gekommen war. Einladungen waren ergangen de einer Festfahrt in das Lahnthal, sowie von en Städten Nauheim und Marburg. Es ent⸗ spann sich dann eine lebhafte Debatte über die

Aufbewahrung der Akten der Versammlung, welche damit endete, daß die Versammlung einem Antrag des Professors Vogt⸗Genf zustimmte, der dahinging: die Sache so zu belassen, wie sie

und die Akten, die nicht so viel

wert wären, als die Zeit, die darüber versprochen sei, denjenigen zu überlassen, die sie gemacht

5 5 Es folgte dann die Anweisung der

Räume für die Sektionen, woran sich die Ueber⸗

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tafel im damals Zinßerschen Garten statt,

nahme dieser Räume seitens der einzelnen Sektious⸗ 55 schloß. Am Nachmittag fand eine Fest⸗

fahrt per Sonderzug ins Lahnthal statt, woran sich über 1000 Personen beteiligten. In der liebenswürdigsten Weise wurden die Teilnehmer dieser Partie auf Schloß Schaumburg, wo Station gemacht wurde, vom Erzherzog Stephan persönlich empfangen, der es sich als besondere Ehre ausbedungen hatte, seine Gäste bewirten zu dürfen. Nach in Schaumburg prächtig ver⸗ brachten Stunden ging die Reise weiter nach Ems, sodaß man abends wieder in Gießen zurück war und sich dort von den Anstrengungen der

Tour erholen konnte. Der folgende Tag war vormittags wissenschaftlichem Thun gewidmet. Am Abend fand im Busch'schen Garten der Fest⸗ ball statt, an dem sich die Bürgerschaft rege be⸗ teiligte. Man amüsterte sich in dem eigens dazu errichteten Festsaal, dessen Wände mit Tannen⸗ grün auf das schönste geschmückt waren, so eng der Raum auch für die große Menge der Ball⸗ gäste war getanzt wurde doch bis zum frühen Morgen. An den übrigen Vormittagen, die die Gelehrten noch in Gießen weilten, fanden stets Sektionssitzungen statt, Dienstag Nachmittag fand die Festfahrt nach Nauheim statt, während am Donnerstag Mittag die Teilnehmer der Versammlung der Schwester⸗Universität Mar⸗ burg einen Besuch machten. Leider zu früh, am Freitag den 23. September, fand mittags der offtzielle Schluß⸗Akt für die Versammlung statt. Hiernach wurde noch mit Musik eine große Ex⸗ kursion nach dem Schiffenberg unternommen. Die Festtage des Jahres 1864 waren für Gießens Einwohner verrauscht, aber manch liebe Erinnerung haben sie hinterlassen, und viele der damaligen festfrohen Meuschen leben noch in unserer Mitte. Mögen diese Zeilen die Bilder

* Gießen, 26. September. Eine hohe, aber wohlverdiente Strafe wegen Sach- beschädigung, nämlich 6 Monate Gefängnis, erhielt ein 20 Jahre alter Maler in Frankfurt. Er hat sich das niederträchtige Vergnügen ge⸗ macht, die Kleider mehrerer vorübergehender Damen mit Oel zu bespritzen, sodaß die Kleider unbrauchbar wurden.

* Gießen, 26. Sept.(Schöffengericht.) Im Juli dieses Jahres hatten sich der Schlosser⸗ lehrling Stiehl und der Bäckerlehrling Lohfink, beide von Gießen, vor der Hofraithe des Bäcker meisters Noll gegenseitig gerauft. Beide waren gestern, dieserhalb wegen Körperverletzung an⸗ geklagt, geständig. Doch ging aus der Zeugen⸗ aussage hervor, daß Lohfink nur aus Notwehr gehandelt, weshalb derselbe freigesprochen wurde, während sein Genosse Stiehl zu 30, Geld⸗ strafe event. 10 Tage Gefängnis verurteilt wurde. Joh. Arnold, 23 Jahre alt, und Ludwig Arnold, 19 Jahre alt, beide wegen Körperver letzung vorbestraft, waren, nachdem sie vorher schon Streit gehabt, am 6. Juni in einer Wirt⸗ schaft in der Löwengasse an einander geraten und hatten sich gleichzeitig gepackt, mit dem zu⸗ geklappten Messer und dem Stiefelabsatze gegen⸗ seitig derart bearbeitet, daß sie bluteten. Beide feindliche Brüder wurden nach dem Prinzip gleiche Brüder, gleiche Kappen vom Schöffen⸗ gericht zu je 10 Tage Gefängnis verurteilt. Der Amtsanwalt hatte je 14 Tage Gefängnis be antragt.

* Gießen, 26. Sept. Zunge heraus! Wer hätte früher jemals geglaubt, daß die Zunge auszustrecken, das beste Mittel sein könnte, Jemand von Qualen zu erretten? Diese Ope⸗

aus jenen Tagen, die im Laufe der Zeit wohl verblaßt sein dürften, wieder auffrischen unter denjenigen unserer Mitbürger, die jenes Fest mit⸗ erlebt haben.

Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 26. Sept. Nächtliche Revi⸗ sionen fanden der hier erscheinenden sozial⸗ demokratischenMitteld. Sonntags⸗Ztg. zufolge im Laufe der vorigen Woche in hiesigen Bäckereien statt. Nirgends sei festgestellt worden, daß die gesetzlichen Vorschriften unbe⸗ achtet geblieben wären. DieM. S.⸗Ztg will aber wissen, daß einzelne Bäckereiarbeiter aus Furcht vor ihren Prinzipalen verschwiegen, daß hier und da die Vorschriften doch eigentlich nur auf dem Papier stehen.

* Gießen, 26. September. Am Sonntag, den 4. Oktober, wird der Kandidat der frei⸗

ration kann mit großer Aussicht auf Erfolg beimSchlucken angewandt werden, nicht nur beim einfachen, sondern auch beim chronischen, gegen den bekanntlich wenig auszurichten ist. So wird von dem Schlucken eines jungen Mäd⸗ chens berichtet, der bereits vier Tage anhielt und sehr heftig war: 30 maliges Atemholen in der Minute. Dieses junge Mädchen von sonst guter Gesundheit halte Verdauungsbeschwerden. Die Zunge wurde untersucht und zu diesem Behufe streckte das Mädchen sie so lang es ging heraus und hielt sie so eine ziemlich lange Zeit hindurch. Und während dieser Zeit hörte der Schlucken auf. Dem Mädchen wurde dann aufgegeben, die Zunge mehrere Minuten lang ausgestreckt 91 halten. Der Schlucken verschwand definitiv. dere Fälle verliefen ähnlich.

* Gießen, 26. Sept. Der Gießener Zither⸗ Klub vor dem Schöffengericht. Gestern hatte sich eine zahlreiche Zuhörerschaft im Schöffen⸗

waren der Kutscher Chr. Stiehl, der Schul⸗ diener Fr. Becker, der Wasserhändler Jean Weisel, der Landwirt Karl Valentin, der Wirt Heinrich Grün, der Bahnhofs⸗Portier dam Döring und der Schuldiener Ludwig Decker sämtlich von Gießen und unbestrafte Leute. Dieselben werden Ae des gemeinsamen Hausfriedenbruches, begangen am 9. Juli d. Is. im Restaurant Luft, anläßlich einer Generalversammlung des Gießener Zither-Klubs. Zur Verteidigung der Angeklagten sind die Rechtsanwälte Katz und Kraft erschienen. Die Anklagebank im Schöffensaal ist zu klein, um

müssen dieselben stehen. Der Wasserhändler Weisel erklärt im Namen seiner Genossen, daß sie lange vor der betreffenden Versammlung er⸗ fahren hätten, daß man sie aus dem Verein aus⸗ geschlossen hätte, dieser Ausschluß sei zu Unrecht

nachdem sie gegen diese Maßnahmen protestiert, die sich darin äußerte, daß man von ihnen ein⸗ fach keine Beiträge erhob. Man habe dann unterstützt durch 26 Unterschriften von Mitgliedern eine Generalversammlung beim Vorstand ver⸗ langt, damit sich die zu Unrecht Ausgeschlossenen bei dieser beschweren könnten, darüber seien Wochen vergangen, ohne daß dem Antrag statt- gegeben. So seien sie denn in die Versammlung am 9. Juli bei Luft gegangen, um ihre Unge⸗ legenheit dort verhandeln zu lassen. Er, Weisel,

worauf der Präsident darauf hingewiesen, daß Nichtmitglieder in der Versammlung seien, und erklärt habe, daß, wenn diese den Raum nicht verließen, er die Versammlung nicht eröffnen würde. Sie seien aber nicht gegangen, weil sie sich noch zum Verein gehörig betrachteten, wo⸗ rauf der Präsident, Schornsteinfegermeister Ne⸗ bel, und noch einige Herren die Versammlung verließen. Die zuruͤckgebliebenen 31 Mitglieder

des Zitherklubs vergewisserten sich, indem sie

beim Wirt Luft anfragten, ob sie im Lokal weiter beraten dürften, was dieser bejahte, worauf ein Vorstand gewählt wurde.

7 Mitglieder zu Unrecht erfolgt sei, Darauf

betrat der Schornsteinfegermeister Nebel wieder den Saal und erklärte, er habe denselben von Luft gemietet und fordere die Herren auf, den Saal zu verlassen, welcher Aufforderung man nachkam, nachdem der Wirt die Wahrhest dieser Angabe bestätigt hatte. streiten hiernach den ihnen zur Last gelegten Hausfriedensbruch. Als erster Zeuge wird ver⸗

maliges Mitglied des Zitherklubs. Er erklärt,

von Transvaal.

Zeikroman von Pieter Vryburg (Nachdrud verboten.)

(Fortsetzung.)

Ja, und das mag Ihnen eine Erklärung dafür abgeben, warum ich noch ehe ich Sie sah, nur auf Grund Ihres Namens, den innigsten Wunsch hegte, helfend und rettend in ihr Lebensschicksal ein⸗ Niemand hier kennt meine Vergangen⸗ Ich nenne mich Bianca Capella. Warum, das werde ich Ihnen später erklären. Ich hätte mich Ihnen ja gleich entdecken können, aber ich wollte erst wissen, welcher Ich bin eine schutz- lose Waise und habe auf Grund dessen viele Das hat Nun habe ich Sie aber als echten Edelmann mit wahrhaft 2 i n wohl auch ein, daß ich kein Werkzeug Ihrer Feinde, sondern nur von n Händen em Seufzer und einem heuchlerischen Augenaufschlag hinzu,es Sie sehen mich reich und strahlend im Festesglanz, ist ein armes eise werden

zugreifen. heit und meinen wahren Namen.

Art von Mann Sie waren.

Kränkungen im Leben erdulden müssen. mich etwas mißtrauisch gemacht. ligen Gesinnungen erkaunt. Ihnen vertraue unbedingt, und Sie seben nu dem Gedanken erfüllt bin, Sie aus dere zu befreien. Freilich, fügte sie mit leis

ist ein trauriger Tausch; mit Macht ausgestattet, und die Sie hinwegführen sollen, Mädchen, für die Sie in irgend einer sorgen müssen, bis es mir wiederum gelungen irgendwo und irgendwie meinen Unterhalt mi

Stundengeben, als Erzieherin oder Gesellschafterin

zu gewinnen.

Verzeihung siammelte Kurt,Sie sehen

mich ganz verwirrt.

nennt Ja, man nennt mich so,

wehrte Bianca

diesen Zweifel ab,und auch das werde ich Ihnen erklären. In meinen Adern fließt aber kein Creolenblut, sondern dasselbe hochadelige Blut, wie in den Ihren, und ich meine, wenn Sie mir nur ein wenig Aufmerksamkeit geschenkt haben, mußten sie bemerken, daß solche Alluren nicht an⸗ erzogen, sondern dem Menschen nur durch Geburt vererbt werden.

Das allerdings, bestätigte Kurt, noch immer zweifelnd.

Aber was liegt auch daran, lenkte Bianca von dem heiklen Thema ab.Nicht um mich handelt es sich jetzt, sondern um Sie. Alles Andere ist Nebensache.

Warten Sie hier einen Augenblick; ich will nur nach meiner Wohnung hinüber, um Ihnen eine Waffe zu holen, damit Sie keinen Augenblick mehr ohne Schutz sind.

Sie wartete seine Antwort nicht ab und huschte unter den Bäumen hinweg, nachdem sie sich zuvor überzeugt batte, daß Marja nicht mehr in der Nähe weilte. Es lag nicht in ihrem Plane, ihm jetzt mehr zu sagen. Sie brauchte Zeit, um das Lügen gewebe, das sie dem Arglosen über den Kopf, ge⸗ worfen, zu einem unzerreißbaren Netze zu verstricken.

Kurt's flüchtige Mitteilungen an Marja ließen deutlich erkennen, daß hier mit Dreistigkeit und Ge⸗ wandtheit ein Erbschaftsschwindel mit Leichtigkeit insceuiert werden konnte, und es handelte sich um Millionen. Diese mußte sie erringen, aber des Grafen Hand dazu. Kam dann später einmal die Wahrheit zu Tage, so war sie durch seinen Namen gedeckt. Sie konnte im Gegenteil noch ihre Be⸗ dingungen stellen, um eine skandalfreie Lösung der Ehe herbeizuführen. Vor gerichtlicher Verfolgung

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Wie konnte ich ahnen, daß 0 N 11 Sie Sie, Signora, die mandie schöne Ereolin war sie durch diese gesich

Aber warum mußte es denn dahin kommen? Wenn der Graf einmal frei und im Schutze der

Boeren war, fehlte ihm jede Verbindung mit den Männern die allein über ihre Vergangenheit volle Aufklärung hätten geben können. Es galt zunächst nur, den Grafen über alles noch weiter auszu forschen, ohne ihn das merken zu lassen und dann ein gefälschtes Papier über die erfolgte Ehe zwischen Strehlen und der Komtesse Marie von Hallern bei zubringen. Alles weitere blieb ihrer Erwägung und freien Erfindung überlassen.

In großer Bestürzung und mit heftigen Zweifeln kämpfend, war Kurt im Garten zurückgeblieben. Diese Enthüllung war ihm doch gar zu plötzlich gekommen, und es war soviel Fremdartiges darin enthalten, daß er seiner Verwirrung nicht Herr werden konnte. Bianca Capella, die vollendete Salondame entsprach durchaus nicht dem Bilde, welches er sich von der Tochter Strehleus, des ebe maligen Unter⸗Inspektors auf den gräflichen Gütern gemacht hatte. Der Großonkel hatte ihm diesen Mann ganz anders geschildert, als unnatürlich und gewaltthätig, und der Umstand, daß er vor zwanzig Jahren nach dem Innern von Transvaal gewandert war, um dort in der Wildnis sich eine Existenz zu gründen, sprach auch dagegen, daß er seine Tochter als Aristokratin hatte erziehen lassen. Ueberhaupt war ja noch alles an dieser merkwürdigen, ver blüffenden Entdeckung in tiefstes Dunkel gehüllt, in das erst Bianca mit ihren Erinnerungen aus der Kinderzeit Licht bringen sollte.

Freilich, sie handelte nicht aus Eigennutz. Sie vermeinte vielmehr, einer sorgenvollen, ungewissen Zukunft entgegen zu gehen und hatte keine Ahnung davon, daß sie eine Millionenerbin war. Er wollte damit auch noch zurückbalten und mehr die gemüt⸗ volle Seite der Trennung von Vater und Tochter hervorkehren. Ueberhauft war Kurt auf alles

Kommende nun sehr gespaunt, da es ihm noch

immer nicht in den Kopf wollte, daß Bianca die von ihm gesuchte Erbin war.

Ueber diesen Grübeleien vergaß er selbst die Gefahr, in der er schwebte.

Von Bianca irrten seine Gedanken zu Marsa,

Seele vorschwebte, verglichen, und bei der er eine große Aehnlichkeit mii diesem Bilde herausgefunden hatte. Nur war dieser schöne Traum, in ihr die Gesuchte gefunden haben, zerstört; und doch hatte er ihr Glück bringen dürfen, denn sie liebte ihn, 0 und was waren Gold und Schätze gegen das Be- wußtsein, ein edles Menschenherz sein Eigen zu nennen.

Großneffen, sonst würde er derselben nicht mit einer Mission betraut haben, die ihn selbst in Gefahr brachte, das reiche Erbe zu verlieren, in Gefahr und auch in Versuchung, es sich um jeden Preis zu erhalten. Kurt hing nicht am Mammon. In ihm lebte jene Ritterlichkeit fort, welche die Helden des Mittelalters durch Sage und Dichtung un⸗ 9 sterblich machte. ö

Die Rückkehr Bianca's schreckte ihn aus tiefen Gedanken.

Hier, mein Freund und nun bald mein Vetter, sagte sienehmen Sie diesen Revolver und dieses Dolchmesser, und verbergen Sie beides au Ihrem Körper. In der Hand eines Soldaten können sie ö einem Dutzend Gegner gefährlich werden. Und nun lassen Sie uns zu der Gesellschaft zurückkehren. Eine längere Abwesenheit wäre nicht ziemlich.

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meiner Wohnung, drüben in der VillaMarly. Unterwegs werden Sie, wenn erst die Gefahr vorüber ist, alles Nähere über mich und meine Herkunft von mir erfahren.

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den 7 Personen Raum zu gewähren, und so

geschehen und ihnen auch erst später mitgeteilt,

sei gegen 10 Uhr in die Versammlung gekommen, 1

Die Ver⸗ sammlung beschloß dann, daß der Ausschluß der

Die Angeklagten bes

nommen Geldbriefträger Philipp Brand, ehe

die er anfänglich mit dem Bilde, das ihm in der f

Fürwahr, der alte Graf Hallern kannte seinen 1 6

Morgen früh um 9 Uhr besuchen Sie mich in 1

e Aber warum zögern Sie noch, Graf? Wir müssen Nebensächliches auf

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