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Gegensatz zu den Arbeitgebern.
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Gießen, Mittwoch, den 27. Mai
1896.
Ausgabe
Gießen.
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Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.
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Expedition: 2
Kreuzplatz Nr. 4.
Die Fabrikinspektion in Hessen.
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Traurige Verhältnisse sowohl bezügl. der allgemeinen Arbeitsbedingungen als auch der„Wohnungen“ scheinen in den Ziegeleibetrieben zu herrschen. Es giebt deren in Oberhessen 53, in denen zusammen 1290 Personen be⸗ schüftigt werden. Davon sind 80 jugendliche, 498 er⸗ wachsene männliche und 10 erwachsene weibliche Arbeiter. Die verhältnißmäßig besten Verhältnisse herrschen in den großen Betrieben. Schlimm sieht es oft in den Kleinen aus. Wir lesen darüber:
„Die Mißstände finden sich fast immer in den kleineren und kleinsten Betrieben. Die Unternehmer, d. h. die Eigentümer der Ziegeleibetriebe, vergeben die Herstellung der Ziegelsteine oft wieder an selbständige Akkordanten, welche dann Arbeiter auf eigene Rechnung annehmen. Hier ist alsdann meist von einem Einhalten der gesetzlichen Bestimmungen keine Rede. Uebermäßige Arbeitszeiten für jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen, schlechte Wohnungs⸗ 1 Ernährungsverhältnisse sind oft regelmäßig wieder⸗ lehrende Uebelstände in diesen Betrieben. Vielfach handelt es ich hier bei Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern um Familien⸗Angehörige der Akkordanten, für welche un⸗ gesetzliche Beschäftigungsarten zu konstatieren sind. Die Unternehmer pflegen alsdann jede Verantwortlichkeit mit der Motivierung abzulehnen, daß sie keinerlei Einfluß auf die von den Akkordanten beschäftigten Arbeiter auszuüben in der Lage seien. 155
Schwere Mißstände sind in einigen kleineren Ziegeleien festgestellt worden, in welchen zugezogene Arbeiter als Akkordanten junge Leute und Arbeiterinnen beschäftigt haben, die vollkommen in die Familiengemeinschaft der Akkordanten aufgenommen waren, verköstigt wurden und ede Selbständigkeit eingebüßt hatten. In zwei Fällen wurden junge Leute beiderlei Geschlechts in Ziegeleien angetroffen, welche gegen eine gewisse Pauschsumme von den Eltern der betreffenden Jungen und Mädchen dem Akkordanten für die Saison vertragsmäßig überlassen
waren und ein geradezu menschenunwürdiges Dasein fristeten. Ein 18 jähriger zurückgebliebener Junge wurde in Ge⸗
meinschaft mit seiner jüngeren Schwester, einem gleichfalls in der Entwickelung zurückgebliebenen Mädchen, den ganzen Tag über mit dem Transport nasser Steine beschäftigt. Als Aufenthalt und Schlafstelle war den beiden Ge⸗
schwistern ein ärmliches gemeinsames Lager in einem
leinen einzelstehenden Häuschen angewiesen, das von Schmutz starrte. Als das Mädchen von dem revidieren⸗ den Aufsichtsbeamten angeredet wurde, brach dasselbe in Thränen aus. Als Ursache dieses Verhaltens wurde von dem Akkordanten angegeben, daß das Mädchen von seinem Bruder fortgesetzte Mißhandlungen zu erdulden habe.
In einer anderen Ziegelei wurde bei Besichtigung der Schlafstellen konstatiert, daß der Akkordant einem 15jähr. Mädchen, das in ähnlicher Weise für die Saison gemietet war, wie im vorigen Fall, mit zwei erwachsenen Burschen ein gemeinschaftliches Lager im Dachranme eines Bretter⸗ hauses angewiesen hatte. Der Akkordant schlief mit
seiner Frau im unteren Raume.“
Die Arbeiterorganisationen theilt der Jabrit⸗ inspektor in 2 große Gruppen: „In Arbeiterbildungsvereine, bei welchen Belehrung und Unterhaltung, Familienzusammenkünfte ec. die Triebfeder zur Vereinigung bilden. Wenn durch diese außerdem wirtschaftliche Vorteile erstrebt werden, so geschieht dies nur nebenbei und nicht im bestimmten Es gehören hierher die auf religiöser Grundlage aufgebauten katholischen und evangelischen Arbeitervereine, bei welchen das religibse Moment, wenn es auch nicht im Vordergrund steht, doch den Kitt zum Zusammenhalt und zur Ver⸗
Das Gesicht. Novelette von Hellmuth Mielke.
„Wie, Herr Professor, Sie wollen schon fort?“
In der Stimme der schönen Frau klang ein aufrichtiges Bedauern. Der Professor, der Miene gemacht hatte, sich von seinem Platz zu erheben, zögerte. N
„Ich fürchte, gnädige Frau, Ihnen die Nacht⸗ ruhe zu rauben“. versetzte er.„Ich bin der letzte Gast“ es— war, als wäre er verlegen über das Alleinsein mit der Jugendgeliebten. 5
„Die Nachtruhe?“ Sie wies lachend auf die Stutzuhr.„Wir haben ja noch nicht elf Uhr. Man merkt doch, daß Sie ein Provinziale sind, der gewohnt ist, mit den Hühnern zu Bette zu gehen und mit ihnen aufzustehen. Nein, warten Sie. Noch ein Gläschen Wein wollen wir zusammen trinken.“ ö 2 Sie klingelte rasch vem Mädchen und erteilte keinen Auftrag. Der Professor versuchte noch ein⸗ mal einen schwachen Widerstand, aber er vermochte ihn den schönen blauen Frauenaugen gegenüber nicht durchzuführen. Etwas von dem Abglanz einer schöneren Zeit spiegelte sich in diesen Auugen und fiel ihm wie ein lockender Schein ins Herz. 5
Während sie den Wein einschenkte, sah er mit dewundernden Blicken durch seine Brille die an— nutige Beugung des runden Frauenarms und die zarte Weiße der Hand, welche die Flasche hielt. tt es gefällig?“ bat sie lächelnd.
Sie stießen mit einander an; ihre Blicke senkten
einigung bildet. Je mehr diese Vereine jedoch volks—⸗ wirthschaftliche und politische Gebiete in Angriff nehmen und derartige Ziele anstreben, um so schärfer bildet sich der Gegen satz zu den Arbeitgebern und Unternehmerverbänden heraus und das anfänglich gute Einvernehmen und das Wohlwollen der Fabrikanten, auch diesen Vereinen gegenüber erlischt. Zu diesen geselligen Vereinigungen können hier noch die Bzirks vereine des deutschen Werkmeisterverbandes gerechnet werden.
Die andere Gruppe der hier im Vordergrund des Interesses stehenden Organisationen sind die sogenannten Gewerkschaften, für welche hier hauptsächlich die Stadt Mainz in Betracht kommt. Diese Organisationen sind Kampfvereine, die im scharfen Gegensatz zu den Arbeit⸗ gebern gebildet und durch das Zusammenfassen nach einzelnen Industriezweigen, hierzu besonders geeignet sind. Es bestehen dermalen in der Stadt Malnz 17 gewerkschaftliche Organisationen mit nahezu 1700 Mit⸗ gliedern. Die nach der Zahl der Mitglieder am stärksten hervortretenden Organisationen sind die der Metallarbeiter, Schuhmacher, Buchdrucker, Holzarbeiter und Bauhand⸗ werker, welche sämtlich mehr als je 100 Mitglieder haben. Manche dieser Organisationen stellen erhebliche Anfor- derungen in Bezug auf Beitragsleistungen an ihre Mit⸗ glieder. Den höchsten Wochenbeitrag bezahlen die Buchdrucker mit 1,40 Mk., womit 8 pEt, des niedrigsten Wochenlohnes in Anspruch genommen werden. Auf den Durchschnittslohn berechnet, ergiebt sich bei den Buch⸗ druckern ein Betrag von 6 pCt. Allerdings leistet der Buchdruckerverband erhebliche Beiträge für humanitäre Zwecke, wie Reise⸗, Arbeitslosen⸗, Kranken-, Invaliditäts⸗ und sonstige Unterstützungen an seine Mitglieder. Die Beiträge zu den übrigen Gewerkschaften betragen meist 15 und 20 Pfg. pro Woche.
Mit der Wiedergabe der Ansichten des Herrn Baurat über die Organisationen der Arbeiter wollen wir schließen. Was er über die konfessionellen Arbeitervereine gesagt hat, wird ihm unter den Fabrikanten, die dieselben protegiren, keine Freunde verschaffen. Was uns an dem dies- jährigen Bericht besonders freut, ist die durchaus uubefangene Sprache. In vielen Dingen unterscheidet sich der diesjährige Jahresbericht von seinem Vorgänger außerordentlich vortheilhaft. Allerdings ist die ganze Gewerbeaufsicht unseres Erachtens nach eine du chaus ungenügende. Das liegt eben daran, daß zwei Beamte gar nicht im Stande sind, die ihnen gestellte große Aufgabe zu erfüllen. Es wäre deshalb zu wünschen, daß das oft ausgesprochene Verlangen, die Zahl der Fabrik⸗ inspektoren zu vermehren und ihnen sobald als möglich, ide, Assistenz zur Seite zu geben, verwirklicht würde.
Lokales und Provinzielles.
Gießen, 26. Mai. Der erste Pfingst⸗ feiertag ist sozusagen programmmäßig ver⸗ laufen. Die Sonne lachte vom blauen Himmel, daß selbst der schlecht gestimmteste Mensch seine Freude daran haben mußte. Fröhlich zogen die Menschen hinaus in den Wald und nach den umliegenden Höhen. Auch die Eisenbahn wurde vielfach benutzt, um die Schönheiten der näheren und ferneren Umgebung aufzusuchen. Wetzlar, Braunfels, 5 Marburg wurden stark von hier besucht. Aber auch nach Oberhessen ergoß sich der Strom der luft⸗ und erholungs⸗ bedürftigen Städter. In Wetzlar konzertierte die Kapelle des Kaiser Wilhelm⸗Regiments im Schützengarten.— Am zweiten Pfingsttag schaute am Vormittag alles nach dem etwas trüben Himmel, der 10 5 nach Regen aussah. War es
auch kühl tagsüber, so blieb es wenigstens trocken und man konnte sich im Freien aufhalten.— Das Konzert der Kraußeschen Kapelle in Steins Garten war sehr gut besucht,, Die Künstlerschar leistete Vorzügliches. Nur wollen wir tadelu, daß der Spielzettel in letzter Zeit so ziemlich dieselben Piceen aufweist.
Gießen, 26. Mai. In der Nacht vom ersten zum zweiten Feiertag wurden zwei junge Burschen von drei älteren Leuten ohne Veran lassung in der Bahnhofstraße überfallen und mit Spazierstöcken mißhandelt.
* Gießen, 26. Mai. Unfall. Am 1. Pfingstfeiertag erlitt auf der„Schönen Aussicht“ ein junger Mann einen Unfall dadurch, daß er von der Schiffsschaukel hinunterstürzte und sich hierbei den linken Oberschenkel brach. Die Schuld trifft den Mann selbst; derselbe vertrieb die Kinder von der Schaukel und nahm dieselbe trotz aller Proteste seitens der Erwachsenen und zum Verdruß der anwesenden Kinder längere Zeit in Anspruch. Während er die Schaukel in übertriebener Weise in Bewegung setzte und auf derselben Kunststücke auszuführen versuchte, stürzte er herab.
Vom Vogelsberg, 20. Mai. Die dies⸗ jährigen Holzversteigerungen sind nun bis auf wenig zurückstehende beendigt. Im all⸗ gemeinen darf der Preis des heurigen Brenn— holzes als normal bezeichnet werden. Bei Be— ginn der Versteigerungen etwas hoch, sank er zu Ende derselben auf die seither gewohnte Preis— stufe. Eine Ausnahme von den sonst üblichen Brennholzpreisen machen die Preise im Ober— walde. Hier wurde in einzeluen Distrikten der Raummeter Buchenscheit für nur 2 Mk. verkauft, während er sonst durchschnittlich 6—7 Mk. ge⸗ kostet hat. Der Raummeter Buchenprügel kostete nur 1,50—1,90 Mk., gegen 4—5 Mk., die man dafür in anderen Waldungen zahlen mußte.
* Bad Nauheim, 25. Mai. In der letzten Woche sind 771 Fremde(591 in 1865) hier angekommen. Gesamtzahl 2206 bis 21. Mai inkl., gegen 2384 bis 24. Mai in 1895. Da wir heuer 2 Tage zurückdatieren, so ist die vor⸗ jährige Frequenz um dieselbe Zeit überschritten. Es geht dies auch schon aus der e der Hader hervor, voriges Jahr bis 21 Mai nkl. 22042, heuer bis diesen Tag 13,277 Bäder.
* Offenbach, 25. Mai. Nach einer vor⸗ läufigen rechnerischen Zusammenstellung der Eiu⸗ nahmen und Ausgaben des neulich hier abge⸗ haltenen Wohlthätigkeitsfestes beziffert sich wie die„Offenb. Ztg.“ hört, der ungefähre Ueberschuß auf 17000 Mk., die wie folgt verwendet werden sollen. 11000 Mk. dem Offen⸗ brcher Hilfsverein 3000 Mk. unter Verwaltung der Bürgermeisterei der Wettlauferschen Augen⸗ Klinik 2000 Mk. nach dem Offenbacher Verein zur Ferienversorgung kranker Schulkinder und 1000 Mk. dem Offenbacher Zweeigverein vom Roten Kreuz zur Unterstützung von Invaliden.
* Darmstadt, 25. Mai. In den Tagen vom 31. Mai bis zum 8. Juni wird die hiesige Turngemeinde das Fest des 50 jähr. Be⸗ stehens feiern. Als Festplatz ist der Parade⸗ platz mit dem angrenzenden Baugelände für das
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sich dabei tief in einander. Vor ihnen stand die Lampe und der rote Schirm derselben übergoß das volle Gesicht der schönen Frau mit dem magischen Schimmer erwachter Jugendlichkeit. Ihm war, als säße er nicht mehr der Dame des Hauses, der dreißigjährigen Frau gegenüber, die er nun seit dem Tode ihres Gatten zum erstenmal wiedersah, sondern einer Andern... jener Andern, die er einst ge— liebt hatte und deren Traumbild noch in seinem Schulmeisterherzen lebte, dort, wo er die Ideale des sittlichen Lebens aufgestellt hatte.
Sie schien mit der feinen Boobachtungsgabe der gereiften Frau den Eindruck zu spüren, den sie uf ihn in diesem Beisammensein zu zweien machte, und damit nicht unzufrieden zu sein.
„Wissen Sie auch, daß ich Ursache habe, Ihnen zu zürnen?“ begann sie wieder.„Sie hatten mir versprochen, mich einmal in das alte Museum zu begleiten. Ich hätte so gern von Ihrer Wissen— schaft profiliert. Vierzehn Tage siyd Sie nun in Berlin und ich habe Sie in meinem Hause kaum dreimal zu sehen bekommen. Am Ende gehen Ihre Ferien vorüber, ohne daß Sie Ihr Versprechen wahr machen.“ 5
„Sie sind leider schon übermorgen zu Ende.“
„Uebermorgen schon? Ach wie schade!“
Es war leise wie ein Seufzer über ihre Lippen ge— gangen. Wußte sie, daß das leise Wort in ihm ein stärkeres Echo fand? Einen Augenblick schwie gen Sie beide, dann sagte sie wie im ernsthaften Unmut
„Nein, das ist einfach abscheulich von Ihnen,
Herr Professor. Jetzt werden Sie natürlich wieder in Ihre Provinz verschwinden, ohne daß man auf lange Zeit ein Lebenszeichen von Ihnen erhält. Wenn Sie wüßten, wie ich mich gefrent habe, als ich Ihr liebes Gesicht zum erstenmal nach Jahren wiedersah! Ich fühle mich so einsam...“
Er unterbrach sie mit einem Ausruf des Er⸗ staunens.
„Einsam?... hier in Berlin.. großen Gesellschaftskreisen?
„Ach, lieber Professor, hier ist man nur reich an Bekannten, aber arm an Freunden. Warum haben Sie sich so fern gehalten?“
Er fühlte, wie bei dieser Frag; das Herz ihm schwoll. Glühte auch in ihr noch ein Rest jener Empfindung, die, wie er meinte, sie beide einst be— seligt hatte?
„Ich glaubte nicht,“ erwiderte er,„daß Sie der Teilnahme eines Freundes bedurften. Darum blieb ich fern. Vielleicht auch...“
Nun?“ fragte sie, als er zögerte. wähend ihre blauen Augen ihnen von neuem lockend anstrahlten. Diesmal that ihr Glanz ihm fast weh. Er suchte sich von der Aufwallung zu befreien, die ihn erfaßt hatte.
„Nehmen wir einmal an,“ sagte er mit er— zwungenem Lächeln,„daß ich als echter Philosoph das Gleichgewicht meiner Seele nicht stören wollte.“
in Ihrem
„Wirklich, das ist wahr?“ Sie hielt ihm die
neue Museum zur Verfügung gestellt. Die Haupt⸗ feier wird Samstag, den 6. Juni durch einen Begrüßungsakt eingeleitet, dem Sonntag früh eine akademische Feier folgen wird. Für den Nachmittag ist ein Festzug durch die Stadt, Riegen⸗ und Schauturnen auf dem Festplatze und Abends ein Bankett vorgesehen.
D. Z. Darmstadt, 25. Mai.(Grober Unfug.) Die vielen Störungen durch rück⸗ sichtsloses Klavier- u. s. w. Spiel bei offenem Fenster in unserer Stadt, ins⸗ besondere durch Tonleiter, später auch 7 kle⸗ mentische Sonaten u. s. w. übende Anfänger mit mehr oder weniger Talent, sind bekannt. Das Großh. Polizeiamt erläßt nunmehr fol⸗ gende Bekanntmachung in dieser Angelegenheit. In Folge verschiedener, in letzter Zeit bei uns eingelaufener Beschwerden sehen wir uns veran⸗ faßt, das Publiknm zu ersuchen, Belästigungen der Nachbarschaft durch ungebührliche laute und lang andauernde musikalische Produktionen, na⸗ mentlich auch bei geöffneten Fenstern, zu ver⸗ meiden, da wir im Falle die Beschwerde der Nachbarschaft als berechtigt zu erachten wäre, genötigt sein würden, eine Anzeige wegen Zu⸗ widerhandlung gegen§ 300 Ziffer 11 des Reichs⸗ strafgesetzbuchs erheben zu lassen.
Mainz, 25. Mai. Anläßlich der Schiffs⸗ katastrophe zu Aßmannshausen hat der sozialdemokratische Abgeordnete Jöst(Mainz) an die zweite Kammer des hessischen Land⸗ tags folgende Anfrage gestellt;„Durch die am 20. d. M. bei Aßmannshausen erfolgte Explosion des Betriebskessels des Schleppdampfers H. A. Disch III. wurde wiederum die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf die mangelhafte Aufsicht über die Schiffskessel gelenkt, der Unterzeichnete richtet deshalb an die großherzogliche Regierung die Frage: welche Maßregeln gedenkt dieselbe zu fiote um eine bessere Kontrolle herbeizu⸗ ühren.
Auszug aus den Kirchenbüchern der evangelischen Gemeinde.
Matthäus gemeinde. Taufen.
Den 17. Mai. Dem Kaufmann Louis Reitz ein Sohn, Julius Wilhelm, geb. den 7. April.
Denselben dem Lokomotivführer i. P. Ludwig Werner ein Sohn, Rudolf Emil, geb. den 5. April.
Trauungen.
Den 21. Mai. Dr. Richard Wanner, prakt. Arzt zu Dilsseldorf und Emilie Marie Elsa Wallenfells, Tochter von dem Cigarrenfabrikant Louis Wallenfels zu Gießen.
Beerdigte.
Den 17. Mai. Johanna Noll, Tochter von dem ver- storbenen Friedhofsaufseher Jakob Noll, 26 Jahre alt, starb den 15. Mai. t
Marcusgemeinde. Taufen,
Den 16. Mai. Dem Schlosser Wilhelm Klös eine Tochter, Emma Wilhelmine, geb. den 21. Februar.
Den 17. Mai. Dem Kaufmann Karl Orbig 3. eine Tochter, Marie Christine, geb. den 27. März.
Trauungen.
Den 16. Mai. David Emil Christian Waldschmidt, Kupferschmied zu Wetzlar und Auguste Susanna Otto, Toch⸗ ter von dem verst. Glockengießer Georg Otto zu Gießen.
Den 19. Mai Jakob Wilhelm Aßmann, Brauer zu Gießen und Margaretba Dörr, Tochter des zu Laubach verst. Ackermanns Johann Heinrich Dörr.
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Hand hin und obwohl er nur ein Professor und Schulmeister und in galanten Diensten unerfahren war, beugte er sich doch über diese schlanke, zarte Hand, um sie zu küssen. Darauf sagte er leise:
„Sollten Sie es nicht wissen, Eleonore, daß mein Leben nur ein Erinnern an Sie ist?“
Hunderttausende werden weggeworfen durch unzweckmäßige Abfassung von Annoncen und durch Benutzung ungeeigneter Zeitungen. Ein Inserat muß nicht allein sachverständig und treffend abgefaßt sein, sondern es ist auch der Leserkreis der Zeitungen in Betracht zu ziehen. Auf dem weiten Felde des Zeitungswesens wird sich der Laie nicht leicht orientieren und deshalb eines erfahrenen und zuverlässigen Rathgebers be⸗ dürfen, um sein Geld nutzbringend anzulegen und mit einiger Sicherheit Erfolge zu erzielen. Ein berufener Führer ist die älteste Annoneen-Expedition Haasenstein u. Vogler, A. G., Frankfurt a. M. Vertreten in Gießen durch Gustav Wohlmuth, Seltersweg. Durch 40jährige Praxis, welche zu den intimsten Ver⸗ bindungen mit allen Organen der Zeitungspresse des In⸗ und Auslandes geführt hat, ist sie mit ihren zahlreichen Zweighäusern und Agenturen vorzugsweise in der Lage, dem inserirenden Publikum sich in jeder Weise nützlich zu machen. Alle Aufträge werden prompt und billigst aus⸗ geführt, da nur die Originalzeilenpreise der Zeitungen berechnet werden, und kommen auf diese Preise bei belang⸗ reicheren Aufträgen noch die höchsten Rabatte in Abrech⸗ nung. Man versäume deshalb nicht, sich bei obiger Firma vor Vergebung eines Annoncen-Auftrages erst ge⸗ nau zu informiren.
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