5 f j ag Gießen, Sonnabend, den 26. September 1896 ID Wa. N 0 0* 4. chf, a liger J00 U 1 ö f
„N ö ö 1 ahlreig 1 0 Dh 9 den bine N ich den
U 1 1 wurde 15 N 9 105 5 gegen de 00 dee 8 itt Bench
nee— N d Eti 7 75 6
a 51 Bre lat l 4 5 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.. Expedition: 1 n 85 2— Preis der NKuzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. 2 Kreuzplatz Nr. 4. 162 05 en Ehe: 4 1 sie müßten ue A 5 rteisr B j 5. nu Lokales und Provin zielles. e 15 Breidert und einer größeren Mainz, 24. September. Eine Anzahl! nische Kräfte, die auf die Entbindung der Duftstoffe hin⸗ iu hu isten! 4 5 5 nzahl Interessenten eine öffentliche Probe Personen, darunter auch der sozial demo- wirken. Die Stärke des Duftes einer Pflanze oder Blume ind n u Gießen, 25. September. Vakanzen] mit den von Herrn J. Tronser erfundenen kratische Kandidat, Herr Redakteur Dr. hängt in feder Tageszeit von dem Gleichgewicht ab, wel. 1 Wen sch a um Bezirke des 11. Armee ⸗Korps.] Feuerlöschbomben für Lagerräume u. dgl. m. David, waren in die Wählerliste für die sches sich zwischen dem Wasserdruck in den Zellen und der 5 b Justzmiie Kassel, Königl. Poltzei⸗ Direktion, Schutzmann, statt. In einem geschlossenen Raume waren zu] Landtagswahl nicht aufgenommen, weil die Turgescenz der Zelle vermindernden Lichtwirkung her- chigen 1000 4 Remuneration und freie Dienstkleidung, diesem Vehufe eine Partie Stroh, Holz und sie in Mainz nicht besteuert sind, indem sie erst stelt. Well im Orient die Wirkung des Lichtes zu 1 am n Nan, ebm nach definitiver gone 180. andere brennbare Stoffe aufgestapelt. An der por kurzem nach Mainz verzogen sind. Auf er⸗ mächtig und die Trocerheit größer t ind dort die 2 es kürlig ohnungsgeldzuschuß.— Königl. Eisenbahn⸗] Decke des Raumes waren in einer an een hobene Reklamation hat das Kreisamt die nach-] Blumen, wenigstens am Tage, wentger duftend als bei J 47 Einwoh.] Direktion in Frankfurt(Main), 30 Anwärter Entfernung von einander eine Anzahl Bomben kfrägliche Aufnahme in die Listen verfügt, uns! Wieme Site e e eee i sam men. für den Bahnwärter⸗ und Weichenstellerdienst, befestigt, die durch Zündschnüren unter sich ver⸗ insofern die Betreffenden vor ihrem Verzug nach mee b duct n ee e eee der dude Alt je 700„% Piätarische Jahreshesold hunden maren, deren d 10 0. 5 5 0) Früchte und Gemüse liefern die gemäßigten Zonen, kündet g burg“ Ant Fercdebnr breeding. Stellen des Raumes pie den au perle genen mam an einem anderen hessischen Ort besteuert namentlich Slandinanien uit keinen gemiwderke dic ate die ga— Fredeburg, Amt Fredeburg, Kommunal⸗ een aumes bis nahe an den Boden waren. feuchten Kllma, wo, wie schon Schubeler vor einer Reihe
förster, Baargehalt 1100, Mietsentschädigung 150. und Bezug von 20 Raummeter Brenn⸗ holz im Taxwert von 50%— Meschede,
König g Königl. Amtsgericht, Lohnschreiber, circa 40 ¼ verlage 0 monatlich.— Orb, Bürgermeisteramt, Bureau⸗ en he gehilfe, 750% jährlich.— Siegen, Magist⸗ A 11 rat, Nachtschutzmann, 750 4 Gehalt und freie 112 nigen Uniform.— Wehlheiden bei Kassel, Bürger⸗
meisteramt, Polizeisergeant, 900. Anfangsge⸗ halt und 75. Kleidergeld.— Weimar, Großherzogl. Gendarmerie-Kommando, Fußgen⸗ darm III. Klasse, 1150„ und 180 /. Dienst⸗
a, glanbt an deutung belege
1 aufwandsvergütung.— Wetzlar, Bürger⸗
uu hn h meisteramt, Hilfsnachtwächter, 300.. jährlich. 1510 fh* Gießen, 25. Sept. Von ärztlicher zien—, 80 Seite wird auf eine Unsitte aufmerksam ge⸗
macht, die zu beobachten man auf den Straßen öfter Gelegenheit hat. Mütter und Kinder⸗ mädchen ergreifen oft Kinder, die sie auf den Arm nehmen oder über irgend ein Hindernis, wie Gossen ꝛc. hinwegheben wollen, an einem Arm, statt sie unter beiden Armen zu fassen. 8 können Zerrungen der dehnbaren
änder und Verrenkungen des Kugelgelenkes der Schultern hervorgerufen werden, wodurch manches Kind Schaden leidet. Es dürfte daher die Mahnung an alle Mütter berechtigt sein, dieser Unsitte abzuhelfen, und auch den Personen, denen sie ihre Kinder anvertrauen, ein solches Heben der Kinder zu untersagen. Man fasse die Kin⸗ der beim Heben unter beide Arme. 10* Gießen, 25. September. Im Vogels⸗ berg, speziell im Gebiete des Oberwaldes wurden in diesem Sommer für etwa 10000 Mark Himbeeren gesammelt. Dieselben wurden von Händlern und Saftfabrikanten durchschnittlich 12„ pro Pfund gekauft. Was den mit dem Einsammeln beschäftigten, meist recht 1 5 Leuten ihre mühselige Arbeit
gefährdet, ist das Verbot des Betretens ganzer alddistrikte, sogen. Schonungen. Strafanzeigen find deshalb nicht ausgeblieben. Sollte es nicht n 5 ein, das Sammeln der Beeren, die
— 1
16, Linen 28 Pg, fer p. St. 90— 100, „ Gänse per Pub und Mindfleich 66 gefl., gesalz. 709, 70, Kartoffln ya Zentner 5,00 6,00 hen 6,—J,00 h. Jr,
cburg, Verantw. J . Ottmann, beide l.
b Foppel ommen, den armen Leuten auch in den strasse le, 2 e unter gewissen Bedingungen zu ge⸗ e statten
ben aler Al Gießen, 25. September. In Worms g gesucht and dieser Tage in Gegenwart des Herrn
Je nach der Beschaffenheit des Raumes, wenn feucht oder sehr trocken, werden die Zündschnüren mit einer gegen die Einflüsse schützenden Hülle umgeben. Diese so angebrachten und mit einer Flüssigkeit gefüllten Bomben stehen mit einem elektrischen Läutewerk in Ver⸗ bindung, das beim Explodieren derselben sofort in Thätigkeit tritt. Auf einen Raum von 30 Kubikmeter sind zwei dieser Bomben erforderlich, die 6 4 kosten. Zur Ausführung des Versuchs wurden nun die brennbaren Stoffe in dem Raume entzündet und die Thüren zu demselben geschlossen, während die Zuschauer außerhalb desselben standen. Nach kurzer Zeit vernahm man einen dumpfen Knall, und bald folgten in kleinen Zwischenpausen die Explosionen der übrigen Bomben, wobei das Läutewerk in Thätigkeit trat. Als man den Raum nunmehr öffnete, fand man aufgespeicherte Brennstoffe größtenteils unverbrannt vor, und das Feuer war vollständig erloschen. Der Erfolg der Probe war für den Veranstalter ein glänzender. Nidda, 24. September. Das Wasser⸗ werk zu Nidda, dessen Reservoir soeben einer Probe auf seine Dichtigkeit unterzogen wird, soll Freitag, 25. d. M., allen bis jetzt vollzogenen Anschlüssen das Wasser liefern. Noch eine Au⸗ zahl Anschlüsse sind rückständig, jedoch soll in drei Wochen alles fertig gestellt sein. Von Wassermessern ist, ausgenommen einige Groß⸗ betriebe, abgesehen worden, und werden damit 10000. erspart.— Auf die nasse, aber dabei warme Witterung, die seit Wochen dem Landwirt schwere Sorge gemacht, indem das Grummet nicht abgethan werden konnte, die Kartoffeln stark zu faulen begannen und auch das Obst fleckig und faul wurde, ist plötzlich ein rascher Umschwung erfolgt. Am heutigen Tage wurde schon in den Zimmern geheizt. Einen Vorteil bringt der Umschlag dadurch, daß er der Wespen⸗ und in den letzten Tagen auch der Raupenplage Einhalt thut. * Mainz, 25. September. Die Wähler⸗ listen für die Reichstagswahl sind soweit fertiggestellt und beträgt die Zahl der Wähler für den Reichstag in der Stadt Mainz 14400. Die Zahl der Wähler im ganzen Wahlkreis läßt sich erst später feststellen.
53— Vermischtes.
— Ist der Nachmittagsschlaf empfehlens⸗ wert? Bei Gelegenheit der kürzlich in Heidelberg ab⸗ gehaltenen Jahresversammlung des Vereins Deutscher Irrenärzte hat Dr. Romer-Heidelberg auch über das viel⸗ erörterte Thema des Nachmittagsschlafes gesprochen. Wie der Schlaf überhaupt, so wirkt auch der Nach mittags⸗ schlaf wesentlich auf die Tagesstimmung und Tagesleistung ein. Sowohl an sich selber, als an Anderen hat Vor⸗ tragender Messungen angestellt, welche auffallend abweichende Ergebnisse liefern. Während er selber stets nach dem Nachmittagsschlafe erheblich leistungsfähiger war, als ohne diesen Schlaf, verhielt sich das bei einem Anderen gerade entgegengesetzt. Redner erklärt diesen Unterschied aus der Verschiedenheit in der Verteilung der Schlaftiefe. Muß Jemand aus tiefem Schlafe erweckt werden, so ist er minder leistungsfähig, als ohne Schlaf. Erwacht er leicht, weil der tiefe Schlaf bereits vorüber ist, so ist er leistungsfähiger, als er ohne Schlaf gewesen wäre. Bei ihm selber lag die Sache so, daß er Abends erst spät einschlief und Morgens aus tiefem Schlafe geweckt werden mußte. Er war dann nach Tische gewöhnlich müde und schlief gleich fest ein, war nach einiger Zeit ausgeruht und erwachte meist von selbst. Der Andere dagegen, der Abends zeitig fest einschlief und Morgens sehr munter war, hatte Mittags einige Mühe einzuschlafen; erst nach einiger Zeit stellte sich größere Schlaftiefe ein, und er mußte stets aus festem Schlafe geweckt werden. Aus Anlaß dieser Beobachtung hat Redner einen Apparat zur Messung der Schlaftiefe hergestellt, der das Erwecken des Schlafenden durch Erzeugung eines Geräusches(Auf⸗ schlagen eines aus beliebig zu verändernden Höhen fallen⸗ den Gewichtes) von bestimmter Stärke besorgt. Indem der Erwachende den Apparat von Neuem aufzieht, bewirkt er gleichzeitig einen selbstthätig erfolgenden Zeitvermerk, den man später zu beliebiger Zeit ablesen kann.
Der Einfluß des Lichtes auf den Pflanzenduft. Wir lesen im„Prometheus“: Die Entbindung des Pflanzenduftes wurde neuerdings durch Versuche des Herrn Eugen Mesnard im biologischen La⸗ boratorium der Hochschule von Rouen studiert, wobei sich als Hauptergebnis zeigte, daß das Licht und nicht der Sauerstoff die Hauptursache der Umbildung und Zer⸗ störung von Duftstoffen ist, obwohl beide Agent ien häufig zusammenwirken. Die Einwirkung des Lichts macht sich nach zwei Richtungen bemerkbar. Einerseits wirkt es, um die chemischen Umwandlungen einzuleiten und der Pflanze ihre Nahrungsstoffe und Kraftmittel zu schaffen, also auch die Umwandlung einzelner Bestandteile in Duftstoffen bis zu deren völligen Verharzung, andererseits schafft es mecha⸗
von Jahren gezeigt hat, das andauernde aber gemilderte Licht des langen Sommertages den Früchten, die dort reifen, und aromatischen Wurzeln(3. B. der Sellerie) einen Wohlgeschmack verleiht, den man im Süden nicht kennt. Der Vorzug des deutschen Obstes und Weines beruht auf denselben Verhältnissen. Der Süden erzeugt mehr Zucker als Aroma in seinen Weintrauben und die Südweine entbehren der Blume. 0 — Zugaben bei Einkäufen. Ueber die Mauserung, die im Laufe der Jahre die sogenannten „Zugabeartikel“ in den Geschäften erfahren haben, finden wir im Berliner„Kouf.“ einige Angaben. Man begnügt 0 sich heute nicht mehr damit, irgend einen kleinen Gegen⸗ stand der Kundschaft zu überreichen, sondern man suchet
mit diesem Gegenstand gleichzeitig eine moderne Reklame 0 zu verbinden. Früher bot man der Käuferin eine kleine Aufmerksamkeit als Angebinde dar, jetzt übersendet man Zugabeartikel bei Beginn einer jeden„Saison“ frei ins Haus, um die Dame oder den Herrn auf das Geschäft hinzuweisen. Das„Neueste“ auf diesem Gebiete ist ein Regenschirm, auf dessen Innenseite der Name der betreffenden Firma gedruckt ist. Jeder, der einen solchen Regenschirm umsonst ins Haus gesandt bekommt, öffnet ihn und sieht bei dieser Gelegenheit die Firma. Aber nicht genug damit! Es liegt in der menschlichen ö Natur, daß man von einem Regenschirm, den man ge⸗ schenkt bekommt, auch spricht. Man macht die Bekannten darauf aufmerksam, welche nun auch einen solchen Schiimm
haben wollen und deshalb in das betreffende Geschäft gehen, um sich einen solchen geben zu lassen. Dadurch ist eine Reklame erreicht, die unbedingt erfolgreich sein wird. Andere neue Reklame⸗Artikel bilden Herren⸗ kravatten mit aufgedruckter Firma in neuen Formen, die umsonst fortgegeben werden. Neu sind die sogenannten Jubiläumsbecher aus Zinn oder Aluminium her⸗ gestellt. Sie werden mit dem Namen des Geschäftshauses oder der Abbildung desselben versehen und gleichen äußer⸗ lich den Moskauer Krönungsbechern oder den Berliner Ausstellungsbechern. Ein Portemonnaie oder eine Brieftasche aus Bachetteleder und Saffianleder, Damenumhängetaschen aus Schafleder oder Pom⸗ padours aus Plüsch mit Firmenstempel oder dem Auf⸗ druck:„Andenken an die Firma X. Y. Z.“ oder„Zur Eröffnung an die Herbstsaison 1896“ sind weitere Zu⸗ gabeartikel, die gern angenommen und beachtet werden, ebenso Poesie- und Tagebücher, Schreib- und Musikmappen. Eine Firma wieder hatte ihrer Kund⸗ schaft Feld⸗ und Ruhe-Klappstühle übersandt; ein anderes Haus hatte Luthertische anfertigen lassen, auf deren Platte die Firma oder das Geschäftshaus ange⸗ bracht war. Diese Luthertische, die bei jedem Einkauf über 10/ zugegeben wurden, fanden reißenden Absatz.
add, Sareinermelt 5 5 5 igel Marja, das Heldenmädchen ö Toca 2 von Transvaal. ef f 1 2 Zeitroman von Pieter Vryburg B 8 e 5(Nach drud verboten.) uter 4.(Fortsetzung.) kaufen.„Ich weiß es. Das ist ein guter Fang, Bianca. Ich werde Treue und Klugheit zu be⸗ lohnen wissen. Der Bursche oder das Mädchen muß sofort verhaftet werden. Der Graf ebenfalls; es war falsch, ihm soviel Freiheit zu gönnen.“ „Nicht doch, Mylord, nur diesem Umstande ver⸗ danken wir die sehr wichtige Entdeckung. Gewalt rde hier alles verderben. Der Bote ist, wie ich bre, der Ueberbringer einer schriftlichen Benach⸗ richtigung von Krüger an den Grafen.“ 9„Die er ihm übergab?“ N 1„Nein. Er hatte sie der Vorsicht halber im ö Ggstbof irgendwo versteckt, damit man sie nicht bei
arme e„ 1
alf
bei ihm fand, wenn ihm ein Unfall zustoßen
sollte.“ 5 „Das Schriftstück müssen wir haben!“ rief Sir
Cecil.„Was also raten Sie mir zu thun?“
„a ndlih J D ö 5 el, genithe 9 Bianca senkte ihre Stimme zu einem Flüstern, sloßgell⸗ 4 als sie nun dem Lord ihren Plan enthüllte. e 9„Gut, gut“, nickte der.„Und der Graf?“
„Den überlassen Sie mir. Ich habe mich in bed eee eingeschlichen, und er hat mir be⸗ elts gestanden, daß er der Träger einer politischen ission ist.“ » Also wirklich?“. „Ja, und ein Dolchstoß von. Mörderhand, wie ie ihn beabsichtigen, würde ihn zwingen. sein Ge⸗ heimnis mit in's Grab zu nehmen. Das liegt cht in unsexrem Irteresse. Lassen. Sie mir freie and, und seien Sie versichert, daß ich ihm sein 9 a entle Weg kommt er nicht. Und en Boten haben Sie
sicher.“
Rhodes nickte befriedigt.
„Ein kluges Weib“, sprach er hul digend,„und eine mächtige Bundesgenossin.“
„Wann eilen Sie zu Jameson, Mylord? Sie müssen durchaus Unkenntnis heucheln und ihm jede Verantwortung seiner Handlungen überlassen.“
Der Lord suchte Jameson auf und Bianca kehrte nach dem Garten zurück. Ihr Plan war gefaßt, und sie hatte keine Einmischung mehr zu fürchten. Ihre Nebenbuhlerin war aus dem Wege geräumt.
18. Kapitel. Ein kühner Plan.
Mit lächelnder Miene näherte sich die schöne Creolin dem ihr entgegeneilenden Grafen. Beide heuchelten vollkemmene Unbefangenheit. 5
„Welches Glück Sie wieder zu sehen“, rief Kurt. „Ich glaubte schon, daß Sie über dem Vergnügen des Tanzens mich ganz vergessen hätten.“
„Im Gegenteil“, sagte Bianca mit einem ihrer schmachtenden Blicke,„meine Gedanken waren nur bei Ihnen.“ 1
„Wirklich?“ Er küßte ihr galant die Hand. „Das hätte ich kaum zu hoffen gewagt.“
„Ach, mein Freund“, seufzte jene,„es war leider kein glücklicher Anlaß, der mich bestimmte, Ihnen mein ungeteiltes Interesse zuzuwenden. Und sich wieder enger an ihn schmiegend und ihn mit sich fort ziehend, flüsterte sie ihm zu:„Man plant Schreckliches mit Ihnen und mit mir. Man will Sie töten, und ich soll die Gelegenheit dazu schaffen!“
Bianca war sich des Eindrucks dieser Worte bewußt. Sie hielt seinen Arm umklammert und blickte ihm angstvoll in's Gesicht.
Kurt kannte sein Schicksal bereits aus Marja's Munde; er war nun überzeugt, daß Bianca ihm
ihr volles Vertrauen und jede Teilnahme schenkte.
„Und Sie?“ fragte er, ihre beiden Hände er⸗— greifend.„Was werden Sie thun?“
„Sie retten um jeden Preis; und um alle Unruhe von Ihnen zu nehmen, sage ich Ihnen gleich, der erste Schritt dazu ist bereits gethan.“
„Ach, inwiefern, schöne Fee?“
„Ich habe dem Lord klar gemacht, daß Ibre Tötung kein Gewinn für die Sache Englands wäre. Ich hätte Ihnen bereits das Zugeständnis entlockt, daß Sie der Träger einer sehr wichtigen politischen Mission sind, und sicher würde es mir nun auch gelingen, Sie zu noch weiteren Enthüllungen be⸗ züglich derselben zu bewegen. Mean sollte mich nur gewähren lassen. Sie zu beseitigen, sei es noch immer Zeit, wenn wir erst im Besitz Ihrer Ge— heimnisse wären. Das wurde anerkannt und mir freie Hand gelassen.
„Klug und mutig zugleich!“ rief Kurt.„Nun allerdings erachte ich mein Ehrenwort nicht mehr als bindend, denn die Gegenversicherung war eine sehr milde und kurze Haft. Verbrechern gegenüber hal ein Offizier kein Ehrenwort zu geben. Und wie, teuerste Freundin, wollen Sie meine Rettung bewerkstelligen? Ich halte es für das Schwierigste, aus der Stadt herauszukommen.“
„Und doch werden Sie es, Graf! Ich selbst werde Sie hinausführen.“
„Haben Sie auch die Macht dazu?“
„Ich habe sie mir erwirkt“
„Schön, aber nun sagen Sie mir auch gleich alles, deun ich brenne vor Ungeduld, zu erfahren, wie das werden soll.“
„Ganz einfach, morgen früh nehme ich Sie mit auf einen Ritt durch die Umgegend. Von diesem kehren wir nicht mehr zurück. Einmal außer Sicht der Stadt, ändern wir die Richtung und reiten der Grenze zu. Natürlich dürfen wir uns keine Ruhe
gönnen und müssen Tag und Nacht durchreiten.“
„Aber werden Sie das aushalten können?“ 30 „Warum nicht, bin ich dech von Jugend auf an nichts anderes gewohnt geweseu. Einmal außer⸗ halb der Stadt, muß ich mich ganz Ihrem Schutze anvertrauen.“
„Und wie gern werde ich Ihnen den ge⸗ währen!“„
„Natürlich kann ich hierher nicht mebr zurück— kehren. Ja opfere Jynen eben alles: Stellung, Vermögen und Ruf. Was liegt mir daran! Das sind eitle Dinge. Ein Menschenleben ist mehr wert in meiner Schätzung. Sie müssen gerettet werden!“
„Wie edel, wie selbstlos und heldenmütig!“ sprach Kurt bewundernd.„O sagen Sie es mir, Bianca, wie kann ich Ihnen für soviel Wohlwollen und Opfermut jemals danken?“ 5 10
„Indem Sie der Tochter des Mannes, den Sie suchen, ein klein weuig Wohlwollen beweisen und sie vor den unausbleiblichen Verfolgungen ihre Feinde sicher stellen.“ 5 Sie sprach es verschämt, mit einem milden Lächeln und dem Ausdruck rührender Bitte in ihren schönen, thränenfeuchten Augen. O sie verstand es meisterhaft zu heucheln und zu täuschen.
Kurt trat betroffen um einen Schritt zurück.
„Wie soll ich Ihre Worte deuten, Signora?“
fragte er in halber Verwunderung.
„In dem einzig möglichen Sinne“, entgegnete
sie.„Mein Vater hieß Strehlen; ich bin die
Tochter der Comtesse Marie von Hallern.“
„Sie?— Sie?“ rief Kurt außer sich. (Foutsetzung folgt.)


