Ausgabe 
26.8.1896
 
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Da Weigel, der im Unfriedeu s. Zt. aus dem

im Stalle finden und da weiter Weigel am letz⸗

10 starrend, fort. Er ist ein alter,

hluüͤngend sprach und sich so seltsam geberdete.

Lokales und Provinzielles

*

Ernst Kutsch, am Gymnasium zu Gießen, wurde der Titel Professor verliehen. Der Pfarr⸗ lurat Ambos zu Butzbach wurde zum An

strafanstalt ernannt.

nerjagd offen, und so knallte es denn schon in der Frühe des Tages fleißig in den Jagd⸗

heutigen Ludwigstages haben unsere öffent⸗

dacht, seinem ehemaligen Dienstherrn, dem Fuhr⸗

Pferde vergiftet zu haben, ist gestern der Dienstknecht Weigel festgenommen worden. dem Gregorius gestern das zweite Pferd inner

5

Der Oekonom Heinrich Einheuser verkaufte an den Landwirt Adam Uhl sein an der Ebel⸗

Hofrait t und toten Inventar, sowie 12 Morgen Ackerland für den Gesamtpreis von 44000 Mark, wobei die bebaute Fläche, 32000 Mark berechnet wurde. rich Einheuser in der Ebelstraße sonst noch ge⸗ börige Baugelände Heirnich Carle zum Preise von 7 Mark pro qm., während sich Einheuser in der Liebigstraße

seinem Ende sich zuneigt, glücklich vorüber. Unsereoberen Zehntausend sind zu den heimischen Penaten zurückgekehrt

Gießen, Mittwoch, den 26. August

Ausgabe

ssche Landeszeitung

Gießen.

Redaktion:

60 Kreuzplatz Nr. 4.

2

Erscheint täglich mit Ausnahme der Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Ispaltige Petitzeile.

Tage nach Sonn- und Feiertagen.

. pedition: Kreuzplatz Nr. 4.

2

* Gießen, 25. August. Dem Lehrer Herrn

staltsgeistlichen der dortigen Zellen

* Gießen, 25. August. Mit dem gestrigen Tage ist für die Provinz Oberhessen die Hüh⸗

filden unserer Umgebung. Die Ausbeute soll über Erwarten eine sehr gute sein. * Gießen, 25. August. Anläßlich des

lichen Gebäude sämtlich geflaggt. Im Ge⸗ richtsgebäude sind einer alten Sitte gemäß am heutigen Tage alle öffentlichen Verhandlungen

ausgefallen. Gießen, 25. August. Unter dem Ver⸗

mann Gregorius, innerhalb 14 Tagen zwei Als

alb 14 Tage fiel, welches am Sonntag Abend chon traurig den Kopf hing, schöpfte der Mann Verdacht, daß dem Tiere von ruchloser Hand Er ließ das Pferd sezieren

Dienst geschieden war, gedroht hatte, sein Dienst⸗ herr werde eines Morgens seine Pferde verreckt

ten Sountag, in Abwesenheit des Gregorius im Stall gewesen lenkte sich sofort der Verdacht der Thäterschaft auf diesen.

* Gießen, 25. August.(Besitzwechsel.)

traße belegenes Besitzthum bestehend aus dem m vergangenen Jahre neuerbauten Wohnhaus, 9 mit Stallungen sowie allem lebenden

der Gebäude mit Das dem Hein⸗

incl. erwarb Dachdeckermeister

ankaufte und den Quadratmeter Bauland mit 8 Mark bezahlte.

L. Gießen, 25. August. Die Zeit der kost⸗ spieligen Badereisen ist, nun der Monat August

überBadereisen zu plaudern und diese vielfach zur Un⸗ sitte gewordene Gewohnheit einer vernichtenden Kritik zu unterziehen? Sicherlich nicht. Ebenso wenig verlohnt es sich, ihrem Ursprung nachzuforschen und ihre Notwendigkeit zu begründen. OhneBadereisen kommt unsere sogen. z gute Gesellschaft nun einmal nicht mehr aus. Sie sindMode geworden, und die Herrschaftsansprüche der Mode spotten bekanntlich jeder Begründung. Man darf sich die Mühe, eine Erklärung für ihr Vorhandensein zu suchen, füglich sparen. Es giebt überdies viel schlimmere und verwerflichere Moden, gegen die man mit Recht sich ereifern kann. Durch eine Badereise wird doch in der Regel nur der betreffende Ehegatte an seinem Geldbeutel geschädigt, während durch die langen Schleppen zum Bei⸗ spiel, die unsere Modedamen mit Vorliebe zur schwülen, staubigen Sommerszeit auf Promenaden und öffentlichen Plätzen tragen, zahlreiche fremde Personen in Mitleiden⸗ schaft gezogen werden. Was ist nicht alles schon gegen diesen Unfug gesagt worden! Und dennoch gelingt es nicht, ihm den Garaus zu machen. Manchmal hat es zwar den Anschein, als wollte die Mode sich der Schleppe entledigen; es treten dann, wie auch in diesem Jahre wieder, häufiger diefußfreien Damenkleider auf. Doch erfahrungsgemäß hält eine solche Besserung nie lange vor. Die Schleppe gehört eben zu den alten Erdübeln, die man so leicht nicht los wird. Genau so verhält es sich mit dem Korsett. Alles Erdenkliche ist bereits geschehen, um den weiblichen Brustpanzer, genanntKorsett in der öffentlichen Achtung herabzusetzen und als gesundheits⸗ schädlich der Mitwelt zu denunzieren. Zahllose Zeitungs⸗ artikel und sogar Bücher, meist von ärztlichen Autoritäten ersten Ranges verfaßt, sind gegen das gräßliche Korsett schon vom Stapel gelassen worden. Leider vergeblich. Denn, da unsere Damen vorwiegend Modejournale lesen, wird alles Wettern, das sich gegen eine besonders un⸗ sinnige und widernatürliche Ausgeburt der Mode kehrt, herzlich wenig fruchten. Eher könnte schon ein Verein die bessernde Hand anlegen. Es müßte sich etwa ein weitverzweigter Bund heiratsfähiger junger Männer bilden, die gegenseitig auf Ehrenwort einander verpflichten, keine Korsett⸗Jungfrau zum Standesamt zu führen. Wir sind felsenfest davon überzeugt, daß in diesem Falle Scharen von schönen Mädchen sofort das Korsett ostentativ preis⸗ geben würden. Und damit wäre immerhin wenigstens etwas erreicht. Und ein Etwas genügte vorläufig. Das ist ja die berechtigte Eigentümlichkeit menschlicher Ideale, daß sie niemals ganz, sondern immer nur zum Teil ver⸗ wirklicht werden! Freilich müßte, soweit die brennende Korsettfrage in Betracht kommt, jedes männliche Bundes⸗ mitglied auch die Kraft besitzen, ein für allemal zu ver⸗ hüten, daß die Herzallerliebste, sobald sie zur angetrauten Frau avanciert ist, wieder hohnlächelnd zum Korsett greift und den dummen Michel von Mann einfach auslacht. Diese Kraft zu zeigen, däucht uns der schwierigen Aufgabe schwerster Teil. Wer von unsern heiratsfähigen jungen Lesern hat Lust, sich keck in den Kampf zu stürzen, und traut sich die Fähigkeit zu, den Lindwurm Korsett beherzt zur Strecke zu bringen???

* Aus der Umgegend, 24. Aug. Sehr großen Schaden für kommende Ernten wird unsern Obstbäumen alljährlich durch unver⸗ ständiges Abmachen der Früchte zugefügt. Die meisten Obstbaumbesitzer lassen das Obst

und sehen sich nach anderer Unterhaltung für müßige Stunden der Langenweile um. Verlohnt es sich da noch,

von jüngeren Leuten, ja sogar von Kindern ab

machen. Für letztere ist es ein Freudenfest; aber suchen wir nachher die mißhandelten Bäume auf, dann finden wir eine Masse von Tragästen am Boden verstreut abgeschlagen oder abgebrochen. Dem Baum unschädlich ist Schütteln oder Brechen des Obstes, wenn es in richtiger Weise vor⸗ genommen wird; nur muß dabei beachtet werden, daß das Abnehmen des Obstes an den Bäumen immer nach der Außenseite des Baumes geschieht, daß dasselbe nicht gegen die kleinen Tragäste nach innen gebrochen wird, weil letztere sonst brechen. Beim Abnehmen durch die Stange wird die Frucht innen gepackt und nach außen hin abgedrückt, da Schlagen auch ein Brechen der Tragäste verursachen kann. Jedem, dem daran gelegen ist, alljährlich eine möglichst reich⸗ liche Obsternte zu erzielen, der sei bei der bevor⸗ stehenden Obsternte des eben Bemerkten eingedenk.

Aus dem Vogelsberg, 24. Aug. Die Preis e für Rindvieh sind in diesem Sommer nicht so hoch wie sonst, infolgedessen ist auch der Gang des Handels mit Rindvieh ein schleppender. Für Kälber, die sonst mit 45 bis 50.4% bezahlt wurden, giebt man nur durch⸗ schnittlich 35 l. Dieser niedrige Preis für das Rindvieh wird aber zur Hauptsache nicht etwa veranlaßt durch die geringen Futterergebnisse des jetzigen Sommers oder durch die zu erwartende schlechte Grummeternte, sondern durch die unselige Maul- und Klauenseuche, die bald hier, bald dort auftritt. In den Schweinenpreisen ist letzthin eine Besserung zu verzeichnen, prima Ware wird per Pfund(Lebendgewicht) mit 37 und 38 h bezahlt.

* Darmstadt, 24. August. Das groß herzogliche Hoflager wird während der im Monat September in Rheinhessen statt⸗ findenden Manöver der großherzoglichen Division auf etwa 10 Tage nach Mainz verlegt werden. * Darmstadt, 24. August. Ueber eine Schwindelei, die zum Nachteil der hiesigen Volksbank versucht wurde, erfährt ein Mit⸗ arbeiter derKl. Pr., daß die Verhafteten der Kaufmann Konrad Ballauf aus Schön⸗ herrenhausen in der Provinz Posen und der Schneider Jakob Knichel aus Marxheim im Regierungsbezirk Coblenz sind. Sie hielten sich seit zwei Tagen hier auf. Die Volksbank em⸗ pfing bereits am Freitag eine Depesche aus Berlin, anderen Tags an Knichel den Betrag von 4564 /. auszuzahlen. Da aber die auf der Depesche als Auftraggeberin bezeichnete Ber⸗ liner Firma mit der hiesigen Volksbank nicht in Verbindung steht, frug diese telephonisch in Berlin an und erhielt so Kenntnis von dem beabsichtigten Betrug. Als Knichel am Samstag Vormittag den gefälschten Check vorzeigte, nahm ihn die Polizei in Empfang, während es dem Komplizen Ballauf, der vor dem Bankgebäude denAuf⸗

passer gespielt hatte, gelungen war, Reißaus zu nehmen. In der Alexanderstraße wurde auch er gefaßt und hinter Schloß und Riegek ge⸗ bracht. Die Anzeigen von auch anderwärts durch die Verhafteten verübten Schwindeleien mehren sich.

* Offenbach, 24. August. Im heutigen amtlich festgesetzten Termin für die Ver⸗ steigerung der Kaiser-Friedrich⸗Quelle gab Baron von Kramm in London ein Gebot von 400000 Mark ab. Taxiert war die ganze Liegenschaft auf 441000 Mark. Zu dem Kauf⸗ preis ist noch die Zustimmung des Gläubiger⸗ ausschusses erforderlich. Offenbach, 24. August. Eine blutige Szene spielte sich Freitag früh gegen 7 Uhr in der Bismarckstraße hier ab. Der bei der Firma Wallerstein u. Liebmann als Gärtner thätige, 29jährige Peter Röder von Bürgel traf daselbst mit seiner früheren Geliebten, der 27 Jahre alten Katharina Gutjahr von da zusammen und gab nach kurzem Wortwechsel drei Revolverschüsse auf sie ab. Sodann schoß sich Röder in die Brust, welcher Schuß ihn jedoch nicht tötete. Bereits auf der Erde liegend, brachte er sich noch einen Schuß in den Kopf bei, der den sofortigen Tod herbeiführte. Die Gutjahr, die durch die Schüsse am Kopf, Rücken und Arm verletzt ist, wurde ins Krankenhaus verbracht; sie soll außer Lebensgefahr sein. Röder, der als ein braver ordentlicher Arbeiter geschildert wird, unterhielt früher ein Liebesverhältnis mit der ebenfalls in der Schuhfabrik von Wallerstein u. Liebmann beschäftigten Gutjahr; letztere löste dieses und wies weitere Annäherungsversuche ab. Die That, die um eine Zeit geschah, in welcher die Bis⸗ marckstraße durch Arbeiter und Arbeiterinnen sehr belebt ist, hatte hierdurch zahlreiche Zeugen, spielte sich jedoch in ganz kurzer Zeit ab, so⸗ 115 12 helfend, bezw. abwehrend eingreifen onnte.

Mainz, 24. August. Wegen des Artikels Der Nazarener von Lessen in der in Ham⸗ burg erscheinendenNeuen Welt, die derMainz. Volkszeitung als Sonntagsbeilage beiliegt, ist gegen die Redakteure des genannten Blattes, Dr. David und Liebmann und gegen den Verleger Jo st Untersuchung wegen Beihilfe zur Gotteslästerung eingeleitet worden. Heute Vor⸗ mittag sind die drei Angeschuldigten von dem Untersuchungsrichter bereits vernommen worden. DieNeue Welt liegt etwa 50 Zeitungen als Sonntagsbeilage bei und wird in Hundert⸗ tausenden von Exemplaren gedruckt. Auf den Inhalt der Beilage haben natürlich die Redak⸗ teure der Zeitungen, die dieNeue Welt nur beilegen, nicht den geringsten Einfluß. Das Vorgehen der Gerichte in Mainz gegen die dortigen Redakteure wird deshalb hoffentlich ergebnislos verlaufen.

Marja, das Heldenmädchen

von Transvaal. Zeitroman von Pieter Vryburg (Nachdruck verboten.)

1 90(Fortsetzung.) Vater!

Sie griff nach ihm mit beiden Armen, wie um 5 Schwankenden zu stützen, ihn zu sich zurückzu⸗ rufen. 8 Was denn? Ja so sagte er unsicher. Er strich sich mit der Hand über die Augen, als wenn er etwas wegwischen, auslöschen wolle, was ihn erschreckt.Du nanntest ihm den Mädchen⸗

namen Deiner Mutter? fragte er matt.

Aber, nein doch, Vater, den kenne ich ja gar . stammelte Marja.Ich verwies ihn an

ich

Hm ja, ja so, Du aber fragtest ihn:

Kannen Sie denn meine Mutter? Und was ant⸗ wortete er da?

Nichts. Er fiel wie leblos zu Boden, das

heißt, sein Haupt sank aus meinem Schooß zur

Erde. Einmal hatte ich ihn in's Leben zurückge⸗ rufen. Jetzt gelang es mir nicht mehr. So ließ

ich ihn denn liegen und eilte hierher.

fuhr Witborg in's Leere weißhaariger Mann mit vornehmen Zügen, stolz und hochgewachsen, ein hm, wie meintest Du? unterbrach er sich selbst, als wäre er über seine eigenen Worte erschrocken. Marja antwortete nicht. Voll Befremden und schnell erwachter Sorge ickte sie auf ihren Vater, der so eee Ahnung, daß sie hier unwissentlich an ein dunkles Familiengeheimnis gerührt hatte, be⸗ lich sie. Dann konnte aber doch der Fremde in erlei Beziehung zu demselben stehen, denn er

V dch weiß, ich weiß,

glich ja nicht entfernt dem Bilde, welches ihr Vater von dem Mann, den er meinte, entworfen hatte.

Also der ist's! sagte er zähneknirschend, und seine Hand umkrampfte den Gewehrlauf.

Nein, Vater, nein, begütigte Maria.Dieser ist ein junger Mann mit blondem Schnurrbart und blauen Augen

Sie stockte. Liebliche Röte ergoß sich unter dem durchbohrenden Blick ihres Vaters über ihr Gesicht. Beschämt senkte sie den Kopf. i

Plötzlich brach ein rauhes Lachen von seinen Lippen.

Du liebst wohl die Deutschen ganz besonders 745 fragte er spöttisch.

Sie zuckte unter diesem Stich. 5

Meine Mutter war eine Deutsche, sagte sie, den Blick voll zu ihm aufschlagend.Was aber kann der Fremde dazu, daß seine Wiege da oder dort gestanden? Vater, kannst Du einen Menschen sterbend wissen und ihm nicht helfen wollen? i

Einen ja! rief der Boer. Haß glühte in seinen Augen, seine Faust umschloß den blinkenden Gewehrlauf mit einem eisernen Griff. Aber da er dieser nicht ist, so soll ihm Hülfe werden, setzte er ruhiger hinzu.Wo ist die Heerde?

Nicht weit von hier. Triff Deine Anord nungen. Ich hole sie indessen herein.

Sie wandte sich nach der Thür.

Halt! das kann ein anderer auch, gebot er. Ruhe Du Dich aus. Ich werde anspannen lassen. In einer Viertelstunde fahren wir.

Noch wenige Worte wurden gewechselt. Dann ging er hinaus und bald schallte seine mächtige Stimme gebieterisch über den nächtlich stillen Hof.

Marja dachte nicht an Ruhe.

Eine Zeitlang stand sie in ernstes Sinnen ver⸗ fear 10 0 sie an das Bild des Ge kreuzigten, das an der Wand hing.

Sie faltete

schwebte ein stilles Gebet.

Marja!

Sie schrak empor uud eilte hinaus.

Vor dem Hause hielt der mit vier Zebras und Mauleseln bespannte verdeckte zweirädrige

Wagen. Die Zebras bissen um sich und waren

kaum zu bändigen. Der Boer selbst führte die

Zügel. Im Hintergrunde des Plauwagens hockten

zwei Knechte, wenig zufrieden mit dieser nächtlichen

Ruhestörung.

Gewand schwang sich Marja auf den Wagen.

Ein Zuruf, und fort raste das ungleiche Ge⸗ spann! Eine Staubwolke entzog es den Blicken der zurückbleibenden, schlaftrunkenen Knechte.

4. Kapitel. Die stille Farm.

Es war wunderbar, mit welchen elastischen, gleichmäßigen Schritten der Unbekannte durch die mondhelle Wildnis schritt. Der Deutsche vermochte ihm nicht zu folgen. Immer weiter blieb er hinter jenem zurück. Er wollte rufen, aber die Kehle war ihm wie zugeschnürt. Nur ein heiserer Laut kam daraus hervor.

Noch eine Weile folgte er dem Schatten⸗ menschen. Dann löste sich die Gestalt des nächt⸗ lichen Wüstenwanderers in Nebel auf.

Der Deutsche stutzte; er blieb stehen.

War es nur sein voranschreitender Schatten, dem er da folgte. War die Wüste verhext, daß hier Menschen auftauchten und verschwanden, daß ihm Hoffnungen erwuchsen, die dann in Nichts zerrannen?

Doch wozu grübeln?

Marja war da gewesen und von ihm gegangen. Auch dieser Schattenmensch war sicher ein Wesen von Fleisch und Blut. Er mußte ihm noch weiter

vier

folgen, wenn er gerettet sein wollte.

die Hände, und über ihre Lippen

Um die Richtung, welche der Unbekannte ver⸗ folgte, inne zu halten, faßte der Deutsche ein vor ihm liegendes Sternbild in's Auge, wie es Nachts die Schiffer thun. Nun durfte er hoffen, wenn auch später, an demselben Ziel anzugelangen, welchem der andere zustrebte. Irgendwo mußte jener doch zum Stillstand kommen. 5

Endlich endlich, nach langem, mühseligen Wandern tauchte ein Licht in der Wildnis auf!

Es kam aus einem Hause.

Nun zweifelte der Deutsche nicht länger, daß er die Farm von Marja's Vater, des Boeren vor sich habe.

Eine lebhafte Freude wallte in seinem Herzen auf. Er sollte das schöne, liebevolle Mädchen wiedersehen, und für ihn knüpfte sich daran noch eine andere Hoffnung, der er bisher keinen Ausdruck gegeben hatte, die er noch tief in seiner Brust schloß. Nur soviel ließen seine wenigen, an Marja ge⸗ richteten Worte auch diese erkennen, daß er in irgend einer geheimen Mission von Deutschland nach Transvaal gekommen war, daß er hier gemanden suchte, und in Marja's Zügen eine ge⸗ wisse Aehnlichkeit mit der gesuchten Person gefunden zu haben glaubte, eine Spur, die er nun weiter zu verfolgen gedachte. 5 g

Der lange Weg hatte sein erstarrtes Blut wieder erwärmt, und die Freude über das bevor stehende Wiedersehen ließ es schneller durch seine Adern kreisen. Mut und Kraft schöpfte er aus dem 1 Bewußtsein, bald wieder unter Menschen zu kammen. 1 Das machte aller Not ein Ende, und vielleicht stand 11 er hier am Ziel seiner abenteuerreichen Reise.

(Fortsetzung folgt.)