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Gießen, Sonntag, den 26. Juli
1896.
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Ausgabe
Gießen.
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Redaktion:
Kreuzplatz Nr. 4. 3
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.
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Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.
Hessischer Landtag
»Darmstadt, 24. Juli. In der gestrigen Abendsitzung der zweiten Kammer
prach zunächst Dr. Vogt zu den Verstaatlichungsver⸗
stägen betreffs der Ludwigsbahn. Er wendet sich gegen
die Redner der Opposition und sucht nachzuweisen, daß
Preußen den Vertrag vom Jahre 1880 bezüglich des
Verkaufs der Main⸗Weser⸗Bahn in loyalster Weise aus⸗ jeführt habe.
Preußen werde auch den jetzigen Vertrag
zweifellos zum Besten Hessens zur Durchführung bringen.
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Abg. Euler hat als Anhänger der Verträge Be—
benken wegen des Schicksals später noch zu erbauender
febenbahnen, die der Finanzminister Weber mit der Erklärung zu beseitigen sucht, daß Hessen in dieser Be⸗
f sehung im schlimmsten Falle nicht schlechter gestellt sei,
als heute. Mit dem Kaufpreis sei es doch so schlimm licht, wie es der Abg. Ullrich schilderte.
Haas⸗Offenbach macht gleichfalls eine Reihe von dedenken geltend, verkennt indes nicht, daß der Vertrag juch viel Gutes biete und Hessen namentlich ein gutes inanzielles Geschäft mache.
Oberfinanzrat Clemm giebt Auskunft über einige fragen bezüglich der Nebenbahnen, beziehungsweise der kleinbahnen und der künftigen Stellung und Avancements⸗ lerhältnisse der in die Gemeinschaft übertretenden seither hessischen Beamten.
Köhler ist Gegner des Vertrages, eventuell will er mit seinen Freunden für Zurückweisung eintreten.
Osann erkennt eine bestehende Bewegung gegen den Vertrag an, namentlich in Darmstadt. Sie rühre daher, saß nur Wenige den Vertrag gelesen und eingehend studiert hätten. 1 5
Die Beratungen werden um 1/9 Uhr abends abge⸗ brochen. Die nächste Sitzung findet Freitag früh 9 Uhr statt.
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Die Kammer setzte heute Vormittag die Beratungen fort. Metz⸗Darmstadt führt aus, daß der Vertrag mit Preußen unzweifelhaft große politische Bedeutung habe, aber vorwiegend seien doch die wirtschaftlichen Fragen. Die Verstaatlichung, der Vertrag mit Preußen und die Angliederung an das gesamte preußische Eisenbahnnetz sei für ihn annehmbar, aber ernste Bedenken habe auch er, jedenfalls sei man nicht genügend vertraut, um in einer so schwerwiegenden Angelegenheit zu entscheiden. Er ver⸗ müßt eingehenderes Material, namentlich auch der Sta⸗ tuten der Pensionskassen und beklagt, wie dies schon von mehreren Rednern geschehen, die Beschränkung wegen der Einbeziehung neu zu bauender hessischer Nebenbahnen in die Betriebsgemeinschaft. Schwer liegt dem Redner auf dem Herzen, daß der Anteil am Frankfurter Zentral⸗ bahnhof an die Oberhessischen Bahnen hingegeben werden und die hochrentierende Main⸗Neckar⸗Bahn mit in die Wetrlebsgemeinschaft eingeworfen werden soll. Nach dem Urtell eines hervorragenden Sachverständigen mache Hessen la ein finanziell gutes Geschäft, aber zu be⸗ bauern bleibe immer, daß man die Kammer in eine Zwangslage versetzt habe. Die von Schmitt und Metz⸗
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Gießen vorgebrachten Gründe seien nicht so durchschlagend,
um sich gegen den Vertrag erklären zu können. Unan⸗ genehme Folgen der übereilten Beschlußfassung habe das
Minssterium zu tragen, er stimme für den Antrag.
Jöst meint, daß überall da, wo Preußen die Führung habe, schlechte Erfahrungen ge⸗ macht wurden, auch hier würden neue Enttäuschungen nicht ausbleiben. Gegenüber dem Abg. Osann bemerke et, daß die Sozialdemokraten sowohl im Landtag als
nuch im Reichstag stets für Reichseisenbahnen ein- traten. Die preußische Bureaukratie sei noch nie so gelobt worden, wie gestern in diesem Hause, man wisse aber
och, daß dieselbe überall, da wo Preußen die Führung babe, gegenüber gerechtfertigten Wünschen, wie bei dem
Post⸗ und Telegraphenwesen, stets taube Ohren habe.
Die Reformen im Eisenbahnwesen scheitern ja jetzt schon tets an dem Widerspruch Preußens. um der Hand Preußens vereinigt würden, desto mehr ent⸗
Je mehr Bahnen
derne man sich von der Reichseisenbahnidee. Er könne ven Vertrag nicht anerkennen, da hierdurch Hessen vollständig an Preußen ausgeliefert werde. Die Eile, mit der man die Bewilligung des Vertrages betreibe, sei um so weniger angebracht, als ja das preu⸗ zische Abgeordnetenhaus erst in einigen Monaten über venselben zu befinden haben werde. 5 Metz⸗Gießen erklärt nochmals in längerer Rede, daß er durch die Verhandlungen nur in seiner ablehnenden Haltung bestärkt wurde, zur weiteren eingehenden Prüfung ei er bereit. 5 a Abg. Bähr bleibt ganz unverständlich, seine Schilde⸗ rung der Verhältnisse auf der Main⸗Weser⸗Bahn erregt mehrfach die Heiterkeit des Hauses. 5 Die Fortsetzung der Verhandlung macht den Eindruck völliger Ermüdung des Hauses. Oberfinanzrat Ewald giebt Auskunft über Beamtenverhältnisse. Oberbaurat Wetz erklärt auf Anfrage von Metz- Gießen, daß er⸗ wiesen sei, daß der Betrieb der an Hessen fallenden Zudwigsbahnlinie für sich allein technisch möglich sei. Eine sstentabilität sei daraus nicht zu erwarten. Friedrich richt für den Vertrag. b 5 Staatsminister Finger legt nochmals die Gründe ver Regierung dar, weshalb sie erst in so später Stunde „en Vertrag vorlege. Es war nicht möglich, für den 23. Juni die letzten Verabredungen mit Preußen zu weffen. Die Regierung habe es für eine Ehrenpflicht der Kammer gehalten, daß sie nun auch noch ihr Wort über zen Beschluß der Verstaatlichung spreche. Hätte sich die
Kammer in ihrer großen Majorität hinter die Regierung gestellt, so hätte diese gegenüber der preußischen Regierung eine Position gehabt und sie konnte mit weiteren Wünschen hervortreten. Die Herren, die sich berufen fühlen, die Interessen von Mainz besonders zu schützen, setzen durch ihr Verhalten diese Interessen völlig aufs Spiel. Schmitt erklärte in längeren Ausführungen, seine Bemängelungen des Vertrages seien keineswegs widerlegt. Finanzminister Weber erklärt auf Anfragen aus der Mitte des Hauses, daß die Zuteilung des Anteils der hessischen Ludwigsbahn am Frankfurter Bahnhof eine Konsequenz der Abmachungen sei, daß jedem Staat alle Anlagen auf seinem Territorium als Eigentum zu über⸗ weisen sei. Er wolle nur bemerken, daß der Ludwigs⸗ bahnanteil an dem Frankfurter Bahnhof mit 12 400 000 Mark bei der Lndwigsbahn zu Buche stehe, während der Mainzer Bahnhof mit den übrigen Verwaltungsgebäuden noch mit 23 150000 Mark sich bewertete. Zu Weiterem polemisiert der Redner noch eingehend gegen den Abg. Schmitt.
Die Abstimmung, die namentlich erfolgte, ergab Ablehnung des Antrages Schmitt auf Zurückverweisung des Vertrages an die Regierung mit 30 gegen 16 Stimmen. Mit demselben Stimmenverhältuis wurde sodann der Staatsvertrag mit Preußen genehmigt; ebenso kurzer Hand der Verkrag mit der Hessischen Lud— wigsbahn. Das Anleihegesetz wurde gleichfalls nach kurzer Debatte angenommen.
Die erste Kammer wird morgen über die Verstaat⸗ lichungsfrage beraten, der Landtagsschluß ist auf nächsten Montag verschoben worden. Die nächste Sitzung der zweiten Kammer findet Samstag Vormittag 11 Uhr statt. Nachdem Hessen auf das eigene Militär, auf die Post⸗ und Telegraphenverwaltung läugst ver⸗ zichtet hat, folgt jetzt der Verzicht auf die eigene Eisenbahnverwaltung. Denn die„gemeinsame“ Verwaltung der hessischen Ludwigsbahn— wie es im Vertrag, d. h. auf dem Papier heißt— durch Preußen und Hessen ist natürlich nur eine hübsche Umhüllung der bitteren Pille, daß Hessen einfach„nix mehr to seggen“ hätte.— Wie die Annahme dieses Vertrages im Volk beurteilt wird, das wird man bald genug sehen. Die bevorstehenden Landtagswahlen werden es ausweisen, was man von der nationalliberalen Landtagsmajorität hält.
* N* Lokales und Provinzielles.
* Gießen, 25. Juli. Laut einer Bekannt⸗ machung des hiesigen Kreisamtes an die Bürgermeistereien müssen bis zum 31. August die neuen Wählerlisten für die bevor— stehende Ersatzwahl zum Reichstag fertiggestellt sein. Da die Listen einige Wochen öffentlich ausliegen müssen, so dürfte in der That, wie wir bereits mitteilten, die Wahl in den Monat Oktober fallen.
* Gießen, 25. Juli. Heute Vormittag traf eine Kavalkade von 30 Generalstabsoffi— zieren hier ein, um mehrere Tage hier zu ble ben. Die Herren befinden sich auf einer Uebungsreise. Außer den Offizieren besteht der Trupp noch aus weiteren 30 Reitern, welche als Burschen ꝛc. ihre Herren begleiten.
* Gießen, 25. Juli. Gestern Vormittag verurteilte das Schöffengericht den Vieh— händler Johannes Born von Gießen wegen Beleidigung des Verwalters des Schlachthauses zu 4 Wochen Gefängnis. Der Beleidigte empfing zu Neujahr eine anonyme Karte, welche die ge— meinsten Verdächtigungen in Bezug auf seine Dienstausübung enthielt. Der Zufall brachte es mit sich, daß ihm einige Wochen später ein Brief des Born in die Hände kam. Die Schriftver⸗ gleichung ergab, daß der Briefschreiber auch die anonyme Neujahrskarte verfertigt hatte, und so kam der Stein ins Rollen. Der Angeklagte be⸗ stritt trotz der unverkennbar gleichen Schriftzüge des Briefes und der inkrimierten Karte, daß er die Karte geschrieben. Zwei Schreibsachverständige waren jedoch übereinstimmend der Ansicht, daß die Karte und der Brief von ein und derselben Hand herrührten und der Angeklagte der Schreiber der Karte gewesen.— Der Hotelbedienstete Haus⸗ bursche Tabern von Gießen hatte sich wegen Hausfriedensbruchs zu verantworten. Diesen Leuten ist durch das Betriebsreglement das Ver— weilen innerhalb des Bahnhofes, soweit sie nicht durch Reisende dazu veranlaßt werden, verboten und dieses Verbot auch durch Anschlag bekannt gegeben. Eines Abends befand sich der Ange— klagte im Wartesaal 3. und 4. Klasse, und zwar zu einer Zeit, in der keine Züge im Bahnhofe hielten, um ein Glas Bier zu trinken. Er hatte erst die Hälfte davon getrunken und dasselbe noch nicht bezahlt, da erschien der Portier und forderte ihn auf, den Raum zu verlassen. Tabern erklärte, erst zahlen und den Rest austrinken zu
wollen, aber schleunigst erfolgte die Aufforderung
zum Fortgehen zum zweiten und dritten Male. Der Büffetkellner Müller schilderte wenigstens so den Vorgang und erklärte, daß Tabern im Wartesaal nicht länger verweilt, als nötig war, um ein Glas Bier zu trinken. Der Amtsanwalt wollte diesen Fall besonders schwer geahndet wissen und beantragte 50. Geldstrafe. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Jung, beantragte Frei⸗ sprechung, und zwar, weil man es den Hotel— bediensteten doch gestatten müsse und auch gestatte, ihren Durst im Bahnhofsrestaurant zu löschen. So lange sie sich angemessen im Bahnhof be— tragen, werde kein vernünftiger Mensch darin etwas finden, denn eine Belästigung der Reisen⸗ den köune darin keinesfalls gefunden werden. Auch aus rechtlichen Gründen plaidiert der Ver— teidiger auf Freisprechung seines Klienten. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten jedoch zu einer Geldstrafe von 10, indem er schon in dem Betreten der Bahnhofsanlagen und der Wartesäle seitens der Hotelbediensteten einen Hausfriedensbruch erblickte, denn dieses sei wider— rechtlich, wenn es nicht im Auftrage eines Reisen⸗ den geschehe.— Warum üben die Bahnhofs— portiers nicht auch gegen andere Leute dieselbe Strenge? Es ist doch in Gießen offenes Ge— heimnis, daß unsere akademischen Bürger nachts, wenn die Wirtschaften in der Stadt geschlossen sind und der Durst sie plagt, nach den Bahn⸗ höfen ziehen und dort weiter trinken.
* Gießen, 25. Juli. Man schreibt aus Mainzlar: Vor Kurzem kam am Sountag Mittag der hiesige Handelsmann S. zu unserem 1. Fleischbeschauer mit der Bitte, er möge ihm doch einen Untersuchungsschein blanko ausfüllen, er habe ein Rindchen im Stall, das er schlachten wolle, den Text des Scheines wolle er der(Han⸗ delsmann) schon selbst ausfüllen. Der Beamte lehnte die Gefälligkeit, die er dem Handelsmann erweisen sollte, ab, während sein Kollege, der 2. Fleischbeschauer, in seiner Gutmütigkeit, darum angegangen, den Schein blanko unterschrieben aushändigte. Am Montag Vormittag langte an
mann an, der von Mainzlar Fleisch einführen wollte, doch schien es dem Einnehmer, als ob das angegebene Gewicht nicht stimme, weshalb er dasselbe nach dem Schlachthof verwies, wo das Quantum gewogen werden sollte. Dem Verwalter Möhl dort fiel der kalte Schein zu dem nach warmem Fleisch auf, er vermutete daher mit Recht, daß hier nicht Alles in Ord— nung und veranlaßte die Untersuchung des Fleisches durch den Tierarzt Liebe, der die Ware nicht für ladenrein erklärte. Das Kreis⸗ amt davon verständigt, daß der Verdacht vor— liege, daß es in Mainzlar bei der Schlachtung des S. nicht gehörig zugegangen, ließ durch die Gendarmerie Erkundigungen einziehen. Da wurde ermittelt, daß der Handelsmann am Montag ein Stück Vieh notgeschlachtet habe. Dasselbe hatte mehrere Knochenbrüche und stand seit Freitag im Stall. Mittels des Scheines vom Samstag, den er selbst ausgefüllt, wollte er das Fleisch in Gießen unterbringen. Diese unreelle betrügerische Machenschaft wird ihre Ahu— dung vor dem Richter finden. Nach unseren am Schlachthof eingezogenen Erkundigungen beruht der Fall, so wie er uns geschildert wird, auf Wahrheit und soll das Fleisch auch schon für einen hiesigen Metzger bestimmt gewesen sein.
* Gießen, 25. Juli. Als Beisitzer für das Gewerbegericht pro Monat August fungiren Restaurateur Jean Kirch als Ver⸗ treter der Arbeitgeber und Eisendreher Krüger für die Arbeitnehmer.
* Gießen, 25. Juli. Ein recht bedauer⸗ licher Unglücksfall, dem ein junges Menschen⸗ leben zum Opfer fiel, ereignete sich gestern Nach— mittag in einem Hause am Neuenweg. Das dreijährige Söhnchen des Kaufmann Sporhauer hatte sich in der Waschküche zu thun gemacht und war in unbewachtem Moment auf den Deckel des mit kochendem Wasser gefüllten Wasch⸗ kessels gestiegen. Der Deckel, der jedenfalls nicht mit seiner ganzen Rundung auflag, kippte und der Junge fiel in das kochende Wasser. Obschon Hülfe gleich zur Stelle, war das Kind derart verbrannt, daß in der Nacht der Tod eintrat.
Gießen, 25. Juli.(Rudersport.) Gestern Abend trafen die ersten Gäste der G.-R.⸗G., die Wetzlarer Mannschaft hier ein, um die Strecke zu befahren. Heute Morgen trafen die Ruderer des Frankfurter R.⸗Cl. und der Undine-Offen⸗ bach ein, während die übrigen Mannschaften, welche morgen am Wettkampf sich betheiligen
wollen, heute Nachmittag erwartet werden.
der Gießener Oktroi-Einnahmestelle ein Bauers⸗
Zweifellos wird unser schön geschmückter Boots⸗ platz heute Abend ein bunt bewegtes Leben zeigen. Man war heute Vormittag eifrig daran, die Arbeiten zu vollenden, damit sich morgen unser Bootsplatz im schönsten Lichte sehen lassen kann. Wenn uns Petrus keinen Strich durch die Rechnung macht und die Schleußen des Himmels geschlossen hält, werden unsere Ruderer mit ihrem Festarraugement Ehre einlegen.
D. Z. Staufenberg, 23. Juli. Am Don⸗ nerstag wurde der Gruündstein zu dem neuen, zweiten Schulhause gelegt. Die Gemeinde veranstaltete für die Schuljugend und die Ar⸗ beiter eine Festlichkeit, die auf's schönste verlief.
Butzbach, 24. Juli. Einem Arbeiter aus Pohlgöns, der hier beschäftigt war, flog vor längerer Zeit ein kleiner Steinsplitter ins Auge. Trotz sorgfältiger ärztlicher Behandlung ist jetzt das Auge erblindet.
§ Mainz, 24. Juli. In der Wallaustraße geriet heute Nachmittag ein daselbst wohnendes Mädchen durch das Umfallen einer Petroleum⸗ lampe in Brand. Die Verunglückte, die auf die Straße lief, loderte wie eine Fackel. Furchtbar verbrannt, kam sie in das Hospital. Die Ver⸗ letzungen schließen ein Aufkommen des Mädchens vollkommen aus.
r. Rodheim g. d. Bieber, 24. Juli. Aerzte⸗ noth auf dem Lande. Auf einem industriellen
Werk zwischen hier und Heuchelheim lag die
Frau eines der Arbeiter im Wochenbett schwer darnieder, sodaß die Hebamme erklärte, es müsse schleunigst ein Arzt herbei, sonst sei die Frau verloren. Per Telephon wurde dem Postamt Gießen eine Depesche mit bezahlter Rückantwort an den pract. Arzt Dr. Klingelhöfer nach Rodheim a. d. Bieber aufgegeben und der Arzt von der Gefahr, in welcher ein Menschenleben schwebte, verständigt. Weder eine Antwort, noch der Arzt trafen auf dem Werke ein. Der ge⸗ ängstigte Ehemann sandte nach etwa einer Stunde einen Boten nach Rodheim und erhielt die Ant⸗ wort, daß der Arzt verhindert sei. Nun wandte er sich unter Darlegung des Falles per Tele⸗ phon an seinen Arbeitgeber in Gießen um Hilfe. Dieser setzte sich mit dem Verwalter der Frauen⸗ klinik in Verbindung. Sofort fuhren 3 junge Aerzte nach dem Werk ab. Zum Glück war die Wöchnerin schon außer Gefahr.— Wir können bei dieser Gelegenheit unseren Lesern auf dem Lande nur empfeh en falls sie sich in ähn⸗ licher Nothlage befinden, auf schnellstem Wege den Verwalter Keller von den neuen Kliniken zu verständigen, und sie dürfen gewiß sein, daß ihnen so schleunigst wie möglich ärztliche Hilfe übersandt wird. Wenn in der Nähe Telephon ist, bediene man sich desselben als des schnellsten Nachrichtengebers. 5
Standesamtliche Nachrichten.
Geburten.
Am 7. Juli. Dem Handelsmann Eduard Battenberg 1 T., Elisabetha Bertha.
Am 12. Juli. Dem Restaurateur Philipp Heinrich Knoch 1 T.
Am 14. Juli. Alma Auguste.
Am 15. Juli. 1 Tochter.
Am 15. Juli. Georg Heinrich.
Am 16. Juli. 1 Sohn, Karl.
Am 16. Juli. Dem Lokomotivführer Heinrich Schneider X Zwillinge 2 Söhne, Karl und Hermann.
Am 17. Juli. Dem Regierungsbaumeister Otto Raupp 1 Sohn.
Am 17. Juli. Dem Taglöhner Heinrich Schneider III 1 T., Lilli.
Am 18. Juli. Dem Bierkutscher Georg Hahn 1 Sohn.
Am 19. Juli. Dem Regierungsbaumeister Wilhelm Horstmann 1 Sohn, Joseph Hermann.
Am 23. Juli. Dem Taglöhner Johann Friedrich Schnierle 1 Sohn, Friedrich.
Aufgebote.
Am 18. Juli. August Loch, Kappenmacher zu Gießen mit Christine Katharine Elisabeth Pauline Kuhl hierselbst.
Am 18. Juli. Friedrich Karl Thiele, Bürstenmacher dahier mit Bertha Edelmann hierselbst.
Am 21. Juli. Dr. Johannes Friedrich Wilhelm Sommerlad, Lehrer an der höheren Mädchenschule dahier mit Elsbeth Bertha Marie Prosch zu Offenbach a. M.
Am 22. Juli. Valentin Lippert, Taglöhner zu Klein⸗ Linden mit Sophie Reuschling daselbst.
Am 22. Juli. Karl Konrad Hermann Heisen, Schlosser dahier mit Anna Elisabeth Hermann hierselbst.
Am 22. Juli. August Habicht, Lehrer dahier mit Maria Wilhelmine Weitzel hierselbst.
Am 23. Juli. Georg Beckmann, Schreiner dahier mit Marie Karoline Friederike Simon hierselbst.
Dem Kaufmann August Rinn 1 T., Dem Schuhmacher Wilhelm Strack Dem Küfer Georg Fischbach 1 Sohn,
Dem Posthilfsboten Konrad Becker
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