Ausgabe 
25.11.1896
 
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un 5 Gießen, Mittwoch, den 25. Nuuemb 8 5 och, den 25. November 8 an. abel Wb 9. fp a e bang 1 gel. Ag, 0 abel 00 00 Pofiztg. Nr. 32392 2 unn Telephon⸗Rr. 112. Postztg. Nu, 32396, u hen 4 Telephon⸗Rr. 112. e den Redaktion: 2 n 5 Kre näpla 6 Nr. 4. 85 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. 0 Expedition: ** 2 Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile. 2. Kreuzplatz Nr. 4. belnel, N 0 Nranfneelleck bis jetzt i 1 5 f an Lokales und Pr ovinzielles. iind lun M 100 Mitglieder beigetreten sind, Konzertstücken sowohl wie an Gesangsvorträgen]meisterwahl wurde nicht erledigt, vielmehr an en e Gießen, 24. Nov. Stedbrieflich de bed 11 0 den 30. d. Mts. seine erste der beiden Vereine fehlte es nicht. Leider sollte hat diese Behörde beschlossen, nochmals Er⸗ erfolg welden von hessichen den eie alen iche General-Versammlung die Feier nicht ohne ernsthafte Störung ver⸗ hebungen anzustellen, indem von den Reklamauten 10 6. du broße Anzahl von Personen. Es befindet si* Gi 5 24 f 5 85 laufen. Als einige Teilnehmer des Guten zu neuerdings eine Anzahl Wähler namhaft gemacht surunter auch der Bahnarbeiter Konrad Rühl Freund eßen, 24. Nov. Die Mitglieder und viel gethan, kam es zu Zwistigkeiten, die] wurde, die nicht stimmberechtigt gewesen sein 1 n ben dgen bel Gießen. Derselbe wird vom 170 e des Vereins zur Unterstützung sicher zu einer blutigen Schlägerei geführt sollen. Mit der Führung dieser Angelegenheit wee, Shaclsanpelk in Groß Uänstadt wegen Betrugs und Besserung der aus den Strafe hätten, wenn nicht ein Teil der Anwesenden das find die Rechtsanwälte von Brentano⸗Offenbach N. f. 9 Aalst. 9 rugs anstalten Entlassenen im Großherzogtum Wort respektiert hätte:Der Kluge giebt nach. und Osann I.⸗Darmstadt betraut. b Ategen, 24. November, Es wird urs Hessen sind zur 27. Generalversammlung Der Polizeidiener hatte Mühe, die Tumul⸗* Mainz, 23. November. Die vereinigten ie a i nitgetellt, daß die Stadt Aged Bandana fe 90 Samstag, 5. Dezember l. J. nachmittags tuanten aus dem Hause zu entfernen, die selbst[ Schul⸗ und Fin anzausschüsse der Stadt⸗ 1 ber Nähe eat, da 1 1 557 371 Uhr, in das Regierungsgebäude zu Mainz noch die Straße besetzt hielten, um Gelegenheit verordnetenversammlung haben sich in der Frage b nosettierte lee Marktplatz en soll 1 rh des Provinzfalausschusses) ein⸗ abzuwarten, ihre Rauflust zu befriedigen. Wir der unentgeltlichen Lieferung der Lehr⸗ eh Handelt. Her in der 8 55 geladen worden.. hoffen, daß die nächste Festlichkeit friedlicher mittel an die Schüler dem Antrag des demo⸗ entlich ert 708 und er Stadt Gießen, 24. Nov. Unsere ländlichen verläuft. kratischen Stadtverordneten Schäfer angeschlossen jffen ersteigerte Quadratmeter große] Leser möchten wir an eine noch vielfach seither MI. Berstadt, 23. Nov. Zwei goldene der verlangt, daß den Kindern der Volks⸗ und

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der Ecke der Grünberger⸗ und Landmannstraße wurde für den Preis von 4960 4 an den Bauunternehmer Keßler Aunerod verkauft. Der Regimentsschneider⸗

versäumte Herbstarbeit erinnern: an den Schutz der Bäume gegen Hasenfraß. Einen dauernden Schutz gewährt das Ein⸗ binden der Bäume mit Dornen, wenn es mit

Hochzeiten in einer Familie. Eine goldene Hochzeit ist ein seltenes Ereignis; nur einzelnen auserwählten Kindern des Glückes ist es ver⸗ gönnt, eine solche zu feiern. Hier feierte man

Fortbildungsschule die Schreib⸗ und Zeichen⸗ materialien unentgeltlich geliefert werden sollen, was eine jährliche Ausgabe von 15 369 erfordern würde. Mittwoch, den 25. No⸗

ö 1111 1**oih z 3 4 441. U Lill 1 meister Gonder, welcher freihändig die andere der nötigen Vorsicht vorgenommen. wird, d. h. am Sonntag, den 15. d. M., in ein und der⸗ vember feiert Herr Joh, Falk III mit seiner 1 0 115 an F 1 0 zahlte den] wenn es nicht so geschieht, daß die Dornen durch selben Familie die zweite goldene Hochzeit in Gattin 1 0b Wirchtein das 59 der N I 1 Preis, d. h. sieben Mark pro Quadrat⸗ irgendwelche Veranlassung in die Rinde ein⸗ diesem Jahre. Beide Jubelpaare erfreuen sich goldenen Hochzeit. Herr Falk, der sich ins Gecßh 0 2 5 Hemnächst beabsichti stechen. Beim Eindornen verfährt man folgender⸗ noch einer Gesundheit und Geistesfrische, an Privatleben zurückgezogen hat, war bis vor eßen, 24. Nov. emnächst beabsichtigt maßen: drei etwa 30 Centimeter weite Faßreifen welcher noch nichts von hohem Greisenalter wenig Jahren hier eine hervorragende politische

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über Kühlanlagen zu halten

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nur bis 9 Uhr ab Uuebermittelung der Wahlresultate stark in An⸗

der Schlachthofsarzt Liebe einen Vortrag * Gießen, 24. November. DerGießener Anzeiger brachte vor einigen Tagen die Nach⸗ richt, daß beim Staatsexamen der Juristen na ung von 22 Kandidaten 1 zurückgetreten seien. Von beteiligter Seite wird uns mitgeteilt, daß erstens nicht 22, sondern 20 Kandidaten geprüft wurden, und daß von icht 12 vom Staatsexamen r und zwar, weil der eine einen unfall von Geisteskrankheit bekam, der Andere, weil er infolge von Ueberarbeitung

ebenfalls krank wurde. Gießen, 24. Nov. Es wird beabsichtigt, 35 Universitäts gebäude, soweit die⸗ elben nicht schon angeschlossen, im kommenden Jahre an das Telephonnetz anzuschließen. Ferner wird von der Reichspostverwaltung beabsichtigt, zu den schon vorhandenen zwei tungen Berlin⸗-Frank⸗ Damit rückt die Möglichkeit, ßen mit Berlin sprechen kann,

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wahrnehmbar ist, sondern im Gegenteil, es können noch alle vier Glieder jener beiden Paare täglich ihre Berufsarbeit verrichten. Es sind dies die Ehepaare Heinrich Diefenbach und dessen Gattin Johannette geb. Meißinger, und Johannes Oestreich und dessen Gattin Marie Katharine, geb. Meißinger. Beide Frauen sind die Töchter des verstorbenen Johann Georg Meißinger, gewesener Gastwirt in Ber⸗ stadt. Das Ehepaar Diefenbach hatte zu Christi Himmelfahrt dieses Jahres seine goldene Hochzeit im Kreise seiner Kinder, Enkel und Verwandten in schöner würdiger Weise gefeiert, und zum 15. d. M. versammelte sich wiederum eine große Schar der Familien Diefenbach OestreichMei⸗ ßinger aus nah und fern, um das⸗goldene Hoch⸗ zeitsfest des Jubelpaares zu begehen. Möge den Jubelpaaren ein ungetrübtes langes Leben beschieden sein, daß sie den Tag der diamantenen Hochzeit in gleicher froher Weise feiern können. * Darmstadt, 23. November. Die zweite Zivilkammer des hiesigen Landgerichts beschäftigt zur Zeit ein interessanter Rechtsstreit.

oder Reifen aus starken Weiden- oder Haselruten, am besten aber solche aus starkem Eisendraht, werden um den Baum gelegt und so gehalten oder befestigt, daß der unterste etwa 30 Centim., der oberste etwa 1,50 Meter über dem Erd⸗ boden sich befindet. An diese Reifen werden von außen Dornenzweige gestellt, sodaß sie unten in den Boden eindringen. Durch Umwinden mit geglühtem Eisendraht werden dann die Dornen so fest an die inneren Reifen gepreßt, daß das Ganze gleichsam einen Korb bildet, in dessen Mitte der Baum steht. Dieser Korb kann auch zur Sommerszeit dem Baum belassen werden, da derselbe nicht allein Schutz gegen die Nager und die Winterkälte, sondern auch gegen die Sonnenstrahlen braucht. Einen ebenso sicheren Schutz gewähren auch die schon vielfach em⸗ pfohlenen Weidenkörbe oder Schilfmatten, die auch witterungsbeständig sind, da sie mit kreo⸗ sotierter Kordel geflochten sind. Ferner zu empfehlen sind die neuerdings so vielfach ge⸗ brauchten Drahtgeflechte, die noch den Vorzug haben, daß man sie bei Entfernung der unteren

N 24. November. Am Abend der Stichwahl hatte das Postamt 258 Tele⸗ ramme zu expedieren. 15 Beamte standen die Apparate zur Ver⸗ ohne die Boten, welche die Depeschen Auch das Telephon, das allerdings ends arbeitete, wurde zur

* Gießen,

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abtrugen.

* Gießen, 24. November. Gegen das vom

Persönlichkeit

und Eigentümer des 1 5 Zentrumsorgans, des as

ZentlMainzer Journals, inzwischen an seine Söhne übergegangen ist. Wiederholt war er Stadtverordneter und Land⸗ tagsabgeordneter. An den Festlichkeiten nahmen 11 Kinder, 9 Schwiegerkinder, 34 Enkel und 1 Urenkel teil. a

Vermischtes.

Japanisches Bier. Japanischen Blättern entnimmt der Ostasiatische Lloyd die Nachricht, daß die Mebitsu Bierbrauerei⸗Gesellschaft im vorigen Monat ihren ersten Experten, Namens Uyeno Kintaro, nach Deutschland gesandt hat, damit er sich zwei Jahre lang mit der Brauindustrie in Deutschland eingehendst beschäftigte, sowie die Fortschritte studiere, welche dort in diesem Industriezweige gemacht worden sind. Dem Ge⸗ nannten wurde vor seiner Abreise ein Abschiedsessen ge⸗ geben, und bei dieser Gelegenheit hielt der Direktor der Debitsu Brauerei⸗Gesellschaft, Herr Umakashi, eine Rede, in der er auf die Lage der Gesellschaft sowie die Brau⸗ Industrie in Japan zurücktam. Er bemerkte, daß es den Brauern Japans nicht nur gelungen sei, den Import von Bier aus dem Auslande nach Japan fast völlig aufzu⸗

Der Thatbestand ist der folgende: Die Spar⸗ kasse Groß⸗Gerau beschloß im Jahre 1895 in hierzu berufener Generalversammlung aus dem Reservefonds 100000% an die Gemeinden des Sparkassebezirks nach Verhältnis der Seelenzahl zu verteilen. Das Kreisamt genehmigte den Be⸗ schluß. Die Gemeinde Goddelau beansprucht nun, daß bei der auf sie hiernach entfallenden Summe auch die Hospitaliten von Hofheim(Ge⸗ markung Goddelau) berücksichtigt werden, was

Triebe des Baumes in die Höhe heben kann.

* Lang⸗Göns, 24. November. Am Sonntag beging der Kriegerverein die Vorfeier zu dem Geburtstage des Großherzogs und der Großherzogin in dem prachtvoll dekorierten Saal des Gastwirts Weil im Schwanen. Daselbst fand Konzert statt. Eingeladen waren die beiden GesangvereineFrohsinn undGer⸗ mania. Nachdem der Präsident des Krieger⸗ Kiefer, die Feier

Reden folgten. Man gedachte aller derer,

heben, sondern sie exportierten bereits Bier nach China, Singapore und sogar nach Bombay. Gegenwärtig gäbe es vier Brauereien in Japan, die das Geschäft im großen Maßstabe betrieben, nämlich: die Kirin(Japan Brewery Company, Ltd.); die Asahi, die Sapparo und die Möbitsu. Diese vier Brauereien brauten im Jahre etwa 40 000 Koku(1 Koku=07 T. Gewicht). Gegen das jährliche Ergebniß der japanischen Satt(Reichsschnaps) Brauereien, die vier Millionen Koku brauen, verhält sich das Bier zu demselben wie 1: 80; Redner war daher

aus Deutschland kommt; falls es gelänge, in Japan Malz

ßpbspruch genommen. Auch dieHess. Landesztg. vereins, Herr Zimmermeister N 0 15 1. 210 ließ sich die meisten für sie eingegangenen De⸗ eröffnet, ergriff Herr Pfarrer Walz das Wort der Vorstand der Sparkasse zu thun weigert, da e 1 a sube HI peschen durch Fernsprecher melden, und sprach über den Zweck der Feier. be de dden delten des Spartaseiehscsl tenen Die Hebitsu⸗Brauerei verbraucht Malz, das ausschließlich

mur mel, 9

Schwurgericht gegen Feist Sommer gefällte

Urteil wird von dessen Anwalt Revision beim

Reichsgericht verfolgt.

Das Urteil des Gerichts soll kannt gegeben werden.

November. Die vor adt verhandelte

Anteil nehmen. am nächsten Freitag be * Neu⸗Isenburg, 23.

des deutschen Reiches bei⸗ und schloß mit Hochs auf Kaiser Bürgermeister Brückel

zur Einigung getragen hatten und Großherzog. Herr

zu gewinnen, so müßte dies eine Epoche in der Geschichte der Bierbrauerei Japans markieren.

Oben Gischt unten nischt. Einen ge⸗ ßt dasBerl. Tagbl. aus

aGießen, 24. November. Der jüngst ins wurde in anbetracht seiner Verdienste um den dem Provinzialausschuß zu Darmst 0 rechten Entrüstungsschrei stö i s Leben gerufene Detaillisten⸗Verein, dem! Kriegerverein zum Ehrenmitglied ernannt. An Reklamation gegen die hiesige Bürger- über die nicht nur Bayern, sondern ganz Deutschland in⸗ 5 5 8 2 1 f.vß 2̃.. igen Prien 5 Boden gerissen und gefesselt. Eine tiefe Ohnmacht] von sich ab und auf ihn wälzen, den Verbrecher, tung fruchtlos blieben, gab er Ihrem Vater Ge⸗ igen J Zwischen Liebe und ficht erlöste 59 e der Qual dieser ent- den Verurteilten, den Verbannten? Würde sie nicht legenheit, zu entfliehen, und als der Unglückliche, 0. Roman aus dem australischen Buschleben setzlichen Stunde. jeden Keim von Liebe zu dem Urheber seiner Tage] von Sehnsucht zu seinem Kinde getrieben, es auch DS von G. Löffel. Ich will mich kurz fassen. in seinem jungen Herzen ersticken? Sollte sein Kind,] that, eilte er dem Fliehenden nach und schoß auf

(Fortsezung.) das er so über Alles liebte, einmal mit Haß und ihn, ohne Zweifel in der Absicht ihn zu töten und

Der Herzog war ein naher Verwandter des

so seinen geheimen, hohen Auftraggeber für immer von der Furcht vor ihm zu befreien.

Hätte nicht die Liebe zu seinem Kinde den armen Verfolgten getrieben, so würde er sich jetzt wohl ergeben haben, um wenigstens sein Leben zu retten.

Aber die Aussicht, mit der Freiheit auch sein Kind

Verachtung an ihn zurückdenken?

O, wer ermißt die Schmerzen, welche bei jedem dieser Gedanken seine Brust durchbohrten! Alle Tage, alle Stunden wiederholte er sich dieselben Fragen und die Antworten, die er sich selber gab, machten sein Vaterherz immer von Neuem bluten.

Er zwang sich noch einmal zur Ruhe. Er be⸗ trat das Gewölbe und erstand einen Revolver. Den Mann fiel sein verstörtes Wesen auf. Er fragte, was er denn mit der Waffe, zu der er auch Patronen forderte, beabsichtigte.

Man sprach von Anarchismus. Die scht und der Attentäter zu lebens⸗ nd Zwangs ⸗Arbeit nach Neu⸗ Der Herzog war nicht tödlich Das milderte den

Kaiserhauses. Sache wurde vertu länger Verbannung u Caledonien verschickt.

erwiderte er kurz, und als der getroffen, nur schwer verletzt.

Mich schützen Andere noch zögerte, er, er sei ein Händ erst sei ihm eine Perle von entwendet worden, die er gar ni das zwinge ihn zu solcher euerg

Das erklärte seine Verstör gehr. Er erhielt die Waffe. Hausflur lud er sie, und festen Vorsatz nach demWäldchen wo seine Frau, wie man ihm gesagt Nachmittag mit ihrem Geliebten spazieren fuhr.Erst er, dann. ich sliller Vorsatz, und er führte ihn aus.

Hinter einem Gebüsch verste Wagen. Dieser rollte heran.. schoß der Herzog stürzte! Sei einem Aufschrei ohnmächtig in die Wagens zurück.

Ein wahnsinniges Auflachen entr keuchenden Brust. Da, als er die Waffe wollte, wurde ihm von Jemand geschlagen. Andere sprangen hinzu.

ler in Inwelen. nerme

schen Abwehr.

den Handel zu schließen, sagte Vor Kurzem ßlichem Wert cht ersetzen könne;

theit und sein Be⸗ In einem dunklen nun ging er mit einem hinaus, wo hatte, an jedem im Vierspänner 1 das war sein

ckt erwartete er den Er sprang hervor, ne Frau sank mit Seidenpolster des

ang sich seiner

gegen sich selber kehren den der Arm empor Er wurde zu

Wer kennt die Qualen der Verbannten, denen da⸗ heim auch nur ein Herz geblieben, nach welchem sie sich in Liebe sehnen.

Zu diesem geistigen Martyrium kam noch ein anderes, welches kaum minder schwer zu ertragen war. Auch der Gezüchtigte wollte seine Rache nehmen für ein langes Siechtum, für einen verkrüppelten Arm. Er wollte den Attentäter so sicher gefesselt wissen, daß ibm jede Rückkehr zur Vollendung seines Rachewerkes für immer benommen war, und der Arm eines Herzogs reichte weit unter dem Kaiser⸗ sum. So war Ihrem unglücklichen Vater ein Auf⸗ seher bestellt worden, welcher alle Grausamkeiten, zu denen seine Stellung ihn berechtigte, an ihm ver⸗ übte, der fortwährend Alles that, um ihn, aus seinem stillen Dulden heraus, zu einem Gewalt⸗ schritt zu treiben.

Ohne Zweifel stand dieser Mann unter dem Einflusse und im Solde des Herzogs, denn sonst hätte er gegen die anderen, seiner Aufstcht unter⸗ stellten Gefangenen ebenso grausam und gewaltthätig sein müssen, was er nicht war.

Als alle seine Bemühungen nach dieser

seine Rache genommen; er be⸗ Seine unwürdige Gattin ver⸗ er hin in die Verbannung.

Leben voll fürchterlicher erwachte in seinem Herzen

Fall.

Ihr Vater hatte gehrte nichts weiter. achtete er. So zog

Hier aber, in einem Leibes⸗ und Seelenqualen, wieder die Liebe zu dem einzigen Wesen, das er noch sein nennen durfte, zu seinem Kinde. Und ver⸗ söhnend wie damals fiel auch dieser Himmelsstrahl der Liebe in sein umdüstertes Dasein. Aber bald wurde die Sehnsucht nach seinem kleinen Engel, nach seiner Eugenie, in der Brust des Unglücklichen über⸗ mächtig.

Sie nagte an seinem Herzen schwerer als das Bewußtsein, ein Verbrecher unter Verbrechern zu sein, schwerer als das Gefühl, von seinem geliebten Heimatland für immer verbannt zu sein, ja, selbft schwerer als die Erinnerung an sein so schnell ver⸗ blühtes Glück. Was mit dem armen, kleinen Wesen geschehen? Hatte seine Frau es verlassen? Hatte sie es wieder an sich genommen? Und wenn das der Fall war, was würde sie ihm sagen, wenn es ein⸗ mal in einer späteren Zeit nach seinem Vater fragte? Würde sie, das gewissenlose Weib, nicht alle Schuld

Rich⸗

wieder zu gewinnen, machte ihn hart, trieb ihn zum Verbrechen.

Er warf sich, als wäre er getroffen, zu Boden und als Jener herankam, griff er ihn an. Es war ein Ringen auf Leben und Tod. Ihr Vater er⸗ schlug den Aufseher und flüchtete weiter zur Küste. Doch ehe er eine Gelegenheit fand, von der Insel fortzukommen, wurde er wieder ergriffen, als Mörder prozessiert und

Enthauptet bleichen Lippen.

Unbekümmert um diesen Einwurf, wohl ohne ihn zu hören, fuhr der Andere düster fort:

Er fand einen mitleidigen Schließer, dem sein Geschick zu Herzen ging. Ihm vertraute er Alles. Dieser Mann war ebenfalls ein ehemaliger Ver⸗ brecher, der sich zu dieser Stellung nur emporge⸗ arbeitet hatte, um eine Gelegenheit zur Flucht zu finden. Das sagte er dem Tode Verfallenen. Ihr 1 Vater sank ihm zu Füßen und flehte ihn an: g Geh' hin und suche mein Kind! Nimm' meine ge⸗ ringen Ersparnisse zu den Deinen und dazu, den Segen eines Sterbenden.(Forts. folgt.)

1

1% kam es tonlos von Eugeniens

1 meinen Segen