Gießen, Freitag, den 24. Juli
Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.
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Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.
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Hessischer Landtag.
Darmstadt, Juli. Die zweite Kammer beschloß heute zum Antrag i Abgg. Köhler und Genossen wegen Errichtung einer satlichen Ersatzkasse für Hagelschäden gemäß un Antrag des Ausschusses ein Ersuchen an die Regie⸗ „% ug, die staatlichen Uebersichten über Hagelschäden in der cle bkherigen Weise noch drei Jahre fortzusetzen, weiter auch lersichten über die in den einzelnen Gemeinden in den u ei 30 Jahren gewährten Nachlässe au Grundsteuer „ kigen zu lassen und von sämtlichen Uebersichten dem ühsten Landtage Vorlage zu machen und ferner eine agemessene Summe für die Förderung der Hagelversiche⸗ nig in das nächste Budget einzustellen. Zum Antrag 14 Sozialdemokraten wegen Errichtung eines Ge— erbegerichts in Darmstadt entspann sich eine bbatte, in der Müller und Haas⸗Offenbach der fbiksamkeit der Gewerbegerichte, namentlich auch als % gungsämter in Streikfällen, hohes Lob spendeten. ff Veranlassung von Haas erklärte Wolfskehl, die dlidtverordnetenversammlung Darmstadts habe große penken gegen die Errichtung, da sie sich von der segens⸗ hen Wirksamkeit der Gewerbegerichte nicht überzeugen bite. Müller bat, wie dies im Gesetz vorgesehen nötigenfalls über die Köpfe der Stadtverordneten hin⸗ i ein Gewerbegericht zu errichten. Beschlossen wurde Ersuchen, die Beschleunigung eiuer Beschlußfassung tens der Stadtverordnetenversammlung zu Darmstadt igen Errichtung eines Gewerbegerichts herbeizuführen ü der Kammer das Ergebnis der Beschlußfassung mit⸗ neilen. Hiernach kamen die Verträge wegen Verstaat⸗ schung der Hessischen Ludwigsbahn und der Fsetzentwurf über die Aufbringung der erforder- chen Mittel zur Verhandlung. Der Finanzausschuß untragt Zustimmung zu den bekannten Verträgen und Anscht weitere Unterhandlungen mit Preußen eingeleitet sehen, daß Hessen über 32 Millionen hinaus, später J erbauende Nebenbahnen in die geplante Betriebsgemein⸗ baft noch einwerfen könne. Staatsminister Finger iitete die Verhandlungen ein. Er baue, so wurde aus⸗ führt, auf die der Sache innewohnende Vernunft und betwendigkeit. Seit Jahren bestehe zwischen Regierung — Ständen Uebereinstimmung über die Notwendigkeit 1 e Erwerbs der Ludwigsbahn. Die Erwerbung sei jetzt eßen, scchste Zeit, da sie sich sonst immer schwieriger gestalten 5 fkürde. Auch darüber war man einig, daß nur eine e Kerständigung mit Preußen zum Ziele führen könne. Es N denburg.) M. l.
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ud schon sehr frühe und zwar in der ersten Zeit meines Alnisterlums Schritte seitens der preußischen Regierung aschehen. Sie wollte die Ludwigsbahn kaufen und uns ine Rente zahlen, das lehnten wir aus politischen Grün⸗ en ab. Nach längerer Ruhe wurde preußischerseits vor- kichlagen, man wolle die Ludwigsbahn erwerben und sessen späterhin am Betrieb beteiligen. Auch darauf ing Hessen nicht ein. Hiernach ging der Minister des läheren auf die Vorgeschichte des jetzigen Vertrags und aas Hervortreten einer gemeinschaftlichen Verwaltung und aer Finanzgemeinschaft ein, welche die einzige Möglichkeit urstelle, um zum Ziele zu gelangen. Ein Instradierungs⸗ blommen mit Preußen war unthunlich, hervorzuheben , daß der Staatsvertrag mit Preußen und der Vertrag . der Ludwigsbahn nicht zu trennen sei. Wenn man
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leüche, so müsse man erkennen, daß Hessen in dem Ver⸗
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Sitz haben(9, ein hessischer Referent sei zugestanden, das sei sehr viel.(2) Für die hessischen Angelegenheiten sei durch Errichtung einer Direktion in Mainz mit fünf hessischen Mitgliedern ausreichend gesorgt, dieser Stadt werde Handel und Verkehr für die Zukunft erschlossen, wie es bei ausschließlich hessischem Betrieb nicht zu er⸗ warten sei. Von Mainz aus werde die Direktion nach zwei Seiten hin nach Preußen hinein sich erstreckeu. Darmstadt und Gießen erhielten eine größere Zahl von Beamten als seither, letzteres sogar vier Inspektionen; die Rechte des Großherzogs für Ernennung der hessischen Beamten seien völlig gewahrt. In Tarifangelegenheiten würden die hessischen Wünsche in der weitgehendsten Weise berücksichtigt, die hessischen Unter— händler hätten mit Einsicht und Umsicht ihres Amtes gewaltet. Man möge ohne Vorurteil an die Beratung der Verträge herantreten.
Dr. Schmitt-Mainz ließ an dem vorgelegten Staatsvertrag kein gutes Haar. Die Kammer hat zur Verstaatlichung gedrängt, die nicht ohne und nicht gegen Preußen vorgenommen werden könne. Am sympathischsten sei ihm das Zusammenwerfen der Hessischen Ludwigsbahn mit einem gleich großen preußischen Eisenbahnkomplex gewesen. Leider wurde dieser Gedanken aufgegeben. Der vorliegende Vertrag sei genügend gekennzeichnet, wenn man den Satz zitiere:„Denn ich bin groß und Du bist klein!“ Preußen sei keineswegs loyal verfahren, aus dem Vertrag spreche die rücksichtsloseste Be— handlung des schwächeren Gegners und die rücksichtsloseste Handhabung der Uebermacht. Die Kammer trüge die Hauptschuld an dem schlechten Vertrag, denn Preußen hatte kein Recht zur Erwerbung, Hessen wurde von der Kammer gedrängt, und so gerieten seine Unterhändler in eine Zwangslage, in die Rolle von Bittstellern. Diese Zwangslage wurde vom preußischen Ministerium sofort erkannt und ausgenützt. Der Redner hielt es für unmöglich, daß eine hessische Regierung einen solchen Vertrag vorlegen konnte; dessen Annahme be— deute die wirtschaftliche Annexion Hessens, das politisch seither schon als quantité negligeable behandelt sei. Nach Annahme des Vertrags werde Hessen die Rolle des Bezirks eines preußischen Eisenbahndirektors spielen. Der Redner geht nun auf die Einzelheiten des Vertrages ein und weist dessen Ungunst für Hessen in finanzieller und wirtschaftlicher Beziehung nach. Er bezeichnet nichts als gefährlicher und erschrecklicher als den preußischen Partikularismus, weil Preußen die Uebermacht besitze und anderen Staaten die Macht der Ausführungen fehle. Hätte das Reich diesen Vertrag geboten, würde er mit Freuden zugegriffen haben. Es handele sich um die wirtschaftliche Existenz Hessens, das keine Rücksicht wünsche, sondern ein Recht, das ge⸗ achtet und ausgeführt werden muß. Preußen werde in weitere Verhandlungen eintreten, das habe sein wieder⸗ holtes Zurückkommen, wie es heute vom Staatsminister vorgeführt, bewiesen; ebenso das preußische Zugreifen auf eine Mehrzahlung von 10½% pro Aktie, nachdem kurz vorher in der hessischen Kammer von der Regierung er⸗ klärt worden war, daß man über 730½, nicht hinaus⸗ gehen werde. Es sei unstatthaft, kurz vor Landtags⸗ schluß einen solchen Vertrag noch durchdrücken zu wollen; nachdem Militär, Justiz, Post und Telegraphie Hessen genommen sei, bleibe nichts übrig. Da möge man doch gleich einen Vertrag abschließen, dessen Inhalt einfach lautet:„Artikel 1. Vom 1. Januar 1897 ab wird Hessen als preußische Provinz behandelt. Artikel 2. Wünsche des
dingungen für Hessen. auf der Gallerie.) Staatsminister Finger erklärte es als ein Miß⸗ verständnis des Vorredners, daß Preußen mehrmals auf den Ankauf der Ludwigsbahn zurückgekommen sei. Nur einmal 1884/85 sei Preußen mit einem Anliegen nach dieser Richtung hin hervorgetreten. Fin anzminister Weber entgegnete auf die Ausführungen Schmitts und wies insbesondere den Vorwurf der Illoyalität Preußens zurück. Durch Uebernahme des Militärs, der Reichs-, Post⸗ und Telegraphen-Verwaltung sei Hessen gestärkt worden. Aehnliches erwarte er von dem vorliegenden Vertrag. Hessen würde finanzielle Vorteile aus demselben haben. Die vorbereiteten Arbeiten zur Uebernahme, die Feststellung des Staatsbudgets in Hessen und Preußen u. A. dränge dazu, dem Entwurf zuzustimmen.
Die Verhandlung wurde alsdann vertagt; die nächste Sitzung findet Donnerstag früh 8 Uhr statt.
5 r 7 7 5 Lokales und Provinzielles. * Gießen, 23. Juli. Aus zuverlässiger Quelle erfahren wir, daß die Ansetzung des Termins zur neuen Reichstagswahl schwerlich vor Mitte Oktober zu erwarten steht. Auf unserer Bürgermeisterei ist man zwar stark mit der Aufstellung der Wählerlisten beschäftigt, doch geschieht dies nur, um auf alle Fälle ge— richtet zu sein.
* Gießen, 23. Juli. Der Voranschlag der Provinzialkasse der Provinz Oberhessen weist für 1896-97, nach einem angenommenen Kassenvorrat aus vorhergehenden Jahren von 18 150,03 Mark, insgesamt an Einnahmen 416 082,98 Mk. auf, welchen die gleiche Aus⸗ gabesumme gegenüber steht. Die Beiträge der Kreise sind mit 222 000 Mark angenommen, die Kapitalzinsen des Provinzialbermögens mit 7000 Mk., die Beiträge aus der Staatskasse zu Straßen⸗ neubauten mit 84208 Mk., de Einnahmen des chem. Untersuchungsamtes mit 3300 Mk., zurückzu⸗ empfangende Kapitalien mit 77 118,75 Mk. Unter den Ausgaben sind vorgesehen: Besoldungen 2783,33 Mk., Diäten und Gebühren 2000 Mk., Unterhaltung der Kreisstraßen 195 199,48 Mark, Neubau von Kreisstraßen 98 101,25 Mk., Kosten des chemischen Untersuchungsamtes 9090 Mark, Beiträge zu den Kosten der Naturalverpflegungs— stationen 4060 Mk., auszuleihende Kapitalien 63 333 Mk., Betriebskapital 39 225,19 Mark. — Das verzinslich angelegte Kapital hat nahezu die Summe von 220000 Mk. erreicht.(D. Z.)
* Gießen, 23. Juli. Singe, wem Ge⸗ sang gegeben! Doppelt ist das Singen zu loben, wenn der Sänger sich hören läßt im Dienste einer guten Sache. Wir haben anläßlich der Generalversammlung des Gleibergvereins rühmend hervorgehoben, wie Großes die wenigen Männer, welche sich für die Erhaltung und Renovierung der altersgrauen Burg Gleiberg interessieren, mit den bescheidenen Mitteln, über die sie verfügen, erreicht haben, gleichzeitig aber
(Lebhaftes Bravo im Hause und
thaten, um durch den klingenden Lohn für ihren Sang die Baukasse des Gleibergvereins zu be⸗ reichern. Leider war das gestrige Konzert der Gießener Sängervereinigung nicht so besucht, wie man es hätte erwarten sollen, nicht nur in Rück⸗ sicht auf den beabsichtigten Zweck, sondern weil gesanglich Großes zu erwarten stand. Die Gießener Sänger rechtfertigten ihren altbewährten Ruf gestern Abend in Steins Saalbau. Die Chöre waren einheitlich und vorzüglich geschult. Die Herren Th. Haubach und Heinrich Schirmer, welche sich als Solisten zur Ver⸗ fügung gestellt hatten, trugen wesentlich dazu bei, den Besuchern einen Kunstgenuß zu schaffen, wie wir ihn leider recht wenig genießen können. Auch die Mitwirkung unserer Regiments⸗ kapelle sei hier lobend erwähut. Die Ge⸗ samt⸗Einnahme des gestrigen Abends wird sich auf etwa 300. belaufen, sodaß, wenn die Unkosten in Abzug kommen, nur 100—150 Kl. zur Ablieferung gelangen dürften.
Gießen, 23. Juli. Die von den hiesigen Handelsgärtnern beabsichtigte Lokal⸗ Gartenbau-Ausstellung findet am 13. bis 16. November d. J. in Steins Saalbau statt. Eine Prämiirung wird damit nicht verbunden sein, man will vielmehr die Beurteilung der Leistungen der einzelnen Aussteller ganz den Be⸗ suchern der Ausstellung überlassen.
Gießen, 23. Juli.(Schweinemark tt) Der gestrige Schweinemarkt war so flau, wie wir ihn lange nicht gehabt haben. Es fehlte an Käufern und ging die Ware, trotzdem die Ver⸗ käufer derselben sehr billige Preise verlangten, nicht ab. Der Auftrieb bestand aus etwa 400 bis. 450 Schweinen, meistens Läufern. Span⸗ ferkel konnte man für 4—5 Mark das Stück kaufen. 6 bis 7 Wochen alte Ferkel wurden für 15—20 Mark das Paar gehandelt. 12 bis 13 Wochen alte Ware war auf 30—40 Mk. pro Paar abgeschlagen. Auch die Preise für Läufer waren bedeutend billiger als bei den letzten Märkten. Der Markt wurde dieses Mal trotz des kleinen Auftriebes nicht geräumt.
* Gießen, 23. Juli.(Besitzwechsel.) Der bisherige Pächter J. Baab des Hotel-Re⸗ stauraut Kaiserhof hat dasselbe für den Preis von 97000 Mark vom Architekten Seuling eigen⸗ tümlich erworben.
* Gießen, 23. Juli. Der Juli mit seiner Fülle von Sonnentagen und Blumenduft,? mit seiuen Gelegen⸗ heiten zu Ausflügen und Reisen, ist so recht geeignet für Liebesabenteuer der mannigfachsten Art. Bei Spaziergängen im Freien, beim geselligen Verkehr in Bädern und Sommerfrischen, werden im Nu Bekanntschaften geschlossen, die Herzen finden sich rascher als sonst, und ehe man sich's versieht, sitzt Amors Pfeil so fest, daß man gar⸗ nicht erst den tollkühnen Versuch wagt, ihn herauszureißen. Nun bricht eine herrliche Zeit für das junge Volk heran. Die Liebenden treffen sich heimlich auf einsamen Wald⸗ wegen, sie lustwandeln Arm in Arm im Mondschein, sie tauschen in dichtberankten Lauben zärtliche Küsse und
— doge äußerst günstig weggekommen sei, vielmehr könne Großherzogs werden thunlichst berücksichtigt.“ Man möge auch Daratif hingewiesen, wie vieles 1 5 35 7051 Schwüre aus. Die Mütter und Väter sehen dem neckischen ö zen nicht erwarten. Dem Gedanken, die hessischen Bahnen] den Vertrag der Regierung zurückgeben. Diese möge übrig bleibt, Um das Vorhandene vor 99 Ver⸗ Treiben schmunzelnd zu, aber sie hüten sich, zu ver⸗ ihn sich zu vereinigen, standen die Schwierigkeiten der bessere Bedingungen durch erneute Verhandlungen mit fall 3 schützen. Es war daher anzuerkennen, raten, daß sie das süße Geheimnis schon längst durch⸗
ab bringen kergraphischen Lage entgegen. Die oberste Eisen⸗ Preußen erlangen und dann könne man im November daß sich unsere sangesbegabten Mitbürger unter schaut haben; die Kinder soll man in ihrer Nomantit 1 15 5 ahn verwaltung könne nur in Berlin ihren! weiter beraten. Jedenfalls verlange man würdigere Be⸗ der Leitung des Herrn Franz Bauer zusammen⸗ nicht stören, meinen sie— denn eine Romantik, von der jeren aut J———————. ͤ——————————. Blättchen im Umfang von etwa fünf Centimetern[Wenige eigentlich nie von ihr selbst. Wirkliche auf ihrem Hauptgute Chlobonitz in Böhmen
9 1 R Das tiene Ben. im Quadrat. Intinitgt chen ihnen hatte nur in dem besuchte, wohin sie von Thekla bel deren Abreise 2 een 1 e een Adele stutzte beim Anblick der eng aneinander-Pensionat bestanden. Thekla Klausner, die eingeladen wurde.— Aber es kam nicht dazu.
5 1(Fortsetzung.) gereihten Zeilen, mit denen die eine Seite des Tochter eines Fabrikanten in Prag, war da die Thekla ließ lange nichts von sich hören, dann zum Ver. Es war ein kleines weißes Etwas, das aus der. bekritzelt war.. mußte es dicht an einzige Freundin der um ein Jahr lüngeren Baro⸗ feiner ed en e ae 22 1919 15 r n heine um lesen zu dennen d. Ang nesse gewesen, In Wuneter nac de e di. auch wirllich noch im selben gahte mit den em Gee ig und hob es triumphierend auf. Während es geschah, verbreitete sich der Aus- Ferienbesuch heim— und kehrte nicht mehr in vie Gema zbhermals auf Reifen; in Wien sieg i mittel Ab! Hab' ich's nicht gesagt? Da sehen die druck hoher Ueberraschung über ihr schönes Gesicht. Wiener Töchterschule zurück. Sie lernte, wie sie Gemahl a ermals auf eisen; in ien stieg sie , ef 1 Das i wahrhaft Fein Papier Wetti hatte Mühe, an sich zu halten; man der Freundin bald darauf in einem jubelnden Briefe jedoch nicht mehr ab. Ihre Briefe wurden immer 80 15 ee des 5 De 9058 alfträchkn t hätte meinen können, sie wolle das Papier in der schrieb, einen in Böhmen begüterten Kavallier seltener und kürzer. Nur zwischen den Zeilen wollte noh sem zusammengedreht. 17 15 hm ihr sowohl] Hand der Gebieterin durch ihre Feueraugen in] kennen, den Grafen Norbert Degenstein, der viel] Adele erraten, daß das Glück, in dem die junge n l. Adele Faftente den 101 5 1 das 5 Flammen setzen. Der schwere Seufzer, mit dem im Hause ihres Vaters verkehrte. Im Karneval Frau einst geschwelgt, sich bedenklich verringert habe geha, die emaillierte Goldkapsel als auch da Bilker sich dann ihr zurückgedrängter Atem Luft machte, heiratete sie den Grafen, und im Frühling darauf— eben weil sie mit keiner Silbe davon sprach, Emmährun illchen ab. 9 8 ies tersuch scheuchte die Baronesse aus ihrem Nachdenken auf. sah Baroneß Adele die vormalige Schulkollegin während sie in jenem Frühling in Wien nicht „ und he⸗„Es wäre 05 indiskret, 15 e 595„Ja“, sagte sie, den Kopf erhebend, mit wieder; die Jungvermählten kehrten da eben aus genug. Worte hatte finden können, ihr sonniges 5[rachdem es der 8 55 925 ie 155 ruhiger, klarer Stimme,„dies Medaillon hat wirk- Italien von ihrer Hochzeitsreise zurück. Adele hatte Geschick zu pfeisen. Adele fühlte sich aufangs über nal⸗ Porte Egentümer dieses egenstan 8 lich der Gräfin Thekla gehört.“ zu dieser Zeit auch gerade das Pensionat verlassen] den Mangel au Vertrauen von der Freundin ge⸗ ö Flasche maß, noch nicht gethan hat. 171 line„Ah!“ und freute sich sehr, Thekla in Wien begrüßen zu kränkt; aber schließlich begriff sie, daß die Aeltere ede Ou 9„Aber bitte wagte dite ne Aerzen Die große Frage, die sich nach diesem dürfen. Das Paar hielt sich übrigens nicht lange schon durch die Heirat an sich weit über die Jugend⸗ 5 Haub an 55 5 Pin eic ist es 1155 Staunensruf auf dem erhitzten Gesichtchen der Zofe in der Reichshauptstadt auf, da der Gatte bald auf] genossin hinausgereift sei, und daß Theklas Miß⸗ zhrle⸗, er fa en en, Und auf der malte, fand aber keine Beantwortung. sseine Güter zurückkehren wollte. In dieser kurzen stimmungen oder beiden nicht von der Art wären, 11 0 en leeres Papier, ein Pfropfen. stellen solte„Ich werde es dem Grafen noch heute zurück. Zeit malte die Baronesse Theklas Portrait, um das damit beschwerte Herz vor einem Mädchen autlt, bderen Seite— wenn sich a stellen“, warf die Baronesse kurz hin.„Das wenigstens in den Hauptzügen, zu denen sie ihrer ausschütten u können. Aus gelegentlichen Ge⸗ 3 605 daß es etwas ist, das Den e egen icht kannst Du dem Lakaien des Attaches sagen, wenn er Sitzung bedurfte. Adele sagte ihr, sie wolle sich so sprächen zwischen den Eltern fing sie später so viel sen · nrührt, dann braucht der Bediente doch auch nich nachfragt.“ ein Andenken von ihr sichern, da sie ja jetzt so ent- auf, um sich zusammenzureimen, daß Graf Degen⸗
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gad' in die Heimlichkeiten der Dame hinein- gucken.“
Das war nicht übel argumentiert. Adele er⸗ küff nach kurzem Zögern wieder die Papierscheere, im mit einer Spitze derselben das winzige weiße söllchen sorgfältig zu öffnen. Es entpuppte sich un als ein schmaler Streifen— als ein zweimal
Damit schloß Adele das zerlegte Berlok mit⸗ samt dem kleinen Zettel in ein besonderes Fach ihres Schreibtisches— und Wetti mußte abziehen, verzehrende Wißbegierde im Busen.
III. Adele von Effenberg hatte nicht viel von dem
sisammengefaltetes Papier und weiterhin als ein
Eheleben ihrer einstigen Freundin erfahren und dies
fernt von einander leben sollten. Thekla sah aber auch entzückend aus in ihrer reizenden Frauentoilette, und das Glück, das aus ihrem frischen Gesichtchen lachte, konnte einem des Festhaltens im Bilde wohl wert dünken. Adele hatte heimlich die Absicht, ihr das Portrait nach seiner Vollendung zu schenken; sie wollte es ihr mitbringen, wenn sie sie im Sommer
stein ein ungeordnetes, leichtfertiges Leben begonnen oder vielmehr— es aus seiner Junggesellenzeit wieder aufgenommen habe.
(Fortsetzung folgt.)
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