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Gießen, Freitag, den 22. Mai
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7 * usgabe Gießen. 4 5 J 5 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. N Expedition: reuzplatz Nr. 4. 8 Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. 24 Kreuzplatz Nr. 4. ——.—
Die Fabrikinspektion 5 in Hessen. III.
Ueber die Zahl der in Oberhessen belegenen Fabriken
und der in denselben beschäftigten Arbeiter und Ar- leiterinnen giebt folgende Tabelle Aufschluß. — ͤ— Arbeiter. Arbeiterinnen. — E 5 1 2 5 is. 2— 2 über 16—21 . 2 8 8 21 Ihr.] Jahre 8 0 5 8 E alt alt E I 2 Hseßen 123 3909] 222[ 948[ 688[ 253 ö 15— 19 466 50 19 24 6 Bidiugen 25 539 54 11 18 4 Friedberg 93 843 61 46 92 18 175 25 18 284 20 60 27 2 Schotten 14 216 5 29 8 3
In Summa 294 5857 412 113[ 857 268
Ueber die Arbeitszeit sagt der Bericht des Fabrik⸗ ispektors:„Jede über eine gewisse Grenze hinausgehende Inanspruchnahme der Körperkräfte durch zu lange Dauer der Beschäftigung schädigt Leben und Gesundheit es Arbeiters. Demnach ist die Notwendigkeit der Lesetlichen Festlegung einer Maximalarbeitszeit auch für die erwachsenen männlichen Arbeiter kaum zu be⸗ stretten. Die einer gesetzlichen Regelung der Arbeitszeit aulgegenstehenden Schwierigkeiten sind keineswegs unüber⸗ windbar, erscheinen sogar geringer als diejenigen, welche B. die gesetzliche Durchführung der Sonntagsruhe ge⸗ loten haben dürfte. In allen, mindestens 20 Arbeiter beschäftigenden Fabriken, hat in Gemäßheit des§ 134 b Ziffer 1 eine Regelung der Arbeitszeit stattgefunden, und liese ist in nahezu 80 pCt. aller Fälle eine überein⸗ fümmende. Zwölfstündige Arbeitszeit, im Sommer von 6.—6 Uhr und im Sommer von 7—7 Uhr, mit ein⸗ flündiger Mittagspause und je einer halbstündigen Pause bor⸗ und nachmittags, bildet die Regel. Bei ununter⸗ brochen arbeitenden Betrieben tritt ein dementsprechender Schichtwechsel ein, wobei sich allerdings in einzelnen Fabriken übermäßige Arbeitszeiten bis zu 24 stündiger Dauer herausgebildet haben und fortgesetzt nen Gegenstand zur Beschwerde und Agitation bilden. Es soll jedoch nicht unerwähnt bleiben, daß in vielen Fällen diese übermäßig ausgedehnte Arbeitszeit bei Schicht⸗ vechseln durch die Arbeiter selbst mitveranlaßt ist, und es ich nicht lediglich um Anordnungen der betreffenden Unternehmer handelt. Die Motive der Arbeiter, sich der⸗ artigen übermäßigen Arbeitszeiten zu unterziehen, gehen teils aus der Absicht hervor, sich einen größeren Verdienst zu verschaffen, teils wird die längere Arbeitszeit als Mittel benutzt, da der Schichtwechsel in der Regel an Sonntagen eintritt, einen halben freien Sonntag mehr zu gewinnen.
Der Zehnstundentag, unter Wahrnehmung der für die einzelnen Industrien erforderlichen speziellen Freiheiten, escheint als eine ohne große Schwierigkeiten durch⸗ Itführende Forderung und als eine Maßregel, welche zahlreichen, aus einer übermäßig ausgedehnten Arbeitszeit
entspringenden, die Gesundheit der Arbeiter ge—
fährdenden Mißständen entgegenzuwirken ge⸗ eignet ist. Sind doch zahlreiche Unglücksfälle mit Sicherheit auf eine verminderte Spannkraft des Körpers und im Nachlassen der vollen Aufmerksamkeit duch Ueberanstrengung bei übermäßiger Arbeitsdauer zu⸗ rickgeführt werden.
Zur Begründung vorstehender Ausführung führe ich loch folgende Zahlen aus den diesjährigen mittelst Frage⸗ bogen vorgenommenen Erhebungen an. Es wurdeu 211 Fabriken mit mehr als 20 Arbeitern untersucht und dabei ermittelt, daß
——
Geisterspuk. Humoreske von B. W. Zell. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
„Gnädiges Fräulein wollen uns schon ver⸗ lassen?“ sagte er bedauernd, mit einem hinreißen⸗ den“ Blick.
„Ich bin ja noch nicht eingesegnet“, gab sie mit sdersagender Stimme zurück. Und daun, fürchtend, se würde wie ein rechtes Kind in lautes Schluchzen usbrechen, eilte sie hinaus. Das heißt— nicht anz hinaus— sie war Eva genug, um auf der Schwelle noch mit einem hastigen Blick zu erkunden, den der Lieutenant Marzahn eigentlich zu Tisch führe. Ah, eine schlanke, hochgewachsene Dame, in eren hochfrisiertem dunklen Haar ein Brillantstern nnkelte und die in ein leuchtendes rotes Seidenge⸗ band gekleidet war. Henni sank das pochende
—
0 Derzchen noch mehr— wie kindlich unbedeutend er⸗ hien sie sich dagegen mit dem gelösten aschblonden Daar und den ewigen weißen Kleidern, die sie auf
+ Nama's Wunsch tragen mußte!
Und dann saß sie schluchzend in ihrem Stübchen und lauschte angestrengt auf das surrende, schwirrende Heräusch, das ab und zu, wenn die Thüren zum Speisesaal geöffnet wurden, bis in ihre Abgeschieden— beit drang. Dazwischen Gläserklingen, Lachen und Plaudern— natürlich alles so sittsam gedämpft,
—r!.—
eine 12stündige absolute Arbeitszeit in 3 Betrieben „ W„„ 0 „10—10½,„„„ 152„ unter 10 26 1
stattfand. D. h. 84 pCt. sämtlicher Fabriken würden bei einer gesetzlich eingeführten 10stündigen absoluten Ar⸗ beitszeit in keiner Weise berührt werden, vorausgesetzt, daß für bestimmte Zeiten eine innerhalb gewisser Grenzen sich bewegende Ueberarbeit zugelassen würde.“
Ueber die Sonntagsarbeit lesen wir in dem Be— richt:„Seit dem 1. April 1895 ist durch Kaiserliche Verordnung vom 4. Februar 1895 die Sonntags- ruhe in Kraft getreten. Mit diesem Zeitpunkte haben sonach die gesetzlichen Bestimmungen der 8§8 105 b bis 105 der G.⸗O. und mit ihnen eine Bekanntmachung des Bundesrats Gültigkeit erlangt, welche auf Grund des § 105d der G.⸗O. erlassen worden ist und Ausnahme- bestimmungen von dem Verbote der Sonntagsarbeit im Gewerbebetriebe enthält. Die Durchführung dieser vor⸗ stehenden Bestimmungen kann nach einer/ jährigen Beobachtungszeit noch nicht als eine vollständige betrachtet werden. Die durch die Ausnahmebestimmungen etwas komplizierte Gesetzgebung giebt häufig zu Mißverständnissen Anlaß, die wohl erst im Laufe der Zeit beseitigt werden können, sei es durch Belehrung oder Bestrafung. Soviel kann jedoch mit Bestimmtheit jetzt gesagt werden, daß in den größeren Betrieben aller Industriezweige die Sonn⸗ tagsruhe ohne Störungen des Betriebes durchführbar ist und nur in vereinzelten Fällen sich Schwierigkeiten heraus⸗ gestellt haben, auf die später näher eingegangen werden soll. Am raschesten sind die gesetzlichen Bestimmungen in denjenigen Betrieben zur Ausführung gebracht worden, für welche Ausnahmebestimmungen auf Grund des§ 105d erlassen worden sind. Hier hatte die Vorberatung der erforderlichen Erleichterungen klärend gewirkt und alsdann die scharf begrenzte Regelung der Sonntagsarbeit durch die bundesrätliche Bekanntmachung alle Zweifel beseitigt.
Die Ueberwachung der gesetzlichen Bestimmungen be⸗ züglich der Sonntagsruhe in den der Gewerbeaufsicht unterstellten Betrieben kann bei der geringen Zahl von Aufsichtsbeamten von letzteren allein nicht durchgeführt werden. Dieselben müssen sich in der Hauptsache gelegentlich der Revisionen auf die Durchsicht der durch§ 105 Abs. 2 der G.⸗O. vorgeschriebenen Verzeichnisse beschränken und durch Befragen der Arbeiter und Arbeitgeber zu erfahren suchen, ob die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Da die Frage, ob die nach§ 105 e Abs. 1 Ziffer 3 und 4 der G.⸗O. bezeich⸗ neten Arbeiten zulässig sind oder nicht, kann nur nach den Eigentümlichkeiten des betreffenden Gewerbes und den speziellen Einrichtungen des Betriebes entschieden werden. Deshalb wird die Ueberwachung durch die unteren Polizei⸗ Organe und Aufsichtsbeamten oft notwendig werden. Auch in der Arbeiterschaft herrschen bis jetzt noch vollständig unrichtige Ansichten über die durch das Gesetz geschaffene Einschränkung der Sonntagsarbeit, wie dies aus zahl⸗ reichen Zuschriften, Zeitungsnotizen und direkten Aufragen hervorgeht. Aus diesem Grunde ist die Unterstützung durch die Arbeiterschaft selbst zur Durchführung der gesetz⸗ lichen Bestimmungen über Sonntagsruhe bis jetzt nicht erheblich gewesen.“
(Ein vierter Artikel folgt.)
Lokales und Provinzielles.
* Gießen, 21. Mai. Die heute Vor⸗ mittag durch den Divisions-Auditeur Wolff in Begleitung eines Lieutenants und eines Ge— freiten sowie unter Zuziehung des Kriminal— schutzmann Weiß im Tiefenweg vorgenommene Besichtigung der Lotz'schen Brandstätte hatte eine Masse Menschen herbeigelockt. In der Neu⸗ stadt hatte sich nämlich wie ein Lauffeuer das
Gerücht verbreitet, der Brandstifter Keil würde persönlich an Ort und Stelle geführt.
Gießen, 21. Mai. Der Personalbestand unserer Hochschule, welcher Ende dieses Monats im Druck erscheint, ist im nun begonnenen Som⸗ mersemester der Zahl der Hörer nach der größte, den die Ludoviciana überhaupt je erreicht hat. Bis jetzt sind 625 Studenten immatrikulirt. Der nächsthöchste Stand, den die Universität erreicht hatte war der des Sommersemesters 1887 unter dem Rektorat des Prof. Bostam mit 617 Hörer.
* Gießen, 21. Mai. In dem geschlossenen Hof des Bergwerk-Comptoirs von Fernie fand vor einigen Tagen der Morgens öffnende Diener einen vollständig ausgeweideten Rehbock mit ab⸗ geschnittenem Gehörn. Der nachts frei umher⸗ laufende Hofhund hatte sich schon in der Frühe ein gutes Frühstück aus dem Hinterschlägel des Wildes zu Gemüt gezogen. Der Polizei ist von dem Fund 110 erstattet.
Gießen, 21. Mai. Nach Mitteilung von einem unserer beschäftigten Aerzte liegen in unserer Stadt annähernd an 1000 Kinder an den Masern krank darnieder, doch hat die Krank— heit im Allgemeinen einen gutartigen Charakter.
* Gießen, 21. Mai. Die gestrige Gala⸗ Eröffnungs-Vorstellung im Zirkus Drexler war sehr gut besucht. Die darge⸗ botenen Leistungen verdienten das allerdings auch, denn sie übertrafen alle Erwartungen. Das Pferdematertal ist ein prächtiges. Ebenso überraschte allgemein die Eleganz der Kostüme. Jeder Vergleich mit ähnlichen Instituten, die früher unsere Stadt besuchten, fällt entschieden zu Gunsten des Zirkus Drexler aus. Es ist in diesem Zirkus alles neu und originell. Das gilt nicht nur von der Art, wie hier in Frei⸗ heit dressirte Pferde vorgeführt werden, wie hier die hohe Schule geritten wird, sondern das gilt auch von den auftretenden Gym— nastikern und Jongleuren. Mit ganz be⸗ sonderem Beifall wurde Herr Direktor Drexler bedacht für die Vorführung eines Monstre⸗ Tableaus mit 25 Hengsten. Ebenso bei⸗ fällig aufgenommen wurden die graziösen Leistungen des Balletkorps und der Serpen⸗ tintanz der Signorita Stefani de la Plata. Wenn wir außerdem noch feststellen, daß auch die auftretenden Clowus und„dummen Au guste“(4 Stück) wirklich Vorzügliches leisten und sich sehr vorteilhaft von ihren Kollegen unterscheiden, so können wir wohl den Besuch des Zirkus Drexler bestens empfehlen.
* Gießen, 21. Mai. Die in Newyork er⸗ scheinende Hessen-Darmstädter⸗Zeitung veröffent⸗ licht den Aufruf des Vereinigten Staaten Glei⸗ berg⸗Komitees zur Zeichnung von Beiträgen für die Renovierung und Erhaltung der Burg Glei⸗ berg und zeichnet als Anfang selber für den ersten in Amerika erworbenen„shaxe“ 5 Dollar. Unsere deutschen Landsleute werden uns fraglos in ihrer Generosität für die ein Jahrtausend alte Burg beschämen. Es wäre recht sehr zu wünschen, daß dem Gleibergverein auch aus dem engeren Vaterlande eine kräftigere pekuniäre Unterstützung zu Teil werde, sei es durch Er— werbung von Anteilscheinen durch Beitrittser⸗ klärung als Mitglied, oder durch Zuwendung
von Geschenken. Viel ist zwar mit den beschei⸗ denen Mitteln über die der Gleibergverein ver⸗ fügt geleistet, aber noch bleibt viel zu thun übrig, an dessen Ausführung der Verein nicht denken kann, wenn nicht ausgiebigere Mittel ihm zu⸗ fließen.
*Salzhausen, 20. Mai. Welchen Einfluß das Hegen der Singvögel auf den Obst⸗ segen hat, sieht man alljährlich an den hinter dem hiesigen Kurpark gelegenen Baumfeldern. Die in dem Park gehegten Vögel halten die Bäume so rein, daß dot alljährlich eine reiche Ernte gemacht wird. Besonders haben in diesem Jahre die Besitzer der Baumfelder beobachtet, wie die Meisen die Bäume fortwährend von den gefährlichen Rüsselkäfern gesäubert haben. In die Bahnlinie sind hier 29 der schönsten Bäume gefallen, für welche eine hohe Vergütung gezahlt wurde. Von der von anderwärts her gemeldeten Maikäferplage verspüren wir hier nichts; nur als Seltenheit bemerkt man zuweilen das Insekt. — Für den Besuch des Bades gewährt auch dieses Jahr die Oberhessische Bahn Fahrver⸗ günstigungen.
Worms, 19. Mai. Die Leiche des Kaufmanns Arzt, der wegen unglücklicher Liebe den Tod im Wasser gesucht hat, wurde heute früh am Rhein geländet.— Auch die Leiche des 18jährigen Fabrikarbeiters Heinrich aus Leiselheim, der seit einiger Zeit verschwunden war, ist gestern geländet worden.
* Worms, 20. Mai. Wie der„D. Ztg.“ gemeldet wird, nimmt die Untersuchung gegen einen in Haft befindlichen Rentner E. einen größeren Umfang an als man ursprünglich glaubte. Derselbe soll gewerbsmäßige Wucher⸗ geschäfte betrieben und augenblicklich in Not geratene kleinere Leute auf schändliche Weise aus⸗ gebeutet haben. Bei der Untersuchung soll sich herausgestellt haben, daß sein Vermögen nicht ganz versteuert war, sodaß er auch nunmehr wegen Steuerdefraudation belangt werden wird.
Mainz, 19. Mai. Am 23. März hat der 19 jährige Gärtner Joh. Bapt. Hink aus Kastrop an der Erbenheimer Straße ohne alle Veran⸗ lassung auf eine Gruppe junger Leute geschossen. Die Ladung Schrot traf den Taglöhner Otto Müller so unglücklich ins Gesicht, daß dieser er⸗ blindet ist. Das hiesige Landgericht verur⸗ teilte den Thäter wegen seiner entsetzlichen Roh⸗ heit zu 3½ Jahren Gefängnis.
* Mainz, 20. Mai. In der gestrigen Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Rheinhessen wurde einer gewerbsmäßigen Heirats⸗ vermittlerin auf Grund des Art. 35 der Gewerbeordnung verboten, für die Folge das Heiratsvermitteln gewerbsmäßig auszuüben. Die Frau, die bereits wegen Kuppelei bestraft ist, hatte bei dem Gericht zu Mannheim mehrere Klagen wegen Auszahlung von Provision für Heirathsvermittelungen anhängig, wodurch die hessische Behörde Kenntnis von ihrem Treiben erhielt. In Rheinhessen können solche Forde⸗ rungen nach dem bestehenden Recht überhaupt nicht eingeklagt werden.
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wie es sich in feierlicher Abfütterungsgesellschaft in Gegenwart des Kommandeurs und der noch allge— waltigeren Kommandeuse gehört. Und Henni sah immerfort Lieutenant Marzahn vor sich, wie er mit schmeichelnden Blicken eine blendende Nachbarin um— koste und seine schönen Angen nicht von ihrem dunklen Haar und den schneeigen Schultern wandte, die wie Marmor aus dem roten Seitenkleid hervor— geleuchtet hatten. Diese Vorstellungen ließen das grollende Backfischlein nicht mehr los, machten es närrisch und schließlich ganz rabiat. Tolle Gedankeen wirbelten im erregten Hirn unter den blonden Haaren und endlich durchzuckte eine erlösende Idee das wirre Denken— ja, ja, das war ein Ausweg! Der hübsche Lieutenant mit den verführerischen Augen sollte sich jedenfalls nicht mehr an der Schön— heit seiner Nachbarin berauschen!
Henni fuhr auf, eilte zur Thür und öffnete sie geräuschlos. Draußen im hell beleuchteten Gange kein Mensch und hier in der Nische, dicht neben ihrer Thüre der Gasometer mit dem Hauptkrahn. Sie fliegt dorthin, zögert nur noch einen Moment hochklopfenden Herzens und dann, als sie das Knarren einer Thür zu vernehmen glaubt, ein schneller Griff mit der zitternden kleinen Hand— nachtschwarze Finsternis breitet sich um sie her. Nun schnell in ihr Zimmer zurück, die Kleider vom Leibe gehastet und dann husch ins Bett und die
Decke über den blonden Kopf, damit die arge Misse⸗
thäterin nur garnicht vernimmt, welche Folgen ihr boshaft kindischer Streich nach sich zieht!
Im Speisesaal drinnen hatte sich die Stimmung der heiteren Tafelrunde von Gang zu Gang ge— steigert, denn das Essen war gut und die Weine noch desser. Major Klencke's hatten sich somit bei den Kameraden in der Residenz auf's Beste einge— führt und die kritischen Blicke der Frau Oberst wurden milder und milder. Das Hoch auf Majestät war vorschriftsmäßig nach der Suppe vom Kom⸗ mandeur ausgebracht, der Hausherr schloß nach dem zweiten Gange das auf die Gäste an und hatte nun soeben auf die Damen getoastet, sich dabei ver— bindlich vor der Frau Kommandeuse neigend und ihr sein Glas zum Anklingen darreichend. Die Herren hatten sich erhoben und vor jedem Gedeck strebten eine zarte weibliche und eine kraftvolle männliche Hand, die Gläser umspannend, einander entgegen, um einen schönen Zweiklang zur Ehre der Frauen zu erzielen, als plötzlich alle Lichtströme versiegten und tiefste Finsternis liebevoll die gleißende Prunktafel nebst sämtlichen einanderzustrebenden Männlein und Weiblein umschloß.
Erst lautlose Stille, denn schreckvolle Ueber— raschung hält Sprache und Bewegung gefesselt; dann wirrer Tumult, Ausrufe des Staunens und der Frage, dazwischen Lachen und Necken vom jungen Völkchen, das den Ernst der Situation und ihre Peinlichkeit für die Gastgeber nicht begreift oder be—
greifen will. Dann Gläserklirren und Sprühfunken von Weintropfen— an einigen Tropfen haben sich die entgegenstrebenden Gläser doch berührt, aller⸗ dings in allzu kräftigen Anprall, dem sie nicht Stand halten und nun werden auch Schreckensrufe laut:„Mein Kleid— um Gotteswillen, das Naß ergießt sich über mein Kleid!“
Major Klencke findet zuerst seine Geistesgegen— wart wieder.„Ich bitte meine hochverehrten Gäste, ruhig auf ihren Plätzen verharren zu wollen— es wird sogleich Licht geschafft werden— eine unbe⸗ greifliche Kalamität mit dem Gas— Kühlke und Lischinski, bringen Sie schleunigst Lampen und Lichter herbei.“ So schallt seine dröhnende Stimme durch die Dunkelheit.
Die Frau Majorin ist halbtot. Das muß in ihrem Hause passieren und bei der ersten Gesell⸗ schaft! Als ihr Gemahl von Lampen spricht, zuckt sie zusammen— du lieber Gott, in welchem Haus. halt sind denn Lampen vorhanden, oder doch in brennfähigem Zustande, wenn vom Salon bis zum Leutezimmer alles durch Gas beleuchtet wird!
Und Lichte— soviel sie fich erinnert, ist auch davon zufällig kein Vorrat im Hause. Sie erhebt sich, der Tafelsitte zum Trotz, um selbst nachzu⸗
sehen. (Fortsetzung folgt.)
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