Ausgabe 
19.8.1896
 
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Gießen, Mittwoch, den 19. August

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Ausgabe

Gießen.

Redaktion:

5 Kreuzplatz Nr. 4. 8

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile.

pedition: Kreuzplatz Nr. 4.

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Lokales und Provinzielles. * Gießen, 18. August. Behufs Gründung eines Hessischen Landesvereins der Eisenbahnbeamten wurde am Sonntag im RestaurantStadt Friedberg in Darmstadt eine konstituierende Versammlung abgehalten. Es hatten sich dazu Vertreter des Eisenbahn⸗ beamtenvereins Darmstadt, des Hessischen Eisen⸗ bahnbeamtenvereins und der Nebenbahnen in essen als Vertreter von etwa 800 Bahnbeamten eingefunden. Die Vereinsleitung liegt soweit nicht anders bemerkt, sind die Herren von Darm⸗ stadt) in den Händen der Herren Bahnmeister Bahnhofsverwalter Appel in Wiesbaden (I., bezw. 2. Vorsitzender), Verwalter Magnus in Alsheim, Bahnmeister Petry(1., bezw. 2. Kassterer), Verwalter Ferkinghoff in Seligenstadt und Revisor Lichterberger(1., bezw. 2. Schrift⸗ ührer). Der Landesverein bezweckt die För⸗ erung der Kollegialität zum Berufe, die Wah⸗ rung der Standesinteressen. Der Verein, der sich an den Verband Deutscher und Oester⸗ leichischer Eisenbahnbeamtenvereine anschließt, liedert sich vorerst in 5 Bezirke, nämlich Darm⸗ sadt; den bisherigen Eisenbahnbeamtenverein 3 umfassend, Hessen⸗Nassau, Star⸗ bubu, Rheinhessen und Oberhessen. Die Einzelbezirke stehen zwar in wichtigeren Berufs⸗ angelegenheiten: Rechtshilfe bei Betriebsunfällen K. s. w. mit dem Landesvereine in unmittelbarer Beziehung, treten indessen im allgemeinen als selbständige Korporationen auf. * Gießen, 18. August. Ein eigenartiger Kunstgenuß, welchen wir den Bemühungen des Herrn Ernst Challier zu verdanken haben, war das gestrige in Steins Saalbau statt⸗ Kate Konzert der russischen Vokal⸗ Nattonal⸗Kapelle Nadina Slaviansky. Das Konzert war gut besucht und wurde von den Hörern mit gebührendem Beifall aufgenommen. Die russische Sängerschar(es mochten etwa 40 an sein) verfügte durchweg über ein ganz borzügliches Stimmmaterial, namentlich waren zwei Baritonisten entzückend, während einzelne Tenöre durch ihre starke und klangvolle Mittel- age auffielen. Die hellen Sopran⸗ und Kinder⸗ stimmen, die sich durch außerordentliche Weichheit auszeichneten, harmonierten vorzüglich neben den tiefen, manchmal phänomal wirkenden Bässen der Männer. Das Zusammenwirken war präzis und bewies die strenge Disziplin, welche die Dirigentin in umsichtiger, künstlerischer Weise zu üben verstand. Die Süngerschar, welche mit Begleitung eines kleinen Harmoniums sang, folgte dem leisesten Wink der Frau Nadina Slaviansky. Letztere sang mit ihrem um⸗ fangreichen, hellen Sopran nicht nur im Chor mit, sondern führte auch die Solopartien der einzelnen Lieder mit besten Erfolg durch. Die Heselschaft, deren Mitglieder in reichen National⸗ kostümen erschienen, bildete eine malerische Gruppe. * Gießen, 18. August. Zu der im Novem⸗ ber beabsichtigten Lokal⸗Gartenbau-Aus⸗

stellung in Steins Garten sind die Plätze der Aussteller bereits verlost. f Ebenso find schon die Pläne für das ganze Arrangement getroffen. Als Glanzpunkt der Ausstellung ist ein pitoresker Grottenbau mit Wasser⸗ kunst, über welchen sich eine Gebirgsbrücke hin⸗ ziehen soll, in Aussicht genommen. Die Pflan⸗ zendekoration hierzu wird von sämmtlichen Aus stellern gemeinsam besorgt.

Gießen, 18. Aug.(Preisschie ßen.) Der gestrige zweite Tag des Schützeufestes ge⸗ hörte fast ganz den Schützen. Vormittags um 8 Uhr begannen die Schießen unter sehr starker Beteiligung. Es wurde geschossen aufLaufen⸗ des Wild 855 Meter), auf 100 Meter Scheibe, 175 Meter Standscheibe, 300 Meter Feldscheibe. Bei dem letzten Schießen wurde das erste Mal das neue Dickoresche Scheibenbild mit 30 Ringen, benutzt, während die früheren Scheibenbilder auf demselben Raum nur 20 Ringe aufwiesen. Außer Offenbach, welches schon am Sonntag zum Schießen eingetroffen, war gestern auch Frankfurt vertreten. Am Nachmittag entwickelte sich wieder in der großen Halle, auf dem Jux⸗ und Tanzplatz ein flotter Betrieb. Das Schießen war erst mit dem Dunkelwerden zu Ende. Der zeitraubenden und komplizierten Berechnung wegen konnte die Preisverteilung gestern noch nicht vor⸗ genommen werden. Soviel wurde jedoch festge⸗ stellt, daß Heinrich Horn vom Schützen⸗ verein Frankfurt a. M. auf laufendes Wild der beste Schütze gewesen; derselbe hat in einer Serie(15 Schuß), 102 Ringe geschossen. Ihm wurde der Ehrenpreis der Schützengesellschaft, 1 Ehrenbecher und 1 silberne Medaille nebst 2 Flaschen Champagner, zu Teil.

* Gießen, 18. August.(Straf kammer.) Der Arbeiter Heinrich Schneider von Gießen war wegen Körperverletzung mittels eines gefährlichen Werkzeuges vom Schöffengericht zu 6 Monat Gefängnis und 14 Tage Haft ver⸗ urteilt. Dem Schneider war diese Strafe zu hoch und er glaubte gelinder davon zu kommen, wenn er die Berufung verfolge. Aber auch die Staatsanwaltschaft meldete die Berufung an und so kam die Sache heute vor der Strafkam⸗ mer zur Verhandlung. Der Angeklagte hat eines Tages auf dem Güterbahnhof seinem ehemaligen Arbeitgeber, mit dem er in Differenzen geraten, mit einem Prügel über den Arm geschlagen und ihn dadurch schwer verletzt. Die Strafkammer hob das Urteil der Vorinstanz auf, verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monat und 10 Tagen Haft und beschloß in Anbetracht der Höhe der Strafe die sofortige Verhaftung des Verurteilten. Weiter wurde gegen den in Haft befindlichen, wegen Land⸗ streichens, Bettelns und Diebstahls mehrfach vor bestraften 39 alten Dienstknecht Karl Martin Dornbach von Siegen wegen Diebstahl ver⸗ handelt. Derselbe ist teilweise geständig, seinem Mitknecht in Nieder⸗Wöllstadt, mit welchem er zusammen die Schlafstelle teilte, 1 Paar Stiefel, 2 Hemden und 1 Geldbeutel mit 3 Mark In⸗

halt entwendet zu haben. Der Angeklagte hat den Diebstahl Nachts begangen, während der Mitknecht schlief und darauf noch in derselben Nacht Nieder⸗Wöllstadt verlassen. Der Gerichts⸗ hof billigt den Angeklagten mildernde Umstände zu, um ihn noch einmal vor dem Zuchthaus zu bewahren und erkannte auf sechs Monate Ge⸗ fängnis.

Gießen, 18. August. der Fahrkarten.) Vom 1. September d. J. ab werden im Bezirke der königl. Eisen⸗ bahn⸗Direktion Hannover die Fahrkarten nicht mehr wie bisher üblich mit dem Tage, Monate, Jahre, sowie der Tageszeit und Stunde der Ausgabe, sondern einfach nur mit dem Tage, Monate und Jahre abgestempelt werden. Der Zweck dieser neuen Maßregel ist namentlich der, den Reisenden auf Bahnhöfen, wo die Warteräume innerhalb der Bahnsteig⸗ sperre liegen, Gelegenheit zu geben, bei geöff⸗ netem Schalter Fahrkarten auch zu früheren Zügen zu lösen und dadurch die Lösung beson⸗ derer Bahnsteigkarten zu vermeiden. Gleich⸗ zeitig mit dieser im Interesse des Publikums ge⸗ schaffenen Neuerung wird eine mehr innere eisenbahn⸗technische eingeführt werden, welche in⸗ deß weitere Kreise interessieren dürfte. Es soll nämlich bei denjenigen Fahrkarten-Ausgabestellen, bei welchen mehrere Beamte thätig sind, jedem einzelnen Beamten eine besondere Type(Kreuz, Stern oder dergl.) überwiesen werden, welche er bei Beginn seines Schalterdienstes in den Stem⸗ pel hinter der Jahresziffer an Stelle des Punktes einzusetzen und Beendigung seines Dienstes wieder an sich zu nehmen hat; offenbar soll diese Neuerung dazu dienen, in Beschwerde⸗ und Reklamationszwecken den Beamten festzu⸗ stellen, welcher die betreffende Fahrkarte ausge⸗ geben hat. Hoffentlich werden sich auch die übrigen Eisenbahn⸗Direktionen diese Neuerung zu eigen machen. Es wäre der leichteren Ab⸗ wicklung des Eisenbahnverkehrs, und damit der Bequemlichkeit des Publikums Rechnung ge⸗ tragen.

Lich, 17. August. Das Lahnthal⸗ Sänger⸗Bundesfest hat einen Ueberschu 8 von rund 600. ergeben.

* Butzbach, 15. August. Nach einer hier einge⸗ troffenen Nachricht wird unsre, seit dem Jahre 1818 als Ka valleriegarnison dienende Stadt aufhören, solche zu sein. Die noch hier garnisonierende Leib⸗ Dragoner⸗Eskadron wird sich am 22. August zu den in Rheinhessen stattfindenden Mänbvern der Großh. Hess.(25.) Division begeben und nach Beendigung der⸗ selben, gleichwie im vorigen Jahre die 3. Eskadron, nicht mehr hierher zurückkehren, sondern mit den andren Es⸗ kadrons in Darmstadt einrücken, wo sie vorläufig in Baracken untergebracht wird, bis dort der Kasernen⸗Neu⸗ bau ausgeführt ist. Aus Anlaß des Abmarsches von hier beabsichtigt die Stadt für ihre langjährige Garnison eine Abschiedsfeier zu veranstalten. Durch Allerhöchste Verfügung wird Butzbach als Garnisonsort weiter bestehen bleiben. Am 1. April 1897 wird ein Infanterie⸗ bataillon des neu zu errichtenden Hessischen Regi⸗ ments in der Stärke von 19 Offizieren, 502 Unter⸗ offizieren und Mannschaften, das hiesige Kasernement, das

(Abstempelung

bis dahin verschiedene bauliche Umänderungen erfährt, be⸗ ziehen und dann als ständige Garnison hier bleiben.

Vermischtes.

ueber das Benehmen der Radfahrerin. Jeder Radfahrer hat das Recht, die Fahrerin mitAll Heil zu begrüßen, was sie zur Erwiderung verpflichtet. Fremde Radfahrerinnen grüßen sich in der Stadt nie, es ist jedoch üblich, bei Begegnungen auf weiteren Touren den Sportsgruß zu wechseln. Auf der wenig befahrenen Landstraße eröffnet die Dame den Reigen, in der Stadt fährt ein geübter Fahrer voraus. Damen sollen möglichst nie bergauf fahren und nie so forcieren, daß sie abgehetzt aussehen. Eine Dame darf in Gesellschaft eines Ver⸗ wandten oder nahestehenden Freundes allein ausfahren. Obwohl es nicht unschicklich ist, eine kleine Besuchsfahrt ohne jede Begleitung zu unternehmen, soll dies doch mög⸗ lichst vermieden werden. Bei Unfällen, Belästigungen durch Kutscher, Passanten ꝛc. darf die Radfahrerin auch fremde Sportsgenossen um Hilfe angehen. Die Alters⸗ grenze für die Radfahrerin ist dieselbe wie für andren Sport. Wer noch Eis läuft oder das Pferd besteigt, darf auch radeln. Diese Sentenzen entnehmen wir einem aus⸗ führlichen Artikel derWiener Mode, die damit einen Ehrencodex für unsre überhandnehmenden Radlerinnen auf⸗ gestellt haben will.

Die Entgleisung eines Lastzuges auf der Giselabahn wird aus Salzburg berichtet:Auf der Strecke zwischen Golling und Sulzau übersetzt die Bahn vor der letztgenannten Station auf einer kleinen Brücke einen Wildbach, der im Sommer aber völlig ausgetrocknet ist. Infolge der andauernden Regengüsse der letzten Tage, welche heute Nacht einen geradezu wolkenbruchartigen Charakter annahmen, erhielt das genannte Bachbett von den Bergen her reiche Wassermassen zugeführt, die mit ungeheuerer Wildheit zu Thale eilten. In der Nacht schwollen die Fluten besonders mächtig an und führten Steine und Holz in reichlicher Menge mit sich. Bei der erwähnten Brücke nun, welche der um 12 Uhr 27 Mi⸗ nuten Früh in Salzburg eingetroffene Schnellzug noch glücklich passiert hatte, staute sich das Wasser alsbald und die daherkommenden Steinmassen zerstörten dieselbe. Als nun der nach Einlangen des oben erwähnten Schnellzuges von Salzburg abgegangene Lastzug jene Stelle passieren wollte, fehlte die Brücke bereits und der Zug wurde seitwärts in die Salzach getrieben. Die Loko⸗ motive und vier Waggons kamen in die Fluten. Die herrschende Finsternis ließ die Katastrophe noch viel fürchterliche erscheinen. Wie durch ein Wunder waren von dem Zugspersonal nur der Zugführer und ein Kondukteur, Beide wohl ziemlich schwer, verletzt worden, während alle Uebrigen mit dem Schrecken davongekommen waren.

Katastrophen in Japan. Der englische Seismologe Prof. Milne macht darauf aufmerksam, daß Japan im letzten Krieg nur 5000 Soldaten verloren hat. Bei dem Erdbeben des Jahres 1891 kamen 10 000 Menschen um das Leben. Die große Flutwelle im letzten Juni hat aber 27000 Menschenleben zum Opfer gefor⸗ dert. Im Jahre 1703 sollen aus gleicher Ursache 100 000 Menschen umgekommen sein. Südlich von der Gegend, die von der letzten Katastrophe heimgesucht wurde, liegt das Dorf Kamakura, versteckt unter fichtenbewachsenen Sandhügeln. Kamakura war in alten Zeiten die Haupt⸗ stadt Japans und hatte eine Einwohnerzahl von einer Million. Wegen Erdbeben und Flutwellen mußte der Sitz der Regierung verlegt werden. Im Jahre 1293 schwemmte eine Flutwelle 30 000 Menschen fort. Es ist

Das blaue Herz. Roman von Karl Ed. Klopfer. (Nachdruch verboten.)

(Schluß.)

Ja ich habe Urlaub genommen und will

eine Erholungsreise antreten. Und heute Abend noch? Sehr wohl. Das Gepäck wird pünktlich auf dem Bahnhofe sein. Auf der Südbahnn 1 5 Ich weiß, ich weiß, erlaubte sich Nazi mit

diskreter Geberde zu unterbrechen;zum Grazer

Abendschnellzug.

Du weißt? Woher weißt Du? Sie werden doch in's steyrische Gebirg' wollen, Herr Attache? meinte Nazi mit dem ganzen Ge⸗

Antwort, sondern

verfluchten Kerl

. den Zähnen, während er aus dem Fenster te.

Bitt' um Verzeihung! lispelte Ignaz. Seit jenem ereignisreichen Abend, wo er Herrn v. Fröden über dieAffaire Degenstein umfassenden Bericht sich's erlauben, mitunter einen fast familiären Ton anzuschlagen. Jetzt rudelte es ihm förmlich von den Lippen. Man hat so seine Verbindungen, durch die man

Manches erfahren und noch mehr erraten kann. llen mir der Herr Attaché erlauben, eine weitere

Fröden gab keine direkte

Herr v. Fröden werden nach Ablauf dieses Urlaubs die Wiederversetzung einkommen.

Fröden errötete wie ein junges Mädchen. *

Nicht übel geraten! mußte er zugeben.

Und dann werden Sie mir eine Mitteilung machen, die Ihnen wie ich mir schmeichle jetzt, im Augenblicke nicht ganz leicht fallen würde. Aber es muß ja sein, und es ist Ihnen gewiß lieber, wenn ich's selber gleich ausspreche: Herr v. Fröden müssen an meine Entlassung denken.

Jetzt war der Attache starr.

Oh, ich müßte ja keine Ahuung von Takt haben, gnädiger Herr, wenn ich das nicht ganz selbstverständlich fände! So wenig ich Ihnen jetzt auf diese Urlaubsreise folgen darf, so wenig kann ich fernerhin bei ihnen bleiben. Die gnädige Frau Frau v. Fröden, mein ich kann sich ja durch meine Person nicht immerfort an eine gewisse ab scheuliche Geschichte erinnern lassen.

Fröden war gerührt. N.

Schau, schau so eine delikate Beurteilung der Dinge hätt' ich Dir gar nicht zugetraut 5 Dann folgte er seinem augenblicklichen Impulse und reichte dem Diener zu herzlichen Danke die Hand. e 8.

Du bist ein Goldkerl, Nazi! Ich will mich Dir auch erkenntlich zeigen Dir gebührt ja auch eigentlich noch ein Advokatenlohn, mindestens aber eine Entschädigung für die Gelder, die Du in einer gewissen Sache aufgewendet hast. Uebermorgen soll Dir mein Bankier zehntausend Mark auszahlen. Damit kannst Du was anfangen, Dich selbstständig machen. Würdest Du nicht am liebsten zu Deinem Metier zurückkehren mit einem gut eingeführten Geschäfte in Deiner Heimat, wie?

Nazis Augen leuchteten in trunkener Seligkeit.

O Gott, o Gott! Sie sind die Güte selbst, Herr

Attache! Aber wenn's Ihnen gleich ist dann

möcht' ich doch lieber hier bleiben.

Was, in Wien? Du wolltest in Wien bleiben?

Nazi nickte mit einem seelenvergnügten Schmunzeln.Es gefällt mir da famos. Und ich wüßt' auch schon ein passendes Lokal gleich da drüben in der Kärthnerstraße ist ein Laden zu ver⸗ mieten, wie ich mir ihn schöner nicht denken könnt'. Ja, so ein nettes Friseur-G'schäfterl und ein Weiberl dabei...

Hier schlug sich der Bursch auf den Mund und wollte sich zur Seite drücken, aber der Attache er⸗ haschte ihn noch rechtzeichtig und zupfte ihn lachend am Ohrläppchen.

Wie, was, dächtest an's Du vielleicht sogar auch dazu?

Ja, meiner Treu! gestand der Nazi mit breitem Grinsen.Die hätte ich auch schon, wenn Sie gestatten...

Das Unendliche des Himmels. Man, kann durch ein Fernrohr noch so lange gegen den Himmel sehen und wird dennoch am Ende nicht mehr Sterne als am Anfang wahrnehmen. Wird hingegen eine photogra⸗ phische Platte durch Sternenlicht beleuchtet, so kommen desto mehr Sterne auf ihr zum Vorschein, je länger sie exponiert wurde. Es sind schon wiederholt Dauerauf⸗ nahmen von mehreren Stunden gemacht worden, und es möge gleich bemerkt werden, daß in solchen Fällen die Aufnahme nicht ununterbrochen an einem Abend vor sich gehen kann, sondern auf mehrere Abende verteilt werden muß. Letzthin hat der Direktor der Kapsternwarte, Herr David Gill, fünf Aufnahmen einer Gegend, die den ver⸗

Du kleiner Schwerenöter? Du Heiraten? Potztausend! Da hast schon eine Braut

änderlicheu Stern n Argus umglebt, von sehr verschiedener Dauer gemacht. Die erste Platte, die nur sechs Minuten exponiert wurde, zeigte von dem den bezeichneten Stern umgebenden Nebel noch nichts, die zweite mit einer Expo⸗ sitionszeit von einer Stunde giebt hingegen schwach die hellsten Partien des Nebels wieder. Die dritte Platte, die drel Stunden belichtet wurde, enthält bereits eine ausgedehnte Nebelmasse und läßt auf dem Quadratgrad 10000 Sterne sehen. Die vierte Platte, die an vier Tagen, durch je drei Stunden der Belichtung unterworfen wurde, zeigt die Nebelmasse noch kräftiger und enthält 50 000 Sterne auf dem Quadratgrad, und auf der fünf⸗ ten Platte, die 24 Stunden zur Exposition gelangte, sind 100 000 Sterne auf dem Quadratgrad zu zählen.

Die konfessionellen Verhältnisse im höheren Unterrichtswesen Deutschlands stellen sich wie folgt: Es kommen auf je 10000 Einwohner im ganzen Reich 50 Schüler höherer Lehranstalten, auf je 10 000 Protestanten 55, auf je 10 000 Katholikeu 32, auf je 10 000 Dissitenten 49 und auf je 10 000 Juden 333. Für die einzelnen größeren Bundesstaaten stellt sich das Verhältnis folgendermaßen: Von 10 000 Preußen besuchen 45 eine höhere Schule und hierbei kommen auf je 10000 Katholiken 27, auf je 10 000 Protestanten 50, auf je 10000 Juden 333. Von 10 000 Baiern besuchen 53 eine höhere Schule; es kommen auf 10 000 katho⸗ lische Baiern 42, auf 10 000 protestantische Baiern 67, auf 10000 Juden in Baiern 370 Schüler. Die Ver⸗ hältniszahlen sind für Württemberg: 84, 53, 93, 590; für Baden: 64, 41, 86, 417; für Hessen: 68, 50, 67, 333; endlich für das Königreich Sachsen: 40, 23, 40, 357. Die relativ geringere Beteiligung der Katholiken am Genusse des höheren Unterrichts, die in diesen Zahlen sich ausspricht, tritt in verhältnismäßig stärkerem Grade

bei den Realanstalten als bei den humanistischen Gymna⸗ sien hervor.